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Diskutiere im Thema Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 91

    Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    diese thema eröffne ich, weil ich mcih gestern mal wieder wahnsinnig über mich geärgert habe.

    konkret über meine unfähigkeit in streitsituationen, argumente für meinen standpunkt hervorzubringen.

    entweder ich überrolle mein gegenüber mit irrationalem gebrüll/gestammel oder ich bin sprachlos. alle argumente die ich mir vorher zurechtgelegt hatte sind weg. als hätte ich einen blackout.

    das schlimmste ist, dass ich am ende eines solchen gespräches fast schon denke, die/der andere hätte recht. meist sind mir die anderen rhetorisch weit überlegen.

    aber nach einer weile fallen mir dann wieder alle punkte ein, und ich könnte mir in den a... beißen, dass ich wieder so bescheuert war und mich so unterbuttern lasse.

    gibt es eine strategie, wie man mit solchen situationen umgeht? früher bin ich immer gegangen, wenn es soweit kam, aber das ist auch keine lösung.

    diese situationen sind ja oft nicht geplant, sonst könnte man immer eine liste (spickzettel) dabei haben.

    freu mich über eure tipps!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    Naja, im privaten Umfeld könntest du gerade das machen. Erst einmal rausgehen aus der Situation - gerne auch mit den Worten: Wir reden später weiter! - und nach einer Weile in Ruhe überlegen, was du eigentlich wolltest und dir die Argumente aufschreiben. Wenn du dann so weit bist, kannst du dann vorbereitet das Gespräch suchen und auch mit mehr Ruhe einsteigen. - Es muss ja nicht immer ein Streit sein, eine Diskussion daraus machen sollte im Endeffekt wesentlich effektiver sein.

    Ich denke, das ist dann auch nach und nach eine gute Übung, die sich automatisieren kann, so dass du vielleicht in Zukunft sogar auf die Spickzettel verzichten kannst. Gerade im privaten Umfeld sollte das möglich sein, auch wenn es anfangs vielleicht für dich nötig ist öfter erst einmal aus der Situation rauszugehen und später einen Neuanfang zu starten. - Mag die Gegenseite darüber auch anfangs lächeln, du kannst dabei eigentlich auf lange Sicht nur gewinnen.

    Weil, wenn dich rhetorisch einer überrollt, dann hast du vielleicht in dem Moment, wo dein Stresslevel steigt, einfach nichts dagegen zu setzen, weil dein Gehirn unter dem Stress eben nicht mehr rational arbeitet. Das ist so weit eigentlich völlig normal. Und wenn du dabei bedenkst, dass bei einem AD(H)Sler schon der "Ruhestresslevel" wesentlich höher ist als bei einem Normalo, dann ist zum Hochstresslevel der Weg eben nicht mehr so arg weit, während ein Normalo da noch viel mehr Platz hat.

  3. #3
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    Hallo chiki
    Ich wollte nur sagen, ich kenn das Problem auch nur zu gut. Leider kann ich dir auch nicht sagen was man dagegen tun kann (aber das was Chaos Queeny sagt is gut). Ich bin im Moment auch so, das ich mich lieber gleich zurückziehe und dann alles mal wieder ungesagt bleibt. Ich hab auch große Angst was passiert, wenn ich in einem Sreitgespräch bleibe. Ich bin imlpusiv und wütend und ich kann emotional so ausrasten und vor Wut jeden klaren Gedanken verlieren; dann is es auch wie ein Blackout oder n' Filmriss.... Ich meine ich muss dazu sagen, das ich garde am Ende eines Entzuges bin, aber manchmal wünschte ich ich hätte in so einem Moment jemanden bei mir, der für mich spricht. Dasselbe hab ich in der Therapie, da gabs viel Streit und Stress, weil ich weis, dass ich dieses Problem habe und manchmal daran scheitere, nehme ich meine Oma einfach mit nächstes Mal.

    Vielleicht wäre manchmal einfach nur gut wenn wir uns in so einer Diskussion etwas Zeit zum Nachdenken lassen würden.... Mir hilft Tagebuch schreiben, vielleicht kannst du mal über das Problem schreiben und dir für das nächste Mal ein paar lösungswege wie es hätte besser laufen können überlegen und dort aufschreiben, was anderes fällt mir da echt nicht ein...

    LG CANARY
    Geändert von Canary (25.11.2014 um 15:48 Uhr)

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    es passiert mich oft, dass ich auf der Moment nichts weisst, aber danach...

    So wie Chaosqueeny beschreibt, mache ich auch und es klappt oft gut. Mit der Zeit und viel Uebung, kann sein dass mich auf der Moment, die richtige Argumenten einfallen. Es klappt für Situationen die ich sehr viel erlebt habe und gut kenne. Aber wenn nicht so ist, weiss ich, ich kann später in Ruhe darüber reden.

    Auch danach immer wieder darüber nachdenken, überlegen wie ich reagieren hätte können und mich es aufschreiben, hat geholfen. Mit der Zeit bleibt im Kopf, aber es braucht lange...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    Diese Blackouts kenne ich auch! Ich kann dann ganz schlecht argumentieren.

    Besonders schlimm empfinde ich Diskussionen, in denen es darum geht, wer wann etwas gesagt hat. Daran kann ich mich nämlich grundsätzlich nicht erinnern.

    Entsprechend empfindlich reagiere ich auch, wenn mir eine Aussage zugeschrieben wird, die ich nie gemacht habe, da könnte ich regelmäßig aus der Haut springen.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    Ich weiss nicht, aber wer was wann gemacht oder gesagt hat, klingt mir so nach Schuldfrage ... Ich neige dazu, das ich dann gerne auch mal verbal dazu auffordere dieses beiseite zu lassen und auf die Kernfrage zu kommen.

    Die Schuldfrage ist in den meisten Diskusionen aber irrelevant - zumindest meiner Meinung nach - und oft gerade der Punkt, der zum Streit dann führt. Viel wichtiger finde ich die Punkte wie z. B.: Was können wir machen, das das nicht noch einmal passiert? Was können wir besser machen? und all so was. Weil die Schuld ist oft müssig, wenn es darum geht eine Situation zu verändern zum Besseren. - Ein Punkt, an den ich mich gerne "klammere", auch für mich als roter Faden, was mich mittlerweile von meiner Wut dann meist ablenkt und mir so oft einen noch recht klaren Kopf beschert.

    Klar gibt es Sachen wo es wichtig ist den Ursprung zu kennen, aber auch das bemesse ich noch einmal anders als Schuld. Wenn ich z. B. in der Kindheit sehr verletzt worden bin, dann hat das Auswirkungen auf mein ganzes Leben und das ist wichtig zu wissen, auch damit man da ggf. bewusst entgegen steuern kann.

    Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 91

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    vielen dank für eure tipps.

    an einer liste bin ich gerade dran!
    was mir in solchen momenten auch noch in die queere kommt, ist mein bedürfnis nach harmonie.

    da muss ich echt lässiger werden!

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 91

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    ChaosQueeny schreibt:
    I
    Was können wir machen, das das nicht noch einmal passiert? Was können wir besser machen? und all so was. Weil die Schuld ist oft müssig, wenn es darum geht eine Situation zu verändern zum Besseren.
    das ist eine super idee! wenn ich nicht so empört bin oder so ein mächtiges gegenüber habe, gehe ich eigentlcih auch so vor.

  9. #9
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    @ChaosQueenie nicht nur deine. Wenn ich weiß woher meine Wut/Empörung kommt kann ich mich emotionell besser distanzieren. Sonst gewinnt meine Impulsivität die Oberhand und ich merke vielzu spät dass ich mich nicht mehr kontrolliere. Da hilft dann auch Rausnehmen nicht mehr. Deshalb mache ich es auch wie oben von dir geschrieben und lass es gar nicht so weit kommen.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Umgang mit Streisituationen oder Diskussionen

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich weiss nicht, aber wer was wann gemacht oder gesagt hat, klingt mir so nach Schuldfrage ... Ich neige dazu, das ich dann gerne auch mal verbal dazu auffordere dieses beiseite zu lassen und auf die Kernfrage zu kommen.

    Die Schuldfrage ist in den meisten Diskusionen aber irrelevant - zumindest meiner Meinung nach - und oft gerade der Punkt, der zum Streit dann führt. Viel wichtiger finde ich die Punkte wie z. B.: Was können wir machen, das das nicht noch einmal passiert? Was können wir besser machen? und all so was. Weil die Schuld ist oft müssig, wenn es darum geht eine Situation zu verändern zum Besseren. - Ein Punkt, an den ich mich gerne "klammere", auch für mich als roter Faden, was mich mittlerweile von meiner Wut dann meist ablenkt und mir so oft einen noch recht klaren Kopf beschert.
    Diese Schuldfrage ist ne echte Pest. Vergiftet zwischenmenschliche Beziehungen und ist eher ein Zeichen von mangelnder Kommunikations- bzw. Kompromissfähigkeit. Besonders übel, wenn sowas in einer Zweierbeziehung vorkommt.

    ChaosQueeny schreibt:
    Klar gibt es Sachen wo es wichtig ist den Ursprung zu kennen, aber auch das bemesse ich noch einmal anders als Schuld. Wenn ich z. B. in der Kindheit sehr verletzt worden bin, dann hat das Auswirkungen auf mein ganzes Leben und das ist wichtig zu wissen, auch damit man da ggf. bewusst entgegen steuern kann.
    Mensch kann ja auch mal sagen, wo ein wunder Punkt ist. Bei einem verantwortungsbewussten und selbstbewussten Gegenüber kommt dann ne Entschuldigung bzw. dieses Gegenüber meidet dann die Trigger! Geht nicht immer, ist aber möglich.

    Wenn ich in üblen Diskussionen sitze, die mich übrigens immer extrem anstrengen, hab ich mir angewöhnt einen Handschmeichler mit zu nehmen. Der ist dann in der Westen- oder Hosentasche und ich halte ihn ganz fest. Als Sprachminimalistin würde ich sonst eh nur ausrasten, wenn dieses ganze Umweggequatsche losgeht. Hat mir schon oft geholfen, die Contenance zu bewahren.

Seite 1 von 4 1234 Letzte
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