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Diskutiere im Thema ADHS Krankheit für sich behalten! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    ADHS Krankheit für sich behalten!

    hallo kameraden,

    wie ich in mein vorstellungsthread schon geschrieben habe, bin ich letzte woche auf ADS diagnostiziert.
    kurz zu mir: bin 29 jahre und mache ausbildung... und nehme seit 3 tagen medikinet adult was mein leben sehr erleichtert wie ich spüre!

    und ich habe mich entschlossen niemand mehr über mein krankheit zu beichten.

    warum:

    der hausarzt nimmt mich nicht ernst! er denkt das nicht jeder mensch gleich gut sein kann und konzentrationsprobleme auch andere ursache hätten - zu ihm gehe ich auch nicht mehr

    meine freunde glauben mir nicht und wollen mir ernsthaft weis machen das ADHS nicht gibt. -habe ihnen mein meinung gegeigt seit dem nehmen sie es gelassen hehe

    meine familie glauben mir nicht und beharren darauf das ich einfach zu faul wäre -also sie zweifeln an adhs.

    nur meine partnerin glaubt mir und steht ganz hinter!!


    deswegen werde ich niemanden mehr über adhs berichten!!!!!
    wie geht ihr damit um? wenn die leute gegen über euren krankheit zweifeln?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 106

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    Hi Du!

    Auch ich stosse auf verdammt viel Gegenwind, sei es von dritten, der eigenen Familie oder auch Freunden. Also ich denke, dass ich auch nur noch meinen Mund halten werde. Meine Nerven werden dann auch geschont, denn wenn ich schon die Reaktionen sehe , habe ich das Gefühl da ist Aufklärungbedarf, aber bei den meisten Menschen ist das leider vergebliche Liebesmüh!

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    nur meine partnerin glaubt mir und steht ganz hinter!!
    Das ist doch schonmal schön. Freu ich mich für Dich.

    wie geht ihr damit um?
    Ich halte das seit Erhalt meiner Diagnose (2012) von Personengruppe zu Personengruppe unterschiedlich.

    Meine Frau:

    Hat natürlich gleich davon erfahren. Sie hat auch erstmal kritisch reagiert. Da sie auch im Vorfeld schon sehr unter meiner Situation leiden musste, wollte sie auch gar nicht mehr groß inhaltlich über irgendwelche "Probleme" oder "Symptome" reden. Ein bißchen gekränkt war ich deswegen zwar schon, hatte aber auch Verständnis. Schließlich ist sie ja meine Frau und nicht meine Therapeutin. Zu meiner Überraschung hat sie sich dann im Zeitraum der ersten 8 Monate selber immer wieder ein bißchen belesen und letztendlich eine Akzeptanz für die Krankheit entwickelt. Insgesamt war ihr nur wichtig, dass es mir besser geht und unsere Ehe wieder auf einer normalen Ebene funktioniert. Ich habe lernen müssen meine Defizite und Bedürfnisse vernünftig zu verbalisieren. Als mir das schrittweise gelang, gelang es auch meiner Frau mehr Rücksicht auf diese zu nehmen. (Bestes Beispiel ist die Tagesplanung. Sie hat sich jetzt angewöhnt mir rechtzeitig zu sagen, was für Wünsche sie diesbezüglich hat. So kann ich mich darauf einstellen, planen und habe nicht mehr das Gefühl wie ein kleines Kind bevormundet zu werden.)
    Mittlerweile ist die ADHS ein natürlicher Bestandteil unseres gemeinsamen Alltags und muss nicht mehr thematisiert werden. Reden tun wir nur noch über aktuelle, sachliche Entwicklungen (Bsp. Krankenkassenangelegenheiten, etc.)

    Restliche Familie:

    Habe ich zögerlich, wahrscheinlich aus Scham, informiert. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Meine Eltern haben das erschrecken locker aufgenommen. Meine Mutter hat sofort bestätigt, dass ADHS die einzig stimmige Erklärung für mein Verhalten als Kind sein kann. Mein Vater hat mir offenbart, dass er diesselben Symptome ein Leben lang mit sich herumgeschleppt und vor der Umwelt verborgen hat. Allerdings ist er ein Meister der Verdrängung und lebt damit ganz gut. Also haben wir das Thema nicht weiter vertieft. Seine Ratschläge und Lebensweisheiten sind auch eher plakativ und phrasenhaft. So ein "da muss man halt einfach"-Typ. Also frag ich ihn auch nicht.
    Meine Schwiegervater, er ist kein großer Redner, hat nur mit den Schultern gezuckt. In seinem Fall ein Ausdruck tiefsten Verständnisses und größter Wertschätzung.
    Meine Schwiegermutter hält mich für einen Simulanten. Das ist aber kein Problem, denn in ihrem Fall könnte ich mit dem Kopf unter dem Arm dahergekommen und sie würde immer noch sagen "übertreib nicht". Würde ich das ernst nehmen, wäre ich selber schuld.
    Meinen Geschwistern ist egal wie sich mein Knacks nennt. Die wussten schon immer, dass ich ich nicht rund lauf, mögen mich aber trotzdem.

    Freunde:

    Wissen von meiner Diagnose. Allerdings können sie nichts damit anfangen. Ist aber auch egal. Meine Freunde gehen mit mir um wie vorher, sorgen für Zerstreuung und stehen mir bei allem alltäglichen mit Rat und Tat zur Seite. Allerdings gibt es Bekanntschaften die seit Erhalt meiner Diagnose eingeschlafen sind. Ob dies nun daran liegt, dass ich den Bekanntenkreis unbewusst ausgedünnt hab oder diese Bekannte jetzt irritiert sind, kann ich nicht sagen.

    Arbeitskollegen:

    Wissen von meiner Diagnose, halten aber gegenüber der Werkleitung den Mund. Im Arbeitsalltag hat sich für meiner Kollgenen nichts geändert. Ich habe meine Qualitäten und eben auch meine Schwächen. Daran hat sich ja zu der Zeit vor der Diagnose nichts geändert. Sie erleben mich aber unter der aktuellen Behandlung entspannter, freuen sich für mich.

    Vorgesetzte:

    Meine Abteilungsleiter sind cool drauf. Unser Verhätlnis ist nicht freundschaftlich, aber doch etwas mehr als nur kollegial. Beide wissen von meiner Diagnose. Sie standen vorher hinter mir und tun das auch jetzt. Allerdings mach ich im Arbeitsalltag auch keine Welle wegen meiner Erkrankung, verlange keine Sonderbehandlung. Eher umgekehrt habe ich darum gebeten mich auf Fehler dirket und schriftlich (natürlich inoffiziell) hinzuweisen, damit ich an ihnen arbeiten kann.
    Dem Management gegenüber hätte ich am liebsten gar nicht erzählt, dass ich krank bin. Das ließ sich aber aufgrund AU und Reha nicht vermeiden. Natürlich wurde ich auch gefragt was ich denn für eine Erkrankung hätte. Ich hab gesagt, dass ich darüber nicht sprechen will und auch nicht muss. Ich habe lediglich erwähnt, dass es sich um eine Nervenkrankheit handelt, diese chronisch aber behandelbar ist und ihr Ursprung nichts mit meinem Arbeitsplatz zu tun hat. Da ich dem Management nicht traue, werde ich auch so wenig wie möglich mitteilen und hoffe, dass sie bald wieder vergessen, dass ich krank bin.

    der hausarzt nimmt mich nicht ernst! er denkt das nicht jeder mensch gleich gut sein kann und konzentrationsprobleme auch andere ursache hätten - zu ihm gehe ich auch nicht mehr
    Das Problem kenn ich. Hab auch ein paar Hausärzte durch. Jetzt hab ich einen gefunden der bezüglich meiner Psyche wertfrei mit mir umgeht. War grad heute beim Blut abnehmen. Da hat er freundlich nachgedfragt wies mir mit der Medikation geht und sich richtig gefreut, dass es mir gut geht. Die Suche hat sich also gelohnt.

    wenn die leute gegen über euren krankheit zweifeln?
    Die die sich trotzdem dafür interessieren, klär ich gerne auf. Ich scheue auch keine Diskussionen, solange die sachlich ablaufen. Die, die die Krankheit anzweifeln und mich gleichzeitig deswegen persönlich abwerten lass ich links liegen.

    deswegen werde ich niemanden mehr über adhs berichten!!!!!
    Ist völlig ok. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ich hab allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass es bei mir eine zeitlang gebraucht hat (ab Diagnosefindung) bis ich ein Gespür entwickelt habe wann und vor allem mit wem ich offen über die Erkrankung reden kann.

    Vielleicht kommst Du irgendwann an einen Punkt an dem Du instinktiv weißt ob Du mit der betreffenden Person offen reden kannst.


    Unabhängig vom beruflichen oder privaten Umfeld ärgere ich mich mittlerweile enorm darüber, dass ich am Anfang meiner Behandlung gegenüber amtlichen Stellen (Krankenkassen, Rentenversicherung, bestimmten Ärzten, etc.) zu offen war, zuviel von mir persönlich preisgegeben hab. Zwar haben die alle Schweige- bzw. Datenschutzpflicht, aber dennoch stehen bestimmte Dinge dann in Briefen und Anträgen geschrieben. Und das nicht immer unbedingt wahrheitsgemäß.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    In den 7 Monaten nach der Diagnose habe ich viel gelernt.Die ganzen Auswirkungen von ADS,werden von den Normalos nicht verstanden.Du raubst dir selbst deine Energie!!Es ständig zu erklären,bringt eigentlich gar nichts.Bei mir wissen es mir einige nahestehenden Menschen.Alles weitere kann ich mir wirklich schenken.
    Diese Energie möchte ich lieber nutzen um mein Leben zu ordnen.Ein Schriftwechsel hier im Forum mit euch,bringt mir mehr als tausend Gespräche mit Normalos.

    LG
    Mike

  5. #5
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    Ich habe, nachdem ich wegen meines Sohnes jahrelang auf meist negative Rückmeldungen auf AD(H)S gestoßen bin, mir angewöhnt, vorab zu fragen: "Was hältst du von ADHS?"

    Je nachdem, wie die Antwort ausfällt (Existenz von ADHS bestreitend oder bejahend), sage ich dann, dass bei mir der Verdacht besteht und ich in der Diagnostik bin oder ich lasse es eben.

    Damit habe ich mir gegenüber früher schon manch' frustrierte Situation erspart. Da habe ich noch alle von der Existenz von ADHS überzeugen wollen, oft aber gemerkt, dass die meisten das klassische Klischee der Erziehungsdefizite bevorzugen...
    Geändert von Schnarchnase (19.03.2014 um 14:14 Uhr) Grund: Satzbau

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 72

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    Hallo Nietzsche,

    dein Beitrag ist echt Klasse. Ich kann mich, mit deinem Umgang der Krankheit gut anschließen und handhabe es ähnlich.

    lg aus Kölle

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    Nervenkrankheit ?? na ich würd auf alle Fälle nie meinem Arbeitgeber sagen ich hab ne Nervenkrankheit, klingt ja noch tausent mal schlimmer als ADS, aber auch das ich AdS habe, würde ich einem Arbetigeber nicht erzählen.

    Ansonsten: ein paar engen Freunden hab ich es erzählt, klar meine Familie weiß es , aber damit ist auch gut - ich erzähl darüber nicht mehr, ich hab die Diagnose und gut, dass ist für mich wichtig, aber doch sonst für niemanden anders und entschuldigen möchte ich mich damit auch nicht, da ich denke ich bin ja trotzdem für alles, was ich mache oder nicht mache verantwortlich, ob ich nun ADS habe oder nicht.

    Wenn ich einen Termin verpasst habe, ne Freundin wieder mal ewig warten lies, dann kann ich doch sagen "entschuldige, es tut mir leid, ich hab nicht auf die zeit geachtet, mich verbummelt oder oder", ich muss da nicht sagen "weißt du ich hab ADS und da ist es so und so".

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    Nervenkrankheit ?? na ich würd auf alle Fälle nie meinem Arbeitgeber sagen ich hab ne Nervenkrankheit, klingt ja noch tausent mal schlimmer als ADS, aber auch das ich AdS habe, würde ich einem Arbetigeber nicht erzählen.
    Der Klang spielt da für mich weniger eine Rolle. Und auch die Bewertung "schlimm" ist subjektiv. Eine Nervenkrankheit kann alles sein. Von was Neurologischem bis hin zu ADHS. Es geht mehr darum mir eben die inhaltlichen Diskussionen zu ersparen und vor allem dem Arbeitgeber keinen Anhalt zu liefern wo meine "Schwachpunkte" genau liegen.

    Ich hab ja immerhin nicht den Begriff "Geisteskrankheit" verwendet. Wobei mir das grundsätzlich auch egal wäre. Hauptsache ein allgemeiner Begriff.

    Außerhalb der Arbeit habe ich diesbezüglich auch verschiedene Reaktionen erlebt. Bei "Ich habe ADHS" wurde ich dumm angeschaut und angequatscht. Bei "Ich bin verrückt" wurde auf den Boden gestarrt und lediglich mit "Ach so" reagiert. Nochmal nachzufragen oder gar einen abfälligen Kommentar zu machen ist dem Gegenüber dann nämlich zu peinlich.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    ADHS Krankheit für sich behalten!

    Es gibt selbst sehr gebildete Menschen, die ADS, nicht als Erbkrankheit anerkennen. Wenn man sie fragen würde, ob jeder Mensch, der eine Brille tragen muss, sie aufgrund dessen trägt, weil er zu viel fernseh geschaut hat in der Kindheit, dann würden sie bestimmt echt blöd gucken, denn man versetzt damit die Person in eine Lage, die aufzeigt, dass ihr Denkmuster nicht auf alles übertragbar ist oder erst gar nicht stimmt.


    Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk
    Geändert von vakuum (19.03.2014 um 18:04 Uhr)

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 304

    AW: ADHS Krankheit für sich behalten!

    vakuum schreibt:
    Wenn man sie fragen würde, ob jeder Mensch, der eine Brille tragen muss, sie aufgrund dessen trägt, weil er zu viel fernseh geschaut hat in der Kindheit,
    Haha, das finde ich echt gut, werde ich jetzt auch immer sagen!

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