Hallo Ainee,

ich weiß nicht, ob sich ADH(S)-Betroffene wechselseitig anziehen (meine Frau zeigt z.B. keinerlei Symptome), aber seit ich über das Phänomen aufgeklärt(er) bin, nehme ich auch die typischen Symptome bei anderen Menschen eher wahr. So habe ich auch schon Menschen insgeheim verdächtigt, dass sie betroffen sein könnten, musste dann aber doch feststellen, dass sie vielleicht gewisse Symptome im Ansatz zeigen, der Symptomkomplex jedoch nicht oder allenfalls nur gering ausgeprägt ist. Und darauf kommt es schließlich an.

Die ADH(S)-Symptome sind ja keine exklusiven Verhaltensmerkmale, jeder Mensch zeigt in gewissem Grad und zu bestimmten Anlässen mehr oder minder stark ausgeprägte Verhaltensweisen, die man auch (aber dann in massiver Form) bei Betroffenen vorfindet. Erst wenn diese Symptome in geballter Form auftreten und zum Problem für einen Menschen werden, würde ich davon sprechen, dass er ein "Betroffener" ist (bzw. sein könnte).

In meiner Familie gibt es klare Anzeichen, aber mehr ist nicht feststellbar. Mein Bruder ist cholerisch veranlagt, mein Vater schottet seine Gefühlswelt hermetisch ab, hatte immer wieder Alkoholprobleme und neigt auch zu Jähzorn und Destruktivität sich selbst und dem Leben gegenüber, doch er war beruflich erfolgreich. Alles dies sind aber Verhaltensweisen, die für sich gesehen noch keine ADH(S) ausmachen.

Diejenigen Betroffenen, die ich klar erkenne, sind ohnehin allesamt hyperaktive Menschen, denn die hypoaktiven fallen meist gar nicht auf. Obwohl ich selbst ADS-Betroffener bin, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass ich einen "Leidensgenossen" erkennen könnte. Da müsste ich diesen Menschen wohl schon sehr genau kennen und auch wissen, was bei ihm kognitiv-assoziativ geschieht.

Herzliche Grüße

Holdi