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Diskutiere im Thema Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    cocolores schreibt:
    Dem kann ich nur voll zustimmen. Ich habe bisweilen dieses Fighten um jeden Zentimeter Grund und Boden so satt, dass ich dem latenten Gefühl, damit "anders" zu sein, keinen Nutzen mehr anhängen kann. Ich will Normalität und bin bereit, dafür etwas zu opfern, was mich vielleicht besonders macht - aber mich nicht nährt. Meinen Hunger nicht stillt, meinen Durst nicht. Mich nicht beruhigt, nicht an der Hand hält. Etwas, was mich nicht festhält, wenn ich es loslasse.
    Wäre Normalität zu erreichen, gäbe es nicht so viele
    Medikamentenuser hier im Forum. Ein bissel mehr Funktionieren
    im Nicht-ADHS´ler Sinne, ein bischen weniger Fighten, um die
    Dinge, die anderen kaum Probleme machen, aber ich glaube nicht,
    dass es uns das Besondere nimmt.

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    creatrice schreibt:
    That`s it!


    Ich hätte es in den kurzen Sätzen nicht ausdrücken können.

    Ständige Unzufriedenheit ist der Motor, aber Unzufriedenheit ist eben nicht erfüllend. Sie ist treibend, nagend, verzweifelnd und verschleisst enorm. Wenn dann noch ein ADHS drauf kommt, ist das Leben weitaus anders als "erfüllend".

    (Ich hab den letzten Tagen keine Lust gehabt ins Netz zu gehen, sorry :-)


    Ich glaube alles hängt von der Definition der "Erfüllung" ab.
    War es nicht Eckart von Hirschhausen, der gefragt hat, ob man tatsächlich immer verlangen könnte, das das Leben mit Glück erfüllt sei?
    Ich schau noch mal nach, in welchem der Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, das drin stand. Seitdem stehe ich der Auffassung, das Leben müsste immer glücklich und erfüllt sein irgendwie kritisch gegenüber - und natürlich sind die meisten Künstler erst nach ihrem Tod bekannt geworden. Zu Lebzeiten sind es in der Literatur beispielsweise ja nur Bestseller Autoren... Wenn die verstorben, zählen ihre Werke kaum noch bzw. verfallen sofort in Vergessenheit...
    aber mùssten wir nicht eigentlich Erfüllung undefinierten?

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Von 100% Erfüllung oder Glück gehe ich auch nicht aus (davon wage ich nicht mal zu träumen), aber 99% Unzufriedenheit hat wohl selbst Herr von Hirschhausen nicht gemeint.

    Mir würde ja schon ein Verhältnis von 50-50 reichen.............

  4. #24
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    [QUOTE=slippyamelia;469080]Kopfkino - * Geht es den Stinos wirklich anders?


    Dein Film wechselt nun das Genre und wird zu einem Dialog im Theater ;-)


    "ob man auch anderweitig dagegen angehen * kann,"
    Na klar, mit Verhaltenstherapie. Ich nehme zusätzlich dennoch Medis und Nahrungsergänzungsmittel.
    Schön wäre es, aberich habe jetzt schon fast 7 Jahre Therapie hinter mir. Aber was hilft es mir, wenn ich mich nicht konzentrieren kann und somit meine Arbeit nicht fehlerfrei verrichten kann?!
    Die Probleme der Komorbiditäten sind so gut wie aus dem Weg geschafft. Das Medikament verrichtet aber auf jeden Fall echte kleine Wunder. Ich beobachte mich im Moment natürlich genau. Welche Narungsmittelergänzungen kannst du mir empfehlen, sprich haben sich bei dir positiv ausgewirkt und in wecher Weise? Was wird in deiner Verhaltenstherapie gemacht?

    "ob es an unserer Gesellschaft liegt und deren Lebensweise…Ich "

    Sicherlich haben wir eine beschleunigte Leistungsgesellschaft - Meritokratie ist grausam für ADSler.
    Nur die Fähigkeit des Hirns entscheidet über Geld macht Status und Glück - aber das ist nur ein Unglück, wenn man diese Werte akzeptiert. (Und es gibt ja auch sehr erfolgreiche ADSler.)
    Akzeptieren hin oder her, ich habe ganz andere Werte! Zwangsläufig würde ich da schon fast meinen. Dennoch rödel ich immer zwischen Jobwechsel, Arbeitslosigkeit und dadurch große Verzweiflung. Dies macht mich natürlich auch im sozialen Bereich labiler, denn wie sollte ich bislang erklären? Konnte es mir ja selber nur mit Unvermögen auf ganzer Linie meinerseits erklären. Und man möchte ja auch nicht jedem erklären. Viele können es sowieso nicht nachvollziehen, denn die eigene Erfahrung fehlt da gänzlich. Ich denke das daraus dann auch oft ein großes Lügenkonstrukt entsteht. Ich habe seit meiner Ausbildung immer wieder Angst vor Harz IV. Ich freu mich für die erfolgreichen ADHSler unter uns, nur leider habe ich da schrecklich wenig von.
    Ich bin fast 34 Jahre alt und bin bislang nur mit Schadensbegrenzung beschäftigt gewesen. Leider keine Kinder und auch wieder einmal keinen Job. In zehn Jahren in sieben unterschiedlichen Betrieben gearbeitet zu haben und zwei Ausbildungen abgebrochen zu haben ist einfach total furchtbar.

    Ein unerfülltes Leben ist Defintionssache. Was meinst du, wo die großen Schriftsteller, Maler, Künstler herkommen? Sie haben ähnlich gewirkt wie du mit deinem kreativen Beitrag als Filmschnipsel-Gedicht. Aus der Verzweifelung heraus entstehen die tollsten Dinge! Genau deswegen behandeln ja auch viele Künstler ihr ADS eben gerade nicht.
    Nur leider verdienen nur die wahren Künstler genug Geld, wenn sie nicht wie sehr viele schon das Zeitliche gesegnet haben. Auch deswegen hatte ich von dieser Möglikeit Abschied genommen.

    Ich finde deswegen die Frage so wichtig: macht uns das Medikament unkreativ, gefügig, langweilig wie Stinos?
    Soll mir für einen gewissen Grad recht sein, wenn mein Leben dann etwas beständiger wird und ich ein wenig zur Ruhe kommen kann. Aber ich habe gute Hoffnung mit meinem neuen Freund Methylphenidat.

    Wenn ich alleinnan die verschwendete Lebenszeit denke, die so mancher Stino mit Aufräumen verbringt... Wie sinnlos! (Gleichzeitig bin ich natürlich auch für ein Mindestmaß an Ordnung.) Aber ein "unerfülltes Leben" - wenn das der Masstab sein soll - haben ADSler ganz bestimmt ohne Behandlung nicht. Eher im Gegenteil, kaum einer macht so viel wie wir (in seinen Anfängen, ich spreche nicht vom
    Beenden..)
    In gewisser Weise hast du da schon recht. Aber jeder Mensch ist unterschiedlich. Der eine finder Erfüllung im Aufräumen und einer tiptop aufgeräumten Wohnung und der Andere nicht. Klar müssen wir das sozusagen für uns so sehen und hier und da ein paar Abstriche machen, denn alles ist uns zu viel. Ich kenne aber viele die Arbeit, Verpflichtungen und Freizeit grandios händeln und dabei zufrieden und glücklich sind. Ich sage damit nich, dass auch diese Menschen ihre Probleme haben. Das möchte ich auch!!!
    Ich mag natürlich das unkonventionelle auch an mir. Ich bin ein kleiner Wirbelwind und wenn ich genau diese Eigenschaften, die genau das beinhalten (Ideenreichtum, Kreativität, Individualität) für mich ab und zu mal nutzen kann, sprich, wenn ich dabei auch mal Freude ausstrahle, ist das was ganz tolles. Die innere Zerissenheit macht mir die poisitiven Eigenschaften allerdings madig. Komme dann auch oft genau an diese Eigenschaften gar nicht dran.

    "ohne Medikamente nie ein "normales" Leben führen können?*Kann ich"


    Wer will schon ein normales Leben? Was ist das tolle an einem Spießerleben?
    Damit meine ich kein Spießerleben, sondern einfach nur einen festen Job, damit verbunden ein festes Einkommen und eine Familie... Und dabei dann noch etwas verrückt sein


    "mich * jetzt besser konzentrieren, weil MP auch eine Droge ist und"

    Das "D"-Wort ist glaube ich im Forum verboten. Es ist ein Medikament. Die Dosis, die wir nehmen macht keinen Rausch. (Und ich glaube nicht, dass der Rausch in Überdosierung sehr angenehm wäre, eher einfach nur stressig und tödlich.) Und ich glaube auch nicht, dass man Drogen dadurch definieren sollte, dass sie helfen - ganz im
    Gegenteil!
    Dann schreibe ich das böse Wort wohl besser nicht mehr. Ich war im Schreibefluss und hab alles so geschrieben wie es kam. Kann ja auch Betäubungsmittel schreiben, aber mal ehrlich, es ist das Selbe. Wozu bekommt man sonst vom Doc zwei Rezepte ausgehändigt?!?!
    Obwohl ich nur sehr wenig von dem Medikament nehme (2x10 mg auf den Tag verteilt), habe ich bei meiner derzeitigen Einstellung schon leicht gespürt,
    wie gräßlich eine Überdosierung ist. Drogen helfen auch nicht, da gebe ich dir absolut recht! Im Gegenteil, sie haben mir sehr oft sehr geschadet.
    Aber ich habe durch sie ab und zu mal die Erfahrung machen dürfen, zu spüren, wie es ist, den Durchblick zu haben und total zu entspannen. Wollte es auch nie wirklich. Engelchen und Täufelchen sage ich da nur. Ich habe mich sogar sehr oft dafür geschämt und wollte mir selber nicht mehr in die Augen schauen. Der Konsum entstand aus reiner Verzweiflung. Für mich ein kurzzeitiges Flüchten in eine angenehmere Welt.


    "sie auch im * sozialen Bereich mutiger macht, oder weil ich mich auf das was ich sagen * möchte besser konzentrieren kann und genau das mir Sicherheit verleiht?"

    Dir reicht ein Satz, um eine in ihrer Kürze geniale Zusammenfassung des Wirkungsmechanismus zu schreiben...
    Absolut, der Unterschied versetzt meine Berge.Ich erkenne jetzt warum ich oft nicht gesprochen habe. Es war mir zu anstrendend und ich hatte Angst,
    dass sich bei einem weiteren kommunikativen Fauxpas der Erdboden nicht auftut. Meine Gedanken sind zu sehr gesprungen und ich konnte mir in einer größeren Runde auch nie merken wer was gesagt hat. Dann steht man schnell als Dummerchen da, das nix versteht.


    *"Ob sie * meinem Organismus schadet und wenn ich es nicht.."

    Packungsbeilage ... Sicher schadet es in vielen Fällen - aber das Leben ist immer tödlich. Und entscheiden, ob man es nimmt, kann man vom Leidensdruck.
    Für mich ist jetzt klar, dass der Nutzen für mich da im Vordergrund steht. Lieber ein evtl. kürzeres und erfülltes Leben als ein langes quälendes.
    Das Leben zuvor war ohnehin nicht das Gesündeste, da der Körper sich durch Leid selber vergiftet.

    "nehmen würde evtl. nie klar * kommen würde und evtl. mein"

    Ich mag die Alltagssprache nicht: "klar kommen". - Was heißt dieser jugendsprachliche, unpräziser Ausdruck?
    Die Antwort hierzu habe ich oben ja schon gegeben


    "Leben lang immer wieder den viel schädlicheren * Drogen verfallen würde * um mich wenigstens hin und wieder entspannt und glücklich zu fühlen? Warum *.."

    Naja, das Risiko bestünde und ich denke nicht, dass die Schädlichkeit so anders ist. Aua! Ich kann mir schon vorstellen, wie ich dafür gelyncht würde, wenn ich es so stehen lassen würde, deswegen ergänze ich: das sagt nur keiner offen. Das Marketing der Medikamente geht so: nimmt man keine Medis wird man andere Medikamente oder gar Drogen missbrauchen. Statistisch weisen Psychologen das sogar "nach". Ich habe diese Studie bisher nicht gefunden. -Die Argumentation übersieht eins: dass man sonst Drogen nehmen würde, annulliert die Nebenwirkungen des MDH keinenfalls. Provokanter: dad macht aber das MDH nicht besser!
    Auch hier ergibt sich die Antwort schon weiter oben.

    "kommen andere Menschen mit Lebenskrisen besser klar als ich?*Sind es * die vielen negativen Erfahrungen in meinem Leben? Warum * bekomme ich es hin meine Wohnung ordentlich zu halten, auch wenn es in meinen * Schränken immer wieder langsam chaotisch aussieht bis ich dann wieder Ordnung * schaffe? Unordnung ist doch nicht unbedingt ein Indiz für ADHS, es gibt doch * noch viele, viele andere Menschen die es mit Ordnung nicht so haben, aber * gesund sind, oder?*Es ist bei * mir ein stetiges Auf und Ab."

    Du brantwortest es ja selbst. Ordnung kostet Kraft.
    Da hast du wohl absolut recht. Der Nebel hat sich gelichtet und jetzt sehe ich diese Antwort auch ganz klar. Alles im Lot zu halten ist einfach zu viel.
    Oder wie Gretchen so schön aus einem Lied von Erika Pluhar schrieb: "Bei mir war es nichts SPEZIELLES, nur ALLES..."


    "Kontinuität kostet mich zu viel Kraft.*immer * wieder stürzt mein Kartenhaus ein, "

    Vielleicht könntest du konkreter sein?
    Damit meine ich, dass wenn eine Baustelle halbwegs aufgeräumt ist, die nächste wieder in Chaos ausbricht. Arbeit, Freunde, eigenes Inneres.
    Meine Reserven sind dann aufgebraucht und ich lasse erst einmal alles schleifen um Kraft zu sammeln und wieder erneut zu starten.
    Ein ewiges Auf und Ab halt.

    "wenn auch nicht mehr so extrem wie früher, * da ich mein Denken verändert habe und nicht mehr alles so ernst nehme."

    Ja, aber ist diese innere Distanz zum eigenen Leben nicht die Wurzel des Übels? Wir leben in zynischen-ironischen Zeitalter. Ich lehne diese Selbstobjektivierung ab.
    Sehe ich eigentlich nicht so. Ich kann jetzt mehr über mich lachen und gehe viel freundlicher mit mir um. Wenn was nicht gelingt, nehme ich es nicht so ernst und lache oftmals drüber, anstatt mich aufzuregen. Ändert ja nichts an der Tatsache. (Allerdings nicht in der Arbeit, denn der Chef und die Kollegen lachen da nicht mit) Oder reden bzw. schreiben wir an einander vorbei?


    "Wäre es * gar nicht so schlimm geworden, wenn ich mich nicht für das Arbeiten im Büro * entschieden hätte sondern etwas handwerkliches gelernt hätte?"

    Nachdem Du Deinen Filmstreifen gepostet hast, ich Dich nicht kenne, denke ich, Du hast einen Kopf und Arbeit mit den Händen wäre vielleicht für Deinen Kopf nicht genug gewesen?
    Kann sein das du da recht hast. Im Nachhinein denke ich nur, es wäre besser gewesen was im Handwerk zu erlernen, da ein kleiner Künstler in mir steckt. Habe immer viel gezeichnet und gemalt usw. was mir auch riesen Freude bereitet. Hab mich auf diesem Gebiet immer viel ausgetobt. Dann wäre ich als Person viel ausgeglichener gewesen und hätte mein Potential vielleicht in meiner Freizeit entfalten können. Mein Allgemeinwissen ist nicht das Beste und das liegt denke ich daran, dass ich mich mein Leben lang nur mit mir beschäftigt habe und für solche, für mich Nebensächlichkeiten, keine Kraft und Zeit gefunden habe.


    Ansonsten empfehle ich den besten Artikel zu ADS: FAZ Zombie - inkl. Kommentare der Leser.
    Werde ich mir im Anschluss auf jeden Fall mal ansehen.

    MDH an Unis: Wird überschätzt - ist nicht so häufig wie Medien gerne behaupten. Und ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten gesprochen. Das ist zwar kein Beweis - aber ich denke, es ist dennoch schwer genug, das mDH "zu besorgen".
    Auch hier wirst du recht haben, denn wenn man den vielen Berichten glauben schenkt, gibt es ja z. B. auch gar kein ADHS. Hab mir auch abgewöhnt solche Berichte zu lesen, denn erstens bringen sie mich selber wieder zum Grübeln und zweitens verärgern sie mich.


    "Und genau * diese Gedanken machen mir auch das Arbeiten im Büro immer wieder unmöglich. * Soll ich etwas ansprechen, da es mir eigentlich klar erscheint und ich denke * recht zu haben, oder mich erklären zu müssen? *Und"

    Hat das nicht eher etwas mit Sozialphobie, leichten Aspergersymdromen *etc zu tun? Nicht zu wissen, was man sagen darf/kann/sollte ist einfach nur Ausdruck sozialer Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit.
    Ja, ich hatte eine schwere Sozialphobie in der Vergangenheit. Daran habe ich viel gearbeitet und hin und wieder holt sie mich wieder ein. Das hat viele Gründe, zu viele um sie hier schriftlich niederzulegen, aber die Hauptsache ist, dass ich anfange zu rekonstruieren und glaube zu verstehen woher sie kommt. Asperger habe ich auch schon drüber nachgedacht, glaube ich aber nicht wirklich. An richtig guten Tagen läuft der Kontakt ausgezeichnet. An schlechten habe ich extreme Blackouts und kann mich an Gesprächen nicht beteiligen.
    Kurz, es ist der Ausdruck sozialer Hilflosigkeit und Handlungsfähigkeit durch die vielen unangenehmen Situationen die sich durch mein Leben ziehen.

    "schleppe ich meine Probleme stillschweigend * weiter mit mir herum und es werden immer mehr bis ich zusammenbreche.*Ich finde *"

    Vielleicht liegt das nur daran, dass wir nicht loslassen können und eben Unwichtiges nicht von Wichtigem unterscheiden können? Nur deswegen addieren sich die Dinge so im Kopf und machen Dich fertig.
    Absolut richtig!!!

    "dann immer wieder selber gute Gründe warum ich die Problematiken nicht * erwähnen sollte und außerdem habe ich furchtbare Angst vor den dann wieder * bevorstehenden Blackouts.*Ich kann * nicht aus mir"

    Dabei hilft aber doch MDH? Mit Medis sollte es dich nicht vorkommen?
    Mein Vorgesetzer der letzten Arbeitsstelle, die ich im September leider auch wieder verlassen musste (Kündigung, konnte ich aber verstehen), wollte mich nicht so schnell aufgeben und hat meine Kündigung immer wieder aufgeschoben. Leider mussten wir recht schnell feststellen, dass eine Diagnose und die damit hilfreiche Medikation in so kurzer Zeit nich zu erlangen sind. Wir sind dann Wohl oder Übel im gegenseitigen Einverständnis auseinander gegangen. Hatte also leider nicht die Gelegenheit dies zu testen. Er erkundigt sich jetzt noch nach mir und das tut wirklich gut. Das ist das erste Mal, dass sich ein Chef mal für meine Belange interessiert hat. Und nein, ich kann da nicht wieder anfangen, die Stelle wurde anderweitig besetzt.

    "herauskommen, verstehe ja selber nichts.]könnte * jetzt gerade so losheulen und würde mir jetzt eigentlich ein Bier trinken, * was ich aber nicht mache wegen den Medis."

    Emotionale Spitzen mit Weinen sollten doch jetzt gekappt sein?Bier ist mit Medis verboten und hilft nicht. ich habe früher auch am Feierabend manchmal eins getrunken zur Entspannung. Mit MDH bin ich schon entspannt. Bei Rossmann gibt es Hopfentabletten, in der Apo Hopfentee (eigentlich ekelig bitter..) Eine Ärztin hat gesagt: der Hopfen entspannt und nicht der Alkohol.*
    Nehme ich immernoch. Hilft für den stressabbau. (Baldrian etc. helfen ja nicht bei uns und Johanneskraut ist verboten mit den Medis :-)
    Da das, der erst 2.Tag der Einnahme war und ich schon manches über die Einstellungstagen gelesen habe, führe ich es darauf zurück. Hilft dir die Einnahme von Hopfen wirlich? Dann probiere ich es auch einmal aus. Da ich allerdigs den Geschmack eines Bierchens liebe, habe ich gestern ein Alkoholfreiens getrunken. Meinst du das der minimal kleine Alkoholanteil sich auch negativ auswirkt?

    Ganz liebe Grüße auch an dich...
    Geändert von fourposter05 (16.02.2014 um 18:49 Uhr)

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    Da überlagern sich viele Ebenen, was es für mich schwer macht ganz durchzusteigen. Ich bin ja hier auch Betroffene

    ich lese da Ebenen raus wie

    1) ich und mein ADHS generell, Umgang damit?

    2) Medikation? ist das für immer, hilft es mir wirklich? Wie beeinflusst es was?

    Mein erster Tipp - schreiben ist super! hier oder in ein Tagebuch - und dann versuch es für dich zu strukturieren, was du geschrieben hast. Mach dir klar, was zusammen gehört und was wozu gehört - dann wird es vielleicht auch für den "Kopfsalat" leichter.

    Zu 1 - ein ganz weites Feld. Zu weit für mich persönlich um zu antworten. Vielleicht hast du konkretere Fragen, Anliegen?

    Zu 2: m.E. try and error, sonst ist hier nichts möglich.

    Der Unterschied ist m.E u.a. ob man als Kind die Diagnose bekam oder als Erwachsener. Ich war 9 Jahre und das ist 30! Jahre her. Ritalin gab es. Ich wollte es nicht. Ich musste es nicht nehmen und das Thema war vom Tisch.
    Ich habe eine halbwegs volle Werkzeugkiste heute. Ich hatte die Möglichkeit immer wieder an Schrauben zu drehen, wenn ich merkte, jetzt läuft etwas aus dem Ruder. Ich hatte trotzdem Zeiten mit Selbstmedikation (Essen) und Höhen und Tiefen. Aber ich musste nie eine Opferhaltung einnehmen. ich war immer so wie ich war, und ich musste immer schauen, dass ich meine Wege selbst finde. Ich hatte immer Handlungsspielraum, durch das Wissen um mein ADHS - was jemand, dem gar nicht klar ist, was los ist, nicht hat.

    Hier kann so eine "Medikamenten-Brille" m.E. mind. am Anfang schon hilfreich sein. Um erstmal klar zu sehen. Und zu lernen, zu unterscheiden, wo ist denn überhaupt "meins". Was gehört denn überhaupt zu mir und ist von mir zu bearbeiten, und wo sah ich nur nicht klar, war ADHS typisch unabgegrenzt und habe mir alles aufgesogen, - mit dem AHDS.-Staubsauger was so rumlag. Um überhaupt mal Handlungsspielraum zu bekommen, denke ich, kann eine Medikation hilfreich sein.

    m.E. ist es sinnvoll parallel auch die Werkzeugkiste zu füllen, um auch ohne die Brille zu wissen, wie man mit Situationen umgehen kann. die typischen ADHS Medikamente kann man alle entweder dauerhaft - ODER bei Bedarf einsetzen. Das wird die Entwicklung zeigen, was dann für den einzelnen sinnvoll ist.

    ich lebe ganz ohne Medikamente. ich habe in der Schublade Ritalin. Ich setze es nie mehr ein. Früher ab und zu - heute kann ich noch besser mit mir umgehen und Situationen anders lösen. Meistens. Aber für mich ist es auch gut zu wissen, dass es da ist.

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    habitbreaker schreibt:
    MPH ist KEINE Droge!!!
    Im Hirn läuft der Stoffwechsel aus dem Ruder, blöderweise
    so, dass es nicht über einen eindeutigen Bluttest oder einen
    eindeutigen Gendefekt nachweisbar ist. Aber es ist zunächst
    etwas physiologisches und glücklicherweise hat man herausgefunden,
    dass MPH sich positiv auf die physiologische Problematik
    auswirken kann!

    [...]
    Exactly, naja fast.
    Mit EEGs kann man immerhin veränderte Alphawellen nachweisen, die man (hermeneutisch, d.h. erzählend und keineswegs naturwissenschaftlich wirklich "exakt") interpretieren muss (und die so manches bedeuten können, von Messfehlern abhängig sind, etc.)

    Ein Bekannter von mir arbeitet in der Humangenetik, er ist überzeugt davon, dass auch ADS irgendwann genetisch nachweisbar sein wird, bisher wissen Wissenschaftler auch noch nicht genug über Autismus, Asperger & Co (aus vermutlich gleichem Spektrum)..

    Und wir hatten in der Medienecke eine Diskussion über neue Experimente mit Stimmhöhen und Aussprache von Silben, die bei ADSlern seltsam starr seien. (Konjunktiv, nachbleibe Zeit gehabt, mir die Unterlagen zu besorgen).

    Fazit: Forscher sitzen dran, wie Du gesagt hast. Und der Nachweis wird hoffentlich auch irgendwann objektiv messbar sein - dann hören öffentliche Diskussionen auf (über Pseudokrankheiten und -von mir auch gar nicht abgestrittenen, sicher vorhandenen - Medikamentenmissbrauch).

  7. #27
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: Kopfkino, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Ganz schrecklich!

    @fourposter

    ich habe Deinen Beitrag gelesen und antworte Dir morgen in meiner Pause. Ich bin hundemüde von de Berlinale, mein Kopf ist voll von Bildern und ich habe noch .. Einen Abschiedsbrief an meine Schwiegereltern vor mir, den ich beenden will.

    (Du siehst, der Traum von Familie muss auch nicht gut sein :-) )

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