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Diskutiere im Thema Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Stefanus

    Gast

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Hab en Abi mit 1,1 gemacht und nen Bachelor mit 2,1. Beide Abschlüsse ohne MPH.
    Ich versuch es immer so zu erklären: Man kann ADS (ich spreche jetzt mal aus der Sicht OHNE "H") stark nach außen kompensieren und sich ziemlich durchquälen. Man erscheint im Umfeld als relativ "normal" und kann auch extreme Leistungen erbringen. Würde man hier jetzt aufhören, würde man sich fragen warum man dann überhaupt Medikamente nimmt.
    Hier kommt der 2. Punkt. Der Aufwand für das was man leistet ist einfach nicht mehr in irgendeiner angenehmen Relation. Ich habe mich damals aus perfektionistischen Gründen so gequält, dass ich immer meine guten Noten schreibe, dass ich so ziemlich alle Lehrer manipuliert habe, ein Bild dargestellt habe das ich nicht bin und mein Gesicht jeden Tag voller Stresspickel war. Im Rückblick war das die reinste Hölle.

    Defakto: Ja, man kann sehr viel kompensieren, das änder aber nix daran dass man einen neuronalen Defekt hat der einem die Energie für jede konzentrationsbezogene Aufgabe entzieht.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Das was wir mit ADS leisten, ist in keiner Relation. Dieser immerwährende Stress im Hinterkopf ist exorbitant hoch - in meinem Fall. Als Gegenleistung wird man dann angeneidet, weil man mal wieder ohne zu lernen eine 2 gemacht hat. Jeder hat so seine Problemchen nehm ich an.

  3. #13
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    @ hanuta: Etwas ungewöhnlich ist es schon, daß es da gar keine Auffälligkeiten gab.

    - kein Noten auf und ab?
    - keine von dir genervten Lehrer?
    - keine Wegträumphasen?
    - Ranzen keine Müllhalde?
    - keine Eselsohren im Heft?
    - kein ewiges an den Hausaufgaben sitzen?
    - kein: "So sieht die Handschrift eines Mädchens aber nicht aus!"

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 106

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Merkwürdig ist es schon, da stimmt ich dir zu, Patty.
    Doch wenn du wirkklich ADHS hast Hanuta, freue ich mich darüber, denn ich wünsch es wirklich niemanden. Dass ein ADHS´ler sehr klug sein kann, spricht ja nichts dagegen.

    Glaube ja nur, wenn es in der Schule nicht so läuft, es ein eindeutiger Indiz für ADHS ist. Wenn die Symptome stimmen + alle anderen Symptome.
    Vielleicht ist es doch was ganz anderes als ADHS ???


    Schwieriges Thema wuerde ich sagen ....


    Grüße

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Stefanus schreibt:
    Hab en Abi mit 1,1 gemacht und nen Bachelor mit 2,1. Beide Abschlüsse ohne MPH.
    Ich versuch es immer so zu erklären: Man kann ADS (ich spreche jetzt mal aus der Sicht OHNE "H") stark nach außen kompensieren und sich ziemlich durchquälen.[...].
    Krass! Hast du schonmal nen IQ-Test machen lassen?
    Abi mit 1,1, d.h. du hast jeden(!) Tag und jede(!) Schulstunde mit aufmerksam im Unterricht gesessen und immer(!) aktiv mitgearbeitet, vollkommen egal wie langweilig du den Unterrichtstoff fandest.
    Ich kenne Leute die können das, das sind aber ausschließlich nicht-ADHSler die sich in den langweiligsten Kram stundenlang hochkonzentriert einarbeiten können.
    Für einen ADHSler finde ich das eine umso größere Leistung, bin echt baff.

    Wenn der Stoff langweilig ist, dann kann ich mich nicht konzentrieren. Punkt.
    Hab in der Schulzeit dann mächtig mit Kopfschmerzen&Co. zu kämpfen gehabt, weil ich eben dachte, ich müsse mich "einfach" mehr anstengen.
    Aber trotzdem, nach spätestens 5-10 Minuten hat mein Kopf einfach entschieden, dass andere Themen gerade spannender sind.

    Ohne Grundmotivation (Reliunterricht oder Deutsch*gähn*) war es echt hart, nach kurzer Zeit kamen die Kopfschmerzen, eine unglaublich hartnäckige Müdigkeit, ich habe resigniert und meine 4en kassiert.
    Die 5 konnte ich immer vermeiden, in rein mündlichen Fächern mit einigen Tagen Kompensationsstrategie, in schriftlichen Fächern dank der Klausurnoten.
    In meinen Lieblingsfächern ging es einfacher, mehr Motivation, mehr Spaß. Selbst da habe ich mündlich keine "1" geschafft, aber guter 2er-Bereich war drin. Mit Klausuren dann auch meist Einser als Endnoten.
    Aber selbst in einem meiner Lieblingsfächer hatte ich z.B. einen enormen Leistungsabfall um 4 Punkte (also 1,5 Notenstufen), nachdem zwei Kurse zusammengelegt wurden und die Kursgröße von 17 auf 34 angestiegen ist.

    Notenextremist, ja, so jemand war ich dementsprechend wohl auch*g*
    In den interessanten Fächern war ich sehr gut, in meinen unbeliebten Fächern lief es dann meist auf eine 4 hinaus...

    In der Uni merke ich es ganz krass, wenn mich etwas nicht interessiert.
    Mein Studienfach ist meist ganz spannend, da kann ich mich auch recht lange konzentrieren, wenn ich grad "im flow" bin. Gilt also definitiv nicht für alle Kurse, aber für einige.
    Mein Nebenfach hingegen... es interessiert mich einfach nicht so sehr. Nach spätestens 15 Minuten schlafe ich ein! Ich strenge mich ja an, aber PP-Präsentationen sind soooo sterbenslangweilig wenn einen das Thema nicht brennend interessiert. Mein Augen werden von Minute zu Minute schwerer und irgendwann sind da nur noch Schmerzen.
    Dabei ist das Thema nicht so schwierig, klar, schon komplex, aber bei weitem nicht auf dem Niveau meines eigentlichen Studienfaches. Trotzdem strengt es so sehr an, dass ich nicht anders kann als abzuschalten. Aufmerksamkeit halten ist halt nen ziemlicher Arbeitsaufwand wenns einen nicht brennend interessiert.

    Deswegen nein, ich glaube nicht, dass man mit ADHS von einem selbst(!) unbemerkt durch Schule und Studium kommt.
    Denn es gibt doch immer irgendwelche Fächer oder Kurse, die einen weniger interessieren und eben mehr Anstrengung bedeuten, konzentriert zu bleiben.

    Manchmal sind Menschen auch ohne ADHS verpeilt.
    Mein Freund ist so einer. Manchmal recht impulsiv, manchmal etwas hyperaktiv, immer unordentlich, schiebt alles auf etc. und bei so ADHS-Selbsttests meist genau auf der Grenze.
    Aber er kann sich halt konzentrieren, wenn er grad will oder muss. Egal obs ihn grad interessiert oder nicht.
    Er hat keine Störung der Aufmerksamkeit, lässt sich nicht ablenken wenn er grad arbeitet, kann äußere Reize filtern wie er es grade braucht u.s.w.
    Nicht alles, was erst nach ADHS aussieht ist auch welches.

  6. #16
    Stefanus

    Gast

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Es hängt von der Motivation ab.

    Mal ein krasses Beispiel: Stell dir vor dur würdest sterben müssen, wenn du im Unterricht nicht aufpasst. Du würdest automatisch all deine Ressourcen zusammen nehmen um dich nur in diesen Unterrichtsstunden "konzentrieren" zu können. Du würdest dich einfach quälen wie in einer Folterkammer nur damit du dem Unterricht folgen kannst.

    Bei mir war es der Motivationsfaktor der mich zu dem Durchschnitt "getrieben" hat. Ich habe mich Minderwertig gefühlt, als Versager und schlechter Mensch. Ich wollte das ändern. Als ich von meiner ersten Schule runter musste hat sich der Schalter umgelegt. Mir wurde klar, dass ich mir es selber beweisen muss. Also habe ich einfach das getan was man tun muss um am Ende einer der Besten zu sein. Ich bin auf die mentale Folterbank gegangen und habe ordentlich an den Rädern gedreht. Alle anderen musste da halt nicht rein, nur der ADSler eben.


    Rückblickend würde ich nie wieder so viel mentalen Schmerz auf mich nehmen wie damals. Es war die Hölle.

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Meint ihr, das ist ein Ausschlusskriterium, also unwahrscheinlich, dass ich ADS haben könnte?

    Hallo

    nein, es ist kein Ausschlusskriterium - ich fand Schule toll - hatte auch gute Noten
    mein Studium war total spannend und die Noten waren noch besser

    Ich kenne einen jungen Mann, der 100% ein ADHSler ist und seinen Masterstudienabschluß mit 1.0 gemacht hat (er war der Semesterbeste an der Uni)

    bis denne Elwirrwarr

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Hi

    Stefanus und @ll,

    ja das war bei mir auch so, nach meinem völligen Absturz in der 6 Klasse habe ich mich mit lernen hochgearbeitet Realabschluss 2,1 und dann Abi mit 2,0 Mündl Deutsch 14 Punkte und Mathematik 2 Kl Note 6 im Abi Leistungskurs man hielt mich für ein Phänomen, ich galt an Hochintelligent dann wieder unintelligent....

    Jetzt bei der Uniklinik haben die mich für Hochintelligent eingestuft und es getestet. Bin aber kein Hochbegabter.....IQ über 130 ne ne

    Denn Rest habe ich gelernt und Meldelisten geführt Teilweise 8 Stunden am Tag gelernt, nach dem zuhause kommen. Am Ende war ich in allen Fächern gut bis sehr gut.

    Und das unter schmerzhaften"" Bedingungen angefangen mit einem Kloss im Hals bis zu Zuckungen (Tics- Anfallsweise) der Höhepunkt waren panikattacken und ein Herzinfarkt mit einem Durchriß meines Herzmuskels (paranoide Vorstellung unter Panikattacke) ich viel um und schleppte mich Nachts mit 15 zu dem Schlafzimmer meiner Eltern....

    Ich kam oft schweiß gebadet von der Schule hatte Albträume nachts Schlafstörungen, Schwindelattacken das kam auch im Unterricht, was das Leisten können.

    Ich konnte die Lehrer sehr gut täuschen ich brauchte nur von vegetative Dystonie oder Thyreotoxischer Krise reden. Ich wusste oft mehr als die Lehrer, so als ich 15 war wusste ich mehr als die. Deswegen waren sie bei mir recht still, denn es wäre peinlich für sie gewesen, besonders weil sie ja leider nicht so viel im Bereich Medizin, Psychiatrie und Theologie wussten.

    Ansatzweise schon natürlich.

    Ein Gespräch vor dem Direx wäre peinlich geworden.

    Thyreotoxikose oder Krise.....Heyperthyreose und wie ich dann den Kropf bekam (mein Kehlkopf leicht rot, stach dann heraus....da war jeder Lehrer überfordert)

    Die Fachärzte da brauchte ich nur die Biolehrer zitieren haben die sich über die Unfähigkeit der Lehrer totgelacht. Man lernte die Lehrer an der Nase herumzuführen. Obwohl ich doch von Ihnen viel gelernt habe und für vieles dankbar bin.......äh meine die Mittelstufe

    Aber warts ab es kommt noch der Master und bei der Promotion na ja

    LG Timo

    Rückblickend würde ich anders lernen so dass es Spaß macht und leicht von der Hand geht.
    In der oberstufe war einfach leicht ich hatte den Dreh raus auch für die Transfer leistungen, dass war einfach nur ein Spiel....mit den Lehrern. ..ich meldete mich auch oft, und war und wusste manchmal nicht welcher Schüler was gesgt hatte, das kam vor......
    Geändert von Timotheus (10.01.2014 um 20:38 Uhr)

  9. #19
    AlteEiche

    Gast

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    ADHS + Hochbegabung ist oft durch Inselhafte Begabung gekennzeichnet.

    Wenn du als ADHSler nicht den normalen IQ Test nicht ganz gut machst, heißt das nicht das du nicht doch genauso Hochbegabt gelten kannst.

    Da solltest du Fachleute zu befragen, die die IQ Tests entsprechend speziell nach den Kriterien der ADHSler bewerten können. Spitzenleistungsfelder vom Rest isolieren und deine Stärken besser herausfiltern.

    Davon abgesehen Hochbegabung ist für mich ein anrüchiges Modell. Ich mag nicht das selbst schon der Begriff Honig um den Bart schmieren will und jeder Hinz und Kunz es schon für die Selbstwertkonzeption erstrebenswert erachtet.

    Letztlich jedoch ist das derzeit wohl der einzige Begriff, der dafür sinnvoll herumkursiert wie ich meine? Geht ja eigentlich "nur" um eine bestimmte Art zu denken.

    Visuelle Lerntypen in der Schule: Unentdeckte Hochbegabung


    @Timotheus

    Tut mir leid das du so harte Erfahrungen sammeln musstest. Mir ging es ähnlich

    Übrigens hast du dir wohl tatsächlich den

    Timotheus

    als Namensvetter ausgesucht?
    Geändert von AlteEiche (10.01.2014 um 20:44 Uhr)

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Keine Probleme, im Unterricht aufzupassen + gute Noten = Ausschlusskriterium

    Hallo AlteEiche,

    ich danke Dir....

    ja der Name es gab nicht nur schlechte Erlebnisse, ich hatte auch eine Gottesoffenbarung mit 13 das mich dazu trieb die Bibel zu lesen.

    Mit meinem Glauben wurde ich auch diskriminiert, manchmal aber manchmal gab es auch interessante Begegnungen....mit Lehrern zB ......
    Aber wie war das mit Hiob....er musste vielerlei Krankheiten durchmachen.....Das braucht Dir nicht leid zu tun......jeder trägt sein Kreuz in dieser Welt......wenn Gott einen berührt ist es mit Schmerzen aber auch Glück verbunden, oder nicht????

    LG Timo

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