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Diskutiere im Thema Motorradführerschein machen - blöde Idee?! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 21

    Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Hallo!

    Ich habe mit fast 19 meinen Autoführerschein gemacht und jetzt mit 33 meinen Motorradführerschein angefangen.
    Theorie war beide Male kein Problem, beim ersten Versuch mit jeweils 0 Fehlern bestanden, als erste abgegeben


    Ich habe damals unheimlich viele Fahrstunden gebraucht.... ich bin fast 9 Monate lang mit Fahrlehrer gefahren weil ich einfach keine Routine in die Abläufe reinbekommen hab. Schalten, Kuppeln, Bremsen, Blinken... mein Hirn wollte das einfach nicht automatisieren. Ich hab ständig Fehler gemacht, war unkonzentriert, schnell abgelenkt etc., bin mehrmals heulend aus dem Fahrschulauto gestiegen und hatte richtig Angst vorm Fahren alleine. Zudem hatte ich auch einen leicht cholerischen Fahrleherer, der sich auch gerne mal über meine rechts-links-Verwechslungen lustig gemacht hat. Unmöglich sowas!

    Ich habe kurz nach meiner Fahrprüfung (die ich eher durch Glück und Zufall bestanden habe) nen kleinen Unfall mit Mama's Auto gehabt und bin dann fast 2 Jahre lang gar nicht mehr gefahren, wenn dann nur mit Begleitung und Angst.
    Sowas wie Routine hab ich eigentlich erst bekommen als ich das Automatikgetriebe-Auto von meinem Opa hatte, der lange im Krankenhaus war. Damit war ich sicherer.
    Mittlerwile fahre ich auch recht sicher mit Schaltgetriebe, aber ich habe gute 5 Jahre gebraucht um sowas wie Routine in die Abläufe zu bekommen. Und es passiert mir heute noch dass ich plötzlich in Stresssituationen nicht weiß wo die Bremse oder die Kupplung ist und ich dann Überholvorgänge abbrechen muss weil ich Angst/Panik bekomme.
    Autobahnen und auch Schnellstraßen vermeide ich, da fährt dann mein Mann. Ich fahre nie schneller als höchstens 120 km/h, da ich sonst das Gefühl habe die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Mit Stadtverkehr komm ich nur klar wenn ich mich auskenne, ansonsten bin ich total schnell überfordert.
    Ich kann auch beim Autofahren ganz schlecht konzentriert bleiben, ich höre trotzdem was im Radion läuft und denke den Text mit, was meine Kinder hinten reden, welcher Hund gerade an dem Auto vorbeiläuft und welche Frisur und Kleidung das Herrchen trägt, wie viele Leitpfosten an der Seite stehen usw.
    Manchmal merke ich auch, wenn ich hier in meiner Stadt fahre wo ich mich gut auskenne wie ich irgendwo angekommen bin und gar nicht weiß wie. Huch, weggedriftet, aber sicher angekommen.

    Mein Mann fährt schon seit seiner Jungend 125er Motorrad und hat letztes Jahr mit mir zusammen den großen Führerschein angefangen, war natürlich nach 3 Monaten fertig und ich hatte gerade erst eine Fahrstunde. Er hat sich seinen Jugendtraum von einer Harley erfüllt und knattert glücklich durch die Gegend

    Meine erste Fahrstunde war soweit ganz okay.... ich bin auf dem Gelände der Fahrschule ein bisschen hin- und hergefahren, im Schritttempo, mit Fahrlehrer der mich an der Jacke festgehalten hat wie früher Opa beim Fahrradfahren lernen (was ich übrigends auch erst mit 8 Jahren gelernt habe...)

    Aber ich weiß genau dass es eeeeeeewig dauern wird bis ich die motorischen Abläufe drinhab... und man fährt ja nicht so oft Motorrad wie Auto, zumal ich ja auch die Kinder mit dem Auto umherfahren muss... also wäre das Motorrad mal ne Sonntagsbeschäftigung. Wie soll ich da die nötige Übung und Routine kriegen?
    Ich denke momentan dass das Risiko welchem ich mir aussetze in keinem Verhätnis zu dem Spaß steht, den ich vielleicht IRGENDWANN mal haben werde wenn ich nach Jahren Routine habe. Wie soll ich die bekommen wenn ich vielleicht 5-10x in Jahr fahre? Das reicht nicht aus, nicht für mich.
    Und die Fahrstunden sind auch sauteuer... mein Mann schenkt mir quasi den Führerschein, aber ich will gar nicht dass er für die ewig vielen Fahrstunden die ich brauchen werde so viel Geld ausgibt, damit könnten wir auch in den Urlaub fahren mit der Familie oder was sinnvolles anschaffen.

    Wieso ich überhaupt damit angefangen habe?
    Ich fahre auf dem Motorrad mit seit ich 9 bin, mein Papa ist leidenschaftlicher Biker. Meine Mutter ist früher auch gefahren. Meine Onkel und Tanten fahren auch fast alle, auch selber, meine Cousins und Cousinen auch zum Teil.
    Ich habe vor 7 Jahren eine wunderschöne 125er Honda Rebell, nen kleinen Chopper, gekauft, die hat mein Mann gefahren bis er seinen großen Führerschein und das Geld für seine Harley zusammen hatte. Ich habe immer gesagt "irgendwann fahre ich die mal selber", ich finde sie sooo toll und sie steht mir super *hihi*, ich kann sie alleine halten und sie fährt nur 90 km/h, reicht ja völlig hin. Ich find das einfach cool!
    Ich würde das gerne können, es ist ein kleiner Traum von mir.

    Aber ich überlege seit Monaten ob es nicht vernünftiger wäre diesen Traum zu begraben.
    Ich habe momentan auch gar nicht die Nerven und die Energie übrig um mich auf die Fahrstunden einzustellen, ich vermeide seit Wochen einen neuen Termin bei meiner Fahrschule zu machen. Ja, ich hab auch Angst zu versagen. Ich habe aber einen sehr verständnissvollen und lieben Fahrlehrer... ich bin hin- und hergerissen!
    Einerseits schreit es in mir: "JAAAAAAA lebe deine Träume, später ärgerst du dich, nutze die Chance, er schenkt es dir!!!"
    Andererseits kommen halt oben genannte Zweifel. Und "nur" auf der Harley mitfahren ist auch sehr schön.
    Ich möchte aber auch meinen Mann nicht enttäuschen, er hat jetzt schon so viel Geld ausgegeben, die Theorieprüfung und den Unterricht bezahlt... das wäre alles rausgeschmissenes Geld.

    Ach kacke!

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Sei unvernünftig und mach es. Und wenn es dein Traum ist, schaffst du das auch. Lass es dauern und kosten, egal, du lebst nur einmal. Ein Urlaub ist schnell vorbei, den Führerschein hast du dein Leben lang.

    Mach einen neuen Termin, versuch die Angst zu verdrängen oder rede mit dem Fahrlehrer über deine Angst. Er weiß am besten, wie man dagegen angehen kann. Du bist ja nicht die Einzige, der es so geht.

    Du wirst sehen, du wirst irgendwann viel Spass haben. Die Kinder sind ja nicht lange so klein, dass sie umhergefahren werden müssen. Vielleicht kannst du ja einfach mal nachmittags oder abends, wenn dein Mann zu Hause ist, ne Stunde fahren? Oder tagsüber, wenn die Kinder beschäftigt (Kita, Schule) sind?

    Ich spreche übrigens aus Erfahrung, fahre seit fast 20 Jahren leidenschaftlich Motorrad. Auch wenn es per se unvernünftig ist.

  3. #3
    ellipirelli

    Gast

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    sunny1965 schreibt:
    Sei unvernünftig und mach es.
    solche Tips kriegt man wirklich nur hier...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Hihihiii ihr seid soooo cool!

    Ich werd bestimmt noch 1.000 Mal drüber nachdenken

    Wie ging es euch denn mit dem Führerschein bzw. wie geht es euch mit dem Autofahren? Hat da viell. jemand ähnliche Erfahrungen wie ich?

    Ist mir ja schon manchmal unangenehm wenn ich nach spätestens 1 1/2 Stunden anhalten muss weil ich einfach völlig überreizt bin und nicht mehr kann...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Als ich meinen Pkw-Führerschein frisch gemacht hatte (das war 1984, da war das noch alles anders und daher nicht vergleichbar), konnte ich in Ermangelung eines Autos nicht regelmäßig fahren. Da war ich auch jedesmal ganz furchtbar aufgeregt, wenn ich fahren sollte.
    Aber die Routine kam mit der Zeit. Und ich habe mich dann sogar einfach als Kraftfahrerin beworben und das drei Jahre gemacht, bin dabei sogar einen 7,5 Tonner gefahren. Inzwischen fahr ich jedes Auto, kann gar nicht groß genug sein.

    Meine Tipps: fahren, fahren, fahren, bei jeder Gelegenheit. Möglichst auch, wenn ihr zusammen unterwegs seit, wenigstens einen Teil der Strecke. Nimm ein Navi in der Stadt, das entspannt ungemein. Vielleicht hast du ein Smartphone, dann nutze Google maps oder eine offline Navi-App. Und trau dich auch mal auf ne Autobahn, zum Üben (wenn die Gelegenheit besteht) Sonntag früh, oder zu einer anderen Zeit, wo es leer ist. Ohne Zeitdruck, einfach so. Wenn es nicht geht, brich ab und versuch es ein andermal wieder. Nur nicht aufgeben. Nicht selbst unter Druck setzen.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Klar mach es!!!!!!!!!!!!!!!

    ich habe meinen Motorradführerschein im 34 gemacht und meinen Autoführerschein mit 36.

    für Motorrad habe ich 50 Std gebraucht fürs Auto nur die Pflichtstunden. Beir dir ist das jetzt umgekehrt

    bis denne

    Ich würds aber erst ab Feb. 2015 machen, dann hast du die ganze Saison zum fahren - ist besser , als wenn du den Führerschein machst und dann erst mal nicht fahren kannst.


    bis denne ELwirrwarr

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Ich finde es gut auch manchmal etwas "Unsinniges" zu machen .
    Da sammelt man Energie für die unangenehmen Aufgaben des Lebens bei .

    Was mir beim lernen von Bewegungen hilft, ist, sich nicht für seine Fehler zu Schämen. Jeder macht Fehler.
    Scham führt mMn. dazu dass man sich verkrampft und für alles länger braucht.

    Daher denke ich auch, dass es gut ist alleine zu üben, wenn man es theoretisch kann.

  8. #8
    like a Hobo...

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 639

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Ich habe meinen Motorradführerschein mit 28 gemacht.

    Ich liebe es zu fahren. Aber ich bin dann am Ende auch fix und alle.
    Wichtig ist für mich, das ich in der Gruppe ganz hinten fahre, oder eben alleine unterwegs bin. Damit ich wirklich meinen Stil fahre und mich nicht stressen oder treiben lasse. ich habe so meine eigenes Wohlfühl-Cruisen-Tempo. Dann kann ich sogar teilweise etwas entspannen.

    Ich mache jedes jahr ein ADAC Training zu saisonanfang. Kann ich nur empfehlen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Erfühl dir deinen Wünsch Ich habe vor 4 Jahren auch darüber nachgedacht den Motorradführerschein zu machen aber meine Kids waren dagegen.Jetzt wo ich 40 J. werde, darf ich bzw. den Wunsch werde ich mir auf jedenfall noch erfüllen.Als Ziel habe ich mir gesetzt,damit nächstes Jahr zu beginnen.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Motorradführerschein machen - blöde Idee?!

    Probiers einfach!!! Wenn du es willst dann musst du es machen!!!
    Mann, ihr habt schon Motorräder daheim, was besseres kann dir doch gar nicht passieren. Nochdazu hast du ein Motorrad wo du dich sicher drauf fühlst. Kannst du nicht irgendwo vorher üben? Such dir ein abgeschlossenes! Gelände, kein Kaufhausparkplatz, da kontrolliert die Polizeit. Vielleicht hat wer ein größeres Grundstück, anfangs reicht schon eine große Wiese. Wichtig ist nur dass es ein Privatgelände ist, sonst ist es Schwarzfahren. Auf einer Wiese ist es auch nicht schlimm wenn das Bike mal umkippt. Und die Honda ist ja relativ tief, da passiert eh nicht viel. Auch gibts vom ADAC die Möglichkeit auf Verkehrsübungsplätzen ohne Führerschein Autozufahren. Müsste halt geklärt werden ob das auch für Motorräder geht.
    Ich hab mich beim Autofahren auch angstellt wie der erste Mensch. Theorie war auch kein Problem - immer 0 Fehler. Aber das Fahren war anfangs ein Alptraum. Gut, geheult hab ich nicht, aber war manchmal knapp davor, als mein Fahrlerer das 5. Mal bei recht-vor-links reingebremst hat. Habs einfach nicht gepeilt. Ich hab so gut wie alles mal übersehen was man übersehen kann, Schilder und Fahrbahnbegrenzungen waren da noch das geringere Problem.
    Beim Motorradfahren hab ich auch vorher geübt. Meine Freundin war so nett und hat mir ihre 50er zur Verfügung gestellt. Am Anfang haben wir auf der Wiese hinter ihrem Haus geübt, dann aufm Feldweg und irgendwann bin ich dann alleine rumgefahren (hatte damals schon den Autoschein und durfte darum Kl. M-Motorräder fahren).
    Aber für das Zusammenspiel von Kupplung, Bremse, Gas und Schaltung musst du nicht schnell fahren.

    Heute hat mein Freund mehr Angst wenn ich Autofahre als wenn ich Motorrad fahre.
    Laster fahren ist übrigens auch ganz toll Hab den Lasterführerschein auch noch gemacht, hatte da einfach Bock drauf - soviel zu vernünftig und unvernünftig.

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