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Diskutiere im Thema Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #151
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    nach wie vor bin ich der Meinung, dass nur Krankheiten daraus "entstehen" können. siehe komorbiditäten wie Depressionen o.ä. - das IST dann eine Krankheit "in folge".

  2. #152
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    maofatale schreibt:
    nach wie vor bin ich der Meinung, dass nur Krankheiten daraus "entstehen" können. siehe komorbiditäten wie Depressionen o.ä. - das IST dann eine Krankheit "in folge".
    Würdest du auch einem Diabetiker sagen, Diabetes ist keine Krankheit, weil er ja ganz normal lebt, wenn er auf seinen Insulinspiegel achtet? Oder jemandem, der eine Schulddrüsenerkrankung hat, die medikamentös gut eingestellt ist, weil es dann ja keine Auswirkungen für ihn hat?

    Irgendwas muss ja sein, dass einen einschränkt, beschränkt, Probleme macht, dass man überhaupt einen Arzt aufsucht und die Diagnose "ADHS" erhält. Man behandelt die ADHS mit unterschiedlichsten Therapien, Strategien, Techniken, kompensiert, aber ist nicht krank? Was ist es denn dann, ein Lifestyle-Problem, dass man mit etwas Hokuspokus, Esotherik und Vitaminen beheben kann? Wohl kaum, denn ansonsten gäbe es diese Forum als Selbsthilfeforum für Betroffene nicht, denn das wäre dann in dieser Form nicht nötig, weil es keinen Bedarf gäbe.

    Es gibt Phasen, da belastet mich meine Krankheit nicht und es gibt Phasen, da komme ich trotz Medikation überhaupt nicht klar. Trotzdem ist ADHS immer vorhanden, gehört zu mir, ist ein Teil von mir. Ich versuche, mit dieser EInschränkung so gut wie möglich zu leben, wie das vermutlich jeder chronisch kranke Mensch tut, wenn er akzeptiert hat, dass eine chronische Krankheit vorliegt.

  3. #153
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    ich weigere mich nach wie vor adhs mit diabetes zu vergleichen.

    wirklich völlig verschiedene Situationen.

  4. #154
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    maofatale schreibt:
    nach wie vor bin ich der Meinung, dass nur Krankheiten daraus "entstehen" können. siehe komorbiditäten wie Depressionen o.ä. - das IST dann eine Krankheit "in folge".
    Das hört und liest man oft, ist aber bei genauer Betrachtung unlogisch:

    Zum Einen würden diese weiteren Erkrankungen nicht entstehen, gäbe es die ADS nicht, welcher der Nährboden dafür sind.

    Und zum Anderen muss man betrachten, was überhaupt zu den Komorbiditäten geführt hat.

    Woher kommen denn die Depressionen?
    Sie sind Folge ständigen Scheiterns und ständigen Runtergemachtwerdens etc.
    Das Scheitern aber ist keine Frage der Persönlichkeit, sondern hat seine Ursache in den Beeinträchtigungen, welche die ADS bewirkt.

    Wer zeitblind ist, sich nicht strukturieren kann, seine Aufmerksamkeit nicht willentlich lenken kann, Umgebungsreize, egal ob optisch oder akustisch oder sonstwas, nicht einfach ausblenden kann wie es andere können oder wer eine mangelnde Impulskontrolle hat und nicht entscheiden kann, etwas nicht zu sagen oder zu tun, obwohl er weiß, dass es nicht angeraten ist, der hat deutliche Beeinträchtigungen.
    Und diese Beeinträchtigungen sind es, die das Leiden bewirken, das daraus resultiert.
    Und damit sind die Anforderungen erfüllt, welche eine ADS als Krankheit definiert.

    Aber auch hier gibt es einen Haken.
    Besonders jüngere Betroffene, aber genauso Erwachsene und ältere Erwachsene nehmen das nicht direkt wahr.
    ADS beeinträchtigt auch die Selbstwahrnehmung, welche die letzte der exekutiven Funktionen (EF) ist, die sich entwickelt.
    (Man kann sich die EF als eine Art Pyramide vorstellen, die wichtigsten bilden sich zuerst aus und darauf bauen die anderen dann auf. Bei ADS ist diese Entwicklung zum Einen verzögert und zum Anderen beeinträchtigt)
    Das kann man schon getrost als echte Arschkarte einstufen, denn man selber nimmt die Probleme so gar nicht wahr.
    Die EF "hinken" in ihrer Entwicklung den Nicht-ADS-Kontrollgruppen etwa 25% hinterher und bilden sich am Ende nicht voll aus.
    Erst ab etwa der dritten Lebensdekade ist die Selbstwahrnehmung bei ADS'lern in ihrem Endbereich angekommen, bei den Kontrollgruppen Anfang/ Mitte Zwanzig.


    Woher kommen Persönlichkeitsstörungen?
    Sie sind Kompensationsstrategien, Überlebensstrategien.
    Auch sie resultieren aus den Beeinträchtigungen der ADS, vor allem den EF.
    Wer ständig vergisst und zu spät kommt und wem das nicht egal ist, der wird möglicherweise zwanghaft.
    Er zwingt sich regelrecht dazu, alles unter Kontrolle zu behalten, versucht sein eigenes Chaos zu kontrollieren.
    Am Ende kostet dieses sich zwingen mehr Zeit und Energie, als die eigentlichen Aufgaben und man rennt in eine negative Energiebilanz und damit geradewegs auf eine totale Erschöpfung zu, welche man selber noch nicht mal wahrnimmt, da die Selbstwahrnehmung ja auch im Bobbes ist ....
    Welch ein Teufelskreis, der da startet und nur ausgelöst durch die Symptomatik der ADS...

    Gleiches gilt für viele andere Persönlichkeitsstörungen, welche durch die ADS entstehen und da gibt es einige.
    ADS'ler wirken üblicherweise etwas egozentrisch, weil sie durch ihre Aufmerksamkeitsinkonsistenz etc. nicht immer alles aus ihrem Umfeld und von ihren Mitmenschen mitbekommen, was man sonst so mitbekommt, wenn man keine ADS hat.
    Entsprechend sind auch die Reaktionen, nämlich nicht selten negativ.
    ADS'ler werden häufig gemobbt, ....
    Sie sind "anders" ... einerseits intelligent, andererseits schusselig und wirken egozentrisch, also bieten sie ihren Mitmenschen genug Munition, um damit auf sie zu schießen.
    In Folge dessen entstehen Schutzmechanismen.
    So bauen zum Beispiel einige eine Fassade nach außen auf, um sich zu schützen, sie versuchen die Angriffe abzuwehren, indem sie ein "Äußeres Ich" schaffen, das größer ist als alle anderen, um damit Respekt zu erzielen und schon entsteht eine narzisstische PS.

    Eine PS bedeutet, dass man nur über ein eingeschränktes Reaktionsrepertoire verfügt, um auf unterschiedliche Situationen im Leben zu reagieren.
    Menschen ohne PS haben die Wahl, wie sie auf etwas reagieren.
    Das bedeutet nicht, dass sie immer die richtige Wahl treffen, aber sie haben sozusagen genug Werkzeuge im Werkzeugkasten, und könnten das richtige Werkzeug für die aktuelle Aufgabe auswählen.
    Manchmal greift man aus Bequemlichkeit oder in der Hektik oder aus anderen Gründen zum falschen Werkzeug, aber so what, das ist nicht das Problem, sie können erkennen und wählen.

    Aufgrund der sich verzögert entwickelnden EF aber ist das bei ADS'lern anders.
    Sie sind hilf- und schutzlos, denn EF sind die Werkzeuge im Werkzeugkasten und der ist noch leer oder nicht ausreichend gefüllt.
    Sie haben also nicht die Wahl ...
    Und wenn man nichts anderes hat, greift man immer zum selben Werkzeug und mit dem Hammer in der Hand, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel .

    Aber die Beeinträchtigungen entstehen durch die ADS.
    Die PS ist sozusagen auch "nur" ein Symptom der ADS, welches sich zu einer eigenen Erkrankung manifestiert hat und die Sache nur noch schlimmer macht.
    Und ja, nicht selten sind die Komorbiditäten schlimmer als die eigentliche ADS, aber dennoch sind sie durch die Beeinträchtigungen, welche durch die ADS entstehen, verursacht worden und damit kann man klar sagen, dass die ADS Beeinträchtigungen und Leiden verursacht, ... in Falle einiger Komorbiditäten sogar schweres bis schwerstes Leiden.
    Und das erfüllt sämtliche Kriterien, die für die Definition einer Erkrankung erforderlich sind.

    Aber es ist genauso wichtig zu wissen, dass all das vermieden werden kann, wenn man um all dies weiß, es akzeptiert und behandelt, oder wie ich vorziehe zu sagen: es managed.
    Denn ADS gehört zu den am besten behandelbaren Erkrankungen im Bereich der pychischen Erkrankungen.


    Aber dennoch:
    Das eigentliche Leiden, auch die Komorbiditäten, sind Folge der ADS und somit ist die ADS, wie gesagt: fachlich betrachtet, eine Erkrankung.
    Im fachlichen Sinne ist sie etwas, das Beeinträchtigungen bewirkt, welche Leiden verursachen, auch wenn dieses Leiden erst durch Folgeerkrankungen entsteht oder für den Betroffenen wahrnehmbar wird.

    Bis etwa Mitte Dreißig hätte mir keiner damit kommen können, ich hätte es schlicht nicht wahrnehmen können.
    Ich habe gewusst, dass da was nicht stimmt und ich habe gewusst, dass es psychischer Natur sein muss.
    Aber obwohl ich, nur um das zu verstehen, selber ein Psychologiestudium angefangen habe, wäre ich nie darauf gekommen oder darüber gestolpert.
    Sogar mit Mitte Vierzig, als mein Arzt und Therapeut mich langsam in die Richtung ADS gebracht hat, was schon ganz zu Beginn seine Vermutung war, habe ich das nicht geglaubt.
    Im Gegenteil:
    Fast alles, was ich heute über ADS weiß, habe ich (zwanghaft) zusammengetragen und mir angelesen, um ihm das Gegenteil zu beweisen, ...
    Mit zum Glück der Folge, es jetzt besser zu verstehen und vielleicht auch akzeptiert zu haben ... immer wieder mal und immer wieder ein bisschen mehr.

    Jetzt langsam füllt sich mein Werkzeugkasten, aber nur langsam und einiges werde ich trotz allem mein Leben lang nicht mehr los.
    Eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung z.B. gilt nur als linderbar, nicht heilbar.

    Aber dahinter steht die ADS und ihre Zerstreutheit, die Vergesslichkeit, die fehlende Fähigkeit, mit Zeit umzugehen, die Unfähigkeit zur Strukturierung, die fehlende Wahrnehmung der eigenen Überforderung etc.
    DAS ist die eigentliche Erkrankung, der Rest sind letztlich nur weitere Symptome in Form von kompletten Folgeerkrankungen.

    Wobei man nicht unerwähnt lassen sollte, dass die Komorbiditäten bei einer zu Grunde liegenden ADS zumeist anders sind, als es bei Menschen mit diesen Erkrankungen ist, welche keine ADS haben.
    Auch in interessantes, aber gewiss ein ganz eigenes Thema .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  5. #155
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    FRAGE:

    ADHS: in einer Welt, in der es andere äußerliche Anforderungen gäbe, würde man sich krank fühlen? Bräuchte man dort MPH?

    aufgeführtes Beispiel DIABETES: in einer Welt, in der es andere äußerliche Anforderungen gäbe, wäre man dort krank? Bräuchte man Insulin?




    ich für meinen teil habe vor dieser Welt schlussendlich kapituliert und nehme nun MPH. ja. weil ich weiß, die Welt (anderes wort für Gesellschaft, denn ich denke dass "im Busch leben" natürlich auch zur Welt dazu gehört und es dort womöglich weitaus einfacher wäre, also nicht dauernd diese grenzen da wären) eben so IST. es ist für mich eine "anpassungshilfe" die ich -- > brauche - um nicht noch depressiver zu werden.

  6. #156
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    maofatale schreibt:
    ich weigere mich nach wie vor adhs mit diabetes zu vergleichen.

    wirklich völlig verschiedene Situationen.
    Warum?

    Sie sind im Gegenteil recht gut vergleichbar.
    Wichtig ist nur, beides rein sachlich zu betrachten, dann sind die Parallelen sehr gut nachvollziehbar.

    Klar, ... wie jeder Vergleich, hinkt auch dieser und das nicht gerade wenig, das bleibt nicht aus.
    Aber gerade dieser Vergleich, wie auch viele andere, machen einiges wesentlich deutlicher und sozusagen für uns "anfassbar".

    Aber die Ähnlichkeiten sind schon mitunter frappierend.
    Beides sind Erkrankungen, welche, wenn sie richtig behandelt/ gemanaged werden, ein gutes Leben ermöglichen in dem fast alles möglich ist.
    Zwar gibt es in beiden Fällen Einschränkungen und man muss sie immer im Hinterkopf haben und in der täglichen Energiebilanz berücksichtigen, aber das ist alles machbar.
    Bleiben sie dagegen unbehandelt, laufen beide aus dem Ruder.

    So unterschiedlich und verschieden die Erkrankungen und Situationen auch sind, so sehr haben sie diese besonderen Gemeinsamkeiten und das macht es für uns mitunter einfacher, uns das Ganze überhaupt vorzustellen.

    Zum Einen WEIL es eine komplett verschiedene Situation ist, die wir dementsprechend mit einem ziemlichen Abstand, vor allem emotionalen Abstand betrachten können und zum anderen, weil es dadurch auch sehr anschaulich wird. wir uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild davon machen können.

    Diabetes kann man sich eher sachlich und fachlich betrachten und wenn es mir gelingt, diese Betrachtungsweise auf die ADS zu übertragen, wird vielleicht vieles einfacher und ich kann weniger emotionsgeladen damit umgehen und nähere mich der ganzen Sache vielleicht leichter an und kann es vor solchem Hintergrund vielleicht auch viel leichter akzeptieren.

    Aber das ist nur EIN Weg im Umgang mit und zur Akzeptanz der ADS.
    Das muss nicht für jeden der richtige sein, das sei hier ganz klar betont.

    Insofern ist es völlig in Ordnung, das nicht so zu sehen und den Vergleich abzulehnen.
    Mich interessieren nur die Gedanken dahinter.
    Nicht um andere umzustimmen oder von meinen Gedanken/ Argumenten zu überzeugen, sondern um andere Gedanken überhaupt erstmal kennen- und verstehen zu lernen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (16.07.2014 um 13:16 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #157
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    @ Maofatal: Klar, Diabetes ist anders, weil der Bedrohung daran zu sterben offensichtlicher ist, als bei ADS...

    Dann ob ADS schon als Krankheit ist, oder ob nur die Folgen davon ist mich eigentlich egal... Ich bin so geboren und nehme ich mich nicht als krank, da ich immer wo war... Fakt ist dass es Menschen gibt die irgendwie immer wieder scheitern, immer wieder nicht das erreichen was man von ihnen erwartet oder was wichtig wäre in unsere Gesellschaft und dann daran leiden... Wenn es dann eine Erklärung gibt die ADS heisst und verschiedene Wegen gibt, unsere Leben etwas weniger schwierig zu machen, unsere Leiden zu lindern, finde ich es wirklich gut!

    Es geht ehe darum, die Hilfe zu holen die man braucht...

    ADS als solches empfinde ich auch nicht wirklich direkt als Krankheit, es gehört nun zu mich und es tut nur weh wenn ich etwas leisten muss, dass ich nicht schaffe. Aber an die Folgen davon leide ich wohl und suche mich Hilfe.

    Sonst sehe ich es ehe als Einschränkung: Einiges ist mich deswegen schwieriger bist unmöglich, was die meistens Menschen schaffen... Aber es gehört auch zu mich und tut nicht direkt weh, wenn ich nichts machen muss... Nun, in diese Welt kann man nicht nur so nach sein Wesen leben und daher brauche ich Hilfe.

    ADS vergleiche ich ehe lieber mit Blindheit oder Taubsein... Es sind auch Zuständen die dauerhaft sind, manchmal angeboren, direkt nicht wehtuen, direkt auch nicht das Leben verkürzen, aber vieles schwieriger macht...

    Es kann wohl sein dass in eine optimale Umfeld, ADS kein Problem mehr wäre, dass es Gesellschaftformen gibt, wo es wenig Problemen macht... Ich kann es mich vorstellen. Aber dort wo ich leben ist es nicht ideal und ich brauche Hilfe... Man kann auch wohl probieren ob auswandern eine Option ist, wieso nicht? Neben die Hilfe die ich für mich brauche, lege ich auch Wert darauf etwas zu tun, damit unsere Gesellschaft ein bisschen ADS-freundlicher wird. Durch Abklärung, zum Beispiel. Solche Arbeit finde ich auch wichtig, weil wir auch in eine Gesellschaft leben und unsere Wohl hat auch damit zu tun, wie weit der Gesellschaft auf uns eingehen kann. Wenn ich wieder an die Blinden denke, da sehe ich im Stadt immer mehr "Hilfsmittel" für ihnen und ich finde es gut! Es gibt auch einige Aenderungen die für Rollstuhlfahrer gut sind...

    Blinden fallen auch nicht so auf, in Dunkelheit, ausser dass sie dort klarer kommen als andere Menschen... Nun, dunkel wird tagsüber selten... Aber unsere Gesellschaft hat schon einiges für Ihnen gemacht, und ich denke, weil es Menschen gab die sich dafür auch eingesetzt haben!

    lg

  8. #158
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Fliegerlein schreibt:
    Warum?
    mein Grund ist um 11:43 beschrieben. liebe grüße

  9. #159
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    oooooohhhh Fliegerlein........bin voll verliebt grad ob Deiner Zeilen hier und mach mich mal lieber schnell vom Acker, bevor ich Dich noch frag, ob Du Single bist

    *lach*

    Hab lieben Dank, das habe ich so ausführlich und im Zusammenhang zwar noch nicht gelesen, beschäftige mich auch erst ganz kurz damit und warte gerade ungeduldig auf einen Termin zur Diagnosestellung, aber dies kann ich zumindest, was meine Person angeht sofort dick fett unterschreiben!!!

    Danke dafür!

    (PS. Jetzt muß ich erstmal meine Stimmung im Profil ändern ) .....

  10. #160
    Rettich

    Gast

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    maofatale schreibt:
    FRAGE:

    ADHS: in einer Welt, in der es andere äußerliche Anforderungen gäbe, würde man sich krank fühlen? Bräuchte man dort MPH?

    aufgeführtes Beispiel DIABETES: in einer Welt, in der es andere äußerliche Anforderungen gäbe, wäre man dort krank? Bräuchte man Insulin?
    Das kommt darauf an, wie du die äußeren Anforderungen setzt. Als Eremit würdest du vermutlich nicht viel merken. Allerdings könntest du die dann auch schon die Frage stellen, wie es zu dem Eremitentum gekommen ist, da das eine Extremform ist.
    In jeder Konstellation, die andere Menschen beinhaltet und so was wie Kultur würden sich die Defizite mehr oder weniger stark bemerkbar machen, denke ich, je nachdem wie ausgeprägt das ADHS ist.

    Der Vergleich mit dem Insulin hinkt. Das ist eine physische Krankheit, die zwar durch gesunde Ernährung gestoppt werden kann aber nicht in allen Fällen. Da gäbe es dann keine andern äußeren Faktoren, die dir dann das Überleben gestatten würden.

    Ich denke, MPH ist nicht die Allzweckwaffe, die alles ermöglicht. Klar kann man ohne auskommen. Je nach Schweregrad der Beeinträchtigungen. Ich denke, Fliegerlein hat hier auch schon beschrieben, dass viele Menschen mit ADHS sich Berufe oder Tätigkeiten suchen, wo das ADHS nicht so reinspielt.

    Ich denke, die Kunst besteht darin, sich sein Leben so zu gestalten, dass man nicht zu oft mit seinen Defiziten anstößt. Das bedeutet für mich, zu schauen, dass ich einen Job mache, bei dem ich mich nicht überanstrenge, da ich so viel kompensieren muss, von gewissen Leuten Abstand halten die mir nicht gut tun und eine gewisse Struktur aufzubauen, mit der ich gut klarkomme.

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