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Diskutiere im Thema Mobbing im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #41
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Mobbing

    Mit der "Gruppengeschichte" hast du Recht. Es passiert selten, dass man nur von einer Person gemobbt wird. Meistens verschwören sich mehrere Leute gegen Einen. Bevor ein Vorgesetzter richtig handelt, muss das Ganze erstmal nachgewiesen werden. Das ist gar nicht so einfach, wenn es keine schriftlichen Beweise gibt. Abmahnungen und Kündigungen gibt es in kleineren Firmen. Ich arbeite in einem Großkonzern. Bei uns muss schon eine Menge passieren, wie z. B. ein Diebstahl, bis jemand ´ne saftige Strafe kassiert.

  2. #42
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Mobbing

    Häufig ist auch ein Problem, dass die leitenden Angestellten gar nicht ausreichend geschult sind, um das Problem zu erkennen. Die gehen zunächst von Differenzen zwischen Einzelpersonen aus und nehmen sich dann blöderweise nichts davon an. Aber Mobbing kann nur dann erfolgreich unterbunden werden, wenn sofort eongegriffen wird. Aber da muss dann der Vorgesetzte auch hinschauen, um wirklich kleine Spitzen im Umgang miteinander wahrzunehmen.

  3. #43
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Mobbing

    Die leitenden Angestellten bei uns im Bereich kriegen nichts mit, weil sie fast jeden Tag von ca. 8 bis 19/20 Uhr durchgehend in Meetings sind. Manchmal verbringen sie die Mittagspausen in Besprechungszimmern. Mobbende Personen treten oftmals sehr überzeugend auf und wissen dabei ihre Vorteile richtig einzusetzen. Es gibt Menschen, die sehen so aus, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten… unschuldig, lieb, so richtig zum Knuddeln. Und dann gibt es Menschen, die haben eher herbere Gesichtszüge wie z. B. die Schauspielerin Katy Karrenbauer oder so.

    Glaub´ mir, einer Frau mit herberen Gesichtszügen und einer tieferen Stimme - also einer Frau wie mir - nimmt man weniger ab als einer Frau, welche nach außen (!!) die Unschuld in Person ist. Mir sind schon einige Leute begegnet, die ihre Optik und den Klang ihrer Stimmen genutzt haben, um von ihren miesen Charaktereigenschaften abzulenken.

  4. #44
    Martisse

    Gast

    AW: Mobbing

    Hi.

    Zuerst sry, aber ich konnte mir noch nicht alles durchlesen, was ihr alle geschrieben habt, da mich solche Geschichten immer nahe gehen, und da die alte Wut gegenüber meinen Peinigern von einst wieder in mir rauf kommt, kann ich es auch umso mehr nachvollziehen was der eine oder andere Empfinden mag und das auch nicht nur deswegen, was man an leid durchmachen muss, da ich auch immer noch darunter leide. Viele Defizite sind dadurch enstanden die für mich verheerend sind, und mich in meinem Denken und handeln viel zu sehr beeinflussen.
    Ich will da auch nicht zu sehr in die Details gehen, schließlich habe ich dies schon bei der Vostellung raus gelassen, und andererseits möchte ich auch nicht, dass auch unregistrierte das lesen können.

    Doch um zum eigentlichen zu kommen....

    Sicherlich ist es, vorausgesetzt man hat den Mut, die Kraft und die Geduld, vonnöten oder vielleicht von Vorteil Eigeninitiative zu zeigen, um dem ganzen auf dem Grund zu gehen. Doch wie einige hier schon geschrieben haben, gibt es oftmals keinen Grund bzw. keine Rechtfertigung jemanden zu mobben.

    Ich persönlich würde mir da keine Mühe machen, mit meinen Peinigern ins Gespräch zu kommen. Ich tat es zwar vor langer Zeit, doch bemerkte ich eins und zwar dass man dann da nicht weiß ob das gesagte dann der Wahrheit entspricht oder nicht, Es ist nämlich mir zumindest bekannt, dass wenn man nach Lösungen sucht, Mobber so kreativ sein können was das lügen betrifft, dass es da schon eine Ewigkeit dauern kann, um wenn überhaupt zur Lösung des Problems zu bekommen.

    Und warum dann so etwas ensteht ?! Nun ich will mal versuchen es mal so zu erklären bzw. meine Erkenntnisse mit euch teilen.
    Gerade in unseren Zeiten, wird alles aber auch wirklich alles auf eine Wettbewerbsebene gepackt. Und schon von Kindesalter an werden wir so erzogen. Man will der beste sein, auf möglichst vielen Ebenen und Arten auch immer. Nur das schaffen nur die wenigsten, denn wie es in Wettbewerben nunmal so ist gibt es nur einen ersten Platz.
    Und wenn man verliert, so sind einige dann so dass deren inneres Kind dann zu Vorschein kommt, der sich sagt, mann ist das unfair....
    Da fühlen sich viele sehr Empfindlich, und da sie auch mal an der Spitze stehen wollen, machen sie alles was in ihrer Macht steht um genau dies zu erreichen, und sei es die Psyche des Konkurrenten zu zerstören und seinen Ruf dauerhaft zu schädigen. Mag zwar jetzt ziemlich einseitg klingen, aber ist der Mensch wie jeder weiß genauso dazu in der Lage die grausamsten Dinge zu vollbrigen, wie er dazu in der Lage ist gutes zu tun.
    Und in einer Zeit, wo ein ( aus meiner Sicht gesehen ) übertriebenes Ästhetikbewusstsein in der Welt besteht, der Wunsch nach Statussymbolen wichtiger ist als die eigene Gesundheit und der berufliche Erfolg oder/bzw. Karriere zu machen wichtiger ist als Familie, Werte oder Ideale, wundert es mich daher auch sehr wenig dass es Menschen gibt die es eben genau so nötig haben zu mobben....

    Das will nicht heißen, dass ich solche Menschen nachvollziehen kann, und auch wenn dies sehr bösartig und extrem erscheinen mag, sind solche Menschen für mich der größte Abschaum den die Welt zum Vorschein gebracht hat.
    Und solange wir in einer Wettbewerbsgesellschaft leben, die Ellbögen nach vorne richten sollen, wir besessen werde oder dazu verführt werden uns modisch oder geschmacklich zu kleiden, ja solange alldies existiert und diese Menschen nicht anfangen nachzdenken und umzudenken, wird dies aus meiner Sicht ein ewiger Kampf gegen Windmühlen sein.

    Ich bitte dies nicht falsch zu verstehen, da ich damit gar nicht mein dass man völlig resigniert von dannen ziehen sollte.
    Überhaupt Werte und Ideale zu haben ist heutzutage eine Tugend, da man nur Geld, Macht, Ruhm und Aussehen kennt.
    Und leider ist es nunmal so, dass nur die wenigsten Menschen mit Neid umgehen können, und sie dann ihren freien Lauf lassen, was dann sehr wohl zu Mobbing führen kann. Und manchmal dann nicht nur auf rein materiellen Dingen bezogen. Ich denke dann da, dass man da neidisch wird, weil der Mobber wahrscheinlich nicht mehr die Gabe hat positiv zu denken, und den gemobbten versuchen wird ihn unter seinen Niveau zu ziehen, damit dieser sich dann besser fühlen kann....

    So sorry, kommt leider sehr pessimistisch rüber aber denke ich nunmal darüber.

    MfG

    Martisse

  5. #45
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Mobbing

    Martisse schreibt:
    Ich persönlich würde mir da keine Mühe machen, mit meinen Peinigern ins Gespräch zu kommen. Ich tat es zwar vor langer Zeit, doch bemerkte ich eins und zwar dass man dann da nicht weiß ob das gesagte dann der Wahrheit entspricht oder nicht, Es ist nämlich mir zumindest bekannt, dass wenn man nach Lösungen sucht, Mobber so kreativ sein können was das lügen betrifft, dass es da schon eine Ewigkeit dauern kann, um wenn überhaupt zur Lösung des Problems zu bekommen.
    Richtig, ein offenes Gespräch macht keinen Sinn. Dann heißt es, dass die Leute viel zu tun haben und du sie von der Arbeit abhältst. Oder sie versuchen dir einzureden, dass du mit der Arbeit überfordert bist - so wie es aktuell bei mir der Fall ist. Und ich bin definitiv NICHT überfordert. Mein Chef teilt meine Meinung, die Kollegen in der Abteilung loben mich öfters, und auch meine Azubine sieht das so. Nur die Sekretärinnen der anderen Abteilungen, die mich loswerden wollen, erzählen ständig ich würde mit der Belastung nicht klar kommen und an meinen Aufgaben verzweifeln. Ja, ist klar… ich hab´ die Abteilung bekommen, die am wenigsten zu tun hat und insgesamt eher ´nen lockeren Job im Vergleich zu den anderen Frauen. Überfordert… dass ich nicht lache!


    Martisse schreibt:
    Gerade in unseren Zeiten, wird alles aber auch wirklich alles auf eine Wettbewerbsebene gepackt. Und schon von Kindesalter an werden wir so erzogen. Man will der beste sein, auf möglichst vielen Ebenen und Arten auch immer.
    Ich stamme aus einem anderen Kulturkreis und wurde anders erzogen. Z. B. habe ich schon als Schülerin immer gerne meinen Klassenkameraden geholfen und nie solche Gedanken á la "Oh Gott, wenn ich ihm/ihr jetzt helfe, dann ist er/sie in der nächsten Klassenarbeit besser als ich!" gehabt. Ich erinnere mich spontan an meinen Deutsch LK, als wir im 1. Halbjahr der 12. Klasse von der Lehrerin die mündlichen Noten vorgelesen bekamen. Alle Mädchen im Kurs hatten 10-13 Punkte, nur ich und eine andere hatten 8. Ich war damit zufrieden, es entsprach in etwa meiner Leistung und war gerecht. Dann haben aber die ganzen Mädels mit den zweistelligen Punktzahlen in meiner Anwesenheit fast eine ganze Unterrichtsstunde lang auf die Lehrerin eingeredet, sie solle mir nur 5 Punkte geben, weil sie andere 8 Punkte-Kandidatin aus ihrer Sicht viel besser war als ich. Die Lehrerin blieb bei ihrer Meinung, aber ich war total schockiert und wütend über das Verhalten meiner Mitschülerinnen. Ich meine, was soll die Kacke?? Wenn ich 10-13 Punkte habe, dann fordere ich doch keine Lehrkraft dazu auf, eine schlechtere Mitschülerin noch schlechter zu bewerten.

    Mir fällt in den letzten Jahren immer wieder auf, dass dieses Konkurrenzdenken in der westlichen Wertewelt tief verankert ist - und zwar nicht nur auf beruflicher Ebene. Ich kann auch nicht verstehen, warum es in einer Beziehung oder Gruppe von Freunden eine Hierarchie geben sollte.


    Martisse schreibt:
    Nur das schaffen nur die wenigsten, denn wie es in Wettbewerben nunmal so ist gibt es nur einen ersten Platz.
    Das ist so, und das wird auch immer so bleiben.


    Martisse schreibt:
    Da fühlen sich viele sehr Empfindlich, und da sie auch mal an der Spitze stehen wollen, machen sie alles was in ihrer Macht steht um genau dies zu erreichen, und sei es die Psyche des Konkurrenten zu zerstören und seinen Ruf dauerhaft zu schädigen. Mag zwar jetzt ziemlich einseitg klingen, aber ist der Mensch wie jeder weiß genauso dazu in der Lage die grausamsten Dinge zu vollbrigen, wie er dazu in der Lage ist gutes zu tun.
    Und in einer Zeit, wo ein ( aus meiner Sicht gesehen ) übertriebenes Ästhetikbewusstsein in der Welt besteht, der Wunsch nach Statussymbolen wichtiger ist als die eigene Gesundheit und der berufliche Erfolg oder/bzw. Karriere zu machen wichtiger ist als Familie, Werte oder Ideale, wundert es mich daher auch sehr wenig dass es Menschen gibt die es eben genau so nötig haben zu mobben....
    Auf der Arbeit bin ich immer von irgendwelchen Leuten gemobbt worden, die mir in Bezug auf die fachlichen Qualifikationen unterlegen waren. Manchmal frage ich mich ob es nicht besser gewesen wäre, gleich nach der Arbeit ein Studium zu absolvieren und nach dem Abschluss etwas ganz anderes zu machen. Ich habe mich für einen Beruf (Sekretärin) entschieden, der kein Studium voraussetzt. Folglich muss ich immer wieder mit anderen Sekretärinnen arbeiten, die nach der Mittleren Reife oder nach dem Hauptschulabschluss ihre Ausbildung gemacht haben und auf Weiterbildung kaum Wert legen. Mich hat das noch nie gestört. Mir waren Schulabschlüsse und Weiterbildungen von anderen Personen immer egal, aber wenn die Leute merken, dass ich was auf dem Kasten habe, machen sie mich fertig.

    Mir wurde mal geraten, ich solle mich auf der Arbeit unwissender und dümmer stellen, als ich bin. Das sehe ich aber nicht ein. Ich schaue sicher nicht auf andere herab, aber wieso sollte ich mir kleiner machen als ich bin? Es ist doch nicht meine Schuld, wenn andere Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben.


    Martisse schreibt:
    Das will nicht heißen, dass ich solche Menschen nachvollziehen kann, und auch wenn dies sehr bösartig und extrem erscheinen mag, sind solche Menschen für mich der größte Abschaum den die Welt zum Vorschein gebracht hat.
    Das klingt fies, aber auch in diesem Punkt bin ich bei dir. Ich kann auch nicht alle Menschen gut leiden. Trotzdem würde es mir nicht im Traum einfallen, die Existenz einer Person zu zerstören, nur weil ich diesen Menschen nicht ausstehen kann. Das ist wirklich das Letzte.


    Martisse schreibt:
    Und leider ist es nunmal so, dass nur die wenigsten Menschen mit Neid umgehen können, und sie dann ihren freien Lauf lassen, was dann sehr wohl zu Mobbing führen kann. Und manchmal dann nicht nur auf rein materiellen Dingen bezogen.
    Oh ja… Ich bin keine Tochter aus wohlhabendem Elternhaus. Aber einige meiner alten Freundschaften sind zerbrochen, weil mich die Leute für verwöhnt hielten und mir das immer wieder zum Vorwurf machten. In der Schule und später in den Kneipen musste ich mir dumme Sprüche anhören, weil es bei mir zu Hause jeden Tag eine warme Mahlzeit gab. Meine Eltern waren nicht reich. Wir wohnten in einer kleinen Mietwohnung, hatten nur ein Auto und konnten uns keine Skiurlaube usw. leisten. Mein Vater war Handwerker, meine Mutter hatte sporadische Aushilfsjobs als Reinigungskraft. Dafür war sie öfter zu Hause als andere Mütter, die in Vollzeit arbeiteten, und kochte täglich für die Familie. Deswegen musste ich mir so einiges anhören. Meine damaligen Freunde hatten mehr Spielzeug, teurere Klamotten, wohnten in riesigen Häusern und machten teure Urlaube mit ihren Eltern. Weil ich diese Menschen wirklich mochte, hab´ ich ihnen das auch gegönnt… umgekehrt war es leider nicht der Fall.

    Oder gegen später, als ich älter wurde und am WE abends weggegangen bin. Meine Eltern waren immer sehr besorgt um mich und wollten auf keinen Fall, dass ich nachts per Anhalter nach Hause fuhr. Deshalb holten sie mich immer mit dem Auto ab, wenn ich unterwegs war und in der Nacht kein Bus mehr kam. Meine Freunde mussten überwiegend selbst schauen, wie sie nach Hause kamen. Ihre Eltern gingen früh ins Bett und wollten ihretwegen nicht noch einmal aufstehen. Das wurde mir auch zum Vorwurf gemacht. Auf der anderen Seite durften meine Freunde jedes WE weggehen und mussten sich nie an irgendwelche Uhrzeiten halten, sie konnten nach Hause kommen wann sie Lust hatten. Ich durfte nur selten ausgehen und musste lange um eine bestimmte Uhrzeit zu Hause sein. Das haben die Leute aber nicht gesehen. Ich war bei weitem nicht in jedem Punkt im Vorteil. Viele Leute verlieren aber den Blick für die Realität, wenn sie etwas unbedingt haben möchten uns es nicht bekommen.

  6. #46
    smi


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Mobbing

    Wie heißt es, abgewandelt so schön: Freunde kann man sich aussuchen, Arbeitskollegen nicht.

    Das Mobbing wird meist nur im Zusammenhang mit Arbeit und Job gesehen. Es ist aber wesentlich weiter verbreitet wie Vereine oder Elternabend und kann sich auch in die Familie einschleichen. Aus diesem Grund benutze ich allgemein das Wort Gruppe. Gruppe deshalb, da der Mobber allein nicht viel ausrichten könnte. In den meisten Fällen gibt es einen "Generalmobber" der mitlaufende "Soldatenmobber" hat.

    Ich würde Mobbing als erstes in zwei Hauptbereiche aufteilen:

    - das Mobbing auf sozialer Ebene
    - das Mobbing auf fachlicher Ebene

    Auf der sozialen Ebene bedeutet Mobbing meines Erachtens erst mal, dass man persönlich nicht so toll in die Gruppe reinpasst. Das kann an einem selbst oder an der Gruppe liegen. Hierfür gibt es zig Gründe wie z.B. anderer Kleidungsstil, anderes Ess-, Trink- oder Rauchverhalten, dick oder dünn, intro- oder extrovertiert. Hier hat halt die Gruppe die Macht. Wenn man mit fünf Farbenblinden einen Ausflug in die Natur macht und alle sind der Meinung die Wiese ist blau, wird man wohl sehr schnell mit seiner "Grün-Theorie" als Aussenseiter abgestempelt. Das gleiche passiert, wenn die Gruppe nachmittags eine Kaffee/Kuchenpause macht und man als einziger Tee und Knäckebrot mit Quark isst.
    Dieses kann der Startschuss zum Mobbing sein. Bitte nicht falsch verstehen, das soll nicht heißen der Gemobbte trägt hier die Schuld und nur angepasste Mitläufer ohne eigenem Charakter haben in unserer Welt eine Chance. (Wobei, manchmal habe ich schon das Gefühl, dass man als Mitläufer weniger Probleme hätte?!?!?)

    Auf der fachlichen Ebene sind die Klassiker, man ist zu gut, zu schlecht oder hat eine andere Arbeitsweise (ich "liebe" die Aussage: "....das haben wir schon immer so gemacht.....). Selbstverständlich gibt es auch hier wieder viele andere Faktoren, auch in Kombination. Hier kann das Mobbing durchaus auch von einer einzelnen Person ausgehen, die aber häufig eine Gruppe oder einen "Vorgesetzten" hinter sich wähnt.

    Beide Arten treten meist in Kombination auf, da es wohl nur sehr selten vorkommen dürfte, dass man sich mit der Gruppe super versteht und die einem plötzlich fachlich gegen den Karren fahren wollen oder umgekehrt, dass man fachlich vom Kollegen oder der Gruppe 100% akzeptiert wird die einem dann aber plötzlich im sozialen Bereich ärgern.

    So, ich gebe zu, dass sieht erst mal so aus als ob der gemobbte selbst Schuld ist. Aber mit nichten! Es ist eher so, dass der/die Mobber ein Problem nicht konstruktiv und objektiv angehen können sondern ihre "Macht" und "Gruppenstärke" gegen einen Einzelnen richten. Das dann auch noch mit unlauteren, fiesen Mitteln, die deutlich (gelinde ausgedrückt) über das Ziel hinausschießen.

    Wir ADHS´ler sind wahrscheinlich prozentual häufiger betroffen, da wir anders denken und uns anders benehmen und so den anderen eine breite Angriffsfläche bieten. Wenn man dann noch in eine Gruppe kommt, in der das "MobbingGen" in gewisser Dosis vorhanden ist, gehts los...........

    Tipps zu geben ist schwierig, da jeder Fall sehr unterschiedlich ist und jedes Mobbingopfer anders tickt. Mein Motto ist immer:

    "Take it, change it or leave it!"

  7. #47
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Mobbing

    smi schreibt:
    Wie heißt es, abgewandelt so schön: Freunde kann man sich aussuchen, Arbeitskollegen nicht.
    Richtig.


    smi schreibt:
    Aus diesem Grund benutze ich allgemein das Wort Gruppe.
    Ich finde den Ausdruck sehr zutreffend. In Gruppen ist es häufig der Fall, dass die einzelnen Mitglieder in gewissen Punkte die gleichen Ansichten haben. Wenn eine einzelne Person in einem Punkt eine andere Meinung vertritt, wird sie als Folge ihrer Eigenständigkeit psychisch unter Druck gesetzt und zunehmend ausgegrenzt. Sollte es sich um eine Gruppe von privaten Bekanntschaften handeln, kann sich die gemobbte Person von ihnen fernhalten. Beruflich geht das natürlich nicht so einfach.


    smi schreibt:
    (Wobei, manchmal habe ich schon das Gefühl, dass man als Mitläufer weniger Probleme hätte?!?!?)
    Dieses Gefühl habe ich schon lange. In einer Gruppe haben meistens 1-2 Leute das Sagen. Wenn jemand neu in diese Gruppe kommt und sich diesen Personen nicht vollständig unterordnet, hat er verloren. Deshalb sage ich seit geraumer Zeit, dass ich kein Gruppenmensch bin. Ich habe nichts gegen Gruppen an sich, aber ich hasse diese hierarchische Unterteilung in Alpha- und Beta-Gruppenmitglieder. Leider können viele Menschen innerhalb einer Gruppe nicht mit Augenhöhe umgehen und erwarten von anderen, dass sie sich ihnen anpassen. Für jemanden wie mich ist das pures Gift. Ich hasse nichts so sehr als die Tatsache, mich gleichgestellten Arbeitskollegen (bei Vorgesetzten habe ich kein Problem damit) oder in einer privaten Gruppe fügen zu müssen. Wieso soll ein anderer Mensch mir vorschreiben, was ich zu denken, zu tun und zu lassen habe? Das sehe ich nicht ein.


    smi schreibt:
    (ich "liebe" die Aussage: "....das haben wir schon immer so gemacht.....).
    Diesen Spruch "liebe" ich auch über alles. Wobei ich mich auf der Arbeit so einigermaßen daran gewöhnt habe, weil ich eben keinen Festvertrag habe und auf ´nen Job angewiesen bin. Obwohl ich natürlich viel lieber neue Ideen einbringen würde, als jede Aufgabe stur nach Vorgaben von Gleichgestellten abzuarbeiten.


    smi schreibt:
    Es ist eher so, dass der/die Mobber ein Problem nicht konstruktiv und objektiv angehen können sondern ihre "Macht" und "Gruppenstärke" gegen einen Einzelnen richten. Das dann auch noch mit unlauteren, fiesen Mitteln, die deutlich (gelinde ausgedrückt) über das Ziel hinausschießen.
    Einer Gruppe von Menschen glaubt man in der Regel eher als einer Einzelperson. Das ist das Schlimme an der Sache.


    smi schreibt:
    "Take it, change it or leave it!"
    Genau.

  8. #48
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Mobbing

    Mir ist da noch etwas eingefallen... Martisse schreibt von einer Gesellschaft, die Wert auf Geld, Macht, Ruhm und Äußerlichkeiten legt. In meiner Familie und meinem Freundeskreis ist das nicht so. Aber ich hatte auch schon mit Leuten zu tun, die so eine Einstellung an den Tag legten. Und zwar waren das alles sog. Söhne und Töchter aus wohlhabendem Elternhaus. Das fing schon auf dem Gymnasium in der 5. Klasse an, dass die Kinder reicher Eltern nur noch Freundschaften mit anderen "Bonzen-Kindern" führten und sich herablassend über andere Mitschüler äußerten. Diese Kids waren immer tip-top gestylt, trugen Markenklamotten, sahen überwiegend gut aus, waren sportlich aktiv, bekamen mit 18 schicke Autos und prahlten immer mit dem Status ihrer Eltern.

    Als Erwachsene war ich mehrmals mit solchen Leuten befreundet, also mit Sprösslingen wohlhabender Eltern. Nur im Unterschied zu meinen ehemaligen Mitschülern legten sie kaum Wert auf Optik, Hochleistungssport und irgendwelche materiellen Statussymbole. Das waren - oberflächlich gesehen - wirklich anständige Leute. Nach einer gewissen Zeit merkte ich, dass diese Menschen übertrieben egoistisch und sehr rücksichtslos waren. Es erschien mir auch ein wenig befremdlich wie sie immer wieder betonten, dass ihre Eltern dies oder jenes von Beruf waren, ihre Familien nur aus Akademikern bestanden, usw. Ich fühlte mich oftmals durch gewisse Verhaltensweisen von ihnen verletzt. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und teilte ihnen meine Gedanken mit. Von diesem Zeitpunkt an ging es los mit dem Psychoterror. Sie unterdrückten mich immer mehr und triezten mich, wann immer sie konnten. Wenn ich mich wehrte, wurde ich emotional erpresst. Und wenn ich mich fügte, machten sie trotzdem weiter... und ich wurde immer unglücklicher, bis eine der beiden Seiten den Kontakt abbrach. Diese Erfahrung habe ich bisher immer gemacht, wenn ich mit irgendwelchen Sprösslingen aus "gutem Hause" näher zu tun hatte.

    Ich habe nichts gegen wohlhabende Menschen. Wenn sich jemand seinen Wohlstand aus eigener Kraft erarbeitet hat, dann ziehe ich meinen Hut vor ihm. Es stört mich auch nicht, wenn irgendwelche Leute von ihren Verwandten ein Erbe hinterlassen bekommen. Aber es regt mich auf, wenn sich jemand für etwas Besseres hält, nur weil seine Familie ´nen Haufen Kohle besitzt, er selbst kein Stück dazu beigetragen hat und trotzdem glaubt, er könne sich alles herausnehmen und andere müssten sich immer nach ihm richten, weil seine Familie eben Geld hat.

  9. #49
    Wohnt hier

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    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Mobbing

    Hat jemand Erfahrungen mit Friedensangeboten von Seiten des Mobbers?

    Ich habe eines bekommen, traue aber dem Frieden noch nicht...

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  10. #50
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Mobbing

    Kommt auf die Situation an: ist es nur ein einzelner Mobber und hat es sich noch nicht mit anderen Kollegen verselbstständig, hört sich das gut an. Hat er aber schon Stimmung gegen dich gemacht und es sind mehrere auf den Zug aufgesprungen, wird sich die Situation nicht ändern.

    Da du aber Unterstützung von anderen Kollegen hattest, was deine Maßnahmen gegen den Mobber angehen, tippe ich mal auf Variante eins. Vermutlich möchte er sein Gesicht nicht vor allen Kollegen/Mitarbeitern verlieren.

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