Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 14

Diskutiere im Thema Faulheit oder doch ADHS/ADS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 20

    Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Der folgende Text ist lang. Bis Ich letztendlich zum Punkt komme, können locker 2-3 Minuten vergehen, entschuldige ;-)


    Bevor Ich anfange, stell Ich mich kurz(ich versuche es zumindest) vor.


    Meinen Namen werde Ich jetzt nicht "verraten". Ich bin 22 Jahre alt(91 Jahrgang), Lebe mit Freundin(2 1/2 Jahre Beziehung) und Kind(1 Jahr) zusammen.


    Diagnostiziert wurde bei mir ADHS mit 6 oder 7 Jahren. Persönlich bin Ich heute der Meinung, das das ADHS durch die Familiäre und Sozial Situation "ausgelöst" wurde. Wenn nötig, gehe Ich weiter darauf ein.


    Geschätzt von 3-5 Jahren wurde Ich Ergotherapeutisch und Psychologisch behandelt, da man zu der Zeit, Recht wenig über ADHS wusste bzw wissen wollte. Nach der Diagnose wurde Ich auf Medikinet und Ritalien eingestellt. Wenn es nicht sogar das gleiche ist, wissen Tu ich nur noch das Ich 2 Tabletten am Tag nehmen musste, eine nach dem aufstehen und eine um den Nachmittag rum.


    2005 zogen meine Eltern, mein Bruder und Ich nach Sachsen. Erst dann(!) wurde angefangen Tests usw durchzuführen. Jahrelang habe Ich Medikamente genommen, der einzige Test war, das absetzen der Tabletten für mehrere Tage, die dann total nach hinten los gingen.


    Naja, in Sachsen angekommen wurden Tests etc gemacht und diagnostiziert das das ADHS noch vorhanden ist.*


    Dementsprechend wurde Ich dann auf Concerta eingestellt, erst 16mg dann 32mg und zu guter letzt 54mg(wenn mich nicht alles täuscht, sind das die Mengen die verfügbar sind).


    Bis dahin alles gut. Mein Sozialleben blühte auf mit Concerta, sowie die schulischen Sachen, ebendso das Klima zuhause.


    Durch einen Aufenthalt in einer Psychiatrischen Klink, wegen Depressionen, haben die Psychiater gemeint, das Ich simuliere und garkein ADHS habe. Nun gut, Concerta wurde abgesetzt, das war vor zirka 4 Jahren. Ach und plötzlich hatte Ich dann auch eine Methamphitamin Abhängigkeit, ohne Witz, habe das Schwarz auf weiß.



    Zum eigentlichen Thema.

    Seit ich kein Conerta mehr nehme, hat sich mein Leben negativ verändert. Am Anfang lief alles glatt. Ich fing eine Ausbildung an usw. Zirka ein 3/4 Jahr nach dem Anfang der Ausbildung kam mein erstes tief. Antriebslosigkeit, Unaufmerksam in der Schule, der Klassenclown war wieder da.


    Seitdem hat es sich immer verschlimmert. Heute bin Ich Zuhause, ohne Job, ohne Ausbildung und frage mich woran liegt das?

    Ja mir ist bewusst das Ich selber schuld dran habe bzw teilweise aber Ich bin der Meinung das Ich immer noch ADHS habe nur das es sich anders äußert. Ich bin nicht mehr hyperaktiv, Ich bin genau das Gegenteil, hyperinaktiv()? In letzter Zeit, zirka 6 Monate kommt der Gedanke an Concerta immer wieder mal hoch. Ich weiß einfach nicht weiter. Das etwas in meinem Leben falsch läuft ist mir bewusst, nur habe ich das Gefühl, das Ich es ohne Concerta nicht in den Griff bekomme. Nicht das Ich süchtig bin aber Concerta gab mir immer den letzten arsch tritt um mich aufzurappeln und los zu legen. Ist es vielleicht doch eine Abhängigkeit? Kennt dieses Gefühl jemand oder hat jemand das gleiche Problem?

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Wieso gehst Du nicht zu den Arzt zurück, der Dir Concerta verschrieb bzw. die ADS Diagnose gab? Wenn es danach bergab ging scheint er mit seiner Einschätzung wohl richtig gelegen zu haben... und wieso hast Du das nicht gleich gemacht, als es schlechter lief (gut kann mir Gründe denken weshalb...?

    Und wie kann der Psychiater das einfach die Diagnose wiederufen, wenn Du sogar zweimal von zwei unabhängigen Stellen (einmal in Deinem Geburtstagbundesland und einmal in Sachsen) diagnostiziert wurde?

    Wenn der nicht mehr verfügbar ist, würde ich mir an Deiner Stelle sofort einen neuen ADS Arzt suchen..


    Wenn es mit Concerta gut lief, ist klar dass Du daran denkst... Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeit z.B. ein Coach, gegenseitige Hilfe, TandemTeam..... also wenn die Antriebslosigkeit vor allem dann auftritt, wenn Du etwas alleine organisiern und durchführen mußt, also mehr so etwas in der Richtung Motivation/Antreiben brauchst

    Ansonsten hattest Du mal ein ADHS-Training? Natürlich könnte die Antrieblsoigkeit auch ein Zeichen für Depression sein..

    ...Deshalb würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall einen ADHS-Fachmann aufsuchen..

  3. #3
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    ADHS ist nicht heilbar, manchmal wächst es sich nach der Pubertät aus, sehr oft jedoch nicht. Man hat es dann das
    Leben lang. Es ist auch normal, dass die äußerliche Hyperakivität mit dem Erwachsenwerden verschwindet, oder man St dann eher innerlich hyperaktiv (Gedankenkreisen, etc.).
    Waren die Psychiater in dieser Klinik Spezialisten für ADHS? Weshalb haben sie behauptet, dass du kein ADHS hast, obwohl du doch diagnostiziert wurdest?
    Anonsten schließe ich mich Rina Oka an und würde dir empfehlen zu einem Arzt zu gehen, der auf ADHS spezialisiert ist.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Wieso Ich nicht beim Arzt war? Ich habe es verdrängt. Der Wunsch nach einem AD(H)S freien Leben war so immens, das Ich es einfach verdrengt habe. Gestern habe Ich mich aufgerappelt und einen Spezialisten angerufen. Hab in 1 Monat einen Termin.

    Die Psychiatrie hatte keinen Spezialisten für AD(H)S. Das waren einfach Psychiater und Psychologen die versucht haben eine Bande Jugendlicher zu therapieren. Ganz ehrlich? Nie wieder gehe Ich in eine psychiatrische Anstalt. Aber das tut nichts zur Sache.
    Und die Begründung war: "Du simulierst ADHS um deine Methampethaminsucht zu stillen."
    Das war das einzigemal das mit mir über das Thema gesprochen wurde und schwups haben sie mir die Tabletten weggenommen.


    Wie gesagt, der Termin steht! Ich weiß nicht welches Ergebnis ich mir wünsche. Ich denke, sollte es weiterhin ADHS sein, würde ich mega erleichtert sein. Ab warten und Tee trinken...

  5. #5
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    also ich hab ja noch nie wen verklagt (hätte genug Gelegenheit gehabt) - aber wenn der Spezialist dir das erneut diagnostiziert... dann ist ect ne klage gegen die fällig - so wie die einem dann das Leben dermaßen erschwert haben aus Unwissenheit, dass es dir im weiteren verlauf so erging

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.956

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Ich kann deinen Wunsch nach einem AD(H)S-freiem Leben gut verstehen. Allerdings finde ich es persönlich besser, wenn man einen "Namen" hat, denn wenn man weiss, was es ist, kann man auch Schritte einleiten, die einem weiterhelfen können.

    Die Idee, man könne AD(H)S mit seinen ganzen vielfältigen Symptomen simulieren, finde ich ... nee, das sag ich besser nicht! Wenn ich denke, was dafür für eine Konzentration nötig wäre und welche "Verhaltensweisen" man einüben müsste, dann würde ich einfach mal denken, dass das ein Süchtiger gar nicht auf die Reihe bekommen könnte. Zumal mit dieser Einstellung dir leider so viele Möglichkeiten genommen wurden. Aber du bist ja noch recht jung und da kann - Gott sei Dank - noch einiges passieren. Der Weg mag nicht einfach sein, aber er ist gehbar.

    Das man - wenn man gute Erfahrungen gemacht hat mit den Medis - diesen Zustand gerne wiederherstellen möchte, würde ich als normal ansehen. Das hat aber m. E. nichts mit Sucht zu tun, sondern damit, dass man am momentanen Zustand einfach verzweifelt. Sucht würde ja bedeuten, du kannst körperlich und psychisch nicht ohne Tabletten leben, was du ja kannst. Nur versinkt dein Leben halt in totales Chaos, der Frust und die Verzweiflung steigen an und eine (erneute) Depression stehen Tür und Tor auf.

    Allerdings wird AD(H)S nicht durch ein "Ereignis" ausgelöst. AD(H)S hat man oder nicht. Tatsache ist aber, dass ungünstige Vorraussetzungen die Problematik vertiefen und verschlimmern können. Auch das zu Hause sein ohne Struktur, ist meistens eher ungünstig. (Nein, das ist kein Vorwurf, sondern eigene Erfahrung.) Normalerweise ist man ja selbst nicht oder nur beschränkt fähig, sich Strukturen zu erstellen und sich dann noch daran zu halten. Allerdings halte ich es für sinnvoll, bevor du dort weitere Anstrenungen unternimmst, dass du dich notfalls noch einmal Testen und ggf. einstellen lässt. Dazu wünsche ich dir alles Gute, dein Termin ist ja nicht mehr so lange hin. Das schaffst du nun auch noch. Du hast so lange durchgehalten, da gibt es jetzt so kurz vor einem "Teilziel" keinen Grund aufzugeben.

    Für die Zwischenzeit und die Zeit danach wühle dich einfach mal durch das Forum. Hier gibt es so viele Tipps, gute (!) Ratschläge und Hilfe, das solltest du ausnutzen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Also...ich würde mich mit nen paar ADHS-lern am liebsten Mal auf dem Weg zur Klinik machen, um zu fragen, ob wir das alles auch nur simulieren, und wie man das, so verpeilt wie wir alle sind, das eigentlich hinbekommt....also...ney, da fehlen mir die Worte: Du hattest zwei Diagnosen und die Ärzte stellen trotzdem einfach mal "fest", dass es nur Simulation sei, um deiner Methampethaminsucht nachgehen zu können...wäre ja fast schon nen Brüller, wenns nicht solche Frechheit wäre und sie damit nicht solche langwierige Scheiße verursacht hätten -> ich stell mir grad vor, dass wir uns alle nur einbilden, so verpeilt und bekloppt zu sein, und aufhören wollen wir damit natürlich ni, weil dann wärs ja nimmer lustig...

    Also nee ey, Leute gibts...
    anstatt se einfach mal zugeben, dass sie kein Plan von ADHS haben, und anstatt dessen solche wilden Sprekulationen tätigen...das grenzt ja an Böswilligkeit...



    Dass du ab und an an Concerta denkst, ist doch nur allzu verständlich, weil zu der Zeit doch alles besser lief, dein Sozialverhalten, das schulische Verhalten, usw...du hattest dein Leben besser im Griff, danach sehnt man sich doch, wenn man das Gefühl hat, es wird wieder schlimmer und dass diese Spirale nach unten ist nicht aufzuhalten is...mach dir deswegen keine Platte, eine wirkliche Sucht sieht anders aus, du lebst ja damit nun schon vier Jahre oder? Ein wirklicher "Junkie" wäre nach zwei Monaten durchgedreht, hätte sonst welchen Mist angestellt...

    Geh einfach zum richtigen Arzt, hier in Sachsen gibts ja Gott sei Dank welche...die machen dann Tests und gucken sich deine Lebensgeschichte an, und wenn se sehen, dass mit Medis gut lief und dass ohne Medis alles den Bach runter ging, bekommste halt ne dritte ADHS Diagnose und machst den inna Klinik mal richtig Beine! *dreckiglach*

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Danke für euren Zuspruch. Das stärkt mich ungemein.

    Eventuell wurde etwas falsch verstanden. Ich selber war nie abhängig
    von Methampethaminen! Die "Abhängigkeit" wurde durch das Concerta verursacht laut Klinik.

    Ich weiß ja was eine Sucht ist, war/bin abhängig von Cannabisv(2Jahre Konsum, sollte etwas zeitlich nicht hin hauen, Ich bin vergesslich wie ein Goldfisch.) nach dem sie mir das Concerta gestrichen haben. Das hätte für mich das erste Zeichen sein sollen, Naja. Mittlerweile bin ich 2 2/1 Jahre Drogenfrei.

    Rechtliche Schritte werden ich nicht einleiten, Ich bin froh das Ich mit denen abgeschlossen habe! Aber danke für den Rat.

    Ich hoffe das der Arzt professioneller ist bzw Psychiater.

    Danke an alle. Ich schöpfe gerade ungemein viel Kraft aus euren Beiträgen.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.956

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    ploemi schreibt:
    Nicht das Ich süchtig bin aber Concerta gab mir immer den letzten arsch tritt um mich aufzurappeln und los zu legen. Ist es vielleicht doch eine Abhängigkeit? Kennt dieses Gefühl jemand oder hat jemand das gleiche Problem?
    Ich denke, das hat mich verleitet über Sucht zu reden. Einfach um dir die Angst zu nehmen. Das du danach auf "Eigentherapie" gekommen bist, damit stehst du übrigens nicht alleine da. Schön, das du mittlerweile rausgefunden hast, dass das keine Lösung ist und es schon so lange geschafft hast, ohne auszukommen. Ich finde, dass du da etwas ganz Tolles geleistet hast und wirklich stolz auf dich sein kannst. Hut ab!

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Faulheit oder doch ADHS/ADS?

    Hallo ploemi,

    ploemi schreibt:
    Durch einen Aufenthalt in einer Psychiatrischen Klink, wegen Depressionen, haben die Psychiater gemeint, das Ich simuliere und garkein ADHS habe. Nun gut, Concerta wurde abgesetzt, das war vor zirka 4 Jahren. Ach und plötzlich hatte Ich dann auch eine Methamphitamin Abhängigkeit, ohne Witz, habe das Schwarz auf weiß.
    Wie genau wurde denn diese angebliche Abhängigkeit diagnostiziert? Allein durch die ärztlich genehmigte Concerta-Dosis kann eine Abhängigkeit wohl schlecht der Fall sein. MPH ist ja bekannt dafür, dass es (bei normaler medizinischer Anwendung) nicht abhängig machen kann.

    Oder wurde dir einfach unterstellt, dass du das Medikament in großen Mengen verwendest? Das ist ja ohne Rezept auch nicht durchführbar, wie willst du also legal an die notwendigen Medikamentenmengen für eine Sucht kommen?...

    ploemi schreibt:
    Concerta gab mir immer den letzten arsch tritt um mich aufzurappeln und los zu legen. Ist es vielleicht doch eine Abhängigkeit? Kennt dieses Gefühl jemand oder hat jemand das gleiche Problem?
    Wenn du wirklich abhängig wärst, dann könntest du es ohne die "Droge" ja gar nicht aushalten. Also bist du entweder zur Zeit Clean oder du warst nie abhängig. Hattest du denn irgendwann mal Entzugserscheinungen, z.B. nach dem (Zwangs)Absetzen?

    MPH in richtiger Dosis nimmt mir etwas die Ängste, mit dem Lernen zu beginnen und steigert mein Durchhaltevermögen. Trotzdem sind Wunder bisher ausgeblieben und ich würde - hätte ich die Wahl - jederzeit gerne auf die Einnahme verzichten. Aber dieser "letzte Arschtritt", wie du es nennst, ist einfach zur Zeit wichtig für mich. Mit Abhängigkeit hat das nix zu tun. Ich war mal Zigarettenabhängig als Jugendlicher. Ich kann da also schon unterscheiden.

    Noch zur Faulheit.

    Ich hab keine Ahnung, was eigentlich "Faulheit" bedeuten soll. In der Regel ist das ja einfach eine Schuldzuweisung, eine Verurteilung des Verhaltens einer Person, die nicht den geforderten (gesellschaftlichen) Mindestnormen entspricht. Das Erklärungspotential dieses Begriffs ist gleich null. Kein Wunder: Der Begriff soll ja auch nichts erklären, sondern nur verurteilen (bewerten).

    Also: Es kann schon sein, dass du faul bist, aber das hat ja einen Grund. Wenn es nicht AD(H)S ist (in deinem Fall aber anzunehmen), dann ist es eben eine andere Beeinträchtigung deiner Selbstmotivation, deines Lebensmutes, die behandelt und nicht verurteilt gehört. Lass dich nicht in die Opferrolle drängen, es gibt immer Leute, die ihr Ego durch das Abwerten anderer Menschen am Leben halten müssen ("Dieser faule Typ, schaut ihn euch an; wir sind fleißig und haben Job/Haus/Auto und er hockt nur daheim und macht es sich gemütlich").

    Es kann ja schon sein, das jemand mit dieser "gemütlichen" Lebenseinstellung sozialisiert wurde und glücklich dabei ist, nicht zu arbeiten und von Sozialhilfe zu leben, aber mal abgesehen davon, dass diese Sozialisation ebenfalls eine Erklärung ist, die allemal besser als der Begriff "Faulheit" der Sache gerecht wird, verspüren die allermeisten Betroffenen (so wie du) einen enormen Leidensdruck, während sie daheim sitzen und wissen, dass sie wollen, aber nicht können.

    Dieses Wissen und die Unfähigkeit, daran etwas zu ändern, haben mich am Ende fast gekillt. Steh' dazu und wirf den blöden Begriff "Faulheit" über Bord. Damit beschuldigen wir uns nur selbst und das ist ja Teil des Problems.

    Viel Glück!

    Holdi
    Geändert von Holdischnald (19.07.2014 um 17:58 Uhr)

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Das sind doch zwei verschiedene Krankheiten!! Oder etwa doch nicht????
    Von Unlucky im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 16.12.2013, 17:25
  2. adhs fehl diagnose oder doch nicht
    Von shadowgolf im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 11.05.2013, 09:39
  3. ADHS??????? Oder doch nur Faulheit???????
    Von Der Musiker im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 31.05.2012, 13:11
  4. Manisch Depressiv oder doch ADHS?
    Von Sgrhn im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 10.01.2011, 22:24

Stichworte

Thema: Faulheit oder doch ADHS/ADS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum