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Diskutiere im Thema "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Hallo Bücherwurm,

    ein MRT ist eine Kernspintomographie, ähnlich einer Computertomographie.

    Da es in diesem Thread um Spannungskopfschmerzen geht, nehme ich an, dass es darum auch bei Dir geht?

    Ich hatte vor etlichen Mal eines, eben wegen der Spannungskopfschmerzen die ich seit der Kindheit habe.

    In meinem Fall gab es keine Nadeln oder Spritzen etc.

    Man wird einfach nur mit dem Oberkörper in diese Röhre gefahren und muss dort dann möglichst ruhig ausharren, damit die ihre Aufnahmen machen können.
    Man bekommt einen Knopf in die hand, mit dem man abbrechen kann und kann die Ärzte hören, die einem Anweisungen und Informationen geben.

    Ich weiß nicht, ob das auch heute noch so ist, aber damals waren Kernspintomographien noch sehr laut, das ist nervig, aber aushaltbar.

    Das Ganze dauerte nur ein paar Minuten, vielleicht 10 oder 15, so genau kann ich mich nicht mehr daran erinnern, danach kann man seinen Kopf am Monitor scheibchenweise betrachten .

    In meinem Fall war es also nichts Schlimmes .

    Ob allerdings in anderen Fällen Kontrastmittel oder ähnliches erforderlich sind, das kann ich Dir nicht sagen, ich hatte nur dieses eine MRT.
    Das jedenfalls war harmlos.

    Im Zweifelsfall rufst Du einfach noch mal kurz in der Praxis an und fragst, damit Du dann auch sicher weißt, ob Du Jemanden als Faher/ Begleitung mitnehmen solltest oder nicht.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Ich war im offenen MRT, weil ich in dem anderen Zustände bekomme, da ich unter Platzangst leide. Im Prinzip passiert aber nichts Schlimmes! Einige hier beruhigt die Prozedur sogar so sehr, dass sie dabei gut einschlafen könnten.

    Beim Ausziehen musst du dich von allem mit Metall (Ketten, Gürtel, Geld in den Taschen und natürlich von deiner Geldbörse inkl. diverser Magnetkarten!) trennen, also auch ggf. von der Brille. Aber nette Schwestern geleiten dich zum Gerät, wenn du ohne halb blind sein solltest. Klamotten durfte ich bisher immer an lassen.

    Beim Gerät angekommen, wirst du angewiesen, dich hinzulegen. Dann bekommst du einen Ohrschutz (wahlweise mit Musik) und ein Gestell um den Kopf. In die Hand drücken sie dir einen Notknopf, falls die Panik zu doll sein sollte oder irgendwas sonst nicht in Ordnung ist mit dir. Anschliessend wird die Liege langsam ins Gerät gefahren.

    Wenn das Gerät startet, wird es laut. Und im Prinzip heisst es dann nur still liegen bleiben und durchhalten. Die ganze Prozedur dauert rund 15-20 Minuten, dann darfst du wieder aufstehen und dich anziehen. Im Normalfall geben sie dir den Befund oder zumindest die Bilder auf CD gleich mit.

    Kontrastmittel oder ähnliches wurden mir nicht gegenben. Allerdings musste ich vorher in der Wartezeit noch einen Zettel ausfüllen, wo einige Daten abgefragt werden.

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    ChaosQueeny schreibt:
    Wenn Stress ist, fliegen meine Gedanken hin und her, mein ganzer Körper ist extrem angespannt und ich breche in Hektik aus und verursache mitunter dadurch ein heilloses Chaos - im Kopf und um mich herrum.
    Das kann ich bestätigen, genauso ist es bei mir auch.
    Wobei man dazu sagen muss, dass es diesen Vorgang auch bei fast jedem Menschen gibt, nämlich wenn Menschen in den Hochstress geraten.

    Sind Personen im Hochstress, dann verliert sich mehr und mehr die Fähigkeit zum rationalen Denken.

    In einer der Rehakliniken habe ich gelernt, dass der Hochstress bei ca. 70% beginnt.
    Dabei nimmt man eine Skala von 0%, was als absoluter Ruhe- und Entspannungszustand gilt, nämlich ein komatöser Patient, bis 100%, mehr Stress geht dann einfach nicht, totaler Overload.

    Im Normalfall ist es so, dass die meisten "Normalos" im täglichen erleben einen Stresslevel von so in etwa 30% haben, und da kann dann noch erstmal einiges passieren, bevor sie in den Hochstress kommen.
    Manche sind aber dem Hochstress schon "von Haus aus" näher und ADS'ler gehören aufgrund ihrer angeborenen, syndromtypischen Anspannung dazu.
    Während also andere so bei "gemütlichen" 30% rumdümpeln und damit noch 40% "Reserve" haben, bevor sie beginnen aus dem Ruder zu laufen, liegen wir mit einem "Basis-Stresslevel" von vielleicht 50 oder 60% schon deutlich dichter an der Grenze zum Absturz.
    Kommt also auch nur ein bisschen was mehr dazu, sind wir im Hochstress.

    Inzwischen habe ich das verstanden und kann damit auch schon ein bisschen besser umgehen.
    Dummerweise hat das ewige Leben in diesem Stressbereich im Laufe der vielen Jahre so eine Art "Eigenleben" entwickelt und offengestanden weiß ich nicht, ob sich das je wiede reguliert.
    Und ebenfalls dummerweise reduziert sich die Stresstoleranz mit zunehmenden Alter obendrein auch noch und auch das merke ich leider recht deutlich.

    Durch die Medikation habe ich in dieser Hinsicht keine Verbesserung erfahren, in anderen Bereichen wohl schon, aber da ist mein Stresslevel noch allzu oft generell zu hoch.
    Diese permanente Anspannung bemerke ich sowohl an meinem Tinnitus (extreme Kieferanspannung verstärkt den Tinnitus, was mir aber ein guter Indikator geworden ist), als auch an den schon imemr währenden Schulter-/ Nackenverspannungen und den daraus resultierenden Schmerzen.

    Seit etwa 2 oder 3 Jahren bin ich Dauerpatient bei einer Physiotherapie (manuelle Therapie auf Schulter/ Nacken/ Rücken/ Wirbelsäule etc.) und das hilft recht gut.
    Mein Schmerzmittelkonsum ist seitdem deutlich zurückgegangen.
    Das heißt nicht, dass die Schemrzen weg sind, aber sie sind geringer.
    Immer klappt das nicht, wenn starke Belastungsfaktoren dazu kommen, dann hilft alles nichts, außer den Diclo's, aber das ist auch ok, denn ich kenne nun die Hintergründe und Ursachen und das macht den Umgang damit auch deutlich besser.

    EDIT:
    Entspannungsübungen, gleich welcher Art, helfen auch mir nicht, was wohl auch nicht sooo untypisch für Menschen mit AD(H)S ist .
    Ich habe aber andere Strategien, sozusagen "angenehme Anspannung, also sowas wie "Eustress", was das Gegenteil von "Distress" ist, ersterer ist positiver, letzterer negativer Stress.

    ChaosQueeny schreibt:
    Bisher nehme ich ja nichts. Aber langsam kommen mir Zweifel an dieser Theorie und ich frage mich, ob es dann nicht noch schlimmer wird? Allerdings sind bei mir seit meinem Zusammenbruch meine Sinne deutlich unschärfer und ich fühle mich ein Stück "behindert". Vorher war es nach meinem Empfinden besser und ich hoffte, das ich etwas von diesem alten Zustand zurück bekomme.
    Möglich ist alles .
    Ob man den alten Zustand wieder erreicht, ... ich kann es nicht sagen, bei mir hat es nicht geklappt, was aber nichts heißen muss.
    Aber der Umgang damit ist ein ganz anderer und das allein hilft mir schon.
    Und manchmal ist es auch schon ein Gewinn, wenn ein Zustand stabil bleibt und sich nicht verschlimmert, auch wenn man sich das ganz anders wünscht.

    In Bezug auf Entspannung hat mir die MPH-Medikation nicht viel geholfen, vielleicht ist sie hier und da eher für zusätzliche Kopfschmerzen ursächlich, aber ich meine, dass das nur in der Anfangszeit war, eine für den Beginn der Medikation eher zu erwartende Nebenwirkung.

    Das nach deinem Zusammenbruch erstmal alles noch, wie Du es beschreibst, unschärfer ist und Dich noch beeinträchtigt, ist zu erwarten ... so etwas braucht Zeit.
    Wenn es soweit gekommen ist, muss sich erst vieles noch wieder aufbauen und einiges wird vielleicht auch nicht wieder den gleichen Stand von vorher erreichen, aber das soll nicht entmutigen, denn es gibt immer auch Strategien im Umgang damit .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (15.10.2014 um 16:01 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Fliegerlein schreibt:
    ...
    Dummerweise hat das ewige Leben in diesem Stressbereich im Laufe der vielen Jahre so eine Art "Eigenleben" entwickelt und offengestanden weiß ich nicht, ob sich das je wiede reguliert.
    Und ebenfalls dummerweise reduziert sich die Stresstoleranz mit zunehmenden Alter obendrein auch noch und auch das merke ich leider recht deutlich.
    ...

    EDIT:
    Entspannungsübungen, gleich welcher Art, helfen auch mir nicht, was wohl auch nicht sooo untypisch für Menschen mit AD(H)S ist .
    Ich habe aber andere Strategien, sozusagen "angenehme Anspannung, also sowas wie "Eustress", was das Gegenteil von "Distress" ist, ersterer ist positiver, letzterer negativer Stress.

    ...
    Ja, das kenne ich gut mit dem EIgenleben. Langsam merke ich jedoch, dass ich positiven Stress wieder besser vertrage, als negativen. Lange Zeit war es egal, was für ein Stress es war, es warf mich einfach mal gekonnt aus der Bahn und das oft für mehrere Tage.

    Wobei ich innerlich sehr oft ein Gefühl habe, des Aus- oder Abgebrannt seins. Wie eine Wunderkerze, sehr hell und leider auch sehr kurz. Ich brenne nicht mehr, ich schwele nur noch so vor mich hin. - Was aber nichts mit dem typischen Burn Out oder einer klassischen Depression zu tun hat und daher oft falsch verstanden wird. Mir ist bewusst, dass ich meine fühere Leistungsfähigkeit vermutlich nie wieder erreichen werde und wenn ich ehrlich bin, dann tut der Abschied enorm weh. Ich fürchte, selbst jetzt nach Jahren habe ich einen endgütligen Abschied noch immer nicht geschafft. Aber wenn man früher 200 % konnte (gleich einem Gepard schnell und kurz mit sehr gutem Erfolg) und heute vielleicht nur noch auf knapp 70 % kommt, dann mag das für den normalen Menschen nicht so schlimm sein, weil 30 % vielleicht verzichtbar sind, aber wer vorher extrem jagdte und nun vergleichsweise von einer Schnecke überholt wird ... das ist echt schwer. Kein Wunder, dass ich Zeiten immer noch oder schon wieder falsch einschätze, brauche ich jetzt doch oft über das Doppelte von früher. - Ich wünsche mir noch immer den Gepard zurück, ich gebs zu. *seufz*

    Wie erzeugt man angenehme Anspannung / Eustress?

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Achtung Fliegerlein'scher Monsterpostingalarm ...

    ChaosQueeny schreibt:
    Ja, das kenne ich gut mit dem EIgenleben. Langsam merke ich jedoch, dass ich positiven Stress wieder besser vertrage, als negativen. Lange Zeit war es egal, was für ein Stress es war, es warf mich einfach mal gekonnt aus der Bahn und das oft für mehrere Tage.

    Wobei ich innerlich sehr oft ein Gefühl habe, des Aus- oder Abgebrannt seins. Wie eine Wunderkerze, sehr hell und leider auch sehr kurz. Ich brenne nicht mehr, ich schwele nur noch so vor mich hin. - Was aber nichts mit dem typischen Burn Out oder einer klassischen Depression zu tun hat und daher oft falsch verstanden wird. Mir ist bewusst, dass ich meine fühere Leistungsfähigkeit vermutlich nie wieder erreichen werde und wenn ich ehrlich bin, dann tut der Abschied enorm weh. Ich fürchte, selbst jetzt nach Jahren habe ich einen endgütligen Abschied noch immer nicht geschafft. Aber wenn man früher 200 % konnte (gleich einem Gepard schnell und kurz mit sehr gutem Erfolg) und heute vielleicht nur noch auf knapp 70 % kommt, dann mag das für den normalen Menschen nicht so schlimm sein, weil 30 % vielleicht verzichtbar sind, aber wer vorher extrem jagdte und nun vergleichsweise von einer Schnecke überholt wird ... das ist echt schwer. Kein Wunder, dass ich Zeiten immer noch oder schon wieder falsch einschätze, brauche ich jetzt doch oft über das Doppelte von früher. - Ich wünsche mir noch immer den Gepard zurück, ich gebs zu. *seufz*
    Kann ich in nahezu allen Punkten nachempfinden, denn es geht auch mir so.
    Man fällt noch zu leicht in die alten Pfade und kann auch irgendwie nicht so recht annehmen oder akzeptieren ... weiß nicht, wie ich das nennen soll, dass es nicht mehr so geht und nicht einfach wieder so funktioniert wie früher.
    Aber leider ist es ja so, dass es früher auch schon nicht funktioniert hat, sonst wären wir nicht da gelandet, wo wir jetzt sind ...
    Es ist ja im Grunde eine Konsequenz daraus, sozusagen immer Vollgas gefahren zu sein, während andere noch eher "motorschonend" unterwegs waren.

    Und ein Motor kann es auf Dauer nicht so gut leiden, ständig auf Vollgas getrieben zu werden.
    Ich vergleiche das gerne mit einem Auto, das nur 4 Gänge hat, unter vielen anderen Autos, die 5 Gänge abbekommen haben ...
    In der 30-Zone und der Ortschaft, konnten wir gut mithalten, aber auf der Landstraße merken wir dann schon, dass es nicht so leicht ist, mitzuhalten und auf der Autobahn dann, geht alles den bach runter und wir verstehen nicht, warum, denn äußerlich sitzen wir alle in recht baugleichen Autos und wir sehen und wissen ja nicht, dass die alle einen Gang mehr haben als wir.

    Und so versuchen wir brav mitzuhalten und fahren halt Vollgas und denken, das muss ja wohl so sein, die anderen können das ja auch.

    Naja ... und wenn einem dann der Motor um die Ohren fliegt, viel zu früh natürlich, dann wird einem erst gesagt, ... "Hallo, was hast Du denn erwartet, mit 4 Gängen? Das kann doch gar nicht funktionieren" ...
    (so in der Art eben . )

    Und ständig mit Vollgas zu fahren strengt und spannt an, ... den Motor und den Fahrer/ die Fahrerin.

    Und schon haben wir eine permanente Anspannung und Schmerzen und damit noch mehr Probleme, weil wir die Schmerzen nicht zuordnen können, was wiederum für weitere Ängste sorgt, wie Bücherwurm ja schon beschrieben hat (so war es auch bei mir).
    Willkommen im Teufelskreis ...





    ChaosQueeny schreibt:
    Wie erzeugt man angenehme Anspannung / Eustress?
    Es ist im Grunde genommen das, was Du als positiven Stress bezeichnest/ wahrnimmst.
    Etwas, das zwar anstrengend und anspannend ist, aber Dir Freude bereitet.
    Der Druck ist "irgendwie ein anderer".

    Für mich z.B. war das die Fliegerei.
    Wenn ich wirklich abschalten wollte, dann habe ich Platzrunden geflogen.
    Das macht man in der Ausbildung, um Starten und Landen und die Handhabung des Flugzeuges zu lernen und das möglichst intensiv, also macht man nichts anderes als starten, dann eine bestimme Runde um den Platz zu fliegen, mit genauen Vorgaben und dann wird wieder gelandet, durchgestartet und die nächste Runde geht los.
    Eine solche Runde dauert etwa 7 Minuten, man schafft also eta 9 Stück davon in einer Stunde und danach bin ich ausgepowert wie sonstwas, denn das ist eine volle Stunde purer Konzentration und Aufmerksamkeit, kaum Ruhephasen und viele Dinge, die ständig zu erledigen und zu beachten sind etc.

    Danach kann ich mein Hemd mitsamt T-Shirt auswringen, im wahrsten Sinne des Wortes, das geht...

    Aber es macht Spaß und in der Zeit bin ich nicht oder nur kaum/ begrenzt in der Lage, an was anderes zu denken.
    Es schaltet sozusagen meinen Kopf ab.

    Das ist auch eine Art von Entspannung, würde ich sagen.
    Bei Entspannungsübungen hört mein Kopf nicht auf zu denken, das feuert ununterbrochen durch.
    Bei solchen Dingen geht das nicht, denn da bin ich voll angespannt und muss ständig wachsam sein und habe ständig eine sofortige Rückmeldung (Direct Response), etwas, das für ADS'ler sehr wichtig ist.
    Das hält uns bei der Stange, deshalb funktionieren Videospiele bei ADS'lern auch so gut, was wiederum bei den Eltern für Unverständnis stößt, weil DAAA geht das, aber wehe es geht an Hausaufgaben.
    Heute kann/ darf ich zwar nicht mehr fliegen, aber ich kann das zumindest am Simulator noch machen.
    Das ist nicht ganz so real und nicht ganz so intensiv, aber ich habe Möglichkeiten gefunden, das dennoch recht gut und wirksam hinzubekommen .

    Ich hoffe, ich schweife nicht zu sehr ab, aber im Grunde gehört das gewiss alles zusammen in das Kopfschmerzthema, denn es erklärt auch die Gründe, warum wir angespannt sind (schon per se' aufgrund der neuronalen Verschaltung in unseren Gehirnen, was im Rahmen von FMRT-Untersuchungen zu Tage kam.
    Dort erkannte man, dass bei ADS'lern vieles über die Amygdala, unser Angstzentrum, sozusagen "umgeleitet" wird ...

    Und da schließt sich der Kreis.
    Negativer Stress, also Druck etc., verursacht Angst.
    Die wiederum ist ein Antrieb und so wurde bei uns das Angszentrum zum "Ersatzmotivator", so dass wir auf diesem Wege scheinbar besser funktionieren.

    Aber Motivation auf Angstbasis ist nicht für "Dauerbetrieb" gedacht und das führt dazu, dass sich das mehr und mehr automatisiert und wir sozusagen in einer Art "Dauerangst", oder besser ausgedrückt: einer Daueranspannung leben.

    Das war also sozusagen eine Schutz- oder Kompensationsfunktion unseres Gehirnes, um uns im Umfeld der Nicht-ADS'ler zu helfen.
    Gut gemeint, aber leider mit schwerwiegenden Konsequenzen, eben Spannungsschmerzen und einer erhöhten Veranlagung auf Angsterkrankungen.
    (Die zudem ohnehin schon oben auf der Liste der Komorbiditäten stehen, weil wir aufgrund unserer im Leben gemachten Erfahrungen wie Scheitern, Mobbing, Vergesslichkeit und und und ja sowieso schon reale Ängste haben ... denn das passiert uns ja wirklich und wir versuchen das zu vermeiden)

    Welch ein Ineinandergreifen der verschiedensten Mechanismen oder?

    Aber kein Grund zur Verzweiflung, denn:
    Wenn man all das erstmal verstanden hat, dann wird es einfacher.
    Wir erkennen besser, was uns anspannt und verstehen es und das macht uns keine Angst mehr.
    Die Angst vor der Angst schwindet und die Angst vor anderen Erkrankungen (Hirntumor wurde ja schon genannt), sinkt auch, bzw. verchwindet.
    EDIT:
    Denn auch diese Ängste sorgen wieder erneut für Anspannungen, Angst bedeutet immer auch Anspannung und so eskaliert das ganze immer mehr und mehr.

    Ich weiß heute, warum ich die Anspannung und die Schmerzen habe, kann sie akzeptieren, denn ich weiß, dass da nicht weitere somatische Erkrankungen dahinter stehen und auch, dass es keine eingebildeten Schmerzen sind (auch ganz wichtig), sondern ich kann sie zuordnen und ihnen sozusagen "zuhören"

    Früher habe ich den Schmerz ignoriert, denn ich musste ja weiter "funktionieren".
    Heute kann ich auf ihn hören und fahre runter.
    Und ok ... durch die Erwerbsunfähigkeit kann ich mir das erlauben, aber so traurig das ist und so sehr ich mir das anders wünsche:
    So habe ich deutlich mehr an Lebensqualität und weniger an Angst und kann damit deutlich besser leben.

    Es tut immer noch weh, aber es bereitet mir keine Angst mehr und ich halte mich selbst nicht mehr für ein Weichei oder einen Simulanten...
    Mein Umgang mit dem Schmerz hat sich geändert.

    Das allein ist schon viel wert.

    So, ... mal wieder Zeit "sorry für das Monsterposting" zu sagen ...

    Sorry für das Monsterposting!
    Ich hoffe, es ist vielleicht dennoch für den ein oder anderen eine Hilfe und nicht alles, was ich geschrieben habe, stand hie schon (hab den Thread nicht gänzlich gelesen, wie ich fürchte)

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (15.10.2014 um 19:29 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Edit zugefügt

  6. #26
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    In einer der Rehakliniken habe ich gelernt, dass der Hochstress bei ca. 70% beginnt.
    Dabei nimmt man eine Skala von 0%, was als absoluter Ruhe- und Entspannungszustand gilt, nämlich ein komatöser Patient, bis 100%, mehr Stress geht dann einfach nicht, totaler Overload.

    Im Normalfall ist es so, dass die meisten "Normalos" im täglichen erleben einen Stresslevel von so in etwa 30% haben, und da kann dann noch erstmal einiges passieren, bevor sie in den Hochstress kommen.
    Manche sind aber dem Hochstress schon "von Haus aus" näher und ADS'ler gehören aufgrund ihrer angeborenen, syndromtypischen Anspannung dazu.
    Während also andere so bei "gemütlichen" 30% rumdümpeln und damit noch 40% "Reserve" haben, bevor sie beginnen aus dem Ruder zu laufen, liegen wir mit einem "Basis-Stresslevel" von vielleicht 50 oder 60% schon deutlich dichter an der Grenze zum Absturz.
    Kommt also auch nur ein bisschen was mehr dazu, sind wir im Hochstress.
    Ich finde es sehr interessant! Ich weiss dass meine normale stresszustand auch schon hoch ist... Obwohl ich mit die Jahren auch gelernt hatte, unötige Stress zu vermeiden (vor allem die Druck die ich auf mich ausübe).

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Ich mag deine Monsterpostings, aber das weisst du ja. Nicht nur, weil sie gut geschrieben sind, sondern weil ich mich verstanden fühle und mir auch viel rausziehen kann und du mich immer wieder zu Einsichten führst. Also zumindest bei mir ist keine Entschuldigung nötig. Im Gegenteil, ich danke dir!

    Ja, du hast, ich habe auch so ein paar Hobbies, die mir erlauben nur daran zu denken und an nichts anderes. Also etwas, was mir den Kopf frei macht, wenn auch nur für eine Weile. Wobei ich dabei noch an der Haltung arbeiten muss, denn die bereitet mir leider auch noch Verspannungen. Mein grosses Manko ist wahrscheinlich, dass ich weder Zeit noch Raum dafür habe. Ein Grund, warum ich das Haus endlich auf Vordermann bringen will. Ich will mir den Raum und damit auch die Zeit zurück erobern, auch wenn jetzt an mich ganz andere Anforderungen gestellt werden, als damals.

    Ich muss gestehen, dass ich früher auch nicht immer, sondern nur phasenweise auf 200 % lief. Dazwischen hatte ich eigentlich immer Ruhezeiten, bis ich dann Alles auf einmal wollte und es gewaltig (auch zeitlich) übertrieb, daher ursprünglich auch die Schmerzen. Leider wurde mir der Weg in die Rente verwehrt.

    Ich wollte sie nicht unbedingt für immer beanspruchen, weil ich denke, irgendwann wieder an den Punkt zu kommen, wo ich zumindest einen Teil Leistungsfähigkeit auf den Arbeitsmarkt platzieren kann, aber sie hätte mir Luft gegeben. Finanziell und zeitlich und hätte mir damit schon ein paar Sorgen genommen, so dass ich eine bessere Chance gehabt hätte, schneller gesünder, arbeitsfähiger zu werden. Nun drücken diese Sorgen noch zusätzlich. Dazu habe ich oft das Gefühl, ein Muster ohne Wert zu sein. (Was aber ein anderes Thema ist, auch wenn es - wie du sagst - mit reinspielt.)

    Ich weiss, dass das Aufschieben dieser Hobbies jedenfalls nicht unbedingt gut ist. Ich weiss aber auch, dass ich dafür nicht die Ruhe und den Raum hätte, da mich das schlechte Gewissen wirklich umtreiben würde, zumal ich damit noch auf grosses Unverständnis in meiner direkten Umgebung stossen würde. Ich kann nur hoffen, dass ich - für mich - diesmal den richtigen Weg eingeschlagen habe um nicht mich noch von weiteren Gewissensbisschen usw. quälen zu lassen. - Auch wenn ich im Prinzip mein Verhalten vor dem Supergau wieder damit eingenommen habe: "Ach, für die Zeit wird es schon gehen ..." - Das bereitet mir auch Sorgen. Aber egal, wie ich es mache, der grüne Zweig scheint jede Möglichkeit nicht zu sein ...

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    mj71 schreibt:
    Ich finde es sehr interessant! Ich weiss dass meine normale stresszustand auch schon hoch ist... Obwohl ich mit die Jahren auch gelernt hatte, unötige Stress zu vermeiden (vor allem die Druck die ich auf mich ausübe).
    Was auch sehr wichtig ist und gut, dass Du das hinbekommst, denn das kommt zu allem anderen noch obendrauf: Der Druck, den wir uns selbst machen ...





    ChaosQueeny schreibt:
    Ja, du hast, ich habe auch so ein paar Hobbies, die mir erlauben nur daran zu denken und an nichts anderes. Also etwas, was mir den Kopf frei macht, wenn auch nur für eine Weile. Wobei ich dabei noch an der Haltung arbeiten muss, denn die bereitet mir leider auch noch Verspannungen.
    Mir leider auch, irgendwie nimmt man es nicht wahr, .. oder zumindest erst spät ode zu spät.
    Aber nach und nach wird auch das besser, ich bemerke es immer öfter und "stupse" mich dann selbst wieder in die richtige Haltung oder entspanne den Unterkiefer usw.

    ChaosQueeny schreibt:
    Mein grosses Manko ist wahrscheinlich, dass ich weder Zeit noch Raum dafür habe.
    Das ist in der Tat ein Manko.
    Denn wir müssen unsere Akkus aufladen, ob wir wollen oder nicht.
    Ich kann nicht einen Akku, der ohnehin schon mit mehr belastet ist, als es bei anderen Menschen der Fall ist, und der zudem auch noch langsamer geladen wird, mit dann auch noch weniger Zeit laden, weil die Zeit fehlt.
    Der Akku wird nie aufgeladen, sondern im Gegenteil, immer ein wenig leerer.
    Ich verstehe das Dilemma, denn die Zeit muss ja erstmal da sein.
    Dafür fehlt mir auch ein wenig die Lösung.

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich muss gestehen, dass ich früher auch nicht immer, sondern nur phasenweise auf 200 % lief.
    Reicht manchmal schon ... und dann kommt eben auch irgendwann der Punkt, ab dem man es übertreibt .

    ChaosQueeny schreibt:
    Leider wurde mir der Weg in die Rente verwehrt.
    Mir übrigens auch.
    Ich bin zwar als voll Erwerbsgemindert eingestuft, aber die DRV hat es geschafft, das so zu drehen, dass sie meinen, keine EM-Rente zahlen zu müssen.
    Aktuell läuft noch die Klage dagegen, aber wer weiß wie das ausgeht und was dann ist ... auch eine Sache, die für noch mehr Druck, Anspannung, Angst (auch Existenzangst) und damit wieder mehr Schmerzen sorgt ... so ist es, unser "Sozialsystem" ...
    Die Reserven können das puffern, aber auch nicht ewig, davon abgesehen, dass sie dafür auch nicht gedacht sind.

    Aber so oder so, das ist ein schönes Beispiel dafür, wie das immer weiter fortschreitet und der Druck immer weiter steigt und damit die Schmerzen, der Stresslevel, die Unkontrolliertheit ... und wieder Willkommen in der Spirale...

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich wollte sie nicht unbedingt für immer beanspruchen, weil ich denke, irgendwann wieder an den Punkt zu kommen, wo ich zumindest einen Teil Leistungsfähigkeit auf den Arbeitsmarkt platzieren kann, aber sie hätte mir Luft gegeben.
    Finanziell und zeitlich und hätte mir damit schon ein paar Sorgen genommen, so dass ich eine bessere Chance gehabt hätte, schneller gesünder, arbeitsfähiger zu werden. Nun drücken diese Sorgen noch zusätzlich. Dazu habe ich oft das Gefühl, ein Muster ohne Wert zu sein. (Was aber ein anderes Thema ist, auch wenn es - wie du sagst - mit reinspielt.)
    Genau so ist es ... ganz genau so...


    ChaosQueeny schreibt:
    Ich weiss, dass das Aufschieben dieser Hobbies jedenfalls nicht unbedingt gut ist. Ich weiss aber auch, dass ich dafür nicht die Ruhe und den Raum hätte, da mich das schlechte Gewissen wirklich umtreiben würde, zumal ich damit noch auf grosses Unverständnis in meiner direkten Umgebung stossen würde. Ich kann nur hoffen, dass ich - für mich - diesmal den richtigen Weg eingeschlagen habe um nicht mich noch von weiteren Gewissensbisschen usw. quälen zu lassen. - Auch wenn ich im Prinzip mein Verhalten vor dem Supergau wieder damit eingenommen habe: "Ach, für die Zeit wird es schon gehen ..." - Das bereitet mir auch Sorgen. Aber egal, wie ich es mache, der grüne Zweig scheint jede Möglichkeit nicht zu sein ...
    Das ist wirklich schwer und ich wünschte, ich könnte helfen.
    Denn gerade auch das Unverständnis in der direkten Umgebung macht es dann nochmal schlimmer ...
    Wie will man denn da rauskommen?


    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Naja, wenn ich den Haushalt hoffentlich bald wieder einigermassen im Griff habe (Ich arbeite ja dran, wie du lesen konntest.), dann kann ich da auch durchaus vertreten, dass ich in der Woche mal ein paar wenige Stunden für mich und meine Hobbies brauche. Aber so lange hier noch alles im Argen liegt ... keine Chance und ich sehe ein, dass mein Umfeld sich dagegen wehrt, dann noch ein paar Stunden davon abzugeben.

    Ich meine momentan sieht man wenig vom Wohnzimmerfussboden und das ist nicht die einzige Baustelle, denn das ist aufgrund einer anderen Baustelle so und daran hängen dann wieder andere Baustellen. Du siehst, auch dort ist alles irgendwie verknüpft, aber ich hoffe, mit etwas Zeit kann ich das aufdröseln. Jedenfalls habt ihr mir hier wieder den Mut gegeben, mich daran zu wagen und ich hab schon in relativ kurzer Zeit gute Erfolge erzielt, wobei die Hauptbaustelle noch immer auf ihre Bearbeitung wartet. Das muss sie aber noch etwas tun, weil ich denke, ich sollte erst einmal beim Rest Platz schaffen ... Und bis Weihnachten möchte ich zumindest den Rest schaffen und vielleicht die Hauptbaustelle in Angriff nehmen. Zeitlich wäre das gut möglich, allerdings muss ich sehen, was mein Kopf dazu sagt. Inzwischen bin ich ja so klug, dann einfach auch mal für ein paar Stunden oder einen Tag mal kürzer zu treten. Allerdings habe ich offenbar das Geniessen des Nichtstuns verlernt ...

  10. #30
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen

    Also, danke erstmal
    Die Sache ist die, ich habe leicht Platzangst und es kann sein, dass ich ein Beruhigungsmittel nehmen muss. Aber das ist nicht meine grösste Sorgen. Mit einer Nadelphobie ist die Vorstellung, dass man mir da was spritzen könnte riesig. Und die Beruhigungsmittel darf man mir offenbar nur geben, wenn jemand dabei ist und ich müsste dann wen mitnehmen...
    Sonst gibt es ein Massaker, wenn da eine Nadel ist und kein Beruhigungsmittel...

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Thema: "Spannungskopfschmerzen", kann aber nicht entspannen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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