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Diskutiere im Thema ADS / ADHS und "Empathie" im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 124

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    Hallo ihr Lieben,

    ich finde mich hier in so vielen Äußerungen und Gedanken wieder.....

    ..... ich spühre oft, wenn es jemandem schlecht geht - ohne persönlichen Kontakt zu haben und habe dann plötzlich das Bedürfniss mich bei dem Jenigen zu melden - ohne zuerst zu wissen warum.......

    ....ich ziehe offenbar Menschen "magisch" an, die in schwierigen Situationen stecken - wir finden uns einfach.....

    ....ich kann mich recht gut in Menschen "hineinfühlen" - auch wenn Sie ihre Gefühle verbergen wollen....

    Besonders interessant finde ich die Gedanken dazu, was die Erziehung im Bezug auf den Umgang mit Gefühlen mit uns "macht".....
    Das habe ich am Anfang der Therapie mit meiner Therapeutin besprochen.

    In unserer Familie wurde das "Verschweigen" und "Verbergen" von Gefühlen bis zur "Perfektion" betrieben.
    ..... man muß allein zurecht kommen.....man muß sich zusammennehmen....man muß funktionieren...... man belastet oder belästigt niemanden damit.... - Und "anders sein" ging schon gar nicht - immerhin gibt die "Gesellschaft" genau vor, was sich gehört und was nicht .....was man sich verhält und was man denkt........Es war immer nur wichtig, was von einem erwartet wird und was andere denken........
    Natürlich wollte ich immer so sein- wie es erwartet wurde und der "Norm" entsprechen (...wer immer die festlegt....). Hab`es aber nie hin bekommen- ich war halt "anders" - aber das durfte nicht sein......
    Ich habe nie gelernt mit meinen Gefühlen um zu gehen und konnte auch mit den Gefühlen anderer lange nicht umgehen - negative Gefühle durften ja nicht sein- oder zumindest nicht geäußert werden.......

    Dann kam eine Zeit, in der ich diese "besondere Gabe" (Emphatie) intensiv nutzen wollte, weil ich immer so darunter gelitten habe, dass niemand meine Gefühle ernst genommen hat.
    Ich habe mich da dernaßen reingesteigert - immer für andere da zu sein und mir den Kopf über andere zu zerbrechen, dass ich auf mich gar nicht mehr geachtet habe. Ich war so damit beschäftigt, immer und überall zu helfen und zu unterstützen, dass ich dabei völlig unter gegegangen bin. Ich habe mich selbst damit so unter Druck gesetzt bin weit über meine Grenzen gegangen und hatte immernoch das Gefühl- nicht genug zu tun.....Ich habe furchtbar mit jedem "mit gelitten"- Bis zum völligen Zusammenbruch......
    Darauf folgte eine Zeit, wo ich dieses Empfinden nur noch los werden wollte, weil ich das Gefühl hatte- es zerstört mich.....
    Ich zog mich total zurück und versuchte nur noch an mich zu denken und nicht`s mehr an mich herran zu lassen..... Ich versuchte mir eine "harte Schale" zu zulegen und möglichst gleichgültig zu wirken, damit niemand mir zu nahe kam.... damit wurde ich aber auch nicht glücklich- ganz im Gegenteil !!!!!!

    Heute habe ich durch die Verhaltenstherapie gelernt angemessen damit un zu gehen. Ich habe gelernt meine Gefühle zu äußern und meine Grenzen zu verteidigen. Ich bin immer noch gern für andere da- aber nur so viel, wie ich vertragen kann. Ich habe inzwischen kein schlechtes Gewissen mehr auch mal "nein" zu sagen und sorge besser für mich selbst.
    Ich fühle mich nicht mehr für alles "Elent" auf dieser Welt verantwortlich und kann inzwischen aktzeptieren , dass ich nicht überall helfen kann.....
    Ich versuche für andere da zu sein, - leide aber nicht mehr so intensiv mit......

    Ich denke es ist wichtig, diese Fähigkeit anzunehmen und zu aktzeptieren und zu lernen ein "gesundes Maß" zu finden - ohne sich selbst damit zu schaden.
    Ich sehe es heute, als eine besondere Gabe, die man auch nutzen sollte, weil sie sehr wertvoll ist - aber immer richtig dosiert und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.....

    Liebe Grüße Anja

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    ich kenne das auch,Menschen mit Problemen "finden" mich auch immer.Ich dachte manchmal schon,ich hätt ein Schild am Kopp kleben,wo "Dr.Sommer" oder so draufsteht.Leider kann ich mich dann immer nicht aus der Affäre ziehen,auch dann nicht,wenns mir grad selbst zuviel wird.Ich hab dann ein schlechtes Gewissen und sehe die Probleme der anderen dann immer wichtiger als meine eigenen an und versuch dann denen zu helfen.Meine eigenen bleiben dann liegen.Oft gehts mir dann total bescheiden,wenn ich mir soviel von anderen anhöre und komm dann selber nicht mehr klar.Mal "nein" sagen wäre dann auch mal angebracht-aber das bring ich fast nie.
    Das Mitleiden ist ja auch so ein Ding.Mein Mann versteht das immer nicht und sagt dann:Mein Gott,es betrifft dich doch nur indirekt.Mach dir doch darum keinen Kopp..."

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 316

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    @ Anja: Zustimmung in fast jedem satz!!

    Ich denke auch das ADHS´ler emphatischer sind... weil eben die Sinne auf hochtouren laufen, würd ich sagen,... Es ist oft nur ein wort oder eine bewegung des auges oder sonstwas und man ist in dem menschen drinnen und agiert auf seine Wahrnehmung. Ich glaube auch das viele adhsler soviel denkpower haben, das sie schon aus Fadheit die Stimmung oder so des anderen "fühlen" und auch vielleicht darauf eingehen, Charakterfrage denke ich,... Ich finde das aber super, denn das macht einen Menschen aus, wenn er sich in einen auch reinversetzen kann und seine Emos spürt und auch lenkt. z.b. auch Sexuell, da bin ich emphatisch das org ist....
    Aber im Alltag ist das manchmal schon fast auch erdrückend, wenn zuviele Info´s kommen!

    Wünsche euch alles gute!

    Lg
    noid

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    Menschen die ich kenne (Freunde, Familie, Partner) haben mir gegenüber NULL Chance über ihren Gemütszustand zu lügen. (Komischerweise versuchen sie es trotzdem immer wieder ("Nein es ist wirklich nichts!") und scheitern kläglich. ) .... aber wenn sie schlecht drauf sind spüre ich so einen Druck im Magen. Es ist wirklich wie ein zusätzlicher Sinn.

    Bei Menschen die ich nicht so gut bis gar nicht kenne ist es unterschiedlich. Ich bin vorsichtig damit zu urteilen (!), wenn ich jemand nicht kenne.
    Aber meistens spüre ich die Gemütslage meines Gegenübers. Oft kann ich Menschen, die ich nicht gute kenne erstaunlich gut einschätzen. Daher bin ich ein kleiner Diplomatie-Genie. Man muss die Menschen immer da abholen, wo sie stehen. Dieser Satz hat eine große Bedeutung für mich, da ich meist sehr genau erspüren kann, wo jemand (gedanklich, emotional und weltanschaulich) steht.

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 98

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    Das kenne ich nur zu gut...

    Der Vorteil ist: ich kann mich oft so gut in jemand anderen versetzen, dass ich ihm manchmal erklären kann, was ihn bedrückt, ohne dass er ein Wort sagen muss.

    Der Nachteil ist: wenn jemand innerlich angespannt oder gereizt ist, springt der Funke auf mich über und ich werde ebenfalls gereizt ohne grund.

  6. #26
    IchBins

    Gast

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    @kityara,

    jep das kenne ich auch sehr sehr gut.. Ich kann der glücklichste Mensch der Welt sein, wenn mich dann beispielsweise meine Freundin mit einer richtig miesen Laune anruft... ich kann dir sagen-.werde dann auch richtig mürrisch und bin total gereizt.

    Es ist einfach so das wir uns in andere besser hineinversetzen können, aber leider sind wir auch auf andere Leute mit POSITIVEN Gefühlen angewiesen

    Lg, IchBins

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    interessante diskussion!

    at stubbsnase; fast unheimlich deine Beiträge zu lesen, scheinen wie aus meiner Erfahrung zu kommen, inklusive der familie, die gerne alles tot schweigt..

    auch situtationen, wie sie goofy schildert, dass man sich einsetzt, und am schluss die a...-karte zieht - so geschehen bei meinem letzten job, massiv unruh im team entlassungen, und umzugsgerüchte, als ich mich dann mal einsetzte und diskussionen / fragerunden mit dem chef anregte zog ich die A..karte und wurde entlassen, weil ich unruhe ins team gebracht hätte !!

    Was ich viel hatte war dieses; eine unbekannte Person sehen, und in sekunden deren gesamte empfindung 1:1 (nehme ich zumindest an) gespürt habe. dies ging soweit, dass ich mal jemanden im zug gesehen habe, der dermassen deprimiert war, dass ich selbst für kurze zeit selbstmordgedanken hatte, obohl ich vorher glücklich war. seit versuche ich solche "Eingebungen" zu unterdrücken.

    Was mich interessieren würde; kennt Ihr das auch, dass ihr rational nicht begründbare Eingebungen habt, die wirklich eintreffen ??

    Ich weiss, es mag verrückt klingen, aber mir haben solche Eingebungen oder Vorsehungen schon das Leben gerettet; einmal habe ich aus einem Gefühl heruas einen Bus nicht genommen. Der Bus hatte eine Stunde später einen Unfall mit vielen Toten.

    Aber auch kleinere Dinge; vor kurzem hatte ich das Gefühl ich sollte die Strassenseite wechseln, also ging ich rüber 2 minuten später sehe ich auf der anderen Strassenseite einen Typen, den ich kenne und nicht ausstehen kann.

    Habt Ihr auch solche oder ähnliche Erlebnisse gehabt ?

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 124

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    Hallo driven_Dan,

    "........kennt Ihr das auch, dass ihr rational nicht begründbare Eingebungen habt, die wirklich eintreffen ?? "

    Es klingt sicherlich verrückt, aber ich kenne solche Situationen sehr gut.......
    Es passiet mit oft, dass ich plötzlich das Gefühl habe, etwas tun zu müssen - oder etwas nicht zu tun - ohne das ich zuerst erklähren kann warum. Es ist nur so ein "Bauchgefühl" .... Im Nachhinein stellt sich dann herraus, dass es die richtige Entscheidung war.....

    Liebe Grüße Anja

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    ...so, wie sa morgens um 6:30 eine Antwort zu schreiben, das war der moment, wo ich den compi gestartet habe.

    Irgendwie müsste es möglich sein, diese Gabe so zu schulen, dass sie von nutzen ist (wie es obe von einigen beschrieben wurde), ohne dass es uns zu fest runterzieht,

    Spannenderweise wurden in einer anderen diskussion berühmte adhs-ler genannt, und vor allem bei den Frauen, waren es einige "Hexen", denen man ja auch gewisse Gaben nachsagt. Aber eben, die Gesellschaft fürchtet sich davor. Andersrum gab ja auch Wahrsager, die berühmt wurden durch Ihre Gaben, doch auch deren Leben war nicht einfach (Nostradamus, und wie hiess der russische am Zarenhof ?)

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: ADS / ADHS und "Emphatie"

    Hallo,

    dies ist mein erstes Posting in diesem Forum. Ich erkenne mich in Euren Geschichten wieder.

    Mein Verdacht ADHS zu haben, verfestigt sich immer mehr.

    Auch diese verstärkte Empathie kenne ich sehr gut. Wenn mir jemand von einem Unfall erzählt, dann geht es bei mir soweit, dass mir die entsprechende Körperstelle schmerzt. Oder ich eine traurige Geschichte höre, kommen unkontrolliert die Tränen und Trauer bei mir hoch. Im Büro ecke ich immer mehr an, weil ich die Stimmungen ungefiltert aufnehme. Letztens sagte eine Kollegin, ich wäre wie eine Fledermaus und könnte mittels Ultraschallwellen alles "hören". Aber ich lausche nicht, ich höre keine Gespräche, sondern ich fühle alles. Das ist megaanstrengend, dieses Fledermausdasein....

    Das und noch einiges mehr lässt mich echt immer außen vor stehen, irgendwie bin ich nie mittendrin, sonder immer nur am Rande und bekomme doch am meisten mit. Aber die Zustimmung und Anerkennung fehlt, weil die anderen damit gar nicht umgehen können.

    Vor zwei Nächten konnte ich überhaupt nicht einschlafen, musste letztendlich heulen, weil ich fühlte, dass mein Partner zwar ganz eng neben mir lag, aber in wirklichkeit millionen Kilometer weit weg war. Er konnte damit gar nicht umgehen. Ich fragte ihn, wo er steht, was er mit mir will, ob wir eine Zukunft haben. Er konnte nicht antworten. Er wusste es nicht.

    Ich bin gerade dabei,mich selbst kennenzulernen. Nach 38 Jahren wird es langsam Zeit...

    Ganz liebe Grüße

    Lolle

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