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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte und die Anstrengung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #41
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hallo zusammen

    also den ganzen Thread konnte ich nicht mehr lesen und aufnehmen, tut mir also leid, wenn ich etwas wiederhole. Das Symptom des sozialen Rückzugs kann sehr stark und sehr belastend sein. Es ist eines der Symptome, die ich anfänglich gar nicht mit ADHS in Verbindung gebracht habe. Dazu gehört auch, dass Kontakte nur sehr unzuverlässig gepflegt werden, dass die starken Wechsel von (zu) viel Kontakt und (zu) wenig Kontakt für andere und auch für einen selbst sehr unberechenbar sind. Ich komme mir dadurch oft sehr unzuverlässig vor, schäme mich und bin es ja auch ein Stück weit.

    Die Überreizung, die mit Sozialkontakten verbunden ist, habe ich früher gar nicht als Reizüberflutung wahrgenommen, sondern einfach als meine Gereiztheit, eine untergründige Feindseligkeit gegen andere, mit der ich mich wohl schützen wollte, die ich mir aber sehr lange einfach nicht erklären konnte. Das war für mich ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis von ADHS und auch meiner Art soziale Kontakte zu pflegen.

    Also auf die Frage von Max 4
    Kann ADS so stark ausgeprägt sein, dass man ohne ständige Medikation ein schlechtgelaunter, überforderter Einzelgänger bleibt?
    kann ich nur sagen, Ja, das kann sogar noch schlimmere Folgen haben, dass man zB seinen Beruf nicht (mehr) ausüben kann, dass man dadurch depressiv wird, usw.. Ich finde das neben der Vergesslichkeit und Stressintoleranz, das schlimmste Symptom. Es ist das Symptom, was mir am meisten Angst macht.

    Ich glaube, es ist wie schon anders formuliert worden, Folge verschiedener Symptome des ADHS:

    - der Reizoffenheit,
    - einem schlecht arbeitendem Belohnungssystem, (wegen chronischem Dopaminmangel, also fehlt auch die Motivation),
    - der Stimmungslabilität
    - der Aufmerksamkeitsstörung (nicht zu hören können, nicht im Kontakt bleiben können, Hyperfokussieren auf Ängste und oder Unannehmlichkeiten)
    - .....

    Es dürfte also bei der Bewältigung darum gehen, die einzelnen Schwierigkeiten anzugehen und nicht direkt durch Zwang Einfluss zu nehmen. Dann dürften sich die Probleme bei Sozialkontakten als Folge bessern. Ich glaube aber, dass es auch mit Medi schwierig bleiben wird. Es sind halt auch schon viele Verhaltensgewohnheiten aufgebaut worden. Das lässt sich nicht so leicht ändern und ist eine lange Arbeit.

    LG, dompteur

  2. #42
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Mir ist das Problem auch sehr gut bekannt.

    Allerdings habe ich auch rausgefunden, welche Kontakte mir besonders viele Schwierigkeiten machen. Es gibt eine ganz Menge Menschen, mit denen ich mich sehr gern umgebe, deren Gesellschaft mir keine Probleme bereitet.

    Für mich war es besonders schwierig überhaupt mal zu erkennen, welche Menschen das sind.

    Besonders bei Menschen mit Hang zur Logorrhoe fällt es mir unheimlich schwer, Telefonate usw. zu ertragen. Teilweise habe ich mir da auch angewöhnt auf eine Nachricht auf dem AB schriftlich zu reagieren.

    Nach Auskunft meiner Umgebung kann ich recht gut zuhören und auf mein Gegenüber eingehen. Was ich aber überhaupt nicht kann, ist der Umgang mit Sprunghaftigkeit und Umständlichkeit im Gespräch. Es kostet mich so wahnsinnig viel Kraft, dass ich sehr um meine Beherrschung ringen muss.

    Was für mich einfach überhaupt nicht mehr geht, das sind Menschen, die nicht mal die Grundregeln guten Benehmens beherrschen - ob die nun hyperaktiv oder sonstwas sind! Die lade ich einfach nicht mehr ein und lasse mir auch was einfallen, weshalb ich ihren Einladungen nicht mehr nachkommen kann.

    Ob das ein Störungsmerkmal ist sei noch dahingestellt - ich meine jedenfalls, dass ich mich da eher ganz normal benehme.

    Es kann immer mal vorkommen, dass sich jemand daneben benimmt. Kann ja auch mir passieren - dann gibt es die Möglichkeit der Entschuldigung und vor allem darf es nicht zur Wiederholung kommen.

    Ich brauche mehr Rückzug als viele andere Menschen, das kann ich aber auch kommunizieren! Und wenn ich ohnehin völlig überreizt bin, dann verzichte ich darauf an's Telefon zu gehen! Es gibt sicher Möglichkeiten, der totalen Reizüberflutung auszuweichen - nicht immer, aber sicher im Privatleben.

    Für mich habe ich allerdings noch nicht rausgefunden, ob das alles nur an meiner Reizfilterschwäche liegt oder nicht auch eine Zeiterscheinung ist!

  3. #43
    Lysander

    Gast

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Waldsteinie schreibt:
    Mir ist das Problem auch sehr gut bekannt.

    Allerdings habe ich auch rausgefunden, welche Kontakte mir besonders viele Schwierigkeiten machen. Es gibt eine ganz Menge Menschen, mit denen ich mich sehr gern umgebe, deren Gesellschaft mir keine Probleme bereitet.

    Für mich war es besonders schwierig überhaupt mal zu erkennen, welche Menschen das sind.

    Besonders bei Menschen mit Hang zur Logorrhoe fällt es mir unheimlich schwer, Telefonate usw. zu ertragen. Teilweise habe ich mir da auch angewöhnt auf eine Nachricht auf dem AB schriftlich zu reagieren.

    Nach Auskunft meiner Umgebung kann ich recht gut zuhören und auf mein Gegenüber eingehen. Was ich aber überhaupt nicht kann, ist der Umgang mit Sprunghaftigkeit und Umständlichkeit im Gespräch. Es kostet mich so wahnsinnig viel Kraft, dass ich sehr um meine Beherrschung ringen muss.

    Was für mich einfach überhaupt nicht mehr geht, das sind Menschen, die nicht mal die Grundregeln guten Benehmens beherrschen - ob die nun hyperaktiv oder sonstwas sind! Die lade ich einfach nicht mehr ein und lasse mir auch was einfallen, weshalb ich ihren Einladungen nicht mehr nachkommen kann.

    Ob das ein Störungsmerkmal ist sei noch dahingestellt - ich meine jedenfalls, dass ich mich da eher ganz normal benehme.

    Es kann immer mal vorkommen, dass sich jemand daneben benimmt. Kann ja auch mir passieren - dann gibt es die Möglichkeit der Entschuldigung und vor allem darf es nicht zur Wiederholung kommen.

    Ich brauche mehr Rückzug als viele andere Menschen, das kann ich aber auch kommunizieren! Und wenn ich ohnehin völlig überreizt bin, dann verzichte ich darauf an's Telefon zu gehen! Es gibt sicher Möglichkeiten, der totalen Reizüberflutung auszuweichen - nicht immer, aber sicher im Privatleben.

    Für mich habe ich allerdings noch nicht rausgefunden, ob das alles nur an meiner Reizfilterschwäche liegt oder nicht auch eine Zeiterscheinung ist!
    Es ist richtig, sich der Reizüberflutung zu entziehen. Nicht, dass ich zu der Früher-war-alles-besser-Fraktion gehörte, aber es war ohne Handy, Smartphone, IPad, PC und sozialen Netzwerken schon etwas entspannter, reizärmer. Mein erstes Handy hatte ich 1998.Der Beginn des Stress: SMS, Telefonieren, Chatten und und und. Heute ist es Kommunikation total, was sicherlich gewisse Vorteile hat, jedoch ebenfalls überreizt..
    Ich entziehe mich dem seit einiger Zeit. Ich bekomme nicht mehr alle Emails aufs Smartphone. Ich gehe oft nicht ans Handy, selbst wenn es dienstlich ist, lasse ich die Leute erst einmal auf die Mailbox quasseln oder sie rufen nochmals an, wenn es dringend ist. Mein neues Leben ohne Auto ist ebenfalls reizärmer und entschleunigt.

  4. #44
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hallo Max4,

    ich kenne was ähnliches.

    Soziale Kontakte strengen mich auch an.

    Manchmal krieg ich schon nen halben Schweißausbruch, wenn jemand außerhalb eines Forums nur ein bisschen chatten will. Und es liegt NICHT daran, dass ich den Chatpartner nicht mag, sondern an erworbener sozialer Unsicherheit.

    Manchmal weiß ich auch nicht, was ich SAGEN soll. Ich wünsche mir immer, ich möge jemanden finden, mit dem ich auch zusammen SCHWEIGEN kann. Das finde ich mindestens ebenso schön wie ein gutes Gespräch.

    Liebe Grüße,

    Luzie

  5. #45
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Sicher hat die Reizsituation sich in den letzten Jahrzehnten massiv verändert und sich davor zu schützen ist sicher gut. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man unter einer Überreizung leidet oder in einer "normalen" Situation bereits komplett überfordert ist. Slow-Down oder diese berühmte Entschleunigung mag ja "in" sein, ich habe sie nicht gern, da geht's mir wie anderen, geht mir auf die Nerven, kommt mir meine Ungeduld in die Quere und ich finde es auch nicht natürlich, "in Zeitlupe zu leben".

    Auch wenn ich offen kommuniziere, dass ich mehr Rückzug wie andere brauche, weil ich schnell "voll" bin oder, was bei mir meist der Fall ist, ich nach einer Phase intensiven Kontaktes, extrem erschöpft bin und eine lange Zeit des Rückzugs brauche, so leide ich ja trotzdem unter der Erschöpfung und Anspannung und diesen ständigen Wechseln ..... Mich total auszuklinken, gibt mir kein gutes Gefühl, es holt mich einfach runter, aber ich fühle mich oft einsam dabei.

  6. #46
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:
    Auch wenn ich offen kommuniziere, dass ich mehr Rückzug wie andere brauche, weil ich schnell "voll" bin oder, was bei mir meist der Fall ist, ich nach einer Phase intensiven Kontaktes, extrem erschöpft bin und eine lange Zeit des Rückzugs brauche, so leide ich ja trotzdem unter der Erschöpfung und Anspannung und diesen ständigen Wechseln ..... Mich total auszuklinken, gibt mir kein gutes Gefühl, es holt mich einfach runter, aber ich fühle mich oft einsam dabei.
    Mir geht es da genauso. Ich leide darunter das ich mehr möchte als ich kann. Ich bin erschöpft, aber nicht genervt von intensiven Kontakten. Und das folgende schlechte Gewissen, weil man nicht so kann wie andere oder sich nicht meldet macht es auch nicht besser........

  7. #47
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:
    Sicher hat die Reizsituation sich in den letzten Jahrzehnten massiv verändert und sich davor zu schützen ist sicher gut. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man unter einer Überreizung leidet oder in einer "normalen" Situation bereits komplett überfordert ist. Slow-Down oder diese berühmte Entschleunigung mag ja "in" sein, ich habe sie nicht gern, da geht's mir wie anderen, geht mir auf die Nerven, kommt mir meine Ungeduld in die Quere und ich finde es auch nicht natürlich, "in Zeitlupe zu leben".
    Ich möchte auch nicht in Zeitlupe leben, aber ich möchte auch nicht ständig völlig erschöpft durchhängen! Ich hab auch ein Problem mit dem Begriff von der "normalen" Situation. Ich kann einkaufen gehen und meide nicht unbedingt jede Einkaufsstraße oder oder

    Ich halte auch einen Besuch bei der Berlinale aus ohne gleich Fluchtgedanken zu entwickeln. Auch mir kommt meine Ungeduld in die Quere, wenn alles zu umständlich oder zu langsam wird. Ich kann aber umständliche Menschen nicht ändern. Ich kann allenfalls meinen Umgang mit diesen Menschen ändern oder bestimmten Situationen aus dem Weg gehen! Ich muss mir ja nicht alles antun!


    Dompteur schreibt:
    Auch wenn ich offen kommuniziere, dass ich mehr Rückzug wie andere brauche, weil ich schnell "voll" bin oder, was bei mir meist der Fall ist, ich nach einer Phase intensiven Kontaktes, extrem erschöpft bin und eine lange Zeit des Rückzugs brauche, so leide ich ja trotzdem unter der Erschöpfung und Anspannung und diesen ständigen Wechseln ..... Mich total auszuklinken, gibt mir kein gutes Gefühl, es holt mich einfach runter, aber ich fühle mich oft einsam dabei.
    Auch ich fühle mich oft/meist entsetzlich einsam. Nur habe ich leider festgestellt, dass mich die modernen Kommunikationsmittel davon nicht befreien. Besonders schlimm finde ich es in Arbeitszusammenhängen, da kommt in der Besprechung die Ansage, drei Tage später kommt jene Ansage und am vierten Tag ist dann wieder alles anders - klar, das ist auch ein Phänomen unserer Zeit, aber ich muss es mir doch nicht ständig antun?

    Dass dann die Reizüberflutung zunimmt, ist doch kein Wunder! Frage ist nur, wie ich es anstelle, damit noch einigermaßen vernünftig leben zu können.

    Mich jedenfalls hat die Erfahrung gelehrt, dass es besser ist, dann auch einfach mal abzuschalten bzw. mich zu entziehen!

    Hierzu eine Anekdote meiner Steuerberaterin, die ich übrigens sehr bewundere für ihre Fähigkeit, der Überreizung ein Schnippchen zu schlagen. Die Frau gehört zu den gut strukturierten Menschen und kann auch sehr straff arbeiten. Vor einiger Zeit drohte aber auch sie in die totale Erschöpfungsfalle zu tappen. Wie es heute so üblich ist, hat sie sich also zu ner Weiterbildung in Zeitmanagement angemeldet.

    Es war nicht anders zu erwarten: Sie hat wieder ordentlich aufgeräumt und einiges geändert. Dazu gehört auch, dass sie ihre eigentliche Arbeit nicht mehr im Büro macht, sondern im heimischen Arbeitszimmer. Ihr ist schlichtweg die Luft ausgegangen, wenn sie eine e-mail bekam und schon fünf Minuten später klingelte das Telefon: "Haben Sie meine e-mail bekommen?"

    Ihr Kommentar dazu: Die Leute schicken ne e-mail und weil es so schnell geht, denken sie, ich müsste auch sofort drauf antworten. Ich kann aber nicht den ganzen Tag mails checken, beantworten und dann auch noch solche Telefonate führen.

    Mir leuchtete das ein und ich bewundere es, wie sie dem ganzen Zirkus ein Ende bereitet hat.

    Wenn dann auch noch das Privatleben eingenommen wird von SMSen usw. nimmt die Einsamkeit nicht unbedingt ab. Es bleibt allenfalls das Trugbild, nicht ganz allein dabei zu sein! Mir nützt es auch nichts, wenn ich ständig Kontakte pflege, die mich nur anstrengen und in die Erschöpfung treiben.

  8. #48
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    @Waldsteini:
    Mit Arbeitssituationen besser klar zu kommen scheint mir nicht schwer, da dies leicht strukturiert werden kann. Dürfte aber individuell sehr unterschiedlich sein. Es geht ja nicht darum, dass von aussen tatsächlich übermässig viel Reize auf einen einströmen, sondern darum, dass ich nicht leben kann, was ich gern möchte. Mails muss ich nicht checken, .... na klar nicht. Ich verstehe nicht ganz, was das mit Reizüberflutung bei ADS zu tun hat. Es geht ja nicht darum, wie viel Reize auf uns einströmen, sondern wie unser Körper, unser Gehirn diese Reize verarbeitet. Es geht also nicht nur darum, die äussere Situation zu normalisieren, sondern mit der anderen inneren Situation klar zu kommen. Da helfen Ratschläge, wie vermeiden oder Reize abstellen, ja nur beschränkt, wenn man Situationen nicht ausweichen kann oder will.

    Du sagst, dass die moderne Technik nicht hilft, das kann ich nicht nachvollziehen. Denn genau diese ermöglicht es vielen Menschen, vermutlich reizempfindlichen ADSlern ebenso, Kontakt zu halten und sich doch nicht den Reizen einer vollen sozialen Situation aussetzen zu müssen, Zeit und Ausmass der Kommunikation bestimmen zu können ...... Ich fühle mich nicht einsam, wenn ich mit Freunden chatte, wenn gleich es doch nicht das selbe ist, wie mit ihnen zusammen sein. Wenn SMS mich einnehmen, dann nehme ich den Telefonhörer in die Hand, denn dann geht's damit einfacher.

    Ich glaube, wir reden hier von grundsätzlich verschiedenen Dingen. Ich rede davon, dass wir egal in welcher Situation, reizoffen sind und daher viele und unwesentliche Informationen aufnehmen, die uns (unnötig) belasten und in der Summe überfordern. Ich rede nicht vom gesellschaftlichen Problem, den ich habe das schon seit meiner Kindheit, die aus heutiger Sicht reizarm war. Ich rede von der Eigenart, die durch ADS entsteht und die mich schon früh von anderen Menschen entfernte und dazu führte, dass ich mit sozialen Situationen überfordert war/bin, was ja da eigentliche Thema dieses Thread ist.

    Ich bin mit Dir einig, dass wir nicht dem ständigen Druck der modernen Technik nachgeben müssen, aber das ist ein ganz anderes Thema. Wichtig scheint mir dagegen eher, wie wir trotz ADS-Symptomen soziale Kontakte pflegen und halten können. Mit Vermeiden und Reizabschirmung gelingt das sicherlich nicht.

  9. #49
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Ich glaube genau die Technik hilft zumindest Kontakte aufrecht zu erhalten, zumindest ist es bei mir so. Die wenigen, die meine Rückzüge akzeptieren und nicht persönlich nhemen ( was kein Vorwurf ist, ich finde es sogar verständlich), die bleiben so auch mit mir in Kontakt. Manchmal ist es ein langes Telefonat, manchmal ein paar Mails oder SMSen, aber es erleichtert mir ungemein den Widereinstieg nach der Erschöpfung.
    Dompteur da ist guter Rat teuer..... Genau dieses Thema habe ich immer und immer wieder mit den Therapeuten, aber ich bekomme immer nur zur Antwort das ich akzeptieren muss.... Meine Grenzen akzeptieren..... Für mich würde das aber Einsamkeit bedeuten, nicht mal eine Partnerschaft. Ich gehe einfach weiter über meine Grenzen, auch auf die Gefahr hin ständig am Abgrund der Erschöpfung zu sein, denn Isolation ist für mich nicht ( mehr) lebenswert. Ich hoffe immer noch auf eine gewisse Desensibilisierung mit der Zeit....
    Mir hilft es aber schonmal sehr, das ich ganz viele kurze Auszeiten bekomme, so kann ich mehrmals am Tag wieder Energie tanken.

  10. #50
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Dompteur schreibt:
    @Waldsteini:
    Ich verstehe nicht ganz, was das mit Reizüberflutung bei ADS zu tun hat. Es geht ja nicht darum, wie viel Reize auf uns einströmen, sondern wie unser Körper, unser Gehirn diese Reize verarbeitet. .
    Mit manchen Reiztypen werde ich schneller überfordert als mit den anderen, Kontakt mit Menschen gehört dazu. Zu den Adhs - Kriterien auch.. Ob Ads typische Reizüberflutung, Unsicherheit oder etwas anderes, ka.

    creatrice schreibt:
    Ich glaube genau die Technik hilft zumindest Kontakte aufrecht zu erhalten, zumindest ist es bei mir so.
    Technik seh ich so wie Lysander, es ist mir zu stressig dauernd erreichbar zu sein. Ich mache mir Druck, gleich antworten zu sollen, wenn es erwartet wird. Ohne Technik ist zwar letztendlich anstrengend, aber mit weiss ich nicht, ob was verstanden wird, usw., ist mir noch anstrengender. Zur Whatsapp Zeit ist es halt doof, nicht immer auf Anhieb vernünftig zurückzuschreiben.
    Geändert von coccinelle (30.12.2014 um 00:24 Uhr)

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