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Diskutiere im Thema Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Kopfkino - Geht es den Stinos wirklich anders?

    Seit drei Tagen nehme ich Methylphenidat adult 10 mg.


    Ich sitze auf meiner Couch und denke über die Krankheit nach, ob das Einnehmen von Methylphenidat wirklich das Richtige

    ist, ob ich wirklich die Krankheit habe, ob man auch anderweitig dagegen angehen kann, ob es an unserer Gesellschaft liegt und deren Lebensweise…
    Ich verstehe die Krankheit noch nicht richtig und stelle mir die Frage, ob es
    überhaupt eine Krankheit ist, oder ob unsere Lebensweise uns krank macht und wir bald alle unter Methylphenidat durch die Welt laufen?!
    (Erschreckend zu lesen, wie viele sich auf Schulen und Unis das Medikament besorgen um den Anforderungen stand zu halten)
    Warum es so schrecklich viele gibt und was wohl früher mit diesen Menschen war?

    Haben sie ohne ADS Diagnose und Methylphenidat ein unerfülltes Leben, evtl. mit illegalen Drogen und Selbstzweifeln, bis zum Tod gelebt?

    Werde ich ohne diese Medikamente nie ein "normales" Leben führen können?

    Kann ich mich jetzt besser konzentrieren, weil MP auch eine Droge ist und sie auch im sozialen Bereich mutiger macht, oder weil ich mich auf das was ich sagen möchte besser konzentrieren kann und genau das mir Sicherheit verleiht?

    Ob sie meinem Organismus schadet und wenn ich es nicht nehmen würde evtl. nie klar kommen würde und evtl. mein Leben lang immer wieder den viel schädlicheren Drogen verfallen würde um mich wenigstens hin und wieder entspannt und glücklich zu fühlen?
    Warum kommen andere Menschen mit Lebenskrisen besser klar als ich?


    Sind es die vielen negativen Erfahrungen in meinem Leben?

    Warum bekomme ich es hin meine Wohnung ordentlich zu halten, auch wenn es in meinen Schränken immer wieder langsam chaotisch aussieht bis ich dann wieder Ordnung schaffe? Unordnung ist doch nicht unbedingt ein Indiz für ADHS. Es gibt doch noch viele, viele andere Menschen die es mit Ordnung nicht so haben, aber gesund sind, oder?

    Es ist bei mir ein stetiges Auf und Ab. Kontinuität kostet mich zu viel Kraft.

    Immer wieder stürzt mein Kartenhaus ein, wenn auch nicht mehr so extrem wie früher, da ich mein Denken verändert habe und nicht mehr alles so ernst nehme.

    Wäre es gar nicht so schlimm geworden, wenn ich mich nicht für das Arbeiten im Büro entschieden hätte sondern etwas handwerkliches erlernt hätte? Warum erscheint mir die Antwort manchmal so klar und dann wieder doch nicht? Warum schaltet das Gehirn immer wieder auf Bildschirmschoner? Warum die ständigen Blackouts?
    Ist es die Angst die sich durch die vielen Misserfolge manifestiert hat, die mein rationales Denken lähmt, oder ist es eine neurobiologische


    Störung im Gehirn namens ADHS?
    Und hier schließt sich "eigentlich" wieder der Kreis, denn ist es eine Krankheit oder unsere Lebensweise und die heutigen Anforderungen


    die unser Leben so schwer macht und die Gedanken rennen weiter und ich komme zu keinem Endergebnis…. Furchtbar!
    Wo liegen die Unterschiede bei Depressiven Menschen und mir, die Symptome sind ja die gleichen, wurde ich nur nicht richtig Therapiert?
    Diese Gedanken grenzen ja schon an seelische Selbstverstümmelung!!!!!!
    Kann mir jemand erklären warum man dieses Kopfkino hat? Warum man es nicht in den Griff bekommt?
    Und wo ich mir das Ganze gerade noch mal durchlese ist mir alles wieder so klar und ich überlege es gar nicht zu posten, aber ich mache es einfach dennoch.


    Und genau diese Gedanken machen mir auch das Arbeiten im Büro immer wieder unmöglich.
    Soll ich etwas ansprechen, da es mir eigentlich klar erscheint und ich denke recht zu haben, oder mich erklären zu müssen?


    Und dann kommen mir wieder Gedanken die mich daran hindern.

    Habe dann Angst es nicht erklären zu können und evtl. doch falsch zu liegen, kann es ja selber nicht wirklich einordnen und so schleppe ich meine Probleme stillschweigend weiter mit mir herum und es werden immer mehr bis ich zusammenbreche.

    Ich finde dann immer wieder selber gute Gründe warum ich die Problematiken nicht erwähnen sollte und außerdem habe ich furchtbare Angst vor den dann wieder bevorstehenden Blackouts.

    Ich kann nicht aus mir herauskommen, verstehe ja selber nichts.

    könnte jetzt gerade so losheulen und würde mir jetzt eigentlich ein Bier trinken, was ich aber nicht mache wegen den Medis.
    Geändert von fourposter05 (14.02.2014 um 09:03 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Wenn Deine Gedanken kreisen, d ann nimm den Finger vor Dein Gesicht und und dreh ein O gegen den Uhrzeigersinn. Damit hörst Du auf Deine Gedanken kreisen zu lassen und lilaflieder silber belastet Dich nicht mehr so!

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Liebe fourposter,

    zunächst einmal - ich schreibe selbst gerne in kürzeren Zeilen, weil das Auge das besser erfassen kann. Aber bei deinem
    Beitrag in "Versform" hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten, dran zu bleiben. Vielleicht kannst du den Text ja noch ein
    bisschen verändern.

    Ich meine, ich kann ganz gut verstehen, welche Gedanken dir jetzt durch den Kopf gehen und würde gerne bei dir
    sitzen bei einem alkoholfreien Bier und mich mit dir unterhalten. Da das aber leider nicht möglich ist, sage ich dir
    zwei Sachen:

    Bei mir war es "Nichts Spezielles, nur alles" (eine Zeile aus einem Lied von Erika Pluhar).

    Schon als kleines Mädchen hatte ich das Gefühl, dass ich irgendwie anders bin ...............

    Da meine Kinder bereits Anfang der 90-er Jahre wegen ADHS behandelt wurde, habe ich sehr viel darüber gelesen,
    Vorträge gehört, mit Experten und Betroffenen gesprochen usw. Dadurch konnte ich mich besser verstehen. Da
    ich in den letzten Jahren vielfachen Belastungen ausgesetzt bin und auch nicht jünger werde, nehme ich jetzt
    regelmäßig Methylphenidat. Erste Versuche mit ADs vor vielen Jahren haben bei mir keine Besserung gezeigt,
    also nehme ich an, dass mein Problem vor allem im dopaminergen Bereich liegt.

    1. Empfehlung - Lies mal das Buch "Zwanghaft zerstreut" oder schau dir mal die "50 Tipps" an, die du hier im
    Forum im Bücherthread findest. Ich habe sie mir mal abgetippt, und mir ein Büchlein in "Din-A-6-Format draus
    gemacht. Und ab und zu schau ich da mal rein.

    2. Das Gedankenkreisen oder von mir "Grübelkrankheit" genannt ist auch bei mir stark ausgeprägt.
    Zufällig schrieb mir vor ein paar Jahren meine alte Deutschlehrerin, mit der ich mich seit vielen Jahren
    brieflich austausche, "Dalai Lama sagt: Drop the thought!"

    Diese Worte sage ich mir immer vor, wenn ich wieder einmal grüble.

    Du kannst hier im Forum auch mal nachschauen, was "Emoflex" bedeutet. Vielleicht kannst du das erlernen.
    Und natürlich wäre es sicher hilfreich, wenn du mit jemanden über deine Gedanken sprechen kannst.

    Was auch meiner Meinung nach gut ist, wenn man hier ein Tagebuch schreibt, ich hab's bisher nicht gemacht,
    ich habe andere Plätzchen, an denen ich mich austobe.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend - LG Gretchen

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Hallo Gretchen,

    mich interessieren mal die " 50 Tipps " aber wo finde ich die?
    Habe bei Bücher nachgeschaut, aber es gibt da soviele Seiten und bei der 8.Seite habe ich aufgehört zu suchen.

    Ist das ein Buchtitel? ich glaube nicht, weil du ja schreibst, du hast sie dir abgetippt.
    Also vermute ich mal, dass irgendwo 50 Tipps aufgeführt sind, die man sich abschreiben kann oder?

    Bin neu hier und kenne mich noch nicht so aus, kannst du mir helfen und vielleicht genauer beschreiben, wo ich suchen muß?

    Wäre ganz liebe von dir

    Lieben Gruß - Naturfreundin

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    @fourposters
    Ich bin mal wieder wach - das ist ein unheimlich schön geschriebener Text! Tiefsinnig und gar nicht so im Kreis gehend wie du meinst. Viele Punkte folgen als Logik aus anderen Punkten. Morgen setze ich mich kurzen den Rechner und schreibe dir dazu was. Ich würde mich wirklich über einen Austausch freuen. Du sprichst viele Dinge an für die ich noch keine Worte hatte :-)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    @ Gretchen
    Eigentlich waren das Zeilen die sich in mein Medikamententagebuch unter der Rubrik Befinden in einer Exceltabelle selbstständig gemacht haben. Das Kopieren gestaltete sich gesten etwas schwierig und bevor meine Verfassung sich zu einem ausgewachsenen Wutausbruch entwickeln konnte, hab ich den Text einfach mal so stehen lassen.
    Heute Morgen, siehe da, es hat funktioniert. Bis auf ein paar Absätze die keinen Sinn ergeben.

    Kannst du mir bitte genauer erklären, was du mit folgendem Satz meinst: Erste Versuche mit ADs vor vielen Jahren haben bei mir keine Besserung gezeigt,
    also nehme ich an, dass mein Problem vor allem im dopaminergen Bereich liegt.

    Ich kann für mich ausschießen, dass ich depressiv bin, da es mir nur schlecht geht, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert, wenn Aufgaben bevorstehen, wo ich weiß, dass ich sie nicht händeln kann, oder das Kopfkino anfängt. Bin sonst eigentlich ein frölicher und sehr lebhafter Typ.

    Kannst du mir mal über deine Anfänge mit Methylphenidat berichten? Wie war dein Befinden und wie ist es jetzt? Ich merke eine enorme Verbesserung in meiner Konzentration. ich sitze nicht mehr wie Ox vor dem Berg und brauche voll lange um z. B. diesen Text zu schreiben. Allerdings fühlte ich mich gestern Abend niedergeschlagen und traurig und musste auch weinen. Hat aber mit den vielen negativen Gedanken zu tun gehabt - denke ich -. Sind deine Augen vor der Einnahme auch unkontrolliert über Geschriebenes (z. B. Formulare) gewandert, ohne wirklich zu lesen was da eigentlich steht?

    Hab mir heute Morgen dirket mal zwei Bücher bestellt und die "50 Tipps", die ich ja schon von dir bekommen habe, werde ich gleich mal zu einem Heftchen zusammenfassen.
    Glaube auch, dass es nicht schlecht ist seine Gedanken aufzuschreiben. Es hat mir gestern geholfen zu sortieren.

    Ich wünsche einen wunderschönen, pannenfreien, sonnigen Tag...

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    @ slippyamelia

    Oh ja, sehr gerne!!!!!! Behalte den Chat mal im Auge...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Kopfkino - * Geht es den Stinos wirklich anders?


    Dein Film wechselt nun das Genre und wird zu einem Dialog im Theater ;-)


    * "Seit drei Tagen nehme ich Methylphenidat adult 10 mg.
    * Ich sitze auf meiner Couch und denke über die Krankheit nach, ob das * Einnehmen von Methylphenidat wirklich das Richtige*ist, ob * ich wirklich die Krankheit habe,*"

    Sind das nicht Zweifel, die jeder hat?

    "ob man auch anderweitig dagegen angehen * kann,"

    Na klar, mit Verhaltenstherapie. Ich nehme zusätzlich dennoch Medis und Nahrungsergänzungsmittel.

    "ob es an unserer Gesellschaft liegt und deren Lebensweise…Ich "

    Sicherlich haben wir eine beschleunigte Leistungsgesellschaft - Meritokratie ist grausam für ADSler.
    Nur die Fähigkeit des Hirns entscheidet über Geld macht Status und Glück - aber das ist nur ein Unglück, wenn man diese Werte akzeptiert. (Und es gibt ja auch sehr erfolgreiche ADSler.)


    "Warum es *so schrecklich viele gibt und was wohl früher mit diesen Menschen war. Haben sie ohne * ADS Diagnose und Methylphenidat ein unerfülltes Leben,*evtl. mit * illegalen Drogen und Selbstzweifeln bis zum Tod gelebt?*Werde ich *ohne diese*.."


    Ein unerfülltes Leben ist Defintionssache. Was meinst du, wo die großen Schriftsteller, Maler, Künstler herkommen? Sie haben ähnlich gewirkt wie du mit deinem kreativen Beitrag als Filmschnipsel-Gedicht. Aus der Verzweifelung heraus entstehen die tollsten Dinge! Genau deswegen behandeln ja auch viele Künstler ihr ADS eben gerade nicht.

    Ich finde deswegen die Frage so wichtig: macht uns das Medikament unkreativ, gefügig, langweilig wie Stinos?

    Wenn ich alleinnan die verschwendete Lebenszeit denke, die so mancher Stino mit Aufräumen verbringt... Wie sinnlos! (Gleichzeitig bin ich natürlich auch für ein Mindestmaß an Ordnung.) Aber ein "unerfülltes Leben" - wenn das der Masstab sein soll - haben ADSler ganz bestimmt ohne Behandlung nicht. Eher im Gegenteil, kaum einer macht so viel wie wir (in seinen Anfängen, ich spreche nicht vom
    Beenden..)

    "ohne Medikamente nie ein "normales" Leben führen können?*Kann ich"


    Wer will schon ein normales Leben? Was ist das tolle an einem Spießerleben?


    "mich * jetzt besser konzentrieren, weil MP auch eine Droge ist und"

    Das "D"-Wort ist glaube ich im Forum verboten. Es ist ein Medikament. Die Dosis, die wir nehmen macht keinen Rausch. (Und ich glaube nicht, dass der Rausch in Überdosierung sehr angenehm wäre, eher einfach nur stressig und tödlich.) Und ich glaube auch nicht, dass man Drogen dadurch definieren sollte, dass sie helfen - ganz im
    Gegenteil!

    "sie auch im * sozialen Bereich mutiger macht, oder weil ich mich auf das was ich sagen * möchte besser konzentrieren kann und genau das mir Sicherheit verleiht?"

    Dir reicht ein Satz, um eine in ihrer Kürze geniale Zusammenfassung des Wirkungsmechanismus zu schreiben...

    *"Ob sie * meinem Organismus schadet und wenn ich es nicht.."

    Packungsbeilage ... Sicher schadet es in vielen Fällen - aber das Leben ist immer tödlich. Und entscheiden, ob man es nimmt, kann man vom Leidensdruck.

    "nehmen würde evtl. nie klar * kommen würde und evtl. mein"

    Ich mag die Alltagssprache nicht: "klar kommen". - Was heißt dieser jugendsprachliche, unpräziser Ausdruck?


    "Leben lang immer wieder den viel schädlicheren * Drogen verfallen würde * um mich wenigstens hin und wieder entspannt und glücklich zu fühlen? Warum *.."

    Naja, das Risiko bestünde und ich denke nicht, dass die Schädlichkeit so anders ist. Aua! Ich kann mir schon vorstellen, wie ich dafür gelyncht würde, wenn ich es so stehen lassen würde, deswegen ergänze ich: das sagt nur keiner offen. Das Marketing der Medikamente geht so: nimmt man keine Medis wird man andere Medikamente oder gar Drogen missbrauchen. Statistisch weisen Psychologen das sogar "nach". Ich habe diese Studie bisher nicht gefunden. -Die Argumentation übersieht eins: dass man sonst Drogen nehmen würde, annulliert die Nebenwirkungen des MDH keinenfalls. Provokanter: dad macht aber das MDH nicht besser!


    "kommen andere Menschen mit Lebenskrisen besser klar als ich?*Sind es * die vielen negativen Erfahrungen in meinem Leben? Warum * bekomme ich es hin meine Wohnung ordentlich zu halten, auch wenn es in meinen * Schränken immer wieder langsam chaotisch aussieht bis ich dann wieder Ordnung * schaffe? Unordnung ist doch nicht unbedingt ein Indiz für ADHS, es gibt doch * noch viele, viele andere Menschen die es mit Ordnung nicht so haben, aber * gesund sind, oder?*Es ist bei * mir ein stetiges Auf und Ab."

    Du brantwortest es ja selbst. Ordnung kostet Kraft.

    "Kontinuität kostet mich zu viel Kraft.*immer * wieder stürzt mein Kartenhaus ein, "

    Vielleicht könntest du konkreter sein?

    "wenn auch nicht mehr so extrem wie früher, * da ich mein Denken verändert habe und nicht mehr alles so ernst nehme."

    Ja, aber ist diese innere Distanz zum eigenen Leben nicht die Wurzel des Übels? Wir leben in zynischen-ironischen Zeitalter. Ich lehne diese Selbstobjektivierung ab.

    "Wäre es * gar nicht so schlimm geworden, wenn ich mich nicht für das Arbeiten im Büro * entschieden hätte sondern etwas handwerkliches gelernt hätte?"

    Nachdem Du Deinen Filmstreifen gepostet hast, ich Dich nicht kenne, denke ich, Du hast einen Kopf und Arbeit mit den Händen wäre vielleicht für Deinen Kopf nicht genug gewesen?

    "Warum * erscheint mir die Antwort manchmal so klar und dann wieder doch nicht?"

    Ist das nicht normal?


    "Ist es die Angst die sich durch die vielen Misserfolge manifestiert * hat, die mein rationales Denken lähmt, oder ist es eine neurobiologische Störung im * Gehirn namens ADHS? Und hier schließt sich "eigentlich" wieder der * Kreis, denn ist es eine Krankheit oder unsere Lebensweise und die heutigen * Anforderungen*die unser * Leben so schwer macht und die Gedanken rennen weiter und ich komme zu keinem * Endergebnis…. Furchtbar!*Wo liegen die * Unterschiede bei Depressiven Menschen und mir, die Symptome sind ja die * gleichen, wurde ich nur nicht richtig Therapiert? ]Diese * Gedanken grenzen ja schon an*seelische * Selbstverstümmelung!!!!!!"

    Wie gesagt: das weißt du nicht, sagt Hirschhausen. Man kann nicht in die Köpfe der anderen hineinschauen und stellt sich nur vor, die anderen kämen besser klar :-) Nur ein Psychologe kann es beurteilen oder ein Arzt.. weil er viele Menschen sieht. (Und dann muss man sich auch immer fragen, ob man nicht der Brotgeber fürs Gegenüber ist.)

    Ansonsten empfehle ich den besten Artikel zu ADS: FAZ Zombie - inkl. Kommentare der Leser.


    "Kann mir jemand erklären warum man dieses Kopfkino * hat? Warum man es nicht in den Griff bekommt?"

    Es ist normal sich Gedanken zu machen! Täte man das nicht, wäre man tot (oder dumm).

    MDH an Unis: Wird überschätzt - ist nicht so häufig wie Medien gerne behaupten. Und ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten gesprochen. Das ist zwar kein Beweis - aber ich denke, es ist dennoch schwer genug, das mDH "zu besorgen".

    * "Und wo ich mir das Ganze gerade noch mal durchlese ist mir alles wieder so * klar und ich überlege es gar nicht zu posten, aber ich mache es einfach * dennoch."

    Es ist doch schön, auch vermeintlich evidente Gedanken zu teilen. Ist es wirklich so trivial? Vieles, was du aufwirfst, ist bisher ungelöst und selbst Ärzte wissen noch keine Antwort.
    Viele schreiben hier über ihre Gefühle - tatsächlich ist aber das Denken das Problem beim ADSler**- er fühlt zu viel und handelt auch nach Gefühl - statt nachzudenken. Wenn also so viele hier über ihre Gefühle schreiben, bleibt die frage: hilft Medikinet ihnen?*
    Es soll nicht fühlen sondern denken helfen. Gleichzeitig ist es paradox: man kann vieles zum ersten mal fühlen, weil man endlich denken kann - Dank besserem Kurzzeitgedächtnis. Und schon sieht man es wieder: es ist eben einfach unwahrscheinlich schwierig und komplex - keineswegs ist es eindeutig.

    "Und genau * diese Gedanken machen mir auch das Arbeiten im Büro immer wieder unmöglich. * Soll ich etwas ansprechen, da es mir eigentlich klar erscheint und ich denke * recht zu haben, oder mich erklären zu müssen? *Und"

    Hat das nicht eher etwas mit Sozialphobie, leichten Aspergersymdromen *etc zu tun? Nicht zu wissen, was man sagen darf/kann/sollte ist einfach nur Ausdruck sozialer Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit.

    "dann * kommen mir wieder Gedanken die mich daran hindern."

    Auch normal.


    *"Habe dann * Angst es nicht erklären zu können und evtl. doch falsch zu liegen, kann es ja * selber nicht wirklich einordnen und so"

    Du kannst in den Kopf der anderen nicht hineinschauen. Zweifel haben alle Menschen und überstandene Ängste können auch stärken, wenn sie nicht Überhand nehmen ;-)

    "schleppe ich meine Probleme stillschweigend * weiter mit mir herum und es werden immer mehr bis ich zusammenbreche.*Ich finde *"

    Vielleicht liegt das nur daran, dass wir nicht loslassen können und eben Unwichtiges nicht von Wichtigem unterscheiden können? Nur deswegen addieren sich die Dinge so im Kopf und machen Dich fertig.

    "dann immer wieder selber gute Gründe warum ich die Problematiken nicht * erwähnen sollte und außerdem habe ich furchtbare Angst vor den dann wieder * bevorstehenden Blackouts.*Ich kann * nicht aus mir"

    Dabei hilft aber doch MDH? Mit Medis sollte es dich nicht vorkommen?

    "herauskommen, verstehe ja selber nichts.]könnte * jetzt gerade so losheulen und würde mir jetzt eigentlich ein Bier trinken, * was ich aber nicht mache wegen den Medis."

    Emotionale Spitzen mit Weinen sollten doch jetzt gekappt sein?Bier ist mit Medis verboten und hilft nicht. ich habe früher auch am Feierabend manchmal eins getrunken zur Entspannung. Mit MDH bin ich schon entspannt. Bei Rossmann gibt es Hopfentabletten, in der Apo Hopfentee (eigentlich ekelig bitter..) Eine Ärztin hat gesagt: der Hopfen entspannt und nicht der Alkohol.*
    Nehme ich immernoch. Hilft für den stressabbau. (Baldrian etc. helfen ja nicht bei uns und Johanneskraut ist verboten mit den Medis :-)


    Vielleicht wird ja ein Dialog draus?

    Beste Grüsse,
    amelia

  9. #9
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    @fourposter - Danke für deine Antwort auf deinen Beitrag.
    Leider hatte ich heute einen Tag, der mich sehr viel Energie kostete, da ich sie zu einer
    jungen Verwandten schicken musste, der es sehr sehr schlecht ging.

    Wir könnten uns über so vieles unterhalten, aber ich bin ja schon fast 60 und habe mit ca. 45 mit dem Medikament angefangen.
    Und ADHS wirkt sich völlig unterschiedlich aus. Ich wollte ausdrücken, dass mein Arzt bei mir erst mal mit Antidepressiva angefangen hat,
    die nicht hilfreich waren und sich dann getraut hat, mir off-Label Methylphenidat zu verschreiben.

    Ich denke, ich habe manchmal die "Sekundentraurigkeit", in dem Buch von Walter Beerwerth "Das kreative Chaos"
    ist was zu finden über den Unterschied zwischen Trauer und Depression. Auch ein Buch, das ich gerne empfehle.

    Aber jetzt muss ich echt erst mal Energie tanken und Gott oder dem großen Geist danken.......

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    slippyamelia schreibt:

    Ein unerfülltes Leben ist Defintionssache. Was meinst du, wo die großen Schriftsteller, Maler, Künstler herkommen? Sie haben ähnlich gewirkt wie du mit deinem kreativen Beitrag als Filmschnipsel-Gedicht. Aus der Verzweifelung heraus entstehen die tollsten Dinge! Genau deswegen behandeln ja auch viele Künstler ihr ADS eben gerade nicht.

    Ich finde deswegen die Frage so wichtig: macht uns das Medikament unkreativ, gefügig, langweilig wie Stinos?

    Wenn ich alleinnan die verschwendete Lebenszeit denke, die so mancher Stino mit Aufräumen verbringt... Wie sinnlos! (Gleichzeitig bin ich natürlich auch für ein Mindestmaß an Ordnung.) Aber ein "unerfülltes Leben" - wenn das der Masstab sein soll - haben ADSler ganz bestimmt ohne Behandlung nicht. Eher im Gegenteil, kaum einer macht so viel wie wir (in seinen Anfängen, ich spreche nicht vom
    Beenden..)

    Oha! Sehr gewagte romantische Vorstellung.

    1. Aus Verzweiflung direkt entsteht so gut wie kaum etwas. Verzweiflung lähmt. Aus der Phase nach der Verzweiflung entsteht etwas, wenn man reflektieren kann. Die äusserst zermürbende WIRKLICHE Verzweiflung hält sich keiner freiwillig aufrecht.

    2. Viele Künstler behandeln ihr ADS, weil sie sonst nicht überlebensfähig sind. Jeder Beruf, auch der des Künstlers beinhaltet viele Aufgaben, die Routine und Langeweile mit sich bringen. Allein die Steuererklärung oder das Finish von Arbeiten, Kundenaquise etc. sind Dinge, die hochgradig wichtig für den Beruf sind, die aber eben ADSlern unglaublich schwer fallen.

    3. Viele, sogar sehr viele ADSler haben ein unerfülltes Leben, viele Punkte die auf ein unerfülltes Leben hindeuten sind sogar Diagnosekriterien. (Schwierigkeiten in Schule, Beruf, Ehe, Elternhaus, Geldumgang, Suchtverhalten etc. etc.)


    Wenn ADHS so unglaublich erfüllend und besonders ist, wieso nimmst du dann Medikamente deren Schädlichkeit du mit der einer Drogenabhängigkeit vergleichst?


    slippyamelia schreibt:

    Wer will schon ein normales Leben? Was ist das tolle an einem Spießerleben?
    ICH!!!!!!!! Weil meine romantische Vorstellung vom Spießerleben die ist, das man weniger Kraft für`s (über)leben braucht, das man verständlicher und homogner mit seiner Umwelt ist, das man sich selbst weniger ausgrenzt und weniger ausgegrenzt wird. Weil ich denke, das ich so mehr Chancen auf ein erfülltes Berufs- und gesellschaftliches Leben hätte.




    slippyamelia schreibt:
    MDH
    Also ich nehm` MPH.

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