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Diskutiere im Thema Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Hallo Ladylike,

    Ich antworte dich gerne, noch bevor ich die Antworten lese. Aber ich werde es sicher mal noch lesen und vielleicht dazu noch was sagen.

    Ja, Mobbing als Kind, kenne ich sehr gut! Ich hatte es meine ganze Kindheit darunter gelitten, es hat im Kindergarten angefangen. Sensibel, ängstlich, ich konnte mich nicht gut wehren und es gab Knaben die da eine gefallen dran fanden mich zu plagen. Erwachsenen hatten die Ausmass meine leiden nicht wirklich gemerkt und auch mich nicht wirklich helfen können. Aber es kann auch sein dass ich nicht alles erzählt hatte. Meine Mutter war später über einiges erstaunt, was ich ihr danach, als Erwachene erzählt hatte.

    Schlimm war eben vor allem, dass Erwachsenen mich da allein gelassen hatten... Obwohl ich mich doch immer wieder beklagt hatte... Ihr Hilfe hat nicht viel gebracht.

    Da ging weiter als Erwachsene, ich ziehe es irgendwie an... Ausbildung, Arbeitsplatz...

    Ja, daran gelitten hatte ich! Ich hatte zwar nie der Diagnose offiziell bekommen, aber ich konnte mich damals in die Symptomeliste eine PTBS erkennen. Mit Depression (obwohl es dazu gehört, oder?).

    Ich war zwar schon bei Therapeuten, aber immer wieder war geschaut was zu Hause los war... Alles war da auch nicht perfekt, aber besser als in der Schule. Ich hatte sonst daran gearbeitet, aber mehr was mit meine Eltern los war...

    Das mit de Mobbing hatte ich dissoziert, konnte ich schwer darüber reden, oder so emotionenlos, dass es nicht viel gebracht hatte.

    Als es mich der Mist zu 3. mal am Job passiert, wusste ich dass ich wirklich etwas machen muss, weil sonst zerbreche ich wirklich, wenn es noch einmal passiert. Langsam war mich auch bewusst dass es da um eine Trauma ging... Ich hatte flashback, war rasch zu triggern, hatte Alpträumen die wirklich damit zu tun hatte (wie ich später selber gemerkt hatte).
    Als Therapie entschiede ich mich für EMDR... Ich war etwa 30 Jahre alt. Da hat es viel aufgewühlt, viel aufgeräumt und es ging mich danach viel viel besser! Es hat einige Monaten gedauert die sehr intensiv waren.
    Danach war es fertig mit die Alpträumen und Flashback, ich war weniger auf der Hut, hatte weniger ängsten und war weniger Aggressiv. Es ging in alle meine Beziehungen viel besser.

    Es ist schon einige Jahren her... Ab und zu ist doch so was passiert, aber ich konnte es dann hinten mich lassen... Ich hatte damit immer wieder mal etwas zu tun gehabt, aber das gröbste war gemacht. Es ist hinten mich.

  2. #22
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Kingofsorrow schreibt:
    Mich würde mal interessieren, wie Eure Eltern mit Euch umgegangen sind.

    Gab es viele Strafen, Beleidigungen, Schläge?

    Hatten sie Verständnis für Eure Unzulänglichkeiten oder haben Sie Euch dafür evtl. sogar vor Anderen bloßgestellt und kritisiert? (natürlich unwissend, was mit Euch los ist, sag ich mal salopp)
    Meine Eltern waren streng mit mich. Es gab auch Schlägen. Ich habe gelernt zu folgen...

    Dazu war mein Vater impulsiv und reizbar und hatte mich oft geschimpft, dass ich nichts gebackenes kriege und andere nettes...

    Ich hatte nicht wirklich gelernt dass ich verdiennt hatte, gut behandelt zu werden... Trotztdem war es zu Hause noch besser als in der Schule... Meistens gab es irgend ein Grund für die Schlägen und Strafen und zwischendurch waren meine Eltern auch lieb mit uns. Lob bekamm ich nicht viel... In der Schule gab es eine Lehrerin, die war schlimm... Weil ich anders war. Ich hatte der Eindruck, in der Schule wirklich Abgewiesen zu sein, weil ich anders war (zu sensibel), aber zu Hause, hatte ich der Eindruck mehr so genommen zu sein wie ich war, auch wenn ich mich sonst sehr unverstanden fühlte... Für meine Eltern war Anderssein in sich kein Problem...
    Da ich vor allem wegen meine Sensibilität gehänselt war, hatte ich sehr lange Mühe sie überhaupt zu zeigen, zu annehmen und wertschätzen... Ohne dazu zu stehen, konnte ich mich auch nicht abgrenzen und sagen was ich brauche...Wobei, ich auch schon zu Hause gelernt hatte, mich zurückzunehmen. Heute kann ich sie wertschätzen, aber haben noch ein bisschen Mühe wenn jemand da mich ein bisschen anders möchte oder einfach mal Bedürfnissen äussern ist immer noch manchmal schwierig. Ich mache es oft noch auf plumpe Art...

    Interessant ist dass meine beiden Brüdern nicht gemobbt waren...

    Als Reaktion gab es von Lehrer "Du muss dich wehren", obwohl ich kleinwurchstig war... Mein Vater sagte ehe, dass ich selber schuld war, weil zickig und meine Mutter sagte dass es nun so ist, wer sich nicht wehren kann, leidet nun mal...

    Zwischendurch hatten sie doch mit die Lehrer geredet und sonst mich verteidigt, aber wirklich wirksam war es nicht...

    Heute verstehen sie besser, aber waren erstaunt die Ausmass davon und auch von die Folgen... Obwohl ich manchmal schon heulend nach Hause kam...

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Mir fällt es immer noch schwer, das Wort Mobbing im Zusammenhang mit mir in den Mund zu nehmen - aber auch, über die Erfahrungen zu sprechen, die ich dreizehn Jahre lang machen musste. Die ersten sechs Jahre waren am allerschlimmsten; danach habe ich mehr und mehr versucht, mich selbst zu belügen und mir einzureden, dass es nun anders war. Ich habe auch meine Familie angelogen und Freunde erfunden, die ich nicht hatte. Wenn meine Situation in der Schule doch durchgesickert ist, z.B. durch Nachfragen der Lehrer zu Hause, habe ich das als persönliche Niederlage empfunden.

    In diesem Albtraum war ich alleine. Und zu Hause fand ich den Ausgleich nicht, denn da musste ich die Starke sein. Mir fehlte eine Quelle, um Kraft zu schöpfen - und dieses Gefühl habe ich manchmal noch heute.

    Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich mich irgendwie anders entwickelt habe. Was für die meisten Kinder und Jugendliche selbstverständlich ist, muss ich zum Teil immer noch lernen. Was für sie Freude bedeutet, ist bzw. war für mich durch und durch negativ besetzt: Geburtstage, Geburtstagsfeste, Schulreisen, Wichteln, Weihnachtskarten, Silvester, Klassenreisen, Ferienlager, Abschlussfeste, Karneval, Kirmes, usw.

    Gruppenbildung nach Wahl war jedesmal eine Tortur für mich - und triggert mich noch heute. Dann fühle ich mich genauso klein, schmutzig und ausgestossen wie damals und möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken.
    Das Dorf, in dem ich aufgewachsen war und zur Primarschule ging, meide ich auch über zehn Jahre nach unserem Umzug, wann immer möglich. Wenn es doch sein muss, löst der Ort automatisch ein Gefühl in mir aus, dem ich nicht entweichen kann - Herzklopfen, Knieschlottern, Schweissausbruch/nasse Hände, Angst, Beklemmung (das Atmen wird schwer). Dann denke ich: das ist doch bescheuert! Es ist vorbei, komm darüber hinweg! Und doch bin ich jedesmal einfach nur unendlich froh, wenn ich von da wieder weg bin.

    Schulhäuser sind für mich düsterer als Friedhöfe. Am schlimmsten sind die Pausenhöfe und Turnhallen.

    Sehr lange fühlte es sich so an, als würden mir "Einsamkeit" und "Aussenseiterin" auf die Stirn geschrieben stehen - ich fühlte mich gebrandmarkt und schämte mich für meine Existenz. Erst in der Therapie, mit 25 Jahren, habe ich gelernt, dass mich andere möglicherweise anders wahrnehmen als ich mich selbst. Daran arbeite ich immer noch...
    Das Thema Mobbing ist bei mir sehr stark mit Schuldgefühlen, Demütigung, Scham und Selbsthass besetzt. Aber auch deswegen, weil ich manchmal befürchte, selbst unter den Aussenseitern herauszustechen. Daher finde ich es schwierig, mich in der Therapie darauf einzulassen, die mir langfristig helfen soll, vom negativen Selbstbild wegzukommen und Trauer zuzulassen.
    Ich hätte mich mit dem Thema auch nicht auseinandergesetzt, wenn es nicht (wie vieles andere Verdrängte) unter den Trümmern zum Vorschein gekommen wäre, als mit einem Mal mein ganzes "Kartenhaus" zusammengestürzt war.

    Es hat mich sehr viel gekostet, diesen Text zu schreiben. Seit der Thread aufgetaucht ist, habe ich mir vorgenommen, darin zu antworten. Unzählige Versuche habe ich wieder abgebrochen und für diese paar Zeilen habe ich über zwei Stunden gebraucht. Das sagt eigentlich ziemlich viel über meine Haltung gegenüber dem Thema aus: Ich meine, viel dazu zu sagen zu haben, aber sobald ich den Mund öffne, bin ich mir nicht mehr sicher, ob es nicht besser wäre zu schweigen.
    Geändert von jetztaber (26.09.2014 um 19:06 Uhr)

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Bisher habe ich es immer ganz gut verdrängt, aber jetzt versuche ich zumindest ansatzweise auch von mir zu erzählen.
    Als Kind war ich sehr schüchtern, hab mich in der Schule nie gemeldet, auch wenn ich was wußte.
    Von meinen Mitschülern bekam ich Spottnamen, oder sie zogen mich auf, weil ich nie was sagte, ich ließ mir alles gefallen,
    wehrte mich nicht, erzählte es auch niemandem.
    Irgendwie ging die Schulzeit rum und ich kann mich mittlerweile auch nicht mehr richtig daran erinnern.
    Vor einiger Zeit hat mich meine beste Freundin aus Kindertagen im Internet wiedergefunden, sie war bei Pflegeeltern und der Kontakt brach ab, als wir 12 waren.
    Sie hatte eine sehr schwere Zeit hinter sich bei den Pflegeeltern, die unter anderem unsere Post abfingen, weshalb ich nie mehr was von ihr gehört hatte.
    Wir skypten lange und erinnerten uns an die gemeinsame Zeit... sie erinnerte sich noch gut daran, wie die Mitschüler mich drangsaliert hatten,
    sagte, sie habe nie verstanden, wie ich das alles ohne Gegenwehr ertragen konnte.
    Ehrlich gesagt, ich weiß es auch nicht, erinnere mich nur noch, dass ich Angst bekam, wenn ich alleine draußen war und mir andere Kinder begegnet sind.
    Einzelheiten weiß ich nicht mehr.
    In der Schule hat mich meine Freundin oft beschützt, sie hat mit ihrer großen Klappe meine Angreifer in die Flucht geschlagen.
    Meine Eltern waren geschieden, ich lebte alleine mit meiner Schwester und meiner Mutter.
    Vorwürfe waren an der Tagesordnung, es gab immer was...
    So ruhig ich außerhalb war, so stand Zuhause mein Plappermaul nicht still, was natürlich auch wieder Anlass für Ärger mit meiner Mutter gab.
    Ich war immer sehr in mich gekehrt, habe nie irgendwas erzählt, wozu auch, ich hatte nie den Eindruck, dass es sie interessierte...
    Ja, bis in der 4.Klasse der Lehrer meinte, mit mir stimmt was nicht, ich könne sehr schwierige Aufgaben lösen, aber sehr einfache hätte ich falsch.
    Es wurde ein Interlligenztest gemacht, ich schnitt überdurchschnittlich ab, DAS war dann was, worüber meine Mutter gerne und oft redete...
    mir war es völlig unwichtg, sorgte eher dafür, dass ich mich erst recht verschloß.
    So blieb das bis Ende meiner Schulzeit, es gab immer wieder blöde Sprüche und Spitznamen für mich, körperliche Angriffe später nicht mehr.
    Die Mitschüler konnten wohl einfach mit meiner extrem introvertierten Art nicht anders umgehen.

    Mit 15 nahm mich eine Schulkameradein, mit der ich ganz gut klarkam mit zu ihrer Clique, sie erzählte gleich, dass ich sehr schüchtern aber nett sei,
    und so wurde ich in den Kreis aufgenommen.
    Da mich alle so akzeptierten, wie ich war, ohne mich zu hänseln, taute ich langsam auf und meine Schüchternheit verlor sich ganz almählich,
    so dass ich an den Gruppenaktivitäten teilnahm und irgendwann auch ein wenig aus mir herausgehen konnte.
    Nur soweit, als nötig, um dazuzugehören, aber es reichte.

    Was ich aber leider nie konnte, war, mich klar abzugrenzen, was mir sehr schlimme Erlebnisse bescherte, die ich hier aber nicht genauer benennen möchte.

    Mittlerweile habe ich gelernt, mich verbal zur Wehr zu setzen, heute glaubt mir keiner mehr, dass ich als Kind schüchtern war.
    Nur bei sehr starken Persönlichkeiten, die das auch mit Macht nach Außen tragen können, ist es immer noch so, dass ich klein und schwach bin, da wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
    Es sei denn, es gilt jemanden zu verteidigen, der noch schwächer ist, als ich und sich absolut nicht wehren kann...dann werde ich zur Löwin und wachse über mich hinaus,
    leider kann ich das für mich selbst aber nicht.

    mmmhh, wenn ich jetzt nochmal so drüberlese hab ich das Gefühl, mit vielen Worten, eigentlich gar nichts gesagt zu haben...
    aber ich lass es so vielleicht versteht ja, der ein oder andere trotzdem, was ich meine...zumal, ich vermutlich sowieso nicht in der Lage bin, mich genauer oder verständlicher auszudrücken

  5. #25
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Hallo,

    so richtig gemobbt (also das was man heutzutage so aus den Medien erfährt) wurde ich nicht. Ich hatte nicht Angst vor der Schule wegen den Mitschülern sondern wegen der Lehrerin. Die in der 1. und 2. Klasse ist manchmal total ausgetickt - einmal hat sie über meinem Banknachmarn einen totalen Wutanfall bekommnen, weil der das Gedicht falsch abgeschrieben hat (ich hab zum Glück wo anders abgeschaut wie es richtig gehört...). Danach war ich total verstört und hatte Bauchweh und Weinanfälle am Abend... konnte aber nicht sagen was los war, meine Eltern taten es als Phase ab und unternahmen nichts. Irgendwann hat sich das von selbst gegeben...

    Bei mir wars eher so, dass die Mitschüler mich eher ignoriert bzw. halt nicht mitpsielen ließen - irgendwie habe ich halt gemerkt, dass ich nicht dazugehöre. Ich würde es eher als ärgern/hänseln bezeichnen. Wurde wegen meienr Brille oft ausgelacht. In der Realschue 7. Klasse hatte ich ein Mädchen das auf allen schwächeren/andersartigen rumgehackt hat, aber seit ich ihr mal im Affekt mit dem Klassenzimmerschlüssel ins Gesicht geschlagen hab war sie vorsichtiger.
    In der FOS wars dann eher so dass ich die exotische Einzelgängerin war, mit der kaum wer was zu tun haben wollte. Bin zwar immer mit einem Klassenkameraden im Auto mitgefahren, aber da haben wir auch nicht so viel geredet.

    Meine ganze Schulzeit war ich das Opfer kleinerer Neckerein und Pöbelein - hatte latent immer das Gefühl was falsch gemacht zu haben. Mein Elternhaus hat leider auch nicht zur Selbstwertsteigerung beigetragen. Mein Vater war sehr autoritär früher (jetzt gehts zum Glück) und als Kind hatte man zu parrieren oder mit den Folgen klarzukommen... was die Folgen waren kann sich jetzt jeder denken. Also war man lieber so unauffällig und angepasst wie möglich um ja nicht negativ aufzufallen...

    Beziehe daher vieles auf mich und wenn mir einer blöd kommt dann muss ich ewig drüber nachdenken. Auch fallen mir in kritischen Situationen oft nicht die richtigen Worte ein - danach muss ich dann stundenlang drüber nachgrübeln was ich hätte sagen sollen. "Probe" dann im Selbstgespräch (meist allein im Auto) was ich hätte sagen sollen und was ich zukünftig sagen werde. Natürlich bekomm ich dann bei einer ähnlichen Situation wieder kein Wort bzw. nur irgendwelchen Unsin raus.
    Auch wenn ich ein Gespräche führe und mir im Nachhinein noch was einfällt, was auch noch gut gewesen wäre, muss ich stunendenlang drüber nachgrübeln.
    Grade muss ich drüber nachdenken, dass ich in meinen Rehaantrag noch reinschreiben hätte sollen, dass mein Chef mich mies behandelt - nicht direkt mobbt, aber er läss mich schon spüren dass er mich nicht leiden kann - das belastet mich sehr. Aber leider ist der Antrag jetzt schon weg...

    Erfolg verspreche ich mir auch von einer VT, habe am Montag meine 6. Stunde, heute kam die Genehmigung von der KK Die Psychologin meint ich hätte ein ganz geringes Selbstwertgefühlt und ich würde sehr streng und ungerecht mit mir umgehen...

    Ich hab mir schon abgewöhnt alles frei rauszuplappern was ich grade denke - dadruch stehe ich halt oft teilnahmslos wirkend daneben weil ich gar nix mehr sage, aus Angst dass es doch wieder falsch, doof und unangebracht ist.
    Ich brauche sehr lange bis ich auftaue - gehe seit 9 Monaten zum Bowling. Anfangs hab ich eigentlich nix gesagt außer "Hallo" und "Tschüß", dann hab ich mich manchmal in kurzen Sätzen mit den anderen unterhalten, inzwischen wirds besser, sage aber trotzdem lieber nichts bevor es ein Schmarn ist... schaue den anderen lieber zu, ich finde es so entspannend wie die Kugel die lange Bahn entlanggleitet und das Geräusch von den getroffenen Pins gefällt mir so gut... oh, ich schweife ab...

    Schönen Abend noch
    lg Susilein

  6. #26
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Chaosmum schreibt:

    mmmhh, wenn ich jetzt nochmal so drüberlese hab ich das Gefühl, mit vielen Worten, eigentlich gar nichts gesagt zu haben...
    aber ich lass es so vielleicht versteht ja, der ein oder andere trotzdem, was ich meine...zumal, ich vermutlich sowieso nicht in der Lage bin, mich genauer oder verständlicher auszudrücken
    Ich sehe nicht ein, warum wir dich nicht verstehen können sollten.

  7. #27
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Ich lese da gerne... So sehe ich dass einigen sehr ähnlich erlebt hatten wie ich... Ich gebe Like, nicht weil ich die Geschichten schön finde (es ist wirklich schrecklich was einigen da durchgemacht hatten!) aber weil ihr der Mut habt darüber zu reden und so offen sind...

    Ich habe es auch, dass wenn ich an der Dorf denke wo es passiert ist, dass es besonders um der Schulhaus so dunkel ist... Lange war ich irgendwie beunruhigt, wenn ich an eine Schulhaus in der Nähe war und hatte Angst, wenn ich mit Schülern waren der in der Alter sind wo mich alles passiert ist...

    Nach meine Therapie ist es besser gegangen...

    Wenn ich daran denke, an alles... Es war wirklich schrecklich und ich bin erstaunt wie ich mich davon (aber es hat viel Zeit gebraucht) gut erhole... Erstaunt auch es überlebt zu haben...

    Mit einiges habe ich heute noch Mühe, hat sicher auch mit diese Zeit zu tun... Alles weg werde ich nie kriegen, aber es muss auch nicht sein. Ich habe es erlebt, es ist auch eine Lebenserfahrung die irgendwie nützlich sein kann. Daher muss es auch nicht so werden wie wenn ich es nie erlebt hatte.

    Es macht mich in jeden Fall für einiges ziemlich sensibel und ich finde es auch gut...

    Ich habe erlebt dass es auch bei Tieren passieren kann und so was kann ich schwer aushalten, wenn ich es merke oder erlebe...

  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Hallo mj71,

    das mit dem komischen Gefühl bei Kindern kenn ich auch. Dachte schon ich sei irgendwie gestört.

    Ich mag es auch nicht wenn sich Grundschulkinder (ca. 1. - 3. Klasse) ohne Aufsicht in meiner Nähe aufhalten. Genauso bei so halbstarken Teens (ca. 7. - 9. Klasse).

    Da bekomme ich immer so ein leicht ungutes Gefühl und hab Angst, dass die mich gleich blöd anmachen... und das obwohl das jetzt teilweise über 20 Jahre her ist...

    Echt krass, was man aus der Kindheit noch so mitnimmt, obwohl mans eigentlich gar nicht bewusst merkt...

    lg Susilein

  9. #29
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Also, ehrlich gesagt kommt mir vieles, das hier geschrieben wurde auch sehr bekannt vor.

    Mein größtes Problem in meiner Kindheit / Jugend, war meine Sensibilität. Ich wusst einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte und habe das alles überspielt. Dadurch habe ich natürlich viele Leute, denen ich wichtig war vor den Kopf gestossen. Ausserdem war ich immer sehr hilfsbereit, habe gerade Leuten, die schwach waren oft geholfen, obwohl ich ja eigentlich selber, recht schwach war, habe das nur nie gezeigt.

    Für diese Hilfsbereitschaft habe ich oft teuer bezahlt, sodass ich irgendwann jeglichen Bezug zu meinen Mitmenschen verloren habe, mich immer mehr zurückgezogen und eine Mauer um mich errichtet habe. Ich war nur noch negativ, war der Meinung die Welt ist schlecht und ich muss mich halt da irgenwie durchkämpfen. Hatte gar keine Freude mehr und die Ängste wurden eher größer als kleiner.

    Habe das trotzdem Jahre lang durchgezogen, bis ich mir endlich Hilfe gesucht habe und letzten Endes nach langer Suche erfahren habe, wo meine Probleme zu finden sind bzw. ihre Wurzel haben.

    Zum Thema Mobbing kann ich nur sagen, dass mir das eigentlich größtenteils erspart geblieben ist, da ich mich recht gut angepasst habe. Das hatte aber zur Folge, dass ich Dinge gesagt und gemacht habe, die ich eigentlich nicht wollte und die gar nicht zu mir passten und mich irgendwann selbst verloren habe, statt meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

    Ein großes Problem aus heutiger Sicht.

    Wenn mir als Kind jemand dumm gekommen ist, bin ich sofort auf den los, egal wie groß oder alt der war. Das ging auch oftmals schlecht für mich aus, aber ich denke, alle anderen haben gemerkt, dass ich mir nix gefallen lasse. Wenn ich es selbst nicht mehr hingekriegt habe, ist meistens einer meiner Freunde eingesprungen und hat dem anderen eine gegeben.

    Aber eigentlich wollte ich das alles gar nicht. Ich wollte eigentlich immer nur meinen Frieden. Ich habe aber früh erkennen müssen, dass ich mit meiner Sensibilität und Stimmungsschwankungen und meiner Vergesslichkeit, Langsamkeit, Ängstlichkeit gar keine andere Wahl habe, als zu kämpfen.

    Der Kampf hat viel, viel Kraft gekostet. Das heißt der Preis, den ich bezahlt habe, um Mobbing und Hänseleien zu entgehen war sehr hoch. Ich will das alles vergessen und mich auf das konzentrieren, was ich kann und was mir Freude macht. Ich umgebe mich nur noch mit Menschen, die ich mag und die mich auch mögen und versuche mehr und mehr nicht nur aus mir rauszugehen (das habe ich mit viel Willen eigentlich immer schon gemacht), sondern so aus mir rauszugehen, wie es mir entspricht und das zu sagen, was ich will, auch wenn das irgendjemandem nicht passt.

    Es ist noch ein langer Weg, aber ich will ihn gehen.

  10. #30
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Mobbing in der Kindheit/ Schulzeit

    Zum Thema Mobbing kann ich nur sagen, dass mir das eigentlich größtenteils erspart geblieben ist, da ich mich recht gut angepasst habe. Das hatte aber zur Folge, dass ich Dinge gesagt und gemacht habe, die ich eigentlich nicht wollte und die gar nicht zu mir passten und mich irgendwann selbst verloren habe, statt meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
    so geht es mir heute, als Erwachsene, Mobbing bleibt mir erspart, dafür habe ich oft das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein, weil ich zu angepasst bin.
    Nur im Freundeskreis und bei Menschen, wo ich mich angenommen fühle, kann ich ein Stück weit ich selbst sein,
    wobei das nur soweit gelingt, wie ich dafüpr nicht mein Innerstes preisgeben muss.
    Letzteres fällt mir sehr schwer, auch wenn ich mich sicher fühle und weiß, dass ich auf Verständnis treffe.

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