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Diskutiere im Thema Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Hallo Menschen,

    ich möchte mir gerne etwas von der Seele schreiben.

    Weil ich weiß, dass viele von uns nicht gerne ellenlange Texte lesen (können ) schreibe ich wohl in mehreren Etappen.

    Also - ganz im Stil der Community mit der Tür ins Haus: Ich habe keine richtige Freundin. So eine, mit der man durch dick und dünn gehen kann. Mit der man tage- oder nächtelang quatschen kann. Mit der man sich schlapplachen kann. Der man alles, wirklich alles von sich erzählen kann und sich nicht hinterher schämen muss oder besorgt sein muss, was sie nun von einem denkt.

    Eine Freundin, die einen auch mit dem abgebrochenen Zahn sehen darf, der so eine blöde provisorische Krone hat oder vor der man auch die kürzlich angesammelten Speckröllchen nicht verbergen muss oder die gerade echt katastrophal ungeputzte Küche.

    Eine, die einem ehrlich die Meinung sagt - aber wo man spüren kann, dass sie einen trotzdem gern hat.

    Ich habe ein paar Frauen in meinem Leben gekannt oder kenne sie noch, wo ich immer DACHTE, dass sie solche Freundinnen sind.

    Und nun ist es doch nicht so.

    Ich sehne mich nach einer Freundin. Oh mannomann.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 1.564

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Hi Luzie,

    ich kenne das gut was du innerlich suchst.
    Habe früher auch viele Freunde gehabt (komischerweise auch immer AD(H)S´ler ^^) und immer
    nach dem "besten" Freund gesucht.

    War nur leider nie einer dabei wie ich immer wieder feststellen musste. -.-

    Typisch für mich ist meine Selbstlosigkeit, ich gebe mich in einer Freundschaft voll und ganz hin.
    Sprich ich bin immer, egal wann, für jeden uneingeschränkt verfügbar wenn er mich benötigt.

    Ich merke nur immer wieder das meine "Freunde" das mit der Freundschaft ein wenig anderst sehen.
    Was mich natürlich auch depremiert.

    Mittlerweile habe ich eine "beste" Freundin die ich lustigerweise seit dem Kindergarten kenne, mit der ich über alles sprechen kann. Fällt mir einfach leichter mich mit einer Frau auf emotionaler Ebene auszutauschen.
    Ich sehe sie aber auch nicht regelmäßig.

    Ich habe leider auch immer wieder den Fehler gemacht, meine Partnerinnen in Beziehungen als beste Freundinnen zu sehen. So wurde aber leider immer aus ner Beziehung nach einer Weile eine sehr gute Freundschaft -.- ... aber mehr dann auch nicht mehr...

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Das Problem kenne ich auch, habe auch seit etlichen Jahren keine sogenannte beste Freundin mehr, wurde sehr oft enttäuscht oder Menschen haben sich von mir abgewandt.
    Ich gebe die Hoffnung aber trotzdem nicht auf, gebe jeden Menschen trotz schlechter Erfahrungen eine Chance.

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Brainman schreibt:
    Hi Luzie,

    ich kenne das gut was du innerlich suchst.
    ...
    Danke, Brainman, das tut jetzt gerade gut!

    Ich neige auch dazu, in Freundschaften viel hinein zu geben - eben weil es für mich zu Freundschaften auch (auch! nicht NUR) dazu gehört. Wenn es dann mal um meine Bedürfnisse geht... tja!

    Hallo Peppa, "jedem Menschen trotz schlechter Erfahrungen eine Chance geben..." klingt ja irgendwie gut - ist aber nicht das, was ich meine.

    Ich bin schon sehr offen für Bekanntschaften, "Freundschaften", Beziehungen, usw. Also ich bin nicht verbittert, oder so. Bin nicht resignativ und habe auch keine moralinsaure Vorstellung von meinen Mitmenschen. Sehe mich auch nicht als "Opfer", dem man irgendwie übel mitgespielt hätte.

    Im Gegenteil - wie viele von uns hier - bin ich sehr offen für neue Bekanntschaften. Menschen mögen mich auch recht gern. Menschen lehnen sich auch gern bei mir an, holen sich bei mir Rat und/oder Unterstützung. Und das fand ich auch immer sehr schön und angemessen, wenn man sich denn in einer Freundschaft etwas näher kommen will.

    Aber nun, seit ich "wacher" geworden bin in meinem Selbstfindungsprozess als ADHS´lerin - merke ich, wie einseitig das manchmal ist.
    Meine Heiterkeit und Zugänglichkeit wird gerne angenommen.

    Meine Grenzen und/oder Bedürfnisse nicht. Immer wieder nicht - also das ist ein MUSTER in meinem Leben. Welche Anteile habe ich daran, dass (s)ich dieses Muster immer wiederholte?


    Ich frage mich, ob ich überhaupt mental und emotional in der Lage bin, die "richtigen" von den "falschen" Freunden VORHER mal rauszufiltern. Also BEVOR ich mich so von Herzen engagiere...

    Was habt ihr so für Erfahrungen?

    Luzie

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 1.564

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Luzie schreibt:

    Ich neige auch dazu, in Freundschaften viel hinein zu geben - eben weil es für mich zu Freundschaften auch (auch! nicht NUR) dazu gehört. Wenn es dann mal um meine Bedürfnisse geht... tja!

    Luzie
    Ich glaube einfach auch, dass wir AD(H)s´ler von unseren Freunden, einfach alles abverlangen, was wir selbst auch machen würden. Nur entstehen hier dann die Probleme, da wir ja schon viel mehr als andere geben

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Sorry, habe auch garnicht angenommen, das du verbittert oder so bist weil du auch schon so viele Enttäuschungen einstecken musstest! Der Satz war allein auf mich bezogen, das ich trotz allen die Hoffnung nicht aufgebe.
    Ich bin auch recht kontaktfreudig. Aber auch wie du finde ich es schwer zu unterscheiden, ob mir ein Mensch gut tut oder nicht.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Nur eine ganz kleine Frage am Rande: Forderst du denn auch ein oder wiegelst du ab?

    Ich frage nur, weil ich nach Jahren gemerkt habe, dass ich viel anderen half, aber auch Hilfe nicht wirklich eingefordert hatte. Ich war immer zur Stelle, oft auch ungefragt, wenn Not am Mann war. Und ich habe Federn gelassen. Jetzt bin ich an einem Punkt, wo man mich schon mal Fragen muss und ich auch mal einfordern, auch mal sagen kann: Heute geht es mir besch...eiden. Mir ist oft noch komisch dabei, aber wer nicht auch mal für mich da ist, der fällt beim nächsten "Brauchanfall" auch schon mal hinten runter. Ich möchte sagen, ich bin dabei nicht egoistisch, ich bin achtsammer geworden.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Peppa schreibt:
    Sorry, habe auch garnicht angenommen, das du verbittert oder so bist weil du auch schon so viele Enttäuschungen einstecken musstest! Der Satz war allein auf mich bezogen, das ich trotz allen die Hoffnung nicht aufgebe.
    Ich bin auch recht kontaktfreudig. Aber auch wie du finde ich es schwer zu unterscheiden, ob mir ein Mensch gut tut oder nicht.
    Nee, Peppa, das hab ich auch nicht angenommen. Sorry, wenn ich etwas schroff rübergekommen bin! Na, wenn du die Hoffnung nicht aufgibst - dann sind wir ja schon mal zwei, hehehehe ...


    @Chaosqueeny: *seufz* Ja, da sagst du was!! Um deine Frage zu beantworten: Ich wiegele ab. Allermeistens jedenfalls. Ich weiß nicht (mehr), welchen "amount" von Bedürfnissen / Wünschen ... ich meinen Freundinnen "zumuten" darf. Ich gehe nie, nie, nie, niemals an diese Grenze auch nur im Entfferntesten heran!

    ABER: Ist es denn falsch, wenn man auch ein wenig darauf vertraut, dass die "Freundinnen" ein kleines bisschen zumindest, auch mit an einen mitdenken? Sie sollen nicht "erraten, was ich brauche", nur ein wenig Empathie zeigen, vielleicht?
    Ich glaube, das ist einfach auch ein Stück von meinem "echten Selbst" - dass ich nämlich schüchtern bin, wenn es um das Äußern meiner Bedürfnisse geht. Ich sage sie schon, wenn ich den Eindruck haben, dass jemand sie wirklich, wirklich gerne wissen will. Aber eben auch erst dann.

    Und so war es in diesem (jüngsten) "Enttäuschungsfall" eben auch. Ich "musste" sagen, was ich brauche, bzw. was anders werden soll in dieser bestimmten Freundschaft, weil ich sonst keine Kapazitäten mehr für meine Diplomprüfungen frei gehabt hätte.

    Ihr wisst ja auch alle, wie sorgfältig man mit seinen Ressourcen in unserem Fall umgehen muss. Und ich habe meine Freundin sehr gebeten, mich darin zu verstehen - ich habe es nicht verlangt oder aggressiv eingefordert. Ich habe ihr erzählt, wie es mir gerade geht, und warum ich jetzt so viel Lernzeit für mich brauche und deshalb tagsüber am besten nicht telefonieren kann/will.

    Weil so ein Telefonat mich mentale und emotionale Kraft kostet UND ich hinterher meist nicht wieder ins Lernen hineingefunden habe.

    Sie ist selbst auch gerade im Diplom (wir studieren gemeinsam).

    Sie sagt, sie braucht es, die Buchkapitel mit mir GEMEINSAM durchzusprechen - nur so könne sie lernen.

    Bei mir ist es gerade anders: Ich brauche erstmal Ruhe und Zurückgezogenheit um den Lernstoff durchzuarbeiten. DANACH wäre ich gerne bereit gewesen, mit ihr den Lernstoff (ihr zuliebe, weil ich das nicht so dringend benötige) durchzuarbeiten.

    Jetzt reagiert sie nicht mehr auf meine sms.

    Wir haben jahrelang gemeinsam studiert.

    Luzie

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    Ja, ein Stück weit hast du sicher recht. Aber ich gehörte z.B. zu den Leuten, denen man es nicht unbedingt anmerkte, weil ich meist nicht nur andere sonder auch mich selbst ein Stück weit täuschte. Noch heute merkt man es mir nicht unbedingt an, wenn ich mich nicht gerade hier im Forum in einer bestimmten Ecke austobe und es mir wirklich ganz mies geht.

    Schade, dass deine Lern"freundin" so drauf ist. Ich denke, sie hätte ruhig nachgeben können, wenn du ihr schon einen Gefallen tust und dir den Tag über Zeit geben sollen. Abends hättet ihr dann ja vielleicht das noch einmal zusammen durchgehen können, dann hätte sich vielleicht auch der Stoff vom Tag etwas weiter verfestigt bei dir. Ist sie denn so panisch, dass sie meint, sie schafft es nicht und sieht vor lauter Angst nicht nach rechts und links? Oder ist sie einfach nur auf einem Ego-Tripp?

    Aber ich finde es gut und mutig von dir, dass du ihr eine Grenze aufgezeigt hast. Herzlichen Glückwunsch, dass du deine Bedürfnisse eingefordert hast. Ich finde das ganz toll von dir.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ich habe keine Freundin - hätte so gerne eine...

    ChaosQueeny schreibt:
    Ja, ein Stück weit hast du sicher recht. Aber ich gehörte z.B. zu den Leuten, denen man es nicht unbedingt anmerkte, weil ich meist nicht nur andere sonder auch mich selbst ein Stück weit täuschte. Noch heute merkt man es mir nicht unbedingt an, wenn ich mich nicht gerade hier im Forum in einer bestimmten Ecke austobe und es mir wirklich ganz mies geht.

    Schade, dass deine Lern"freundin" so drauf ist. Ich denke, sie hätte ruhig nachgeben können, wenn du ihr schon einen Gefallen tust und dir den Tag über Zeit geben sollen. Abends hättet ihr dann ja vielleicht das noch einmal zusammen durchgehen können, dann hätte sich vielleicht auch der Stoff vom Tag etwas weiter verfestigt bei dir. Ist sie denn so panisch, dass sie meint, sie schafft es nicht und sieht vor lauter Angst nicht nach rechts und links? Oder ist sie einfach nur auf einem Ego-Tripp?

    Aber ich finde es gut und mutig von dir, dass du ihr eine Grenze aufgezeigt hast. Herzlichen Glückwunsch, dass du deine Bedürfnisse eingefordert hast. Ich finde das ganz toll von dir.
    Danke, Queeny!

    Ja, danke für den Reminder "Selbsttäuschung"! Jepp, mach ich auch! Wichtig für mich, dass du das nochmal erwähnst.

    Ja, die Lern"freundin" ist panisch! Bei der letzten Prüfung von ihr (die ich jetzt noch vor mir habe) hat sie absolut den Horror verbreitet - alles ganz schrekclich, schlimm und sie wird es NIIIEEE schaffen. Sie hat mich jeden Tag angerufen und ich hab das halt verstanden, weil ich weiß, wie sich Prüfungsangst anfühlt.

    Dann hat sie die Prüfung mit einer 1 gemacht. Nach all dem Telefonieren, gemeinsamen Hoffen und Bangen kriegte ich diese sms: Ich hab ne 1.

    Das war alles. Kein Wort mehr dazu. Ich hatte gedacht, mich trifft der Schlag. (Und hab zuerst auch in mir nachgeforscht, ob ich neidisch und eifersüchtig bin. Bind/war ich AUCH, aber ich war auch schockiert über die Unverhältnismäßigkeit zwischen ihrer Angst und ihrem Erfolg und dem gemeinsamen "Leiden" und der kurzen, triumphalen Unterrichtung in ihrer sms.)

    Danke von Herzen, dass du mein Verhalten als mutigen Schritt bezeichnest! Ich weiß manchmal nicht, was Mut ist und wann ich egoistisch bin.

    Luzie

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