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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Tja... also..

    Irgendwie hab ich das Gefühl das mein Leben innerhalb der letzten paar Wochen komplett auf den Kopf gestellt wurde, aber nicht von mir selbst. Ich meine, ich weiß eigentlich schon fast mein ganzes Leben das ich Probleme hab, aber bis jetzt waren die für mich halt einfach Normalität.

    Das ich mich nicht konzentrieren kann und immer müde bin, oder das ich Probleme hab bei schwierigen Texten oder Dinge ich ich mir eigentlich merken sollte nicht im Kopf behalten kann, ich hab das alles immer darauf geschoben das ich eben halt einfach so bin und fertig.

    Als ich dann Anfang September das erste mal bei einem Psychiater war, ich ging da eigentlich wegen was ganz anderem hin... da wollte ich einfach nur aus dem Loch heraus in das ich gerutscht bin seit dem ich im August nen Nervenzusammenbruch hatte. Wochenlang nicht mehr richtig geschlafen und selbst meine Hausärztin hatte mich durch die Blume hindurch schon für verrückt erklärt, bei der bin ich aber nicht mehr, hab gewechselt, zum Glück kann ich nur sagen.

    Womit ich aber nie im Leben gerechnet hätte war das durch das ganze was komplett anderes zum Vorschein kommt. Das ich ADS hab und eine Anpassungstörung, was auch immer das sein mag.

    Ich bekomm das irgendwie noch gar nicht auf die Reihe.

    Ich weiß zwar das ich Probleme hab und das meine Familie mit mir zum Teil gar nicht klar kommt, ich umgekehrt mit ihnen auch nicht weil ich manchmal auch gar nicht verstehe was ich mal wieder falsch gemacht hab, aber ADS? Ich?

    Ich war erst beim Neurologen mit ner Überweisung von meinem Arzt. Und auf der Überweisung stand die Diagnose mit drauf... allein bei dem Blick der Arzthelferin hätte ich der am liebsten eine rein donnern können.

    Einer guten Freundin der ich von dem Befund erzählt hab hatte nix besseres zu tun als zu sagen "Och je, Du Ärmste... tust mir echt leid, ich wünsch Dir auf jeden Fall gute Besserung!" Hallo???

    Nur weil jetzt nach x Jahren durch Zufall raus kommt das ich ADS hab heißt das doch lange nicht das ich nu irgendeine schwere Krankheit hab von der ich geheilt werden muss?

    Es wär zwar schön wenn die Flashbacks wieder verschwinden die ich öfters hab oder ich keine Panik bekomm wenn ich mit der U-Bahn wohin muss und die immer voller und voller wird.... aber sonst?

    Ging es Euch auch so als Ihr Eure Diagnose bekommen habt? Für mich ist das alles irgendwie noch nicht greifbar.

    Neurologe und Psychiater sind sich beide einig das mir ne medikamentöse Therapie viel bringen würde, ich versteh nur den Sinn darin noch nicht was sich dadurch genau ändern soll.

    Das was ich alles hab, das ist zuviel um das hier alles aufzuzählen... wenn sich nur nen Teil davon durch nen Medi verbessert dann wärs ja ok, aber ich fühl mich grad als geh ich in eine ungewisse Zukunft.

  2. #2
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Hallo und herzlich Willkommen Montaine.
    Ich habe zwar noch keine Diagnose, antwortete dennoch gern auf deine Frage. Ja ich war auch ziemlich überrascht als mein Bruder das erste mal mit mir über ADHS gesprochen hat. Und dabei erwähnte dass er mit einiger Sicherheit davon betroffen sei.(später stellte sich raus dass er recht hatte) Noch erstaunter war ich aber als ich feststellen musste dass ein großer Teil der Symptome ebenso auf mich zutrafen.
    Ich habe dann aber schnell begriffen dass ich damit eine Antwort auf viele offene Fragen bekommen habe. U. A. konnte ich mir nun erklären warum ich mich immer als Aussenseiter fühle. Zu wissen warum ich anders bin ist für mich eine Chance mein Leben zu ändern. Das ist aber nur mit professioneller Hilfe und evtll Medikamenten möglich. Einiges wird wahrschenlich bleiben wie es ist, aber es recht manchmal auch aus dass man damit umgehen kann. Bei aller Ungewissheit was die Zukunft für mich bringen wird. Das eine steht fest es kann nur Besser sein als bisher.

  3. #3
    Mumford

    Gast

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Hallo, Montaine.

    Bei mir war es ganz ähnlich. Von ADS hatte ich zwar schon mal etwas gehört, aber dass ich selbst betroffen sein könnte, war mir (lange Zeit) nie in den Sinn gekommen.
    Bis ich von einem Bekannten darauf angesprochen wurde, als wir uns über unsere Schulzeit unterhielten.
    Als ich ihm einige Sachen aus dieser (für mich schwierigen) Zeit schilderte, meinte er, dass ich womöglich ADHS gehabt haben könnte -KÖNNTE!

    Daraufhin habe ich mich mal etwas genauer mit dieser "Erkrankung" befasst und fiel ziemlich schnell aus allen Wolken.
    Als ich dann einen Blick in meine alten Schulzeugnisse warf, dämmerte mir, dass es wohl an der Zeit ist, mich mal auf AD(H)S untersuchen zu lassen.

    Ich hatte schon als Kind öfter mal den Eindruck, dass ich irgendwie einen an der Waffel habe, oder zumindest anders bin.
    Allerdings gewöhnte ich irgendwann daran und sah es einfach als normal an, suchte mir Freunde und Bekannte, mit denen ich klar kam.
    So nach dem Motto: "Komisch sind halt nur die Anderen, aber was soll's."

    Im Nachhinein -also nach meiner Diagnose- sehe ich das alles aus einer ganz anderen Perspektive. Es ergibt jetzt alles Sinn.
    Trotzdem - Von meinen Freunden habe ich zum Teil ähnliche Reaktionen bekommen. Viele wollen das nicht so recht glauben, dass ich ADS habe.
    Andererseits wundern dieselben Leute sich immer wieder über mein Verhalten. Das war auch schon vorher so. Aber ADS...? "Du doch nicht!"

    Seitdem ich weiß, womit ich es zu tun habe, gelingt es mir aber auch etwas besser damit klarzukommen. Bisher sogar ohne Medis.



  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Du stellst viele Fragen gleichzeitig.

    Bist du normal?
    Wer ist schon normal und was ist überhaupt normal? Wer hat das Recht, die Norm festzulegen? Das ist fast schon eine philosphische Frage.
    Ganz ehrlich: Wir sind alle in irgendwelchen Punkten speziell. Ob mit oder ohne ADHS. Wer kein ADHS hat, hat andere Schwächen. Dafür haben wir andere Stärken. Nein wir sind alle nicht normal oder vielleicht doch alle normal. Das ist eine Frage des Standpunktes. Und eine Frage, auf was genau man das bezieht.
    Was jedenfalls ADHS-typisch ist, ist dass Gefühl, anders zu sein. Ich dachte früher immer, dass das nur mir so geht. Aber hier habe ich gelernt, dass das viele ADHSler schon immer begleitet hat. Aber ich würde nicht sagen, dass anders = unnormal ist.
    Wie gesagt, dazu könnte man Bücher schreiben...

    Bisher wusstest du nur, dass irgendetwas nicht stimmt. Jetzt hat das Kind einen Namen. Sieh das als Chance. Wie willst du ein nicht greifbares Problem angehen?!? Das geht nicht. Habe ich selbst leidlich erleben müssen. Jetzt kenne ich konkrete Baustellen, die ich angehe. Das ist deshalb nicht einfach, aber es ist konkreter....

    Montaine schreibt:

    Neurologe und Psychiater sind sich beide einig das mir ne medikamentöse Therapie viel bringen würde, ich versteh nur den Sinn darin noch nicht was sich dadurch genau ändern soll.

    Das was ich alles hab, das ist zuviel um das hier alles aufzuzählen... wenn sich nur nen Teil davon durch nen Medi verbessert dann wärs ja ok, aber ich fühl mich grad als geh ich in eine ungewisse Zukunft.
    Die Frage ist, welche Medikamente angedacht sind.

    Mir haben Antidepressiva geholfen, überhaupt erst wieder lebensfähig zu werden. Ich konnte wieder Schlafen, überhaupt etwas machen und so banale Dinge wie Essen und Trinken gingen wieder. Ich war zuvor tief in der Depression.
    Aber das sind keine Wunderpillen.
    Durch Medikinet adult fällt mir der Alltag viel leichter. Ich bin
    - konzentrierter
    - vor allem entspannter, was mir sehr viel bedeutet
    - tolleranter und weniger schnell reizbar
    - leistungsfähiger
    - ich kann länger an etwas dran bleiben, das mir gerade gar keinen Spaß macht.
    - ich habe einen Überblick. Wenn ich beim Arbeiten die 2. Dosis vergessen habe, fällt es mir immer dadurch auf, dass ich irgendwann vor meiner Arbeit stehe wie der Ochs vorm Berg und keine Ahnung mehr habe, was ich wie und in welcher Reihenfolge angehen soll. Ich kann dann trotzdem noch arbeiten. Aber ich bin nicht mehr so leistungsfähig und es kostet alles unendlich viel mehr Kraft.
    - vorher war ich abends immer so fertig, dass ich keine Lust auf nichts hatte. jetzt schaffe ich es wieder, abends Sport zu machen.
    ...
    nur ein Auszug aus meinen Erfahrungen.

    Und was nicht zu vernachlässigen ist: Das alles ging nur mit Hilfe von begleitender Therapie. Die Medikamente geben mir die Kraft zur Änderung. Aber sie ändern weder mich, noch mein Umfeld.

    Was Medikamente dir persönlich bringen können, ist individuell. Schau gerne auch mal in die Erfahrungsberichte im Medikamentenbereich.

    Übrigens: ich bin überhaupt kein Fan von Medikamenten, auch wenn das ganz anders scheinen mag. Ich würde so viel darum geben, ohne klarzukommen. Aber ich musste leider einsehen, dass das Leben mit deutlich lebenswerter ist für mich....

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Mit dem Richtigen Arzt und dem Richtigen Medikament ist als kein Problem und viel Leute mein sich erlauben zu dürfen ein für verfügt zu halten das sie selber auch verfügt sind wissen nicht jeder Menschist auf sein Art und weis einzigartig und verfügt

    Las dich nicht Bieren geht dein Weg so weiter wie bisher, kannst mich gern Sachen fragen ichhabe ADHS schon als Diagnose Seit mein 7 oder 8 Lebensjahr und sind als 17Jahre bei mir mit Medikament und geht als Super


    Gruß
    Gmund oda Sepp

  6. #6
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Montaine was ich noch zu meinem Text hinzufügen möchte. M.E. braucht es eine gewisse Zeit bis du die Diagnose bzw die Tatsache dass du ADS hast akzeptieren kannst. Die solltest du dir auch geben. Meiner Meinung nach hilft es noch am Besten wenn man sich mit anderen Betroffenen austauschen und Informationen sammeln kann.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Gmund schreibt:
    Mit dem Richtigen Arzt und dem Richtigen Medikament ist als kein Problem ...
    Das spiegelt nicht ganz meine Erfahrung wieder. Das wäre zu schön. Der richtige Arzt und das richtige Medikament sind sehr wichtig.
    Aber unsere Probleme sind über Jahrzehnte entstanden. Wie soll da Arzt und Medikament auf einmal alles einfach machen...?!?

    Freut mich, wenn es Leute gibt, denen das so erging. Bei mir ist das leider nicht ganz so einfach...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Ich bin doch ganz normal? Oder etwa nicht?

    Danke Euch.

    Seit dem ich den Text hier geschrieben hab versuch ich nicht mehr soviel über das alles nachzudenken, ich dreh mich sonst nur wieder im Kreis und Ihr habt ganz Recht... ich glaub ich stell irgendwie im Moment alles in Frage was in Bezug auf den Befund steht und das sollte ich wohl eher bleiben lassen.

    Im Moment kann ich selbst eh nix dran ändern außer, wie Ihr schreibt, mir selbst die Zeit geben die ich brauche. Obwohl das alles andere als einfach ist.

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