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Diskutiere im Thema ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    Unglücklich ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Hallo Leute,


    ich bin der Guerillero und muss jetzt nach langem Mitlesen mal meine Geschichte loswerden!

    Kindheit:
    In der Kindheit war ich immer ein bisschen anders bzw. ich hatte zwar viele Freunde und so aber ich habe mich immer ein bisschen anders gefühlt.
    Ich war nie so abenteuerlustig wie die anderen bzw. ein richtiges Muttersöhnchen.
    In der Schule war ich oft leicht ablenkbar und habe immer meine Hausaufgaben mit meiner Mutter gemacht, was sehr anstrengend und nervig für mich war.
    In den Zeugnissen steht, dass ich mich leicht ablenken lasse, zu lange manchmal brauche für eine Aufgabe (diese dann aber sehr gut erledige) und meine Noten waren immer im 2er Bereich außer bei Schönschreiben bzw. Schrift, da hatte ich eine 4.

    Ich hatte nie so wirklich das Bedürfnis mich mit Freunden zu treffen oder dergleichen, deswegen blieb ich auch eig. die ganze Zeit meist daheim und ging nur mit meiner Mutter raus. Meine Mutter hatte aber auch meist was gegen die Kinder von anderen (Klassenkameraden), die waren ihr immer ein zu schlechter Umgang für min, deswegen war es vllt. auch nicht ganz eigenverschuldet. Also ich war somit sehr sehr selten außerhalb der Schule draußen mit gleichaltrigen.
    Ich saß eig. den ganzen Tag vorm Fernseher und spielte mit meinem kleinen Bruder.
    Nach der Grundschule hatte ich eine Hauptschulempfehlung, allerdings haben mich meine Eltern dennoch auf eine Realschule geschickt.
    Auf der Realschule hatte ich extreme Probleme mitzukommen und dem Stoff zu folgen etc. aber da sprang wieder meine Mum ein und bringet mir alles ewig lang nachmittags bei. Man kann sich vorstellen wie nervig das als Kind war

    Ab der 6. Klasse sollte ich alleine lernen, was aber gar nicht klappte. Ich lernte seitdem eig. gar nicht mehr, allerdings hatte ich dann auch Strategien entwickelt um es irgendwie zu schaffen (Gruppenlernen, einsperren lassen ohne Medien etc.)
    So kam ich dann auch aufs Gymnasium, weil meine Noten zu gut waren und machte dann mein Abi.

    Allerdings lernte ich immer weniger und weniger und ging auch sehr selten raus. Ich wurde immer inaktiver, verbrachte die ganze Zeit vor dem Fernseher oder Internet und traf selten Freunde.
    Am Ende der Pubertät wurde es dann genau anders. Ich ging raus und traf mich mit Freunden etc. Allerdings fiel ich auch nach meiner ersten großen Liebe mit der es nicht geklappt hat in ein Loch und da fings dann an. Ich ging immer seltener zur Schule und war dauernd sehr unzufrieden. Diese Unzufriedenheit stopfte ich mit Alkohol und Gras. Ich hatte null Lust auf Verpflichtungen und wiederholte auch die 11. Klasse dann.

    Dann lernte ich jedoch meine jetzige Freundin kennen, die in der gleichen Klasse war und ab da an vergaß diese Depris etc.

    Jugend:
    In der Kollegstufe wollte ich unbedingt ein sehr gutes Abi, allerdings war es mir wirklich niiiieeee möglich anständig zu lernen, Ordnung zu halten mit meinen blättern und Materialien und im Unterricht zu folgen.
    Ich kompensierte all diese Probleme damit, dass ich den Tag vor der Klausur schnell bei Freunden mir die Unterlagen besorgte / kopierte und dann nachts wenn alle schliefen angefangen habe zu lernen. Ich lernte dann mit 1 liter Energy intus von 1-6 und ging dann ohne Schlaf zur Schule um die Klausur zu schreiben.
    Ich schrieb auch immer zweistellige Noten und da das ja nur zählte, hatte ich keine ''Probleme'' bzw. keinen Leidensdruck.

    Ich bemerkte schon, dass ich dauernd unzufrieden, lustlos, müde bin und Konzentrationsprobleme hatte. Ich meidete auch außer meiner Freundin irgendwie andere Leute. Also mich mit denen zu treffen usw.

    Studium:
    Das große Problem begann dann mit dem Studium. Ich wollte nicht mehr so weiter leben und endlich glücklicher, aktiver, erwachsener sein und mich nicht nur auf den letzten Drücker vorzubereiten, sondern stetig zu lernen.
    Das klappte im 1. Semester gar nicht, allerdings lernte ich dann 2 Wochen vor den Klausuren und es hat gut gereicht.
    Es nervte mich aber, dass ich nur so ein Bulimie-Lernen durchziehen kann und da wir ein Staatsexamen am Ende haben, wo alles von vorn bis hinten abgefragt wird, würde ein solches Lernverhalten zu nichts führen.

    So ich hab dann angefangen zu lernen im 2. Semester und es war wieder das gleiche. Ich war sehr unstrukturiert, perfektionistisch, unordentlich und hatte wieder extreme Konzentrationsprobleme. Die mangelnde Qualität versuchte ich dann durch Quantität aufzuholen. Ich lernte dann den ganzen Tag und hatte aber ständig das Gefühl alles zu vergessen bzw. nichts gelernt zu haben. Während andere locker in Vorlesungen gingen und abends noch 2-3 h was gemacht haben, konnte ich die Vorlesungen vergessen, da ich nie die genügende Konzentration hatte zuzuhören und musste somit dies durch eigenes Lernen kompensieren.
    Dadurch wurde meine Angst vor den Prüfungen (trotz meinen guten Noten) und vor dem Staatsexamen auch immer größer.
    Ich hätte während diesem ganzen lernen und so immer wieder so ''tiefs'', wo ich alles so sinnlos fang und mich dem ganzen nicht gewachsen fühlte.

    Naja so ging das ca. ein Jahr also das 2. und 3. Semester, wo ich dann bis zu 9 mal ein 200 Seiten Skript lesen / exzerpieren musste, um es endlich im Kopf zu behalten. In den Semesterferien wollte ich mich dann auf die Prüfungen vom nächsten Semester vorbereiten und dann fing der Supergau an. Ich schlief bis zu 12 h, lernte null und konnte es auch gar nicht mehr (nicht mal mehr schlecht), war extrem depressiv und trank jeden 3. Tag Alkohol um den Stress vom Nichtlernen etc. zu kompensieren. Das ging so 8 Monate lang und dann bin ich zu 3 Ärzten, die endlich finden sollten was ich habe. Einer fand eine Schilddrüsenunterfunktion.
    Ich stürzte mich natürlich darauf, informierte mich viel und stellte meine Schilddrüse ein. Dadurch sind viele körperliche Symptome weg und auch die schweren depressiven Verstimmungen. Aber weiterhin blieben die psychischen Symptome.

    Allerdings bleibt immer noch diese Konzentrationsprobleme, Unordnung, innere Unruhe und diese extreme Antriebslosigkeit. Ich bin wie gesagt nicht depri oder irgendwie, ich will sogar rausgehen, in die Uni und lernen und Spaß haben und so ein gutes Leben führen. Ich habe auch alles was man dafür braucht, keinerlei Probleme oder dergleichen. Aber ich hocke seit 2 Jahren die meiste Zeit zu Hause rum und kann mich zu nichts mehr aufraffen. Ich habe einfach keinen Motor mehr, dieser innere Feuer, der einen antreibt morgens pünktlich aufzustehen, sein Zeug zu erledigen, sich mit Freunden zu verabreden etc.
    Ich hocke die meiste Zeit sinnlos rum und träume davon, wie ich mal endlich wieder das Leben angreife etc. und es klappt einfach nicht mehr. Manchmal trete ich mir in den Hintern und geh dann wieder Uni und alles. Das hält meist so 4-6 Tage und dann hocke ich doch wieder zu Hause rum.
    Ich habe wirklich schon alles dagegen versucht wie Vitamine auffüllen, 5-HTP (hat nur meine Stimmung ein kleines bisschen verbessert), Sport, mit Leuten darüber reden etc.


    Ich frage mich einfach, was der Grund ist wieso ich so extrem mein ganzes Leben daheim rumhocke und nicht das Leben so anpacken kann wie ich das möchte, sondern dauernd von so einem ''inneren Schweinehund'' runtergedrückt werde. Es macht mich wirklich auch sehr fertig dauernd nur so rumzugammeln und zu fressen und nicht meine Ziele zu erreichen, aber wenn ich auch daran denke rauszugehen und Uni usw. dann hab ich ebenso ggggaaaaaaarrrrrrrr kein Antrieb.
    Es ist so eine komische Situation :S


    Was sagt ihr dazu Leute? Könnte es ADS sein? Habt ihr das auch ? Was hat euch geholfen?


    LG
    Guerillero

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 52

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    ich kann dir leider auch nicht sagen, was da hilft aber ... du bist damit nicht alleine das hört sich für ziemlich bekannt an.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Naniwa schreibt:
    ich kann dir leider auch nicht sagen, was da hilft aber ... du bist damit nicht alleine das hört sich für ziemlich bekannt an.
    Jepp, Guerilliero. Bist nicht allein.

    Liebe grüße,

    Luzie

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.007

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Laß Dich testen! Ich halte Deinen Eigenverdacht nach dieser Beschreibung für begründet. Aber ich bin weder Neurologe noch Psychologe.
    Wenn Du es erstmal schriftlich auf der Hand hast, ist der erste Schritt getan.
    Die medizinische Therapie wird Dich nicht in einen komplett anderen Menschen verwandeln, aber helfen wird sie allemal, insofern sich Onkel Doc auf die Diagnose festlegt...
    Und eine begleitende Verhaltenstherapie kann sicher auch nicht schaden. Ich z.B. werde letzteres demnächst angehen, bzw. bin schon dabei (alles Schritt für Schritt).

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Ich kenne das sehr gut, was du da beschreibst, da ich all diese Phasen erlebt hatte, nur war es bei mir nichts mit der Schilddrüse, sondern Vitamin B12 Mangel, welcher diese Trägheit hervorgerufen hatte.
    Aber auch jetzt, nachdem ich regelmässig den Haushalt an B12 spritzen lasse, komme ich oft in diese Stimmung, welche du beschreibst.
    Ich weiss nicht, wie hoch den Graskonsum war, aber wichtig ist, dass dir bewusst ist, dass dies deine Leistung im Gehirn stark beeinflusst, je nachdem wie früh du angefangen hast und wie regelmässig und wie oft etc.
    Ob dies AD(H)S ist, kann ich dir natürlich nicht beantworten. Aber einiges klingt danach, aber auch andere Krankheiten kämen sicherlich in Frage.

    Ich befinde mich momentan auch in einer Phase des nichts hinkriegen fürs Studium und zu Hause rumsitzen. Und ich habe akzeptiert, dass ich manchmal diese Phasen brauche. Da ich auditiv eine grosse Schwäche durch mein ADS habe, brauche ich diese Ruhephasen zu Hause, alleine für mich. Und die Pausen vom Lernen. Das Aufraffen ist dann eine Frage des 'sich selbst in den Hintern treten'-Niveaus. Die Diagnose alleine wird dir da noch nicht helfen. Auch mit den Medikamenten und allem, wirst du dich selbst auch erst aus diesem Loch befreien müssen. Aber einen Grund für die Antriebslosigkeit zu haben und zu wissen, dass man nicht von Charakter aus ein 'Versager' ist, wie man sich manchmal ja in solchen Situationen fühlt, kann da bereits einiges dazu beitragen.

    Es tut mir Leid, dass ich dir nicht mehr helfen kann, da ich wirklich weiss, wie du dich grade fühlst. Aber mach dich nicht zur Schnecke, nur weil mal etwas nicht funktioniert und am wichtigsten ist: Nur weil man keine Motivation hat, weil man keinen Antrieb hat, ist man nicht faul. Faul ist jemand, der eigentlich kann, aber zu bequem ist. Und dann gibt es Menschen, die haben keinen Antrieb, wollen etwas, wissen, dass sie können, aber sie finden keinen Anfang, wissen nicht wie, sehen nur den Berg und sind paralysiert alleine durch den Stress des Ansehens und Realisieren des Weges der vor einem liegt. Das ist nicht faul, denn faul ist ein sehr negativ belastetes Wort. Und sobald du das mit dir assoziierst, gerätst du in einen Teufelskreis. Und den zu durchbrechen, wir dann noch schwieriger.
    Alles Gute!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Hey,

    danke für eure Antworten

    Vitamin B12, Vit. D und alles andere (Hormone, großes Blutbild etc.) habe ich testen lassen und hatte leichte Mängel bei paar Vitaminen, die aber auch nach dem Auffüllen und guter Werte zu nichts geführt haben.
    Das mit dem Gras rauchen habe ich auch schon bedacht, allerdings habe ich ja diese extreme Trägheit schon immer gehabt und das Kiffen war nur Folge eher als Ursache.
    Wenn man sichzu keinem Sport, Hobby etc. aufraffen kann, dann war es so das einfache, schnelle und hat auch mal dieses Gedankenkarussel betäubt. Das ging allerdings auch nur, wenn auch heftig und zeitweise täglich, ein Jahr lang. Bin damals wegen einem Umzug an die falschen Freunde gekommen und als ich es gemerkt habe, habe ich auch schnell damit aufgehört und die Freunde gewechselt. Dann blieb halt eben das Wochenendsaufen als Lösung. Natürlich mach ich auch dies seit Ewigkeiten nicht mehr, allerdings ist es eigentlich so, dass man mit all dem aufhört und dann sagen wir mal nicht mal mehr diesen ''Spaß'' hat.
    Wobei ich auch komisch finde, dass wenn ich Alkohol trinke immer sehr lustig, glücklich und aktiv werde :S
    Das zeigt sich dann wirklich so, dass Freunde mich drängen mit rauszukommen und wenn es irgendwie ein Bar- bzw. Diskoabend ist, dann denk ich mir ja nee keine Lust usw. wenn ich mich dann aufraffe doch zu gehen, dann bin ich nach paar Bier der ausgelassenste und unternehmensfreudigste von allen ^^
    Ich denke das mit dem Alkohol eben die ganzen Neurotransmitter mal eher ausgeschüttet werden und das meine Symptome behebt. (Nur eine Vermutung)
    Aber natürlich ist das auch keine Lösung sich sein Leben süß zu schlabbern, deswegen mach ich das auch nicht mehr wie damals.

    Ich könnte mich ja für eine Klausur oder so ja mal aufraffen paar Tage zu lernen mit ach und krach und großen Pausen, aber ich bin schon scheinfrei im Studium und bereite mich auf das Staatsexamen vor (oder besser gesagt ich müsste^^) D.h. jeden Tag für ein Jahr den kompletten Stoff a 6-8 h lernen täglich. Das ist das Pensum, das die anderen Kommis von mir fahren.
    Deprimierend ist dabei eben, dass ich mir denke ich vergesse immer alles und lerne soooo schwer ich schaff das einfach nicht. Da gibt man halt leicht auf, zumal meine Versuche es endlich zu packen immer schief gehen.

    Meine Symptome sind auf den Punkt gebracht:
    - Depressive Stimmung (nur zeitweise)
    - Angst vor Versagen / Zukunft
    - Traue mir nicht viel zu, obwohl ich zu den Besten rein notentechnisch gehöre (Gedanken wie: Wie schaffe ich jemals den Beruf etc. / War alles bis jetzt eher Glückssache)
    - Ständiges Wippen mit den Beinen, Kopf kratzen (manchmal bis es blutet), im Gesicht rumfummeln während konzentrierter Arbeit (keiner kann neben mir lernen)
    - Surreales Gefühl ständig so als ob man in einer Käseglocke wohnt
    - Schuldgefühle
    - Konzentrationsschwierigkeiten
    - Schlafstörungen (brauche 60-90 min zum Einschlafen) und schwer aufstehen können
    - Lethargie / Antriebslosigkeit / Lustlosigkeit bzgl. Arbeit, Studium, Privatleben
    - Heißhungerattacken und Fressflashs
    - Hypoaktivität
    - Müdigkeit / Schwächegefühle andauernd
    - Wenn ich etwas anfange, dann bin ich sehr enthusiastisch, was aber nur kurze Zeit anhält (hab kein Hobby zu Ende gebracht bzw. länger durchgehalten)
    - Suchtverhalten (Alkohol, Zigaretten), wobei ich mich sehr zügle und es selten mache
    - Kann mich für nichts begeistern seit neuem / Gefühl der Gefühllosigkeit bzw. inneren Leere
    - schwache Libido für einen 23-Jährigen Bub
    - alltägliches Mittagstief
    - Unordentlich, Unstrukturiertheit, sehr vergesslich
    - Dauerndes Gedankenkarussel d.h. 1000 Gedanken aber nichts wirkliches, greifbares
    - starke Entscheidungsschwäche
    - kann mit Fremden Menschen sehr schlecht smalltalken bzw. entspannt reden und schlecht in die Augen gucken insbesondere bei Respektspersonen


    Joaah mehr fällt mir gerade nicht ein. Ich habe auch 10 ADS-Tests gemacht, die alle auf ADS stark hingewiesen haben. Aber auch ein Dutzend Burn-Out / Depressionen Tests, die positiv waren.
    Von den antriebssteigernden AD oder Medis wie Ritalin erhoffe ich mir einfach, dass sie mir diesen Biss / Antrieb geben endlich wieder alles anzupacken und ordentlich wieder mein Leben zu führen und nicht zu Hause es an mir vorbeiziehen zu lassen. Mittels einer Therapie kann man dann natürlich eben seine falschen Denkmuster bzw. unverarbeiteten Angelegenheiten lösen.
    Wobei ich echt denke, dass ich einfach ein Mangel an Neurotransmitter oder so habe, denn mein Bruder weist das gleiche Verhalten wie ich auch. Wir ähneln uns eben ziemlich stark, was die Lernproblematik usw. angeht.
    Geändert von Guerillero (26.07.2014 um 00:28 Uhr)

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Okay. Also. Diese Symptome die du beschreibst:
    - Depressive Stimmung (nur zeitweise)
    - Angst vor Versagen / Zukunft
    - Traue mir nicht viel zu, obwohl ich zu den Besten rein notentechnisch gehöre (Gedanken wie: Wie schaffe ich jemals den Beruf etc. / War alles bis jetzt eher Glückssache)
    - Ständiges Wippen mit den Beinen, Kopf kratzen (manchmal bis es blutet), im Gesicht rumfummeln während konzentrierter Arbeit (keiner kann neben mir lernen)
    - Surreales Gefühl ständig so als ob man in einer Käseglocke wohnt
    - Schuldgefühle
    - Konzentrationsschwierigkeiten
    - Schlafstörungen (brauche 60-90 min zum Einschlafen) und schwer aufstehen können
    - Lethargie / Antriebslosigkeit / Lustlosigkeit bzgl. Arbeit, Studium, Privatleben
    - Heißhungerattacken und Fressflashs
    - Hypoaktivität
    - Müdigkeit / Schwächegefühle andauernd
    - Wenn ich etwas anfange, dann bin ich sehr enthusiastisch, was aber nur kurze Zeit anhält (hab kein Hobby zu Ende gebracht bzw. länger durchgehalten)
    - Suchtverhalten (Alkohol, Zigaretten), wobei ich mich sehr zügle und es selten mache
    - Kann mich für nichts begeistern seit neuem / Gefühl der Gefühllosigkeit bzw. inneren Leere
    - schwache Libido für einen 23-Jährigen Bub
    - alltägliches Mittagstief
    - Unordentlich, Unstrukturiertheit, sehr vergesslich
    - Dauerndes Gedankenkarussel d.h. 1000 Gedanken aber nichts wirkliches, greifbares
    - starke Entscheidungsschwäche
    - kann mit Fremden Menschen sehr schlecht smalltalken bzw. entspannt reden und schlecht in die Augen gucken insbesondere bei Respektspersonen
    Bis auf das Suchtverhalten, kann ich alles unterschreiben, ich kenne diese Symptome alle (ach ja, und das mit dem 23-Jährigen Bub, bin fast 22 Jahre alt und weiblich). Ich kann dir nur erneut raten, dich abklären zu lassen. Diese Symptome deuten auf ADS oder eine andere psychische Erkrankung hin. Da AD(H)S oft in Kombination mit anderen Krankheiten auftreten kann, kann es auch sein, dass da mehr ist. Auch bei mir sind AD(H)S-Tests stets positiv ausgefallen vor der Abklärung, welche diese bestätigte und genau wie bei dir, zeigen Tests zu Burn Out und Depression meistens ein positives Resultat an.
    Dass dein Bruder ebenfalls solche Merkmale aufweist, ist gut möglich, da AD(H)S auch genetisch bedingt sein kann.
    Entweder redest du mit deinem Hausarzt darüber oder du wirst selbst aktiv und suchst dir jemanden, der deinen Verdacht mit dir anschaut.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Okay danke ! Ich habe einen Termin beim Psychiater in 1.5 Monaten, da werde ich natürlich alles schildern. Ich frag hier nur schonmal nach, weil ich auch 1. jetzt schon mich austauschen will und selber Lösungen finden will 2. eure Meinung einholen will und 3. damit ich dem Psychiater genauer sagen kann was mir fehlt, denn ich bereite mich immer auf Arztgespräche vor (damals wegen der Schilddrüse) und hab am Ende nur die Hälfte was ich sagen wollte hingestammelt und mich abwürgen lassen. Deswegen will ich dann vorbereitet dahin gehen und das Gespräch auch bisschen lenken können.

    Was mir heute wieder eingefallen ist:
    Ich kann absolut gar nicht Auto fahren ^^ Also nicht nur, dass ich gar kein Interesse am Fahren habe wie auch an sonst allem, was komisch ist für einen Mann, ich habe auch eine Heidenangst vor dem Auto fahren bzw. traue es mir einfach nicht zu. Das stört mich wirklich und ist völlig unbegründet, da ich meinen Führerschein auf Anhieb geschafft habe.
    Beim Autofahren selbst leide ich allerdings an Reizüberflutung, d.h. ich bin überfordert von all den Eindrücken, Pedalen, Regeln und kann mich schlecht auf den Verkehr
    konzentrieren. Das war aber auch als Kind schon so mit dem Fahrrad fahren und Schwimmen, ich war immer extrem überfordert mit dem Ablauf und Körperkontrolle und Eindrücke (Verkehr, andere Personen, andere Situation als sonst), deswegen hab ich auch erst mit 14 richtig fahren können und eig. nie wirklich gut schwimmen trotz verschiedener Kurse.
    Mit dem Auto fahren ist es genauso, obwohl mein Vater mir schon diverse Autos vorgeschlagen hat, die er mir kaufen würde oder auch sein eigenes Auto mir leiht und meine Freundin
    mich immer mal wieder drängt es zu nehmen. Ich kann es einfach nicht :S


    Noch paar Fragen zum Psychiater / Neurologen:
    1. Ich habe gesagt, dass ich mich auf ADS testen lassen will aber ich weiß ja eben nicht was ich habe, deswegen frage ich mich, ob er durch die Tests auch sehen kann ob ich was
    anderes habe? Ich meine es sind ja die gleichen Testen dieses ICF-10 oder DMV. Oder muss ich dann noch einmal wann anders hin für andere Diagnosen? Er meinte er nimmt sich 60-90 min Zeit für mich.
    Kann er auch mein Hirn irgendwie anschauen bzw. Aktivität messen oder geht es wirklich nur nach Fragen, Tests und Erzählung.

    2. Das Ganze wird mich wohl meine Verbeamtung kosten, da mit psychischer Erkrankung die Verbeamtung hinüber ist und der Psychiater bei den Symptomen wohl zumindest Antidepressiva verschreiben wird + Therapieempfehlung, d.h. das wird man später in meiner Krankenakte sehen. Findet ihr das schlimm? Ich meine ich denk mir dauernd ich muss mich nur
    mal zusammen reißen und dafür eben meine Verbeamtung behalten als so einen auf krank zu machen, aber von der Realität werde ich immer eines anderen belehrt. Es wird wohl besser
    sein seine Verbeamtung hinzuschmeißen dafür aber gesund zu werden, nicht?
    Angst macht mir da, dass manche meinen auch die Tabletten werden es nicht groß verändern -> wozu mach ich das dann überhaupt?

    3. Kann mein zukünftiger Arbeitgeber (Privatwirtschaft) eine solche Diagnose sehen auf irgendeine Weise?
    4. Würdet ihr ein Urlaubssemester mal einlegen und wieder versuchen euch ans Lernen usw. ohne Druck zu gewöhnen? Theoretisch brauch ich keins, da ich sowieso nur mich auf das Examen vorbereite und Studiengebühren unbeachtlich sind, allerdings würde dann nicht dauernd das Fachsemester steigen, was auch bedrückend ist wenn man net lernt ^^


    LG
    Geändert von Guerillero (26.07.2014 um 16:50 Uhr)

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Hey,
    also das mit dem Autofahren kann ich irgendwie verstehen. Ich habe erst seit kurzem meinen Führerschein und ich fahre so oft es geht, um genau diese Hemmungen sofort zu unterbinden.

    Es kann sein, dass der Psychiater sagt, er könne sich aus den Antworten denken, dass da was anderes ist und so weiter, aber die Tests gehen schon sehr auf die Diagnose ADS ja oder nein aus, soweit ich mich an meinen Test erinnern kann.
    Es gibt die Möglichkeit, die auch die Hirnströmungen misst, aber ich weiss leider nicht genau, ob die bei der Erstabklärung oder beim Ersttermin gemacht werden oder erst auf Bitten deinerseits.

    Zu der Verbeamtung kann ich dir leider nicht viel sagen, ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt eine Rolle spielen würde... Aber informiere dich doch dort auch nochmals bei deinem Psychiater über diese Sache zu sagen hat. Und wenn du ADS hast und dann Medikamente nimmst und eine Therapie beginnst, muss da keine Antidepressiva-Medikamentation dazu kommen, weil dir die genug helfen.

    Die Diagnose, ob dein Arbeitsgeber diese sehen kann, kommt natürlich ganz auf deine Offenheit gegenüber diesem Bereich an und auf den künftigen Beruf. Was genau ist denn dein Berufsziel?
    Mir selbst fallen Unterbrechungen schwer, da ich dann den Einstieg schlecht wieder finde, aber ob ein Zwischensemester das Richtige für dich wäre, musst du selbst rausspüren...

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Okay danke! Ich werd mal gucken wie das ist.
    Am Dienstag habe ich einen Termin bei der psychologischen Beratungsstelle, da ja alle hier auch der Meinung sind, dass ich wohl psychisch ein Problem habe.
    Deshalb möchte ich es auch nicht weiter vor mir herschieben, sondern die Sache anpacken.

    Der Psychologe nimmt sich 60 min Zeit. Ich werde ihn fragen was all diese Symptome sein können und eben die ''Lebensgeschichte'' vortragen.
    Das wird auch helfen dann beim Psychiater auf den Punkt zu kommen, denn die Besprechung wird bei ihm bestimmt viel kürzer sein, da die tests noch geschafft werden müssen.

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