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Diskutiere im Thema Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 123

    Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Hey Leute!

    Ich bin es noch ein mal:

    Ich habe mal eine Frage: Ist es normal, dass man als AD(H)Sler komisch auf andere wirkt, und man auch nur sehr wenige Freundschaften hat, mit denen man darüber hinaus auch nicht sonderlich viel zu tun hat?
    So ist es nämlich bei mir gewesen, Zeit meines bisherigen Lebens.

    Ich hatte noch nie viele Freunde, war immer nur alleine und isoliert vor meinem Rechner, die letzten 12 Jahrein meinem Leben. (Klar ich hatte zwar auch mal ein paar Freunde, mit denen ich mich manchmal getroffen habe, aber diese Freundschaften haben nie sonderlich lange gehalten, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind die Leute, mit denen ich nur noch sehr selten was zu tun hab.)
    Darüber hinaus ist es auch so, dass ich mich auch von selber immer sehr zurückziehe, wenn ich mit mehreren Leuten zusammen bin, weil ich mich immer fehl am Platz fühle (was mir auch im Nachhinein fast immer bestätigt wurde.)

    Habt ihr ebenfalls solche Probleme?
    Wie geht ihr damit um?

    JTR

  2. #2
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.111

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Hi JTR

    Selbst habe ich wenige, dafür sehr gute Freunde, die mich so akzeptieren und mögen wie ich bin. Wir ADHS'ler neigen mit unserer Impulsivität dazu anderen unbewusst und ungewollt auf die Füsse zu treten. Viele haben auch Mühe Gesprächen aufmerksam zu folgen, was wiederum als Desinteresse beim anderen ankommt. Auch unsere Vergesslichkeit lässt uns unzuverlässig auf andere wirken. Das grösste Problem meines Erachtens ist jedoch, dass wir uns selbst und andere nicht richtig wahrnehmen können. Für mich ist es sehr schwer nonverbale Signale meines Gegenübers richtig zu deuten oder überhaupt zu erkennen. Genauso sende ich unbewusst falsche nonverbale Signale. Das führt oft zu missverständnissen. Ein anderer Aspekt ist sicherlich auch durch die vielen Niederlagen und schlechten Erfahrungen schwache Selbstwertgefühl und grosses Misstrauen den Mitmenschen gegenüber.

    Das alles klingt jetzt sehr theoretisch und auch sehr negativ, ich weiss. Aber ich finde, wenn man um seine Schwächen weiss, kann man lernen damit umzugehen. Dabei kann eine spezialisierte Therapie eine grosse Unterstützung sein. Denn der Rückzug in die soziale Isolation ist keine Lösung Deiner Probleme sondern ein Umgehen.

    Wünsche Dir viel Kraft

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Hallo JTR666,

    immer wieder stoße ich hier auf Themen, über die ich mir eigentlich nicht so viele Gedanken gemacht habe, sondern es als "gegeben" hingenommen habe.

    Ja, auch mein Freundeskreis hält sich absolut in Grenzen; Bekannte hat man - ja! Aber Freunde? Die kann man an einer Hand abzählen, und wenn man wirklich mal in ein absolutes Tief fällt, geht die Tendenz gegen Null. Ja, auch mir ist es gelungen, in meiner depressiven Phase (in der ich noch nichts von meiner Diagnose wusste) allen Noch-Freunden vor den Kopf zu stoßen, so dass sie sich nach und nach zurückgezogen haben. Das machte die depressive Phase auch nicht besser...

    Zum Glück kenne ich nun die Diagnose und versuche mich so zu nehmen, wie ich bin und mich nicht mehr als "seltsam" zu betrachten. Es gab auch Phasen, in denen ich mich zuhause vor dem PC wohler fühlte, als unter Gesellschaft; diese Phasen sind eigentlich vorbei. Ab und zu ein oder zwei Tage alleine zu Hause kommen schon mal vor, ansonsten habe ich den Anschluss an einen Verein gesucht und bringe mich ein, so dass ich "gezwungen" bin, des öfteren das Haus zu verlassen.


    Inzwischen mache ich mir keine Gedanken mehr, ob man mich mag oder nicht. Ich tue, was ich für richtig halte und versuche, KEINEN Selbstbezug hinein zu interpretieren, was mir auch schon sehr oft gelingt.


    Aber ich muss zugeben, dass ich mich auch in therapeutischer Behandlung befinde, wo ich darauf gestoßen werde, dass nicht alles so ist, wie ich es sehe.

    Nun muss ich aber ehrlicherweise noch gestehen, dass das in meiner Kindheit und Jugend nicht so der Fall war. Eigentlich hatte ich immer eine Busenfreundin und war kein ungern gesehener Gast. Das mit der Busenfreundin gibt es nun leider nicht mehr so.... was ich sehr vermisse. Aber dafür sind wir ja auch die "Chaoten", die sich hier finden.... alles Freunde!

  4. #4
    pero

    Gast

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Ja, das ist offenbar nicht ungewöhnlich. Ich denke das "unser" Verhalten so manche überfordert und die sich dann eher zurückziehen. Dazu komt das "wir" sehr feine Antennen haben ob die Menschen auch ehrlich zu uns sind.

    Daher: Lieber wenige gute, als viele oberflächliche Freunde...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    @pero: Aber am schlimmsten, wenn man eigentlich keine wirklichen Freunde hat, weil man sie nur extremst selten sieht und von denen man auch des öfteren schon hintergangen wurde.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Hi JTR666,

    tja, ich glaube, dass ist wohl leider so. Es ist aber nicht so, dass wir alleine daran Schuld sind. Schuld ist eh ein doofes Wort. Menschen mit ADHS können anstrengend und nervig sein. Das hört man ja oft genug. Aber es ist auch nicht in Ordnung, dass man deswegen schlecht behandelt wird. Das ist auf keinen Fall in Ordnung.

    Und doch möchte ja auch keiner einsam sein. Zumindest nicht immer. Vielleicht musst du mal überdenken mit wem du dich umgeben hast. Was konkret haben sie getan?
    Wo könntest du neue Menschen kennenlernen? ADHS-Selbsthilfegruppe? Sportverein? Ich weiß, dass ist ein schwerer Schritt. Oft kann ich mich auch nicht dazu aufraffen. Gebe hier auch Tipps, die ich selber so auch nicht 100 % mache. Aber eins nach dem anderen.

    Gibt es denn jemanden mit dem du dich gut verstanden hast? Von früher? Riskier mal was, ruf ihn oder sie an. Das ist okay. Menschen freuen sich, wenn man sie anruft.

    Mein Mitgefühl hast. Mein Mitleid werde ich dir nicht geben. Ich hoffe du verstehst warum.

    Lieben Gruß,
    Toleriane

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Das mit den Freunden ist für mich ein extrem großes Problem. Es belastet mich schon mein ganzes Leben sehr stark. Ich war bis vor ein paar Jahren ein sehr geselliger Mensch. Aber ich hatte immer nur oberflächliche Bekanntschaften, wo ich aber immer über Kurz oder Lang das Gefühl hatte, nicht wirklich dazuzugehören und nur geduldet zu werden. Dieses Gefühl hat sich in mir dann immer so aufgebauscht, bis ich mich zurückgezogen habe. Mein Wunsch nach einer besten Freundin war immer sehr stark. Schon von Kind auf. Aber ich habe das immer nur bei Anderen gesehen. Mir war es nie vergönnt.

    Die beste Beziehung die ich hatte, war die zu meiner Schwägerin und meinem Schwager. Familie ist etwas Beständiges. Wir hatten sehr viel Kontakt, waren miteinander in Urlaub Weihnachten, Ostern waren sie bei uns. Sie wurden die Paten meiner Kinder.

    "Wir wurden jedoch dann nicht Paten ihres Kindes"!!!!Ich viel dann aus allen Wolken, reagierte total emotional. Patin wurde eine Arbeitskollegin. Familie ist doch nicht so beständig, der Kontakt wurde immer weniger, ihr Freundeskreis hat sich verlagert, Weihnachten wurden nur schnell die Geschenke für die Kinder ausgetauscht, Ostern waren die neuen Freunde bei ihnen und irgendwann war es für mich zu belastend, mich immer auf dem Abstellgleis zu fühlen und ich habe den Kontakt abbrechen müssen, um meine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.

    Das Schlimmste daran war das ihnen das anscheinend auch noch gleichgültig zu sein schien oder sogar ganz recht kam.

    Das alles hat mich sehr verändert. Ich habe damit aufgehört, mich mit jemanden anfreunden zu wollen. Ich habe keine Kraft mehr und auch kein Vertrauen. Ich habe aufgegeben und muss mich wohl damit abfinden, anders zu sein und einfach nicht dazuzupassen.

    Da ich keine einzige enge Freundschaft habe, habe ich natürlich auch keinen, mit dem ich mich über mein ADS und die ganzen Probleme damit aussprechen kann. Es weiß einfach keiner, wie es in mir drinnen aussieht.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Also ich hatte eigentlich schon immer Schwierigkeiten Freunde zu finden. Das fing schon in der Schule an. Zumindest hab ich da die ersten Erinnerungen dran. In meinen Zeugnissen stand das auch klar und deutlich. Es gab immer Konflikte mit den Klassenkameraden.

    Heute ist es so, dass ich ganz wenige Menschen meine Freunde nennen kann. Und ich muss sagen, teilweise fehlt mir schon was. Zum Teil habe ich mich aber damit abgefunden. Ich denke mir immer: entweder man mag mich so wie ich bin oder man lässt es bleiben. Bin was das angeht auch weniger kompromissbereit. Vor allem habe ich mir abgewöhnt, anderen "nachzulaufen". Wenn sich jemand z.B. wochenlang nicht meldet, warum soll ich dann immer diejenige sein die das tut? Da bin ich dann doch auch zu stolz und mir "mehr wert". Freundschaft sollte dann doch irgendwie auf Gegenseitigkeit beruhen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Hallo Narya,
    dass trifft es echt auf den Punkt.
    Was die eigen- und Fremdeinschätzung angeht wusste ich gar nicht dass das auch ein Symtom dieser Krankheit ist.
    Wichtig für mich ist auch mich erstmal so zu akzeptieren wie ich bin - aber mich nicht darauf auszuruhen, sondern Wege zu finden��

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Ist es normal, mit AD(H)S wenig Freunde zu haben?

    Edit: gelöscht da Beitrag von Angehörigem
    Geändert von Butterblume (17.11.2014 um 23:37 Uhr) Grund: s.h. Edit

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