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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 3

    Soziale Kontakte

    Hallo Ihr Lieben!
    Das Problem ist die Mama. Sie ist 75 und hatte Zeit Ihres Lebens unter ADS-Symptomen zu leiden. Wir wissen es; sie will es nicht willen. Psycho-Kram kommt ihr nicht ins Haus. Der Umgang mit ihr war schon immer extrem schwierig und anstrengend. Sie fühlt sich betrogen, beraubt, ist sehr eifersüchtig, schnell beleidigt und wird selbst auch schnell beleidigend. Einerseits ist sie sehr kontaktfreudig, andererseits sieht sie in den neuen Kontakten dann auch sehr schnell wieder die, die sie "ja doch nur ausnutzen und beklauen". Wird ihr das Urenkelkind (fast 2 Jahre) mal anvertraut und es fragt mal nach Mama heißt es gleich: "Es schreit nur nach seiner Mama, ich bin wohl nicht gut genug!" Auf ihr Enkelkind ist sie nun auch nicht mehr gut zu sprechen: "Die denkt ja, sie sei was Besseres, weil sie studiert hat. Die ist immer so von oben herab zu mir." - Es ist nicht einfach mit ihr. Das eigentliche Problem ist nun aber, dass sie jetzt umgezogen ist und uns ständig die Ohren volljammert, dass sie so einsam ist und niemand Zeit für sie hat. Änderungsvorschläge (wie z. B. wieder umziehen) will sie nicht hören. Sie will jammern, sich bedauern lassen - und komm bloß nicht mit der Lösung des Problems, dann wird sofort das Thema gewechselt oder man ist der Allerböseste, der sie ja sowieso nicht versteht.
    Ich habe nun den Plan, ihr endlich mal die Augen zu öffnen und möchte ihr zu Weihnachten ein Buch über ADS schenken. Aber alle Bücher die ich kenne, behandeln ihr eigentliches Thema - die sozialen Kontakte - nur am Rande und ich befürchte, dass sie gar nicht so weit liest, bis sie erkennt, dass es um sie geht. Hat hier jemand vielleicht einen Vorschlag?
    Ich danke Euch vorab!
    Liebe Grüße
    Birgit

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Soziale Kontakte

    Vergiss es ganz schnell wieder - das mit dem Buch mein ich. Du würdest deine Mutter zu Weihnachten noch so richtig auf die Palme bringen. Ich bin in einer sehr ähnlichen Situation und weiss, wovon ich rede. Du musst jetzt endlich lernen, deine Mutter so zu nehmen wie sie ist. Sie wird sich jetzt nicht mehr ändern und zu therapieren ist sie auch nicht mehr. Das mit dem ewigen Gejammer ist eine Depression, die hat sie wahrscheinlich schon ihr Leben lang. Psychofarmaka wird da nicht helfen, weil viele ADSler darauf ganz
    negativ reagieren. Und das mit dem "Beklauen" ist beginnende Alsheimer. Die hat mit der
    ADS nichts zu tun. Das ist eine Baustelle für sich. Genieße jeden Tag, jede Stunde und jeden Monat, den deine Mutter noch ohne fremde Hilfe auskommt. Und sei einfach darauf vorbereitet, wenn es nicht mehr alleine geht. Alles war du geschrieben hast, trifft auch auf meine Mutter zu. Jahrelang habe ich gelitten, weil ich ihr nichts, aber auch gar nichts recht
    machen konnte. Erst als ich das aufgegeben habe, ging es mir besser.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Soziale Kontakte

    Danke, Selma.
    Es tut mir echt leid mit deiner Mama. So richtig nachvollziehen kann das sicher nur der, der mit einer ADS-Mama aufgewachsen ist. Nun, ich bin in der "glücklichen" Lage, dass meine Mutter zu mir noch nie ein enges Verhältnis hatte und deshalb in die Nähe meiner Schwester gezogen ist. Ich hatte Ewigkeiten Schuldgefühle meiner Mutter gegenüber (resuliert noch aus der Kindheit, sie hat oft versucht uns mit Worten wie "Dann nehme ich eben Tabletten." oder "Du wirst schon sehen, dass ich dann nicht mehr da bin." zu erpressen - Mutter war noch dazu alleinerziehend, wir hatten sonst keinen Ansprechpartner) und hab jetzt für mich beschlossen, dass ich nicht verpflichtet bin, ihre Gesellschaft zu ertragen und dass ich nur dann Kontakt pflege, wenn ich es aushalten kann. Meine Mutter ist körperlich und geistig eigentlich fit. Mir tut sie halt nun leid, wenn sie anruft und jammert, dass sie so einsam ist. Vielleicht hat ja jemand noch eine Idee, wie man sie zum Nachdenken bringen kann oder vielleicht hatte ja noch irgend jemand so eine ähnliche Mutter. Würde mich über einen Gedankenaustausch sehr freuen.
    Liebe Grüße
    Birgit

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 767

    AW: Soziale Kontakte

    drucke ihr dieses Blatt aus:

    http://www.ads-beratung.ch/chaos.pdf

    Das ist wenigstens positiv, da erkennt man sich lieber

    hat sie das eingenommen, dann sagt sie sicher: Siehste.. genau so bin ich!!!

    Du sagt dann: ja, das sind die positiven Seiten, aber es gibt auch negative.. und die machen dir zu schaffen

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Soziale Kontakte

    Liebe Birgit,

    sehe das leider ähnlich wie Selma. Es ist schon schwierig, wenn man jünger ist, sich auf eine Diagnose einzulassen und evtl. Verhaltensweisen zu ändern.

    Aber jemanden, der 75 ist, und scheinbar mit sich und seinem Umfeld (aus seiner Betrachtungsweise heraus) zurecht kommt davon zu überzeugen, deshalb zu einem Arzt zu gehen, das halte ich für ein gewagtes Unterfangen...

    Aber wenn du es trotzdem probieren willst, es gibt auch ein Buch, in dem der Bereich ADHS im Alter angesprochen wird (http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-bue...bv-ah-e-v.html)
    "Dann nehme ich eben Tabletten." oder "Du wirst schon sehen, dass ich dann nicht mehr da bin."
    Ich weiß jetzt nicht, klingt das nach ADHS-typischem Verhalten? Das hab ich so jetzt noch nicht gehört, finde das aber ziemlich krass...
    Schade, dass du sowas erleben musstest.

    Ob eigene Einsicht wirklich zu einer Änderung im Sozialverhalten führen würde und sie dadurch nicht mehr so einsam wäre, weiß keiner. Und ob sie deshalb nicht trotzdem euch vermissen würde, ist auch nicht gesagt. Denn Kontakte außerhalb der Familie werden von der "älteren" Generation oft nicht als gleichwertig angesehen.

    Vielleicht kommst du über die Beschreibung der Symptome weiter, wenn sie sich selbst darin wiederfinden kann...

    LG
    Erika

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Soziale Kontakte

    Hallo,

    ich kann einerseits verstehen, dass Du Deiner Mutter gerne die Augen öffnen möchtest, aber mal ehrlich, ich denke, mit 75 ist das kaum noch möglich, bei ihr wirklich ein Umdenken herbeizuführen.

    Ich habe in meiner Familie auch solche Probleme. Meine Mutter hat zu der Thematik auch keinerlei Bezug und ich habe es aufgegeben, ihr das Thema näherbringen zu wollen. Als mein Sohn diagnostiziert wurde, fragte sie, wann das wieder weeg geht (wie ein Schnupfen oder so) und als ich dann auch noch sagte, er nimmt Medikamente, was musste ich mir da alles anhören.

    Dass meine Probleme auch ihre ADS-Ursache haben könnten, habe ich ihr gegenüber nie erwähnt, für sie habe ich Depressionen und auch da muß ich mir immer wieder anhören, ich habe doch schon so viel Therapie gemacht, ob es mir nicht bald mal besser geht und ich solle mich nicht so gehen lassen. Sie war schließlich auch allein mit drei Kindern und ihr ging es auch mal schlecht, aber sie konnte sich eben auch nicht gehen lassen.

    Dabei ist das bei uns im übrigen nicht nur auf meine Mutter beschränkt, meine Geschwister sind ähnlich engstirnig und sehen ADS als Modekrankheit und Kinder bräuchten nur mehr Strenge.

    Meine Mutter hat meinen Sohn übrigens auch von klein auf nicht genommen, weil er ihr zu anstrengend war und von uns drei Geschwistern bin ich immer schob das schwarze Schaaf und kann auch am schlechtesten meine Kinder erziehen.

    Ich handhabe das für mich so, dass ich mich ab und zu mal blicken lasse, mal anrufe und Lebenszeichen von mir gebe und ansonsten mein Leben lebe, es zumindest versuche.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 867

    AW: Soziale Kontakte

    Wenn sich was ändern soll für deine Mutter, dann wär der erste Schritt der, daß sie selbst sich ändern möchte bzw. helfen lassen möchte.
    Und ich denke, es ist für sicher auch schwer für sie Ratschläge von uns jügeren um ihre Person anzunehmen, da sie schon 75 ist und somit viel Lebenserfahrung hat und so auch an Lebenswissen uns voraus hat.
    Vielleicht fällt dir was ein, womit deine Mutter im Alltag Probleme hat, die ihr auch bewußt sind, und gehst zuerst auf die ein und dann schaust weiter wie sich das entwickelt. Auf dem könntest du aufbauen.
    Klingt leicht, ich weiß....

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Soziale Kontakte

    Hallo!
    Ich denke, ich will gar keine gravierenden Änderungen bei ihr erreichen. Sie weiß sicherlich selbst, dass in ihrem Leben ganz schön was schief gelaufen ist. Ich denke eher daran, das ich, als ich die ersten Bücher über ADS gelesen hab, plötzlich so viele Antworten hatte. Plötzlich konnte ich mich selbst viel besser verstehen. Vielleicht findet sie ja auch Antworten. Und macht dann den anderen das Leben nicht mehr so schwer.
    Liebe Grüße
    Birgit

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