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Diskutiere im Thema Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #171
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Wenn Krankheit, ist ja genau der ähnliche Fall bei Behinderung, als Schimpfwort gebraucht wird im Sinne von Abwertung, dann distanziert sich wohl jeder davon. Aber im Sinne der Definition von Krankheit als etwas, was Leiden erzeugt und die Alltagsbewältigung beeinträchtigt, ist es eine Krankheit, sobald ich diese beiden Beschwerden habe und damit mich in ärztliche Behandlung begebe.

    Wie immer bei unsichtbaren Krankheiten gibt es eine Grauzone und einen Ermessungsbereich usw.

  2. #172
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Du sprichst mich aus der Seele!

  3. #173
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    maofatale schreibt:
    aufgeführtes Beispiel DIABETES: in einer Welt, in der es andere äußerliche Anforderungen gäbe, wäre man dort krank? Bräuchte man Insulin?
    Tja, viele behaupten, dass z. B. Typ 2 Diabetes in einer anderen Welt (sprich: unter anderen Umweltbedingungen) gar nicht erst entstehen würde.

    ---

    Im übrigen bekomme ich jedes Mal die Krätze, wenn ich das Wort "Diabetiker" lese. Als erkrankte Person empfinde ich das als extrem unangenehm. Man sagt auch nicht "Herzinfarktler" oder "Krebsler". Wie jemand weiter oben sagte, ist er/sie nicht sein ADHS. Ich bin weder mein ADHS noch bin ich "Diabetikerin". Ich bin eine an Diabetes erkrankte Person.

    Noch schlimmer ist das Adjektiv "diabetisch" (diabetic sehr oft benutzt im Englischen). Ich bin vielleicht nett, ich bin hoffentlich liebenswert, ich bin manchmal faul und manchmal fleißig - aber ich bin nicht "diabetisch".

  4. #174
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    summerset schreibt:
    Tja, viele behaupten, dass z. B. Typ 2 Diabetes in einer anderen Welt (sprich: unter anderen Umweltbedingungen) gar nicht erst entstehen würde.
    Na ja, aber die genetische Variante bleibt da schon noch bestehen, die ist ja unabhängig von der Umwelt. Genauso wie ADHS als neurobiologische Abweichung ja auch genetisch bedingt ist. Da spielt die Umwelt beim Hirnstoffwechsel selbst ja auch keine Rolle...

  5. #175
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    summerset schreibt:
    Im übrigen bekomme ich jedes Mal die Krätze, wenn ich das Wort "Diabetiker" lese. Als erkrankte Person empfinde ich das als extrem unangenehm. Man sagt auch nicht "Herzinfarktler" oder "Krebsler". Wie jemand weiter oben sagte, ist er/sie nicht sein ADHS. Ich bin weder mein ADHS noch bin ich "Diabetikerin". Ich bin eine an Diabetes erkrankte Person.
    Ich kann das sehr gut verstehen ...
    Aber letztlich glaube ich, dass diese Formulierungen eher der Vereinfachung und vielleicht auch der Bequemlichkeit dienen.

    Wir selber, auch ich, schreiben ja z.B. auch von "ADS'lern".

    Ich bin nicht ADS, ich habe ADS.

    Ich bin auch nicht Autist, ich habe das Asperger Syndrom, bzw. eine Störung im autistischen Spektrum.

    Nur schreibt das kaum einer, weil es vielleicht zu viel ist und zu viel Zeit kostet.

    "ADS'ler" schreibt sich leichter, als "ein von ADS-Betroffener" und liest sich auch leichter, gerade auch für uns.

    Sogar ich verwende diese Formulierungen und ich gehöre ja bekannterweise doch eher in die Gattung "extremer Tintenpisser"


    Aber ich kann Dich gut verstehen.
    Mir selber hilft diese Sichtweise, dass es nur eine Vereinfachung und keine Bewertung ist .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #176
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 149

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Ich finde es ist schwierig eindeutig zu sagen, ob ADHS eine Krankheit ist oder nicht. Ich denke es kommt ganz auf den Blickwinkel und die äußeren Bedingungen an. Mir spukt gerade ein "Was wäre wenn"-Szenario dazu im Kopf herum. Was wäre wenn 95% der Menschheit ADHS hätten und 5% "normal" wären. Hätte die "normale" Minderheit einen Vorteil gegenüber ihren Mitmenschen oder würden sie unter dieser Situation leiden, schließlich wäre die Welt ja viel mehr an die Bedürfnisse der Mehrheit angepasst. Wäre unter diesen Umständen "normalsein" als Krankheit eingestuft oder wären diese Menschen im Vorteil? Ich tendiere dazu anzunehmen, dass die Minderheit daran leiden würde und ähnliche Schwierigkeiten wie wir damit hätten in einer Welt zurecht zukommen, die sich in erster Linie nicht ihren Bedürfnissen angepasst hat.

    Da sehe ich auch den großen Unterschied zu Diabetes, wenn Diabetes normal wäre und es nicht zu haben die Ausnahme, dann hätten gesunde Menschen einen Vorteil. Das gleiche gilt für Farbenblindheit. Bei ADHS ist die Sache aber nicht ganz so eindeutig. Ich vermute, dass viele (nicht alle) unserer Schwierigkeiten nur deshalb welche sind, weil es nicht als "normal" wahrgenommen wird. Das zeigt sich meiner Meinung nach recht deutlich, wenn wir unter uns sind. Unsere Schusseligkeit, Unpünktlichkeit, usw. nehmen wir untereinander zur Kenntnis aber finden das normal, wir sind halt so. Enge Freunde ohne ADHS können sich auch daran gewöhnen, wenn es bei uns mal etwas chaotischer zugeht, sie kennen das von uns nicht anders. Aber bei Fremden wird es schwierig, Unpünktlichkeit und Vergesslichkeit ist für die meiste Menschen eben nicht normal sondern bestenfalls ärgerlich und wir bekommen das zu spüren.

    Uns bleibt nur die Möglichkeit zu versuchen uns an eine Welt anzupassen, in die wir nicht so richtig passen, oder eine Nische zu finden in der wir sein können wie wir sind. Dem einen gelingt das besser, dem anderen weniger gut. Die einen brauchen Medikamente um das zu erreichen, andere nicht.

    Ist ADHS nun eine Krankheit oder sind wir einfach nur anders? Ich habe für mich noch keine zufriedenstellende Antwort darauf gefunden.

    Grüße Drowe
    Geändert von Drowe (17.07.2014 um 19:07 Uhr) Grund: Rächtshraibfeler

  7. #177
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Selber rede ich von mich gerne als "ADSlerin", weil mein ADS wirklich zu mich gehört... Ich bin damit geboren, lebe damit, ist in mich und lebe damit... Er hat auch so viel Wirkung auf mein Leben, ob es mich passt oder nicht...

    Wenn ich mnich irgendwie abgetrennt sehen würde von mein ADS, hätte ich der Eindruck, ich tue nicht wirklich es annehmen... Aber es geht mich besser, wenn ich mit was zu mich gehört, auch mal Freundschaft schliesse... über Freunden kann ich mich auch mal ärgern, aber nehme sie so wie sie sind...

    Der gedanken wie es wäre, wenn wir der Norm wäre, finde ich interessant...

    Ich hatte schon mehrmals erlebt mit andere Chaoten zu sein, sogar einmal 2 Tagen... Und es ist gut gegangen! Die Stimmung war super und wir haben auch gut zu uns geschaut, sind auch einkaufen gegangen (Mit andere Chaoten im Supermarkt ist wirklich eine schöne Erlebnis, alles sind gleich schnell verwirrt!) und gekocht... Also, es ist wirklich gegangen, und gut!

    Da hatte ich nie der Eindruck ich sei oder jemand anders sei krank... Wir hatten zwar einiges vergessen, oder zu viel eingekauft, waren emotional, aber es ging doch gut... Alles war auch nach unsere Art eingerichtet... Es war auch Chaos in die Räumen, aber es war kein Problem...

    Also, wir haben uns wirklich als lebentauglich gezeigt, nur einiges ging anders...

    Ich bin sicher, in eine artgerechten Haltung, fallen wir viel weniger auf und leiden auch weniger... Jeden kann sich so für sich finden wie er dazu kommt...

  8. #178
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Trine schreibt:
    Na ja, aber die genetische Variante bleibt da schon noch bestehen, die ist ja unabhängig von der Umwelt. Genauso wie ADHS als neurobiologische Abweichung ja auch genetisch bedingt ist. Da spielt die Umwelt beim Hirnstoffwechsel selbst ja auch keine Rolle...
    Stimmt, beides ist genetisch bedingt bzw. es existiert eine genetische Komponente.

    Genes load the gun, environment pulls the trigger.

    Die Frage ist, ob jemand mit ADHS eine (nennenswerte) Ausprägung der Symptome hätte, wenn es eine Reizüberflutung wie in unserer Kultur üblich, nicht gäbe. Ich find's schon interessant, darüber mal nachzudenken.

  9. #179
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    summerset schreibt:
    Stimmt, beides ist genetisch bedingt bzw. es existiert eine genetische Komponente.

    Genes load the gun, environment pulls the trigger.

    Die Frage ist, ob jemand mit ADHS eine (nennenswerte) Ausprägung der Symptome hätte, wenn es eine Reizüberflutung wie in unserer Kultur üblich, nicht gäbe. Ich find's schon interessant, darüber mal nachzudenken.

    Ich bin Jahrgang 1956, meine Mutter ist Jahrgang 1929, meine Uroma ist Jahrgang 1872 wir alle hatten keine Computer, Dauerfernsehbeschallung, kein Handy und haben auch alle 3 ländlich gelebt, Wir hatten keine Computerspiele und haben alle 3 AD(H)S - bei mir und meiner Mutter ist es diagnostiziert bei meiner Uroma ist es sehr, sehr sicher ( ich soll so sein wie sie war).

    Ach ja, die Ausprägung der Symptome ist bei allen nenneswert

  10. #180
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Fliegerlein schreibt:
    Mir selber hilft diese Sichtweise, dass es nur eine Vereinfachung und keine Bewertung ist .
    Hm, ja… ich finde es nur ziemlich ätzend, dass auch in medizinischer Literatur da keine Ausnahme gemacht wird.

    Diabetiker ist ein gebräuchlicher Begriff, das stimmt. Niemand würde allerdings auf die Idee kommen, von einem "Lymphomiker" oder einem "Krebsler" zu sprechen. Das sind dann Krebs-Patienten oder Lymphom-Patienten. Wieso man nicht das Wort Diabetes-Patient zumindest in der Fachliteratur flächendeckend benutzen kann, will mir persönlich nicht in den Kopf.

    Aber gibt schon komische Begriffe. Das Wort "Aneurysmaträger" empfinde ich auch als irgendwie befremdlich.

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    Elwirrwarr schreibt:
    Ach ja, die Ausprägung der Symptome ist bei allen nenneswert
    Ich wollte damit niemanden beleidigen.

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