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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    Gegenständliche Vergesslichkeit

    Guten Morgen

    Ich habe mal eine Frage, ob es anderen auch so geht.

    Mich würde dabei auch interessieren, ob es einen Unterschied macht, ob man hypo- oder hyperaktiv ist.
    Daher wäre es super, wenn ihr bei Euren Antworten erwähnen könntet, was ihr seid

    Ich selbst bin eher hypoaktiv und habe den Eindruck, dass ich relativ wenig Probleme mit der gegenständlichen Vergesslichkeit habe.
    Also es fast nicht vorkommt, dass ich etwas liegenlasse oder nicht mehr weiß, wo ich etwas hingelegt habe.

    Ich habe da aber glaube ich auch ein paar Strategien, die ich anwende: Ich vergesse zum Beispiel nie Geldbörse, Schlüssel oder dergleichen.
    Ich habe alles immer in den Hosentaschen und wenn ich die Hose wechsel, transferiere ich alles hochkonzentrtiert in die neue Hose,
    wenn die alte mal gewaschen werden muss. Bevor ich die Haustür schließe, klopfe ich noch einmal die Taschen ab und höre
    an den Geräuschen und am Fühlen, ob alles dabei habe. Gegenstände daheim haben immer ihren festen Ort wo sie hinlege.
    Entnehme ich einen, kommt er direkt nach Gebrauch wieder dort hin.

    Es gibt aber Ausnahmen, wie zwei größere Events innerhalb der letzten 3-4 Wochen: Einmal habe den Schlüsselbund über Nacht
    in der Haustür von außen stecken lassen und einmal habe nach dem Bezahlen im baumarkt zwei kurze Regalstangen dort liegen lassen,
    was ich erst daheim gemerkt habe. Oder ich vergesse nach dem Duschen daran zu denken, dass Fenster im Bad wieder zu schließen,
    was mir dann auffällt, wenn ich zur Toilette muss. Aber diese beiden größeren Events sind eher schon echte Ausnahmen.
    Selten vergesse mal rechtzeitig aus der bahn auszusteigen, wenn gedanklich woanders bin oder eine Überweisung zu tätigen,
    wenn ich in der Stadt bin. Aber es ist alles eher so selten, dass es mich nicht wirklich negativ beeinflusst.

    Meine Probleme liegen eher im Merken von Faktenwissen, Telefonnummern, Geburtstagen, Vokabeln und
    Namen (sehr schlechtes Personengedächtnis). Auch kenn ich eigentlich kein einziges Lied auswendig. Beim Unterhalten
    habe öfters 'schwarze Löcher' und vergese was sagen wollte oder verliere den Faden.

    Nun meine Frage: Kann es sein, dass einer der beiden Bereiche stärker ausgeprägt ist und der andere kaum davon betroffen ist?
    Oder spricht es dann eher gegen ADS?

    Von der Empfindung her macht mir der gegeständliche Vergessensteil nämlich eigentlich keine wirklichen Probleme.
    Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten
    Geändert von Maulbeere (19.07.2014 um 11:14 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Noch keine Antwort Wie ist es denn bei Euch?

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 320

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Ich bin hypoaktiv und ich leider unter Beidem.
    Mein Gehirn schein überhaupt nicht aufnahmefähig zu sein, morgen weiß ich wahrscheinlich gar nicht mehr, was ich hier heute geschrieben hab.
    Ich vergesse alles und jeden, Gegenstände und Informationen.

    Außerdem habe ich viele Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend vergessen.

  4. #4
    Lysander

    Gast

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Jetzt hab ich doch glatt vergessen hier zu antworten ;-)

    Ich habe sowohl hyper- als auch hypoaktive Anteile, eine Mischform. Ich glaube, dass es keine reinen Hypo-oder Hyperaktiven gibt. Du hast Strategien entwickelt. Warum eigentlich? Wäre es wirklich so, dass Du Schlüssel etc. nie vergisst, bräuchtest Du keine Strategien ;-)

    Ich glaube, dass es sehr individuelle Unterschiede gibt. Ich kenne auch hypoaktive, die vergesselich sind wie auch hyperaktive ADSler, die ihre Strategien entwickelt haben und bestimmte Dinge nicht vergessen.
    Ich habe ein gutes Datumsgedächtnis, weil ich sie mit Ereignissen verbinde, vergesse aber Abmachungen. Zeitweise vergesse ich mal meine EC-Karte im Zigarettenautomaten, deshalb achte ich sehr auf sie. Ich kann meinen Schlüssel in die Hosentasche stecken und suche sie zwei Minuten später. Ich kann keine wirklich allgemeine Regel finden. Bin ich aufmerksam, bin ich aufmerksam. Bin ich unaufmerksam, bin ich unaufmerksam ;-).
    Wenn ich mich gedanklich mit einem Problem beschäftige, kann ich sehr vergesslich sein.
    Geändert von Lysander (20.07.2014 um 11:17 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 320

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Ich kann das nicht immer so gut ausdrücken, aber es ist so wie Lysander sagt.
    Mein Gehirn ist immer hyperaktiv, dauernd beschäftigt, deshalb bin ich unaufmerksam und vergesslich, obwohl ich mich eigentlich im Gesamten als hypoaktiv empfinden würde.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    An meine Kindheit habe auch nur sehr wenige Erinnerungen, weshalb ich den WURS-K auch nur mit Hilfe meiner Eltern und Schwester ausfüllen konnte. Ein sog. Bauchgefühl habe da auch nicht wirklich gehabt, mit dessen Hilfe ich es ausfüllen hätte können. Bei Gegenständen habe ich, so denke ich, einige Kompensationsstrategien, welche ich mehr oder weniger bewusst anwende. Immer wieder stehen plötzlich Personen vor mir, die mich kennen, ich mich aber nicht mehr an sie erinnern kann - ist manchmal schon peinlich. Muss Personen mehrmals in kürzeren Zeitabständen sehen, damit ich sie mir merken kann. Aus meinem Studium weiß ich gar nichts mehr. Bein jeder Bewerbung komme ich mir vor, als ob ich nie eine Ausbildung genossen hätte.

    Bezüglich gegeständlicher Vergesslichkeit, wende ich folgende Strategien an:

    * Alle wichtigen Dinge, wie Geldbörse, Schlüssel , Handy und mp3-Player sind in den Hosentaschen. Ich ziehe nur Hosen mit guten Taschen an. Wechsel ich die Hose, wird alles bei hoher
    Konzentration von Tasche zu Tasche übertragen. Bahnticket ist eh immer in der Geldbörse wie alles mögliche andere. Ich kann somit weder Schlüssel noch Geldbörse vergessen.
    * Gegenstände haben immer einen festen Aufbewahrungsort. Sie werden nach Gebrauch sofort wieder dort hinterlegt.
    * Ich gehe fast ausnahmslos nur mit Rucksack aus dem Haus. Muss ich etwas mitnehmen, kommt es sofort in den Rucksack, wenn ich daran denke.
    * Ich lege mir bei anderen Dingen einen Zettel in den Weg: Vor die Haustür, auf meine Schuhe (nehme fast immer das gleiche Paar bis es verbraucht ist) oder mitten in den Weg.
    * In der Bahn lege ich nie Gepäck oben auf die Ablage. Kommt immer auf den Nebensitz, zwischen die Beine oder auf den Schoß.
    * Bei den Herdplatten habe ein Ritual: 2-3-fache Überprüfung: 1. Erst Her abschalten, dann Kochtopf von der Stelle nehmen. 2. Kontrolle, dass der Schalter exakt auf der Null steht. Ev. dann noch
    einmal Kontrolle bevor den Raum verlasse. Meistens überprüfe es aber nur zweimal.
    * Regel: Erst die Arbeit dann das Vergnügen. Ich habe mir früher bei den Hausaufgaben immer ne eigene Deadline gesetzt: Hausaufgaben mussten vor dem Mittagessen erledigt sein. Habe dann
    immer total Gas gegeben, um es zu schaffen. Manchmal musste dann halt etwas abkürzen/schlampiger arbeiten, um die Deadline einzuhalten. Meine Schwester hat die Hausaufgaben im
    Gegensatz zu mir immer auf den letzten Drücker gemacht. Ich habe mich selbst so unter zeitdruck gesetzt. Mit dem Mittagessen begann für mich die Freizeit.

    Was habt Ihr für Strategien?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Termine kann ich mir meist gut merken, hatte früher auch nicht viele und kaum einen der weit in der Zukunft lag. Wenn ich Termine habe, interessieren diese mich meistens und ich kann sie kaum abwarten. Mittlerweile werden es mehr und ich verwende einen Kalender, wo ich auch notiere, an was ich denken muss.

    Mein Gehirn ist auch immer am grübeln/denken - kann mich nie wirklich entspannen, bin innerlich unruhig. Wenn mir überlege, ob ein Spiel am Computer spielen soll, habe immer ein schlechtes Gefühl, dass die Zeit sinnvoller nutzen könnte. Kann das also nicht genießen. Ich kann es erst abends genießen, wenn am Tag was produktives geschafft habe und ich mir sagen kann, dass es eh zu spät ist, um noch was geistreiches zu tun. Am Tagesende kann besser entspannen. Will ich etwas produktives machen, kann mich nicht für eines der unzähligen angefangenen Projekte entscheiden. Und auch nicht lange daran arbeiten, da zu unruhig bin und mich frage, ob es nicht sinnvoller ist an einem anderen zu arbeiten. Oder das Interesse und/oder die Motivation wegfällt.

    Ich komme eigentlich nie zu spät, oft bin sogar zu früh am verabredeten Ort, was aber daran liegt, dass eine Bahn früher nehmen muss, um pünktlich zu sein.
    Vielleicht liegt es auch daran, dass es meisten Termine sind, auf die ich mich freue. Was mir keine Freude bereitet gehe ich gar nicht erst hin.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Hm.. ich wende die Strategien schon so ewig an, dass ich sie vielleicht gar nicht mehr richtig wahrnehme. Sie haben sich wohl auch ganz automatisch entwickelt.

    Wollte vorhin Bilder vom Hügelbeet machen ...

    Vielleicht kommt hinzu, dass man vergisst, dass man überhaupt was machen wollte und/oder das man was vergessen hat, dass man etwas vergessen hat.
    Könnte auch ein Grund dafür sein, dass mir die gegenständliche Vergesslichkeit nicht so als Problem bewusst ist

    @Lysander: Ich denke auch, dass man oft eine Mischform hat. Grundlegend bin ich wohl hypoaktiv. Bin aber ab und an auch impulsiv und äußerlich unruhig: Wippe mit dem Bein oder habe immer was in der Hand, womit rumspiele. Laufen tue ich eh immer rekordverdächtig schnell und steht mir jemand im Weg oder ist zu langsam (fast ausnahmslos jeder), werder innerlich aggressiv. An Haltestellen laufe meist an einem nicht so bevölkerte Ende herum, einfach stehebleiben ist mir zu langweilig.

  9. #9
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.457

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Hallo Maulbeere,

    Ich bin Mischtyp. Für Gegenständen habe ich sehr ähnliche Kompensationstrategien als du, die ich schon als Kind hatte und es klappt bei mich auch. Da habe ich wenig Problemen...

    Eigentlich, so lange ich im Ruhe, mit genug Zeit und wenn es nicht zu komplex wird oder nicht immer geändert wird, kann ich gut kompensieren...

    Gibt es ein änderung in mein Leben, ist gerade hektisch oder stehe unten Zeitdruck, da bekomme ich Schwierigkeiten...

    So hatte ich am Arbeit immer wieder Schwierigkeiten, weil ich mit Hektik, Zeitdruck und viele Details, viel Aenderungen rasch an meine Grenze komme... Ich bekomme besser zu recht, wenn es viel Routine gibt, wenn ich genug Zeit und Ruhe bekomme...

    lg

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Gegenständliche Vergesslichkeit

    Hallo mj71,

    dass mit dem Stress kenne ich auch. Besonders wenn kurz vor Deadline noch eine Änderung vorgenommen werden soll und ich nicht genau weiß, was ich machen soll, bekomme ich Panik.

    Wenn einige Monate in einem Unternehmen arbeite und die Ansprüche an mich steigen und meine Motivation gleichzeitig sinkt, falle ich auseinander. Einerseits fühle ich mich dann überfordert von größeren Aufgaben, wo mir das Wissen noch teilweise fehlt und ich habe bereits Dinge, die ich anfangs gelernt habe, wieder teilweise vergessen. Wenn genau das weiterhin machen könnte, was in den ersten Monaten getan habe, käme ich wohl klar. Doch das die auch immer glauben müssen, dass man nach ner Zeit der Einarbeitung noch mehr Leistung bringen könnte...^^

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