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Diskutiere im Thema Verzerrte Wahrnehmung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 767

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    Ach du Schande.. ich geh gleich an meinen Massage-Apparat!

    In einem anderen Thread wurden ADSler als sehr schmerzempfindlich dargestellt.. was sind sie nun? Ich hätte mich nie als schmerzempfindlich bezeichnet.. empfindlich manchmal ja.. aber nicht auf Schmerzen.

  2. #12
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    laut meiner frau bin ich bei grossen schmerzen unempfindlich, bei kleinigkeiten jammer ich rum. liegt aber auch vielleicht ein wenig an meiner unfallhistorie trümmerbruch, bänderrisse, schultergelenkssprengung, schwere prellungen etc...
    irgendwie hab ich dauernd irgendwien unfall mal heftiger mal weniger heftig

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    Verzerrte Wahrnehmung?

    Ich denke, dass die Wahrnehmung bei AD(H)Slern und Nicht AD(H)Slern durchaus - zumindest in Teilbereichen - etwas voneinander abweicht.

    Kann man aber von einer abweichenden Wahrnehmung tatsächlich auf eine verzerrte Wahrnehmung bei AD(H)Sler schlußfolgern oder ist diese Einstufung möglicherweise nur ein Ergebnis der Mehrheitsverhältnisse?

    Bestimmt möglicherweise nur die Mehrheit, was richtig/korrekt/normal ist und dass Diejenigen, welche davon abweichen, halt nicht "normal" oder gar verzerrt sind?



    Leistungsfähigkeit:

    Überschätzen wir wirklich unsere Leistungsfähigkeit? Ist das eigentliche Problem nicht möglicherweise eher die "Berechenbarkeit" (Wahrscheinlichkeit) des Eintretens unserer unterschiedlichen Leistungsbereitschaften - und damit Leistungsfähigkeiten?

    Unsere Leistungsfähigkeit ist nicht kontinuierlich, sondern schwankt m.E. extrem. Einmal ist sie gigantisch hoch (im Hyperfokus) und einmal extrem niedrig (z.B.: Phase der Tagträumereien u.dgl.)

    Wie schätzen denn Nicht-AD(H)Sler unsere Leistungsfähigkeit ein? Wie nehmen sie diese wahr?
    Ich denke der Satz in vielen Zeugnissen " Du könntest deutlich besser sein, wenn du nur wölltest " als wohl gravierendste Fehleinschätzung spricht Bände.

    Ist es aber nicht so, dass es, wenn Nicht-AD(H)Sler genauso wenig (oder noch weniger) unsere Leistungsfähigkeit einschätzen/korrekt wahrnehmen können, hier weniger eine Verzerrung in der Wahrnehmung vorliegt, als ein "Berechnungs- bzw. Bewertungsproblem" in Abhängigkeit der jeweiligen Motivation und Verfassung?

    Wie will ich festmachen, was mich wann für ein Impuls ereilt, eine Motivation gegeben ist oder diese schwindet ... usw. ... also wann und wie lange ich gerade zu maximaler Leistung befähigt bin und wann nicht?



    Rückmeldung des Umfeldes:

    Kann es möglich sein, dass man, wenn man in vielen Dingen anders tickt, möglicherweise auch in der Mimik und Erregung anders "gestrickt" ist und dass dies möglicherweise Trugschlüsse bei Nicht-AD(H)Slern bezüglich unserer momentanen Verfassung bewirkt?.

    Wenn ich nachdenke, fragt meine Frau regelmäßig, ob ich sauer wäre.

    Offensichtlich vermittelt ihr die Mimik meines Gesichtes wohl diesen Eindruck.

    Ich bin aber in diesem Augenblick keineswegs sauer, sondern voll in Gedanken.

    Nun könnte man meinen, ich würde meine "Verärgerung" nur nicht wahrnehmen?

    Dies halte ich persönlich aber für nicht zutreffend, da nur in Ausnahmefällen ein negativer Aspekt Grund, Anlass oder Ergebnis des Nachdenkens war. Warum also sollte ich sauer sein?

    Ich halte dieses Phänomen für so etwas ähnliches, wie das Schwanzwedeln bei Hund und Katze. Während dies beim Hund ein Zeichen von Freude ist, ist es bei der Katze ein Zeichen für das Gegenteil.

    Auch die Erregung (lautere Stimme usw.) kann bei Gesprächsführungen möglicherweise "automatischer" (oder gar notwendiger) Bestandteil der Mimik und Konversation sein und möglicherweise deshalb unterschiedlich empfunden werden.

    Für AD(H)Sler sind m.E. extreme Schwankungen in vielen Bereichen des Lebens "normal", sei es bei den Gefühlen, den Motivationen, der Leistungsfähigkeit usw....
    Warum sollten also gerade schwankende Erregungszustände oder schwankende Lautstärke von uns als für uns nicht "normal" empfunden werden?

    Was für uns eine stärkere Poentierung und Akzentuierung ist, mag für Nicht-AD(H)Sler möglicherweise durchaus als aggressiv herüber kommen, genau wie manche sehr ruhige und ausgeglichene Vorträge/Ausführungen eines Nicht-AD(H)Slers mangels analoger Poentierungen und Akzentuierungen auf uns eher langweilend und ermüdend wirken können.



    Gesundheitlicher Zustand:

    M.E. ist unser allgemeiner gesundheitlicher Zustand sehr eng mit der Motivation, den momentanen (oder dauerhaften Umfeldeinwirkungen) und anderen eher spontan einwirkenden Dingen verbunden, was nicht selten zu relativ plötzlich eintretenden "Unwohlsein", Fieber, Schmerzen, Magenverstimmungen usw. führen kann, welche allerdings auch genauso schnell und plötzlich (schlagartig) wieder "weggehen" können.

    Ob dies bei allen AD(H)Slern so ist, kann ich nicht einschätzen, aber bei mir und einer ganzen Reihe anderer AD(H)Sler (mit denen ich hierüber sprach) ist es so.

    Allein deshalb war ich seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr wegen Grippe oder ähnlichem bei einem Arzt.
    Erst einmal habe ich Grippe sowieso kaum noch.
    Wenn es jedoch auftritt, kommt es meist schlagartig mit hohem Fieber und allen TamTam ... und ist i.d.R. nach zwei Tagen weitgehender Ruhe (arbeite dann i.d.R. kaum) wieder weg.

    Anders verhält es sich bei "nervös bedingten" Erscheinungen, wie Magenverstimmungen, Durchfall usw., welche bei mir fast ausschließlich durch äußere Impulse verursacht werden und nur in Abhängigkeit der "Auflösung" dieser Impulse wieder "verschwinden" (bzw. bei Studium damals über Medis).

    Zum Schmerzverhalten/-empfinden gibt es ja gerade bei der Jäger-/Farmer-These von T.Hartmann durchaus Denkansätze, warum wir Schmerzen oder andere Einwirkungen auf unseren Körper möglicherweise anders wahrnehmen oder "ausblenden", z.B. weil dies ehemals überlebensnotwendig gewesen sein konnte (im Kampf oder bei der Jagd).

    Als Jugendlicher habe ich immer - um cool zu wirken - die Zigarette ganz langsam auf den Handballen ausgedrückt und durch Hyperfokussieren auf das Lächeln dabei hypnosegleich den Schmerz kaum gespürt.

    Der Hyperfokus kann m.E. gerade beim Schmerzempfinden eine ganz wesentliche Rolle spielen.

    Wenn ich z.B. im Hyperfokus (auf irgendeine Beschäftigung) bin, kann es sein, dass ich den Schmerz nicht wahrnehme. Andererseits kann es sein, dass ich mich in einen Schmerz regelrecht hinein versteigere.

    Dies ist z.B. bei mir beim Gedanken an den Zahnarzt so, wo Behandlungen bei mir nur unter Hypnose möglich sind, da ich, sobald ich auf dem Zahnarztstuhl sitze, mich in Kreislaufprobleme hinein steigere und voll auf den eventuell auftretenden Schmerz hyperfokussiere,



    Normal sein:

    Was ist normal? Dass, was die Mehrheit tut? Dass, was den eigenen Fähigkeiten und Veranlagungen entspricht?

    Ein Sprinter beansprucht andere Muskelarten mehr als ein Marathonläufer und umgekehrt. Dem Einen fällt folglich ein Kurzstreckenlauf leichter und dem Anderen ein Langstreckenlauf. Welcher von Beiden ist normal?



    Andere Nerven:

    Wie empfindet ihr die Art der Nicht-AD(H)Sler, insbesondere bezüglich Aspekten der Entschlussfähigkeit, der Veränderungsfähigkeit, der "Geschwindigkeit" beim Erzählen usw.?

    Ich denke, dass die meisten AD(H)Sler bestimmte für Nicht-AD(H)Sler typische und richtige Handlungsweisen genauso nerven, wie einige unserer typischen und für uns richtigen Handlungsweisen es bei den Nicht-AD(H)Slern tun.



    Hier möchte ich erst einmal enden ... damit es nicht zu lang wird .... Als alternative Überlegungsoption dürfte es möglicherweise auch erst einmal genügen.


    Lieber Gruß
    andreas
    Geändert von derzirkel64 (14.01.2010 um 12:26 Uhr)

  4. #14
    Patty

    Gast

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    Zu dem Thema "verzerrte Wahrnehmung" ist mir die Erklärung einer Ergotherapeutin eingefallen.

    Sinngemäß (leider habe ich nicht mitgeschrieben und es ist schon länger her)
    hat sie gesagt, daß man davon ausgeht, daß Wahrnehmung gleichmäßig verteilt sein soll.

    Beispiel:
    Wahrnehmung Haut (außen)
    Wahrnehmung mittlerer Bereich
    Wahrnehmung in der Tiefe

    Bei Wahrnehmungsstörungen nimmt jemand zum Beispiel prozentual mehr im äußeren Bereich wahr (Empfindlichkeit der Haut) und entsprechend weniger im mittleren und/oder tiefen Bereich.

    Durch Ergotherapie kann/soll ein Ausgleich zwischen den drei Bereichen erreicht werden.

    Ich selber habe eine sehr starke Empfindlichkeit im äußeren Bereich, (kann keine Wolle vertragen, keinen Schmuck, keine Armbanduhr, kein Fett an den Fingern, bei Juckreiz wird gekratzt bis es blutet etc.).

    Dagegen empfinde ich weniger im mittleren bzw. tieferen Bereich.

    Falls jemand die richtigen Fachausdrücke dazu kennt ...

    LG Patty

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    Hallo Patty,

    und warum sollte man davon ausgehen, dass es so gleichmäßig verteilt sein muß und das auch gut ist?
    Weil es bei einem Großteil der Menschen so ist?

    Hat ein Super-Sprinter und ein Super-Marathonläufer ein verzerrtes Muskelwachstum, weil bei dem Ersten die kurzfristig belastbaren Muskeln extrem gut ausgebildet sind und bei dem Zweiten die Ausdauermuskeln, während bei den anderen Menschen i.d.R. diese besonders leistungsfähige Muskelausbildung nicht vorliegt?

    Lieber Gruß
    andreas

    PS:
    Das soll keine Kritik oder Infragestellung an deiner Aussage sein, sondern nur zum Nachdenken darüber anregen, warum diese Abweichung negativ belegt wird (verzerrt = negativ / abweichend = neutral).

  6. #16
    Patty

    Gast

    AW: Verzerrte Wahrnehmung

    Hallo Andreas,

    das soll wohl eine Art Erklärungsmodell sein.

    Es war die Erklärung der Ergotherapeutin auf meine Frage hin, wie ich mir die Wahrnehmungsstörung meiner behinderten Tochter vorstellen könne.

    Es ging dabei speziell um die taktile Wahrnehmung.

    Leider liegt das Gespräch ein Jahr zurück und ich kann mich an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern.

    LG Patty

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