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Diskutiere im Thema Selbstbild als AD(H)Sler im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    Selbstbild als AD(H)Sler

    Liebe Leidensgenossen,

    ich lese ja schon einige Monate still mit und seit meiner Diagnose probiere ich mich hier auch aktiv zu beteiligen, weil es wirklich Unmengen an hilfreichen Beiträge gibt. Ich komme aber etwas ins zögern, weil in vielen Threads verallgemeinert (Als AD(H)Sler hat man ja das[...]) oder vereinnahmt wird (wir AD(H)Sler sind ja besonders kreativ, hochbegabt, aggressiv), als ob der AD(H)Sler eine entindividualisierte Person wäre, auf den jeden dieser Eigenschaften zutreffen würde und alle ADHSler eine homogene Gruppe bilden.

    Ich fühle mich an vielen Punkten zu Unrecht mitgemeint und stelle mir dabei die Frage, wie der Blick meiner Eltern oder Freunde ist, die sich im Internet über ADHS informieren wollen und ob dann wirklich entsprechend differenziert werden kann, wenn hier von manchen alle ADHSler pauschal in ein Boot geworfen werden. Hinzu kommt, das Menschen ohne dieses Syndrom als Stino ebenfalls in einen Topf geworden werden, Ich halte das für abwertend, gerade wenn dann noch von vermeintlichen Superkräften der ADHSler die Rede ist. (Hyperfokus...)

    Ich weiß nicht, ob es noch jemandem so geht und bitte versteht das nicht als unsolidarisch, aber ich habe große Probleme damit hier - unabhängig ob ich mich beteilige - pathologisiert und vereinnahmt werde. Ich würde mir wünschen, dass Symptome oder Fähigkeiten ausschießlich in der "Ich-Perspektive" formuliert werden, bei Fremdbeschreibungen bitte ich zumindest um Relativierung.

    Ich habe viele der Symptome nicht und viele haben die Symptome nicht , die ich habe oder sie drücken sich anders aus. Ich möchte nicht immer mitgemeint werden, weil ich sonst in meinem Freundes- und Familienkreis nicht selbstbewusst dazu stehen kann, weil sie nach einer Suche bei Google den Eindruck bekommen müssen, ich wäre eine grundsätzlich kranke und lebensunfähige Person.

    Vielen Dank! Ich bin für das Forum wirklich dankbar, versteht das bitte als konstruktive Anregung!

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Ich denke, so wie du das wünscht ist es von vielen auch gemeint.

    Pauschalisierungen machen das Leben halt einfacher. Und damit meine ich jetzt nicht für den jeweiligen Autor als Person und sein Selbstverständnis, sondern einfach in der Situation des Schreibens.

    Jedes mal dazu zu sagen, dass man einige, aber nicht alle meint und es ja auch Ausnahmen gibt, ist ermüdend und bringt letztendlich auch nix.

    Die Gründe deiner Kritik kann ich vollends nachvollziehen, aber denke trotzdem, dass es einfacher ist, etwas zu pauschalisieren.

    Ich für mich habe mich daran quasi gewöhnt und nehme längst nicht alles als Bezug auf mich wahr.
    Bin aber immer wieder geneigt, diese Formulierungen auch zu nutzen, vor allem wenn sich heraus stellt, dass eine Macke oder ein Problem das ich habe ADHS typisch ist. In dem Moment fühlt man sich einfach nicht mehr alleine so bekloppt und irgendwie direkt verstanden. Das dann zu verallgemeinern liegt also auf der Hand.

    Und nicht zuletzt, auch der gemeine Mediziner an sich verallgemeinert an der Stelle, wenn er von “ADHS typisch“ spricht.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Also über das grundsätzlich krank und lebensunfähig würde ich glatt streiten.

    Ich denke zum Teil resultiert das daraus, dass der Mensch im Allgemeinen (nicht unbedingt im Besonderen) sich gerne irgendwo zugehörig fühlt. Einige haben grosse Probleme in der Familie oder der Partnerschaft und / oder keine oder nur wenige Freunde. Wo könnte man sich also besser zugehörig fühlen, als bei mehr oder weniger Gleichgesinnten? Einige waren einfach schon zu lange alleine mit sich und ihren Problemen. Hier stösst man dann ebenfalls im Allgemeinen auf Verständnis, Ermutigung und und und.

    Sicher werden hier gerade die Probleme diskutiert, die man im Leben hat. Dadurch mag es auf den ersten Blick so wirken, als wenn hier fast alle krank und lebensunfähig sind. Dies ist aber eindeutig nicht der Fall. Viele hier machen ihren Weg, wenn auch mit Umwegen oder in kleinen Schritten. Wenn diese Probleme nicht wären, dann bräuchte es vielleicht auch nicht dieses Forum.

    Und das man zu Verallgemeinerungen neigt mag darin resultieren, dass bestimmte Symptome einfach innerhalb von AD(H)S öfter auftaucht und man daher einfach mal alle einschliesst, was aber nicht böse gemeint ist. Manchmal geht man - gerade im ersten Umgang mit AD(H)S - davon aus, dass doch alle das gleiche Symptom oder Problem haben müssten. Dh. haber nicht, dass wirklich jeder dieses Problem oder Symptom hat. So viele unterschiedliche Menschen es hier gibt, so vielfältig sind die einzelnen Symptome und Probleme damit. Aus dem Umgang und der Ansicht anderer mit einem Symptom / Problem kann man aber durchaus auch was für sich lernen.

    Im übrigen spricht man auch von "den Sehbehinderten", "den Diabetikern" ...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Also zur Klarstellung: Ich kritisiere natürlich nicht, dass hier Probleme und Krankheiten diskutiert werden, dafür ist das Forum ja da. Ich fühle mich nur an vielen Stellen vereinnahmt. Jemand der nicht von diesem Syndrom betroffen ist, bekommt durch die Verallgemeinerungen den Eindruck, das träfe auch auf alle zu, obwohl die durch ADHS induzierten Symptome und Probleme höchst individuell sind. Ich könnte mir vorstellen, dass das für manche ADHS Betroffene, die sich gegenüber Arbeitgeber, Familie oder Freunden öffnen wollen ,eher einen Bärendienst leistet.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Aber wenn man sich öffnen möchte, dann wird man doch hoffentlich zuerst als Ansprechpartner gewählt und nicht Google. Und wenn man als "Angehöriger" irgendwann doch auf Google landet, dann wäre da immer noch die Möglichkeit der Nachfrage beim Betroffenen. Also die Personen die ich zumindest kenne und mit denen ich darüber geredet habe, die Fragen mich, wie es wirklich ist und wie es bei mir ist, wenn sie mal wieder "Unsinn" usw. mitbekommen haben.

    Oder meinst du, die "Angehörigen" gucken nicht mehr fern, lesen keine Zeitung usw.? Wenn jemand beschliesst, dass er sich öffnet, dann sollte er damit rechnen, dass die vorhandene Informationsflut oft dank vieler Medien nicht gerade positiv zu AD(H)S steht. Man wird also unweigerlich Erklärungen abgeben müssen, wenn man einmal den Weg des Gesprächs sucht. Aber wer wäre dann zur "Aufklärung" besser geeignet, als ein Betroffener, den man dazu auch noch direkt "vor der Nase" hat.

    Ich verstehe durchaus dein Problem, aber die "Welt" ändern zu wollen wird immer ein schwieriges Vorhaben sein. Meist kann man nur im kleinen, dh., seinem persönlichen Umfeld damit anfangen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Ich möchte nicht die Welt retten. Ich möchte nicht, dass mir Symptome, Probleme oder Fähigkeiten zugeschrieben werden, unter denen ich nicht leide oder die ich nicht habe.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    ChaosQueeny hat nach meinem Verständnis genau so wenig wie ich davon gesprochen, dass es grundsätzlich um das Diskutieren von Problemen oder Krankheiten geht, sondern nur mit anderen Worten genau das ausgedrückt, was auch ich versucht habe auszudrücken.

    Es ist denke ich für uns alle nachvollziehbar, dass wir nicht immer über einen Kamm geschoren werden wollen. Und es gibt auch genug Stellen, an denen ich denke "na, das passt jetzt aber gar nicht zu mir". Ich denke dennoch, auch im Rahmen der Verallgemeinerungen dürfte den "Normalos" es trotzdem in Bezug aufs Verständnis weiter helfen, sich hier zu informieren. Wenn einen jemand damit konfrontieren sollte, kann man ja immer noch erklären, dass dies oder jenes auf einen nicht zu trift, man ist dann halt doch noch eine eigenständige Person.

    Mir ging es über die letzten Jahre aber in unterschiedlichen Abständen mehrfach so, dass ich feststellen musste, dass irgendwelche Macken an mir doch eher "ADHS typisch" sind und nicht unbedingt nur in meiner eigenen Persönlichkeit begründet liegen.
    Das trägt dann natürlich nicht dazu bei, weniger pauschalisierend zu sein.

    Wenn es an einigen Punkten also evtl auch ein Bärendienst sein könnte, dürfte es in vielen Punkten dennoch eher von Vorteil sein, dass Familie, Freunde oder Chef, erstmal allgemein einen Eindruck bekommen. Ein Chef oder ein Familienmitglied, dass alle Punkte 1:1 auf dich überträgt, hat es wohl eh noch nicht so ganz verstanden und braucht so oder so noch etwas Aufklärung.

    Ob da dann die Erklärung "was nicht zutrifft" nicht evtl doch einfacher sein mag, als grundsätzlich erstmal nahe zu bringen, was ADHS überhaupt ist??

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Das macht doch keiner. Es sagt doch keiner, dass du Symptom yx hast. Aber wenn du alles, was dich nicht betrift, von deinen "Angehörigen" fern halten willst, wie gehst du dann mit der grundsätzlich verallgemeinernden Medien um? Das würde mich jetzt interessieren.

    Kleiner Sarkassmus am Rande, aber soll da dann auch stehen "Alle die meinen unter der Krankheit AD(H)S zu leiden nehmen das böse Ritalin - ausser Kayoyo."

    Du möchtest also, dass - rein geschätzt - 80-90 % der Leute hier ihren Schreibstil ändern oder jedes Mal schreiben "Wir alle, ausser ..."?

    Ich an deiner Stelle würde mich vermutlich freuen, wenn mal was nicht auf mich zutrifft, da ich - rein egoistisch gesprochen - einfach genug an den Haken habe, dass ich einfach das nicht auch noch brauchen kann.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Kayoyo schreibt:
    Hinzu kommt, das Menschen ohne dieses Syndrom als Stino ebenfalls in einen Topf geworden werden, Ich halte das für abwertend, gerade wenn dann noch von vermeintlichen Superkräften der ADHSler die Rede ist. (Hyperfokus...)
    Hallo Kayoyo,

    ich verstehe sehr gut, was du meinst; ich selbst diskutierte das Problem der Pauschalisierung (insbes. bezogen auf den "Stino"-Begriff) vor einigen Monaten in einem eigenen Thread und die Sache eskalierte am Ende leider auf eher unschöne Weise, so dass ich damals bitterlich enttäuscht beschloss, mich vorerst nicht weiter zu beteiligen.

    Der Gemütsrauch hat sich verzogen und ich versuche nun in einem neuerlichen Anlauf, mich nicht mehr in Dinge/Themen dermaßen zu verrennen. Wir werden die Menschen nicht ändern können, es gibt eben jene, die eher und leichter mit pauschalen Mustern zurecht kommen und vielleicht helfen ihnen diese einfach sehr dabei, mit der Komplexität des Lebens besser klar zu kommen. Daneben gibt es hier wie überall jedoch auch viele Leute, die mehr in die Tiefe gehen und mit denen du dich entsprechend austauschen kannst.

    Nicht zuletzt ist es immens schwer, überhaupt einen kommunikativen Nenner zu finden, ohne dabei immer wieder Kategorisierungen und Vereinfachungen vorzunehmen, gerade weil Begriffe ja auch so vieldeutig (ambig) und missverständlich sind.

    Klar ist, dass wir Betroffenen leichter ablenkbar (Reizoffenheit auf Grund von Abweichungen im Botenstoffhaushalt) sind als Nichtbetroffene. Darüber hinaus haben die Betroffenen das gesamte Spektrum menschlicher Eigenheiten zu bieten, mit allen Hoch- wie Tiefebenen.

    Herzlich grüßt dich

    Holdi
    Geändert von Holdischnald (16.07.2014 um 20:08 Uhr) Grund: Entschärfung einer Formulierung

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Selbstbild als AD(H)Sler

    Nein, ich möchte nur - um bei deinem Beispiel zu bleiben -, das man davon spricht, dass man selbst Ritalin nimmt und das es einem hilft. Es besteht überhaupt nicht die Notwendigkeit von einem "Wir" zu sprechen, nicht mal, wenn es darum geht, dass viele, die ADHS haben auch Ritalin nehmen.

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