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Diskutiere im Thema Hyperfokus - Fluch oder Segen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    Lächeln Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Hallo liebe Chaoten!

    In einem anderen Thema habe ich die Meinung kundgetan dass der Hyperfokus für mich eher Fluch als Segen ist, weil er nicht willentlich steuerbar ist und ich ihm quasi ausgeliefert bin. Was sich auf den restlichen Alltag eher nicht so toll auswirkt ...

    Das brachte mich mal wieder darauf dass es IMMER irgendein Thema gibt auf das ich mich komplett stürze, mein Hyperfokus sich also einschaltet (ohne das ihn jemand danach gefragt hat) Und so willkürlich man von einem Thema total besessen ist, so schnell kann das Interesse auch wieder verfliegen, sogar obwohl man das Thema eigentlich noch interessant findet und sich weiterhin damit beschäftigen will. Wie gesagt, unsteuerbar! Wenn man "Glück" hat, dann lässt man Thema Nr. 1 fallen und stürzt sich direkt auf Thema Nr. 2, aber was passiert wenn das nicht geschieht?


    Es tritt eine unerträgliche Langeweile ein!


    Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber selbst kurze Langweile (5 Minuten bei einem Kochtopf stehen bleiben und das Essen bewachen? Ich fange an zu quengeln wie ein kleines Kind) ist oft schon unerträglich für mich, längere Langeweile fühlt sich also direkt an als würde ich in eine Depression fallen, man fühlt sich als würde man etwas verlieren.

    Aber meistens habe ich das "Glück" das mein Hyperfokus sich dauernd auf irgendwelche Sachen stürzt, und mein restliches Leben quasi also immer vernachlässigt wird.


    Wie ist das bei euch? Könnt ihr euch weiter mit einem Thema beschäftigen obwohl euer Hyperfokus (meinetwegen auch "Besessenheit" ) nachlässt?

    Bei mir können das alle möglichen Sachen sein, als Jugendliche war ich z.B immer in irgendjemanden verliebt, meine Gedanken drehten sich nur um diese Person. Es können Serien sein, Musik, Computerspiele, Bücher! Stundenlang in Foren über ADHS lesen .... Die Zeiträume können auch variieren von wenigen Tagen bis Monate. Ich kenne nur wenige Menschen gut genug die kein ADHS haben, aber diese Menschen sind relativ leidenschaftslos. Ich frage mich was besser ist, dieses ständige Wechseln der Interessen, dafür sich 100% hineinstürzen, oder eine beständige Beschäftigung mit einem Thema, dafür nicht so intensiv.


    Ähm, ich glaube in diesem Thema fehlt ein bisschen der rote Faden, hauptsächlich interessiert mich generell wie andere das Thema Hyperfokus empfinden. Wenn jemand berichtet das er seinen Hyperfokus steuern kann, habe ich z.B das Gefühl man redet hier von unterschiedlichen Dingen, ein Hyperfokus ist für mich die Unfähigkeit damit aufzuhören, genauso wie ich mich nicht dagegen wehren kann das sich meine Gedanken um meine Lieblingsthema drehen. Wenn sich jemand extrem auf ein unliebsames Thema konzentrieren kann, dann ist dies für mich kein Hyperfokus, sondern einfach eine großartige Leistung in Sachen Konzentration. Was meint ihr?


    Hyperfokus = wie im Rausch
    steuerbarer Hyperfokus = einfach gute Konzentration?

    Um meine eigene Frage im Titel zu beantworten: Beides (was für eine langweilige Antwort) - denn es fühlt sich einfach zu gut an sich auf ein Thema vollkommen zu konzentrieren und etwas leidenschaftlich zu machen! Negativ -> Mein Arbeitsspeicher im Gehirn ist mit dem Thema hundertprozentig besetzt, schwer sich anderen Dingen zuzuwenden.

  2. #2
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Hallo Fluttershy
    Wow, als ich deinen Beitrag gelesen habe dachte ich nur wow, genauso kenne ich das auch, das is wirklich genauso wie es in meinem Kopf aussieht... Meine Oma sitzt grade neben mir und hört mich nur noch Wow... Wow...Wow... und fragt mich ganz gespannt: "Was ist denn los ?"
    Ich weis auch gar nicht was ich noch dazu sagen soll, denn du hast alles schon so schön beschrieben... Wenn ich jetzt noch mehr schreibe dann wiederhole ich dich nur!!
    Besonders gut nachvollziehen kann ich die Sache mit der Langeweile und dem Gefühl von "Depression" und verlorener Zeit, deswegen vermeide ich ja Langeweile so extremst krampfhaft, was mich ja noch mehr ins Wuseln bringt als ohnehin schon.... Ich bin auch kein Mensch der Depressionen hat, gar nicht, aber Langeweile und Ruhe kann mir das schon mal ganz gut momentbedingt vorgaukeln.

    Toll finde ich auch wie du den Hyperfokus beschreibst. Ich hab mir da noch gar nicht so genau Gedanken drüber gemacht, ich wusste nur das ich das habe....
    Für mich ist es auch wie ein Rauschzustand und meine 150% Dinger füllen meinen Kopf ebenfalls voll aus, so das andere Dinge absolut kein Platz mehr haben und ich kann auch nicht aus der Gedankenschleife austreten, da sich mein Kopf eigentlich 24 Stunden am Tag um diese Dinge dreht, das ist für mich eine unüberwindbare Hürde und ja, definitiv, du hast Recht, das macht es zum Fluch. Aber dennoch ist es auch Segen für mich, denn darum kann ich meine 100% Sachen ja wirklich mindestens 100%, darum bin ich froh und auch stolz drauf. Schön wäre nur wenn man es wenigstens etwas steuern könnte, denn grade was die Musik betrifft (ich singe und spiel E Gitarre, was ich früher bis zu 10 Std am Tag, v.a. Nachts machte); da kommt man schon mal dem Burnout gefährlich nahe.....

    Das einzigste was ich im Gegensatz zu vielen anderen AD(H)Slern nicht habe, ist das ich nicht ständig neue Dinge anfange, sondern ich kann meinen Sachen und Intressen meist sehr gut sogar treu bleiben, na ja, zumindest so lange ich mir alles selbst bei bringen kann, denn Bücher (Musikbücher und Co) durchzuarbeiten, das hab ich auch noch nie geschafft und werd ich wohl auch nie...

    LG CANARY
    Geändert von Canary ( 4.11.2014 um 15:31 Uhr)

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Hallo Fluttershy,

    Wie ist das bei euch? Könnt ihr euch weiter mit einem Thema beschäftigen obwohl euer Hyperfokus (meinetwegen auch "Besessenheit" ) nachlässt?
    ehrlich gesagt, geht das bei mir glaub ich nur sehr bedingt. Ohne Besessenheit beschäftige ich mich höchstens oberflächlich mit einem Thema. Genauso beschäftige ich mich ohne Besessenheit auch nur oberflächlich mit einem Menschen. Also, wenn der andere nicht etwas total faszinierendes an sich hat, dann ist er kaum präsent in meinem Bewusstsein. Ich führe dann ein Gespräch mit einem solchen Menschen auch nur so nebenbei, gebe Standardantworten oder lass einfach nur so ein "Konversationsprogramm" abspulen. Das tut mir auch oft Leid, weil diese Menschen oft meine Aufmerksamkeit stärker verdient hätten, weil sie ja gar nicht sooo langweilig sind, aber solange sie nichts sagen oder tun, was mich komplett begeistert, kann ich mich eben nicht gut auf sie konzentrieren.

    Dagegen dann die Menschen, von denen ich besessen bin: Im Gegensatz zu den schemenhaften Figuren, die sich sonst in meinem Umfeld befinden, haben diese Menschen eine totale Präsenz in meinem Bewusstsein, erscheinen klar und deutlich und ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Ich beobachte sie, analysiere sie, erfreue mich ihres Lächelns, rede mit ihnen, möchte alles rausbekommen, was sie ausmacht, in ihren Kopf gucken, sie verstehen. Auch, wenn sie sich gerade nicht räumlich neben mir befinden, denke ich über sie nach, über ihre Worte, ihre Gesten, ihre Handlungen und versuche weiterhin, sie zu verstehen. Oftmals versuche ich auch, herauszubekommen, ob mich die andere Person mag oder gar in mich verliebt ist, indem ich alles analysiere.

    In der Schule hab ich mich auch oft in einen Klassenkameraden oder gar in den Lehrer verliebt, damit ich einen Grund hatte, in die Schule zu gehen. Ich glaube generell, dass mein Gehirn das zweckmäßig macht: es sucht sich einen Motivationsgrund, um funktionieren zu können. Ich kann nicht lernen, keinen Aufsatz schreiben usw., wenn ich keinen Grund dafür habe. Oftmals suche ich mir dann einen Menschen, für den ich das alles mache. Ich glaube, das ist ein Trick, bei dem ich mich selbst überliste. Nur leider hat dieser Trick den Haken, dass dieser Motivationsgrund in Form eines Menschen dann ZU wichtig für mich wird und - wie im Beitrag über mir gesagt wird - meinen ganzen Kopf ausfüllt und deshalb kaum noch Platz für andere Dinge ist.

    Ich glaube aber, dass Hyperfokus nicht der alleinige Grund dafür ist, warum ich mir immer wieder einen Menschen suche, von dem ich besessen bin, ich glaube da steckt auch eine tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit dahinter. Da man sich als ADSler ziemlich stark vom Großteil seiner Mitmenschen unterscheidet, hat man oft Ausgrenzung erfahren und nicht oft Menschen gefunden, die zu einem "passen" (sorry für die Pauschalisierung). Ich zumindest sehe mich nicht oft gespiegelt in meinen Mitmenschen und kann mit ihrer Art der Wahrnehmung, des Selbstausdrucks und des Selbstverständnisses oft nichts anfangen, fühle mich fremd und empfinde die anderen als fremd. Ich suche aber, wie jeder Mensch, nach Gleichklang. Wenn ich einen Menschen so faszinierend finde, dass er einen Hyperfokus bei mir auslöst, dann ist der Grund dafür meiner Meinung nach eine Resonanz, etwas im Anderen, das ich bei mir selbst finden kann oder im Gegenteil an mir vermisse. Oft sind die Menschen ganz besonders faszinierend, die etwas in mir berühren, von dessen Existenz ich nichts wusste oder einen Anteil meiner Persönlichkeit, den ich verloren oder verdrängt habe.

    Ich habe das Gefühl, dass es bei der Faszination von Menschen oftmals um intellektuelles Futter geht, sie werden dann zu einem Analyseobjekt. Es geht dabei auch um die geistige Herausforderung, gerade Menschen sind manchmal so undurchschaubar, das ist einfach total spannend. Trotzdem fühle ich mich dann auch emotional zu demjenigen hingezogen, aber ich empfinde es schon als auffallend, wie stark auch die mentale Dimension da involviert ist. Manchmal frag ich mich, ob ich überhaupt zu echter emotionaler Bindung fähig bin oder ob ich emotional nur verbunden sein kann, wenn es auch eine intellektuelle Herausforderung gibt. Komme mir manchmal etwas herzlos vor.

    Herzlos kommt mir auch folgendes vor: Wenn ich Tätigkeiten ausübe, die mich total fesseln, blende ich Menschen aus. Die interessieren mich nicht, wenn ich beispielsweise vor dem Klavier sitze und spiele. Wenn denn mal einer ankommt und mich was fragen will oder so, wird er von mir eher als lästige Fliege wahrgenommen. Aber da kann ich ja nichts für, das ist einfach meine subjektive Wahrnehmung.

    Grüßli
    Chamaeleon
    Geändert von Chamaeleon ( 4.11.2014 um 20:56 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    ...wo wir doch schon beim Hyper-Focus sind... lest mal folgenden Beitrag....:

    BBC News - Attention-deficit hyperactivity disorder link to genius

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    ...und noch 2 kleine Nachträge, weil in dem 1.Link so wenig Handfestes zu Kurt Cobain und ADHS vorhanden war...jetzt etwas Handfesteres...

    Interview: Kurt Cobain's Cousin on Youth Suicide | AHealthyMe.com

    Kurt Cobain was wrong about the treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder. - Professor Michael Fitzgerald

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    ...ich hatte das hier auch schon in nem anderen Thread geschrieben, das gehört aber in den Thread zu Hyperfocus...deshalb hier der Nachtrag:

    der Hyper-Focus ist eindeutig Fluch und Segen zugleich...ob es mehr Segen ist oder mehr Fluch, hängt (wieder mal) von den individuellen Gegebenheiten ab...und das ist dann eben bei jemandem, der ernsthafte Chancen auf eine Karriere als Profi-Sportler oder Musiker hat, etwas anderes, als bei nem 16-jährigen Jugendlichen, der in der "World of Warcraft" versinkt und sich dadurch seine Schullaufbahn kaputt macht...

    PS: ich habe übrigens in dne letzten Tagen im Alltag nicht viel auf die Reihe gebracht, weil ich - in Hyper-Focus-Manier - so viel hier im Forum herumgehangen bin...auch ein Beispiel für den Fluch des Hyperfocus :-)

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Dr. Russel Barkley, ADHD "Hyperfocus"

    Der Grund dafür, warum z.B. ADS'ler sich so an Videospielen festklammern können, ist mitnichten ein Hyperfokus, es ist vielmehr eine Kombination aus zwei Dingen:

    1: Perseveration, also das Beharren und sich nicht lösen können, sprich: die Unfähigkeit, einen laufenden Task zu unterbrechen, weil ein anderer wichtiger ist.
    Die Betreffenden bekommen mit, dass sie ihren Task stoppen und etwas anderes tun sollen, sie können aber nicht danach handeln.

    2.:"Direct Response"
    Dass ADS-Betroffene überhaupt so lange an einer Sache sitzen können, hat ebenfalls einen einfachen Grund, eben den oben genannten, die direkte Rückmeldung.
    In Ermangelung eines funktionierenden Belohnungssystems, kommen ADS-Betroffene mit Belohnungsaufschub nicht besonders gut klar und haben somit einen drastischen Motivations- und Aufmerksamkeitsverlust, daher sind Hausaufgaben so schwer zu bewältigen ... es folgt keine Rückmeldung.
    Dem Papier ist es egal, ob ich eine Matheaufgabe gelöst habe, es passiert einfach nichts.
    Und ein ADS'ler kann nicht die spätere Zukunft (z.B. in Form von Lob des Lehrers oder guten Zensuren, damit dann gute Abschlussnoten, damit dann Abi, dann Studium, dann einen guten und gutbezahlten Beruf etc.) auf sein aktuelles Handeln projezieren, er ist "zeitblind"
    Bei einem Videospiel aber passiert genau das, was einen ADS-Betroffenen stimuliert und "bei der Stange" hält: sofortige Rückmeldung/ direct response.
    Wenn ich einen Gegner besiege, einen Gegenstand finde, einen Level beende, geht es es gleich direkt weiter, ich erhalte sofort eine Rückmeldung und wenn ich nicht aktiv bleibe, werde ich von den Gegnern ausgeschaltet.
    Das hält einen ADS'ler bei der Sache, hat aber nichts mit einem Hyperfokus zu tun und ist keineswegs eine Stärke oder gar "Gabe".

    Und im Fall eines Videospieles greifen gleich beide Probleme gleichzeitig ineinander, was es dem Betroffenen noch schwerer macht, sich zu lösen und am Ende wieder zu der Erkenntnis der anderen (Eltern etc.) führt "Er kann doch wenn er will, er ist nur faul" ...
    Da gibts keinen Segen.

    Das nur nebenbei ...

  8. #8
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    jap, stimme da mit Barkley überein

    Hinzu kommt noch die falsche Erwartungshaltung von aussen, wenn Leute diese "Konzentration" bei anderen Themen erwarten. "Du kannst doch wenn du willst"

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Ehrlich gesagt ist für mich der Hyperfokus auch nicht hyper, sondern einfach nur ein Fokus. Für mich (bei mir), ist es die klägliche Erkenntnis, das ich fokussieren kann. Ja...... Ich kann ab und zu auch mal länger etwas fokussieren, dafür muss ich aber jegliches drumrum ausschalten, und dafür alle Konzentration auf die zu fokussierende Sache legen. Dies führt oft genug dazu, das ich zu einfachsten Dingen nebenbei nicht mehr in der Lage bin. Ich kann nicht auf einfachste Dinge antworten, werde sehr ungehalten wenn man mich währenddessen anspricht etc....

    Das passiert mir auch z.B. wenn ich hier im Forum bin, dann kann ich nebenbei nichtmal die Frage beantworten was ich essen will, oder wann...... Das heisst aber keineswegs das ich dafür hier geistige Ergüsse sondersgleichen fabriziere, oder lyrische Meisterwerke schaffe. Für mich ist der Hyperfokus einfach nur ein Fokus, wie ihn auch andere haben, nur muss ich dafür sogar noch richtige Bedingungen schaffen oder haben.

    Wenn dann noch Interesse dazu kommt, dann komme ich sehr schwer von los, siehe Fliegerleins Beitrag, und wenn es in einem Gebiet ist, wo ich Interesse habe UND auch noch Erfahrung und Routine durch Wissen, Lernen und Wiederholungen, ja dann schaffe ich auch recht beachtliche Dinge dank des Erlernten, meiner Motivation durch Interesse (Spass/Belohnung) und durch meinen Intellekt. Denn wenn letzteres weniger da wäre dann wäre es auch schon schwieriger.

    Da ich aber weder das Erlernte, noch das Interesse, noch den (meinen) Intellekt durch ADHS habe, sehe ich es gar nicht ein, mich da mit anderen (ADHSlern) in einen Topf schmeissen zu lassen. Der vermeintliche Hyperfokus verbringt ja leider auch nicht das Wunder ( ohne zuvorgenannte Vorraussetzungen) mich ungelenkigen, steifen, sportmuffligen Koordinationsversager, zu sportlichen Höchstleistungen zu treiben......

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Ich empfinde es vor allem dann als Fluch, wenn ich eine Sache, mit der ich lange intensiv beschäftigt war, beende. Danach bin ich manchmal sogar für Stunden in einer Art Trance, wie betrunken, total unangenehm...

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