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Diskutiere im Thema Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #131
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    carolyn schreibt:
    Einige legen ADHS als Krankheit dar, und andere sind stolz auf ihre aussergewöhnlichen Talente.
    Fühlt man sich krank, oder tatsächlich lebendiger?
    Empfindet ihr ADHS als Krankheit?
    lg, c
    Fangen wir mal ganz trocken und sachlich/ fachlich an :

    Krankheit = Deutliche Beeinträchtigungen, welche die Teilhabe am täglichen Leben signifikant erschweren und Leiden verursachen.

    ADHS = Definition einer Reihe von Beeinträchtigungen in mehreren wichtigen Lebensbereichen, welche zu Problemen mit der Teilhabe am täglichen Leben führen und Leiden verursachen.

    Ergo:

    ADHS = Krankheit .

    Sowohl in der ICD als auch in der DSM sind die Beeinträchtigungen aufgelistet, welche diese Störung (das "S" steht für "Störung", daher heißt es auch die ADHS) verursacht und diese Beeinträchtungen sind u.a. Störungen und Entwicklungsverzögerungen in den Exekutiven Funktionen (EF), Aufmerksamkeitsinkonsitenz, Reizoffenheit und etliches mehr.
    Also genug um der Definition einer Krankheit gerecht zu werden.

    Wer keine oder nur geringfügige Beeinträchtigungen hat, welche auch die Teilhabe am täglichen Leben nicht betreffen, hat auch keine Krankheit, denn Gesundheit muss man nicht diagnostizieren und es gibt auch keine Diagnoseschlüssel für Gesundheit in der DSM und ICD.

    Eine leichte Erkältung mit einer Schniefnase = Keine Krankheit

    Eine Grippe oder ein grippaler Infekt mit Husten, Schnupfen, Schmerzen, Fieber etc = Krankheit, denn die Teilhabe am täglichen Leben ist damit nicht mehr möglich, man ist sogar bettlägerig.

    Sind das Festwerte?
    Nein.
    Eine leichte Erkältung stellt für die meisten Menschen keine Beeinträchtigung dar.
    Da gibt es aber durchaus Ausnahmen.
    Bei Piloten z.B. führt die Druckveränderung bei Höhenänderungen in den üblicherweise verstopften Nasennebenhöhlen zu unerträglichen Schmerzen, also erfolgt auch hier bereits eine Krankschreibung.
    Es gibt also auch äußere Bedinungen, welche beeinflusen, ob Beeinträchtigungen bereits zu einer Krankheit führen oder nicht.
    Das Umfeld spielt eine Rolle.

    Haben ADS'ler außergewöhnliche Talente?
    Die Intelligenz ist bei ADS'lern genauso normalverteilt wie bei Nichtbetroffenen.
    ADS'ler sind nicht kreativer als Kontrollgruppen ohne ADS.
    EDIT: Aber auch nicht weniger

    Es gibt keine Fähigkeiten, die bei ADS'lern deutlich ausgeprägter sind als bei Kontrollgruppen.
    Was ADS'ler können, das können sie TROTZ ihrer ADS und nicht wegen ihrer ADS.


    Ist unsere Gesellschaft krank? = Na klar, und wie!

    Sind ADS'ler wegen dieser kranken Gesellschaft krank?
    Nein, denn offensichtlich kommen 95% der Menschen, eben jene ohne ADS, gut oder zumindest deutlich besser in dieser Gesellschaft zurecht, als dies bei ADS'lern der Fall ist.
    (EDIT: Darüberhinaus wurde ADHS erstmal 1775 von Melchor Adam Weikard beschrieben, da war noch nix mit industrieller Hochleistungsgesellschaft)

    Sind erfolgreiche ADS'ler und jene, die ihre Nischen gefunden haben, nicht krank?
    Wenn ein Farbenblinder im Kohlenkeller arbeitet, ist er trotzdem Farbenblind und so ist es auch bei ADS.
    Die ADS ist vorhanden, auch bei denjenigen, die das Glück haben, in einem Umfeld zu leben, in dem ihre Beeinträchtigungen nicht auffallen.
    Denn ändert sich diese Variable, dann kommen die Beeinträchtigungen zu Tage.

    Wieso gibt es dann ADS'ler, die z.B. Abi geschafft haben?
    ADS'ler benötigen funktionale Kompensationsstragien.
    Sind die z.B. seitens des Elternhauses in Form von guten Strukturen etc. gegeben, kann alles bestens funktionieren.
    Aber auch hier gilt: Brechen diese äußeren Strukturierungen weg, ist das Chaos vorprogrammiert.
    Viele ADS'ler fallen dann im Studium auf, wenn dort eben jene Beeinträchtigungen wie die EF gefragt sind und sie können sich nicht selbst strukturieren.

    Sind damit automatisch jene ADS'ler, die, wie und warum auch immer, in gut strukturierten Umfeldern und in ihren Nischen funktionieren, automatisch nicht krank, weil ja auch kein Leiden verursacht wird?
    Kann man so nicht sagen, denn die Beeinträchtigungen sind da und in dem Moment, in dem die äußere Strukturierung oder besser ausgedrückt: das ADS-Management wegfällt, kommen die Beeinträchtigungen auch gleich zu Tage und dann verursachen sie Leiden.
    Es gilt auch das mögliche Leiden als Diagnoserechtfertigung.

    Das ist halt ein bisschen wie ein gut eingestellter Diabetiker:
    Er kommt gut zurecht, hat keine Beeinträchtigungen und leidet nicht.
    Aber er muss seine Krankheit immer im Hinterkopf behalten und sich nach ihr richten, auf sie achten und immer manuell einstellen.
    Dieses Management kostet Zeit und Energie und muss in der täglichen Energiebilanz berücksichtigt werden.
    Gleiches gilt für die Managementstrategien einer ADS.
    Berücksichtigt man die Zeit und die Energie nicht, die das benötigt oder verwendet man gar dysfunktionale Kompensationsstrategien, rennt man unweigerlich in weitere Probleme wie Burnout, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen etc. und dann wird's richtig fies.


    Trotzdem:
    Sind wir "krank"?

    Wendet man sich vom fachlich-/ sachlichen Teil ab, wird es schwierig.

    "Krank" ist nur ein Wort, eine Definition, aber es wird auch in abwertenden Kontexten verwendet und das kann man auch sehr persönlich nehmen.
    Vor allem wenn es dann noch heißt, wir seien "psychisch krank".
    Formell ist das korrekt, aber der Unterton der dabei mitschwingt ist alles andere zutreffend.
    Wir sind nicht krank im Sinne von "falsch", "bekloppt" oder "abartig" oder was sonst schon so alles genannt wurde und was auch ich schon alles zu hören bekommen habe.

    Und nicht selten muss man sich dieser Thematik aus einem sehr schweren Blickwinkel annähern, nämlich einer Vergangenheit gezeichnet von ständigem Scheitern und dem ständigen immer wieder hören müssens all der bereits genannten Begriffe.

    Und plötzlich ist die ADHS die Ursache dafür und wir sind "krank", ...
    Da kann ich jeden verstehen, der in der ADHS das Gute und die Vorteile sucht, egal ob es sie fachlich betrachtet gibt oder nicht.
    Man muss irgendwie einen Weg finden, sich dem Thema anzunähern.

    Denn letztlich ist es mit ADS lange nicht so leicht wie mit einer Erkältung, die von außen durch Viren verursacht wird und eine Reihe von Symptomen aufweist, die aber ja nichts mit uns und unserer Persönlichkeit zu tun haben.
    ADS aber ist eng mit uns und unserer Persönlichkeit verwunden.

    Und von der Seite aus betrachtet sind wir nicht krank.
    Wir sind keine kranken im Sinne von "irren" Persönlichkeiten.

    Wir sind wertvolle Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen, welche wir zu managen versuchen und wofür wir auf Hilfe von außen angwiesen sind.
    Weder wir noch unser Umfeld können etwas dafür oder haben Schuld daran.


    Wenn man also keine Antwort auf die Frage findet, ob ADS nun eine Krankheit ist oder nicht, dann liegt das daran, dass es eben diese unterschiedlichen Sichtweisen gibt.

    Objektiv betrachtet ja.
    Subjektiv betrachtet, also wenn der Begriff bewertet wird, kommt das darauf an, in welchem Kontext und mit welchem Unterton der Begriff Krankheit angewendet wird.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (15.07.2014 um 14:23 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Edit zugefügt

  2. #132
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    .... konntest es auch nicht "überlesen" ........
    Und mal wieder ... finde ich

    Fliegerlein schreibt:
    Fangen wir mal ganz trocken und sachlich/ fachlich an :

    Krankheit = Deutliche Beeinträchtigungen, welche die Teilhabe am täglichen Leben signifikant erschweren und Leiden verursachen.

    ADHS = Definition einer Reihe von Beeinträchtigungen in mehreren wichtigen Lebensbereichen, welche zu Problemen mit der Teilhabe am täglichen Leben führen und Leiden verursachen.

    Ergo:

    ADHS = Krankheit .

    Sowohl in der ICD als auch in der DSM sind die Beeinträchtigungen aufgelistet, welche diese Störung (das "S" steht für "Störung", daher heißt es auch die ADHS) verursacht und diese Beeinträchtungen sind u.a. Störungen und Entwicklungsverzögerungen in den Exekutiven Funktionen (EF), Aufmerksamkeitsinkonsitenz, Reizoffenheit und etliches mehr.
    Also genug um der Definition einer Krankheit gerecht zu werden.

    Wer keine oder nur geringfügige Beeinträchtigungen hat, welche auch die Teilhabe am täglichen Leben nicht betreffen, hat auch keine Krankheit, denn Gesundheit muss man nicht diagnostizieren und es gibt auch keine Diagnoseschlüssel für Gesundheit in der DSM und ICD.

    Eine leichte Erkältung mit einer Schniefnase = Keine Krankheit

    Eine Grippe oder ein grippaler Infekt mit Husten, Schnupfen, Schmerzen, Fieber etc = Krankheit, denn die Teilhabe am täglichen Leben ist damit nicht mehr möglich, man ist sogar bettlägerig.

    Sind das Festwerte?
    Nein.
    Eine leichte Erkältung stellt für die meisten Menschen keine Beeinträchtigung dar.
    Da gibt es aber durchaus Ausnahmen.
    Bei Piloten z.B. führt die Druckveränderung bei Höhenänderungen in den üblicherweise verstopften Nasennebenhöhlen zu unerträglichen Schmerzen, also erfolgt auch hier bereits eine Krankhschreibung.
    Es gibt also auch äußere Bedinungen, welche beeinflusen, ob Beeinträchtigungen bereits zu einer Krankheit führen oder nicht.
    Das Umfeld spielt eine Rolle.

    Haben ADS'ler außergewöhnliche Talente?
    Die Intelligenz bei ADS'lern ist genauso normalverteilt wie bei Nichtbetroffenen.
    ADS'ler sind nicht kreativer als Kontrollgruppen ohne ADS.

    Es gibt keine Fähigkeiten, die bei ADS'lern deutlich ausgeprägter sind als bei Kontrollgruppen.
    Was ADS'ler können, das können sie TROTZ ihrer ADS und nicht wegen ihrer ADS.


    Ist unsere Gesellschaft krank? = Na klar, und wie.
    Sind ADS'ler wegen dieser kranken Gesellschaft krank?
    Nein, denn offensichtlich kommen 95% der Menschen, eben jene ohne ADS, gut oder zumindest deutlich besser in dieser Gesellschaft zurecht, als dies bei ADS'lern der Fall ist.

    Sind erfolgreiche ADS'ler und jene, die ihre Nischen gefunden haben, nicht krank?

    Wenn ein Farbenblinder im Kohlenkeller arbeitet, ist er trotzdem Farbenblind und so ist es auch bei ADS.
    Die ADS ist vorhanden, auch bei denjenigen, die das Glück haben, in einem Umfeld zu leben, in dem ihre Beeinträchtigungen nicht auffallen.

    Denn ändert sich diese Variable, dann kommen die Beeinträchtigungen zu Tage.

    Wieso gibt es dann ADS'ler, die z.B. Abi geschafft haben?
    ADS'ler benötigen funktionale Kompensationsstragien.
    Sind die z.B. seitens des Elternhauses in Form von guten Strukturen etc. gegeben, kann alles bestens funktionieren.
    Aber auch hier gilt: Brechen diese äußeren Strukturierungen weg, ist das Chaos vorprogrammiert.
    Viele ADS'ler fallen dann im Studium auf, wenn dort eben jene Beeinträchtigungen wie die EF gefragt sind und sie können sich nicht selbst strukturieren.

    Sind damit automatisch jene ADS'ler, die, wie und wearum auch immer, in gut strukturierten Umfeldern und in ihren Nischen funktionieren automatisch nicht krank, weil ja auch kein Leiden verursacht wird?
    Kann man so nicht sagen, denn die Beeinträchtigungen sind da und in dem Moment, in dem die äußere Strukturierung oder besser ausgedrückt: Das ADS-Management wegfällt, kommen die Beeinträchtigungen auch gleich zu Tage und dann verursachen sie Leiden.
    Das ist halt ein bisschen wie ein gut eingestellter Diabetiker.
    Er kommt gut zurecht, hat keine Beeinträchtigungen und leidet nicht.
    Aber er muss seine Krankheit immer im Hinterkopf behalten und sich nach ihr richten, auf sie achten und immer manuell einstellen.
    Dieses Management kostet Zeit und Energie und muss in der täglichen Energiebilanz berücksichtigt werden.
    Gleiches gilt für die Managementstrategien einer ADS.
    Berücksichtigt man die Zeit und die Energie nicht, die das benötigt oder verwendet gar dysfunktionale Kompensationsstrategien, rennt man unweigerlich in weitere Probleme wie Burnout, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen etc und dann wird's richtig fies.


    Trotzdem:
    Sind wir "krank"?

    Wendet man sich vom fachlich-/ sachlichen Teil ab, wird es schwierig.

    Krank ist nur ein Wort, eine Definition, aber es wird auch in abwertenden Kontexten verwendet und das kann man auch sehr persönlich nehmen.
    Vor allem wenn es dann noch heißt, wir seien "psychisch krank".
    Formell ist das korrekt, aber der Unterton der dabei mitschwingt ist alles andere zutreffend.
    Wir sind nicht krank im Sinne von "falsch", "bekloppt" oder "abartig" oder was sonst schon so alles genannt wurde und was auch ich schon alles zu hören bekommen habe.

    Und nicht selten muss man sich dieser Thematik aus einem sehr schweren Blickwinkel annähern, nämlich einer Vergangenheit gezeichnet von ständigem Scheitern und dem ständigen immer wieder hören müssens all der bereits genannten Begriffe.

    Und plötzlich ist die ADHS die Ursache dafür und wir sind "krank", ...
    Da kann ich jeden verstehen, der in der ADHS das Gute und die Vorteile sucht, egal ob es sie fachlich betrachtet gibt oder nicht.
    Man muss irgendwie einen Weg finden, sich dem Thema anzunähern.

    Denn letztlich ist es mit ADS lange nicht so leicht wie mit einer Erkältung, die von außen durch Viren verursacht wird und eine Reihe von Symptomen aufweist, die aber ja nichts mit uns und unserer Persönlichkeit zu tun haben.
    ADS aber ist eng mit und und unserer Persönlichkeit verwunden.

    Und von der Seite aus betrachtet sind wir nicht krank.
    Wir sind keine kranken im Sinne von schlechten Persönlichkeiten.

    Wir sind wertvolle Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen, welche wir zu managen versuchen und wofür wir auf Hilfe von außen angwiesen sind.
    Weder wir noch unser Umfeld können etwas dafür oder haben Schuld daran.


    Wenn man also keine Antwort auf die Frage findet, ob ADS nun eine Krankheit ist oder nicht, dann liegt das daran, dass es eben diese unterschiedlichen Sichtweisen gibt.

    Objektiv betrachtet ja.
    Subjektiv betrachtet kommt das darauf an, in welchem Kontext und mit welchem Unterton der Begriff Krankheit angewendet wird.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  3. #133
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.426

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Danke Fliegerlein für ausführliche und sachliche Beitrag!

    Wir können auch krank werden oder kranker werden, wenn wir mit Abwertung leben müssen... Kommt es noch dazu... Für mich ein Thema im Moment. Ich versuche aus der Abwertung raus zu kommen.

  4. #134
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Fliegerlein - Genau so ist es!!!

  5. #135
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    happypill schreibt:
    .... konntest es auch nicht "überlesen" ........


    Wir zwei Beide wohl nicht ...

    Hab's wirklich so sehr versucht und doch auch lange standgehalten ... aber es hat mich nicht loslassen können, nicht Nachts, nicht Tags, nicht mal heut morgen unter der Dusche ... immer wieder hatte ich diesen Text im Kopf und so musste ich ihn einfach runterschreiben.

    Auch eine dieser Eigenschaften, auf die ich gut verzichten kann.


    happypill schreibt:
    Und mal wieder ... finde ich
    Danke ... dann war es wenigstens zu etwas gut, es geschrieben zu haben

  6. #136
    ellipirelli

    Gast

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    @Fliegerlein- super Beitrag..
    Ich halte mich hier bisher ganz bewusst raus...

    Die Klugschei...erin in mir muss allerdings unbedingt hierzu noch was loswerden:
    Fliegerlein;505711(das "S" steht für "Störung", daher heißt es auch [I schreibt:
    die[/I] ADHS)
    Das "S" steht- soweit ich weiß- für "Syndrom"--- also das ADHS

  7. #137
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Hallo

    ich habe lange gebraucht um für mich zu atzeptieren, dass ADHS eine Krankheit ist- das ich eine chronische, nicht heilbare Krankheit habe. Wenn ich ehrlich bin, dann ist mir das erst möglich, seit ich noch mehrere davon habe. z.B. habe ich eine COPD im Anfangstadium (habe ich übrigens meiner ADHS zuverdanken .Kampfraucher mit 40 - 60 Zigaretten am Tag - so als Selbstmedikamentierung). Dann habe ich seit ca 2 Jahren eine Athrose in fast allen oberen Fingergelenken, was so eine Handarbeiterin wie mich schon sehr einschränkt.

    So da waren sie die Chronischen Krankheiten und ich mußte lernen mit ihnen zu leben. Was geht noch mit den Fingern, was nicht. Was geht an Sport für die Lunge - was nicht. Und ich mußte lernen neue Wege zu gehen - Hilfen zu organisieren etc. Ja und da wurde mir bewußt, dass ich ja nix anderes mache um mit meiner ADHS klar zu kommen. Sie ist eine Chronische Krankheit und ich muß ein Leben führen, dass darauf abgestimmt ist, um mich nicht ständig zu überfordern

    Das lerne ich jetzt.


    Bei einem gebrochenen Bein oder einer Lungenentzündung ist das einfacher - viel einfacher.

    alles Liebe ELwirrwarr

  8. #138
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Nein Elli,

    es ist die STÖRUNG!!!!!!!

    Ob man nun die ADHS sagt oder das ADHS, das kann man nach Gusto tun, wie es auch Fachleute handhaben.

    Fliegerlein, ich habe mir deinen Beitrag ausgedruckt und werde ihn mit Genuss lesen! Danke!

  9. #139
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    ellipirelli schreibt:
    Die Klugschei...erin in mir muss allerdings unbedingt hierzu noch was loswerden:


    Das "S" steht- soweit ich weiß- für "Syndrom"--- also das ADHS
    Da muss ich leider gegenklugscheissern

    In der DSM ist der Bereich mit den "F"-Diagnosen überschrieben mit "Psychische und Verhaltensstörungen"

    Auch die in der F9... aufgelisteten Diagnosen lauten alle auf "Störung"

    Das ist etwas verwirrend aber:

    Der Begriff, also sozusagen der Name, lautet Störung, aber dennoch ist ADS auch gleichzeitig ein Syndrom, also eine Erkrankung, welche sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome zusammensetzt um das nur vereinfacht zu formulieren)
    Das "S" in ADHS aber steht für Störung:

    F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung

    F98.8 Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend / Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität

    Quelle

    Auch in der DSM wird der englische Begriff Disorder = Störung verwendet (ADD= Attention Deficit Disorder oder ADHD Attention Deficit Hyperactivity Disorder)

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (15.07.2014 um 12:46 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  10. #140
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Ist ADHS eine Krankheit? Wie empfindet ihr das?

    Och lassen wir den tollen Beitrag jetzt einfach mal so stehen, ganz egal, ob es jetzt der, die oder das heißt!
    Mir tat der Beitrag jetzt nämlich sehr gut. Denn ehrlich gesagt hat mich dieser Thread jetzt am Ende doch sehr sehr berührt und hat mich gestern den ganzen Tag grübeln lassen bis ich mies drauf war. Mir wurde nämlich gezeigt, das ich bisher weder die Diagnose ADS für mich akzeptiert habe und nicht als Krankheit sehen will und dazu die Trauer, das auch meine Tochter betroffen sein wird. Wem ist schon gerne bewusst, dass das eigene Kind krank ist und dem Wissen, das ihr Leben wahrscheinlich auch nicht immer so leicht laufen wird.
    Eigentlich sollte ich hier nicht mehr lesen aber vor den Gedanken flüchten bringt ja auch nichts, besser hier iirgendwie dazu gezwungen werden sich mit dem Thema weiter auseinander zu setzen.
    Und da tat mir jetzt eine sachliche Zusammenfassung doch sehr gut.

    Etwas wirr geschrieben jetzt vielleicht...aber das sind meine Gedanken halt momentan wieder sehr.

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