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Diskutiere im Thema Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #191
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Ja, nee schreibt:
    Bedenkt man, wie wenig es braucht, um auch bei weniger sensiblen Babys ganz schöne Schäden im Kopf anzurichten... na ja... mir scheint die "Störung" ist nicht das, was man ADHS nennt und angeblich oder vielleicht vererbt wird, sondern mehr die Folge eines Umfeldes, dass nicht mit der nötigen Sensibilität auf ein sehr sensibles Baby reagiert und dadurch erst tatsächliche Störungen auslöst. Sensibel zu sein, viel Kraft und Energie zu haben ist keine Krankheit, sondern eigentlich eine Stärke.
    wenn ich sowas lese, bin ich wirklich fassungslos.

    Unter Umständen ist dir das so ergangen. wenn ja, tut es mir sehr sehr leid für dich. aber sprich nicht anderen eine andere Erfahrung ab. mir scheint, du schaust nicht über deinen Tellerrand raus?

  2. #192
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    @ Fliegerlein:
    Bei ADS ist die vorherrschende Meinung jedoch, dass die Betroffenen mit der Störung bereits zur Welt kommen.
    Wirkliche Sicherheit besteht darin aber meines Wissens nach nicht.

    Allerdings gibt es genug Fälle, auch in vorigen Generationen, die eher darauf schließen lassen, dass ADS bereits angeboren ist und nicht nur eine genetische Veranlagung besteht.
    Ich denke ehe, wir kommen mit die Veranlagung zur Welt, aber ob und wie stark wie daran leiden, tut unsere lebensgeschichte auch mitbestimmen... So wie ich oft lese, Studie beweisen eine erblichkeit von 70-80%, ziemlich hoch, es stimmt, aber nicht zu 100%. Da gehe ich davon aus, dass Umfeld, erleben, Lebensgeschichte zu 10-20% eine Rolle spielt...

    Ich kann mich gut vorstellen dass starke betroffenen, egal was ihre Umfeld ist, ehe leiden... Nur mehr oder weniger und dass es bei leichte betroffenen, eine ADS gibt, also mit der Leidendruck nicht immer vorkommt, aber nur wenn Umständen ungünstig sind

    Da könnte man jetzt auch gegenhalten und fragen, ob es nicht genauso auch sein kann, dass die Natur es in all den Jahren nicht geschafft hat, dieses Manko aussterben zu lassen .

    Aber ernsthaft:
    Auch wenn ADS eine Störung ist, welche bei den Betroffenen für Beeinträchtigungen und Leid führt, egal in welchem Umfeld und in welcher Zeit sie sich befinden, es ist ja sehr gut möglich, dass sich die Natur tatsächlich etwas dabei gedacht hat, dass es uns gibt .
    Ja, diese umperfektheit der natur ist wirklich da und ich denke, es macht auch sinn... Zuerst denke ich, wenn ADS so weit verbreitet ist (5%) kann auch sein dass einiges davon zu haben, also, einige genen davon, ohne wirklich ADS zu haben, ein Vorteil sein kann, aber zu viel, dann zu viel dem gutem.

    Es kann auch sein dass es für eine Sippe, oder eine Gruppe, eine bestimmte Anzahl von ADSler ein Vorteil sein kann... Wie es auch eine kleine Anteil an Asperger auch ein Vorteil sein kann. Menschen die die welt anders wahrnehmen, können eine Bereicherung sein, weil sie mal auch andere Ideen kommen. Anderen Ideen können auch mal gut und nützlich sein. Damit es ein Vorteil ist, muss die Gruppe diese Menschen auch dort unterstützen wo sie es brauchen.Aber es kann dabei für der Betroffenen ehe ein Nachteil bleiben.

    Es kann auch sein, dass es Ausnahmesituationen gibt, wo ADSler damit einfach klarer kommen und dass es wieder für alle eine Vorteil ist... Wer immer wieder seine eigene Schüsseligkeit kompensieren muss und immer wieder mit umberechenbar umgehen muss, weil er sich auf sich nicht verlassen kann, hat einfach damit übung!

    Es kann auch sein (und es ist bewiesen) dass umperfektheit zu flexibilität führt: Wenn es vielfalt gibt, wenn es einige Individuen gibt die irgendwie anders sind, nicht perfekt, kann sein, dass sie im eine bestimmte Umfeld nicht klar kommen und in ein andere besser als anderen. Die Umweltbedingungen haben sie immer wieder geändert, die Welt ändert sich, und schon ohne dass der mensch da viel mitmacht und es ist wirklich zu Vorteil, dass es Vielfalt gibt, da gibt es immer einigen die sich an neue Bedingungen besser anpassen und sich dann vermehren...

    Die menschen haben sie sich auch genetisch an verschieden Umweltbedingungen angepasst, zu Beispiel mit die Hautfarbe die an sehr verschieden Sonneneinstrahlung angepasst ist. Es geht auch nur wenn es in eine Gruppe schon einige kleine Unterschieden gibt und dass die die etwa besser überleben, dann mehr Nachkommen bekommen...

  3. #193
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Hallo

    ich melde mich jetzt aus diesem Thread ab.


    Es wird jetzt hier zu "religiös"

    Glaube ich, dass ich krank bin

    oder möchte ich glauben, oder möchte ich vielleicht nicht glauben

    oder was fühlt sich gerade besser an.

    "mein Leben läuft zwar nicht so wie ich es gerne hätte, mir fallen Sachen schwer, die für die meisten Menschen ein Klacks sind"
    und und und

    aber ich bin doch nicht krank .. ne, ne, ne und den Stand der Forschung ignoriere ich auch - weil als guter "ADHSler" mach ich mir die Welt wie sie mir gefällt!

    ach ja und wenn es mir aufgrund meiner nicht vorhandenen Krankheit so schlecht geht, das nix mehr geht, nehme ich Medikamente .


    Aber wie steht es schon in der Bibel "Glauben heißt nicht wissen"

  4. #194
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Gerade gestern Abend habe ich in einem fachlichen Zusammenhang einen Vortrag über ambulant betreutes Wohnen bei Menschen mit psychischen Erkrankungen gehört. Gemeinsam war diesen Klienten nach Darstellung der Fachleute, dass sie ihre Krankheit nicht akzeptieren. Da musste ich auch an diese Diskussion denken. Wir gehen zu Ärzten, wir sind in einem Selbsthilfe-Forum, aber wenn man so manchen Beitrag liest, sind wir die Gesunden und der Rest der Welt sind die Kranken. Bizarr finde ich das.

    Ich selber bin wohlgehütet in meiner Kindheit in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in einem minikleinen Dorf aufgewachsen mit idyllischer Dorfschule. Dennoch war ich so übernervös und überreizt, dass ich mir die Haare ausriss. Ich kenne Fotos von mir als Schulkind mit einer deutlichen "Glatze" auf dem Kopf. Ich hatte oft schreiende Alpträume weil noch ins Einschlafen hinein ich den Eindruck hatte, alles bewegt sich um mich herum viel zu nah und zu schnell. Gleichzeitig fragte ich mich schon als Zehnjährige, warum ich mich zu ganz normalen Sachen nicht aufraffen konnte und dadurch Sachen nicht machte, die Spaß machten.

    Als jugendliche Gymnasiastin habe ich immer nur entweder für die Schule arbeiten oder Hobbys nachgehen können. Das heißt, dass ich im ersten Schulhalbjahr nicht lernte und dafür privaten Hobbys nachging, dann einen Haufen blauer Briefe bekam und im zweiten Schulhalbjahr meine Schulnoten hocharbeitete und dafür keine Kraft mehr für Privates hatte. Ich rauchte wie ein Schlot und trank viel Alkohol, verborgen hinter dem 70er Jahre-Hippie-Dasein.
    Klassenfahrten machte ich nicht mit, weil ich die großen Gruppen und vielen Reize nicht aushielt. Da ging ich eher zur Schule als da mitzufahren. Ich dachte schon damals, dass alles was mehr als 3 Stunden Konzentration war, bei mir nicht ging. Nur konnte ich mit dieser Selbsterkenntnis natürlich Null anfangen. Ich glaubte selber nicht, dass es sowas überhaupt gab.

    Ich war viel zu nervös zum Autofahren, brauchte unendlich viele Fahrstunden und habe nach der erfolgreichen Führerscheinprüfung 2 Jahre lang versucht, eine Autofahrerin zu werden, dies aber aus massiven Überreizungsgründen sein gelassen.
    Ab Jugendlichenalter kamen sehr depressive Stimmungsschwankungen dazu.

    Das alles in idyllischer behüteter Welt. Ich genoss viel, ich litt aber auch viel. Heute käme ich definitiv nicht durch die heutige Schulwelt bei dem heutigen Lebenstempo.

    Das heißt, dass ich ADHS von Anfang an hatte. Genau wie mein Vater, der wie ich weit unter seinen Begabungen blieb und daheim pausenlos eine Stimmung von Überreizung, Cholerikeranfällen und Gehetzsein verbreitete, wenn er daheim war. Er floh viel weg von daheim mit der Großfamilie. Ich auch. Als Jugendliche trafen mein Vater und ich oft nachts nach unseren Kneipenbesuchen gemeinsam in der Küche zu einem späten Mitternachtsnack ein.

    Also erzähle mir keiner was von dem sonnigen Gemüt der ADHS-Betroffenen, das nur die böse Welt bedroht. Ich wohnte in einer sonnigen Welt und hätte gut auf die ständige Überreizung verzichten können, von der ich hier nur wenige Beispiele geschildert habe.

  5. #195
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Ich wollte mich hier nicht mehr auslassen, aber

    @ja, nee
    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, die du dir über ADHS machst.
    Schließlich ist es nicht einfach, wenn man merkt, dass die Welt nicht eckig, sondern rund ist.

    Vermutlich hast du noch keine "sensiblen" Babies aufgezogen.
    ADHS-Betroffene sind auch nicht per se "energiegeladen", vielmehr versuchen sie verzweifelt,
    sich selbst zu stimulieren.
    Dass du dich mit deiner Mutter auseinandersetzt, wird noch andauern, vor allem, wenn du
    selbst eine ADHS haben solltest.

    Wenn du daran zweifelst, dass ADHS eine genetische Komponente hat, dann ruf mal
    Max Münke im National Institute of Health an, er hat davon viel Ahnung und ist ein sehr netter Mann.

    Muenke Group

    So genug geschwätzt, jetzt muss ich meine Energie mal auf die reale Welt lenken.

  6. #196
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    mj71 schreibt:
    @ Fliegerlein: Ich denke ehe, wir kommen mit die Veranlagung zur Welt, aber ob und wie stark wie daran leiden, tut unsere lebensgeschichte auch mitbestimmen... So wie ich oft lese, Studie beweisen eine erblichkeit von 70-80%, ziemlich hoch, es stimmt, aber nicht zu 100%. Da gehe ich davon aus, dass Umfeld, erleben, Lebensgeschichte zu 10-20% eine Rolle spielt...

    Ich kann mich gut vorstellen dass starke betroffenen, egal was ihre Umfeld ist, ehe leiden... Nur mehr oder weniger und dass es bei leichte betroffenen, eine ADS gibt, also mit der Leidendruck nicht immer vorkommt, aber nur wenn Umständen ungünstig sind
    Ein sehr guter Einwand!

    Auf jeden Fall würde ich sagen, dass die Verhältnisse im Umfeld eine (durchaus auch große) Rolle dabei spielen, wie sich die Störung ausprägt und welche Folgeprobleme sich wie stark ausbilden.

    Einen Menschen mit ADHS, welcher bekanntermaßen recht sensibel ist, kann man extrem leicht traumatisieren.
    Wächst er also in einer Umgebung auf, in der er ständig runtergemacht wird oder in der ein Elternteil, egal ob mit ADS oder einfach nur ein Ar...loch auch noch körperliche Gewalt ausübt und/oder sich keiner die Mühe macht, dem Betroffenen Strukturen zu geben und zu helfen und ihm Verständnis entgegenbringt, dann ist die Chance wohl um etliche Potenzen höher, dass diese Person mehr leiden wird als jene, die vielleicht in einem gut behüteten Elternhaus aufwächst, in welchem ihr Strukturen gegeben werden, Verständnis und Hilfe und ihr einfach auch intuitiv ein gutes ADHS-Management an die Hand gegeben wird (wobei wir unbedingt zwischen ADS und den Folgeproblemen unterscheiden müssen).
    Dabei kommt es nicht mal darauf an, ob man überhaupt weiß, dass der Betroffene ADS hat ... das kann auch rein intuitiv geschehen.

    Aber das reicht mir persönlich insgesamt als Erklärung nicht aus.
    Denn viele ADS'ler, und Maggy's Geschichte bestätigt das, geraten auch in Probleme, obwohl sie gut behütet aufgewachsen sind.
    Und in der Tat findet man viele ADS'ler, die erst dann auffallen, wenn dieses Umfeld wegfällt, wie das z.B. bei einem Studium der Fall ist.

    In einem Studium benötigt man so ziemlich alles, was die exekutiven Funktionen (EF) hergeben ....
    Plötzlich sitzt man nicht mehr mit einem Stundenplan in der Klasse und der Stoff wird einem Stück für Stück und systematisch beigebracht.
    Plötzlich sitzt man in einer Studentenbude und hat nicht mehr die von außen gehaltene Tagesstruktur, sondern muss seine Stundenpläne selbst zusammenstellen, seine Lernzeiten planen und einhalten, die Vorlesungen zusammenstellen, die Zeit einteilen, den Wecker stellen und auf Pünktlichkeit achten, eben all das, was bei einem ADS'ler beeinträchtigt ist.

    Und nicht nur, dass die EF eh' schon beeinträchtigt sind, sie sind auch in ihrer Entwicklung verzögert.
    Geht man von den altersbezogenen 30% aus, welche derzeit Stand der Kenntnis sind [Barkley], dann bedeutet das, dass ein 25- jähriger Student ein sogenanntes "exekutives Alter" von 17 1/2 Jahren hat ... es wäre also so, als würde man von einem 17-Jährigen Jugendlichen erwarten, er könne sich und ein Studium selbstständig organisieren...
    Das würde wohl niemand wirklich erwarten.
    ADS bedeutet Probleme in der zeitlichen und hierarchischen Organisation von einzelnen Tasks (Aufgaben) ausgerichtet auf ein zeitlich weit entferntes Gesamtziel, eben auf einen langen Zeitraum ...

    Also fallen die Betroffenen oft an dieser Stelle auf und gehen sang- und klanglos in ihrem eigenen Chaos unter.
    Weil sie sich nicht selbst organisieren können.
    Wäre ADS übrigens erworben, das ist ja durchaus möglich wenn man nur von einer genetischen Veranlagung ausgeht, dann ließen sich diese EF aber erlernen.
    Das ist bei ADS'lern aber nicht der Fall.
    So wie ein Farbenblinder immer farbenblind bleiben wird (ich weiß das, ich hab selbst eine Farbsehstörung ), bleibt ein ADS-Betroffener auch immer zeitblind und muss zeit seines Lebens die zeitliche Struktur extern erhalten.
    Er kann das nicht lernen.
    Und kein Gedächtnistraining dieser Welt kann sein Arbeitgedächtnis in einen Bereich bringen, der dem der Kontrollgruppen auch nur nahe kommt.
    Aber wir können uns Notizen machen....

    Das zeigt aber, dass das Umfeld zwar enorm wichtig sein kann, besonders was die Verhinderung von schweren Komorbiditäten wie Traumafolgestörungen, Persönlichkeitsstörungen etc. ist, aber die ADS dahinter dennoch besteht und einfach nur gut gemanaged wird.
    Das Umfeld sorgt also möglicherweise nicht für den Ausbruch der ADS an sich, sondern für die Eindämmung der ADS und die Verhinderung oder Entstehung von Folgeerkankungen.

    Da gibt es etwas, von dem ich mich wundere, dass es noch nie hinterfragt wurde:
    Sooo oft lese ich immer wieder, wie berühmte Personen, denen ebenfalls eine ADS angedichtet wird oder die sie tatsächlich haben, hochgehalten werden wie Trophäen, .. warum auch immer, muss wohl das Selbstwertgefühl stärken oder so ... keine Ahnung.....
    An oberster Stelle dürften wohl Einstein und Mozart rangieren.
    Abgesehen davon, dass ich erhebliche Zweifel daran habe, dass speziell diese beiden überhaupt tatsächlich betroffenen sind:

    Fakt ist so oder so, dass es ja tatsächlich höchst erfolgreiche ADS'ler gibt.
    Aber:
    Fragt sich eigentlich Niemand warum die überhaupt so erfolgreich sein können?
    Die werden hochgehalten wie die Siegesfahnen und keiner hinterfragt, wie das überhaupt sein kann....
    Die haben die selben Beeinträchtigungen wie auch wir und sind super erfolgreich ....
    Meine erste Frage war und ist seit jeher: Was lief oder läuft da anders?

    Bleiben wir bei Mozart und Einstein.
    Mozart wurde bestmöglich durch seinen Vater gefördert.
    Er hat seine Talente, seine Stärken erkannt und sich um alles andere gekümmert, so dass Mozart sich auf seine Stärke konzentrieren konnte und bekam auch die nötigen Strukturen durch seinen Vater.
    Dito bei Einstein.

    Dito auch z.B. bei Eckhart von Hirschhausen, welcher selber von sich geschrieben hat, dass er ADS hat (in einer leichten Form, wie er selbst schrieb).
    Er selbst hat erzählt, dass er zwar gerne im Arzt im Krankenhaus war, aber das für einen "kreativen Chaoten" wie er sich nannte, nicht der passende Ort war.
    Jetzt kann er sich auf seine Stärken konzentrieren, den Rest macht sein Team, sein Management.
    Und dieses Management ist in der Tat auch nichts anderes, als sein ADS-Management.
    Denn er muss nichts mehr planen, sich nicht um Termine, Zahlungen, Verträge, Anfahrtzeiten, Taxen, Flugbuchungen, Zugfahrkahrten etc. kümmern, eben all das, was einem ADS'ler schwer fällt.

    Manager mit ADS haben Sekretäre, welche die Terminplanungen machen, Assistenten, welche sich um Details und Einzelheiten und die Ausführungen kümmern.
    Und genau das brauchen ADS'ler auch.

    Insofern ist das Umfeld also von enormer Wichtigkeit.
    Zum Einen um zu verhindern, dass zur eigentlichen ADS noch weitere Störungen hinzukommen und zum Anderen für besagtes ADS-Management.
    Aber wie ich glaube, eher nicht in dem Sinne, dass eine ADS nicht oder nicht so stark ausbrechen würde, wenn das Umfeld ein anderes wäre.


    By the way:
    Ich denke nicht, dass eine Gesellschaft, welche zu 95% aus ADS'lern besteht, je funktionieren könnte, ich halte das für unmöglich.
    Wäre das der Fall, wären wir niemals dort, wo wir jetzt sind.
    Wir stünden haufenweise vor halbfertigen Häusern, unerfundenen Maschinen, leeren Vorratssilos usw. usw.
    ADS'ler leben im Moment und können nicht vorausschauend in die Zukunft planen und unser Handeln darauf ausrichten.

    Das ist zum Überleben aber nötig, denn wir brauchen Nahrung und Kleidung auch im Winter.

    Wir hätten Tausende Ideen, aber keine oder kaum eine würde wirklich mal verwirklicht.
    Das ist der Grund, warum die "andere Normalität" sich so entwickelt hat ... weil sie funktioniert.
    Ob ADS je mal von essentieller Bedeutung war und nun nur noch ein evolutionäres Relikt ist?
    Keine Ahnung ... mir wärs lieber, ich hätte sie nicht und ich könnte gut drauf verzichten...
    Ich wär immer noch ich selbst, aber ich könnt auch mal zu Ende bringen usw.
    Geändert von Fliegerlein (18.07.2014 um 13:01 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #197
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Gretchen schreibt:
    Vermutlich hast du noch keine "sensiblen" Babies aufgezogen.
    ADHS-Betroffene sind auch nicht per se "energiegeladen", vielmehr versuchen sie verzweifelt,
    sich selbst zu stimulieren.
    Das ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt, der deutlich zeigt, wie etwas nach außen wirkt, es aber tatsächlich ganz anders ist.

  8. #198
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    @ ja, nee
    Ich habe heute früh ein bisschen spitz geschrieben.
    Du bist noch sehr jung und ADHS ist für dich bestimmt auch ziemlich neu.
    Für mich ist es schon seit 25 Jahren ein Thema.

    Die mit deiner Mutter gemachten Erfahrungen bedürfen sicher auch der
    Aufarbeitung.

    Lass dich durch mich nicht abhalten, weiter deine Beiträge zu bringen.

  9. #199
    ...das war mal..

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 265

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Elwirrwarr schreibt:
    Hallo

    ich melde mich jetzt aus diesem Thread ab.


    Es wird jetzt hier zu "religiös"

    Glaube ich, dass ich krank bin

    oder möchte ich glauben, oder möchte ich vielleicht nicht glauben

    oder was fühlt sich gerade besser an.

    "mein Leben läuft zwar nicht so wie ich es gerne hätte, mir fallen Sachen schwer, die für die meisten Menschen ein Klacks sind"
    und und und

    aber ich bin doch nicht krank .. ne, ne, ne und den Stand der Forschung ignoriere ich auch - weil als guter "ADHSler" mach ich mir die Welt wie sie mir gefällt!

    ach ja und wenn es mir aufgrund meiner nicht vorhandenen Krankheit so schlecht geht, das nix mehr geht, nehme ich Medikamente .
    Du bist halt krank. Durch ADHS ?

    Ich nicht.

    Ich bin krank durch die komorbiden und gesellschaftlichen Folgen.
    Aber nicht wegen ADHS.
    Mit "Glauben" hat das nichts zu tun.

    "Der Stand der Forschung" sagt nichts darüber aus, woran man erkrankt sein kann...

    Und wenn du halt rumrammern willst wie ADHS-krank du bist, wird dich wohl niemand aufhalten.

    Ich halte ADHS für eine Schöpfungsvariante.
    So wie jemand schwarz ist oder rothäutig oder Schlitzaugen hat.

    Schwarze werden heute noch in den USA diskriminiert und verfolgt.

    Hier werden ADHSler diskriminiert, indem ihnen keine normale Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird.

    Warum ? Weil sie nicht "der Normalität" entsprechen.

    Elwirrwarr schreibt:
    Aber wie steht es schon in der Bibel "Glauben heißt nicht wissen"
    Ach sag uns doch bitte wo genau das in der Bibel steht...da wäre ich doch neugierig...nenne mir doch bitte mal die Stelle...

  10. #200
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 149

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Maggy schreibt:
    Gerade gestern Abend habe ich in einem fachlichen Zusammenhang einen Vortrag über ambulant betreutes Wohnen bei Menschen mit psychischen Erkrankungen gehört. Gemeinsam war diesen Klienten nach Darstellung der Fachleute, dass sie ihre Krankheit nicht akzeptieren. Da musste ich auch an diese Diskussion denken. Wir gehen zu Ärzten, wir sind in einem Selbsthilfe-Forum, aber wenn man so manchen Beitrag liest, sind wir die Gesunden und der Rest der Welt sind die Kranken. Bizarr finde ich das.
    Ich hab das Gefühl, dass du auf mein Gedankenexperiment damit anspielst. Zunächst einmal muss man die Frage, wie der Begriff Krankheit überhaupt definiert wird beantworten.
    Fliegerlein schreibt:
    Krankheit = Deutliche Beeinträchtigungen, welche die Teilhabe am täglichen Leben signifikant erschweren und Leiden verursachen.
    Das wäre eine mögliche Definition, aber sie hat Schwachstellen. Sie ermöglicht es auch etwas als Krankheit zu bezeichnen was definitiv keine ist, während bestimmte Krankheiten nicht mit einbegriffen sind.

    Beispiel 1: Dem weiblichen Geschlecht anzugehören könnte laut dieser Definition als Krankheit eingestuft werden, obwohl das natürlich Schwachsinn ist.
    Beispiel 2: Eine leichte Erkältung ist keine deutliche Beeinträchtigung, erschwert die Teilhabe am täglichen Leben kaum und verursacht kaum Leid.

    wikipedia schreibt:
    Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Allerdings wurde Gesundheit auch schon als idealer Zustand optimalen Wohlbefindens definiert, und Krankheit ist nicht die einzige mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit.[1] Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein. So hat sich der Begriff Befindlichkeitsstörung für Einschränkungen des leiblichen oder seelischen Wohlbefindens ohne objektivierbaren medizinischen Krankheitswert eingebürgert. Andererseits können als krankhaft definierbare Zustände auch ohne subjektiven Leidensdruck vorliegen.
    Also versuche ich selbst eine Definition dafür zu finden:
    1. Selbst unter, für den Erkrankten, idealen Bedingungen ist er gegenüber einer gesunden Person unter den selben Bedingungen im Nachteil.
    => Auch wenn die Welt ideal an Menschen mit Diabetes angepasst wäre, wären sie gegenüber gesunden Menschen im Nachteil
    2. Umweltbedingungen können zu einer Erkrankung führen, aber die Erkrankung muss unabhängig von den Umweltbedingungen bestehen bleiben.
    => Man ist nicht krank wenn aus Überlastung einen Zusammenbruch bekommt, aber allein durch eine Verringerung der Belastung die Symptome wieder verschwinden

    Bin noch nicht zufrieden damit, aber fürs erste reicht das um meine Argumentation zu verdeutlichen. Weil ich eben weder davon überzeugt bin, dass ADHS eine Krankheit ist, noch dass sie es nicht ist, versuche ich mir die Frage auf einem philosophischen Weg zu beantworten.

    Wenn wir also in einer Welt aufgewachsen wären, in der die Bedingungen für ADHSler ideal sind (Umweltbedingungen, gesellschaftliche und soziale Bedingungen, etc.) und in der Menschen ohne ADHS in der Minderheit sind, wären wir dann gegenüber den Menschen ohne ADHS benachteiligt? Hätten Menschen ohne ADHS in einer solchen Welt Schwierigkeiten sich zurecht zu finden?

    Im Grund ist die Frage: Woher kommt der Leidensdruck bei ADHS? Ist es eine schlechtere Anpassung die dazu führt, dass wir einer höheren Belastung ausgesetzt sind oder ist es eine Krankheit?

    Die Frage ist philosophisch und ich habe starke Zweifel, dass jemand diese Frage mit hieb- und stichfesten Argumenten beantworten kann, so dass eine Antwort offensichtlich wahr oder falsch ist. Wenn es jemand kann, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

    Fliegerlein schreibt:
    [...]
    By the way:
    Ich denke nicht, dass eine Gesellschaft, welche zu 95% aus ADS'lern besteht, je funktionieren könnte, ich halte das für unmöglich.
    Wäre das der Fall, wären wir niemals dort, wo wir jetzt sind.
    Wir stünden haufenweise vor halbfertigen Häusern, unerfundenen Maschinen, leeren Vorratssilos usw. usw.
    ADS'ler leben im Moment und können nicht vorausschauend in die Zukunft planen und unser Handeln darauf ausrichten.

    Das ist zum Überleben aber nötig, denn wir brauchen Nahrung und Kleidung auch im Winter.

    Wir hätten Tausende Ideen, aber keine oder kaum eine würde wirklich mal verwirklicht.
    Das ist der Grund, warum die "andere Normalität" sich so entwickelt hat ... weil sie funktioniert.
    Ob ADS je mal von essentieller Bedeutung war und nun nur noch ein evolutionäres Relikt ist?
    Keine Ahnung ... mir wärs lieber, ich hätte sie nicht und ich könnte gut drauf verzichten...
    Ich wär immer noch ich selbst, aber ich könnt auch mal zu Ende bringen usw.
    Darüber kann man lange streiten, ich bin da anderer Ansicht. Ich denke es wäre für uns nicht einmal vorstellbar wie sich eine solche Gesellschaft entwickelt hätte, ich kann mir genauso gut vorstellen, dass wir nie über die Steinzeit hinaus gekommen wären, wie eine hochtechnisierte Gesellschaft, die uns um Jahrhunderte voraus ist. Ich bin mir nur über eines sicher, diese Welt wäre völlig anders als das was wir kennen.

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