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Diskutiere im Thema Umgang mit der Impulsivität im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    Umgang mit der Impulsivität

    Liebe Foris

    In letzter Zeit beschäftige ich mich intensiv mit meiner Impulsivität.

    Bei meiner "neuen" Arbeit wird erwartet, dass ich abwarten, überlegen und dann handeln tu..

    Bei mir ist es oft so, dass ich die Situation seh und merke, dass ich etwas verändern muss und dann gleich handle. Dass kommt manchmal gut, manchmal, macht es die Situation nicht dramatischer als sie schon ist aber manchmal wird die Situation damit noch viel schlimmer als sie gewesen war. Speziell dann tut es mir enorm leid, weil ich dies nicht sooo wollte. Wenn es nicht soooo schlimm war aber meine Prakti - Betreuerinnen meine Bemerkung od. was auch immer voll daneben finden, dann geben sie mir dies mit sehr vorwurfsvollen Blicken zum Verständnis. Das tut dann sehr weh, weil ich es wirklich nicht extra mache.

    Früher war meine Impulsivität sicher ein Grund, weshalb ich immer wieder ausgeschlossen wurde bzw. nicht verstanden wurde. Ich habe schiss, dass das wieder passiert und möchte an mir arbeiten..

    Deshalb kann mir irgendwer vllt. Tipps geben wie es mir besser gelingen könnte, abzuwarten und zu überlegen bevor ich handle? Auch Erfahrungsberichte von Euch würden mir sicher helfen und vielleicht auch Euer Verständnis..

    Zur Zeit kaue ich extrem darum rum und es macht mich auch traurig, dass ich ohne, dass ich will so handle wie ich eben handle.

    Liebe Grüsse
    Chubasco

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Hallo Chubasco!

    Meine Antwort auf deine Frage ist:

    Meditation, seine Gedanken betrachten, ihnen keine Wertigkeit beimessen und sich durch die Betrachtung den Platz und die Zeit verschaffen, entsprechend zu handeln.

    Ich halte mich auch für recht impulsiv... manchmal sogar etwas zu explosiv.

    Mir hat Zazen (Sitzmeditation) recht schnell geholfen. Schau mal nach einem Zendo in deiner Nähe und sprich mit einem der Meister. Vielleicht können sie dir helfen.

  3. #3
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Ich bin leider auch sehr impulsiv, deshalb habe ich in den letzten Monaten mein Ausdauersportprogramm intensiviert. Das hilft mir schon. Ausserdem werde ich im November mal Yoga ausprobieren. Das soll stimmungsausgleichend wirken.

  4. #4
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Seufz! Ja die liebe Impulsivität.. ist eines meiner grössten Probleme und mit Medikamenten zwar deutlich besser, aber immer noch hinderlich... Ein Patentrezept gibt es glaube ich keines, weil jedem etwas anderes hilft. Ich werde mal den Tipp von Barkley's Handbuch für Erwachsene mit ADHS ausprobieren und mir in "kritischen" Situationen ein Stoppschild vorstellen, damit ich Zeit zum Nachdenken gewinne.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Hallo Chubasco,

    kann mich Skeptiker nur anschließen und spreche aus Erfahrung. Ich kann Dich nur zu gut verstehen...ich laufe im sitzen
    Und sprühe nur so vor Energie undEnthusiasmus hi...hi..
    und Impulsivität, oh mein Gott wan bin ich dass mal nicht?!

    Nein aber jetzt mal ernsthaft....ich weiß wie es Dir geht glaub mir dass. Ich erlebe es fast täglich....

    Und da ich extrem wissbegierig bin, und mich stetig forbilde um am Ball zu bleiben. ( Warum steht in meinem Vorstellungstheard )
    beinhaltet dass auch immer laufend kluge Ratschläge aufzufangen, oder zu erlesen.

    Sitzmeditaion, ne ganz klasse Sache. Ich übe mich da jetzt gut nen halbes Jahr drin und muss gestehen ich habe mich richtig dran gewöhnt und freue mich regelrecht dadrauf und noch mehr, mir ist es verdammt wichtig, Sie einzuhalten. Und dass für eine Spezies, wie mich. ( ADHS & Hochsensibilität ?!)

    Noch ein kleiner Ratschlag vielleicht, was nützlich sein könnte, zu wissen warum Impulsivität positiv ist. Falls Du es nicht schon weist.

    Sich wirklich bewusst machen, wann ernte ich Lob und wann wird es mir zum Verhängnis? Sprich ich fühle mich unverstanden und ungerecht behandelt. Weil wir ja nur Helfen wollen und nichts mit Absicht machen um einen zu schaden.

    Also ein Beispiel von mir: Ich war sonst aus der vergangen Zeit, recht impulsiv, was männliche Bekanntschaften angingen. Und hatte mich immer stets gewundert, warum denn dass so
    sei? Und dann bin ich mal ganz in mir gegangen und habe richtig kleinlich aufgeschrtrieben, Wie was mit Wem passiert ist und wie es dazu gekoommen ist? Und zwar ohne zu Bewerten.
    Es geht in Erster Linie erst mal nur ums Aufschreiben. Und dann ans Kleingemachte...was war gut? ....was war weniger Gut Förderlich für mich, damit es MIR gut geht und nicht den anderen.
    Verstehst Du ein wenig, was ich damit sagen will? Nur wenn es und gut geht, kann es den Anderen gut gehen.

    Wie gesagt, nur ein Bsp.

    Alles gute an Dich und wünsche Dir Toi....Toi...Toi...

    lg *ladynight*

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Kann nur zustimmen, was Yoga und Meditation angeht.

    Mir hat auch immer geholfen, wenn ich mich richtig ausgepowert habe - bei mir war es immer Schwimmen oder ne Radtour! Dieses Auspowern nimmt viel Energie aus den Impulsen!

    Aber, es ist nicht immer einfach und leicht. Bei mir muss schon einiges zusammen kommen, damit ich ausraste - ist leider so, ich komme immer hinterher wie die "Alt-Fasnacht".

    Im Grunde ist es einfach - was nichts zu bedeuten hat - die beste Möglichkeit, um mit der Impulsivität umzugehen ist die Umlenkung der Kräfte. Wenn Dir das möglich ist, ist schon viel gewonnen.
    Das ist allerdings auch die größte Schwierigkeit.

    Ich hab aber mittlerweile auch gelernt, mich besser abzugrenzen und mal ein klares Wort zu sprechen, wenn ich merke, dass mich meine Umgebung gerade so richtig auf die Schiene bringt. Ist an der Arbeit bei mir oft nicht ganz einfach - ich kann z.B. keine endlosen Besprechungen ertragen und schon gar nicht, wenn sich die Inhalte ständig wiederholen grrrr.

    Ich war jetzt mit einer ganzen Gruppe von Leuten unterwegs und da ist einiges auch nicht so ganz glatt gelaufen - boah, war ich stolz, dass ich jedes Mal ganz ruhig bleiben konnte. Selbst die Impulsivität einer anderen Teilnehmerin konnte mich nicht aus der Ruhe bringe - na ja, ich hab schon ein paar Mal gekontert, aber eben ganz ruhig und gelassen.

    Das Beste war ne komische Geldgeschichte, ein Teilnehmer schuldete mir noch Geld und war überzeugt, dass es umgekehrt ist - war fast nen Brüller wert. Er hat nen ziemlichen Wirbel gemacht und ich kriegt nur noch große Augen. Ich hab's geschafft, bis zum nächsten Tag zu warten. Dann stapfte ich ganz ruhig zu ihm und schlug vor, dass wir mal alles aufschreiben. Na der hat vielleicht gestaunt, dass er selbst der Schuldner war. Alles lief ganz gelassen ab, er bedankte sich noch bei mir, dass ich so cool reagiert hab und unser Verhältnis lief unbelastet weiter.

    Früher wäre ich eher sofort auf ihn losgegangen und hätte die sofortige Klärung der Sachlage in die Wege geleitet - was sicher auch in Zukunft noch öfter passieren wird.

    Aber ich war auch recht ausgeglichen, körperlich ausreichend gefordert und die vielen Meditationsrunden haben noch ihren Beitrag geleistet.

    Wenn ich das meinem Shrink erzähle, wird er so richtig stolz auf seine Behandlung sein und sich selbst auf die Schulter klopfen

    Mir hat auch immer geholfen, wenn ich in schwierigen Situationen nen Handschmeichler hatte - ist bei mir ein Bernstein, der super gut in der Hand liegt und mich immer daran erinnert, dass ich nicht jeden Gedanken gleich in Sprache umsetzen muss!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Lieber Skeptiker,
    Liebe Trübeli, Narya, Ladynight und Waldsteinie

    Erstmals vielen lieben Dank für Eure Antworten.
    Es hilft mir sehr, dass ihr mich versteht und wisst wovon ich spreche und dass ich mit dem Problem nicht alleine bin. Das tut gut.

    Noch ein kurzes Update; Ich habe heute mit meiner Prakti - Begleiterin über mein Problem gesprochen! Nicht weil ich unbedingt mit ihr über dieses Problem sprechen wollte sond. weils zum Tagesrückblick gerade gepasst hat. Sie war sehr verständnisvoll (das hätte ich nicht erwartet). Hab ihr gesagt, dass ich an mir und der Impulsivität arbeiten möchte und sie geben mich zu unterstützen, was sie und ihr Team auch möchten (auch das hätte ich nicht erwartet). Hab ihr auch gesagt, dass ich mir schon darüber Gedanken gemacht hätte, was mir helfen könnte, leider jedoch noch nicht auf einen grünen Zweig gestossen bin. Sie hatte mir einen Vorschlag. Dieser lautet: Struktur in die Arbeit bringen. Et voilà, hab mich mit ihr darüber geeinigt, dass wir das jetzt ausprobieren und nach einer gewissen Zeit wieder darüber sprechen obs hilfreich war od. nicht und wenn, dass wir es weiterziehen und wenn nicht, dann nach neuen Methoden suchen. Ausserdem hat sie mir gleich noch gesagt, dass sie es eigentlich sehr schön findet, dass ich so spontan bin und auch manchmal handle, v.a. in Notfällen, sei ich . Da hätte sie sogar schon etwas Respekt vor mir, wie ich in Sekundenschnelle die ganze Situation überblicken könne, super handle und alles im Griff hätte. Dieses Feedback hat mir irgendwie gut getan und das Negative der Impulsivität etwas relativiert, was natürlich nicht heisst, dass ich weiter daran arbeiten muss. Ausserdem hats mir bestätigt, dass die positiven Eigenschaften von uns Adhs'ler wirklich auch wichtig und wertvoll sind.

    Vllt. noch kurz Weiteres zu meiner Impulsivität. Es ist nicht so, dass ich irgendwie laut werde od. explosiv. Bei mir ist es mehr, dass "Reinplatzen" in die Situation.

    Schauen, dass ich ausgeglichen bin und mir in meiner Freizeit etwas Gutes tu, das kam in den letzten Monaten schon etwas zu kurz.. das Einzige was ich noch tat, war regelmässig ins Zumba gehen. Ich ging nicht mehr zu meinem Pflegepferd, welches mich und ich sie genauso braucht. Ich habe ich aus dem Gefühl "zu wenig Zeit für mich" nicht mehr getan.. Aber es täte mir gut und am Wochenende werde ich mich in den Allerwertesten kicken und gehen.
    Mich in der Meditation üben, das tät mir bestimmt auch gut und Yoga ist auch was gaaanz Tolles. Das habe ich auch schon gemacht...

    Ich bin der Impulsivität also nicht hilflos ausgeliefert.. was ich manchmal das Gefühl habe.

    Liebe Grüsse
    Chubasco

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Sport liegt mir ja nicht so. Und zum Meditieren habe ich zumindest jetzt einfach nicht genug Sitzfleisch. Ich bin noch immer Impulsiv, aber ich konnte es zumindest einschränken, wenn auch auf einem anderen Weg.

    Ich habe gelernt, darauf zu hören, was mir mein Gefühl sagt. Gerade bei zeitintensiven Sachen oder teuren Anschaffungen, kommt schnell die Skepsis, ob ich das wirklich leisten kann oder wirklich brauche, mit dem Gepäck, was ich mit mir rumschleppe. (Ich habe ja zig Baustellen, die auf Bearbeitung warten.) Aber auch auf Arbeit war es inzwischen so, dass ich 2 x überlegt habe, was mich schon zum Glück oft ausbremste, denn so konnte ich mancher Verschlimmbesserung aus dem Weg gehen.

    Ich habe gelernt, dieses Gefühl, wenn man es nicht gleich macht, dass es einen förmlich zerreist, auszuhalten. Ich schaffe es jetzt zumeist, meine Gedanken schriftlich zu formulieren und sie nach einer Nacht Schlaf noch einmal anzusehen. Oder - wenn Schriftlich nicht ging, dann zu schauen, ob am nächsten Tag diese "ach so tolle Idee" noch da ist. Vieles verblasst im Morgenlicht, was am Abend noch so strahlend vor einem stand.

    Aber, wenn es hart auf hart kommt, kann ich immer noch spontan die Sache zumeist gut überblicken und handel sehr impulsiv. Nicht immer richtig, aber sehr selten schlecht. Und wenn wir ehrlich sind, aus einer Rückblende lässt sich eh alles viel leichter beurteilen. Aber wenn wir hellsehen könnten, hätten wir vermutlich einen ganz anderen Beruf.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    ChaosQueeny schreibt:
    Sport liegt mir ja nicht so.
    Zum Glück haben wir Menschen unterschiedliche Vorlieben und Interessen. Sonst wärs auf der Erde ja tot langweilig...
    Mir liegt es eigentlich . Als ich noch in der Schule war, war ich im Sportunterricht immer sehr gut v.a. in den Aussdauer - Sachen. Aber auch im Geräteturnen und den Ballspielen... ich bewege mich einfach gern und brauche es auch. Es kam in letzter Zeit einfach zu kurz. Aber ich habe es erst gemerkt, als ich dieses Thema eröffnete.
    Ich bin froh, dass ich es gemacht habe, denn so habe ich auch gecheckt, dass ich mich in letzter Zeit etwas vernachlässigt hab. Heute war ich dann auch bei meinem Pflegepferd und entgegen meinen Vorstellungen: "Nur zu geben." War es gerade umgekehrt. Die frische Luft, die Bewegung und die Freude darüber dass mich "meine" Stute noch gekannt hat, hat mir gut getan. Manchmal bin ich schon ein Trottel.


    Ich habe gelernt, dieses Gefühl, wenn man es nicht gleich macht, dass es einen förmlich zerreist, auszuhalten. Ich schaffe es jetzt zumeist, meine Gedanken schriftlich zu formulieren und sie nach einer Nacht Schlaf noch einmal anzusehen. Oder - wenn Schriftlich nicht ging, dann zu schauen, ob am nächsten Tag diese "ach so tolle Idee" noch da ist. Vieles verblasst im Morgenlicht, was am Abend noch so strahlend vor einem stand.
    Wie schaffst du es, wenn du impulsiv bist, mit einer Handlung zu warten bis du sie ausführst? Hilft dir schon der Gedanken, dass du es später aufschreiben kannst? Oder hast du eine Arbeit, wo es keine Rolle spielt, wenn du kurz mal was notierst? Bei mir ist so, dass schon nur das notieren von Stichworten auf einen Zettel, die Situation negativ verändern könnte. Manchmal ist rasches, überlegtes Handeln gefragt (was ich gut kann) und manchmal einfach gutes beobachten und sich im Kopf überlegen, wie ich bei einem weiteren Vorkommen reagieren werde und die Situation positiv beenden kann (und genau, da handle ich dann jeweils impulsiv). Wenn ich da was notier, dann verpass ich u.U. wichtige, kleine Details aber genau das fällt mir unglaubl. schwer

    Aber wenn wir hellsehen könnten, hätten wir vermutlich einen ganz anderen Beruf.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Umgang mit der Impulsivität

    Das Aussitzen musste ich tatsächlich zu hause lernen. Es ging einfach nicht - gerade mit Kind - jedem Impuls sofort nachzugeben. Das ist, als wenn du dich mit offenen Augen direkt ins Chaos stürzt und da kommst du mit Garantie nicht so schnell wieder raus, zumal man sich damit gerne Probleme und Arbeit, die man sonst gar nicht in diesem Umfang hätte. Probier mal eben Seidenmalerei mit einem Kleinkind ... Wenn du dazu einen Velourteppich in hellgrau hast, dann merkst du schnell, was ich meine.

    Ich finde es unheimlich schwierig, das zu erklären, stelle ich gerade fest.

    Also erst einmal, ich bin tatsächlich eine (jemand sagte mal dazu) Feuerwehr. Intuitives, schnelles und richtiges Handeln war kein Problem. Wussten die anderen bei einem Problem nicht weiter, kamen sie gerne zu mir. Ohne angeben zu wollen, aber Lösungen für Probleme zu finden, war für mich selten wirklich schwierig. Allerdings waren meine Lösungen auch nicht immer konventionell. Ich brauche aber auch eine gewisse Freiheit im Arbeiten und auch bei Entscheidungen. Werde ich zu stark eingeengt, schwächel ich auf ganzer Linie.

    Im Job wurde es mir schon in der Lehre beigebracht, dass ich alle anfallende Arbeiten auf einen Block notierte und dort Erledigtes abstrich. Später war klar, was auf meinem Schreibtisch lag, war meins. Aber den Block habe ich beibehalten für Gedanken, Impulse, wichtige Arbeiten, die z. Bsp. später erledigt oder durchgecheckt werden mussten (nicht immer unbedingt die Arbeit betreffend, aber was soll man machen, wenn das Gehirn einem meldet: Du musst nachher noch xy einkaufen, sonst ....", oder einem ein guter, aber noch unausgereifter Verbesserungsvorschlag durch den Kopf schiesst?) und die ich nicht vergessen durfte. Aufschreiben musste ich immer am besten sofort. Tat ich das nicht, dann beschäftigte mich das so sehr, dass meine Arbeit drunter litt. Schrieb ich es auf, war der Gedanke so weit raus aus dem Kopf und die "Angst", ich könnte ihn vergessen, war weg, damit hatte ich den Kopf frei für andere Überlegungen. Meist lies meine Arbeit das zu, wenn es jedoch nicht ging, dann versuchte ich, das möglichst schnell nachzuholen.

    Ich habe festgestellt, es kommt besser beim Boss an, wenn man sagt: "Moment, ich notier mir schnell was!", als wenn man dann unkonzetriert und fahrig im Gespräch ist oder bei Anweisungen nicht richtig zuhören kann. Ob das manchmal komisch ankam? Ja, anfangs schon mal, aber da jeder irgendwelche Macken hat, wurde es schnell als "normal" angesehen. Und oft fanden sie es nicht mal schlecht, dass ich mir "Gesprächsnotizen" machte.

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