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Diskutiere im Thema Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 86

    Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Hallo ihr Lieben,
    ihr seid herzlich willkommen, einfach so spontan zu antworten! Ihr musst nicht den Wust an Text durchlesen, wenn es euch zuviel ist, kann ich verstehen :-)) Jede Antwort, egal wie, ist mir wichtig.

    Hier die eigentliche Frage, falls ihr nicht zum Alles-lesen kommt:
    Ist es möglich, dass viele ADS-Symptome eher daherkommen, dass man NICHT DIE ZEIT UND MUßE HAT, EINFAL MAL "BASIC"-ADS ZU SEIN?
    Kann es sein, dass viele typische ADS-Symptome aufkommen, weil das Leben um uns herum nicht entspannt und langsam genug für uns ist?
    Ich würde behaupten, ich weise mehr ADS auf je mehr überfordert ich mich fühle.


    Ich habe meine Geschichte geschrieben, um richtig zu erklären, was ich mit der Frage meine......also, los gehts:


    Als ich klein war galt ich als ruhig und zurückgezogen. Ich wurde als langsam und als Träumer getadelt. Ich guckte gerne aus dem Fenster und ging ab und zu in mich hinein und war sehr still, einfach weil es mir gut tat, meine Art war, Spaß zu haben. Ich war immer kurz davor, in andere Welten abzutauchen, wenn ich nicht etwas lieblos rausgerissen worden wäre. Ich war gerne in der Natur und fühlte mich ihr und den Tieren sehr verbunden. Als Kleinkind war ich zwar impulsiv und hocherfreut auf Menschen zugelaufen, aber als ich beschämt merkte, dass dieses Verhalten auch nicht gutgehiessen wurde, unterdrückte ich es und setzte eher meine trödelige, verträumte Seite durch.

    Ich persönlich war eigentlich zufrieden mit meiner Selbst, was heisst zufrieden; ich störte mich nicht an meiner Art, und setzte sie jahrelang fort. Wenn nicht am träumen, dann am basteln, malen, Geschichten am schreiben in denen ich die Tiere dieser Welt rettete und mit ihnen kommunizierte. Auch als Erwachsener bin ich kindlich, naiv, ein Spätzünder, weiterhin verträumt und nachdenklich und grübelnd gewesen, und voller Empathie, zum Punkt wo ich es nicht wagen würde, mit anderen Menschen um mich herum über die "üblen Gesellen" zu reden, mit denen ich Empathie habe, eher der Zuhörer als die Redselige, mit nicht sehr viel Selbstwertgefühl einerseits aber witzigerweise sehr viel Vertrauen in meinem Schicksal, oder Gott, oder wie immer man das nennen will, trotz allen Schwierigkeiten der Glaube an das Gute und an dem Pfad, auf dem ich bin, beflügelt sporadisch von aussersinnlichen Wahrnehmungen.

    Ab und zu depressiv obwohl grundsätzlich optimistisch (was andere netterweise als labil bezeichnen), von einem Job zum anderen hüpfend, von einer Adresse zur nächsten ziehend, eher messy als ordentlich. Viel lieber vom Herzen leitend, ein Gefühlsmensch, aber meistens mit Verstand als Back-Up. Und wo der Verstand ausblieb war auch alles gut gegangen, es kam alles wie es kommen musste ;-) Ach so, und Putzen, Aufräumen, Bügeln und volle Terminkalender sind mir ein Graus. Ich liess dies alles sowieso meistens sein und machte nach Muße

    Die letzten Jahre schlagen bei mir Symptome durch, die das, was ich als mildes ADS deute, untermauern: erhöhte Sensibilität, das sehr deutliche Erspüren von anderen deren Emotionen, teils als wären das meine eigenen, das erspüren deren Energien, völlig überfordert sein von viel Lärm und Menschen (die Innenstadt mag ich nicht, und Kaufhäuser schon garnicht), ab und zu ein Wegtreten in solchen stressigen Situationen, Vergesslichkeit innerhalb von Sekunden, eine nette Ablenkung z.B. die nur zwei Minuten in Anspruch nehmen soll merke ich plötzlich fassungslos ist eine halbe Stunde geworden...und es fällt mir siedendheiss ein, dass ich vergessen hatte, dass ich ganz woanders sein sollte ;-)

    Es stapeln bei mir die Dokumente, die ich nicht weggeräumt kriege, bis zum Gefühl von Panik, dass ich sie nie wegkriege, ich fühl mich öfters neben der Spur, organisiert sein bekomme ich noch in der Arbeit hin, aber alles darüber hinaus ist mir verhasst, zuviel Organisation war mir eh immer ein Gräuel gewesen. Ich perfektioniere gerade das Auf-die-lange-Bank-schieben und bin entsetzt wie ich kurz vor knapp zu Terminen brause weil mein Zeitgefühl sich arg verschlechtert hat und ich eh relaxt abgelenkt werde und dabei vergesse, dass ich eigentlich wo weg sollte.
    Hmmmmmm.

    Was deckt sich denn mit diesen Symptomen der letzten Jahre?
    Wenn ich zurückdenke, würde ich sagen, dass langanhaltender und pausenloser grosser Stress damit verbunden ist, eine Phase, die in meinem vorherigen Leben nicht vorgekommen war. Klar gab's stressige Situationen, aber insgesamt hatte ich eigentlich Zeit und Muße, ich gestaltete mein Leben damals eher lebenskünstlerisch, mit anderen Menschen zusammen, die künstlerisch, alternativ oder selbstständig durch die Welt gondelten, "Träumer" wie ich, auf der Suche nach dem Glücklichsein, dem Ankommen.

    Die letzten Jahre gehe ich Vollzeit arbeiten, habe zwei Kinder im Grundschulalter, einen depressiv gewordenen Ehemann der auch zwar ganz süss aber immer ein Tacken "anstrengend" ;-) gewesen war (jetzt, wo ich mehr Kenntnisse besitze sehe ich eindeutige ADHS Stränge), besitze ein Haus, das abbezahlt werden muss, koche noch Abends, mach mit den Kindern Hausaufgaben und bin wochenends durch den Wind während ich versuche, das zu erledigen, was unter der Woche nicht hinzukriegen ist und mach mir ein Vorwurf, dass ich nicht mehr für meine Familie da bin, am helfen, am unterstützen. Ein zermalmender Stress, der in unseren Urlauben kaum gelichtet wird, da diese auch mittlerweile irgendwo stressig sind.

    Ich wollte eigentlich nicht an dieser Stelle eine Autobiografie schreiben
    Aber ich musste meinen Gedankengang zu meiner Frage klar machen, ich hoffe, ich habe euch nicht erschlagen mit den Wust an Text!

    Ihr könnt euch jetzt vielleicht denken, wo meine Frage hinführt...:
    Ist es möglich, dass viele ADS-Symptome eher daherkommen, dass man NICHT DIE ZEIT UND MUßE HAT, EINFAL MAL "BASIC"-ADS ZU SEIN?
    Kann es sein, dass viele typische ADS-Symptome aufkommen, weil das Leben um uns herum nicht entspannt und langsam genug für uns ist?
    Ich würde behaupten, ich weise mehr ADS auf je mehr überfordert ich mich fühle.

    Was sagt ihr dazu?
    Eure Meinung würde mich sehr, sehr interessieren und ich danke euch im Voraus für eure Antworten, danke!

    Liebe Grüsse, c
    Geändert von carolyn ( 9.07.2014 um 08:25 Uhr) Grund: Meine Frage genauer stellen

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Hallo Caro, eindeutig: JA! Kann jetzt erst mal nicht mehr schreiben, nehme es mir für später aber fest vor! Bis dahin, Gruß
    Flora


  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    ganz eindeutig...
    überforderung, zeitdruck oder sonstiger druck, stress, ärger....
    das alles führt bei mir zu extremen symptomen.

    im entspannten zustand oder unter medikation ist alles ganz easy und ich mag mein adhs richtig

  4. #4
    Lysander

    Gast

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Reizarm bedeutet weniger Fehler der Reizfilter. Sie können besser sieben. Allerdings fehlen dann möglicherweise die Kicks.
    Geändert von Lysander ( 9.07.2014 um 10:09 Uhr)

  5. #5
    reloaded

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 2.492

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    ..beides.
    ich will!mir meine Arbeit selber einteilen.

    wird es mir von aussen aufgedrängt, kann ich nicht mein Tempo bestimmen.

    dann kann ich panisch oder eklig werden.

    ausserdem habe ich viele Dinge abgeworfen, die eigentlich garnicht wichtig für mich sind.

    dieser perfektionsanspruch an mich, weil ich mich vergleiche.

    die ewige Präsenz für alle. Wer was will, muss zu mir kommen.
    gerade mit den Kindern: Mama! Und ich bin gelaufen.
    jetzt stelle ich auf Durchzug und warte erst mal, was kommt.

    ich habe mir meine Freiräume geschaffen. Ruhezeiten. Total"vergammelte" Zeit. Ohne Rechtfertigung.
    das tut gut!

    wird es aber langweilig, kann ich auch in ein Tief abrutschen.

    da gäbe es noch einige Punkte, aber jetzt sagt die Uhr, auf gehts, arbeiten gehen!

    liebe Grüße
    Pepper

  6. #6
    Stefanus

    Gast

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Ich beschreibe es immer so: In der Steinzeit hätten wir keine Medikamente gebraucht, da hat man eben sowas wie Struktur, Normen usw. relativ wenig gebraucht. Erst wenn man dazu "gezwungen" wird bzw. sich aufmerksam und konzentriert verhalten muss, bekommen wir mit einem "AUFMERKSAMKEITSdefizit" eben Probleme. Aber Heute muss man eben egal ob in Beruf oder auch bei zwischenmenschlichen Interaktionen aufmerksam sein.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 320

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Bei mir ist es eigentlich genau andersrum, ich brauche im Alltag unbedingt ein stabiles Gerüst aus Aufgaben, dass macht mich zufrieden.

    Wenn ich frei habe, oder Urlaub, bin ich immer total verloren und unglücklich, das beobachte ich übrigens auch bei meinen Kindern, die sind in den ersten Ferientagen immer
    schlecht gelaunt.

    Ich war noch nie glücklich, wenn ich mich meiner ADS-typischen Lethargie hingegeben habe, das hat mich schon immer runtergezogen.

    Ich sah mich schon immer als ein aktiver Mensch, doch mein Körper fühlte sich immer so lahm an.

    Also: Nein. Ich spüre mehr Symptome wenn ich zur Ruhe komme.

    Und: Ich akzeptiere meine "Krankheit", aber ich liebe sie nicht.

  8. #8
    reloaded

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 2.492

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Ja, stephanus. Und was ich besonders schlimm finde, die Jobs, die man früher auch als die unaufmerksamer Mensch machen konnte sind weg.

    auch die Kollegen, die eine nicht so gute Kraft mitgetragen haben und einfach die entsprechenden Aufgaben an die Leute gegeben haben, in denen sie gut sind.jetzt muss man überall alles können.

  9. #9
    Pepperpence

    Gast

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    @ carolyn: Ja, natürlich - ich denke das ist in gewisser Weise auch normal.

    Das Leben das Du beschreibst wäre aber ehrlich gesagt für jeden unglaublich anstrengend - nicht nur für ADHSler. Das ist einfach sehr, sehr viel was Du da stemmen musst und vielleicht auch zu viel für eine einzelne Person - ganz unabhängig von ADHS?



    Bei mir spielt nicht nur die reizärmere Umgebung eine Rolle sondern auch die sonsitigen Lebensumstände.

    In einer für mich sehr glücklichen Beziehung spürte ich relativ wenig von vielen Symptomen - konnte halbwegs Ordnung halten und den Tag gut strukturieren, auch die ganz extremen Stimmungsschwankungen waren durch das Gefühl der emotionalen Sicherheit weg , ebenso die Abstürze in die Depression - aber die Reizüberflutung in bestimmten Situationen (einkaufen in vollen Geschäften, Parties, viele Menschen etc.) war ähnlich stark ausgeprägt, ebenso wie die Unfähigkeit sich lange zu Konzentrieren. Daran konnten auch äußere Strukturen und ein gutes Leben nichts ändern. Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon Medikamente genommen wäre das vielleicht auch anders gewesen.

    Je stärker das Gefühl wird mich irgendwie alleine durchs Leben wurschteln und mich um alles alleine kümmern zu müssen und je größer die Verantwortung wird, die ich tragen soll, desto heftiger treten dann auch bestimmte Symptome auf: also Ordnung halten ist für mich z.B. dann plötzlich eine echte Herausforderung - selbst unter idealsten Bedingungen, (also zum Beispiel in einem Hotelzimmer). Ebenso wird es extrem schwierig eine halbwegs gesunde Tagesstruktur aufrecht zu erhalten (egal wie groß der Druck von aussen ist), tägliches Kochen, kontinuierliches Arbeiten, Termine einhalten, Pünktlichkeit - Sachen die eigentlich schon mal sehr, sehr gut funktioniert haben. Meine Ablenkbarkeit nimmt einfach überhand und ich beginne Aufgaben erfolgreich zu verdrängen. Dadurch bleibt dann das meiste liegen. Klar tut bei mir die Depression noch ihr weiteres dazu.

    Könnte so etwas bei Dir auch eine Rolle spielen?

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Wenn ihr zur Ruhe kommt – habt ihr weniger Symptome?

    Hier die eigentliche Frage, falls ihr nicht zum Alles-lesen kommt:
    Ist es möglich, dass viele ADS-Symptome eher daherkommen, dass man NICHT DIE ZEIT UND MUßE HAT, EINFAL MAL "BASIC"-ADS ZU SEIN?
    Kann es sein, dass viele typische ADS-Symptome aufkommen, weil das Leben um uns herum nicht entspannt und langsam genug für uns ist?
    Ich würde behaupten, ich weise mehr ADS auf je mehr überfordert ich mich fühle.
    Nein. Die ADHS Symptome kommen nicht daher. Aber wenn ich unter Stress gerate brechen die Kompensationsstrategien zusammen und die Symptome werden störender, die Überlastung steigt und dann beginnt ein Teufelskreis. Auch in sehr ruhiger Umgebung ist es schwieriger so ruhig zu wein wie andere - das ist ja schon ein ADHS-Symptom. Die Grundruhe fehlt, stattdessen ist da eine erhöhte Grundspannung - auch das ist ein Symptom. Nur man sieht es halt nicht. Und ich mache mir ja schon auf der einsamen Insel Stress.

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