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Diskutiere im Thema ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.138

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Noch etwas: Mich kommen Menschen die schnell sind oft sehr oberflächtig vor, sie nehmen vieles gar nicht wahr und papplern die erste Mist der ihnen im Sinn kommen...

    Wenn ich dein Text lese, finde ich dort viel Tiefe, für eine junge Mensch... Es sind keine oberflächigen Mist rein, es sind wirklich reflektierten Sache.

    Leider ist unsere Gesellschaft selber sehr oberflächig geworden...

    Wenn ich an dich denke, kommt mich eine schöne Bild spontan im Kopf... Die Weisen in China... Sie sind rundlich, sitzen gemütlich und lachen vor sich hin...

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    @ woodpecker:

    Ich wurde mal für eine Sonderschule vom Arzt empfohlen, ich war in einer Behindertenwerkstatt, habe 3 abgebrochene Ausbildungen und ein abgebrochenes Studium, und ich bin nicht auf dem 1. Arbeitsmarkt. Und trotzdem bin ich weder Looser noch Versager, denn weisst du was? Ich habe mein Hirn genutzt und statt dessen Dinge gesucht die zu meiner Konstitution passen, und die zu meinen ( sicherlich nicht erdachten) Lebensumständen passen. Das du Schulden hast liegt an dir, du kannst dich gewählt ausdrücken und lange Passagen schreiben, ich gehe davon aus das du weisst was passiert wenn man Geld ausgibt, was man nicht hat.

    Ich habe übrigens zu den Fehlschlägen aber auch ein Abitur und eine Ausbildung geschafft. Die Ausbildung habe ich selbst organisiert und nie eine Berufsschule besucht, in vielen Berufen kann man sich extern zur Prüfung anmelden. Da kannst du dir deine Zeit einteilen wann und wie lange du lernst, und man kriegt zur Not auch Verlängerungszeit während der Prüfung. Dafür muss man aber eben immer wieder aufstehen, Rückschläge einstecken und die Kraft die man hat für Ziele einsetzen. Auch ich habe jahrelang eine Einzelfallhilfe gehabt, vllt brauche ich sie auch wieder, aber ich versuche es immer wieder einen gewissen Grad an Selbstständigkeit zu haben. Und allein meine Versuche und das Bemühen meinerseits um Integration lassen mich selbst nicht empfinden, das ich jmd auf der Tasche liege oder ein Looser bin.
    deine Kraft solltest du in kleine Ziele setzen, und diese verfolgen. Und wenn das nicht geht, dann wäre wohl der erste Ansatz sich fachl. Hilfe zu suchen und genau dieses Problem so lange zu bearbeiten, bis du fähig bist, deinen Kräften und deiner Zeit entsprechend etwas zu ende zu bringen und damit etwas zu erreichen. Du hast die Fähigkeit zu reflektieren und logisch zu denken....... Dann nutz sie auch.......



    Es bringt nach mener Erfahrung halt langfristig nichts, sich in Schwermut, Zweifeln und Selbstmitleid zu vergraben, die werden nicht besser dadurch. Und wenn man da selbst nicht rauskommt, bringt eine Therapie die man auch ernst nimmt sehr viel. Klar gibt es immer wieder Rückschläge, aber wenn man was ändern will, dann kann man das wirklich, egal wie lang es dauert. Aber es findet eine Änderung statt.
    Geändert von creatrice (22.01.2015 um 19:15 Uhr)

  3. #13
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.138

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Noch etwas ist mich in Sinn gekommen:

    Nur Babys wachsen und geben irgendwann die Liebe zurück, die ihnen entgegengebracht wurde. Ich kann das nicht.
    Ja, ich frage mich manchmal: Warum wurde ich überhaupt geboren?
    Es gibt keinen Sinn, ich kann nie was erreichen. Ich werde meinen Sinn wohl kaum finden können, wenn es ihn nicht gibt.
    Man soll sich schließlich seinen Sinn im Leben suchen, aber gibt es denn so einen für mich?
    Gibt es einen Sinn für Geistig zurückgebliebene?
    Solche, die den ganzen Tag im Rollstuhl umhergefahren werden und komische Laute von sich geben.
    Ich habe nichts gegen solche Leute. Menschen, die ihr Leben lang auf dem Niveau eines Babys bleiben.
    Aber meint ihr nicht auch, dass sie sich wünschen würden, nie geboren worden zu sein, wenn sie das verstehen könnten?
    So fühle ich mich.
    Zuerst mal gab es immer in menschliche Gesellschaft, Menschen die von andere besorgt waren... Sogar gibt es beweisen, dass in Steinzeit, wer bei Jadg verletzt war, noch eine Weile (Jahren) überlebt hatte und sicher weil andere zu ihm geschaut hatte...

    Kindern, alte Menschen waren immer umsorgt, obwohl sie gleichzeitig oft auch ihre Beitrag geleistet haben... Bevor alle Kindern zur Schule gehen mussten, haben sie gearbeitet...

    Also, dann muss du dich nicht schämen, wenn du jetzt mehr bekommst als was du meinst, geben zu können. Vielleicht hilft dich gerade diese Hilfe, dann auch etwas zu leisten.

    So behindert bist du auch sicher nicht... Auch wenn mal nicht schafft in der 1. Arbeitswelt, gibt es wirklich viel andere Wegen, dein leben ein Sinn zu geben und ein Beitrag zu die Gesellschaft zu leisten. Ich denke, es gibt kaum Menschen die irgendwie nichts leisten können... Auch Schwerbehinderten können extrem einfache Arbeiten nachgehen.

    Etwas erreichen, kannst du sicher doch! Vielleicht nicht so viel wie du meinst, erreichen zu sollen oder müssen... Du kannst schon gut denken, ist eine gute Anfang. Wie du schreibst ist auch gut. Wenn du schaffst, trotzt deine Situation dich so zu mögen wie du bist, mit was dich das leben schenkt zufrieden zu sein, wird es eine sehr grosse Leistung sein! Für mich war es ein Ziel in sich und mit wo ich jetzt stehe, bin ich auch zufrieden. Weisst du wievielen Menschen die sonst gut verdiennen, schlank sind und erfolgreich nicht so weit sind? Dass du bist jetzt überlebt hattest ist schon auch etwas grosses.

    Man kann vieles anderes erreichen als Erfolg im Beruf... Manchmal kann sehr wichtig sein, mit was man ist und was es gibt das beste daraus zu machen.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.007

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Woodpecker schreibt:
    Bummel77 schreibt:
    Es gibt kein Tag an dem ihm nicht alles Sinnlos vorkommt.


    Wie zur Hölle schaffst du denn dann dein Leben!?!
    Ich ÜBERlebe, vegetiere, träume mir ein besseres Leben zusammen...
    Ansonsten kann man von "schaffen" in Bezug auf mein Leben nicht wirklich reden.

    MEIN derzeitiger Ausweg (insofern er überhaupt einer zu sein scheint) besteht unter anderem darin, meine alltäglichen Selbstverständlichkeiten als zu meisternde Aufgaben bzw. Ziele zu sehen.
    Dann wird es dann z.B. als Erfolg protokolliert, wenn ich meine Körperpflege erledigt, meine Medis eingenommen oder einen Termin wahrgenommen habe.

    Richtig toll war mal ein Thread hier, in dem man hineinschreiben konnte, was für meßbare Ergebnisse man im Leben denn schon erreicht hätte.
    Das mußte dann nicht gleich das Abi oder das Sportabzeichen in Gold sein, sondern wirklich ALLES was man auch nur im entferntesten als eine Art Erfolg interpretieren kann.

    Und ja: Erfolg und Mißerfolg sind eindeutig Interpretationssache.
    Dumm für uns: wir ADSler tendieren (wenn auch nicht alle) dazu,
    a) eigene Erfolge kleinzureden, anderen zuzuschreiben, abzuwerten oder zu verdrängen,
    b) eigene Mißerfolge aufzubauschen, uns ganz allein zuzurechnen, überzubewerten oder gar dazu zu erfinden,
    c) anderer Leute Erfolge als Mindestmeßlatte zu definieren und
    d) anderer Leute Mißerfolge als Pech oder Ausnahme anzusehen.

    Stichwort: Kausalattribuierung (Link zu ADSpedia)

    Ich weiß noch nicht, wie mein weiterer Weg aussieht. Ich weiß nur, daß ich ihn alleine nicht schaffen werde.
    Einen ersten Erfolg auf dem Weg habe ich zu verbuchen: ich habe um Hilfe gebeten und sie dann angenommen.
    Das kannst auch Du! Versprochen!

  5. #15
    Karisa

    Gast

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Hallo Woodpecker,
    Du hast mit Deinem Beitrag heute Morgen etwas geschafft, das Du gar nicht beabsichtigt hast. Du hast mir geholfen, mich mit meinem eigenen Mist auseinanderzusetzen (z.B. mit meinem Perfektionismus, mit meiner Angst...) und ich muss sagen, es war gut so.


    Auch ich schrieb nicht, Du sollst ein Blog schreiben, sondern meine Frage war: Könntest Du Dir vorstellen....?

    Hier noch eine weitere Frage zum Nachdenken:
    Was könnte Dich motivieren, immer wieder zu schreiben? (z.B. Kommentare von Lesern? ....???)

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Wie kann man denn so leben?
    Lasst mich nicht euer Leben schlecht reden...
    Aber es tut mir leid.
    Ich kann einfach nicht wie Bummel77 sagt, mein ganzes Leben lang Kleinkindererfolge feiern.
    Wäre das nicht so, als würde ich aufgeben?
    Wäre das nicht so, als würde ich hinnehmen ein Baby zu sein?!?
    Ein dickes Riesenbaby?

    Juhuuu!!!! Gratuliert mir, ich habe die Wäsche aufgehangen, IST DAS NICHT DER WAHNSINN?

    ..............

    (Falls du dich jetzt angegriffen fühlst Bummel77, ich habe großen Respekt vor dir, dass du überhaupt in der Lage bist das alles zu ertragen!)

    Ich weiß, dass auch Alltäglichkeiten ihren Wert haben und man das nicht unterschätzen sollte.
    Dennoch: Der "Durchschnitts" Otto-Normalbürger packt sein Leben doch auch und kommt klar!
    Wieso sollten meine Kindergartenerfolge mich dann mit denen eines normalen Menschen ebenbürtig machen?

    Und wenn sie mich nicht auf das gleiche Niveau bringen, dann weiß ich nicht, wie ich jemals glücklich sein kann (darf).

    @Karisa:
    Freut mich, dass es dir hilft!
    Ich weiß es nicht. Bis jetzt half die beste Motivation nicht. Ob intrinsische(schreibt man das so?) oder Motivation von außen...
    Vielleicht Lob. Vielleicht Liebe. Klingt zwar MEGA-Schnulzig und ich weiß, dass sich die eigenen Probleme durch eine Beziehung nicht in Luft auflösen...
    Aber das wäre vielleicht genug Ansporn. Wenn du meinen Beitrag im anderen Forum gelesen hast, dann verstehst du warum.
    Nur KANN und WILL ich keine Freundin haben, solange es mir so geht, wie ich bin. Will ja keinem was zumuten müssen.
    Außerdem: Wo soll ich denn jemanden finden? Ich bin ohnehin schon ein eher spezieller Mensch. Und auf Partys oder so gehe ich kaum.
    Ich bin sicher, wenn es mir besser gehen würde, dann würde mir irgendwann eine Person ins Leben geraten und dann ginge das auch. Aber so?!?

    @Parabel:
    Ehrlich gesagt habe ich selbst schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einen Philosophieblog zu eröffnen.
    Gar nicht über mich, sondern über diverse Dinge in der Welt.
    Aber ich weiß aus Erfahrungen GENAU, dass es völlig egal ist, ob Projekte aus meinem Gedankengut quellen oder aus dem anderer...
    Ich schaffe es eh nicht.

    Viele schreiben hier, dass ich ja in der Lage wäre sehr tiefgründig zu schreiben und so.
    Stimmt. Ist völlig korrekt.

    Aber so gut, wie ich schreiben kann, so schlecht kann ich alles andere.
    Auf einer Skala von 1 - 10

    10-> Schreiben Minus-10-> Alles andere
    Zumindest, was kognitive Fähigkeiten betrifft.

    @creatrice:

    Warum hast du nicht aufgegeben?
    Warst du auch Neidisch auf deine Freunde?
    Wie konntest du dich denn durchsetzen?
    Klar auf deine Weise, aber bei mir klappt es ja nicht einmal auf meine Weise, also wie machst du das????
    Und noch etwas: Hast du dein Abi direkt nach der Schule gemacht?

    Zum Thema Gerechtigkeit:
    Ich finde schon, das wir erst einmal unserer Krankheit hilflos ausgesetzt sind(Wobei das ADS bei mir ja nur auf Verdacht ist, die Teilleistungschwächen aber 100%).
    Wir können ja nichts dafür und unsere Umwelt auch nicht.

    Sich selbst zum Opfer machen, dass habe ich lange getan um meine Armseligkeit zu verstecken, aber das hat es nur noch lächerlicher gemacht.
    Ich sehe es zwar als ungerecht vom Leben an, aber ich bin mir auch sicher, dass da kein Gott oder so etwas dahinter steckt(also keine böse Absicht).
    Die Natur hat keine Laune, denn sie hat ja auch kein Bewusstsein.
    Würde mir die gesamte Welt sagen, ich solle sterben, weil ich zu nichts gut bin.
    Ich würde freiwillig und ohne Groll gehen.

    Nicht, dass das jemand sagt! Um Himmels Willen!

    Aber ihr versteht was ich sagen will oder?

    @mj71:
    Mir ist bewusst, dass der Leistungsdruck immer größer wird und das jetzt nicht gerade soooo gesund ist.
    Nun war ich aber oft Lehrers Liebling(Was aber nicht auf Gegenliebe traf ;-) und habe viele VIELE Vereinfachungen bekommen.
    Auch sonst so habe ich nur durch Höflichkeit mich durchschlängeln können.
    Eigentlich habe ich mich mein ganzes Leben lang nur durchgeredet.
    Wenn es Probleme gab, dann konnte ich nur mit Wortgewandtheit arbeiten, aber das wird in Zukunft nicht mehr ausreichen.
    Es ist doch so: Wenn man eine Ausbildung oder Abitur macht, selbst in sprachlichen Bereichen, dann braucht man definitiv mehr als eine große Klappe, um weiterzukommen.


    Eine weitere Frage an Alle hier:

    Wie kommt ihr mit euren Mitmenschen klar, die kein ADS/ADHS haben?
    Habt ihr Freunde außerhalb eurer Krankheit?
    Und was unternehmt ihr mit ihnen?
    Ich komme mir in meinem Freundeskreis immer vor, wie das 5. Rad am Wagen.
    Obwohl keiner von ihnen dass so sieht(Darüber wurde mir vorhin ausführlich von einem Freund Berichtet).

    Und ich hatte auch nie das Gefühl, als würden sie mich als besagtes fünftes Rad sehen, aber ich fühle mich halt immer so.
    Und so richtig für meine Freunde da sein kann ich nicht. Ich habe selbst zu wenig Energie und zu viele Zweifel dafür.


    Ich bedanke mich im voraus schon einmal für Antworten!


    P.S.: Der Thread bekommt ziemlich viel Aufmerksamkeit. Ich glaube, viele von euch waren schon oft ähnlich verzweifelt wie ich oder?

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Ich sage mir halt nicht das ich lieber nichts tue, als nur ein bisschen, sondern ich tue ein bisschen. Und wenn ich das getan habe, dan tue ich noch ein bisschen. Und irgendwann wird aus vielen kleinen Teilen ein Grosses. Sicherlich gibt es immer wieder Rückschritte und sind andere schneller etc.... Aber was bleibt mir denn übrig? Ich kann so lange warten bis ich es nicht mehr aushalte im Leben oder ich kann ein Leben in Groll , ich kann aber auch aktiv versuchen Dinge in meinem Leben zu verändern. Mir erscheint die letztere Möglichkeit einfach als die Beste.
    Klar war ich auch ab u zu neidisch, fand Dinge ungerecht etc.... Aber wie gesagt, davon ändert sich ja nichts. Im Moment bin ich von A nach B bis Z gelaufen, weil es mir schlecht geht, aber dadurch habe ich einen Platz in einer guten Klinik ergattert. Mag Kindergartenerfolg im Kleinen sein, aber im Grossen heisst es, das es wieder ein Schritt in Sachen Lebensqualität und Kraft ist. Auch mag die Einzelfallhilfe ein Kindergartenerfolg, von mir aus auch Idiotenerfolg sein, aber ich hatte durch diese Hilfe die Zeit mich auf meine Prüfung vorzubereiten, und habe über die Jahre mit ihrer Hilfe und der Therapie einen Schritt in die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit geschafft.
    Übrigens habe ich durch Therapie und die jahrelange Suche nach der richtigen Medikation auch wieder nach fast 8 Jahren einen Partner. Du hast wenigstens einen Freundeskreis, hatte ich jahrelang nicht. Es ist nicht alles schlecht und Scheisse, das wird es aber, wenn du das, was du hast nicht wert schätzt und darauf aufbaust, sondern wenn du es verloddern lässt und dich nach vorerst viel zu grossen Dingen reckst. Mein Abi habe ich am Gymnasium gemacht.

  8. #18
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Ich möchte mich hier noch mal ein bisschen deutlicher ausdrücken:

    Klar hat die Neurologin mit ihrer Diagnose Recht. Aber ich halte schlichtweg nichts davon, zu sagen "das kannst du nicht und wirst es nie können". Sondern worauf ich heraus wollte, war, dass du sehr wohl, wenn du dich Schritt für Schritt um dich kümmerst, viel erreichen kann.

    Deine Situation und dein Verhalten sind ja nicht unabänderlich so, wie sie jetzt sind. Es gibt ja viele Möglichkeiten, deine Problem anzugehen und zu verändern. (Medis, Verhaltenstherapie usw).
    Natürlich wirst du nie "normal", das ist halt so. Aber du kannst für dich viel erreichen und wenn du einen passenden Beruf findest, gibt es doch keinen Grund, wieso du nicht später mal auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten kannst.

    Hoffe, das ist jetzt ein bisschen klarer geworden und ich hoffe auch, dass es dir bald wieder besser geht!

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Woodpecker schreibt:

    Wie kommt ihr mit euren Mitmenschen klar, die kein ADS/ADHS haben?
    Habt ihr Freunde außerhalb eurer Krankheit?
    Und was unternehmt ihr mit ihnen?
    also ich kenne keine ADSler in RL. Nur hier in Forum.
    aber alle andere, die ich kenne, haben irgendwelche Macke, eine ist Schizophren, einige sind Borderleiner, andere haben Missbrauchserfahrungen oder einfach nur eine Scheiss-Kindheit gehabt. Dazu noch etliche Essgestörte und andere Süchtis. Irgendwas ist immer, so erfur ich von kurzem, dass ein Bekannter, der für mich so ein Strahlemann war:-sportlich, körperlich und psychisch kerngesund - von kurzen in eine Klinik eingewiesen werden musste, wegen Burn Out und Suizidgefahr. Und das übrigens schon zweite mal.
    Ich glaube, so was wie gesunde gibt es nicht. einige sind nur einfach so abgestumpft, dass sie nicht merken, wieviele Problemen sie haben.
    Borderline - Selbsthilfegruppe hat mir verdammt geholfen, zu sehen, wie gut mir eigentlich geht: ich wurde nicht misshandelt, nicht missbraucht, habe keine Flashbacks, keine Alpträume. Ich habe so viele Leute mit solchen hammerharten Geschichten erlebt, ich dachte früher nicht mal, dass sowas gibt.


    Was ich mit meinen Freundenunternehme? Klonen, feiern, Diäten zusammen durchstehen, Klamotten kaufen, Klamotten verkaufen (Flohmarkt).
    aber natürlich auch tiefgrundige Gespräche, je nach Person. Habe auch eine Freundin durch Alkoholentzug begleitet, zu Hause.

    Aber ich glaube, ich habe gut zu reden: bei mir ist ADS wahrscheinlich nicht so stark ausgeprägt und ich habe mir mit den Jahren auch einige kompensatorische Mechanismen eingeeignet.
    Und übrigend, DBT für Borderliner hat mir auch dabei geholfen

    @Woodpecker

    Es gibt auch Alternativen zu dem 1. Arbeitsmarkt, unterstutzte Beschäftigung u.s.w.
    Nicht auf dem 1. Arbeitsmarkt zu arbeiten, heisst ja noch lange nicht, nicht für Gesellschaft zu tun.
    Eine Borderline-Freundin, die auf dem 2. Arbeitsmarkt in Sozialkaufhaus arbeitet, tut für die Gesellschaft viel mehr als ich es als Bürotussi gemacht habe. Ich buchte in die Zeitarbeit die Rechnungen für eine Firma (Name unbekannt), die unter Scheiss-Bedinungen Klamotten produzieren lässt und sie sorgt dafür, dass die Geringverdiner sich schöne Sachen für kleine Preis leisten können.
    Geändert von Felis (23.01.2015 um 00:12 Uhr)

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 159

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Ich für meinen Teil wußte nie was ich aus meinem Leben machen soll. Also habe ich mich an den Menschen in meinem Umfeld orientiert, nur leider hatten die Träume/Ziele die mir zu klein waren. Ich "wollte" immer einen gewöhnlichen Beruf machen der im Grunde nur das war was ich am wenigsten beschi...en fand.
    Viele glauben, ich mache kleine Dinge, dann kann ich mich über Wasser halten. Bei mir funktioniert das nicht, ich schlucke da zuviel Wasser. Ich brauche einen großen Traum der mich belebt. Es gibt viele erfolgreiche Menschen mit ADHS, ich hatte vielleicht einen miesen Start, aber ich glaube fest daran dass ich in der Lage bin viel zu erreichen. Das ist aber harte Arbeit, vor allem an mir. Ich glaube, wenn ich die Welt verändern will, muss ich mich selbst verändern.
    Jeder der hehre Ziele hat muss hart an sich arbeiten, egal ob ADHS oder nicht. Talente sind eine tolle Sache, aber ohne Fähigkeiten verkümmern sie. Wenn ich glauben würde ich schaffe sowieso nichts, dann könnte ich mich auch hinlegen und sterben. Schon ausprobiert,wollte doch lieber leben :b
    Ich dachte mir, wenn ich schon JA sage, dann aber richtig. Leicht ist es nicht, aber es macht viel mehr Spaß.

    An eine Frau klammern und hoffen das gibt meinem Leben den Ausschlag ist eine Illusion, zumindest für mich. Ich will für mich was erreichen, meine Träume Wirklichkeit werden lassen. Je mehr ich mich verbessere, je greifbarer die Sterne am Himmel werden, desto sicherer bin ich mir dass sich alles andere von selbst fügen wird. Ich muss keine Frau suchen, sie wird irgendwann da sein. Vielleicht auch nicht, aber das ist nicht mehr so wichtig für mich. Ich glaube an das "Law of attraction". Alles was ich brauche um ein erfülltes Leben zu leben wird in mein Leben treten weil ich den Weg dorthin gehe.

    Kleine Schritte sind aber extrem wichtig um voranzukommen. Für mich macht das kleine aber keinen Sinn wenn es nicht einem großen ganzen angehört.
    Ob ich zweifele? Oh ja, ständig. Aber ich verwerfe den Zweifel, wenn ich traurig bin Strecke ich die Arme in die Luft und hüpfe dann muss ich lachen. Selbstbetrug? Wen interessiert das? Inzwischen gibt es sogar Menschen die es bewundernswert finden was ich mache. Einfach weil ich es mache, einfach weil ich "verrückt" genug bin und es einfach mache. Was habe ich zu verlieren? Wir alle werden sterben, das ist unser großes Glück, der Tod zeigt den Weg.

    Ich bin feige? Faul? Vergesslich? Das ist eine tolle Sache, schau dir die anderen Menschen an wenn du etwas schaffst dass sie dir nie zugetraut hätten, du etwas machst was vielleicht schräg erscheint, du schämst dich vielleicht und gibst es öffentlich zu. Dafür werden dich viele schätzen.
    Ein Mensch wird nicht von den anderen bewundert weil er perfekt ist, sondern weil er Fehler hat, weil er den Mut hat zu seinen Fehlern zu stehen und trotzdem seinen Weg geht. Das sind die Menschen die zu Vorbildern werden.

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