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Diskutiere im Thema Warum nicht früher? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    Warum nicht früher?

    Guten Tag,

    ich habe die Forenregeln gelesen und da ich mich aufgrund verschiedener schlechter Erfahrungen die letzten Jahre vom sozialen Leben mit anderen Menschen, bis auf ein paar, sehr zurückgezogen habe, möchte ich meine Vorstellung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wenn ich mich dazu bereit fühle.

    Dasselbe gilt für meine Hintergrundgeschichte, die ich nicht ganz weglassen kann, um zu erklären, was mich in diesem Moment akut hierher bringt.

    Ich bitte euch das zu verstehen, das auch nicht als arrogant aufzufassen oder zu denken, dass ich mich als etwas besseres fühle. Im Gegenteil. Es fällt mir nur schwer anderen über mich zu erzählen, weil die letzten 10 Jahre für mich die Hölle waren. Ich weiß auch, dass das jeder anders auffasst und der ein oder andere für sich selbst schlimme Dinge erfahren hat und möglicherweise auch Dinge getan hat, wofür er sich schämt oder schuldig fühlt. Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen und versuche stets über niemanden zu urteilen. Trotzdem kann ich das nicht erwarten und deshalb möchte ich, wie oben erwähnt, ersteinmal sicher stellen, ob ich mich hier wohl fühle und ob es mir gut tut, meine Gedanken, Ängste und vieles mehr über ein Forum auszutauschen.

    Nun gut. Seit dem 3.12 steht die Diagnose ADS. Ob mit oder ohne frage ich mich desöfteren, kann es aber bislang nicht konkret benennen, weil mir das nicht ganz klar ist.

    Seitdem bekomme ich auch Medikinet adult. Erst 10mg morgens und bis jetzt fahre ich mit 20mg morgens ziemlich gut. Aus Respekt und auch weil ich mir die Frage stellte, ob ich wirklich so falsch bin, um Medikamente nehmen zu müssen, fing ich mit der Einnahme nicht am selben Tag an und auch am nächsten Tag drückte ich mich davor.

    Am 5. dachte ich mir aber dann, wenn nicht heute, wann dann und nahm zum ersten mal im Leben meine erste Tablette bzw. Kapsel von dem Medikinet.

    Bis dato, wie oben beschrieben fuhr ich mit den 20mg morgens recht gut. Die Frage, ob ich wirklich so falsch bin schwirrt mir aber immer noch im Kopf rum.

    Naja, ich hatte weiter oben ja auch erwähnt, dass ich recht isoliert lebe und wenig Kontakt zu anderen Menschen habe. Bis auf Familie und einen Freund gibt es für mich niemanden. Ich habe auch keine Freundin.

    Letztes Jahr war für mich das schlimmste und übelste Jahr, das ich je durchgemacht habe. DIe Schuld hierfür trage ich und stehe auch dazu. Kurz und knapp ging es um Sucht, Kontaktabbruch zu jedem mir nahestehenden Menschen, zweiter Studienabbruch, Obdachlosigkeit. Ich konnte kein Hartz IV beantragen, weil ich noch nicht 25 war, da meine Eltern laut der Aussage des Jobcenters bis 25 für mich einstehen müssen.

    Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und meldete mich zu Hause und mir wurde trotz allen Vorfällen verziehen, wofür ich sehr große Ehrfurcht gegenüber meiner Familie empfinde.

    Ich blieb zu Hause, konnte nicht viel machen, weil mir das Geld fehlte und kümmerte mich darum einen Job zu finden. Glücklicherweise gelang mir das auch und ich arbeitete. Es ging jedoch nicht lange gut und weil mir so einiges nicht passte und mein Chef an meiner Verträumtheit und Unkonzentriertheit was auszusetzen hatte, trennten wir uns.

    Seitdem bin ich wieder zu Hause und bin kaum nach draußen gegangen, war ein paar mal bei meiner Schwester und auch mal mit meinem Kumpel im Schwimmbad, aber am meisten macht es mich glücklich allein zu sein.

    Da ich nun vor kurzem 25 wurde, konnte ich nun endlich mein eigener Herr sein und ohne Hilfe meiner Eltern ALG 2 beantragen. Also ging ich heute morgen aus dem Haus und besuchte zuerst meine Ärztin, da ich momentan starke Probleme mit meinem Knie habe. Zuvor ging ich jedoch in eine Bäckerei und trank einen Kaffee. Booom, 15 min später war ich sowas von nervös und empfand ein Gefühl, das ich weder beschreiben noch erklären kann. Es war so unerträglich!

    Bei meiner Ärztin stellte sich das auch nicht ein. Ich erklärte ihr das Problem von meinem Knie und sie verwies mich auf einen Orthopäden, dann sprach ich das Thema mit dem Medikinet an und fragte, ob ich die Rezepte nun bei ihr holen kann, weil ich keine Lust habe ständig zu der Uni-Klinik zu fahren, bei der ich die Diagnose erhielt. Uni-Klinik, weil ich darin großes Vertrauen setze und dahinter keine Pfuscher, bzw. Ärzte mit Know-How sehe.

    Dann ging ich zum Jobcenter und das Gefühl ging nicht weg. Ich war froh als mich die Sachbearbeiterin wegschickte und ich mit dem Bus so schnell wie möglich Heim konnte.

    Ich würde gerne eine Umschulung zum Informatiker machen und somit mein Hobby zum Beruf machen. In eine andere Stadt ziehen und von neuem anfangen. Nicht weglaufen, sondern einfach neu anfangen.

    Heute morgen war nichts anders als sonst. Ich aß etwas, nahm mein Medikinet (etwas anderes nehme ich nicht) und ging dann los. Ich war entspannt und relaxed.

    Seitdem ich das Medikament nehme geht es mir viel besser. Meine Aggressionen haben sich eingestellt, meine Traurigkeit ist gelindert, ich kann zuhören, Gespräche führen, fühle mich nicht ständig Reizüberflutet, aber denke immer daran, ob ich wirklich so falsch bin, dass ich das Medikament nehmen muss.

    Selbst mein Umfeld gibt mir die Bestätigung und wenn ich es mal wieder nicht nehme, um den Unterschied in meine Erinnerung zu rufen, sagen alle immer, dass man merkt, wie ich mich wieder ins negative entwickle, obwohl ich mich anstrenge, es nicht zu zeigen, dass ich es nicht genommen habe. Es fällt also anderen auf, ohne dass ich etwas sage, wenn ich es nicht genommen habe. Meine Schwester meint, dass ich es nicht aussetzen soll, aber irgendwie will ich es einfach nicht wahr haben, dass ich so anders bin. Bewusst war mir das aber schon immer.

    Als ich zu Hause ankam und einen Brief der Staatsanwaltschaft vorfand, war die Krönung des Tages erreicht.

    "Der psychisch auffällige...", stand im ersten Satz und ich fing an zu weinen. Das hat mich so verletzt.

    Warum und wieso ich Ärger mit der Polizei habe möchte ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, wer hier alles mitließt.

    Was mich weiterhin darin bestätigt, dass ich mit dem Medikament eine Lebensverbesserung erfahre, ist das es keine Probleme in der Hinsicht weiterhin gibt. Trotzdem habe ich wirklich Angst, dass ich für das letzte was ich tat diesmal wirklich eine abkriege und das nur, weil ich jahrelang unter diesem unentdecktem Syndrom gelitten habe. Die letzten 10 Jahre hätten anders laufen können, aber das ist nun mal Vergangenheit.

    Ich glaube, dass ich es einfach nicht aktzeptieren kann, dass ich ohne dieses Medikament nicht gesellschaftsfähig bin und auch deswegen immer wieder versuche es nicht zu nehmen.

    Eine Therapie ist für mich gerade ausgeschlossen, da ich mich nun erst darum kümmern muss wie es weiter geht. Ich kann nicht so viele Sachen gleichzeitig machen. Es dauert dafür länger, aber dafür habe ich auch mehr davon. Trotzdem will ich das mit der Therapie machen, sobald ich das Gefühl habe, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

    Meine .Ärztin sagte vorhin, dass die Arzthelferin in meinen "Bericht", was auch immer das ist, aufnehmen soll, dass sie mir heute ein Rezept ausgestellt hat. Was ist dieser Bericht? Für die Polizei?

    Weiterhin sagte sie mir, dass das eine Ausnahme sei und ich mir einen Neurologen suchen muss, weil sie das nicht über ihr Budget laufen lassen möchte.

    Es ist wirklich ein schrecklicher Tag heute und ich weiß einfach nicht... Ich bin so zerstreut und durcheinander.

    Liebe Grüße

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Warum nicht früher?

    Das Medikament gehört unter das Betäubungsmittelgesetz, deswegen bekommst du auch ein gelbes und kein rosanes Rezept. Der Vermerk ist nur für die Absicherung der Ärztin, das hat nichts mit dir zu tun, denn diese Rezepte sind durchnummeriert und Ärzte müssen nachweisen, wem sie wann und wofür ein rezept gegeben haben, um sozusagen nicht selbst Missbrauch betreiben zu können. Wie gesagt, das hat nichts mit dir zu tun.

    Das in dem Polizeibericht "Psychisch auffällig" steht, ist vllt erstmal ein kleiner Schock, bei dem was du bisher beschrieben hast, aber doch nicht verwunderlich. Psychisch auffällig bezieht sich ja nicht auf deine geistigen Fähigkeiten, allein eine Sucht ist psychisch auffällig. Vllt hast du bei denen auch deprimiert oder hoffnungslos gewirkt, oder oder oder......

    Egal was du da gemacht hast, verfall jetzt bloss nicht in den Irrglauben die unbehandelte ADHS allein sei Schuld. Nichts und niemand ist Schuld. Es ist eine Verkettung deiner Lebensumstände, deiner Denkweise, deiner Erfahrungen, deiner Not, deiner Entscheidungen etc was dazu geführt hat.

    Ich glaube eine Therapie wäre eben gerade jetzt für dich wichtig, um erstens all das verarbeiten zu können und nicht wieder in eine falsche Richtung zu driften, und bestimmt auch, um evt. eine Art Einsicht für den Richter zu zeigen, und auch den Willen es zumindest auf der gesundheitlichen Ebene anders zu versuchen. Denk wenigstens mal drüber nach....... Therapie belastet zwar kurzfristig, langfristig hilft sie aber sehr sehr nachhaltig.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Warum nicht früher?

    Du hast ja recht. Ich möchte auch niemandem die Schuld geben.

    Die Therapie ist wichtig und das weiss ich auch. Ich habe auch schon 2 gemacht. Die haben nur nichts gebracht. Bzw. schon, aber ich konnte bis dato nie umsetzen, was ich für mich herausgezogen habe.

    Für mich wäre es deshalb so wichtig, dass ich erst die Umstände so für mich gestalte, sodass ich vom Grundkern schon einmal zufrieden wäre. Wohnung und Umschulungsplatz. Dabei tauchen wieder so viele Probleme im Alltag auf, die ich dann mithilfe einer Therapeutin angehen kann.

    Ich hoffe, dass ich das eingermaßen verständl. erklären konnte. Bin gerade sehr müde und liege im Bett.

    Für den Richter würde es sicherlich etwas zeigen, aber ich möchte das nicht machen, um jemandem anderen zu gefallen oder um Besserung zu heucheln.

    Es hat sich ja auch gebessert, aber trotz allem kam heute irgendwie alles zusammen. Der letzte Monat war im Grunde genommen super.

    Vielleicht gibt es nicht mal eine Verhandlung und mal wieder eine hohe Geldstrafe.

    Ich weiss es nicht.

    Dieser Gedanke ruhig gestellt zu sein, obwohl es gut ist, ist belastend. Klingt paradox, ich weiss.

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: Warum nicht früher?

    Hallo Code_Zero,

    deine beiden Beiträge haben mich jetzt zwar erschüttert, ich habe sie auch nicht bis ins Letzte sorgfältig gelesen.
    In jedem Fall DANKE für dein Offenheit.

    Ich würde dir zwar gerne solche Gedanken nehmen, dass du ohne Methylphenidat "nicht gesellschaftsfähig" bist, und
    ich denke es hilft, wenn du möglichst viel über ADHS lernst und wenn auch deine Familie weiterhin zu dir steht.

    Ruh dich erst mal gut aus.

    Ich selbst bin viele Jahre ohne Medikation ausgekommen.
    Aber es hat einige Zeit gebraucht, bis ich merkte, dass ich nicht "lazy, stupid or crazy" bin.
    Obwohl es mir mit Methylphenidat viel besser geht (ich bin schließlich nicht mehr ganz jung, da
    kann man nicht mehr so viel kompensieren), tauchen immer mal wieder so negative Gedanken
    aus der Vergangenheit auf.

    Übrigens stellt Methylphenidat nicht ruhig, sondern es versetzt dich in die Lage, arbeitsfähig zu sein.

    Wenn du dich ausgeruht hast, vielleicht magst du mal auf den Link auf meiner Signatur klicken.

    Oder du lädst dir das kleine E-Büchlein "Die kleine ADHS-Sprechstunde" von dem Arzt Dr. Gerrit Scherf
    runter, das ist auch gut, um die Menschen im Umfeld zu informieren.



    Alles Gute,
    und wenn du doch eine kurze Vorstellung bringen möchtest, wirst du erfahren, wie wertvoll dieses Forum
    sein kann.

    LG Gretchen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Warum nicht früher?

    Darf ich dich fragen, was dich so erschüttert hat?

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Warum nicht früher?

    Ich habe mittlerweile auch das Gefühl, dass andere Angst vor mir haben. Macht das, was ich geschrieben habe Angst? Ich bin ja noch nicht mal ins Detail gegangen.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Warum nicht früher?

    Ich hab jetzt nicht die Antworten der Anderen gelesen, vielleicht hat es auch schon jemand geschrieben, was ich dir jetzt schreiben will ...

    Deine Zeilen haben mich sehr berührt und mich auch sehr daran erinnert, wie ich hier meine ersten Beiträge geschrieben habe und wie sehr es mir bei meinen Zweifeln geholfen hat, das mir jemand schrieb: wer eine Schilddrüsengeschichte hat nimmt doch auch ein Mendikant und wir haben einen Dopaminmangel und müssen deswegen ein Medikament nehmen. Dass hab ich so sehr verinnerlicht, dass es eben eine ganz normale Krankheit ist, wo ein Medikament hilft. Wenn mir ein bestimmtes Schilddrüsen Hormon in ausreichender Menge fehlen würde, dann würde ich doch auch nicht an mir zweifeln und denken ich sei psychisch krank oder weniger wert wie andere, die diesen Mangel nicht haben.

    Ich wünsche dir sehr, dass du das vielleicht für dich auch so sehen kannst und dadurch es nicht mehr so siehst, dass du es nie verwinden können wirst ohne Medikament, wie du es nennst, nicht gesellschaftsfähig zu sein. Wenn du ein gebrochenes Bein hättest, dann würdest du doch auch akzeptieren, dass du eine Krücke zum Laufen brauchst. Du hast ADS und brauchst eben deswegen eine medikamentöse Unterstützung, damit du der sein kannst, der du vielleicht wirklich bist.

  8. #8
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: Warum nicht früher?

    Na ja, es erschüttert mich in sofern, dass nicht eher an ADHS gedacht wurde.

    Angst habe ich bestimmt nicht vor dir, ich habe in den letzten 20 Jahren einiges erlebt.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    P.S. Ich würde dir gerne mehr schreiben, aber wir haben hier einen familiären Notfall.

    LG Gretchen

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Warum nicht früher?

    Dasselbe mit der Schilddrüse habe ich heute auch zu meiner Schwester gesagt, die es im übrigen ganz locker nimmt, aber trotzdem Angst nach all dem Mist hat.

    Manchmal, wenn ich wirklich besoffen war und besoffen war ich oft, hatte sich bei mir ein Schalter umgelegt und meine Impulsivität stieg ins unermessliche. Ich habe dann so viel mist gemacht und am nächsten Tag wachte ich auf, wusste nichts mehr davon und bekam starke Depressionen.

    Heute ist mir bewusst, dass ich Alkohol nicht anrühren darf, weil ich in diesem Zustand unschön und knallhart ausgedrückt nichts anderes als ein wirklich gefährlicher Mensch bin. Vielleicht sogar psychopathische Verhaltensmuster annehme. Da ich mich daran nie erinnern könnte, musste ich mich hier aber auf die aussagen anderer verlassen, die ich aber auch glaube.

    Ohne Medikinet habe ich typische Verhaltensmuster eines Adslers, habe mich aber noch weitestgehend unter Kontrolle.

    Mit Medikinet lassen sich die meisten Symptome weitestgehend eindämmen. Trauer, Wut, Freude oder Angst sind natürlich noch da, aber es kommt nie zu impulsiven Handlungen, wie ich schnapp mir mein Auto und fahr mit 250 auf der Autobahn und bin dabei auch noch besoffen, habe eine Panne und zufällig fährt in dem Moment eine Streife vorbei, die mir dann den Führerschein abnimmt, ich mich dagegen wehre und den Rest kann man sich ja denken.

    Mir ist natürlich klar, dass solche Aktionen für andere gefährlich sind und deshalb schäme ich mich auch dafür.

    Vielleicht wird dadurch klar, was ich mit gesellschaftsfähig meine.

    Ich bin besoffen auch schon auf jemanden mit einem Messer los gegangen und hätte sich da nicht jemand dazwischen gestellt, der wusste, dass ich dann aufhöre, wüsste ich nicht, wie das ausgegangen wäre.

    Das klingt bestimmt für euch so locker flockig runtergeschrieben, aber mir ist schon klar, was das alles für Mist war.

    Vielleicht versteht ihr ja jetzt wie es mich belastet zu sehen, dass ich auf dieses Medikament angewiesen bin, um nicht total die Kontrolle zu verlieren.

    Ich bin traurig, trinke und werde dann unberechenbar. Mit Medikinet gelingt es mir die Traurigkeit zu uberwinden. Meine Gedanken zu ordnen, mir vielleicht Hilfe durch ein Gespräch zu holen und den zweiten Punkt auszulassen, sodass der dritte gar nicht in Betracht kommt.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Warum nicht früher?

    Na dann gute Besserung gretchen.

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