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Diskutiere im Thema Schlechte Selbstwahrnehmung durch AD(H)S, die PS nicht selbst erkennen lässt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    Schlechte Selbstwahrnehmung durch AD(H)S, die PS nicht selbst erkennen lässt?

    Guten Nachmittag zusammen,

    ich frage mich langsam, in wie weit ich mich selbst richtig einschätze bzw. wahrnehme. Ich habe vor einiger Zeit mal einen Stapel Online-Selbststest zu Borderline gemacht, die alle nicht ausgeschlagen sind. Dachte mir, ok, habe ich nicht. Auch deshalb, da ich mich damit eigentlich gut auskenne. Durch Zufall kam es nun ein halbes Jahr später dazu, dass ein Freund den Test machte und meine Mitbewohnerin einen ausfüllte für mich, wie sie mich einschätzt. Es war nur ein kleiner Test, dem ich nicht wirklich Bedeutung zukommen ließ. Ich machte daraufhin einen ganzen Stapel online, auch einige aussagekräftigere. Mit dem Ergebnis, dass alle nun positiv ausgingen.

    Die Frage, die ich mir nun stelle, ist, ob ich die Testergebnisse ein wenig provoziere und die Antworten so wähle, dass die Wahrscheinlichkeit mal höher oder niedriger ist, dass ein bestimmtes Ergebnis dabei herauskommt. Ich habe daraufhin die Antworten immer ein wenig schwächer gewählt. Zum Beispiel zur Frage, ob ich mich an Gewalt in der Kindheit erinnern kann: Da ja nichts über das Ausmaß und die Häufigkeit in der Frage steht, müsste ich sie mit Jahr beantworten. Ich kann mich sehr genau daran erinnern, dass mich mein Vater mal übers Knie gelegt hat, was ich auich nicht vergessen werde oder das meine Mutter auch mal Ohrfeigen verteilt hat. Aber ich denke, dass es nicht so häufig war und vermute, dass es das bei fast jedem in der Kindheit in dem Ausmaß mal gab und das es nicht so großen Einfluss auf mich hatte. Ich denke, dass bei der Frage ein anderes Ausmaß gemeint wurde und habe sie mal verneint, genauso wie die Sache mit dem Alkoholmissbrauch in der Familie. Ich weiß nur, dass mein Opa, den ich nie kennengelernt habe, da er weit vor meiner Geburt starb, mal Alkoholiker war. Ich aber eher das Gegenteil bin und eigentlich nichts trinke. Das Ergebnis war immer noch positiv, da wahrscheinlich viel Wert auf die Faktoren Einsamkeit, Alleinsein und Verlassensängste gelegt wird. Einsamkeit ist ein großes Problem bei mir, ein kontinuierliches, wo ich stark drunter leide. Verlassensänsgte, ich war mir erst nicht sicher, doch so länger ich darüber nachdenke, kann schon sein. Und verzweifeltes Bemühen um Verlassenwerden zu verhinden gab es wohl auch schon, wenn ich stärker darüber nachdenke, mir aber sage, so krass wie bei anderen ist es wohl nicht. Und war das nun verzweifelt? Weiter darüber nachgedacht, denke ich schon, das es in die Richtung geht. Viele Fragen scheine ich anfangs zu verneinen, doch später, wenn ich ne Zeit lang bewusst darüber nachdenke und mir dann Dinge einfallen, an die ich zuvor nicht gedacht habe, dann doch bejaen muss.

    Nun stelle ich mir die Frage, ob ich sage 'nö, habe ich nicht', weil ich mich an vieles nicht genau erinnern kann oder mich falsch wahrnehme oder es wirklich nicht so dramatisch ist. Wenn ich es habe, dann wohl in einer sehr schwachen Ausprägung, denke ich. Aber weder kenne ich SVV, noch das Gefühl der Leere, noch ... Wobei ich mit einigen Begriffen nicht viel anfangen kann und ev. würde ich sie irgendwann doch bejaen, wenn mir nur die richtige Definition über den Weg läuft. Mit diesen Gedanken kommt es mir dann schon wieder so vor, als ob ich mich halbbewusst in eine Richtung schiebe, um dann ein positives Ergebnis zu bekommen. Ev. denke dann zu viel darüber nach, solange, bis mir was einfällt um die Frage zu bejaen oder es liegt wirklich daran, dass ich mich wirklich falsch selbst wahrnehme.

    Und wenn ich zu einem Psychiater gehen würde, um mich diagnostizieren zu lassen, hätte ich das gleiche Problem, weil seine Diagnose auf meinen Aussagen basieren würde, die aber das Problem sind? Wie kann man das Problem lösen?

    Anfangs dachte ich, ich habe ADS, in der Diagnose heißt es dann, dass starke Anzeichen für ADS in der Kindheit vorliegen, aber Kriterien im Erwachsenenalter für Hyperaktivität erfüllt sein. Und ich denke, da kann bei Selbstbeobachtung etwas dran sein mittlerweile, da aich viel selbstsicherer geworden bin und ev. soziale Ängste hatte.
    Vielleicht habe ich ja Borderline, doch nehme es nicht wahr? Wer weiß das schon ...

    Kennt ihr diese Problematik und wie denkt ihr darüber?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Schlechte Selbstwahrnehmung durch AD(H)S, die PS nicht selbst erkennen lässt

    Ich glaube die Ausprägung macht es. Mit Gewalt in der Familie ist nicht unbedingt das gemeint, was du beschreibst (das soll nicht heissen, das eine Ohrfeige absolut nicht tabu ist!). Mit Alkoholmissbrauch in der Familie sind auch nicht unbekannte Verwandte gemeint. Der/die schlagende, saufende Vater/Mutter/Geschwister wäre da ein "passenderes" Beispiel. Mit gefühlter Einsamkeit haben viele psychisch erkrankte Probleme. Verlassensängste kennt wohl jeder. Mit verzweifeltem Bemühen nicht verlassen zu werden sind bei Borderline Extreme gemeint.... z.B. emotionale Erpressung durch Suizidandrohung, "hysterisches" Benehmen, oder die Selbstaufgabe durch extreme Anpassung.

    Wenn du einen Test für Depressionen machst, werden auch da einige Symptome zutreffen, genauso wie bei jedem anderen Test. Aber das ist ganz normal, die Ausprägung und Anzahl der übereinstimmenden Symptome ist bei solchen Tests ein Hinweis....... keine Diagnose.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Schlechte Selbstwahrnehmung durch AD(H)S, die PS nicht selbst erkennen lässt

    Danke für Deine Antwort, creatrice. Ich vermute auch, dass krassere Gefühle gemeint sind, doch Du beschreibst da schon die extreme Ausprägung von Borderline. Es gibt viel schwächere Varianten und bei jedem ist es ein wenig anders. Jeder ist ein Individuum und Borderline ist nicht gleich Borderline. Bei mir wäre es, wenn ich es hätte, eine schwache Variante.

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