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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 25

    Zunahme der Symptome infolge Alter

    Hey Leute

    Ich muss vorausschicken, dass ich die Diagnose erst mit Ende 20 kriegte, und seither (zwei Jahre) diesbezüglich noch nie behandelt wurde. Die Behandlung fängt in 10 Tagen an.

    Ich setzte mich in letzter Zeit intensiv mit ADHS auseinander und lese sehr viel hier im Forum (vielen Dank Euch allen für Eure Beiträge).

    Es heisst ja oft, dass die ADHS Symptome, bzw. gewisse Symptome, mit dem Alter eher abnehmen. Paradoxerweise mache ich zur Zeit die Erfahrung, dass sich meine Symptome in den letzten Monaten eher verstärkt haben als geschwächt. Unter anderem weil ich mir grosse Mühe gebe, meinen problematischen Alkohol-und Cannabis-Konsum so weit es geht versuche einzuschränken (dass mein Konsum problematisch ist, ich aber nicht süchtig bin hat man mir bei meinem letzten Klinikaufenthalt so gesagt, in der Suchtabteilung).

    Ich kann mir dies nur insofern erklären, dass meine bisherigen Kompensationsstrategien, die auf Vermeidung, Verdrängung und schädlichem Konsum (Alkohol und Cannabis) basieren , je älter ich werde desto weniger funktionieren. Wie ein Kartenhaus ist das zusammengefallen, und die Symptome kommen daher gerade knüppeldick auf mich zurück.

    Kennt das jemand von Euch so?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Ja. Und nein. Die Symptome werden nicht stärker, es ist tatsächlich eher so: die Kompenssationsstrategien funktionieren irgendwann nicht mehr richtig. Und dann kommend ie Symptome natürlich zum tragen.

    Bei mir hat das dann irgendwann zu Überlastungsdepressionen (vulgo "BurnOut") geführt. Und der wesentliche Teil der Psychotherapie war die Kompensationsstrategien wieder herzustellen und so zu strukturieren dass sie auch bei Belastung tragen. Klappt leidlich.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 147

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Bei mir haben die Kompensationsstrategien bis zum 49. Lebensjahr funktioniert. Ich habe 15 Jahre lang die Diagnose ausblenden können. Erst mit der Depression bzw. dem burnout (s. Wildfang) ging immer weniger , ich muss lernen Strukturen los zu lassen, da ich vermutlich überstrukturiert bin. Das geht aber ganz schlecht, weil ich nicht anders kann und Strukturen brauche.
    Geändert von Gerhild (24.07.2014 um 20:44 Uhr)

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Hallo RonDon,

    Es gibt jede Möglichkeit der Symptomveränderung im Laufe des Lebens.

    Ob das immer ursächlich mit dem ALTER zu tun hat, darf bezweifelt werden - zu oft wird nämlich Korrelation mit Kausalität verwechselt.

    Falls du über einen längeren Zeitraum ungesunden Konsum von Cannabis und/oder Alkohol hattest, können Veränderungen im Temperament, der Empfindungsfähigkeit, Lernen, Merkfähigkeit, Affektregulation, ... auch damit zusammenhängen.

    Alkohol ist direkt toxisch für den Präfrontalen Cortex und auch indirekt toxisch wegen des Vitamin-B-Mangels, der - n a nutshell gesprochen - zu Brain-Damage führt.

    Liebe Grüße,

    Luzie

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Hallo und Moin Moin,

    zusätzlich zu den bereits genannten Punkten kommt erschwerend hinzu, dass Menschen, egal ob mit oder ohne ADHS, mit zunehmenden Alter weniger belastbar, weniger stressrestistent, etc. sind und es zunehmend mehr Zeit benötigt, wieder Energie zu schöpfen, also die Batterien aufzuladen, wie man so schön sagt.

    Kompensationsstrategien aber kosten Energie und Zeit und Kraft und das nicht gerade wenig.
    Und nicht nur, dass das schon allein reichen würde, viele der Kompensationsstrategien sind ja nicht wirklich funktional und das kostet dann noch mal extra.

    So geht also die Schere mit zunehmendem Alter mehr und mehr auseinander und das führt dann dazu, dass man die ADHS Symptome als stärker werdend wahrnimmt.
    Einige der Symptome von z.B. Erschöpfungen und Stress sind ja denen der ADHS sehr ähnlich und die kommen dann sozusagen oben drauf.
    Die ADHS-Symptome sind dann mehr oder weniger unverändert, addieren sich aber zu dem, was die geringer werdende Belastbarkeit dann dazupackt.

    Das mit dem "Funktionieren" von Kompensationsstrategien ist ja auch immer so eine Sache ....
    Hätten sie wirklich funktioniert, wäre man nicht am Ende doch ausgefallen mit Burnout und Depressionen und den sonstigen Paketen.
    Funktionale Kompensationen hat man dann, wenn sie nicht mehr Kraft und Energie rauben, sondern dafür sorgen, dass dieser Haushalt ausgeglichen wird.
    Wobei es da durchaus auch sein kann, dass die Strategien doch funktional waren, aber da wir sie unbewusst machen, aber nicht mit in den Energiehaushalt einbezogen haben und dadurch dann wieder ein Ungleichgewicht entstanden ist, also die Batterien schneller entladen und nicht ausreichend geladen wurden.

    Es ist ja so: um z.B. die Leistungen im Beruf zu erbringen, die man üblichereise erwartet, müssen ADS'ler sich eben mehr anstrengen und ihre Defizite kompensieren, ... Nicht selten geschieht das z.B. durch Mehrarbeit. Man nimmt auch mal was mit nach Hause, wie auch immer, statt die benötigte Energie wieder auftanken zu können, belasten wir uns noch mehr um mithalten zu können.

    Das erschöpft uns dann gleich doppelt und dann ist es nur eine Frage der Zeit und der aktuellen Belastung, bis das Kartenhaus zusammenbricht.
    Manchmal reicht auch nur ein zusätzliches Ereignis oder es bricht irgendwas an stabilisierenden Dingen einfach weg.

    Wir haben es also eher mit einem Zusammenspiel von ADHS-Symptomen und zusätzlich dazukommenden Problemen, den Komorbiditäten zu tun, die letztlich zu dem Eindruck führen, dass das alles noch viel schlimmer wird.

    Und dann kommt dazu, dass alle Menschen mit dem Alter, (Männer so Anfang 60 und Frauen in den Fünfzigern, bzw. ab den Wechseljahren), obendrein auch noch so was wie "ein bisschen ADHS" bekommen ... denn das Arbeitsgedächtnis lässt nach und das ist ohnehin schon bei ADS'lern eine der großen Problemzonen. Frauen sind davon übrigens deutlich stärker betroffen als Männer.
    In diesem Punkt könnte man tatsächlich sagen, dass sich diese Symptomatik mit zunehmendem Alter verstärkt, aber das wäre wohl auch nicht so ganz richtig ... es sind "nur" zwei Dinge, die sich auf die gleichen Bereiche auswirken und sich ebenfalls addieren.

    Je früher man um die ADHS weiß und je besser man sie dann auch managed, desto größer sind die Chancen, dass sich die weitere Entwicklung nicht negativ auswirkt .

  6. #6
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    wie oft wohl ADHS mit Demenz oder Alzheimer verwechselt wird (in Diagnosen)?

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Naja ... ADS wird ja gerne auch mal scherzhaft "Alzheimer Light" genannt ...
    (Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich das so amüsant finde ... ... eher nicht ... Alzheimer ist ja nun wirklich etwas, das man keinem wünscht ...)

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Zunahme der Symptome infolge Alter

    Fliegerlein schreibt:
    Naja ... ADS wird ja gerne auch mal scherzhaft "Alzheimer Light" genannt ...
    (Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich das so amüsant finde ... ... eher nicht ... Alzheimer ist ja nun wirklich etwas, das man keinem wünscht ...)
    Aber die "laxe Art" macht es einfacher, damit umzugehen. Und es jemandem zu wünschen wäre, glaube ich, etwas völlig anderes. Oder?

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