ADHS/ADS ist im Moment für mich gefühlt sehr im kommen und einige nehmen das als Entschuldigung für alles.

Wir haben für unseren Sohn einen Theradeuten durch unseren Kinderarzt empfohlen bekommen da die Erzieherinnen im Kindergarten meinten er hätte ADHS. Dort sind wir mitlerweile seit fast 4 Jahren. Gefühlte 2-3 Mal im Monat waren wir bei ihm oder seiner Assistentin, da wir auch eine Elternschule gemacht haben um unseren Sohn und seinem Verhalten besser zu verstehen zu können.

Wir haben unzählige Tests gemacht und unzählige Gespräche geführt. Zuerst haben sie Festgestellt, dass er hochbegabt ist. Das gab natürlich ersteinmal heftige negative Reaktionen in Kindergarten und der Schule. In der nächsten Zeit haben wir gelernt mit ihm als Hochbegabten umzugehen und den Weg ein Stückchen weiter zu gehen. ( Als wir die Diagnose unseren Freunden mitgeteilt hatten... ist passiert was passieren musste... fast ein drittel der Eltern mit den "(ich sage es mal vorsichtig provozierend) gestörten Kinder" rannten zum Therapeuten und machte einen Test auf Hochbegabung. Keiner hatte einen positiven Test aber der Großteil der Eltern sollte zur Elternschule kommen und "Erziehungstipps" (wobei das eher ein ZUsammenspiel mit den Kindern, dem Therapeuten und den Eltern ist)bekommen. alle von denen haben nicht lange durchgehalten. Wir mussten an uns arbeiten aber unser Sohn hat unsere Bemühungen mitbekommen und hat sich ebenfalls angestrengt einiges zu verändern. (Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen). Wir haben Spielregen aufgestellt, welche durch alle recht gut eingehalten werden. Es ist nicht einfach aber so fast nach 4 Jahren beginnt die Ernte... konsequente Erziehung zahlt sich doch aus!

In der Schule ist unser Sohn dann irgendwann nicht mehr mitgekommen und hat beim Schreiben nur eine Zeile in 1,5 Std. geschafft. Wir hatten dann jede Menge recht frustrierende Gespräche mit der Schule die uns wirklich nahe gegangen sind. Schulwechsel wurde besprochen, jedoch sind mein Frau und ich zum Ergebnis gekommen, dass sich das Problem nur verlagern würde. Im Zeugnis stand dann 2 Jahre lang, dass das Klassenziel nicht erreicht wurde... ;( ;( Durch die Schulärztin fiel der sogar der Satz, er wäre doch besser auf der Förderschule aufgehoben und wir sollten uns um eine Schulbegleitung bemühen... Was für ein Schlag in das Gesicht.... Danach mal wieder Krisengespräch beim Therapeuten und in der "Elternschule" das hat uns wieder aufgebaut.

Ende der 2. Klasse .... immer noch beim Therapeuten.... konnte er dann endlich die Diagnose stellen... Ja er leidet unter ADHS! - was für eine Erleichterung. Das Positive ist, dass unser Sohn durch die Lehrerin nie aufgegeben wurde, denn sie hat trotz aller Probleme immer das tolle und positive gesehen.
Wir haben es mit Absprache der Lehrerin noch eine Weile ohne Medikamente versucht

Für die Entscheidung zur Medikamentengabe haben wir uns 4 Wochen Zeit genommen dann erst haben wir zugesagt.

Hintergrund ist/war, dass ich seit meiner Kindheit an ADS/ADHS leide und nicht mit Medikamenten behandelt wurde und auch so durch das Leben gekommen bin. Für meine Mutter gab es diese Krankheit nicht, sie ist eine Erfindung der Pharmaindustrie und so weiter... Ich wurde mit Kügelchen und Bachblüten und sonstigen alternativen Methoden behandelt. Nach den Gesprächen beim Therapeuten und mein Fernstudium habe ich erst auch den Weg gehen müssen um mich selbst zu reflektieren zu lernen . Leider war der Weg ein steiniger mit jede Menge Endstäuschungen, Fehlschlägen und das möchte ich meinen Sohn nicht antun.
Dann kamen die Aufkläungsgespräche über die Wirkweise und Nebenwirkungen, die Notwendigen Untersuchungen. Schön war es auch wie er unseren Sohn über das Medikament aufgeklärt hat und er mitentscheiden durfte. Unser Sohn hat Entschieden, dass er die Medikamente nur für die Schulzeit nehmen möchte. In der Einstellungsphase nimmt er die auch am WE aber nur in der Einstellungsphase.

Nun bekommt er Midikinet 2x 10mg, wir sind in der Einstellungsphase. Seit der 2. Woche eine Riesenveränderung, er schafft wesentlich mehr, ist konzentrierter und hat fast den Rückstand aufgeholt. Das tolle ist, dass unser Sohn seine 2. Tablette in der Schule selbst nehmen kann ohne das ihn die Lehrer daran erinnern müssen. Einige der Lehrer auf der Schule glauben nicht an ADHS/ADS. ;(

Diese Riesenveränderungen haben mich bewogen nun einen 3. Anlauf für einen Therapeutenbesuch in Angriff zu nehmen. Leider heute ohne erfolg... Seit 9:00 Uhr versuche ich in der Praxis anzurufen... immer Besetzt oder der Anruf wird ignoriert! ;(


Wir sind froh, dass wir bei unseren Therapeuten den langen Weg genommen haben, denn hätte er uns bei der 2. Sitzung Medikamente angeboten wären wir weg gewesen. Leider hat er ziemlcih schlechte Bewertungen im I-Net aber er macht es gründlich und lässt sich Zeit.

Das Verhindert aus unserer Sicht, dass einige ohne Sinn und Verstand Medikamente bei Kindern verordnen die einfach zu wenig Bewegung und keine Erziehung geniessen.
Jetzt nach der Diagnose gehen wir damit offen um wir bekommen viel Zuspruch von anderen Eltern aber auch viel ungläubiges Kopfschütteln... was Ihr Sohn hat ADHS... das glauben wir nicht... er ist ja nicht so wie der und der. Oder Er bekommt "Ritalin" er ist ja gar nicht zugedröhnt!
[ironie an] Nicht jedes Kind mit ADHS/ADS springt im Restaurant über die Tische und schreit rumm..... immer diese Vorurteile! [ironie aus]



So genau weiß ich jetzt nicht warum ich das hier geschrieben habe... aber ich wollte es einfach mal loswerden. Ich habe leider keinen Zugriff auf Angehörige mit ADS/ADHS.