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Diskutiere im Thema Unverständnis von Außenstehenden im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    Unverständnis von Außenstehenden

    Hallo,


    Also für gewöhnlich spreche ich in meinem Bekanntenkreis nicht über ADHS. Aber ein paar Leute wissen davon und mit denen kam es hin und wieder auch zum Gespräch. Die Reaktionen sind ziemlich gleich ... zum Beispiel:


    - Du hast doch kein ADHS .. also bitte, wie kommst du auf sowas?
    - Ja ADHS .. ich weis noch wie diese Welle durch Deutschland ging wo auf einmal jedes zweite Kind ADHS hatte.
    - Ich glaub nicht das dir das Medikament hilft.. ich glaub eher das das der Placebo Effekt ist. Du weist doch garnicht mehr wie du dich vor 2 Jahren gefühlt hast.
    - Ja was fehlt dir denn?? Konzentrationsschwächen oder Stimmungsschwankungen sind doch normal, sowas hat jeder.
    - Du hast kein ADHS dir fehlt einfach nur der Ausgleich.
    - Du warst auch nicht anders als du noch keine Medikamente genommen hast.
    - Das bildest du dir einfach ein.. ADHS hatte früher auch niemand. Das ist eine Erfindung aus der Neuzeit.
    - Ja aber schau mal .. jeder hat doch so seine Probleme .. das muss doch nicht gleich was psychisches sein. Und selbst wenn.. dann ist es doch kein ADHS. Sowas haben Kinder wenn sie unruhig sind.
    - Ja Ja zappelphilipp haha .. ne is klar
    - Ja ADHS das wurde bei mir damals auch festgestellt sowie bei fast jedem anderen und ich brauch heute auch keine Psychomedikamente.
    - Glaubst du nicht das du dir da vielleicht nur was einredest? jeder hat doch mal so seine Phasen.



    Meine Erfahrung ist, dass es fast jeder belächelt. Es ist mir schon peinlich überhaupt mit jemanden darüber zu reden. Und wenn dann diese Aussagen kommen, dann versuch ich das halt zu erklären und merke wie ich mich selber psychisch schlechter hinstelle oder mir einfach die richtigen Worte fehlen. Es ist halt ein Gefühl.. ein Empfinden.. die ganze Wahrnehmung .. sowas kann ich nicht beschreiben.
    Jedesmal wenn ich mit jemanden rede dann bereue ich es im Anschluss. Entweder hab ich das Gefühl das ich mich lächerlich gemacht habe oder ich hab das Gefühl das ich mich selbst übertrieben psychisch Krank hingestellt hab.


    Es ist sehr schwer mit jemanden vernünftig darüber zu reden.


    Kennt ihr sowas? habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    mfg

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    ja, das kenne ich fast genau so. Bei mir kommt dann noch ein bisschen hinzu, dass ich irgendwie doch eine schnelle Auffassungsgabe habe und so vielleicht auch ein paar Defizite kompensieren kann. Aber das "Anders-Sein" irgendwie glaubhaft zu machen, das finde ich wirklich schwer.

    Wobei ich mich inzwischen entschlossen habe, mich nicht an einer Diagnose festmachen zu lassen. Ich bin, wie ich bin. Und da ists egal, welches Label mir die Gesellschaft geben will. Letztlich freue ich mich dann auch über die Menschen, die mich eben nicht in ein Label pressen wollen - meine Freunde. Die mögen mich, wie ich bin. Und vielleicht ist ja genau das der Grund, wieso die mich nicht als ADHS-ler sehen (wollen).


    Jetzt fang ich an abzuschweifen: Aber muss man denen nicht eigentlich genau dafür dankbar sein? Vielleicht verharmlosen sie es. Aber letztlich spielt es für - zumindest meine Freunde - keine Rolle. Ist das nicht das größte Geschenk das man an Freundschaft bekommen kann?

    Wieso sich dann selbst in ein Raster pressen? Klar erklärt es ein paar Dinge. Aber mehr sollte es nicht sein als eine Erklärung. Was wir Betroffenen dann aus dem ADHS machen, ist dann ja wieder auf einem ganz anderen Blatt


    Sorry. Hoffe, es kam was einigermaßen sinnvolles bei raus.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 175

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Für gewöhnlich gehe ich auch nicht damit hausieren das ich ADS habe, allerdings weiß schon der ein oder andere in meinem Bekanntenkreis Bescheid.
    Ich finde es bei solchen Gesprächen immer sehr wichtig zu betonen, das ich mit ADS mein Verhalten nicht entschuldigen sondern lediglich erklären will.
    Bei ganz Erklärungsresistenten bin ich schon soweit gegangen das ich alte Zeugnisse rausgekramt habe und meinen Lebenslauf dargelegt habe. Da ich anhand der Zeugnisse und des Lebenslaufs in etwa den IQ einer Fruchtfliege haben müsste, mir aber nach einem Gespräch ohne dieses Hintergrundwissen durchaus ein abgeschlossenes Studium zugetraut wird, kann ja wohl offensichtlich irgendwas nicht stimmen.
    Und wenn ich dann noch die Zeugnisse meiner Umschulung ausgrabe, welche ich mit Medikation und dem Wissen um mein ADS gemacht habe, fällt selbst dem Uneinsichtigstem nichts mehr ein ( Innungsbester mit einem Schnitt von 1,2 )

    Aber letztendlich halte ich es für klüger das möglichst wenige davon wissen, denn meistens wird es sowieso nicht ernst genommen und ich bin es leid ständig belächelt zu werden.
    Gruß
    Lucky

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Pasi schreibt:
    Kennt ihr sowas? habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Klar, deswegen rede ich auch nicht drüber. Kommt eh nix vernünftiges bei rum.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    So als neudiagnostizierter Autist nimmt dich auch keiner für voll. Ich rede einfach nicht mit meiner Familie drüber und stelle sie sozusagen vor vollendete Tatsachen. Manchen Freunden habe ich es nicht erzält, weil ich weiß daß sie das nicht verstehen können.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Wie können andere Behaupten, wenn man Ärztlich auf ADS / ADHS Diagnostiziert ist. " Der hat doch gar nichts ! "

    Einige müssen mit Ihren Aussagen wirklich aufpassen.

    Echte Freude, Menschen die einen Lieben, werden darauf respektvoll reagieren. Auch wenn sie es wahrscheinlich, nicht ganz verstehen.

    Ich denke kein Mensch kann das ganz verstehen, wenn er nicht auch selber davon betroffen ist.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    nohero schreibt:
    Wie können andere Behaupten, wenn man Ärztlich auf ADS / ADHS Diagnostiziert ist. " Der hat doch gar nichts ! "
    Schon allein dieser Blödsinn nervt mich so dermaßen, dass ich keine Lust habe, mich darüber zu unterhalten. Dann sind die Ärzte halt eben einfach mal inkompetent oder wollen nur Geld machen usw.

    Ich hab' aufgehört darüber zu reden, als ich mich gefragt hatte, was ich mit diesem "darüber reden" eigentlich bezwecke. Da fiel mir kein vernünftiger Grund für ein.
    Geändert von summerset (29.12.2014 um 22:53 Uhr) Grund: "viel" anstatt "fiel" - das ging gar nicht :D

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Gestern habe ich mich einer Freundin darüber gesprochen und sie hat es einfach so abgetan: "Du bist einfach etwas sensibel. Es gibt viele HSP-ler, das ist kein ADS und jeder kann sich mal nuicht konzentrieren. Ich schiebe auch mal Sachen auf..." Okay... Ich bin (noch) nicht diagnostiziert, aber das hat mich schon getroffen. Immerhin gibt mir das das Gefühl, dass ich mit meinen Problemen nicht ernst genommen werde...

  9. #9
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Anitüta schreibt:
    Gestern habe ich mich einer Freundin darüber gesprochen und sie hat es einfach so abgetan: "Du bist einfach etwas sensibel. Es gibt viele HSP-ler, das ist kein ADS und jeder kann sich mal nuicht konzentrieren. Ich schiebe auch mal Sachen auf..." Okay... Ich bin (noch) nicht diagnostiziert, aber das hat mich schon getroffen. Immerhin gibt mir das das Gefühl, dass ich mit meinen Problemen nicht ernst genommen werde...
    Ohh solche Aussagen find ich ganz ganz schlimm!!!! Ich kenne die von früher noch, aber in meinem nahen Umfeld is es irgendwann dann doch mal aufgefallen, das da wirklich was is, aber da musste viel, viel passieren, leider.....
    Ich finde es auch so traurig, das man von anderen- nicht betroffenen einfach nicht verstanden wird, das ist ja schon bei Ärzten und Therapeuten leider so, leider... Aber es liegt halt daran, dass sie es alle selbst nicht haben und auch ein Psychologie Studium hilft beim Verständnis nicht viel. Mann merkt es immer erst an Äußerlichkeiten, wenn jemand sich ritzt oder abnimmt durch Stress und Überforderung. Aber in einen reingucken, das kann fast keiner, nicht mal ein Therapeut (also ich hab bis jetzt keinen getroffen); nur ein Betroffener kann das. Und was alles auf AD(H)S aufbauen kann is wahnsinn.

    Ich bin trotz allem aber immer noch der Typ, der die Sache beim Namen nennt, der sagt was ich habe, denn ich finde es immer noch schlimmer wenn man halt eben unter der Symptomatik, die eben so schnell falsch verstanden wird und falsch interpretiert wird, auffällt und keiner weis woher es kommt und was es ist, denn es wird dir nie zum guten interpretiert und man eckt an, ob man will oder nicht, man kann ja gar nicht anders, oder man macht sich mit derMühe es zu verstecken selbst unglücklich ode rkaputt, das kostet zu viel Energie. Mit der Wahrheit kann man immer noch am ehesten auf Verständnis hoffen, meine ich, muss nicht der Fall sein, aber könnte und wenn man dann jemand findet der das versteht, dann hat man einen echten Freund gefunden. Man muss auch selber lernen die Worte für seine "Beschwerden" zu finden -AD(H)S zu erkären, is eben nicht nur "Aufmerksamkeitsdefizit und Hyper bzw,Hypoaktivität" sondern da steckt ein ganzer Rattenschwanz an Probelemen und Eigenschaften dahinter, die Gesellschaft ist falsch informiert, das hab ich gelernt als ich endlich angefangen habe mich über ADHS zu informieren und es hat mir wirklich geholfen.... Hey und ich glaube schon, das man es erklären kann, es kommt nur auf das Verständnis des Gegenübers an und das schlimme daran ist, das man eben nicht in einen anderen Menschen hinein schauen kann, nur alles oberflächliche fällt auf und auch nur deshalb weis ich von meinem ADHS Verdacht, weil mein Rumwackeln und meine motorische Unruhe ins Auge stiicht (eben Äußerlichkeit); aber die Reizüberflutung und die Aufmerksamkeitsstörung, die doch sooo reinhaut, da wirds mit dem Verständnis schwer und das quält doch manchmal auch so, warum fühlt das keiner so..... Warum räumst du nicht einfahc auf? Warum bist du denn jetzt schon wieder so überfordert? Du musst doch zuhören! Du könntest wenn du nur wolltest!....
    Und dann Hyperfokus bei gewissen Dingen: Wie macht die das?!?! Die is doch eigentlich strunz dumm und faul, Woher kannst du das so gut.... (mit einem Blick, wo man einfach nur merkt , glasklar merkt, das man für dumm gehalten wird!)

    Und ich hab in letzter Zeit wahnsinnig gute Sachen über ADHS gelesen auf dem Forum und auch auf verschiedenen Websiten (z.b. ADHSpedia); die mir soviel gegeben haben und so viel Worte zum erklären, ic hkonnte meine schlimmsten Probleme plötzlich beschreiben... Ich laß z.B. was Seeehr interesssantes über divergentes Denken (also unsere Art zu denken, auf Umwege denken und so) und da wurde mir viel klar, da ging mir so ein Lichtchen auf... wir denken nicht nur so (auf Umwege) WIR SIND SO!!!!!! WIR SIND VERDAMMT NOCH MAL SO!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Ich habe immer gesagt, das meine EXtherapeuten hätten bei mir auf Umwege denken müssen. Das haben sie nicht und deswegen konnten sie mich auch nicht verstehen. Das mit den Umwegen, das ist echt schwer für andere. Und das scheint irgendwie unsere Verdammnis zu sein, aber das wichtig is UND DER aNFANG VON ALLEM IST, das man es sich selbst erklären kann.

    LG CANARY
    Geändert von Canary (30.12.2014 um 00:46 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Unverständnis von Außenstehenden

    Dieses divergente Denken werde ich mir mal notieren und mich darüber informieren. Bei mir wurde noch kein ADHS diagnostiziert, aber ich habe einigen meiner Freunde erzählt, dass ich mich zu einem ADHS-Erstdiagnostikgespräch angemeldet habe.

    Eine Reaktion war: Und dann? kriegst du dann Medikamente? Du bist so gut wie du bist, ändere dich nicht!

    Ich weiß auch nicht, wie ich darauf reagieren soll.

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