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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte und die Anstrengung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Das Extrem muss man ja nicht gleich mit vorhandener Technik begehen.......
    Ich bin auch nicht immer und überall erreichbar, ich nutze sie einfach als reizarmen Kommunikationsweg. Ich komme mit schriftlicher Kommunikation viel besser zurecht als mündlich, weil ich so, wie Domptwur es sagte, mein eigenes Tempo bestimmen kann, ohne andere zu irritieren, was mich dann wieder irritiert. Ich muss auch nicht die Störquellen wie Gestik und Mimik sehen, oder gar andere....

  2. #52
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Wenn Gestik und Mimik Störquellen sind, ja. Die habe ich gerne zu Verfügung um Ablehnung oder so ähnlich vorzubeugen, bzw. die Möglichkeit zu haben vorher zu gehen, das ist aber vermutlich eine andere Schwachstelle als adhs - Richtung Phobien oder so.

  3. #53
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:
    @Waldsteini:
    Mit Arbeitssituationen besser klar zu kommen scheint mir nicht schwer, da dies leicht strukturiert werden kann. Dürfte aber individuell sehr unterschiedlich sein. Es geht ja nicht darum, dass von aussen tatsächlich übermässig viel Reize auf einen einströmen, sondern darum, dass ich nicht leben kann, was ich gern möchte. Mails muss ich nicht checken, .... na klar nicht. Ich verstehe nicht ganz, was das mit Reizüberflutung bei ADS zu tun hat. Es geht ja nicht darum, wie viel Reize auf uns einströmen, sondern wie unser Körper, unser Gehirn diese Reize verarbeitet. Es geht also nicht nur darum, die äussere Situation zu normalisieren, sondern mit der anderen inneren Situation klar zu kommen. Da helfen Ratschläge, wie vermeiden oder Reize abstellen, ja nur beschränkt, wenn man Situationen nicht ausweichen kann oder will.
    Vielleicht kommt hier gerade einiges durcheinander. Klar ist, dass auch ich einiges mehr wahrnehme bzw. auf einige Dinge stärker achte als andere Menschen. Für mich ist aber auch klar, dass ich diese Reizüberflutung nicht immer habe bzw. für mich wird sie schnell zum Problem, wenn ich eben mit den falschen Menschen zusammen bin. Für mich ist es eher eine quantitative Frage, solange der Ausgleich stimmt, ist alles in Ordnung, dann kann ich auch in den Situationen bestehen, die mir sonst eher Probleme machen.

    Dompteur schreibt:
    du sagst, dass die moderne Technik nicht hilft, das kann ich nicht nachvollziehen. Denn genau diese ermöglicht es vielen Menschen, vermutlich reizempfindlichen ADSlern ebenso, Kontakt zu halten und sich doch nicht den Reizen einer vollen sozialen Situation aussetzen zu müssen, Zeit und Ausmass der Kommunikation bestimmen zu können ...... Ich fühle mich nicht einsam, wenn ich mit Freunden chatte, wenn gleich es doch nicht das selbe ist, wie mit ihnen zusammen sein. Wenn SMS mich einnehmen, dann nehme ich den Telefonhörer in die Hand, denn dann geht's damit einfacher.
    Ich bin nicht der Meinung, dass die moderne Technik keine Hilfe ist! Sonst würde ich mich damit nicht umgeben! Allerdings bin ich der Meinung, dass sie das Problem der Einsamkeit nicht lösen kann. Zumindest ist es mir bisher so gegangen - für mich war sie an dem Punkt oft genug ein Trugschluss. Grundsätzlich hilft das alles für eine gewisse Zeit, stellt für mich aber keine echte Lösung dar. Es hilft mir allenfalls das Gefühl von Alleinsein ein wenig abzumildern.

    In meinem Umfeld gibt es genügend Menschen, die mir früh über Mimik und Gestik signalisiert haben, dass sie schnell überfordert sind. Da habe ich kein Problem, mich ihnen gegenüber nur über die moderne Technik zu nähern. Ich pflege z.B. mit einer Frau, die extrem schnell überfordert ist, seit Jahrzehnten einen Briefkontakt, obwohl wir uns auch regelmäßig treffen könnten. Überhaupt habe ich eine rege Korrespondenz, die ich pflege und auch nicht missen möchte. Auch da kommt es vor, dass es zu Missverständnisse kommt. Und es gibt eine Menge Menschen, die selbst geschriebene Worte mit nicht vorhandenen Inhalten füllen.

    Dompteur schreibt:
    Ich glaube, wir reden hier von grundsätzlich verschiedenen Dingen. Ich rede davon, dass wir egal in welcher Situation, reizoffen sind und daher viele und unwesentliche Informationen aufnehmen, die uns (unnötig) belasten und in der Summe überfordern. Ich rede nicht vom gesellschaftlichen Problem, den ich habe das schon seit meiner Kindheit, die aus heutiger Sicht reizarm war. Ich rede von der Eigenart, die durch ADS entsteht und die mich schon früh von anderen Menschen entfernte und dazu führte, dass ich mit sozialen Situationen überfordert war/bin, was ja da eigentliche Thema dieses Thread ist.

    Ich bin mit Dir einig, dass wir nicht dem ständigen Druck der modernen Technik nachgeben müssen, aber das ist ein ganz anderes Thema. Wichtig scheint mir dagegen eher, wie wir trotz ADS-Symptomen soziale Kontakte pflegen und halten können. Mit Vermeiden und Reizabschirmung gelingt das sicherlich nicht.
    Na ja, ich kann für mich sagen, dass mich nicht jede soziale Situation total überfordert. Bin der Meinung, dass es durchaus darauf ankommt, was auf mich einströmt. Ich meide keinesfalls jeden Reiz, allerdings muss ich mir nicht die Situationen antun, von denen ich weiß, dass sie mich zügig in eine totale Reizüberflutung führen. Wenn alles andere stimmt, kann ich gut mit meiner Reizoffenheit umgehen - dann erlebe ich sie eher als Segen.

    Zumindest hat mich die Erfahrung gelehrt, dass es auch reichlich viele Nicht-ADHSler gibt, die Probleme haben mit der modernen Reizüberflutung klarzukommen. Da komme ich mir mitunter fast schon wie ein Zombie vor.

    In jedem Falle stimme ich Dir zu, dass sich die Themen gerade etwas vermischen.

  4. #54
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    @ Waldsteini: sIch wollte mit dem zitierten Abschnitt deutlich machen, dass es einen Unterschied gibt zwischen hausgemachter Reizüberflutung durch mangelnde Abgrenzung und der Reizüberflutung, die ADSler erleben. Natürlich hat man die Reizüberflutung nicht immer und ich bin auch nicht immer mit sozialen Situationen überfordert, aber eben mehr als Andere. Wenn Du mit Deinen Sätzen sagen willst, dass Du mit dem Ganzen gut klar kommst, ok. Aber was sagst Du eigentlich zum Wie?

    Es ist ein Problem, wenn wir über diese Dinge so allgemein diskutieren. Ich glaube, das hilft nicht sehr, weil es eben auch zu unkonkret ist. Mag sein, dass es mir besser gelingt, wenn ich mich mit den richtigen Menschen umgebe, aber es gibt Situationen in meinem Leben, da kann ich es mir nicht raussuchen, zumindest wünsche ich mir mehr Flexibilität.

    Wenn Dir die Technik nicht hilft, Deine Einsamkeit nicht bewältigen, dann ist das so, das ist aber Deine ganz persönliche Erfahrung. Auch ist es klar, dass das nicht die ganze Lösung sein kann, aber darum geht es ja gar nicht, sondern die Folgen von Rückzug und Reizabschirmung abzumildern und dafür finde ich die Technik schon gut. Du argumentierst ein bisschen merkwürdig, einerseits sprichst Du von so starker Einsamkeit, dass Dir die Technik nicht hilft, dann wieder ist ja alles nicht von Dauer und eigentlich nicht so schlimm ..... Es verwirrt mich ein bisschen.

    Wenn Du kein nennenswertes Problem mit Reizüberflutung hast, Deine sozialen Kontakte so gestalten kannst, wie Du möchtest, ist das doch gut. Das gelingt aber nicht allen und ich verstehe schon, dass man das nicht einfach akzeptieren kann. Ich verstehe auch, dass manche von uns (zu denen ich auch gehöre) damit Mühe haben, zu akzeptieren, dass sie sich zurück ziehen müssen um sich vor zu viel Reizen zu schützen und sich deshalb weniger sozialen Kontakten stellen können. Ich habe deswegen oft Angst. Du gehst mit Deinen Kommentaren aber genau auf diese Dinge nicht ein, sondern sagst mehr oder weniger dass alle das Problem haben und es ja eigentlich gar kein Problem ist Ein bisschen sehr rational und eigentlich auch ein bisschen am Thema vorbei.

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    @creatice: ja genau, so denke ich, sollte man das auch einsetzen. Ich kenne mehrere ADSler, die das so machen und das ist auch gut so. Schreiben braucht mehr Zeit, man kann alles noch mal lesen und muss nicht sofort antworten, kann sich eine gute Zeit raussuchen, in der man offen ist und auch die Stimmung es zu lässt .... Ich denke, es kann helfen, sich auf das Gesagte zu konzentrieren, weil Mimik und Gestik nicht verunsichern können. Klar ist aber auch, das Schriftliches sehr missverstanden werden kann. Ich erlebe es (zB Foren, SMSlen, ...) aber als Bereicherung und es macht mir auch Mut, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und zu bleiben. Ich kann es auch besser, weil ich die Zeitfenster selbst entscheiden kann und der Andere auch.

  6. #56
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    coccinelle schreibt:
    Mit manchen Reiztypen werde ich schneller überfordert als mit den anderen, Kontakt mit Menschen gehört dazu. Zu den Adhs - Kriterien auch.. Ob Ads typische Reizüberflutung, Unsicherheit oder etwas anderes, ka.

    Technik seh ich so wie Lysander, es ist mir zu stressig dauernd erreichbar zu sein. Ich mache mir Druck, gleich antworten zu sollen, wenn es erwartet wird. Ohne Technik ist zwar letztendlich anstrengend, aber mit weiss ich nicht, ob was verstanden wird, usw., ist mir noch anstrengender. Zur Whatsapp Zeit ist es halt doof, nicht immer auf Anhieb vernünftig zurückzuschreiben.
    ich tu mir da noch recht schwer, heraus zu finden, wann ich wie überfordert bin. Bestimmte Situationen habe ich als problematisch erkannt und vermeide ich, andere kann ich kaum vermeiden, weil ich eben auch ein neugieriger Mensch bin, mir etwas kaufen will, gerne auch buntes Treiben habe ....

    Das ist eben diese merkwürdige Widersprüchlichkeit: Geselligkeit, intensiv dabei sein wollen, am besten mitten drin, es muss etwas gehen, sonst ist es zu langweilig, wenn wir aber nicht voll dabei sind, eher zuhören müssen, nicht selbst bestimmen können, nicht selbst aktiv sein können, dann ..... sind wir "Mimosen", halten kaum was aus, sind sofort genervt oder überreizt, ....

    naja damit muss man erst mal klarkommen

  7. #57
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Meine Thera hat mir auch nahe gelegt wirklich mal zu testen ab wann die Reizüberdlutung im Kontakt mit anderen anfängt und mir dann so ungefähr dieses Zeitfenster zu setzen bei Treffen. Ich kenne welche die das anscheinend erfolgreich praktizieren. Sie gehen wenn es ihnen auch noch so in der Runde gefällt aus Vernunft und dem Wissen um die Folgen am Tag oder Tagen danach. Ich muss da noch etwas mit meiner Akzeptanz und Vernunft kämpfen.
    Aber sie hat auch etwas für mich wichtiges gesagt: "Wenn sie rechtzeitig aufhören haben sie schneller wieder Kraft sich genau den Dingen zu widmen."

    Recht hat sie ja, es bringt wirklich nichts im Augenblick zu leben, und ich glaube zumindest bei mir ist auch die negative Konditionierung mit für das Verhalten verantwortlich. Die Angst es vielleicht später nicht mehr mit machen zu können, nicht mit zu halten, lässt mich immer alle Kraft sofort verpulvern. Naja..... Ich feile noch an einer Strategie wie ich die Kräfte und meine Wünsche am besten aufteile....

  8. #58
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:

    Das ist eben diese merkwürdige Widersprüchlichkeit: Geselligkeit, intensiv dabei sein wollen, am besten mitten drin, es muss etwas gehen, sonst ist es zu langweilig, wenn wir aber nicht voll dabei sind, eher zuhören müssen, nicht selbst bestimmen können, nicht selbst aktiv sein können, dann ..... sind wir "Mimosen", halten kaum was aus, sind sofort genervt oder überreizt, ....

    naja damit muss man erst mal klarkommen
    Das hätte ich nicht so hervorbringen können, aber das Gequotete unterschreibe ich gleich 3 mal .
    Wer adhdings hat und mit Widerspruch nicht klarkommt, hat auch gleich ein Problem...

    Achhh. Sich bewusst sein, akzeptieren und mit umgehen sind drei verschiedene Dinge, klarkommen hab ich noch nicht fertig eingeordnet, ob unter 1 2 oder 3. Zum Teil unter allen drei und das war's.

  9. #59
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:
    @ Waldsteini: sIch wollte mit dem zitierten Abschnitt deutlich machen, dass es einen Unterschied gibt zwischen hausgemachter Reizüberflutung durch mangelnde Abgrenzung und der Reizüberflutung, die ADSler erleben. Natürlich hat man die Reizüberflutung nicht immer und ich bin auch nicht immer mit sozialen Situationen überfordert, aber eben mehr als Andere. Wenn Du mit Deinen Sätzen sagen willst, dass Du mit dem Ganzen gut klar kommst, ok. Aber was sagst Du eigentlich zum Wie?
    Nein, ich komme mit dem Problem nicht immer klar, aber ich habe meine Lösungswege dargestellt.

    Zum Wie:

    - es gibt einige Situationen, von denen ich weiß, dass sie mich überfordern Stichworte: erkennen, akzeptieren, damit umgehen. Ich habe lange gebraucht, um rauszukriegen, in welchen Situationen ich so überflutet bin, dass ich nur noch im Fluchtmodus bin. Allein dieses Erkennen hat mir geholfen, besser mit solchen Situationen umzugehen. Es kann dann auch mal passieren, dass ich in einer größeren Gruppe bekannter Menschen bin und plötzlich zu dem Schluss komme: Es geht nicht mehr! Schwierig war es dann, den richtigen Umgang zu finden. Für mich habe ich das Problem heute so gelöst, dass ich mich dann "ehrlich" verabschiede. Dazu gehört für mich, dass ich die Schuld niemand anderem oder den Umständen zuschreibe, sondern die klare Ansage mache:
    Ich bin momentan überfordert oder auch ein wenig überreizt!
    Seltsam, aber dieses Vorgehen stößt meist auf Verständnis, da muss auch niemand was von meinem ADS wissen!

    - ich hatte es oben schon geschrieben, dass ich mich ständig der Technik bediene, um meine sozialen Kontakte nicht abreißen zu lassen. Dabei ist es unerheblich, ob ich Briefe schreibe, telefoniere, maile oder sonstwas mache! Das mache ich allerdings schon fast seit Jahrzehnten. Ich schätze das geschriebene Wort, es lässt mir viel Zeit zum Nachdenken und ich kann mich besser sortieren! Vor allem kann ich alles auch mal liegen lassen und am nächsten Tag nochmals drüber nachdenken oder meinen Text auch mal mit einer zweiten Person besprechen. Gelegentlich muss ja auch ich mal böse Briefe z.B. an Behörden, Ärzte usw. schreiben. Hat mich die Reizüberflutung aber ganz fest im Griff, dann muss ich mich enorm anstrengen, um nicht doch zum Telefon zu greifen und nen großen Brüller abzulassen. Für mich sind das alles Möglichkeiten, die Folgen von Rückzug und Reizabschirmung abzumildern.

    - besonders bei Telefonaten habe ich ein enormes Problem mit Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Zuhören haben oder einfach nicht aufhören mit Quatschen oder nicht auf den Punkt kommen können. Es war für mich enorm schwer, mit diesem Problem umzugehen. Besonders, wenn ich bei jedem Klingeln, den Hörer ergriffen habe und mich dann in anstrengenden und langen Telefonaten wieder gefunden habe. Wie ich das Problem gelöst habe: Siehe oben: Notfalls auch mal mit einer SMS, Mail, Karte oder Brief auf die Botschaften auf dem AB reagieren! Da hilft mir die Technik in jeder Hinsicht und es ist egal, ob ich mich traditioneller Methoden bediene oder der elektronischen Post. Ich kenne, vor allem hyperaktive, die schaffen es kaum, ein Problem soweit aus dem Kopf zu kriegen, dass sie mit einer unschädlichen Gelassenheit reagieren können, das Gedankenkarussell geht einfach ab und das Problem wächst unendlich. Dann ist ne SMS geschrieben, dann sind zwei bis drei Mails nachgejagt und eventuell kommen noch etliche Anrufe und vielleicht noch ein Brief. Auch ich kenne zumindest diese Impulse und habe lange an mir arbeiten müssen, um dann einigermaßen gelassen über der Situation zu stehen und etwas ruhiger zu werden!


    Dompteur schreibt:
    Es ist ein Problem, wenn wir über diese Dinge so allgemein diskutieren. Ich glaube, das hilft nicht sehr, weil es eben auch zu unkonkret ist. Mag sein, dass es mir besser gelingt, wenn ich mich mit den richtigen Menschen umgebe, aber es gibt Situationen in meinem Leben, da kann ich es mir nicht raussuchen, zumindest wünsche ich mir mehr Flexibilität.
    - das geht mir genauso! Auch ich kann es mir nicht immer aussuchen - denke da an entsetzliche Arbeitszusammenhänge, deren Durcheinander mich fast um den Verstand gebracht hat. Manchmal war ich dann so gehetzt, dass mir sogar das Laub auf der Straße Probleme bereitete. Für mich sind z.B. langwierige Besprechungen, ohne roten Faden, eine ganz fürchterliche Situation. Mir hat in diesen Fällen ein Handschmeichler geholfen. Ein kleiner Stein in meiner Hosentasche, den ich dann ganz fest in die Hand nehme. Dieses Festhalten hilft mir, einfach am Ort des Geschehens zu bleiben und nicht mit den Gedanken abzudriften.



    Dompteur schreibt:
    Wenn Dir die Technik nicht hilft, Deine Einsamkeit nicht bewältigen, dann ist das so, das ist aber Deine ganz persönliche Erfahrung. Auch ist es klar, dass das nicht die ganze Lösung sein kann, aber darum geht es ja gar nicht, sondern die Folgen von Rückzug und Reizabschirmung abzumildern und dafür finde ich die Technik schon gut. Du argumentierst ein bisschen merkwürdig, einerseits sprichst Du von so starker Einsamkeit, dass Dir die Technik nicht hilft, dann wieder ist ja alles nicht von Dauer und eigentlich nicht so schlimm ..... Es verwirrt mich ein bisschen.

    Wenn Du kein nennenswertes Problem mit Reizüberflutung hast, Deine sozialen Kontakte so gestalten kannst, wie Du möchtest, ist das doch gut. Das gelingt aber nicht allen und ich verstehe schon, dass man das nicht einfach akzeptieren kann. Ich verstehe auch, dass manche von uns (zu denen ich auch gehöre) damit Mühe haben, zu akzeptieren, dass sie sich zurück ziehen müssen um sich vor zu viel Reizen zu schützen und sich deshalb weniger sozialen Kontakten stellen können. Ich habe deswegen oft Angst. Du gehst mit Deinen Kommentaren aber genau auf diese Dinge nicht ein, sondern sagst mehr oder weniger dass alle das Problem haben und es ja eigentlich gar kein Problem ist Ein bisschen sehr rational und eigentlich auch ein bisschen am Thema vorbei.
    Auch ich kann meine sozialen Kontakte nicht immer so gestalten, wie ich will! Das hat aber nichts mit ADHS zu tun! Wir müssen alle einen Weg finden zwischen eigenen Bedürfnissen und denen unserer Umgebung. Leider fällt es uns oft sehr schwer, mit diesen Schwierigkeiten so umzugehen, dass wir uns damit nicht selbst schädigen!

    Einsamkeit betrachte ich als innerpsychisches Geschehen, welches beeinflusst wird durch ein Verstehen mit anderen Menschen. Sie kann auch aufgelöst werden durch einen verstehenden und auf Akzeptanz basierenden technischen Kontakt. Siehe oben meine Auslassungen zu meiner Korrespondenz. Damit ist die Problematik des Alleinseins jedoch nicht gelöst, ebenso wie das Problem der Einsamkeit nicht durch ungeeignete Sozialkontakte gelöst wird. Die Technik hilft mir eventuell das Gefühl von Alleinsein ein wenig zu überwinden - das ist durchaus akzeptabel. Es löst das Problem aber nicht auf Dauer! Es ist eher ein Problem des Ausgleichs bzw. oft ist es eine nicht nachhaltige Krücke. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich häufig Momente der Einsamkeit erlebe. Zum Problem wird sie nur, wenn diese Momente überwiegen!

    Diese Angst sehe ich als da eigentliche Problem - mitunter schafft genau diese Angst erst die Probleme, die wir verhindern wollen! Aber das ist auch meine subjektive Ansicht! Ich habe nicht den Anspruch objektiv zu sein, ich kann immer nur die eigenen Erfahrungen darstellen und wiedergeben.

    Meines Erachtens ging ich es in diesem Thread genau um die Frage, wie stelle ich es am besten an, die Angst vor Einsamkeit und Alleinsein abzumildern oder geht es gar um die völlige Auflösung dieser Angst?

    In meinem Erleben bin ich durchaus darauf eingegangen, welche technischen Tricks mir helfen, um mit der Reizüberflutung klar zu kommen. Allerdings bin ich auch drauf eingeganen, dass u.U. die Technik selbst das Problem ist.

    Vor ein paar Tagen hatte ich ne Botschaft auf dem AB, auf die ich aus unterschiedlichen Gründen nicht sofort reagieren konnte. Schon am kommenden Tag versuchten mich die Leute dann gleich auf dem Handy und nochmals auf dem Festnetz anzurufen - fragt sich, woher in diesem Falle die Reizüberflutung gekommen wäre. Ich hab dann ne Stunde später zurückgerufen, weil ich mich 1. von einem anstrengenden Tag ein wenig erholen musste, 2. kein so brennendes Problem da war, dass es nicht noch ein paar Stunden hätte warten können und ich 3. genau wusste, dass ich für das Telefonat in einer einigermaßen gelassenen Grundhaltung sein musste. Leider kann ich sonst der Dame, die einen Hang zur verbalen Sprunghaftigkeit hat, nicht folgen kann.

    Ich habe nicht mit ihr gemeckert, was dieses Beharren auf sofortiger Antwort soll. Am liebsten hätte ich ihr gleich eine e-mail geschrieben, leider weiß ich aber, dass in diesem Haushalt e-mails verschimmeln und die Anrufe wären doch gekommen.

    Passiert ist nichts, ich habe die Leute nicht verprellt (wobei ich bei solch einem Theater ganz schnell überflutet bin), sie konnten mich nicht überfluten, der Kontakt bleibt und ich freue mich über ihre Einladung!

    Hiermit verabschiede ich mich auch aus diesem Thread. Er zeigt mir gerade ganz deutlich, dass wir über die Technik eher ein Kommunkationsproblem haben. Bisher ging ich davon aus, dass es in dem Thread um die Frage geht, wie wir mit der Reizüberflutung und den Folgen daraus umgehen. Da habe ich anscheinend etwas falsch verstanden!
    Geändert von Waldsteinie (31.12.2014 um 08:42 Uhr)

  10. #60
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    bei aller Liebe Waldsteini, aber das ist mir jetzt einfach zu viel Text sorry

    Ich greife das Letzte heraus:
    Auch ich kann meine sozialen Kontakte nicht immer so gestalten, wie ich will! Das hat aber nichts mit ADHS zu tun! Wir müssen alle einen Weg finden zwischen eigenen Bedürfnissen und denen unserer Umgebung. Leider fällt es uns oft sehr schwer, mit diesen Schwierigkeiten so umzugehen, dass wir uns damit nicht selbst schädigen!
    "Wir müssen alle ...." meinst Du damit alle Menschen? wenn ja, stimmt das, aber ADHSler können das eben genau schlechter, merken zu spät, lassen sich zu intensiv ein, grenzen sich zu wenig ab, .... wenn das eine reine Willenssache wäre, dann würden wir hier nicht über ADHS reden. Es ist eben nun mal eine Abwertung, zu verallgemeinern, weil Du damit ja sagst, dass es alle haben und damit ja gar keine Besonderheit besteht und das Problem kein spezifisches ADHS-Problem ist. Dem ist natürlich gar nicht so. Dass wir alle einen Weg finden müssen, ist eine Banalität und sagt überhaupt nichts aus, es erklärt auch nicht, warum ADSler es gerade in diesem Bereich so schwer haben, einen Weg zu finden.

    Ich meine, dass es aufgrund adhs-spezifischer Probleme, wie z.B. "auf alles sofort zu reagieren, auch wenn sich das nicht in Handlungen auswirkt", "ständig unter Druck und unruhig sein", "nicht zuhören können", "schnell verletzt sein", "zu viel aufnehmen und auf mich beziehen" und dgl. mehr, schwierig ist, soziale Kontakte zu pflegen..... Das geht über die Probleme anderer Menschan hinaus und lässt uns oft genug auffallen oder, wie bei mir, setzt uns innerlich immens unter Druck, weil wir uns stark kontrollieren müssen.

    Um persönlich und konkret zu bleiben, ich habe nicht gesagt, dass ich keinen eigenen Weg finden kann, ich sage aber, dass oft genug eine Einschränkung bleibt, unter der ich leide, that's all. Und die Aussage, "Du musst nur,.... dann ...." hilft mir nicht und kenne ich genügend von Leuten, die gar nicht verstehen, worunter ADSler leiden .

    Die Kommunikationsschwierigkeiten würden vermutlich in einem echten Gespräch noch schlimmer sein . Dies ist kein Verständnisproblem aufgrund der Technik, sondern aufgrund von zu allgemeinen und unkonkreten Aussagen zu einem spezifischen Thema. Deine Aussagen sind so in diesem Zusammenhang einfach auch schwer verständlich. Anstatt aus dem Thread zu gehen, könntest Du also einfach konkreter werden, auch von Deinen (persönlichen) Schwierigkeiten oder Lösungen reden und weniger allgemein und plakativ/pauschal/patentrezeptartig oder so was meinst Du?

    Relativierung: Bevor ich diesen Post abgeschickt habe, habe ich jetzt doch noch Deinen ganzen Text gelesen und bin erstaunt, zu lesen, dass Du ja doch ganz konkret sein kannst und auch gute Ideen hast. Ich glaube, ich reagiere auf Deine Verallgemeinerungen einfach deshalb so stark, weil sie mir die Orientierung rauben, ausserdem klingen sie manchmal so nach "tu doch nicht so, es geht doch allen so, hab Dich nicht so ..." . Ich finde es aber sehr gut, wenn Du konkrete Beispiele bringst, die ich dann auch nachvollziehen kann. Warum schreibst Du nicht nur so, dann könnten wir uns diese Diskussion eigentlich gänzlich sparen.

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