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Diskutiere im Thema Hyperfokus - Fluch oder Segen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Hallo,

    Ich habe bis vor kurzem garnicht gewusst, dass es den Hyperfokus gibt. Auch an mir selbst ist das noch garnicht aufgefallen. Aber ich habe ihn auch.
    Und es ist eindeutig ein Fluch...
    Ich komm nie zeitig ins Bett. Immerzu verliere ich mich im surfen oder Spiele spielen. Die Zeit wird dabei vollends vergessen. Das kann auch schon mal bis in die Morgenstunden gehen. Ich sage mir immer, "Ok dieses eine Thema noch dann geh ich schlafen." Ich habe überhaupt keine Kontrolle darüber und der Mangel an Schlaf zerrt an den Reserven. Jeden Tag nehme ich mir vor früh ins Bett zu gehen sitze aber dann doch wie angebunden vorm PC und lese, und lese...
    Letztens habe ich ca 12 Stunden fast am Stück ein Computerspiel gedaddelt. Es ist ein Wirtschafts/Zugsimulator. Da hieß es dann: "Eine (Zug) Linie noch dann mach ich aus." Im Endeffekt bin ich fast eingeschlafen vorm PC. Ich dachte lange Zeit ich sei Computersüchtig aber das ist der Hyperfokus oder die Perseveration (Noch nie gehört) wie ich vorhin gelesen hab.
    Genau das selbe gilt für Dokumentationen im Fernsehen. "Ach komm die eine noch das Thema interessiert mich." Und einfach ausschalten geht dann nicht mehr ich muss das zuende gucken sonst muss ich im Bett grübeln was in der Doku gezeigt wird.
    Durch den Hyperfokus weiß ich Dinge, mit denen ich immer wieder andere verblüffen kann. Aber zu welchem Preis?
    Ich vergesse die Zeit, vergesse zu essen, bemerke keine Müdigkeit und sogar das Telefon wird zeitweise ignoriert oder überhört. Freunde fragen sich warum ich mich mehrere Tage nicht melde usw.


    Mfg Chimaira

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Für mich ist er Fluch und Segen zugleich.

    Segen,weil ich ohne Mühe machen kann was mich glücklich macht.Ich bin darin wirklich gut und ersetze locker zwei bezahlte Vollzeitkräfte.Keine Mühe,kein Zeitlimit und dabei noch super kreative Ideen.

    Fluch,weil ich es unentgeltlich (ehrenamtlich) mache.Weil ich es mir anscheinend selbst nicht wert bin,etwas dafür zu verlangen.Es ärgert mich ständig kostenlos meine Zeit dafür zu opfern.

    Ein überraschendes Stellenangebot ist verpufft,weil ich auch noch mit Begleiterkrankungen(Angst,Depr ession) zu kämpfen habe.


    Total verrückt alles....

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Rumpelstilz schreibt:
    Genau! Absolut! UND Auch VISUELL hat man seinen Cafe-Tisch und sonst nichts anderes. Die Leute im Hintergrund bewegen sich sowieso wie immer. Wenn es zu ruhig wird und ich mich im Cafe visuell unbeobachtet fuehle, verliere ich den Hyperfokus und meine Gedanken beginnen mehr und mehr umherzuschweifen - so wie zu Hause...
    Noch mal kurz zur Erklärung:
    Was Du beschreibst ist kein Hyperfokus, weder im eigentlichen Sinne, noch in bezug auf Beschreibungen von ADHS.
    Das beschreibst Du auch gut, denn genau ab dem Moment, ab welchem die Umgebungsreize abflauen, macht Dein Gehirn sich wieder eigenständig auf die Reise und Gedanken schweifen mehr und mehr umher.

    Wenn ein Mensch in einem Hyperfokus ist, dann nimmt er seine Umgebung gar nicht mehr oder nur kaum noch wahr, egal wie ruhig oder unruhig sie ist.
    Und da liegt auch der Unterschied zu einem "echten" Hyperfokus, wie ihn z.B. Autisten haben.
    Versuch mal einen Autisten aus dem Hyperfokus zu holen, ... das wird nix.
    Die sind völlig abgeschottet und haben den Kontakt nach außen abgebrochen.

    Ein ADHS-Betroffener dagegen ist auch in dem, was wir hier als Hyperfokus bezeichnen ansprechbar und er nimmt auch seine Umgebung wahr und reagiert auch darauf.
    Wenn eine Mutter oder die Partnerin den Betroffenen, der gerade in seiner Tätigkeit vertieft ist, anspricht und sagt, dass der Müll rausgebracht werden soll, dann kommt auch in der Regel eine Antwort ... meist etwas wie "Ja, gleich".
    Aber es passiert nichts.
    Der Betroffene ist nicht der Lage, seinen laufenden Task zu unterbrechen, einen anderen dazwischen zu schalten und dann wieder zum eigentlichen zurückzukehren.
    Er kann sich das sogar selber sagen ... "Ich muss jetzt erst den Müll rausbringen", ... aber dem Befehl folgt keine Handlung.
    Grund dafür ist, das konnte man anhand von FMRT's nachvollziehen, dass die Verbindung vom Zentrum des Wissens im Gehirn zum Zentrum für die Ausführung von Aktivitäten, also die Motorik, fehlerhaft, mitunter sogar gar nicht funktioniert.

    Erst wenn ein bestimmter (Reiz-) Level überschritten wird, sei es ausgelöst durch großes, wirklich sehr großes Interesse oder eben auch durch zuballern eines Kanales oder auch mehrerer Kanäle, dann funtkioniert das Gehirn nach außen hin neurotypisch.

    Das ist schwer zu erklären, ich feile noch daran, das verbal etwas klarer zu definieren.


    Und was wir natürlich auch unbedingt bei ADHS beachten müssen ist, dass die Symptome sich nicht von Nichtbetroffenen Menschen so klar abgrenzen lassen, wie das bei anderen Erkrankungen der Fall ist.
    Bei einer Erkältung habe ich Symptome, die ich sonst, wenn ich gesund bin, nicht habe:
    Ich habe eine Triefnase, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten.
    Das alles ist bei einem Gesunden nicht vorhanden und daher klar abgrenzbar.

    Ein gebrochenes Bein ebenfalls.

    Aber jeder Mensch hat auch die nahezu komplette Palette von ADHS-Symptomen in sich und kennt das auch alles.
    Darum hören wir ja auch immer wieder diese leidigen Sprüche wie "Jeder bergisst doch mal oder ist zerstreut oder verpeilt" und so weiter.
    Die kennen das, erkennen aber nicht das eigentliche Problem, das hinter der Störung ADHS steckt:
    Bei der nämlich sind diese normalen Eigenschaften aus dem Ruder gelaufen und entweder extrem oder kaum ausgeprägt, in jedem Fall aber weit außerhalb dessen, was man normalerweise von Menschen erwarten, bzw. bei ihnen beobachten kann.

    Man könnte in Grenzen von einer Skala sprechen:
    Es gibt wenig kreative Menschen, dann welche, die kreativer sind und je kreativer ein Mensch wird, so scheint es, desto näher rückt er an eine ADHS heran.
    Nicht umsonst spricht man ja so häufig vom berühmten "zerstreuten Professor".

    Der Haken ist nur, dass irgendwann halt der Punkt kommt, an dem es des Guten zu viel wird und dann kann man nicht mehr sagen, dass der Mensch kreativ ist, sondern er ist mehr Chaot als kreativ, es schlägt um in eine negative Eigenschaft.
    So wie eine gut gesalzene Suppe nicht besser wird, wenn sie zu stark gesalzen wurde.
    Sie wird dann ungenießbar.

    Und das ist leider ein fließender Übergang.
    Aber wenn wir es mit einer diagnostizierten ADHS zu tun haben, dann sind wir damit in einem Bereich des Spektrums angelangt, ab dem es des Guten zu viel war und die Eigenschaft somit zu deutlichen, schwerwiegenden Beeinträchtigungen in mehreren wichtigen Lebensbereichen führt.

    Eine sonst mögliche Stärke wird damit zur Schwäche oder besser formuliert: zur Beeinträchtigung.
    Und es ist nicht willentlich steuerbar.

    Die vermeintliche Stärke eines Hyperfokus, so wir ihn überhaupt für ADHS als vorhanden betrachten können, ist unkontrolliert und von uns nicht willentlich beeinflussbar.

    Wenn wir nun aber Nischen finden, in denen wir diese Eigenschaften nutzbringend einsetzen können, dann bedeutet das nicht, dass wir spezielle Eigenschaften besitzen, die nur den ADHS'lern gegeben sind, sondern das ist bereits Schritt 2, nämlich erfolgreiches ADHS-Management.

    Ebenso die Tricks mit dem Schließen vpn Kanälen.
    Die zählen zu den sogenannten Skills.
    Hier wird also gezielt eine Umgebung hergestellt, in der wir so funktionieren, wie wir es uns wünschen.
    Aber wir brauchen dieses Setting dafür.

    Für einen tatsächlichen Hyperfokus benötigt man kein Setting, wenn der einen ereilt, hat der einen, egal was um Dich herum passiert... das bekommst Du nicht mit, Du bist komplett abgeschottet.
    Geändert von Fliegerlein (19.01.2015 um 15:00 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  4. #24
    Rettich

    Gast

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Hyperfokus hat nichts damit zu tun, sich nicht von einem Videospiel oder dem Fernseher lösen zu können. Das sind meiner Meinung nach Zustände, die einer Sucht sehr nahe kommen. Das kann man mit fast allen Sachen haben, bei denen man nur Konsument ist, ungeachtet dessen, ob man da interagieren kann oder nicht.
    Dieses Verhalten finde ich nicht unbedingt ADHS spezifisch.
    Hyperfokus ist für mich in den meisten Fällen mit Lernen verbunden. Sei es ein Instrument, eine Sprache, Zeichnen, was auch immer.
    Da schaffe ich dann meist in relativ kurzer Zeit relativ viel. Der Nachteil: Es gab bislang immer einen Punkt, wo das Thema dann irgendwie durch war und zwar von einem Tag zum anderen. Was ich anschließend davon habe ist eine Art Zustand, wo ich sehe, ich könnte noch mehr erreichen aber gehe diesen Schritt dann nicht mehr weil mir die Motivation abhanden gekommen ist.
    Das führt zu einer Art "halbgebildeten"Deppen, der zwar mehr weiß und kann als der Durchschnitt, sich aber eben erst gar nicht mit den Menschen zu messen braucht, die es geschafft haben, am Ball zu bleiben. So eine Art "Ich kann alles aber nichts richtig".

    So gesehen empfinde ich den Hyperfokus (... falls man das so nennen will) da eher als Fluch denn als Segen. Unfinished Business.
    Nachteilig empfinde ich auch die Einengung, die ja schon im Namen liegt. Der Brennpunkt meines Interesses ist dann eben nur auf eine Sache gerichtet und alles andere wird dem untergeordnet.

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Das kenn ich aber auch so wie Fliegerlein ... wenn ich richtig weg bin kann mich nichts und niemand ansprechen. Sogar körperliche Bedürfnisse oder Schmerzen kommen spät oder garnicht durch. Die Tätigkeit die das auslöst kann alles sein sofern interessant; Lesen, Sport, Musizieren aber nie passives wie Fernsehen.

    In reizüberfluteten Umgebungen kann ich manchmal arbeiten, meist nicht. Garten ebenfalls. Voraussetzung: ich muss mich wohl fühlen. Das gilt für alle Umgebungen mit Ablenkungen, das ist auch nicht zu steuern. Ich glaube das ist auch ziemlich normal dass man verschieden empfindlich ist.

    Am regelmäßigsten kann ich in meinem extrem leisen und kalt beleuchteten Büro arbeiten.

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    @Fliegerlein

    Pfffffhhhhh.... - Du untermauerst Deine These, dass es einen "Hyperfokus" fuer ADHSler eigentlich nicht gibt immer energischer.

    Dann eruebrigt sich die Frage nach Fluch oder Segen. Der Thread kann geschlossen werden.

    Die zig hunderten von Wikipediaautoren haben sich total geirrt: es gibt keine haeufigen Staerken von ADHS-Betroffenen. Die dortige Aufzaehlung von Kreativitaet, Impulsivitaet, Hyperfokus (flowaehnlicher Zustand), Hypersensibilitaet - ist alles Saich.

    Wenn wir in unserer Diskussion beginnen, alle bis dato den von der Wissenschaft festgelegten Konsens und die im ICD-Katalog definierten Begrifflichkeiten in einem Klapf in Frage zu stellen, koennen wir nachher ueber gar nichts mehr diskutieren, weil wir die zu Grunde liegende Sprache so lange abgeandert haben, bis diese ganz verloren war...

    Nein - ernsthaft - eins nach dem andern: Wenn Dich der zur Zeit getroffene Konsens ueber ADHS dermassen stoert, dann solltest Du Dich heute noch in Wikipedia anmelden, und These fuer These - nicht alle auf einmal - dort mit den anderen Autoren zusammen durcharbeiten und einlochen. Oder Du hast tatsaechlich die ueberzeugenden Studien/FMRT-Untersuchungen parat, welche das gaenzliche Streichen der Positiv-Symptomatik zur Folge hat.

    Du hattest ja geschrieben, dass der Hyperfokus eher zum Autismus gehoere. Zu meinem eigenen Erstaunen wurde der Begriff "Hyperfokus" im Autismusartikel nicht ein einziges Mal gefunden.

    Du sagst auch, der Hyperfokus sei eigentlich nicht genau definiert. Doch, ist er: Hyperfokus - Wikipedia
    Vielleicht ist er nicht so definiert, wie Du Ihn - natuerlich extrem abweichend vom Mainstream - definieren wuerdest. Aber er ist definiert, sogar mit dem Zusammenhang zur heutigen ADHS-Definition.

    Lassen wir die Kirche im Dorf...

    Bitte die forsche Reaktion einem Forumneuling wie mich etwas nachzusehen...

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Rumpelstilz schreibt:
    Du untermauerst Deine These, ...
    Das ist nicht meine These ... das stammt u.a. von einem der rennomiertesten ADHS-Wissenschaftler, Russell Barkley.
    Und er ist keineswegs der einzige.
    Mit mir hat das rein gar nichts zu tun.
    Ich gebe nur die Fakten weiter.
    Leider ist der Ausschnitt aus dem Vortrag von Barkley, den ich anfangs verlinkt habe, nicht mehr auf Youtube.
    Aber wenn man bei YT nach Russell Barkley sucht, dann wird man dort etliche seiner Vorträge finden.

    Rumpelstilz schreibt:
    ... dass es einen "Hyperfokus" fuer ADHSler eigentlich nicht gibt immer energischer.
    Keineswegs, zumindest ist das nicht meine Absicht.
    Ich gebe nur Fakten weiter, die mir vorliegen.
    Ich zwinge sie niemandem auf, aber das ändert ja nun mal nichts daran, dass es sie gibt .

    Rumpelstilz schreibt:
    Die zig hunderten von Wikipediaautoren haben sich total geirrt:
    Ob es wirklich so viele sind?

    Rumpelstilz schreibt:
    es gibt keine haeufigen Staerken von ADHS-Betroffenen. Die dortige Aufzaehlung von Kreativitaet, Impulsivitaet, Hyperfokus (flowaehnlicher Zustand), Hypersensibilitaet - ist alles Saich.
    Das ist korrekt, das ist alles Saich .
    Aber auch das Thema hatten wir hier schon zigmal, und immer mit dem selben Ergebnis, such mal nach Stärken und Schwächen, Vorteilen und Nachteilen, ...

    Das ist ein Thema für sich und wird niemals einen Konsens finden und das ist auch ok so.

    Rumpelstilz schreibt:
    Wenn wir in unserer Diskussion beginnen, alle bis dato den von der Wissenschaft festgelegten Konsens und die im ICD-Katalog definierten Begrifflichkeiten in einem Klapf in Frage zu stellen, koennen wir nachher ueber gar nichts mehr diskutieren, weil wir die zu Grunde liegende Sprache so lange abgeandert haben, bis diese ganz verloren war...
    An welcher Stelle der ICD sind denn Hyperfokus oder sonstige Stärken aufgelistet?
    Meines Wissens nach gibt es dort nur eine Auflistung der symptome, welche zu Beeinträchtigungen führen.

    Rumpelstilz schreibt:
    Nein - ernsthaft - eins nach dem andern: Wenn Dich der zur Zeit getroffene Konsens ueber ADHS dermassen stoert,
    Welcher Konsens?
    Wo steht denn was über Hyperfokus in der ICD oder der DSM?

    Rumpelstilz schreibt:
    dann solltest Du Dich heute noch in Wikipedia anmelden, und These fuer These - nicht alle auf einmal - dort mit den anderen Autoren zusammen durcharbeiten und einlochen.
    Ich habe darüber mal nachgedacht, aber das ist nicht meine Welt, ich habe die Diskussionen dort mal mitgelesen ... lassen wir das ....


    Oder Du hast tatsaechlich die ueberzeugenden Studien/FMRT-Untersuchungen parat, welche das gaenzliche Streichen der Positiv-Symptomatik zur Folge hat.
    [/quote]
    Ja, habe ich, eben die Vorträge von Barkley und dann wäre da auch noch die Abhandlung zweier der größten Langzeitstudien über Erwachenen-ADHS überhaupt, zusammengefasst in dem Buch "ADHD in Adults, what the science says".

    Rumpelstilz schreibt:
    Du hattest ja geschrieben, dass der Hyperfokus eher zum Autismus gehoere. Zu meinem eigenen Erstaunen wurde der Begriff "Hyperfokus" im Autismusartikel nicht ein einziges Mal gefunden.
    Ja, ... im Wikipedia-Artikel ....

    Rumpelstilz schreibt:
    Du sagst auch, der Hyperfokus sei eigentlich nicht genau definiert. Doch, ist er: Hyperfokus - Wikipedia
    Ja, ... in einem Wikipedia Artikel ....

    Rumpelstilz schreibt:
    Vielleicht ist er nicht so definiert, wie Du Ihn - natuerlich extrem abweichend vom Mainstream - definieren wuerdest.
    Nochmal:
    Das ist nicht meine Definition, sondern sie stammt von Russell Barkley und auch das ist nicht ganz korrekt, denn er gibt sie weiter und ist nicht die Quelle des Ganzen.

    Rumpelstilz schreibt:
    Bitte die forsche Reaktion einem Forumneuling wie mich etwas nachzusehen...
    Schon in Ordnung, keine Sorge

    Aber als Forenneuling könnte man natürlich auch in betracht ziehen, dass es hier Mitglieder gibt, die sich auch schon recht lange und intensiv mit der Materie befassen und das nicht nur im Rahmen dessen, was man in der Wikipedia darüber finden kann.

    Ich behaupte auf keinen Fall, dass ich recht habe, noch geht es mir überhaupt darum, so etwas wie recht zu haben.
    ich gebe nur Informationen weiter, die ich habe und die ich aus Fachliteratur und Vorträgen zusammengetragen habe, mehr nicht.
    Was man daraus macht und davon glaubt, das ist doch jedem selbst überlassen.
    Da kann jeder abwägen, was für ihn zutrifft oder nicht.

    Ich versuche das Ganze nur so gut und allgemeinverständlich zu erklären, wie es geht und ich fürchte, dass die Fachleute, die ich zitiere, deutlich besser informiert sind, als Wikipedia-Autoren.
    Die Wikipedia-Artikel sind deswegen nicht schlecht, aber man sollte sie dennoch mit Vorsicht genießen.

    Wie gesagt:
    Schau bei YT nach den Vorträgen von Barkley, er erklärt das sehr gut und hat in vielen Bereichen auch Grafiken von FMRT-Scans in den Slides.
    Das beantwortet viele Fragen.
    Ansonsten such hier im Forum mal nach UC Davis oder CADDAC.
    Dort hat er einige Vorträge gehalten, deren Videos verlinkt sind.
    Die Aussage in dem Ausschnitt ist Teil eines dieser Vorträge.
    Ich meine, dass er das bei dem CADDAC-Vortrag gesagt hat.

    Eer nimmt dort auch Stellung zu Stärken und Vorteilen von ADHS.
    Immerhin der Ausschnitt findet sich noch bei YT, siehe hier: ADHD is no gift .

    Letztlich soll und wird sich jeder selbst seine Meinung bilden, aber wenigstens hat er dann auch eine dafür hilfreiche Sammlung an Fakten und Informationen.
    Und nur darum geht es mir, mehr nicht.
    Geändert von Fliegerlein (20.01.2015 um 09:48 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  8. #28
    Mumford

    Gast

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Fliegerlein schreibt:

    Ein ADHS-Betroffener dagegen ist auch in dem, was wir hier als Hyperfokus bezeichnen ansprechbar und er nimmt auch seine Umgebung wahr und reagiert auch darauf.
    Wenn eine Mutter oder die Partnerin den Betroffenen, der gerade in seiner Tätigkeit vertieft ist, anspricht und sagt, dass der Müll rausgebracht werden soll, dann kommt auch in der Regel eine Antwort ... meist etwas wie "Ja, gleich".
    Aber es passiert nichts.
    Der Betroffene ist nicht der Lage, seinen laufenden Task zu unterbrechen, einen anderen dazwischen zu schalten und dann wieder zum eigentlichen zurückzukehren.
    Er kann sich das sogar selber sagen ... "Ich muss jetzt erst den Müll rausbringen", ... aber dem Befehl folgt keine Handlung.
    Grund dafür ist, das konnte man anhand von FMRT's nachvollziehen, dass die Verbindung vom Zentrum des Wissens im Gehirn zum Zentrum für die Ausführung von Aktivitäten, also die Motorik, fehlerhaft, mitunter sogar gar nicht funktioniert.

    Erst wenn ein bestimmter (Reiz-) Level überschritten wird, sei es ausgelöst durch großes, wirklich sehr großes Interesse oder eben auch durch zuballern eines Kanales oder auch mehrerer Kanäle, dann funtkioniert das Gehirn nach außen hin neurotypisch.

    Das ist schwer zu erklären, ich feile noch daran, das verbal etwas klarer zu definieren.
    .
    Da fällt mir gerade ein Beispiel ein. Da saß ich vorm Rechner und habe richtig verbissen an einem Musikstück herumgedoktert. Mein Vater musste mich mehrmals darauf hinweisen, dass ich noch etwas wichtiges erledigen muss. Da habe ich auch gesagt: "Ja, mach ich gleich!" Und das war auch ernst gemeint - aber auch schnell wieder aus dem Arbeitsspeicher gelöscht.

    Nachdem mich mein Vater mehrmals auffordern musste, habe ich mich dann doch schnell angezogen, mich schlampig gewaschen und bin dann wirklich auf den allerletzten Drücker los und habe das erledigt. Mit den Gedanken war ich jedoch immer noch größtenteils bei meiner Musikkomposition. Und natürlich hatte ich die Hälfte vergessen, so dass ich am nächsten Tag nochmal los musste - wieder halb im kreativen Rausch.





    Fluttershy schreibt:
    Hyperfokus = wie im Rausch
    steuerbarer Hyperfokus = einfach gute Konzentration?

    Um meine eigene Frage im Titel zu beantworten: Beides (was für eine langweilige Antwort) - denn es fühlt sich einfach zu gut an sich auf ein Thema vollkommen zu konzentrieren und etwas leidenschaftlich zu machen! Negativ -> Mein Arbeitsspeicher im Gehirn ist mit dem Thema hundertprozentig besetzt, schwer sich anderen Dingen zuzuwenden.
    So ist das auch bei mir. Das beschreibt es wirklich gut.

    Ob im Arbeitsleben, oder überhaupt... ich stelle immer wieder fest (-bzw. ich bekomme die Rückmeldung aus meinem Umfeld-), dass ich Aufgaben nicht zufriedenstellend erledige, da ich Dinge übersehe, vergesse und/oder mich mit meinem Zeitmanagment verkalkuliere.

    Wo es den meisten Leuten (-anscheinend spielerisch-) gelingt, ihre Aufmerksamkeit zu bündeln und die Aufgabe mehr oder weniger vollständig zu erledigen, falle ich immer wieder durch Fehler (-meistens Flüchtigkeitsfehler-), Langsamkeit oder durch eine besonders von der "Norm" abweichende Arbeitsweise auf.

    Etwas anders ist es jedoch, wenn ich mich gerade richtig für etwas interessiere (-aus welchem Grund auch immer). Z. B. meine eigenen Projekte. Da verfalle ich schnell in regelrechten Perfektionismus und sehe Fehler, die andere Leute nicht (-oder zumindest nicht sofort-) sehen. Da kann ich dann auch konsequent und über längeren Zeitraum solange dran herumwurschteln, bis es wirklich passt.

    ABER dafür fällt es mir dann wiederum schwer, mich anderen Dingen zuzuwenden. Das geht soweit, dass ich dann z. B. auf der Arbeit noch gedanklich an dieser Sache herumbastel und meine Konzentration daher nicht ausreichend der Aufgabe widmen kann, die gerade von mir verlangt wird.

    Es grenzt z. T. schon an Besessenheit. So richtig abschalten kann ich dann erst, wenn ich diese Sache, in die ich mich versteift habe, zuende gebracht habe. Das ist in letzter Zeit aber deutlich besser geworden. Seit ich von meinem AD(H)S weiß, kann ich das schon besser händeln. Ich habe mir angewöhnt in kleinen Schritten vorzugehen und nicht zuviel auf einmal anzugehen. Das hilft wirklich ungemein!

    Kleine und überschaubare Projekte, die nicht zuviel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen, kann ich viel besser planen und in systematischen Schritten vollenden. Und das ohne, dass ich den Überblick verliere, mich an Details festbeiße und in übertriebenem Perfektionismus verliere. So fällt es mir auch leichter, das Interesse aufrecht zu erhalten, da ich in absehbarer Zeit zum gewünschten Ergebnis komme.

    Das war vorher für mich ein Riesenproblem. Ist es auch immer noch. Aber ich kann heute besser einschätzen, was für mich realisierbar ist und was nicht. Früher habe ich mich immer gleich in Projekte gestürzt, die einfach eine Nummer zu groß waren. Gleichzeitig wollte ich aber alles selbst machen. Aufgrund schlechter Vorbereitung und mangelnder Organisation, ging das so gut wie immer in die Hose.

    Da half es auch nicht wirklich weiter, dass ich mich dann noch in Details festgebissen habe. So blieben dann nicht nur das Projekt selbst, sondern auch noch andere Dinge auf der Strecke, auf die ich mich einfach nicht mehr richtig konzentrieren konnte, da mein Arbeitsspeicher im Gehirn ständig im Overflow routierte.

    Aber es fällt mir nach wie vor sehr schwer, meinen Fokus zu steuern. Ich könnte keine Arbeit ordentlich machen, die mich nicht irgendwie stimuliert. Stimulation ist für mich wichtig, sonst funktioniert es nicht.




    Rettich schreibt:
    Hyperfokus hat nichts damit zu tun, sich nicht von einem Videospiel oder dem Fernseher lösen zu können. Das sind meiner Meinung nach Zustände, die einer Sucht sehr nahe kommen. Das kann man mit fast allen Sachen haben, bei denen man nur Konsument ist, ungeachtet dessen, ob man da interagieren kann oder nicht.
    Dieses Verhalten finde ich nicht unbedingt ADHS spezifisch.
    Hyperfokus ist für mich in den meisten Fällen mit Lernen verbunden. Sei es ein Instrument, eine Sprache, Zeichnen, was auch immer.
    Da schaffe ich dann meist in relativ kurzer Zeit relativ viel. Der Nachteil: Es gab bislang immer einen Punkt, wo das Thema dann irgendwie durch war und zwar von einem Tag zum anderen. Was ich anschließend davon habe ist eine Art Zustand, wo ich sehe, ich könnte noch mehr erreichen aber gehe diesen Schritt dann nicht mehr weil mir die Motivation abhanden gekommen ist.
    Das führt zu einer Art "halbgebildeten"Deppen, der zwar mehr weiß und kann als der Durchschnitt, sich aber eben erst gar nicht mit den Menschen zu messen braucht, die es geschafft haben, am Ball zu bleiben. So eine Art "Ich kann alles aber nichts richtig".

    So gesehen empfinde ich den Hyperfokus (... falls man das so nennen will) da eher als Fluch denn als Segen. Unfinished Business.
    Nachteilig empfinde ich auch die Einengung, die ja schon im Namen liegt. Der Brennpunkt meines Interesses ist dann eben nur auf eine Sache gerichtet und alles andere wird dem untergeordnet.
    Kommt mir auch sehr bekannt vor. Da erkenne ich mich drin wieder.
    Geändert von Mumford (20.01.2015 um 02:34 Uhr)

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Ok dann bin ich ja doch nur ein Spielesüchtiger, halbgebilder Depp, der zwar mehr weiß und kann als der Durchschnitt, sich aber eben erst gar nicht mit den Menschen zu messen braucht.
    Am besten ich lese hier erst garnicht weiter, da hier eh nur Halbwissen und Mutmaßungen herrschen.

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus - Fluch oder Segen

    Chimaira schreibt:
    Ok dann bin ich ja doch nur ein Spielesüchtiger, halbgebilder Depp, der zwar mehr weiß und kann als der Durchschnitt, sich aber eben erst gar nicht mit den Menschen zu messen braucht.
    Am besten ich lese hier erst garnicht weiter, da hier eh nur Halbwissen und Mutmaßungen herrschen.
    Ich verstehe diese Antwort nicht.
    Wie kommst Du denn jetzt darauf?

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