Seite 1 von 9 123456 ... Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 83

Diskutiere im Thema Soziale Kontakte und die Anstrengung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    NorthLight

    Gast

    Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hey!

    Ich hab in letzter Zeit wieder massiv das Problem, dass mich Sozialkontakte anstrengen ohne Ende. Früher war es sehr viel schlimmer, da habe ich mich dann ganz stark zurückgezogen und hatte kaum Kontakte, mittlerweile habe ich mir einiges aufgebaut. Doch das kostet Kraft. Viel Kraft.
    Eben mal mehr, mal weniger, wobei ich natürlich auch merke wie gut mir Freunde tun und dass es sich am Ende immer lohnt.

    Aber leider ändert das nichts daran, dass ich im Moment kaum rausgehe, weil ich immer im Kopf hab, dass ich nach ner halben Stunde müde bin, dass ich mir etwas ausdenken muss, wenn ich gehen will, dass mir die Konzentration fehlt mich mit mehreren Leuten gleichzeitig zu beschäftigen und so weiter... totale Reizüberflutung kurz gesagt.

    Die Mühe ist es wert, das weiß ich. Deshalb suche ich nach Dingen, die mir das Ganze leichter machen. Habt ihr irgendwelche Strategien?
    Ich will mich nicht immer zurückziehen müssen. Abends weggehen ist sowieso schon nicht mein Ding....

    Liebe Grüße!

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 523

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    hmm ich baue freundeskreise auf, zerstöre oder ersticke diese dann im keim mit nichtmelden oder zurückgezogenheit.

    wo ist da eigentlich der sinn?
    ganz abgesehen von meiner beziehungsunfähigkeit, die zu wünschen lässt, ich suche nähe, aber gleichzeitig auch die ferne-
    ich brauche, sehne mich nach dieser nähe, die dann wenn zu oft wiederholt einfach den reiz verliert und ich brauch wieder etwas anderes.
    sprich ich suche sogar, fast ausschließlich nach fernbeziehungen, obwohl ich weiß,
    dass diese für mich nicht funktionieren, weil zu viel streß, hektik, planung, all das macht mich verrückt im kopf.

    sorry, ich weiß du wolltest einen rat, aber ich kann dir leider auch nicht helfen.
    wünsche mir aber, dass du das irgendwie hinbekommst

  3. #3
    NorthLight

    Gast

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Sowas kenne ich von früher, heute passiert mir diese Zerrissenheit seltener.
    Ich kriege das besser hin, Nähe zuzulassen, wenn auch noch nicht wirklich toll oder so, dass ich zufrieden wäre. Aber da muss man wohl Geduld haben.
    Im Moment leide ich eher darunter, gar keine Beziehung zu haben, auch wenn das vielleicht auch Vorteile hat ^^

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    ich hatte früher auch viele Probleme mit dem "nahe sein" und dem "fern sein" . War er da, störte es mich, war er weg vermisste ich ihn. Ja und heute: wenn ich zb die ganze Woche daheim bin (war am Anfang aber sehr extrem) hab ich zuerst gar keine Lust zu ihm zu fahren und stell mir vor, alleine zu sein, also ohne Beziehung. Aber das hab ich nicht mehr so extrem sondern kann mich auch mal freuen. Denn wenn ich dann da bin, freu ich mich dann doch irgendwie und merke das dann was fehlebn würde. Ich freu mich ehrlich gesagt auch auf die Woche wenn beide Arbeiten gehen und wir uns nicht sehen bzw er auf Montage ist.


    Ja und Freundschaften kann ich kaum aufbauen. Eine Freundin hab ich die gut zu mir passt, aber ich sehe sie eben nicht so oft, weil sie woanders arbeitet, aber das macht mir nichts aus und das reicht mir auch. Wenn ich mir vorstelle nen großen Freundeskreis zu haben,würde mich das einengen. Zu viel Stress!!! Ich fahre gerne alleine zb an den Bungalow und genieße die Ruhe und da brauch ich nicht unbedint niemand. Das nutz ich dann in der Woche aus, wenn mein Freund eh nicht da ist bzw arbeiten muss. Freiraum für mich. Das brauch ich halt.


    stell dir vor du hast ein Kind! Da hast du immer Kontakt. Ich weiß nicht ob ich das will. Immer das angehängt sein an jemanden. Ich kanns mir jetzt jedenfalls nicht vorstellen und konnte es mir auch noch nie vorstellen.
    Geändert von sourcream (27.01.2014 um 21:49 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    sourcream schreibt:
    stell dir vor du hast ein Kind! Da hast du immer Kontakt. Ich weiß nicht ob ich das will. Immer das angehängt sein an jemanden. Ich kanns mir jetzt jedenfalls nicht vorstellen und konnte es mir auch noch nie vorstellen.
    Also mit dem Kind das geht noch - aber der Zwang, dann zu Kindergarteneltern und Klassengemeinschaft (Elternabende sind ja sooooooooooooo toll und die Kids abzuholen und vor der Klasse 10 Min warten zu müssen ist noch besser) Kontakt aufzunehmen.... Puh! Das haben wir leider nicht vorher bedacht, als wir aus unserem Quasi-Eremiten-Leben (nur Job und uns beide) heraus Eltern wurden. Wow, das war dumm. Naja, nu müssen wir da durch und yeah baby ist das gruselig! Bei mir als Smalltalk-Legasthenikerin, überfliegender, vielseitiginteressierter Quasselstrippe ("Holst du auch mal Luft?!?!?") und mit meinen off-mainstream Ansichten hat das schon zu vielen "spassigen" Situationen geführt...

  6. #6
    NorthLight

    Gast

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Ich muss mal kurz einhaken - mir gings nicht um Probleme mit Nähe oder Ferne.
    Mein Problem ist körperlicher Art, klar spielt die Psyche da mit rein, aber in erster Linie krieg ich Kopfweh, werde müde und überfordert. Wie ein quengeliges Kind so in etwa. Ich stells mir als ne Art Overload vor, der da im Kopf stattfindet. Zu viel auf einmal.

    Mit Menschen um mich herum, die ich mag und mit denen ich mich verstehe, fühle ich mich meistens auch ganz wohl. Ich hab keine soziale Phobie oder Angst vor der Nähe, jedenfalls nicht im freundschaftlichen Bereich. Irgendwie kam das oben im Einstiegsbeitrag auch anders rüber.....^^

    Berührungen sind stellenweise auch nicht meins, jedenfalls keine zufälligen oder unabsichtlichen. Das tut mir manchmal richtig weh oder fühlt sich komisch an.

    Aber mir gings um Strategien, wie man der Reizüberflutung durch Menschen um einen herum entgegenwirken kann.... Weiß da jemand was?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Für small Talk vor dem Kindergarten oder Schule bin ich auch nicht zu gebrauchen!!!!
    Das strengt mich total an.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hallo,

    das kenne ich gut - mir werden Verabredungen auch schnell zu viel. Und wenn mich wie heute eine Freundin fragt, ob wir am Wochenende zusammen was trinken gehen wollen, merke ich, dass Unbehagen in mir aufsteigt. Ich finde es eine Stunde nett, mit jemandem zusammen, aber dann wird es mir zu viel. Abgesehen davon, dass "Bierchen trinken gehen" so gar nichts für mich ist.

    Das ist auch beim Telefonieren so - ich finde alles über 5 Minuten so anstrengend. Kann da nicht zuhören und mag auch nicht viel erzählen.

    Was mir hilft: Ich treffe mich mit Freunden zum Laufen. Wir plaudern beim Laufen eine halbe Stunde, und danach kann ich wieder eigene Wege gehen. Ich verbringe Zeit mit Freunden, aber es ist klar, dass ich da nicht stundenlang herumquälen muss.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    NorthLight schreibt:
    Ich muss mal kurz einhaken - mir gings nicht um Probleme mit Nähe oder Ferne.
    Mein Problem ist körperlicher Art, klar spielt die Psyche da mit rein, aber in erster Linie krieg ich Kopfweh, werde müde und überfordert. Wie ein quengeliges Kind so in etwa. Ich stells mir als ne Art Overload vor, der da im Kopf stattfindet. Zu viel auf einmal.
    Passiert mir in Gruppen öfter - ob bei fremden, nicht so fremden oder geliebten Menschen. Auf dem Jahrmarkt ist nur bei bester Laune und voller Energie zu ertragen. Aber leider weiß ich nicht, wie ich mich da einschätzen soll. Oft überfällt mich das ziemlich von hinten. Beim Abteilungsfrühstück in der TK habe ich mal wieder aktiv bemerken können, dass 35-40 Personen in einem Raum und viele Einzelgespräche schnell dazu führt, dass ich den Eindruck habe, die Gespräche finden alle direkt in meinem Kopf statt und ich kann mich auch nicht mehr auf meinen Gegenüber konzentrieren (wohl auch kein Cocktail-Party-Effekt, leider) und dann will ich immer nur noch fliehen. Habe es aber regelmässig 20-30 Minuten durchgestanden, Expositionstherapie Aber ich glaube einige aus der Klinik denken jetzt, ich bin schwerhörig, so oft, wie ich nachfragen musste, weil ich etwas nicht verstanden habe .... dass die anderen das nie tun, fand ich schon immer strange.

    NorthLight schreibt:
    Mit Menschen um mich herum, die ich mag und mit denen ich mich verstehe, fühle ich mich meistens auch ganz wohl. Ich hab keine soziale Phobie oder Angst vor der Nähe, jedenfalls nicht im freundschaftlichen Bereich. Irgendwie kam das oben im Einstiegsbeitrag auch anders rüber.....^^

    Berührungen sind stellenweise auch nicht meins, jedenfalls keine zufälligen oder unabsichtlichen. Das tut mir manchmal richtig weh oder fühlt sich komisch an.
    Berührungen - naja, ich bin recht berührungsarm aufgewachsen, dann noch die steife deutsche Art und schon war es mir unbequem in America "hugs" und in Frankreich "bise" zu bekommen. Aber mittels "Expositionstherapie"(s.o. ) gelingt es mir jetzt auch gute Freunde bei der Begrüssung zu umarmen, ohne mich seltsam zu fühlen. Und dass mich beim Geburtstag mal ein Kollege/eine Kollegin umarmt ist auch nicht mehr sooo schlimm. Weh hat es nie getan, eher seltsam war's früher. Fast, als hätte ich grad in dem Moment nur die Körperteile die sich grad berühren und den Rest nicht. Ob das schon als Dissoziation gilt, weiß ich nicht. Aber es ist sehr viel besser geworden.

    NorthLight schreibt:
    Aber mir gings um Strategien, wie man der Reizüberflutung durch Menschen um einen herum entgegenwirken kann.... Weiß da jemand was?
    Ich habe leider auch keine. Nur "rechtzeitig bemerken und adäquat handeln" was eben hauptsächlich meine Befindlichkeiten betrifft - kommt dann eben schon mal vor, dass ich mich vorzeitig von einer Betriebsfeier entferne (oder je nach aktueller Laune auch gar nicht hingehe), wenn es mich überrennt. Ich versuche allerdings immer so lange auszuhalten wie möglich, in der Hoffnung, dass es zu einem Gewöhnungseffekt kommt. Bisher bin ich - seit dem ich mich aktiv damit beschäftige und mich "bessern" will - damit gut gefahren und zumindest bei Berührungen ist es merklich besser geworden. Für große Gruppen habe ich noch keine Skills oder ähnliches, die mir zuverlässig helfen, aber ich arbeite dran.

    Bezüglich Berührungen noch eine privat-Beobachtung: Ich habe den Eindruck, dass ich wohl aufgrund einer leichten Bindungsstörung (Eltern & Umfeld in der Kindheit/Jugend waren nicht grad das A und O) lange brauche um Vertrauen zu fassen und das wirkt sich auch darauf aus - wurde oft für körperliche Attribute gehänselt und da mag ich mich nicht umarmen lassen. Für mich besteht da bei genauerem Nachdenken ein recht klarer Zusammenhang bei mir. Muss nicht auf jeden zutreffen, ist aber sicher eine Überlegung wert....

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hey,

    ich kann dir auch keine wirklichen Tipps geben. Bin Diagnosetechnisch und Therapitechnisch erst in den Anfängen.

    Aber so, wie du es beschreibst, kenne ich es auch von mir.
    Nach ner gewissen Zeit schaltet mein Kopf ab, mir wird leicht schwindelig (psychosomatisch) und ich fühl mich "neben mir". Naja, sobald ich dann Zuhause bin muss ich mich abschotten und lieg dann eventuell den Abend voll nur noch aufm Bett rum.

    Ich finde es dann sehr angenehm, wenn ich mich "zum Spazieren gehen" mit jemandem treffen kann. Durch das Laufen brauch ich nicht ständig auf die Person zu schaun und auf alles achten. Ich kann eh besser zuhören, wenn mein Blick in der Gegend rumwandern kann.
    Auch machen dann Gesprächspausen weniger aus, eben weil man am Laufen ist und hier und da mal was sieht, was einen in den "Bann" zieht.

    Vielleicht hilft es auch, wenn du mit den Freunden im Vorfeld ausmachst, dass du nicht lange kannst. Wenn es dann doch mehr Spaß macht, kann man immer noch sagen: "Ach weißte was, 5 Minuten gönn ich mir noch!"

    Was die Sache mit den Berührungen angeht:

    OOOHHH JAAA... Manchmal wird mir richtig schlecht, wenn mich jemand anfasst, ohne dass ich es im Vorfeld "erkennen" kann. Das tut mir dann ganz komisch im Magen weh, kanns gar nich so gut beschreiben. Und die Haut brennt dann leicht in dem Moment.
    Vor allem so leichte Berührungen (streifen) sind dann schlimm. Irgendwie würd ich da auch sagen, dass es ne Reizüberflutung ist.

    Liebe Grüße und noch viel Glück für weitere Ratschläge,

    Hotaru

Seite 1 von 9 123456 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...
    Von WeißeRose im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 200
    Letzter Beitrag: 25.02.2014, 14:33
  2. kontakte pflegen
    Von zeta im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 16.01.2014, 21:32
  3. Tips für soziale Kontakte
    Von Isabaellchen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 17.07.2013, 22:37
  4. Freundschaften / soziale Kontakte
    Von Muck im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 2.04.2012, 01:07
  5. Soziale Kontakte
    Von Birgit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 16.12.2009, 18:09

Stichworte

Thema: Soziale Kontakte und die Anstrengung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum