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Diskutiere im Thema Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 519

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Wildfang schreibt:

    Im Übrigen ist ADHS keine Behinderung find ich. Eher vom Kaliber wie Depressionen. Schon ein Problem aber keine Behinderung.
    Für mich meint der Begriff "Behinderungsverarbeitung" den Prozess des Begreifens einer (dauerhaften) Besonderheit / ggf. Beeinträchtigung / Normabweichung ... und ihrer Bedeutung für mein Leben, sowie das Lernen eines angemessenen Umgangs damit.

    Mit diesem Begriff ist relativ gut vermittelbar, in welchem Sinne ich gerade mit mir zu tun habe, auch wenn mein Klinikaufenthalt "doch schon über ein Jahr her ist". Unabhängig von Details oder Wissen um die Diagnose, haben Menschen in meinem Umfeld damit eine Idee, was gemeint ist, nämlich dass mich die Erkenntnisse des Klinikaufenthaltes nachhaltig beschäftigen...


    Und:
    Nur weil ich eine Diagnose habe, bin ich in der Lage, Merkmale, die ich zu mir gehören, anzunehmen, Lebensumstände zu meinem Besseren zu verändern (denn endlich habe ich eine Idee, was vielleicht besser zu mir passen könnte)...
    Sonst würde ich weiterhin ziemlich ineffektiv versuchen, meine Probleme ausschließlich mit meiner Kindheit... zu erklären und an mir zu arbeiten, ohne wirklich weiter zu kommen.


    Ein Bild, das mir kommt:
    Wenn du als Linkshänder permanent Probleme hast, weil du mit einer Rechtshänderschere schneiden sollst. Du kriegst es natürlich irgendwann hin, aber es ist anstrengend. Möglicherweise bemerkst du gar nicht, wie anstrengend das ist, denn du kennst es nicht anders. Aber ein anderer meint, dass das Geschnittene ja nicht akkurat genug sei und dann bekommst du vielleicht eine bessere Rechtshänderschere. Super! Aber so wirklich bringt es das auch nicht.
    Bis jemand auf die Idee kommt, ob du vielleicht Linkshänder bist?! Und zum ersten Mal kommst du überhaupt auf die Idee, dass du vielleicht keine bessere, sondern eine andere Schere brauchst...

    Jetzt kann ich mich über die ganzen verschnittenen Basteleien ärgern und wütend sein über die Maßregelungen wegen meiner Unfähigkeit zu schneiden, traurig, dass es keiner bemerkt hat...
    Ich finde, das ist alles legitim. Aber jetzt ist auch der Moment, wo ich es in der Hand habe, eine Linkshänderschere auszuprobieren...

    Oh je, ist das noch nachvollziehbar? Mir erscheint das gerade total klar...

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Romina schreibt:

    Oh je, ist das noch nachvollziehbar?
    Ja voll und ganz und darüber hinaus noch ein sehr schön Sinnbild, was du da gefunden hast. Ein ganz dickes Dankeschön dafür.

    Und man kann es auch noch fortsetzen: und weil du nie mit einer Lingshänderschere geschnitten hast, musst du das jetzt natürlich auch erst mal üben und die Kurven die du früher rechts rum geschnitten hast, die sind jetzt linksrum zu schneiden - ja das ist schon eine gewaltige Umstellung, auch im Kopf halt, aber wenn du genug geübt hast mit der neuen Linkshänderschere, dann ist dein Ergebnis viel schöner, als du es je mit der Rechtshänderschere erreicht hast und es macht dir keine Mühe mehr das Schneiden und endlich kannst du auch viel kompliziertere Dinge ausschneiden und basteln, aber üben musst du halt erst mal eine Weile mit der neuen Schere.

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 519

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Wintertag schreibt:
    ... und weil du nie mit einer Lingshänderschere geschnitten hast, musst du das jetzt natürlich auch erst mal üben und die Kurven die du früher rechts rum geschnitten hast, die sind jetzt linksrum zu schneiden - ja das ist schon eine gewaltige Umstellung, auch im Kopf halt, aber wenn du genug geübt hast mit der neuen Linkshänderschere, dann ist dein Ergebnis viel schöner, als du es je mit der Rechtshänderschere erreicht hast und es macht dir keine Mühe mehr das Schneiden und endlich kannst du auch viel kompliziertere Dinge ausschneiden und basteln, aber üben musst du halt erst mal eine Weile mit der neuen Schere.

    Ja, genau!

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Romina schreibt:
    Sonst würde ich weiterhin ziemlich ineffektiv versuchen, meine Probleme ausschließlich mit meiner Kindheit... zu erklären und an mir zu arbeiten, ohne wirklich weiter zu kommen.
    Ich werde sagen, auch die Probleme in die Kindheit zu suchen und es therapeutisch zu bearbeiten ist auch nicht verkehrt.
    ADS ist doch nicht die einzige Problem, die man mit der Psyche hat.

    Stehe auch auf die Warteliste für analytische Therapie, um die anerzogene Fehlverhalten zu bearbeiten, z. B gewisse Verklemmtheit, Helfersyndrom u.s.w.

    Und auch vorherige DBT-Therapie wegen Borderline hat mich ziemlich weit gebracht, obwohl ich wahrscheinlich gar kein Borderline habe.

    Es ist bescheuert zu sagen, aber ich habe den Gefühl, ich verliere etwas, was zu meiner Identität gehört, wenn ich wirklich keine Borderlinerin bin. Es gehörte eben zu mir.

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 519

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Felis schreibt:
    Ich werde sagen, auch die Probleme in die Kindheit zu suchen und es therapeutisch zu bearbeiten ist auch nicht verkehrt.
    ADS ist doch nicht die einzige Problem, die man mit der Psyche hat.

    Meistens nicht, das stimmt. Und Kindheitserlebnisse therapeutisch zu bearbeiten, ist meistens auch bestimmt nicht verkehrt. Oft gibt es ja auch komplexe Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Problemen.

    Ich hatte mich ja auch schon einige Zeit therapeutisch mit diesen Faktoren auseinander gesetzt, bevor ich merkte, ich komme nicht weiter, stationär Hilfe gesucht habe und überraschenderweise die ADHS Diagnose gestellt wurde. Daher schreibe ich auch, dass ich Probleme nicht mehr nur "ausschließlich" mit der Kindheit zu verstehen versuche.

    ADHS schließt natürlich andere Problematiken nicht aus. Aber ich denke, für MICH ist es das, was mein alltägliches Leben (Beziehung, Arbeit, Haushalt, Familie...) maßgeblich prägt. Für mich ist es nicht effektiv, z.B. an anerzogenem Fehlverhalten zu arbeiten, mit Unterstützung einer Therapeutin, die "nichts von ADHS hält"!
    Neue Verhaltensmuster, die ich lernen möchte/muss, alternative Blickwinkel etc. müssen mit meinen ADHS-Möglichkeiten, sinnvoll umsetzbar sein.
    Daher suche ich inzwischen eher einen Coach, als eine Therapeutin.

  6. #16
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Auch hatte ich so eine Krise, 1 1/2 Jahren nach die Diagnose... Ich hatte Medis, aber vieles ging wirklich doch nicht weg und die Welt ist nicht besser geworden...

    Kann sein, dass du dich nun mal vieles bewusst wird und gleichzeitig merkst wie schwierig es ist damit umzugehen?

    Manche ADSler werden sich dann durch die Behandlung bewusst wie andere mit ihnen schlecht umgehen...
    Solche Phasen hatte ich immer wieder... Wo mich etwas anders bewusst geworden ist, und es macht mit wütend, dann neige ich dazu aggressiv zu werden.

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Hallo an alle!

    Ich bin noch recht neu hier- darum vielleicht noch etwas zaghaft
    schließlich muss jeder erstmal lernen seine Meinung zu sagen.

    Bei mir wurde das ADHS von einer Jugendärztin diagnostiziert und ich hatte das Glück, eine Mutter
    zu haben, die der ganzen Sache offen gegenüber stand und mir und meinen Geschwistern damit helfen wollte.

    Jetzt über die zwanziger hinweg hab ich die Sache sehr oft verdrängt- die Tatsache, das es mal festgestellt wurde.

    Ich hatte starke depressive Phasen, Unruhen, hab mich ausgelaugt, weil ich rastlos war, hab das Verhalten der Menschen
    in meiner Umgebung teilweise stark falsch interpretiert und hab auch auf Arbeit manchmal mit meinem Temperament zu kämpfen.

    Viele haben hier geschrieben, sie hätten es lieber nie wissen wollen...oder dass sie sich behindert oder unfähig fühlen in ihrem Leben.
    Ich hatte den Eindruck, viele können sich deswegen selbst nicht mehr leiden.

    Das finde ich echt hart...weil ich es verstehen kann...
    Ich denke, es ist schwer, zu akzeptieren, dass und warum man so anders tickt- man ist wütend und gibt sich oder anderen die Schuld daran.

    Wenn man so sehr unter diesen Dingen leidet, die so vielfältig und schwer in Worte zu fassen sind und man teilweise den Draht zu sich selbst
    und zu seinen Freunden und dem Umfeld verliert, fragt man sich: "Was stimmt nicht mit mir?"
    Und wenn man dann die Antwort weiß, ist vielleicht nicht gelöst.

    Aber wenn ich drüber nachdenke, ob ich es hätte wissen wollen- muss ich "Ja" sagen.

    Denn wie soll ich mich meinem Umfeld erklären? Wie soll ich Menschen die ich mag, sagen, dass es manchmal so wirken kann, als wäre dem nicht
    so, ohne dass sie was falsch verstehen?
    Wie soll ich mich selber mögen?

    Und mag nicht jeder, ganz ehrlich, sich selber ganz kennenlernen und verstehen?
    Ich denke, wir ADHSler haben den Vorteil, dass wir ganz viel in uns reinhorchen müssen. Das kann oft sehr falsch und schmerzhaft sein
    aber wieviele "Normalos" haben überhaupt keinen Bezug zum eigenen "Ich"?

    Vielleicht fällt es uns- und den Älteren sicher noch viel mehr- es einfach schwer, diesen Teil unseres "Ichs" anzunehmen, und dazuzurechnen, wenn wir uns selbst
    als Person betrachten.
    Aber wenn wir uns deshalb als "nichtfunktionierend" und damit "Schrott" betrachten, missachten wir einen Teil unseres Selbst- auch wenn er noch so schwer ist manchmal...

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Ui, danke für all die Beiträge! Ich muss mir in Ruhe mal alle durchlesen...


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  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    Ich lasse immer noch die Hoffnung nicht los, dass es kein ADHS ist, das die Profis sich geiirt haben. Al sich 10 war, hatte ich Panik-schübe, man hat bei mir in meinem Heimatland auch Schizophrenie vermutet, war aber wie sich es später herausgestellt hat, keine. Zum Glück gaben mir die Eltern nur kurze Zeit Pillen.

    Ich habe mich im I-Net mit einer Frau unterhalten, die meinte, wenn das allein nur durch Elontril so besser geworden ist, kann sein, dass ich eine Trauma habe, an die ich mich nicht erinnern kann (Missbrauch im Babyalter) und kein ADHS. Menschen mit Trauma haben auch Konzentrationsprobleme.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Seit der Diagnose ist alles irgendwie schwieriger...

    ADHS und Posttraumatischen Belastungsstörungen können sehr ähnlich aussehen. Andererseits sind ADHSler leichter zu traumatisieren als andere. Das wird gerne zum Henne-Ei-Problem.

    Eigentlich ist es ja Piepschnurzegal wie das heißt und was von was kommt - Hauptsache dir wird geholfen. Der Rest ist eher akademisch interessant.

    Im Zweifel ab zu einem Spezialisten. Aber hüte dich vor Scharlatanen - so Dinger wie "Missbrauch in frühester Kindheit" gibt es natürlich aber das wird Patienten auch gerne eingeredet. Jedenfalls wäre es schwer nachweisbar. Es kommt auf das Hier und Jetzt an. Auf Hilfe Heute.

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