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Diskutiere im Thema ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #71
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Bavepeco schreibt:
    Hallo Guerillero, ich habe es noch nicht geschafft, mir alles durchzulesen, aber was du in deinem ersten Beitrag beschreibst, kommt mir schon bekannt vor. Es kommt oft vor, dass durch die Probleme, die man mit dem ADS hat, im Verlaufe der Jugend dann andere Probleme wie z.B. Depressionen schleichend dazu kommen und nun als Erwachsener ist dieses Geflecht dann schwer wieder zu entwirren.

    Ich finde es übrigens lobenswert von deiner Mutter, dass sie sich immer wieder mit dir zum Lernen hingesetzt hat. Ich kann mir vorstellen, dass das für dich als Kind ziemlich nervig war, aber aus ihrer Perspektive hat sie viel Zeit und sicher auch Nerven investiert um dir eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Das ist keineswegs selbstverständlich.
    Andererseits weiß ich natürlich nicht, WIE sie mit dir beim Lernen umgegangen ist. Menschen, die keine Ahnung von ADS haben, können mit ihrer "Hilfe" ein ADS Kind natürlich leider auch ziemlich demotivieren und mehr schaden als nutzen. Da kann dann der gute Wille auch nach Hinten losgehen. Du schreibst ja auch, dass sie dich irgendwie von deinen Schulkameraden ferngehalten hat. Das klingt natürlich ziemlich problematisch.

    Jedenfalls drück ich dir die Daumen und hoffe, dass du auf einem guten Weg bist. Gib nicht auf!

    Natürlich bin ich ihr sehr dankbar dafür und weiß es zu schätzen, denn wäre das nicht gewesen, wäre ich wohl auf der Hauptschule gelandet. (Nichts gegen Hauptschüler)
    Es war aber eher Frontalunterricht und einfach zu lang, jeden Nachmittag nach x Stunden Schule Monate vor Klausuren. Das ist mit ADHS gepaart die Hölle.

    Bin jetzt seit gestern auf 2x10 mg Medikinet, nehme es morgen frühs und mittags gegen 14 Uhr.
    Jetzt hält die ''Wirkung'' länger, was sich in weniger Gedankenrasen, Gleichgültigkeit, Wachheit und keine Heißhungerattacken zeigt. Alles aber sehr sehr subtil und nicht der Rede wert. Andere merken gar keine Veränderung an mir.

    Bezüglich Konzentration und Antrieb ist immer noch nichts zu merken. Hab einfach Schiss ein Non-Responder zu sein. ^^

  2. #72
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    So Leute,

    ich habe am Freitag mit meinem Arzt gesprochen, der hat mir empfohlen auf 20 mg morgens und 10 mg nachmittags zu gehen. Also nehme ich ab jetzt 20 mg um 7:30 Uhr und um 14:00 nochmal 10 mg. Soll ich die Einnahmezeit nachmittags ändern?
    Morgens gehe ich eher in Vorlesungen und dergleichen und am Nachmittag lerne ich (also rein theoretisch ^^) -> Lieber zum Lernen die 20 mg nachmittags nehmen? Oder ist die größere Dosis immer morgens besser? Meinen Arzt konnte ich dazu nicht fragen, weil mir die Frage erst jetzt gekommen ist. ^^
    Geändert von Guerillero (20.09.2014 um 22:18 Uhr)

  3. #73
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 523

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    hab auch ne schilddrüsenunterfunktion, besonders problematisch wars bei mir, als das ganze noch unentdeckt war.

    am anfang ging es mir extrem dreckig.. dauernd depris schlechte laune,
    und lauter stimmungswechsel im nu. hatte mich von den anderen abgegrenzt, wollte nicht rausgehen und niemanden sehen.
    die anderen schrien laut im bus und ärgerten sich gegenseitig, ich aber,
    war der typ mit kopfhörer im ohr, der seinem starren blick aus dem fenster freien lauf ließ.

    zuhause, nach der schule, hing ich den ganzen tag vorm rechner.
    da im internet "fand" ich wieder sozialen anschluss zumindest, teilweise.
    so auch meine erste freundin kennen gelernt. das ganze spielte sich so bis ungefähr 17-18 ab. bis ich durch zufall 'richtig' medikamentös eingestellt wurde.

    das war meine jugend.

    dazwischen gab es ne phase in der ich studieren war und jede partie mitgenommen hatte.
    letztendlich das studium hinschmiss, weil es viel zu schwer war und die motivation zu lernen einfach nicht da war.

    eigentlich hätte das 'keinbockgefühl' mit der korrekten einstellung der schilddrüse verschwunden sein müssen, aber ich fühlte mich immernoch nicht besser.
    immernoch leer und antriebslos, bis heute. immernoch anders, immernoch zuhauf depressiv.
    ich würde gerne hobbies betreiben, doch fange nichts an.
    meine große liebe namens musik, hab ich nicht genug geliebt, könnte man sagen.
    einfach rumhängen, nach 9-10 std arbeit, wie einem gerade der kopf steht.
    keine lust andere menschen zu sehen und kennen zu lernen.

    vor 2 jahren erfuhr ich, dass ich eigentlich linkshänder bin und durch meine ungelebte linkshändigkeit, sich mein gehirn verändert hatte
    und ich deswegen 'dauerdepressiv' bin. auch weil das ganze mit vielen enttäuschungen in meiner kindheit zusammenhängt und
    immernoch nicht verdaut ist. zumindest solange, bis ich endlich ich bin.
    als linkshänder geboren, zum verzweifelten rechtshänder, dem nichts mehr spaß macht, durch nachahmung gemacht.

    eigentlich wollte ich nie wirklich linkshänder sein, ich wollte nicht anders sein, als die anderen,
    ich wollte dazu gehören, ich verstehs auch nicht.
    wieso ich? diese welt ist rechtshändig und nicht für linkshänder gemacht.
    als linkshänder bekommt man nur steine in den weg gelegt.
    und ich weiß nicht mehr, wieviel ich noch heben kann vor lauter enttäuschungen und unverstandenheit,
    bis mir das kreuz bricht.

    jedenfalls sagt man, dass umgeschulte linkshänder sich sofort, ohne zu zögern, eine adhs bescheinigung holen könnten.
    wenn, man das will und seine linkshändigkeit weiter ignoriert.
    man bekommt dann medikamente verschrieben und wird ruhig gestellt.
    problem behoben, ursache nicht einmal ansatzweise.
    nur warum mach ich das dann nicht? warum hol ich mir nicht eine bescheinigung, wo drin steht, dass ich adhsler bin..
    keine ahnung. vllt weil ich mehr vermute. aber es nicht angehe.

    sackgasse. mein ungeliebtes leben, dass ich nie wollte ist eine sackgasse.
    es ist nie zu spät sagen sie, aber sie wissen nicht, wie es ist, wenn man sich in einer endlosschleife ohne perspektive befindet.

    jedenfalls danke Guerillero
    , so ein bisschen selbstreflektion kann ja nicht schaden,
    vllt kann ich das eines tages noch gebrauchen. jedenfalls hab ich keine antwort für dich, hoffe aber für dich,
    dass du deinen weg findest.

    grüße

  4. #74
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Ja danke derTyp direkt bringt es mir sicherlich nichts, aber interessant zu hören wars allemal



    Leute ich will jetzt mal meine Symptome komplett sammeln, damit ich später einen Vergleich habe was sich verbessert hat.
    Einerseits habe ich folgendes:
    - Gedankenkarussel
    - Beinwippen, kopfkratzen, Stift klicken etc. bei Konzentration (zB beim Lesen)
    - innere Unruhe
    - Ubahnfahrten, Einkaufsschlagen etc. halte ich schlecht aus, steig dann meist aus und lauf zu Fuß ^^
    - Habe Aggressionen manchmal so richtige Wutanfälle, wo ich ausfallend und sarkastisch werde etc. (richtig beleidigend), was mir später leid tut
    - halte Vorträge, Seminare usw. nicht aus das ständige Zuhören, Sitzen und mitdenken
    - Nach dem lernen hab ich vieles wieder vergessen bzw. muss jeden Satz x-mal lesen
    - Wenn ich etwas lese, lese ich es ganz schnell weil ich nicht die Geduld habe es langsam zu lesen, sodass ich es mir merke bzw. verstehe
    - Stimmungsschwankungen täglich, wo ich ganz depressiv bin oder richtig gut drauf (öfter aber depri) oder einfach nur gefühlsneutral
    - Wenn jemand redet will ich reden und höre eig. nicht zu, sondern bin gedankenversunken
    - bin dauernd in Gedanken schon am nächsten Ort, neuen Termin etc.
    - lass gedanklich dauernd ''Projekte'' ablaufen, die ich vorhabe
    - kann nicht gut zu hören und vergesse viel (Freundin sagt dauernd das habe ich dir aber gesagt!!! Ich nöö niemals, dann zeigt sie mir immer den Chat-Verlauf und ich oh ok ^^)
    - Geh an Orte und frag mich was ich da wollte, mache sinnlos Schränke usw. auf und weiß nicht wieso also vergesslich
    - Muss sehr oft spazieren gehen stundenlang um meine Gedanken zu sortieren und runterzukommen
    - Bin unordentlich, schlampig beim arbeiten (details und co.) und hab kein Feingefühl / Feinmotorik
    - Mir wird schnell von etwas langweilig, kann Sachen nicht beenden und schiebe immer alles auf
    - Beim Autofahren leide ich an Reizüberflutung
    - Kann an lauten Orten keine richtigen Gespräche führen, verliere schnell den Faden bei Gesprächen und gucke ständig woanders hin -> halte kein Blickkontakt aus
    - Bin ständig in Gedanken versunken, träume vor mich hin und denke über profanes 10000000 mal nach
    - habe starke Einschlafschwierigkeiten deswegen
    - geringe Selbstwertschätzung, Selbstbewusstsein
    - Helfer-Syndrom
    - Kaffee, Alkohol, Internet und TV - Affinität
    - Manchmal habe ich einen Redeschwall wo ich richtig nervig werde, voll aufgedreht bin und richtig viel rede
    - keine richtige Zukunftsplanungsvermögen, sondern immer Suche nach Momentglück, keine langfristigen Ziele
    - Meine ''Tage'', wo ich viel saufe, sinnlos Geld ausgebe, laut bin und aggressiv-offen und voll aufgedreht bin und so ''Schei** auf die Welt'' Gefühl
    - Schwache Libido und wenig Lust auf Zärtlichkeit, sogar beim Sex gehen die Gedanken wieder weiter ^^
    - Surreales Gefühl iwie, wie benommen oder als wäre Passiertes nicht wirklich Passiert, das Gefühl als ob man als Dritter nur dabei war iwie als Zuschauer, so ein Käseglocken-Leben, kann es schwer beschreiben aber unheimlich
    - Kontrollverlust-Gefühle
    - usw. usw.


    Andererseits habe ich auch:
    - ständige Müdigkeit / Lethargie
    - Lustlosigkeit
    - Antriebslosigkeit
    - keine richtige Freude am Leben gestalten und Aktiv werden
    - hocke sehr sehr viel zuhause sinnlos rum
    - kein Zeitgefühl
    - Schiebe alles auf
    - Niedergeschlagenheit
    - Schüchternheit
    - Angst vor Zukunft, Autoritäten, Studium, etwas falsch zu machen
    - Depressive Episoden
    - Heißhungerattacken, wo ich sinnlos richtig viel esse

    Ich weiß gar nicht, ob Medikinet gegen den zweiten Block soviel ausrichten kann :S Wir werden sehen. ^^
    Geändert von Guerillero (23.09.2014 um 17:50 Uhr)

  5. #75
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Hi Guerillero,

    ich habe Deinen Thread etwas oberflächlicher gelesen, also sorry, falls schon etwas in der Art geschrieben wurde.
    Ich antworte einfach mal drauf los und beziehe mich dabei nicht auf einzelne Postings, sondern auf das, was ich aus dem gesamten Thread jetzt so aktuell in "Kopfbewegung" habe .

    Deine Beschreibung passt natürlich recht gut auf ADHS, aber beachte unbedingt auch, dass es, wie auch schon erwähnt, reichlich andere Störungen/ Erkrankungen gibt, die sehr sehr ähnliche Symptomatiken haben und daher nur allzu leicht mit ADS verwechselt werden können.

    Zu den bereits genannten fällt mir übrigens auch noch auf Anhieb und anhand Deiner Beschreibungen eine Traumafolgestörung ein, die wurde glaube ich, noch nicht genannt, ist aber einer ADS zum verwechseln ähnlich (weshalb das auch gerne passiert).
    Das ist aber nur ein Impuls, ein Gedanke, mehr nicht, leg das also auf keinen Fall auf die Goldwaage, sondern nimm das eher als etwas, das man vielleicht mal beim Doc/ Thera ansprechen und hinterfragen kann/ könnte.

    Da Du nun schon beim Neurologen warst, gehe ich davon aus, dass dort nicht nur eine Positiv-Diagnostik, sondern auch eine Differentialdiagnostik gemacht wurde, so dass die üblichen Komorbiditäten ausgeschlossen werden können.

    Was die Wirkung der Medi's angeht:
    Die Medikamente machen die ADS ja nicht weg, aber sie bahnen den Weg dahin, einiges an Beeinträchtigungen entweder in den Griff zu bekommen oder überhaupt erst zu erlernen und somit die Symptome funktional zu kompensieren und eben nicht, wie das sonst so der Fall ist, dysfunktional.
    Denn genau diese dysfunktionalen Kompensationsstrategien sind es, die zu vielen weiteren Problemen und Erkrankungen führen.

    Und wenn man z.B. bei einem Betroffenen eine depressive Episode feststellt, so sollte diese zuerst behandelt werden, bevor man überhaupt anfangen kann, die ADS selbst zu behandeln.
    Es kann schon sonst gut sein, dass die Medikation (noch) gar keine Wirkung erzielt, einfach weil im Moment die andere Erkrankung die Hauptprobleme verursacht (die ebenfalls einer ADS sehr ähnlich sind)
    Das nur als Beispiel.

    Auch kann es sehr gut sein, dass man selber die Wirkung der Medikamente gar nicht spürt, aber vielleicht erkennen andere in Deinem engsten Freundes- und/oder Verwandtenkreis etwas.
    Da soll man sich manchmal wundern.
    Und wenn es anderen schon "nur" auffällt, dass man plötzlich komplette Sätze spricht, nicht gleich losplatzt, sobald einem etwas in den Sinn kommt oder "einen Faden wieder aufnehmen kann", nachdem kurz das Thema gewechselt wurde, ... all so etwas eben.
    Das sind Dinge, die wir selber meist gar nicht wahrnehmen, zumindest solange wir von der ADS nicht so viel wissen, aber andere bemerken dass.

    Erwarte nicht von den Medi's, dass Du plötzlich besser lernen kannst, das ist nicht der Sinn der Sache ... aber wir können mit Hilfe der Medikation sozusagen "das Lernen lernen".

    Die Akzeptanz ... ja, das ist ein langer Weg und kein leichter.

    Anfangs ist man vielleicht erleichtert, sehr sogar, weil die Probleme plötzlich einen Namen haben.

    Dann ist man nicht selten wütend, weil man das nie wusste und ärgert sich über das, was hätte anders laufen können.

    Häufig folgt dann eine Phase, in der man meint, es mit der ADHS "aufnehmen" zu können, so etwa im Sinne von: "Ich kenne jetzt meinen Gegner, also kann ich auch gezielt gegen ihn vorgehen".
    Man glaubt oftmals wirklich etwas in der Art von "man kann die ADS wegmachen"

    Auch gehört evl. dazu, dass man die Vorteile der ADS sucht und auch das ist ok.

    Wenn ich von mir spreche (und mehr kann ich da ja nicht ), dann würde ich sagen, der Punkt der Akzeptanz ist der, ab dem ich sagen und erkennen und halt vor allem akzeptieren konnte, "Es ist wie es ist"

    Es gibt Dinge, die ich aufgrund der neurologischen Eigenschaften der ADS nicht kann und die auch nicht erlernbar sind, so wie man einem querschnittsgelähmten Menschen nicht das Laufen beibringen kann, denn die Befehle sind zwar vorhanden und gehen auch raus, aber sie kommen nicht an.
    Es wäre reine Zeit- und Energieverschwendung das zu tun und würde am Ende nur zu immer wiederkehrender Frutstration und Scheitern führen.
    Viel besser ist es da, Alternativen zu finden.
    Die Mobilität kann über den Rollstuhl wieder hergestellt werden.
    Nicht so, wie man es hätte, wenn man gehen könnte, aber dennoch ist es eine Mobilität und eine funktionale Kompensation.
    Mal muss man sich gewiss dennoch helfen lassen, weil eben nicht alles geht, aber man ist keineswegs hilflos usw.

    Und genauso ist es auch bei ADS in vielen Fällen.
    Zitat Russell Barkley: "ADHS ist keine Störung des Wissens, sondern eine Störung dieses vorhandene Wissen umzusetzen".

    Also müssen wir uns "Umwege" suchen, über die wir dann eben doch ans Ziel kommen und die gibt es und die müssen wir lernen und das bedeutet auch mitunter, Hilfe von Außen anzunehmen und sich eingestehen zu können, dass dies nun mal so ist.

    Und wir müssen dabei auch die Energiebilanz berücksichtigen, damit wir uns nicht weiter, bzw. wieder und wieder gnadenlos überfordern und immer wieder gegen die gleichen Wände rennen.

    Und dieser Weg lohnt sich!



    Deine Symptombeschreibungen passen auf viele andere Störungen, da würden mir einige einfallen, aber weder bin ich Fachmann, noch würde es Sinn machen, die hier aufzuzählen und die Pferde scheu zu machen.
    Dabei kann es sowohl sein, dass sie eine alternative Möglichkeit sind, statt einer ADS, aber genauso auch, dass es Komorbiditäten, also "Begleiterkrankungen" sind, denn bekanntermaßen gilt:
    "ADHS kommt selten allein".
    Und das ist nur allzu wahr.

    Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg.
    Erwarte nicht gleich zu viel von Dir, gerade weil auch Du ein Perfektionist bist.
    Und um Hirschhausen zu zitieren: "Perfektionismus ist der sichere Weg ins Unglück"
    Kann ich leider gut verstehen.

    Wenn Du Dich auf eine Therapie einlassen kannst und die Möcglichkeit dazu hast, würde ich das sehr empfehlen, auch wenn der Haken an der Sache ist, einen Thera zu finden, der sich mit ADS überhaupt gut genug auskennt ...
    Aber das bringt einiges und nur Medi's allein ist kein guter Weg.
    Vor allem wenn ich mir die doch recht komplexe Symptomsammlung ansehe, die Du beschreibst.


    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #76
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Guerillero schreibt:
    Medikation: Medikinet Adult 10 mg 1x am Tag.
    LG
    Hab Geduld, dass ist ja wirklich erst mal eine sehr geringe Dosis , reicht bei manchen ja schon, aber du brauchst vielleicht doch noch eine zweite Dosis am Tag und etwas mehr mg.

  7. #77
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    @ Fliegerlein: Ich denke auch, dass mit der Diagnose erst ein Stein ins rollen gekommen ist und sich bald noch mehr ergibt. Die ADHS-Diagnose ist der Anfang.


    @ Wintertag: Nehme seit 1.5 Wochen schon 2x10 mg, da es ja wenig Sinn gemacht hat nur morgens zu nehmen und mein Arzt es wohl auch so meinte. Ab morgen wird auf morgens 20 und mittags 10 gesteigert. Wobei es mir missfällt, dass die Mittagsdosis sich von der Morgendosis unterscheidet. Besser wäre wohl 2x20 mg. Naja vllt. frag ich einfach bei der Rezeption nach, ob sie mir eine 20er Packung verschreibt, weil 3 mal 10er Tabletten ist auch nicht so das Wahre.

  8. #78
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    @Guerillo:
    Gib dir noch etwas Zeit mit der Dosis.

    Für mich bedeutet ADHS u.a. auch die Reizüberflutung. Erst am Nachmittag eine höhere Dosis zu nehmen, könnte deswegen kontraproduktiv sein und dich ebenfalls enttäuschen.

  9. #79
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    ihr lieben,denkt ihr bitte daran dass ihr das thema medikamente im entsprechendenbereich diskutiert



    viele grüsse butterblume

  10. #80
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: ADS? Dysthemie? Faulheit? Burn-out? Was habe ich denn bloß?

    Hey Leute,

    ich hab mich lang nicht mehr in diesem Thread blicken lassen, da ich dem ganzen ein bisschen Zeit geben wollte und mich selber erstmal verstehen wollte.
    Was hat sich geändert seit der Diagnose und der Medikation (also seit Anfang September)?

    Zu den Medikamenten:
    Könnt ihr in meinem Thread im Medi-Bereich verfolgen. Das Medikinet macht mich wacher, frischer im Kopf und rationaler.
    Ich bin auch (dank dem Elontril?) ein bisschen entspannter, ruhiger und zuversichtlicher.
    An Antrieb, motivation, Gefühls- und Selbstempfinden hat es aber alles bis jetzt nicht so richtig geholfen.
    Naja da rede ich in 1 Woche nochmal mit dem Doc.


    Zum Restlichen:
    Ich bin nun von der Uni für dieses Semester beurlaubt und kann mich ein bisschen erholen und versuchen an mir ohne diesen extremen Druck zu arbeiten.
    Durch die Medikamente und die Diagnose wurde mir in den letzten Wochen vieles klar, ich war auch bei einer privaten SHG und hab viel über ADHS gelesen (Bücher, Dissertationen, Aufsätze, Interviews, Porenbeiträge en masse) und habe gemerkt, dass ich wirklich wie ein ADHS-Paradebeispiel irgendwie bin.
    In all den Tests habe ich irgendwie fast alle Symptome (verschieden stark) und fast alles was die Leute beschrieben trifft auch auf mich zu.
    Nach der Diagnose hatte ich zunächst starke Zweifel, ob ich überhaupt ADHS habe usw. Allerdings musste ich es nach all den Übereinstimmungen usw. einfach einsehen.
    Sogar meine Freundin, die sich auch nun eingelesen hat in die Thematik, meint dass extrem viel auf mich zutrifft.
    So hab ich auch in der 100 Punkte Check Liste von Zwanghaft Zerstreut 86 - 92 Punkte erfüllt. Ich hab dann den Test mit meinem besten Kumpel, meiner Mutter, meiner Freundin und einem Bekannten gemacht und die kamen alle auf so 30-40 Punkte max., nur meine Freundin kam auf Ü60. (Sie hat ja auch ne ADS ohne H Diagnose)

    Befreiend waren auch die Erkenntnisse, die durch die Klarheit durch das Medikinet kamen. Ich konnte viel besser meine Fehler / Probleme und meinen Werdegang nachvollziehen.
    Das macht mich aber auch alles irgendwie sehr traurig, da ich merke, dass ich nicht nur charakterschwach / faul war, sondern wirklich etwas habe, was mich dazu bringt mich immer so
    doof zu verhalten. Allerdings weiß man gleichzeitig mit der Erleichterung, dass es sehr schwer bis fast unmöglich wird das Alles zu ändern und wirklich das zu erreichen, was man sich vornimmt. Die Unschuld und die Naivität, dass man alles erreichen kann, wenn man nur mal bisschen mehr will / sich anstrengt alles erreichen könnte.
    Dafür hat das Leben einem zu oft das Gegenteil beigebracht. Naja aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

    Naja seit der Diagnose hab ich aber auch eine Entwicklung durchgemacht irgendwie. Erst war ich super happy endlich einen Namen für meine Verhaltensweisen zu haben und je mehr ich las und mich selbst wieder fand, desto verstandener und ''erleuchteter'' fühlte man sich... Dann kamen eben die Zweifel an die Diagnose, die sich aber größtenteils gelöst haben.... Daraufhin kam das Gefühl jetzt wo ich weiß woran es scheitert und Medis dagegen bekomme, kann ich die Welt erobern... Naja die Ernüchterung kam schnell als ich merkte, dass das hier kein Boxkampf ist...
    Aber auch seelisch hat sich was verändert, weil ich seitdem ich soviel über ADHS usw. weiß, auch nicht mehr so streng mit mir selbst bin und mich nicht extrem fertig mache, wenn wieder mal etwas geplantes nicht schaffe oder alles wieder ewig aufschiebe.

    Zudem wurde mir in den letzten Wochen immer klarer, wie stark ich eig. bin. Ich meine trotz der Widrigkeiten und den Problemen / Einschränkungen, die ich hatte, habe ich immer mein Bestes gegeben ein gutes Leben zu führen und habe in Beziehung, Schule, Familie immer halt das gegeben was mir zur Verfügung stand. Wenn man es dann mit anderen vergleicht, brauche ich mich ehrlich gesagt gar nicht zu verstecken und hab auch so ein objektiv und subjektiv tolles Leben.
    Nur eben in den letzten 2 Jahren ist alles so intensiv geworden und der Karren gegen die Wand gefahren.

    Je mehr ich mich anstrengte in der Uni, je mehr ich meine Exzess- und Konsumgier drosselte und je mehr ich versuchte mich sozial konform zu verhalten, desto lebloser wurde ich innerlich.... Auch die ganze, ständige Kompensation (Qualität durch Quantität aufwiegen, Scherben wegräumen und neu motivieren) hat mich glaub ich enorm viel Kraft gekostet und so kam es letztlich eben zu diesem Punkt vor 2 Jahren...
    Seitdem fühle ich mich einfach so lustlos, antriebslos und ständig müde, dass ich wirklich gar nichts mehr gebacken krieg. Gepaart mit den ADHS-Problemen ist das wirklich unschön... Ich stehe morgens auf und versuche den ganzen Tag irgendwie zu lernen bzw. was zu schaffen und gehe enttäuscht schlafen. Mich aufzuzwingen und in die Uni zu gehen oder zum Sport oder auch nur mal in eine schöne Atmosphäre zB mit Freunden was trinken,
    kostet mich zu viel Willen und Kraft und ich spüre dort auch nicht wirklich Freude, Ehrgeiz, Lust oder iwas.
    Bin in der Hinsicht total Gefühllos geworden und verbringe somit mit meinen jungen Jahren den ganzen Tag daheim ohne was wirkliches tun.
    Auch diese positiven Erkenntnisse und die Medis helfen mir bis jetzt nicht davon weg. Diese innere Hyperaktivität voller Gedanken und Träumen und diese äußere Hypoaktivität sind echt unlustig. Aber laut meinem Arzt ist das wohl normal, dass ADHS'ler so im Erwachsenenalter von Hyper zu Hypo switchen können.
    Ich weiß auch nicht, wieso ich nicht einfach raus gehe und mein Leben lebe, insbesondere wo ich jetzt weiß, was mich so beeinträchtigt hat.
    Naja aber jeden Tag ein bisschen versuchen und hoffentlich wird's baldigst wieder


    Wie läuft es bei euch so? Wie war eure Zeit nach der Diagnose?
    Findet ihr ich hab noch zu wenig Fortschritte gemacht oder ist so ein Werdegang normal nach der Diagnose ?
    Hatte eig. damals gehofft nach der Diagnose, Medis und Therapie wieder voll loslegen zu können.
    Geändert von Guerillero ( 7.12.2014 um 20:53 Uhr)

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