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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Ich frage mich, ob man auch ohne Diagnose leben kann
    Die Frage ist ja ob die Krankheit mit ihren Symptomen und Begleiterscheinungen Dich so behindert und belastet, dass Du ohne Behandlung nicht mehr weiterkommst. Es gibt wahrscheinlich genug ADHS-Betroffene, die ihren Alltag irgendwie gebacken kriegen ohne jemals zum Arzt gegangen zu sein. Viele kompensieren ihre Krankheit im Erwachsenenalter und brauchen dann keine Behandlung mehr. Bei anderen ist die Symptomatik nur schwach ausgeprägt, sodass sie auch ohne Intervention auskommen. Wieder andere kommen einfach nicht klar und sind auf ärztliche, medikamentöse und verhaltenstherapeutische Hilfe angewiesen.

    Die Frage ist also, wie sehr leidest Du und hast Du ein dringendes Bedürfniss nach Linderung Deiner Symptome?

    Wenn Du Behandlung brauchst, brauchst Du dann natürlich auch ne Diagnose. Ob sich ADHS dann bei Dir bestätigt oder es sich um was anderes handelt bleibt bis dahin offen.

    Seitdem ich Kinder habe ist auch alles komplizierter geworden, glaube das hat bei mir die Erkrankung erst recht in Wallung gebracht. Kennt das jemand hier?
    Klar. Ich bin auch Spätdiagnostizierter. Bis Ende 20 hatte ich selber keinen Leidensdruck, obwohl ich nach außen schon immer auffällig war. Immer auf Hochtouren und auf dem Sprung. Erst mit festem Job, Familie, festen Strukturen, usw. hab ich gemerkt, dass da was nicht stimmt. Je mehr sich mein Leben "verdichtet" und "strukturiert" hat, umso mehr hab ich meine Defizite auch selbst gesehen. Außerdem entwickelt man ja irgendwann im Leben ein natürliches Ruhebedürfnis und auch so kehrt in allen Lebensbereichen eine gewisse Ruhe im Sinne von Stabilität ein. Ich hab dann irgendwann gemerkt, dass um mich herum alles ruhiger wird, nur ich nicht. Das fand ich komisch.

    Ich vergleich das ganz gern mit nem tropfenden Wasserhahn. Den merkst Du den ganzen Tag nicht. Aber wenn Du dann Abends auf dem Sofa liegst und Ruhe einkehrt, bemerkst Du ihn und er geht Dir auf die Nerven.

    Burnout ist ein anderes wort für depression (statement nicht von mir, hab ich gelesen)
    BurnOut ist ein Syndrom und in der ICD als "Zustand der totalen Erschöpfung" benannt. Ich glaub aber, dass BurnOut keine eigenständige F-Diagnose ist. Depression ist eine Folge von BurnOut bzw. ein mögliches Symptom von Vielen innerhalb des Syndroms.

  2. #12
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Danke, bezüglich dem hohen Diabetes Risiko habe ich mich zum Glück im Griff und lebe sehr gesund mit ausreichend Bewegung! Ich habe aber eine Insulinresisdenz aus der sich trotzdem irgendwann im Leben ein Diabetes entwickeln wird, egal wie gesund ich auch lebe. Ich kann den Zeitpunkt nur so weit wie möglich nach hinten schieben aber wirklich verhindern wird sich das nicht leider, man wird ja nicht jünger...

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    Nietzsche schreibt:

    Klar. Ich bin auch Spätdiagnostizierter. Bis Ende 20 hatte ich selber keinen Leidensdruck, obwohl ich nach außen schon immer auffällig war. Immer auf Hochtouren und auf dem Sprung. Erst mit festem Job, Familie, festen Strukturen, usw. hab ich gemerkt, dass da was nicht stimmt. Je mehr sich mein Leben "verdichtet" und "strukturiert" hat, umso mehr hab ich meine Defizite auch selbst gesehen. Außerdem entwickelt man ja irgendwann im Leben ein natürliches Ruhebedürfnis und auch so kehrt in allen Lebensbereichen eine gewisse Ruhe im Sinne von Stabilität ein. Ich hab dann irgendwann gemerkt, dass um mich herum alles ruhiger wird, nur ich nicht. Das fand ich komisch.

    Ich vergleich das ganz gern mit nem tropfenden Wasserhahn. Den merkst Du den ganzen Tag nicht. Aber wenn Du dann Abends auf dem Sofa liegst und Ruhe einkehrt, bemerkst Du ihn und er geht Dir auf die Nerven.
    Ja das trifft es auf den Punkt. Fühle mich hier an der Stelle wieder sehr verstanden! =)

  3. #13
    howie

    Gast

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    zu Burnout - wie alle diagnosen - wird ständig überarbeitet, was das ist. (die aussage stammt von einer medizin seite finde es gerade nicht) die frage ist: woher die totale erschöpfung kommt.
    und dann wären wir wieder beim soll- und ist zustand. (egal soll nicht ins off topic abdriften)

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    na, aber jetzt hast noch kein diabetes und lebst gesund. also.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    die frage ist: woher die totale erschöpfung kommt.
    d´accord.

    (egal soll nicht ins off topic abdriften)
    Dazu neige ich leider auch!

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Hallo Peppa,

    ich wünsche Dir viel Kraft, dass es Dir wieder besser geht.

    Zum Thema Erschöpfung, burn- out

    Also burn out entsteht, 1. wenn man sich nicht abgrenzen kann, gegenüber anderen Menschen
    2. und auch gegenüber der Reizüberflutung

    Durch AD(H)S sind die Erkrankungsschwellen abgesenkt, dass heißt als Bsp. ADS ist auch eine Störung der Informationsverarbeitung, das heißt Du kannst die Informationen nicht alle verarbeiten, wie ein "Gesunder Mensch", wenn Du Dich aber zwingst dazu, und noch zuuu viele Reize an Dich herankommen lässt, bist du irgendwann erschöpft und Dein Gehirn ist erschöpft.

    Wir haben zB. ständig Disstress damit..,. auch unsere Fehler wieder zu kompensieren, wenn ich mich im Strassenverkehr verfahre, dann habe ich Stress und Zeitaufwand damit, den Fehler wieder zu korrigieren. Wenn mir eine Kakaotasse für meine Tochter aus der Hand fällt (es passiert mir mind 3 mal die Wo so ähnliches) habe ich doppelt Arbeit, besonders, wenn es mir schwer fällt, mich fürs aufräumen und saubermachen zu konzentrieren (Energieverlust, ATP , NADH+ + H+ verbrauch )

    Unser Nervensystem hat Sympatische Fasern und Parasympathische Fasern und Dauerstress ist ein ständiger sympatikotoner Zustand dazu kommt noch die Dauerstresshormon Cortisol Ausschüttung der Nebennieren.

    Es kommt auch zu somatischen Störungen.
    Man merkt das auch an uns allen das wir gar nicht mehr entspannt sind oder entspannen können.

    Erschöpfung ist ein dauernder Energie verbrauch. die Muskelzellen und die Leber müssen ständig Zucker herstellen, Gluconeogenese ich vermute das das die Ursache ist.

    Bei richtiger Entspannung würde das Parasympatische Nervensystem wieder hochgefahren.

    Kinder machen natürlich immer Stress und sind unplanbar oder kaum planbar.

    Ich lerne zB mit meiner Tochter oft Tagelang, aber es würde auch reichen und viel besser und effektiver sein, wenn ich das einmal die Woche machen würde. Dann eher regelmäßig und pünktlich, was tue ich, ich mache es nicht, weil ich ein chaot bin.

    Auch wenn der Termin mal ausfällt würde meine Tochter keinen Schaden nehmen, Chaotische unorganisierte unrhythmisches Handeln ist leider Gift für den ADSler......

    Und wieviel Zeit ich mehr hätte, wenn ich das nur auf eine Woche lege....

    Und ich gehe jetzt nicht mehr ans Telefon und nicht mehr die mails beantworten, Stressmanegment......seid dem ich das mache ist es mir viel besser, obwohl ich immer noch ein schlechtes Gewissen habe, da merkt man erst wie krank ich schon geworden bin und abhängig von dieser schnelllebigen Zeit und Welt


    Ich gehe auch nicht an die Tür, wenn ich keinen Bock habe, was für ein Stress mit diesen Hausierern von Telefongesellschaften und anderes. Oder Nachbarn die was wollen. (Denke dann immer oh Gott könnte ja mal ein Notfall sein. ) Aber wenn ich nicht da bin bin ich nicht da.

    Einige halten mich für komisch aber soll ich wieder krank werden? ...nein .

    LG Timo
    Wenn alles laut ist, dann bist Du bereits sehr überreizt.....
    Geändert von Timotheus (23.01.2014 um 13:30 Uhr)

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Vor meiner ADS Diagnose hab ich mich mit dem Thema " Hochsensibilität" beschäftigt.Manches macht da auch richtig Sinn. Darüber gibt es einige gute Bücher und Infos im Netz sowiso.

    Das knistern der Chipstüte, wenn ein Kaffee umgerührt wird ,wenn jemand ganz intensiv kaut, das alles hat mich auch sehr gereizt.

    Naja,dort geht man wohl auch von einer neurobiologischen Besonderheit im Gehirn aus.Natürlich wird auch versucht damit Geld zu verdienen.Man sollte alles selbst vernünftig hinterfragen.

    Natürlich ist eine ADS Diagnose wertvoller.Dann hast du nämlich ein Recht auf Medikamente und Therapie.

    LG
    Mike
    Geändert von HP_September (23.01.2014 um 14:37 Uhr)

  7. #17
    howie

    Gast

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    das steht auch so bei wiki

    Es handelt sich also um ein subjektiv wahrgenommenes Auseinanderklaffen von

    • externen (beruflichen) Anforderungen bzw. Belastungen[36] einerseits und
    • individuellen Fähigkeiten zur Bewältigung der aus den Belastungen resultierenden Beanspruchungen[36] andererseits.

  8. #18
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Ich bin mehr als dankbar dieses Forum hier entdeckt zu haben, ich glaub man kann es auch glücklich nennen. In einem anderen Thread stieß ich jetzt darauf, das meine Ohrprobleme und diese Geräuchempfindlichkeit wohl mit der ADS Erkrankung zu tun haben und vielleicht des Rätsels Lösung sind. Bedingt durch meine Krankheit (Morbus Meniere, ständiger Schwindel) leide ich jetzt dauerhaft unter Tinnitus wo mir bisher gesagt wurde mir bleibt nichts anderes übrig als damit lernen zu leben und keiner weiß warum ich darunter leide.
    Interessant auch, das unter Einnahme eines Medikamentes (hab den Namen jetzt nicht, kann mir keine Buchstaben merken ;-)) das lästige Pfeifen sogar weg oder weniger werden könnte.
    Schön, somit ist für mich an dieser Stelle klar, das ich eine Diagnose nicht umgehen kann, jetzt heißt es weiterhin durchbeißen wer mich diagnostieren und behandeln kann und das am besten gleich gestern noch ;-)

    Ich habe hier jetzt so einiges gelesen inzwischen und finde mich mehr und mehr wieder und verstanden. Für mich selber steht jetzt 100% fest an ADS zu leiden. Leider bin ich auch über etliche Hinweise gestolpert, das meine große Tochter daran wohl auch leiden wird da sie mir sehr sehr ähnlich ist... *seufz*

  9. #19
    AlteEiche

    Gast

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Ein weiteres großes Problem bei mir ist meine Geräuschempfindlichkeit. Inzwischen ist es unmöglich geworden neben mir eine Chipstüte zu essen ohne das ich irgendwann an der Decke klebe oder aggresiv werde. Oder Nachbarn, die meinen laut Musik spielen zu müssen. Wenn in der Schule in meiner nahen Umgebung laut Kaugummi gekaut hat konnte ich mich sogar nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren da mich das so wahnsinnig gemacht hat.
    Fast so extrem bin ich auch - Allerdings hab ich noch Glück, das zwischen den Phasen der Genervtheit von Geräuschen auch Phasen sind in denen ich sie überwiegend audiophil wahr nehme und zelebrieren kann.

    Seitdem es mir gesundlichheitlich nicht mehr so toll geht (Burnout, Tinnitus, Probleme mit Zuckerwerten etc) bin ich ganz schnell genervt und reagiere völlig übertrieben.
    Die Folgen von massivem Streß sind oft ähnlich gelagert. Timotheus hat schon viel wichtiges dazu geschrieben. Lass dich nicht zu einer zwanghaften Anti-Diabetes Prevention, Ernährungsumstellung und diesem ganzen SChwachsinn treiben.

    Was du brauchst ist eine Auflösung deiner tiefsten Konflikte, Lösungen! Also Lösungen deiner Anspannungen und zwar solche mit Substanz und keine Übersprungshandlungen - Die helfen auch nicht auf Dauer.

    Deshalb bleibe am Ball! Alles was du hast dürfite primär durch deinen Stress ausgelöst sein! Das heißt Ursächlich wenn du ADS hast und erkennst das du deshalb ein Vielfaches an Leistung dir abringen musst um überhaupt ein funktionales Niveau zu erreichen, verstehst du auch woher das kommt!

    Denk daran das Menschen, die keine ADS haben heute schon vielfach zusammenklappen! Wieviel eher dann Menschen, die unter ADS Problematik mit motivationellen Dysfunktionen und emotionaler Dysregulation sowie der Reizoffenheit und damit verbundenen Streßfaktoren zu leiden haben! Das alles subsummiert sich unter den heutigen erheblichen Alltagsbelastungen und die ADS ist eine Störung, die ein Abschalten, eine Regeneration, Erholung für viele eben sehr schwer macht. Da ist es sehr gut sich kundig zu machen.

    Es muss aber nicht die ADS selbst sein, es kann auch eine "normale" Hochsensibilität sein.

    Ich wünsch dir alles Gute und das du es schaffst!

    Du hast ja auch viel Schönes! Kinder und Partner sind ja auch Sinn- und Kraftquelle!

    Viel Erfolg

  10. #20
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!

    Danke für eure Antworten alle bisher, hat mir enorm geholfen.
    Ich mache mir auch mehr Gedanken, ob nicht noch andere Familienmitglieder von ADS oder ADHS betroffen sind. Umso mehr ich hier lese umso mehr glaube ich mein kleiner Bruder könnte auch betroffen sein. Er ist und war schon immer etwas "seltsam", genau wie mein Vater, der leider schon tot ist. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, das mein Bruder und ich das vom Vater vererbt bekommen haben.
    Mein Vater war ein ganz schlimmer Chaot, sein Schreibtisch sah immer aus als ob gerade eingebrochen wäre, mein Bruder nicht anders. Beide haben/ hatten es auch nie so mit der Pünktlichkeit, stets die Ruhe weg gehabt und ihre Mitmenschen damit in den Wahnsinn getrieben. Sozial gesehen beide eher Einzelgänger wie ich unfreiwillig ja auch. Erinner mich auch noch gut dran wie mein Vater auf Musik reagiert hat, die er absolut nervig fand, direkt schon aggresiv. Langsam geht mir für einiges seines seltsames Verhalten ein Licht auf.
    Mein Bruder hat ziemlich psychische Probleme, denke mal ihn werde ich demnächst mal zur Seite nehmen und vorsichtig auf das Thema ansprechen...
    Oder liege ich hier mit meinen Mutmaßungen hier völlig daneben? Konnte jetzt natürlich nur ein ganz winziges Bild zeigen.
    Das hat zwar jetzt nicht direkt mit mir zu tun aber es würde helfen z.B. einiges Verhalten meines Vater nachträglich zu verstehen.

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