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Diskutiere im Thema Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Guten Morgen

    Da ich leider mal wieder nicht schlafen kann und ohnehin um 4 Uhr aufstehen muss, wird meine Nacht mal wieder zum Tag.

    Mit der Symptomatik im Hinterkopf stellt sich mir die Frage, was genau am ADS mir richtige Schwierigkeiten beschert, womit ich mich ganz gut arrangieren kann und was mich gar nicht beeinflusst.
    Denkt man dabei an Psychoedukation ist es ja eigentlich wichtig, sich das persönliche Störungsbild vor Augen zu halten um herauszufinden, woran man arbeiten kann/darf/soll.
    Sicherlich gibt es mannigfaltige "Charaktereigenschaften", welche mir zu schaffen machen. Aber welche machen das Ganze für mich derart unerträglich? Wo muss ich anfangen und... werde ich das jemals in den Griff bekommen?

    Ich leide unter den starken emotionalen Schwankungen (vor Allem jene, welche nur durch Peanuts ausgelöst werden), durch welche ich häufig die Kontrolle zu verlieren scheine und einfach maßlos wütend und aggressiv werde.
    Bei Kollegen und Freunden kommt das nie vor, denn dort schaffe ich es mir sehr stark zu kontrollieren. Betrifft es hingegen Situationen mit Sohn und Ehemann, so habe ich häufig das Gefühl neben mir zu stehen. Mich anzuschauen, den Kopf zu schütteln und zu sagen "halt jetzt bloß die Backen! Das ist dermaßen unnötig und danach wirst du dich doch ohnehin wieder schämen, heulen und dich entschuldigen..."
    Die Frustrationsgrenze ist dann ziemlich niedrig und häuig gibt es einfach eine gereizte Grundstimmung (natürlich grundlos).
    Ebenfalls schwer ertragbar scheint mir diese Antriebslosigkeit. Noch so ein Grundprinzip, mit dem ich scheinbar erwache und einschlafe.
    Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und doch fehlt überall die Eigeninitiative und das nicht nur in den Bereichen, welche mich ja grundsätzlich wenig tangieren.
    Geduld ist etwas, was ich bisher immer nur bei anderen beobachtet habe...
    Häufig kann ich Gesprächen einfach nicht folgen. Ich schaue die Personen an und wende auch den Blick nicht ab und doch kommt in meinem großen Kopf nichts an. Ich blinzle und nicke (will ja nicht, dass mein Gegenüber denkt ich fände es langweilig) und ermahne mich konzentriert zuzuhören. Es geht nicht!
    Ganz oft geht es mir dann auch auf den Sack wenn ich vertieft bin und man mich mit, für mich, belanglosem Smalltalk aufhalten will. Dann werde ich richtig grantig.

    Tagträumerei ist seit meiner Kindheit Fluch und Segen zugleich. Zum Einen ist es eine Flucht an den sicheren Ort, die Möglichkeit meine tiefsten Wünsche zu erfüllen. Auf der anderen Seite behindert es mich daran, am normalen Leben teilzuhaben und mich mal mit notwendigen Dingen zu beschäftigen.
    Mein Selbstwertgefühl ist nicht besonders groß und ich leider unter der sozialen Phobie. Andere Menschen melden mir zurück, ich sei eine ausdrucksstarke Powerfrau (jedes Mal würde ich mich dann gerne umdrehen und schauen, wer da hinter mir steht).
    Ich habe einfach gelernt, eine Mauer zu errichten und mich mit jener Fassade zu schützen. Klappt ja auch ganz prima...Frei nach dem Motto "ich will nicht, dass mir etwas zustößt". Joa, richtig. Dann wird mir aber auch gar nichts zustoßen. Auch nicht diese positiven Erlebnisse, die meiner Angst trotzen könnten.
    Ich schließe mich oft aus. Sei es im Elternverband, an der Arbeit (Ausflüge etc.) oder anderen Dingen bei welchen ich mit Menschen im Kontakt stehen muss.
    Es sei denn es ist beruflich - komischerweise trennt meine Psyche da tatsächlich. Eigentlich bin ich ziemlich gesellig und auch nicht unbedingt jemand, der als unsympathisch empfunden wird. Hier existiert einfach eine weitere Ambivalenz.
    Schlafstörungen....Müdigkeit und doch hell wach. Gedankenkarussell und Emotionen die mich einfach nicht loslassen, obwohl der Körper geradezu nach Ruhe schreit...

    Nun, dies ist ein etwas kleiner Ausschnitt meiner Probleme. Diese machen mir mein leben schwer und daran würde ich gerne arbeiten (was ich ja eigentlich schon seit Jahren tue).
    Welche Dinge sind das bei euch?
    Habt ihr Angst oder was hindert euch am Vorwärtskommen?
    Was konntet ihr für euch für Strategien entwicklen und inwiefern hat sich dadurch euer Alltag und euer Beziehungsleben verändert?

    Lieben Dank

    AnnaLynne

  2. #2
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Liebe AnnaLynne

    Viele Deiner "Probleme" kenne ich nur zu gut. Also mir machen meine Stimmungsschwankungen, meine leichte Reizbarkeit, Stressintolleranz, Impulsivität in verschiedenen Variationen, meine Ablenkbarkeit und meine Vergesslichkeit am meisten Probleme.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Für mich sind am schlimmsten:
    1. diese emotionalen Schwankungen , bei denen ich auch sehr schnell agresiv werde
    2. auch diese Antriebslosigkeit
    3. das ich so gar nichts zu ende bringen kann und sehr schnell alles wieder hinwerfe
    4. das ich so schlecht behalten kann, was ich gerade gehört oder gelesen habe, diese Vergesslichkeit bzw. dieses Abschalten

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Wow AnnaLynne, ich könnte deinen Text einfach copy pasten. Mir geht es in allen Punkten genau wie dir!
    Stimmungsschwankungen, keine Geduld, zu Hause rumschreien und nach außen krieg ich den Mund kaum auf. Mir sind auch viele Menschen einfach zu anstrengend oder es interessiert mich nicht, was sie erzählen. Das klingt immer so böse, aber ich kann da oft einfach nicht hinhören. Es geht einfach so durch …
    Ich habe oft sehr viele Ideen was ich alles machen möchte und wie alles besser wird, mache mir sogar richtige Pläne. Und dann bekomme ich den Arsch nicht hoch.

    Was ich auch bemerkt habe ist, dass ich nie zufrieden bin. Sobald etwas zur Routine wird, habe ich keine Lust mehr. Oder wenn ich irgendwas erreicht habe, ist die Spannung vorbei und ich will was Neues. Kaufe auch oft ein und ändere alles in der Wohnung.

    Die Vergesslichkeit macht mir auch zu schaffen. Ich schreibe mir ALLES auf, habe eine große Tafel im Schlafzimmer mit den Wochentagen, wo ich alles aufschreibe, was ich machen muss. Irgendwie krank, funktioniert aber. Trotzdem hilft es nicht bei der täglichen Sucherei nach Schlüssel, Telefon, Portemonnaie, Schal, Schuhe usw. DAS nervt!

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    ich leide am meisten unter meiner Unruhe und wenn ich merke, dass ich schon wieder stundenlang nicht das mache/schaffe, was ich machen/schaffen wollte

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 320

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Ich kenne auch Vieles,was Ihr so beschreibt.

    Aber die Vergesslichkeit macht mir am meisten zu schaffen, weil sie mich auch daran hindert, Freundschaften zu pflegen,
    denn ich vergesse nicht nur Dinge und Aufgaben, sondern auch Menschen.

    Immerhin sind zwei Freundinnen geblieben,die da gut mit klarkommen, dass ich mich nie melde und immer vergesse, was sie
    mir bei unserem letzten Treffen so alles erzählt haben.

    Ein großer Freundeskreis wäre für mich viel zu anstrengend.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Liebe Annelyn, leider hast du ja noch nicht vorgestellt ( oder bist du nur noch nicht freigeschaltet?). Deswegen wollt ich dich mal fragen, bei allem, was du so beschreibst an dir, mit Gesprächen so gar nicht folgen können und das nichts bei dir ankommt, ob du Medikamente nimmt .

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Oooh, ich kann das so nachvollziehen.

    Bei mir sind die Stimmungsschwankungen auch ziemlich krass, aber auch hormonell bedingt. Das macht es zwar vorhersagbarer, aber nicht besser. Ich wende einen Großteil meiner Kraft darauf auf, ruhig zu bleiben, meine Emotionen unter Kontrolle zu haben und dadurch niemanden zu verletzten. Dadurch bin ich oft erschöpft, selbst wenn ich noch gar nichts getan habe. Aber dann wartet ja noch der Alltag, Uni, Arbeit.. ugh. +_+

    Ich bin aber weniger nach außen gerichtet mit meinen Aggressionen, sonder eher nach innen, nach außen würde - wenn ich das zuließe - eher die Erschöpfung, Traurigkeit kommen. Aber das ist für andere halt auch anstrengend, daher A.. zusammenkneifen und halbwegs zivilisiert auftreten. Das finde ich anstrengend.

    Was auch schwer ist, ist für mich das Einhalten von außen auferlegter Tagesabläufe. Ich funktioniere teilweise echt gut, aber nur, wenn es keine 9-to-5 Jobs sind, die jeden Tag in der Woche stattfinden. Selbstorganisiert geht mehr, aber gleichzeitig brauch ich auch die Struktur von außen. Eine Zwickmühle, echt. Ich hab Probleme damit, meinen Alltag zu bewältigen, wenn ich keine ausreichenden Ruhephasen zwischendrin habe. Und davon scheine ich mehr zu brauchen als viele der scheinbar so gut funktionierenden Personen um mich herum.

    Ein anderer Punkt ist meine gefühlte Beziehungsunfähigkeit. Ich finde Beziehungen megaanstrengend, weil ich dann noch mehr versuchen muss, meine Gefühle zu kontrolllieren. Und weil ich so VIEL empfinde, dass es mich beeinträchtigt. Das führt dann dazu, dass ich dazu tendiere, Fluchtmöglichkeiten zu finden, die dafür sorgen, dass ich nicht so viel auf einmal fühle und vielleicht mal eine emotionale Pause erlebe. Sprich: Hardcoreablenken, die Verlockung durch Substanzen, mit denen es so einfach sein kann, mal Ruhe zu finden (eigentlich bin ich absolute Nicht-trinkerin, hab aber ganz früher mal sehr viel Beruhigungsmittel genommen - ich muss dann also auch gegen diesen Impuls ankämpfen, dem ich nicht nachgeben will).

    Die mangelnde Konzentration bei wichtigem ist bei mir ebenfalls ein grooooßer Punkt. Schlecht in Meetings und der Uni.

    Und ich brenne mental durch, wenn mich mein Workload überfordert und dann noch Alltagsdinge (dreckige Wohnung oder sowas) hinzukommen. Dann geht nichts mehr, selbst wenns objektiv gar nicht so schlimm wäre alles.

    Hm, sieht so aus, als wär mein Alltag doch ein wenig eingeschränkt durchs ADHS. *schiel*

  9. #9
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    Mich stresst vor allem meine Unpünktlichkeit, die mir auch schon des Öfteren Ärger bei der Arbeit eingebracht hat, weil ich immer mal wieder zu spät komme. Dann meine Vergesslichkeit, vor allem auch, dass ich sehr häufig vergesse, was mir andere Leute gesagt haben. Dann kommt da noch meine latente Aggressivität hinzu, nicht dass ich andere schlagen würde oder so, ich kann einfach sehr befehlerisch und rechthaberisch sein. Ich habe meine Stimmungsschwankungen zwar meistens einigermaßen gut im Griff, dies ist aber oft auch sehr anstrengend. Noch anstrengender wird es aber, wenn ich sie mal wieder nicht im Griff hatte oder wenn ich wieder mal unabsichtlich einen Befehlston drauf hatte und dies dann wieder ausbügeln muss.
    Was mich aber fast noch mehr stresst, als die ganzen Symptome ist, dass manche Leute denken, ich könne nichts oder ich sei nicht belastbar, nur weil ich ADS habe. Natürlich weiß ich, dass ich auf mich aufpassen muss, aber ich kenne mich und weiß welche Symptome bei mir auf eine Überforderung hindeuten. Ich habe Strategien, die ich dann anwenden kann.

  10. #10
    reloaded

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 2.492

    AW: Welche "Symptome" empfindet ihr am Einschneidensten?

    ...einfache Dinge nicht zu kapieren, die für niemanden ein Problem sind und komplizierte Dinge zu verstehen, die kaum einer kapiert.

    das bedeutet, die anderen haben keine Ahnung, ob ich der absolute Überflieger oder der totale Vollpfosten bin . Und das irritiert sie im Umgang mit mir sehr.

    was auch anstrengt, ist, dass ich mich nie darauf verlassen kann, wie ich den Tag hinbekomme.
    ein Tag grundlos top, der nächste grundlos total daneben

    . Da muss ich sehr entspannt mit mir umgehen um das akzeptieren zu können

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