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Diskutiere im Thema ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 42

    ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Hallo zusammen,

    ich hab die Diagnose ja jetzt seit 3 Wochen. Meine Kinder aber schon etwas länger und ich bin ständig am Überlegen, soll ich es meinen Eltern sagen?

    Wie habt ihr es gemacht? Wie ist euer Verhältnis zu euren Eltern zuvor gewesen und danach.

    Ich bin hin- und hergerissen, ich weiß, dass mein Vater definitiv auch ADS hat. Grundsätzlich haben wir ein gutes Verhältnis. Da meine Eltern sehr viele Vorurteile gegen psychische Krankheiten haben, bin ich mir nicht sicher, ob sie danach verstehen würden, dass manche Dinge einfach vom Körper her so veranlagt sind, dass ich darauf, auch wenn ich gerne möchte, keinen Einfluss nehmen kann.

    Ihr würdet mir sehr helfen, wenn ich hier eure Erfahrungen dazu hören könnte.

    Liebe Grüße

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Naja, im Prinzip ist es ja eine Störung im Gehirn.

    Haben sie es denn nicht schon bei der Diagnostik der (Enkel)Kinder mitbekommen? Wenn sie es da gut aufgenommen haben, dann wäre der Weg doch geebnet.

    Bei uns ist das seit der Verdachtsdiagnose des (Enkel)Kindes im Gespräch. Das viele Dinge auch auf mich zutreffen und es da eine erbliche Komponente gibt, naja, es war eigentlich nur anfangs überraschend für uns beide, aber damit erklärte sich wohl einiges - auch für sie.

    Meine Mutter macht vermutlich ein Fest für mich, wenn ich endlich die Diagnose habe, denn ja, sie zittert mit mir mit. Ob sie mitkommt zu den Terminen? Die Chancen stehen gut, immerhin kann sie viel über meine Kindheit sagen, bzw. bestätigen, wenn sie denn zu Wort kommt. . Ob sie als Normalo alles versteht? Nein, aber sie bemüht sich sehr und lässt mich leben. Da wir uns sehr sicher sind, dass ich es habe, denke ich nicht, dass ich mit der Diagnose wirklich was im Verhältnis ändert. Eigentlich ist das Verhältnis was schon immer gut war nur noch besser geworden. Jetzt wissen wir beide halt, dass u.a. "ich kann nicht" nicht unbedingt was mit "wollen" zu tun hat - auch im Bezug auf das (Enkel)Kind. Aber wir waren halt schon immer recht eng und ich denke im Geheimen hat sie sich vielleicht doch einen Teil der Schuld gegeben, dass ich es nicht immer leicht im Leben hatte. Ich hoffe nur, dass sie nun von einem Grossteil davon befreit ist, ich würde es ihr wirklich gönnen.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Mhm... ich bin mir über den Punkt so noch gar nicht im klaren, eigentlich ist es sogar eher ein rotes Tuch für mich, denn die Beziehung zwischen mir und meiner Mutter, die war noch nie sonderlich gut.

    Die nörgelt seid Jahren immer wieder an mir herum, obwohl sie das selbst wohl gar nicht böse meint. Aber sie liegt mir seit Jahren damit in den Ohren das ich endlich abnehmen soll, das ich was für mein Immunsystem tun sollte weil immer wieder krank und so weiter und so fort. Ich sollte doch dieses tun.. jenes tun... das ist zum davonlaufen.

    Würd ich ihr nu erzählen das bei mir der starke Verdacht auf ADS vorliegt würd ich prompt Sachen zu hören bekommen wie: "Gibt wohl keine Krankheit die Du nicht hast oder?" ... oder "Ach hast Du deshalb als Kind immer heimlich Süßigkeiten gefuttert?"

    Und selbst wenn ich es erzähle, sie würde nicht verstehen was das dann überhaupt bedeutet, sie würde es auch gar nicht wollen, zumindest ist das mein Eindruck.

    Sie kam früher mit mir jahrelang nicht klar, das Ergebnis war damals das sie zum Jugendamt ist als ich 15 war, ich bekam dann eine Familienhelferin aufs Auge gedrückt weil "das Kind ständig nur rebelliert". Dabei hatte ich nur eine komplett andere Sichtweise und war, was mich selbst anging, völlig normal wenn man nur davon absah das ich alle 3 Wochen mit nem grippalen Infekt im Bett lag.

    Ne... ich glaub die Aufklärung über ADS... die erspar ich mir, schont meine Nerven und meine eigenen Gefühle.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Nun. Der Arzt wollte meine Mutter telefonisch interviewen und da musste ich es ihr erzählen. Ich habe ihr das Buch zwanghaft zerstreut zum lesen gegeben. Danach meinte sie dann zu mir, sie könnte das auch haben. :-)

    Gesendet mit Tapatalk

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Telefonisch? Horror, da könnte ich ja gar nicht ins Wort fallen. Nee, das geht ja gar nicht.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Als ich es meinen Eltern gesagt habe, das war als sie die Fragebögen zur Fremdanamnese in der Kindheit und Gegenwart ausfüllen mussten, gab es ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. Es war sehr positiv für alle Beteiligten. Nicht nur das beide sofort meinen Vater darin bestätigt sahen, sie haben so auch gesehen, das all diese Symptome wirklich zu einer Krankheit gehören, und sie nichts in der Erziehung falsch gemacht haben.
    Bei mir hat es viel Verständnis in der Beziehung zu mir und meinen Eltern, aber auch zwischen den beiden gebracht. Vieles sehen wir alle jetzt aus einem anderen Blickwinkel, der für alle Seiten viel konstruktiver ist.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Ich hatte mich ja vorher schon an meine Eltern gewandt, als alles den Bach runter ging und ich nicht mehr zur Uni gegangen bin, was ich aber monatelang geheim gehalten habe. Als dann alles raus war und auch auch erzählte, dass mir jemand gesagt hat, meine Schwierigkeiten könnten auch daran liegen, dass ich ADS habe, da haben sie sofort gesagt, dann muss du versuchen das rauszubekommen, ob es daran liegt und da ich viele Schulschwierigkeiten hatte, hielten sie es sofort für möglich. Haben mich dann sehr unterstütz, erst mal kein Stress, sollte nur wenige Seminare machen erst mal an der Uni, aber wieder hingehen und das Verständnis meiner Eltern und auch die finanzielle Unterstützung ( haben mir schließlich weiter Stipendium gezahlt erst mal), dass war schon gut für mich.

    Nun bist du ja schon älter und hast schon eigene Kinder. ich weiß nicht, ob ich es da noch meinen Eltern erzählen würde, man hat ja da dann nicht mehr so "Rechenschaftspflichten" gegenüber seinen Eltern, warum man irgendwas nicht kann und konnte früher. Du stehst ja doch schon mehr im eigenen Leben, wo Eltern auch nicht über alles informiert sein müssen. Wenn du also eher mit komischen Reaktionen rechnest von deinen Eltern, dann würd ich mir diesen zusätzlichen Stress nicht antun. Es ist dein Leben und du meisterst es eben auf deine Art, wozu auch gehört, dass du dem Verdacht ADS nachgehst. Ihnen dann zu erklären, dass du jetzt weißt durch ADS war vieles nicht so gut bei dir, dass bringt dich eventuell nur in eine Situation in der du etwas rechtfertigen musst, insbesondere, wenn du schon weißt wie sie so über psychische Krankheiten denken ( ist ja keine, aber dass musst du dann auch erklären) - ich würde mir diese Erklärungen sparen. denn überlegt dir auch mal, was du davon positives für dich erwartest, wenn du es ihnen erzählst - nur das kann der Maßstab sein, ob du es erzählst oder nicht.

  8. #8
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Hallo Herbstwind,

    ich möchte auch noch gerne meinen Senf dazu geben.

    ich komme vom Land und habe viele Geschwister.
    Schon mit 16 bin ich in eine Großstadt gezogen, ich denke viele meiner
    Mitmenschen haben mich damals schon für ein "bisschen verrückt" gehalten.

    Als meine Kinder diagnostiziert wurden, habe ich meiner Mutter (mein Vater, den das Thema sicher
    sehr interessiert hätte, war leider kurz davor verstorben) mal das Büchlein "Hyperaktiv wie Michel
    aus Lönneberga" von der Psychologin Gisela Große geben, wo sehr schön erzählt wird, wie
    Kinder mit ADHS sind und wie man mit ihnen umgehen sollte. Das hat meine Mutter sehr
    angesprochen. Als ich selbst die Diagnose erhalten habe, habe dies niemand in meinem Umfeld
    erzählt, ich war immerhin 45 und hatte das Leben bis dahin gut gemeistert. Zur Diagnose wurden
    auch keine Interviews mit Eltern und sonstigen Bezugspersonen benötigt.

    Wenn Menschen leider durch die negativen Medienberichte schon voreingenommen sind,
    würde ich eher nichts sagen. Genieße erst mal die Zeit, dass du Klarheit hast, dass du nicht
    "Lazy, stupide or crazy" bist (aus Buchtitel) und dass jetzt die Möglichkeit ist, Dinge in einem
    anderen Licht zu sehen. Wenn es jemanden interessiert in der Familie, - ich habe mir am
    Wochenende das Büchlein "Die kleine ADHS-Sprechstunde" von dem Arzt Dr. Gerrit Scherf
    gekauft. Da wird man auf kompakte Weise über ADHS informiert. (siehe hier Bücher-Thread.)

    Alles Gute
    Gretchen

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 42

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Hallo zusammen,

    ich danke euch ganz herzlich. Ich habe grade entschieden, es nicht zu sagen. Ich habe heute zum Mittagessen eine tolle Botschaft erhalten.

    Mein Vater hat eine Patientenerklärung geschrieben, wobei mein Bruder als seine Betreuungsperson eingetragen wird.

    Die Begründung war, er wäre weniger emotional und würde Entscheidungen rationaler treffen.

    Ich stimme mit dem überein, wir wissen ja alle, wie wir sehr impulsiv reagieren und nicht mehr rational sind.

    Als ich aber gelesen hab, dass er mich zwar bzgl. Pflege und Unterbringung fragen muss, schließlich aber er entscheidet, was passiert, bin ich fast vom Stuhl geflogen. Er wohnt ca. 200 km von uns entfernt, d. h. die Arbeit hab ich, wenn es mal zum Pflegen kommt, wenn dann Entscheidungen anstehen, muss ich aber ihn fragen, ist das nicht ungerecht? Ich bin wirklich total geknickt. Ich fühl mich total abserviert.

    Erst heute Morgen hat meine Mutter mich gebeten, dass ich schnell den Papa such, da er spontan einen Termin beim Zahnarzt bekommen hat. Ich also sofort los ins Auto und ihn gesucht. Dafür bin ich dann schon recht, aber der Rest, wenn es dann mal um Entscheidungen geht, muss ich meinen kleinen Bruder fragen, der nicht mal da ist (er kommt so ca. 4 mal im Jahr zu uns).

    Ich hab keine Lust mehr. Ich bin grad echt soweit, dass ich den Kontakt jetzt einschränk, wer bin ich denn?

    Reagier ich über, oder wie seht ihr das???

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: ADS-Diagnose, sagt ihr es euren Eltern?

    Meine Eltern haben mich ja testen lassen.

    Ansonstsen teile ich heute Ü35 mein Leben nicht mehr so sehr mit meinen Eltern um ehrlich zu sein. Aber ich habe auch leicht reden - weil mein ADHS natürlich in meiner Familie bekannt ist und als gegeben hingenommen wird, ohne große Diskussionen darüber. Mein Vater ist sich sicher, er hatte da ein genetisches Wort mitzureden, weil er das Gefühl hat selbst betroffen zu sein.

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