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Diskutiere im Thema Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #261
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.435

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Hallo Fliegerlein,

    Auch da, hast du sehr gut argumentiert! Ich finde sogar, es ist kein Widerspruch zu was Drowe sagt... Ja, aus ADS wird man krank, oder leidet man, ist klar... Auch weil man immer wieder Schwierigkeiten erlebt... Es ist weniger eine Krankeit wo der Körper falsch funktionniert und deswegen unsere Lebenserwartung reduziert, aber mehr dass es uns das Leben selber schwerer macht, weil wir Einschränkungen haben... Mindenstens und sehr deutlich in unsere westliche Gesellschaft... Wie es anderswo ist, würde mich schon interessieren, wenn es Studie gäbe...

    Aber wie du sagst, es geht ihm mehr um Empfindungen, und so was ist einfach ehe persönlich und lässt sich weniger diskutieren... Selber fühle ich mich nicht krank, da mein Körper gut funktionniert und ich keine Schmerzen verspüre, wenn ich im geeignete Umfeld bin. Aber ehe eingeschränkt, da mich einiges schwerer fällt als die meistens andere Menschen und ich deswegen mehr versage. Dann tut diese Versagen sicher auch Weh! Dadurch, wenn es zu viel passiert, kann ich krank werden, also, es kann mich schlecht gehen... Auch an Momenten wo sonst um mich alles ok ist. Ich kenne es schon... Da sehe ich ADS ehe wie etwas wir Blindheit, Schwerhörigkeit... Es tut nicht direkt weh, der Rest von Körper funkionniert einwandfrei so das das leben nicht gekürzt wird, aber es gibt eine deutliche Einschränkung, die wir Behinderung nennen.

    Interessant dass du lieber auf ADS verzichten könnte als auf Asperger... Ich hatte immer der Eindruck, Asperger sei schlimmer... Aber vielleicht scheint es mich schlimmer, weil es nur weniger kenne... Mit ADS habe ich gelernt zu leben.

    lg

  2. #262
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Hi

    ich möchte hier niemandem seine persönlich Sicht abtun.Nur wenn man auf wissenschaftlich fundierten Fakten verweist muss man dann auch sehen das bei ADHS die Behandlung zum großen Teil sehr erfolgreich ist z.T durch Medikamente und Therapie.

    Ich persönlich fühle mich schlimmer mit der Depression die aufgrund eines nicht erkannten ADHS mein Leben ebend so laufen ließen wie es nun mal war.

    Ich habe aber nun eine Richtung wo ich meinen *Feind* kennen und daran arbeiten kann.

    Das kann ich leider nicht bei Depressionen sagen wenn ich mitten drin stecke.

    Für mich ist es einfacher mit ADHS zu leben und den Grund dazu zu wissen als im depressiven Loch zu stecken und mich mit Suizidgedanken herumzuschlagen und GAR NICHTS MEHR auf die Reihe zu

    bekommen.

    Zu Asperger Autismus kann ich nichts sagen da ich es selber nicht habe.Jedoch bin ich im bilde über diese Ausprägung da ich seit kleinauf ein riesiges Interresse an

    diesen Dingen habe.Allerdings fehlt mir auch die absolute Introspektion ich kann es mir nur vorstellen bzw. mich reinfühlen.


    Wie gesagt das ist alles sehr aus persönlicher Sicht und will das niemandem absprechen.

    Fliegerlein
    Die klinische Gruppe mit anderen Erkrankungen, wie Depressionen etc. sah das schon ganz anders und dort steht der Balken für die Beeinträchtigungen schon bei etwas über 60%.
    Bei den ADS'lern dagegen steht der Balken auf knapp unter 90% ...
    Ok das ist krass ich werde mir das mal angucken da ich das überhaupt nicht so empfinde eher umgekehrt.

    Auf der Arbeit gibt es Abläufe die mir Struktur geben , natürlich gibt es Probleme bei sozialer Interaktion.


    Bei Depressionen melde ich mich ja gar nicht mehr ab wenn es ganz schlimm ist und komme auch nicht aus dem Bett raus ,

    es ist mir dann egal weil ja eh nichts mehr Sinn macht.Dadurch gefährde ich natürlich meine Arbeit .Wenn ich dann mal wach bin mache ich mir Vorwürfe und fühle

    mich extrem schlecht welches dann nicht auf ADHS , sondern auf die Depression zurückzuführen ist .

    LG Mnemo
    Geändert von Mnemosyne (22.07.2014 um 09:54 Uhr)

  3. #263
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Fliegerlein schreibt:
    Eigentlich wollte ich dem Thread aufgrund der Tendenzen, die sich dann doch leider ergeben haben und weil eigentlich auch schon alles gesagt wurde, fernbleiben, ... aber ich kann's halt nicht ...


    ADHS hat sogar deutliche Auswirkungen ... granatenmäßige sogar ...
    Ich wollt, ich könnt hier einige Grafiken zeigen, welche z.B. aus den UMASS und Milwaukee-Studien hervorgegangen und im Buch "ADHD in Adults, what the Science says" veröffentlicht wurden.
    Einige dieser Grafiken gibt es auch im Netz, in diversen Vorträgen von Barkley.
    Wenn man dort mal wirklich bildlich sieht und im wahrsten Wortsinne vor Augen geführt bekommt, wie gravierend, wie teilweise extrem die Unterschiede zwischen ADS'ler und Kontrollgruppe sind ... dann wird einem schon ganz anders.
    Diese Grafiken sind allein auch schon deshalb interessant, weil die Beeinträchtigungen nicht nur, wie sonst üblich, nur mit einer Nicht-von-ADS-Betroffenen Kontrollgruppe gemacht wurde, sondern auch eine weitere Gruppe von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die aber keine ADS haben mit zugenommen wurde.
    Wenn man dann sieht, wie die Beeinträchtigungen von ADS'lern im Vergleich auch zu anderen psychischen Erkrankungen, von denen keiner auf die Idee kommen würde, über einen Krankheitsstatus zu philosophieren, aussehen, dann ist das schon schwer beeindruckend.
    Die Beeinträchtigungen von ADS-Betroffenen stehen da noch deutlich über denen von Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen.
    Ich kann zwar die Grafiken nicht posten, weil ich keine Copyrights verletzen möchte, da müsste ich erst bei Barkley nachfragen, aber ein paar Zahlen kann ich nennen, auch wenn das nicht so aussagekräftig ist:

    Im Arbeitsbereich z.B. wurde deutlich, dass die befragten aus der Kontrollgruppe sich, in Prozent ausgedrückt, zu in etwa 5% beeinträchtigt fühlen.
    Man hat also mal Probleme am Arbeitsplatz, aber im Großen und Ganzen läufts.
    Die klinische Gruppe mit anderen Erkrankungen, wie Depressionen etc. sah das schon ganz anders und dort steht der Balken für die Beeinträchtigungen schon bei etwas über 60%.
    Bei den ADS'lern dagegen steht der Balken auf knapp unter 90% ...

    Im häuslichen Bereich waren die Zahlen: Kontrollgruppe unter 5%, klinische Gruppe ca 78% und ADHS bei wieder dicht unter 90%.

    So geht das munter durch die einzelnen Lebensbereiche und sieht immer sehr ähnlich in den Gewichtungen aus.
    Die Kontrollgruppen haben fast überall zwar ein bisschen was, aber nichts, das sie als gravierend genug einstufen würden, dass es ihnen ernstere oder gar massive Probleme bereitet.

    Bei psychischen Erkrankungen kann man sich vorstellen, dass jemand, der schwer depressiv ist, sowohl am Arbeitplatz, als auch zu Hause erhebliche Probleme hat, und was gesellschaftliche Angelegenheiten angeht sowieso ...

    Wirklich beeindruckend ist der Bereich (Aus-)Bildung ... dort findet man bei der Kontrollgruppe einen kleinen Balken von etwa 5%, während die klinische Gruppe dort bei etwa 82% liegt und von ADHS noch getoppt wird, mit etwa 97%.
    Und tatsächlich ist ja bekannt, dass der Bereich Schule und Bildung und Ausbildung der ist, der uns am schwersten fällt.

    Wenn das so als Balkengrafik sieht, dann wird man schon ein bisschen nachdenklich ...

    Wie gesagt, die Grafiken, die aus den Studien hervorgegangen sind, werden von Barkley auch oft in Vorträgen gezeigt, von denen einige auch im Netz zu finden sind, zum Beispiel beim CADDAC oder beim UC Davis Mind Institute wo er einige Voträge gehalten hat.
    Die sind aber gewiss auch bei YT zu finden.

    Letztlich war die Ausgangsfrage dieses Threads ja die, wir wir das empfinden.
    Und ohne Frage können, und dürfen, Wissenschaft und unsere eigenen Empfindungen da durchaus auseinandergehen und wie ja auch schon reichlich festgestellt wurde, ist der Krankheitsbegriff als solcher schon nur schwer abgrenzbar, was es auch nicht gerade einfacher macht, ... da treffen dann auch gerne mal Philsophie auf die Wissenschaft und wenn man nun bedenkt, dass z.B. ja die Psychologie aus der Philosophie entstanden ist ....



    Das stimmt, und wie...
    Wenn ich aber wählen müsste und nur eines von beiden loswerden könnte, dann müsste ich nicht lange überlegen und würde sofort auf die ADS verzichten.
    Mit dem Asperger kann ich da weitaus besser zurechtkommen.

    hallo fliegerlein,

    deine Kommentare überfordern mich teilweise regelrecht beim lesen sie sind so ausführlich und genau. aber unglaublich informativ.

    eine frage stellt sich mir hier bei diesen angaben (den Beschreibungen der balkendiagramme). wenn man das so liest, denkt man unweigerlich: "oh Hilfe! ist es wirklich so schlimm um uns beschert?" daher möchte ich da gerne differenzierter nachfragen. vielleicht kannst du das ja beantworten?

    1.
    weißt du, inwiefern die beantwortungsmöglichkeit gegeben war? ich würde wahrscheinlich auch in allen Bereichen sagen (glauben), dass ich da beeinträchtigt bin. aber in vielen Bereichen würde ich mich entweder nur ein bisschen beeinträchtigt fühlen oder so, dass es keine wirklichen Probleme darstellt oder es wäre mir zb schlicht und ergreifend egal, ob mich das beeinträchtigt:

    - weil ich es entweder tatsächlich so mag: ich mag mein Chaos oft - zb im Freundeskreis - ich mag es auch, wenn meine Wohnung so aussieht, dass darin gelebt wird - auch wenn ich behaupten würde, ich fühle mich im Haushalt beeinträchtigt durch adhs - so kann ich das bei vielen Bereichen anwenden

    - oder es mich einfach nicht stört, da ich Strategien für mich entwickelt habe. aber auch hier, würde ich - mit Aspekt auf adhs betrachtet - beeinträchtigt ankreuzen.


    2.
    weißt du, ob die fragen hauptsächlich in Bezug auf typische adhs-problembereiche gestellt wurden? oder wurden da alle möglichen Bereiche abgefragt? es gibt ja auch Bereiche, in denen wir dann zb die wenigen Prozent abbekämen.
    bsp:
    fühlen sie sich in ihrer Auffassungsgabe beeinträchtigt? Situationen - gesamtsituationen sofort zu erkennen? oder bspsweise komplexe aufgaben sofort verstehen oder bspsweise emotionale Hintergründe in verzwickten Situationen sofort zu erkennen.
    ich hoffe, du verstehst, worauf ich hier hinaus will.


    wenn mir diese fragen so durch den kopf gehen, bin ich mir nicht sicher, inwiefern diese Diagramme aussagekräftig für ein typisches adhs sind. ich denke nicht, dass mein adhs in der "schwere" bei meiner Arbeit dermaßen beeinträchtigt wie einen menschen, der depressiv ist - oder mein adhs zwischenmenschliches so erheblich belastet wie ein borderline.

    mir kommen diese Balken vor, als ginge es lediglich um "Quantität" anstelle von Stärke/Auswirkung/Qualität der Beeinträchtigungen.


    wie hast du diese Diagramme in dieser Hinsicht verstanden?

  4. #264
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    nebenbei würden menschen mit narzisstischer Störung oder menschen mit borderline "meist" mit stark fehlender selbstreflektion an die Sache herangehen, was ja sehr typisch für deren Störung ist. inwiefern sind da die angaben realistisch?
    narzissten zb sehen gar nicht, dass bei ihnen etwas nicht stimmt. es gibt kaum Narzissten, die sich von selbst in eine Therapie begeben. statistisch bewiesen. sollte das nun wer verlangen, dass ich das nachweise, suche ich da gerne diverse links raus.
    borderliner-typisch ist ja zb auch, dem partner viel schuld zuzuschieben, zu manipulieren. man selbst "tut ja gar nix" - es gibt eher wenige reflektierte betroffene. diejenigen, die da reflektieren können, denen ist das sehr hoch anzurechnen.

    ich denke, dass man mit adhs doch relativ gut wahrnehmen kann, was seine eigenen Anteile sind. ich kenne das von mir sehr gut - ich grüble ewig nach, was ICH da vllt falsch gemacht habe und ändern könnte, selbst wenn es eindeutig das gegenüber ist, das den Fehler macht: zb. wenn der partner über Monate hinweg betrügt und man das erfährt. also auch in "eindeutigen" fällen - gibt man sich als adhsler ja auch gerne mal selbst die schuld, allein aufgrund dieses gedankenkarussells, das dann einfach nicht aufhört. man versucht es ja von allen Seiten aus zu betrachten.

    daher komme ich zu dem Schluss, dass adhsler sehr wohl selbstreflektiert sind, womöglich ZU viel. und u.u. zb auch Probleme am Arbeitsplatz generell auf ihr adhs (also auf sich) schieben.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    ich weiß wirklich nicht, inwiefern ich gewillt bin, diese 3 Gruppen - auch die kontrollgruppe - da miteinander vergleichen zu wollen.

  5. #265
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.435

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Ja, es stimmt, dass ADS schon noch dazu neigen ihre Anteil zu sehen...

    Sonst auch noch etwas: Da wir sensibel sind, sehen wir vielleicht auch "Problemen" wo viele Menschen gar nicht sehen... Wir machen auch aus eine Mücke ein Elefant.

    Dann wäre schon interessant zu wissen was die fragen waren. Wenn es um ganz konkreten fragen, wie "wie oft waren sie gekündigt" oder so, dann gilt es sicher besser, als wenn es ehe um Sachen die ehe im Richtung Empfindungen geht. Nun, da ich das Buch von Barclay gelesen habe, habe ich der Eindruck, er ist ehe der Typ der nach ganz konkretes sucht... In sein Buch ist er auch sehr konkret...

  6. #266
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    stimmt, wir nehmen auch schneller Schwingungen auf, die dann vom Gefühl her ein "beeinträchtugungs"-ding auslösen können. also ein kreuzchen dort zu machen.

  7. #267
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Hallo und Moin Moin,

    ich versuche kurz und gezielt zu antworten, wird aber nicht leicht ...

    Mnemosyne schreibt:
    Nur wenn man auf wissenschaftlich fundierten Fakten verweist muss man dann auch sehen das bei ADHS die Behandlung zum großen Teil sehr erfolgreich ist z.T durch Medikamente und Therapie.
    Das ist eins ehr wichtiger Punkt, welchen ich auch immer wieder schreibe und auf welchen ich auch in diesem Thread schon etliche Male hingewiesen habe .... kann's nur wirklich nicht in jedem Posting schreiben ....
    AHDS gilt als eine ernstzunehmende Störung, ist aber auch die am besten zu behandelnde Störung im Bereich der psychischen Erkrankungen überhaupt.
    Das wurde auch hier im Thread schon mehrfach angemerkt ...
    Insofern sehen und wissen das eigentlich auch alle Beteiligten ... das geht nur möglicherweise immer wieder unter und vielleicht liest auch nicht jeder den ganzen Thread, wenn er einsteigt.
    Aber das ist schon soweit allen klar .




    maofatale schreibt:
    nebenbei würden menschen mit narzisstischer Störung oder menschen mit borderline "meist" mit stark fehlender selbstreflektion an die Sache herangehen, was ja sehr typisch für deren Störung ist. inwiefern sind da die angaben realistisch?
    narzissten zb sehen gar nicht, dass bei ihnen etwas nicht stimmt. es gibt kaum Narzissten, die sich von selbst in eine Therapie begeben. statistisch bewiesen. sollte das nun wer verlangen, dass ich das nachweise, suche ich da gerne diverse links raus.
    borderliner-typisch ist ja zb auch, dem partner viel schuld zuzuschieben, zu manipulieren. man selbst "tut ja gar nix" - es gibt eher wenige reflektierte betroffene. diejenigen, die da reflektieren können, denen ist das sehr hoch anzurechnen.
    Das trifft auch auf ADHS'ler zu, allein schon bedingt durch den Umstand, dass die Selbstwahrnehmung als die letzte der sich entwickelnden Funktionen ohnehin schon eben als letztes kommt und bei ADHS'lern sich verzögert entwickelt und auch nicht voll ausreift.
    Das z.B. ist auch einer der Gründe, warum Tiefenpsychologen, und solche Fachleute, die einfach keine Ahnung von ADHS haben, und davon gibts leider noch reichlich, sehr gerne die nicht zutreffende Diagnose narzisstische PS stellen, weil ihnen das gar nicht klar ist.
    Da gibt es schon hier im Forum etliche, denen man fälschlicherweise diese Diagnose verpasst hat.

    Das ist Jenen, die solche Studien durchführen aber klar und solche "Störgrößen" werden berücksichtigt.
    Diejenigen, die die beiden besagten Studien gemacht haben, sind allesamt Fachleute auf dem Gebiet der ADHS und sich dieser Umstände bewusst.
    Für sowas gibt es immer auch Kontrollfragen und Fremdbeurteilungen etc.
    Das ist ja bei der ADHS-Diagnose und den dazugehörigen Fragebögen auch nicht anders.

    Ich kann mich gut erinnern, dass ich anfangs in vielen Punkten alles andere als eine korrekte Selbstwahrnehmung hatte.
    Das kam erst mit Anfang/ Mitte Dreißig und erst in den Mittvierzigern, mit der Diagnose und den Informationen um die ADHS und Rückmeldungen von meiner Frau und vielen anderen aus dem Freundes- und Familienkreis wurde mir klar, dass das alles eben NICHT normal ist ...
    Fliegerlein: Aber jeder vergisst doch mal was" Die anderen: "Ja aber doch nicht ständig"
    Fliegerlein: "Aber jeder plant doch und macht Listen und will vorbereitet sein" Die anderen: "ja aber doch nicht sooo"
    Fliegerlein: "Aber jeder ist doch mal abgelenkt" Die anderen: "Ja aber doch nicht soooooo"
    Fliegerlein: "Aber jeder mag es doch, wenn die Tassen im Schrank gleich stehen und die Hemden in Kleiderschrank" (das gehört in die Aspergersparte): Die anderen: "Ja aber doch nicht soooo! Bei Dir darf der Henkel ja nicht mal ein bisschen falsch stehen ... das ist alles viel zu viel des guten"
    Erst als ich das erfahren, also gesagt und gezeigt bekommen habe, wurde mir klar, wie extrem anders ich war/bin und zwar in deutlich dysfunktionalem Sinne.
    Das alles war mir aber gar nicht klar, ich hab das weder wahrgenommen noch gesehen, auch nicht im Vergleich zu anderen.


    maofatale schreibt:
    daher komme ich zu dem Schluss, dass adhsler sehr wohl selbstreflektiert sind, womöglich ZU viel. und u.u. zb auch Probleme am Arbeitsplatz generell auf ihr adhs (also auf sich) schieben.
    Ich fürchte jedoch, dass dieser Schluss nicht zutreffend ist

    maofatale schreibt:
    ich weiß wirklich nicht, inwiefern ich gewillt bin, diese 3 Gruppen - auch die kontrollgruppe - da miteinander vergleichen zu wollen.
    [/quote]
    Dazu kann Dir im Grunde keiner was schreiben, denn was Du gewillt bist oder nicht, liegt ja in Deiner Entscheidung.




    maofatale schreibt:
    eine frage stellt sich mir hier bei diesen angaben (den Beschreibungen der balkendiagramme). wenn man das so liest, denkt man unweigerlich: "oh Hilfe! ist es wirklich so schlimm um uns beschert?"
    Auch hier kann ich nur immer und immer wieder schreiben:
    Ja, vom Grad der Beeinträchtigungen her ist es das, wenngleich auch gerade ADS die am besten behandelbare Geschichte im Bereich der psychischen Erkrankungen ist.
    Das ändert aber nichts daran, dass die Probleme und Beeinträchtigungen massiv sind.


    maofatale schreibt:
    daher möchte ich da gerne differenzierter nachfragen. vielleicht kannst du das ja beantworten?7
    Ich versuche es so gut und kurz wie möglich und aus dem Gedächtnis.
    Das Buch, auf das ich verweise, ist kein Buch für den allgemeinen Alltag und nicht an Betroffene gerichtet, es ist die komplette wissenschaftliche Abhandlung dieser beiden Studien mit Verweis auf 372 weitere Studien.
    Normalerweise werden Studienergebnisse nicht in Buchform veröffentlicht, sondern in Teilstücken über Fachblätter etc.
    In diesem Fall hat man sich für ein Buch entschieden, weil alles andere keinen Sinn macht und die beiden Studien dermaßen umfangreich waren, dass nur eine solche Form in Frage kam.
    In dem Buch werden also sowohl detailliert die Ergebnisse, wie auch die Durchführung der Studien beschrieben.
    Ich kann das Buch wirklich empfehlen, aber es ist komplett in englisch und richtet sich an Fachleute, ist also recht anstrengend.

    maofatale schreibt:
    1.
    weißt du, inwiefern die beantwortungsmöglichkeit gegeben war? ich würde wahrscheinlich auch in allen Bereichen sagen (glauben), dass ich da beeinträchtigt bin. aber in vielen Bereichen würde ich mich entweder nur ein bisschen beeinträchtigt fühlen oder so, dass es keine wirklichen Probleme darstellt oder es wäre mir zb schlicht und ergreifend egal, ob mich das beeinträchtigt:

    - weil ich es entweder tatsächlich so mag: ich mag mein Chaos oft - zb im Freundeskreis - ich mag es auch, wenn meine Wohnung so aussieht, dass darin gelebt wird - auch wenn ich behaupten würde, ich fühle mich im Haushalt beeinträchtigt durch adhs - so kann ich das bei vielen Bereichen anwenden

    - oder es mich einfach nicht stört, da ich Strategien für mich entwickelt habe. aber auch hier, würde ich - mit Aspekt auf adhs betrachtet - beeinträchtigt ankreuzen.
    Ja, das ist in dem Buch genau angegeben, ich kann das aber aus dem Gedächtnis nicht direkt wiedergeben.
    Ich müsste nachschauen und ich bitte um Nachsicht, wenn ich das vor mir herschiebe, das kostet Zeit und auch ein wenig Anstrengung.
    Ich verbringe ohnehin schon wieder mehr Zeit in diesem Thread, als angemessen wäre ... auch das zählt zu den Beeinträchtigungen, am Ende des Tages dazusitzen und sich zu fragen, was ich denn nu' den ganzen Tag gemacht habe, alles mögliche, nur nicht das, was ich eigentlich machen wollte/ sollte und was wichtiger gewesen wäre.
    Und da würde ich schon mal ein Hammer dickes Kreuz machen, wenn das abgefragt würde .
    Die Fragen sind schon so gestellt und über Kontrollfragen validiert, dass genau diese Probleme auch zu Tage treten.
    Würde oder könnte man das nicht machen, dann wären wohl so ziemlich alle solche Fragebögen, auch jene für narzisstischen PS etc. völlig nutzlos.
    Die Fragen sind ja genau so gewählt, dass man die richtigen Rückschlüsse ziehen kann und üblicherweise wird das ja auch immer über Fremdbefragung und in einem standardisierten Gespräch hinterfragt.
    Wie gesagt, ich schau nach, aber das kann ein wenig dauern.

    maofatale schreibt:
    2.
    weißt du, ob die fragen hauptsächlich in Bezug auf typische adhs-problembereiche gestellt wurden? oder wurden da alle möglichen Bereiche abgefragt? es gibt ja auch Bereiche, in denen wir dann zb die wenigen Prozent abbekämen.
    Es wurden generell alle Bereiche des täglichen Lebens abgefragt.
    Das ist dort auch genau aufgelistet.

    maofatale schreibt:
    bsp:
    fühlen sie sich in ihrer Auffassungsgabe beeinträchtigt? Situationen - gesamtsituationen sofort zu erkennen? oder bspsweise komplexe aufgaben sofort verstehen oder bspsweise emotionale Hintergründe in verzwickten Situationen sofort zu erkennen.
    ich hoffe, du verstehst, worauf ich hier hinaus will.
    Ja, ich denke schon.
    Vielleicht kennst Du schon den ein oder anderen Selbsttest, sog. Screenings.
    Mach einfach mal diesen hier und lass ihn auch, das ist eine sehr interessante Erfahrung, von anderen machen, und zwar einmal für sich selbst und einmal so, wie sie Dich wahrnehmen .
    Die Leute, die diese Tests ausführen wissen natürlich, wer davor sitzt .

    maofatale schreibt:
    wenn mir diese fragen so durch den kopf gehen, bin ich mir nicht sicher, inwiefern diese Diagramme aussagekräftig für ein typisches adhs sind. ich denke nicht, dass mein adhs in der "schwere" bei meiner Arbeit dermaßen beeinträchtigt wie einen menschen, der depressiv ist - oder mein adhs zwischenmenschliches so erheblich belastet wie ein borderline.
    Diese Diagramme sind aus den beiden größten Langzeitstudien (die haben in den Siebzigern begonnen) hervorgegangen und waren zudem nicht nur Studien mit wenigen Probanten, sondern wir reden da von über Hunderten Teilnehmern.

    Allerdings sollte man immer auch bedenken, und auch das ist ja schon angemerkt worden und ganz wichtig, dass ADHS ein Spektrum ist und daher von -> Bis geht und für solche studien nimmt man sich nicht die leicht Betroffenen her, das ergäbe keinen Sinn.
    Das sind schon jene, bei denen auch eine ausreichend deutliche Beeinträchtigung vorhanden ist.

    maofatale schreibt:
    mir kommen diese Balken vor, als ginge es lediglich um "Quantität" anstelle von Stärke/Auswirkung/Qualität der Beeinträchtigungen.

    wie hast du diese Diagramme in dieser Hinsicht verstanden?
    So, dass es nicht um Quantität geht, ganz und gar nicht.
    Die Grafiken sind ja aus Zahlen hervorgegangen und die Erlangung dieser Zahlen ist in dem Buch wirklich detailliert beschrieben.
    Der Wälzer hat 500 kleingeschriebene Seiten und nicht gerade Taschenbuchformat.

    Ich würde das wirklich gerne näher aufführen, aber das würde wirklich anstrengend und den Rahmen dieses Threads wohl sprengen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (22.07.2014 um 12:39 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  8. #268
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    wichtigster Bestandteil einer narzisstischen Störung ist fehlende Empathie. also das haben adhsler doch eigentlich gar nicht. im Gegenteil.


  9. #269
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Fliegerlein schreibt:
    Ich kann mich gut erinnern, dass ich anfangs in vielen Punkten alles andere als eine korrekte Selbstwahrnehmung hatte.
    Das kam erst mit Anfang/ Mitte Dreißig und erst in den Mittvierzigern, mit der Diagnose und den Informationen um die ADHS und Rückmeldungen von meiner Frau und vielen anderen aus dem Freundes- und Familienkreis wurde mir klar, dass das alles eben NICHT normal ist ...
    Fliegerlein: Aber jeder vergisst doch mal was" Die anderen: "Ja aber doch nicht ständig"
    Fliegerlein: "Aber jeder plant doch und macht Listen und will vorbereitet sein" Die anderen: "ja aber doch nicht sooo"
    Fliegerlein: "Aber jeder ist doch mal abgelenkt" Die anderen: "Ja aber doch nicht soooooo"
    Fliegerlein: "Aber jeder mag es doch, wenn die Tassen im Schrank gleich stehen und die Hemden in Kleiderschrank" (das gehört in die Aspergersparte): Die anderen: "Ja aber doch nicht soooo! Bei Dir darf der Henkel ja nicht mal ein bisschen falsch stehen ... das ist alles viel zu viel des guten"
    Erst als ich das erfahren, also gesagt und gezeigt bekommen habe, wurde mir klar, wie extrem anders ich war/bin und zwar in deutlich dysfunktionalem Sinne.
    Das alles war mir aber gar nicht klar, ich hab das weder wahrgenommen noch gesehen, auch nicht im Vergleich zu anderen.



    I
    oha, bei mir läuft das genau andersrum....

    Mao: "ständig vergesse ich was! ich schaff das einfach nicht. vllt adhs" Die anderen: "Ja aber jeder vergisst doch mal was, deswegen hat man nicht gleich adhs"
    Mao: "ich schaff nix zu planen und keine Listen und bin nie vorbereitet. ich KANN das nicht. vllt hab ich adhs" Die anderen: "ja aber jeder hat mit sowas doch Probleme"
    Mao: "ich bin ständig abgelenkt." Die anderen: "Ja aber jeder lässt sich doch mal ablenken, deswegen hat man doch kein adhs"


    ich fühle mich dann NICHT ernstgenommen.... versuche dann verzweifelt zu erklären, dass das bei mir anders ist, dass es nicht "reicht" mich mehr anzustrengen, dass es auch nicht geht, WENN ich mich wirklich bemühe...und es wird trotzdem abgesunken, als würde ich mich dabei wichtig machen wollen....
    total frustrierend sind solche Reaktionen :o

  10. #270
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    bitte, du musst da nicht genauer nachschauen. das wäre zu viel verlangt! ich möchte NICHT, dass du dir da nun mehr Arbeit machst, als diese Antwort, die eh schon sehr ausführlich ist.

    vielen lieben dank für deine Antwort

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