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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte und die Anstrengung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 386

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Ich habe meinen sogenannten Freundeskreis bewusst zusammengestrichen. Und zwar nach dem Kriterium, wie die Leute mit meinen psychischen Einschränkungen umgehen. Wer mich nimmt, wie ich bin, ist ein Freund. Wer an mir sinnlos herumkritisiert, mich zu verändern versucht, mich ausnutzt und nicht hinter mir steht, ist keiner. Klingt sehr simpel und vielleicht sogar unfair, aber ich habe gelernt, dass es MEIN Leben ist und ich habe nur das eine, also entscheide ich auch, wer Teil dieses Lebens sein darf oder soll. Füher habe ich für jeden, der mir sympathisch war alles getan und mich damit krank gemacht.

    So habe ich nur meinen Mann, meinen besten Freund und einen guten Kumpel. Alle anderen Bekanntschaften haben nur den Status "Bekannter".
    Mit dieser rigiden Aufteilung fällt es mir sehr leicht, Prioritäten zu setzen. So schütze ich mich vor Überlastung, wenn ich auch oft den Preis der Einsamkeit dafür zahle. (Mir fehlt z.B. eine klassische beste Freundin sehr, aber ich kann mir so eine Freundin ja auch nicht herbeizaubern.)

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Weil Brummelchen gerade von "ausnutzen" spricht:

    Seid ihr auch so gutmütig und hilfsbereit, dass es gerne ausgenutzt wird?

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Was du beschreibst kenne ich auch...hatte nie viele Freunde und hab mich auch nie darum bemüht weitere zu finden. Wenn ich mit "größeren" Menschengruppen unterwegs bin, ist es eigentlich immer so, dass ich eine Person dabei habe auf die ich mich dann vorrangig konzentriere, das funktioniert dann ganz gut.

    Fehlt mir diese Person ist es sehr schwierig für mich und meist halte ich es dann auch nicht lange aus...viele Leute sind zuviel für mich.
    Dabei habe ich grundsätzlich keine Probleme mit vollkommen fremden Menschen relativ belanglosen Smalltalk zu führen, aber irgendwann langweilt mich das und ich habe dann keine Lust mehr immer wieder über Ähnliches zu sprechen...

    Was diesen "Overload" im Kopf angeht: Das kenne ich auch, es ist aber weniger die Menge an Informationen die mir dann zuviel wird, sondern die Menschen an sich...ich merke (oder glaube zumindest dass es so ist...) dann dass alle anderen langsamer im Kopf sind als ich und das macht mich dann "wütend" und dann bin ich nicht mehr zu gebrauchen...

    Ich muss in solchen Situationen entweder gehen oder ich verfalle in eine absolute Verweigerungshaltung und bin bockig und unkooperativ wenn ich nicht einfach weggehen kann.

    Einen richtigen Ausweg oder eine Lösungsstrategie für solche Situationen habe ich auch noch nicht gefunden...ich versuche eher zu vermeiden :-)

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    laurasstern schreibt:
    Weil Brummelchen gerade von "ausnutzen" spricht:

    Seid ihr auch so gutmütig und hilfsbereit, dass es gerne ausgenutzt wird?
    Ja. Ich wurde glaub von allen Freundinnen und Freunden bisher ausgenutzt, bis ich quasi ihnen nicht mehr zu Diensten sein wollte. Dann war ich die böse, zickige Irre... So schnell wird man von der "total lieben Freundin" zum "egoistischen A***" degradiert.

    Früher hat das natürlich unheimlich weh getan. Aber mittlerweile versuche ich es nich mehr an mich ran zu lassen (Betonung liegt bei versuchen *g*). Man muss halt doch einfach auf die eigenen Grenen achten und wenn das jemand nicht versteht, dann ist das nicht mein Problem!
    Geändert von Hotaru (13.03.2014 um 08:43 Uhr) Grund: ein e in Betonung zu viel...

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 386

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hotaru schreibt:
    Ja. Ich wurde glaub von allen Freundinnen und Freunden bisher ausgenutzt, bis ich quasi ihnen nicht mehr zu Diensten sein wollte. Dann war ich die böse, zickige Irre... So schnell wird man von der "total lieben Freundin" zum "egoistischen A***" degradiert.
    Genau das! Ich war wegen Nervenzusammenbruch, Depression und schwerer Sozialphobie in der Klinik und das Mädel, das sich damals meine beste Freundin schimpfte, meinte, ich würde ja nur noch an mich denken, ich würde die "Welt draußen" vergessen und sie würde erwarten, dass ich nach der Klinik wieder "die Alte" bin, also wieder für sie weit über meine Grenze gehe und dafür nichts verlange und nichts bekomme. Ich war im absoluten Ausnahmezustand und ihr fällt nichts anderes ein, als mich emotional zu erpressen, um zu sichern, dass ich wieder für sie der unerschöpfliche Pool an Gutmütigkeit werde?! Das war der Moment, in dem mir aufging, dass ich mich für Fremde (also nicht meine Familie) völlig aufreibe und dabei auf der Strecke bleibe.
    Da habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich das nicht mehr will, weil es mich unglücklich macht, ausgenutzt zu werden. Unglücklicher als wären diese Menschen nicht in meinem Leben. Als ich ihr das sagte, flippte sie völlig aus, machte mir schwere Vorwürfe, ich ließe sie hängen, etc. Das trieb mich damals noch mehr in die Depression. Heute passiert mir sowas nicht mehr. So nah lasse ich niemanden mehr an mich heran, dass er mich depressiv machen könnte.

  6. #16
    NorthLight

    Gast

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Danke für eure ganzen Antworten!
    Es ist gut zu wissen, dass ich mit dem Problem nicht ganz allein dastehe und es nicht unbedingt an mir liegt.

    Jemand schrieb was von Spazierengehen, das klappt bei mir auch deutlich besser. Überhaupt gehts draußen an der frischen Luft besser mit dem Unterhalten und dem Gespräch folgen. Allein durch die Bewegung kann ich mich besser konzentrieren und hab was zutun, während der andere redet.

    Macht es euch auch wahnsinnig, mit Leuten zutun zu haben, die so ähnliche Probleme haben wie ihr selbst?
    Da könnte ich öfters mal an die Decke gehen.... ^^

    Sorry, ich antworte ausführlicher, wenn ich nicht mehr so müde bin. Heute Abend bin ich ziemlich fertig.

  7. #17
    NorthLight

    Gast

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Eine Sache ist mir noch eingefallen:

    Wie erklärt ihr diese Probleme anderen Menschen, die das nicht kennen?

    Ich halte nichts davon, mich zu rechtfertigen oder mich irgendwem zu erklären, der es sowieso nicht versteht. Aber ich stehe immer mal wieder vor dem Problem, dass ich meine "Reizüberflutung" anderen Leuten nicht erklären kann, vor allem wenn es um Verabredungen geht. Ich will nicht nur mit Menschen befreundet haben, die dieselben Probleme und Ticks haben wie ich, das wäre mir wirklich zu eingeschränkt, intolereant und langweilig. Ein möglichst normales gesellschaftliches Leben ist mir schon wichtig, also so, dass es mir gefällt und mich glücklich macht.

    Nicht-Betroffene haben aber ne deutlich höhere Toleranzschwelle für Lärm, soziale Kontakte usw. Für mich ist das nicht immer entspannend.
    Redet ihr euch mit Ausreden raus, wenn ihr eigentlich zu müde und zu platt für Treffen seid?

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    NorthLight schreibt:
    Redet ihr euch mit Ausreden raus, wenn ihr eigentlich zu müde und zu platt für Treffen seid?
    Nein. Ich sage dann, wie es ist. Mittlerweile habe ich gelernt, da etwas auf den Ton zu achten. Wenn ich aufpasse, wie ich es sage, dann reagieren die Leute meist nicht so beleidigt.

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    ich hab jetzt bisschen das "Problem" das mein Schatz "Familien-Feste" "liebt" und dort sehr gerne hin geht - bei ihm in der Verwandschaft sind +30 Personen noch "wenig" ... auch geht er gern "unter viel Leute", also auch Volksfeste etc. ... ich kann ja mit beiden so gar nix anfangen >.<

    ein "Fest" mit mehr als 10 Leuten ... da bekomme ich schon "Panik" und ergreife instinktiv die Flucht ...
    ich mag's einfach nicht mit so vielen Leuten, so viel wirrwarr - überall Gespräche, alles Laut und überhaupt ... *versteck*

    mein "Freundeskreis" ist sehr klein, ich habe nur wenige Bezugspersonen - auch keine beste Freundin oder besten Freund.
    vor einigen Wochen dachte ich das mein Ex mein Bester Freund wäre ... hat sich aber erwiesen das es mir besser geht wenn ich mit ihm keinen oder wenigen Kontakt habe ^^

    meine Partner habe ich dagegen sehr gerne um mich rum *.*
    naja, leider sehen wir uns derezeit nur WE (Fr./Sa. oder mal Fr.-So.) ^^

    ich weiß auch nicht - mit den Kontakten ist bei mir echt schwer. ja, es ist auch sehr anstrengend für mich ...
    und leider hab ich auch immer das Problem, das "die anderen" immer so viel weniger Zeit als ich haben ... und ich den "anderen" fast immer hinterherlaufen musste ... DAS ist auf Dauer sehr anstrengend ... aber wenn ich gar nicht versuchen würde Kontakte zu halten, wäre ich irgendwann ganz allein ...

    Einerseits ist schön mal was mit ner Bekannten wieder zu machen - andererseits bin ich auch froh wenn ich dann wieder alleine bin und nich "reden" und "erklären" muss ^^°

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Soziale Kontakte und die Anstrengung

    Hmm, also bei mir ist meine "Kontaktfreudigkeit" sehr stark von meiner Stimmung und meinem Stressniveau abhängig :

    Habe ich viele Sorgen ist es mir quasi umöglich mich noch auf andere zu konzentrieren. Normalos dagegen nutzen den Umgang mit anderen als Entspannung vom Stress.
    Ich kann mir all dies nur damit erklären dass ich sehr stark hyperfokusiere : Der stärkste Reiz (also z.B. die Sorgen) steht also immer im Vordergrund und alles andere muss warten.
    Habe ich dagegen einen freien Kopf übedrehe ich in die andere Richtung. Dann möchte ich plötzlich 6 Mal die Woche mit Freunden ausgehen.


    Die Angst vor Nähe kenne ich auch leider nur allzugut. Nähe nicht zu vertagen hat aber meiner Meinung nach weniger mit ADHS sondern mehr mit einer psychischen Störung zu tun.
    Da ich kein Selbstvertrauen habe und mich bzw. mein Leben nicht mag ist jedenfalls klar dass ich mich nicht selbstsicher jedem um den Hals werfe.
    Wobei ich aber erst vor Kurzem gelesen habe dass Nähe bestimmte Hormone im Körper ausschüttet die das eigene Selbstwertgefühl auch längerfristig erhöhen.
    Menschen die also Nähe eher ablehnen schneiden sich also ungewollt damit ins eigene Fleisch.

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