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Diskutiere im Thema Anders sein - Wie habt ihr das gespürt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    Guten Morgen, Pucki ,
    hach ja - immer das Bemühen, zu genügen, gut genug für andere zu sein - ein ewiger Kreislauf aus dem ganz ganz schwer wieder raus kommt.
    Ich habe auch einen Sohne mit ADHS (heute ist er 20 und meistert sein Leben gut). Als er jünger war - war es echt ein Kampf - ich bin schier verzweifelt und war oft kurz davor, ihn an die Wand zu klatschen (das darf man zwar nicht schreiben fürweder noch denken - aber genau DAS hab ich gedacht und gefühlt). Ich war total überfordert mit ihm, wusste keinen Rat, keinen Ausweg mehr. In der Schule zählten nur Noten - ethische Werte?? Fehlanzeige!! Aber grad diese sind die Stärken dieser Kinder u.a. und meiner Ansicht nach auch das Wichtigste im Leben!
    Wie hab ichs gemacht??? Mir wurde von Seiten der Psychologen z. B. angeraten, das Kind zu loben, immer wieder zu loben, zu loben, zu loben - man kommt sich sowas von blöd dabei vor, für eigentlich "normale" Dinge (z. B. dass er es schaffte und vor allem daran dachte, sich morgens an- und abends auszuziehn im Alter von 7 Jahren) das Kind zu loben. Ich kam mir vor, wie in nem Kasperletheater - aber - es hat gewirkt irgendwie. Dann ists auch ganz schwer, Angriffe von außen (ob bewusste oder unbewusste) abzuschirmen, sich ein dickes Fell zuzulegen. Ich bin dann in gar keine Diskussion mehr rein gegangen, hatte doch bei den meisten eh keinen Sinn. Ich wusste, was los war, die Lehrer hatte ich aufgeklärt - nun war ich noch für meinen Sohn da. Geholfen hat mir auch meine damalige Freundin, die ne Tochter mit ADHS hatte - die hat mich wenigstens verstanden. Und dir, Pucki, kann das Forum hier helfen. Sprich ruhig aus, wie du dich fühlst (das muss man nämlich, sonst platzt man). Und hier wird man dich verstehen und nicht dafür verurteilen!

    LG vom Adlermädel Bille
    und - Kopf hoch Pucki - ich bin mir sicher, du machst Deine Sache gut!!

  2. #22


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    Liebes Adlermädchen

    Danke für die Ermutigung. Ich melde mich später noch mal.

    Also da bin ich wieder. Meine Söhne sind auch schon16 und 18 Jahre alt. Ich habe auch grossen Wert darauf gelegt immer die positive Seite bei ihnen zu sehen und ihnen das auch zu zeigen. für mich sind sie originell und voller guter Eigenschaften. (Klar bin ich da zwischedurch auch an meine Grenzen gekommen)
    Aber womit ich oft nicht zurechtkomme, ist die Tatsache dass diese "in der leistungsorientierten" Welt nicht zählen und sie als anders angesehen und auch immer wieder ausgegrenzt werden. Das grosse Glück ist, dass wir in der Familie gut darüber reden können und meine Kinder mir sagen, dass sie sich Strategien zurecht gebastelt haben, dass die Angriffe der anderen sie nicht mehr so trifft.
    Auch meine beste Freundin hat ADS und ihr Sohn auch. Wir können uns auch immer wieder gegenseitig unterstützen.

    herzliche Grüsse und alles Gute
    Pucki
    Geändert von Pucki (30.11.2009 um 19:53 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. #23
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    icke WES schreibt:
    Heute weiß ich, dass ich der Idiot bin, denn ich komme mit der Menschheit nicht klar. Aber nicht die gesammte Menschheit kann nur aus A... und Idioten bestehen.
    Also anders sein, ok. Aber Idiot?

    Das ist eine Wertung, die ich nicht gut finde. Schon gar nicht, wenn wir unter uns sind....

    Ich fühle mich auch manchmal wie einer, also ich kann das durchaus nachvollziehen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir lernen müssen, diese Vokabel zu vermeiden. Zumindest in Bezug auf uns selbst. (siehe auch hier: http://adhs-chaoten.net/geschichten-...html#post12846 nur für vorgestellte Mitglieder)

    Nur weil viele unsere Empfindsamkeit und Selbstzweifel als Schwäche empfinden, sollten wir uns das nicht einreden lassen.

    Ja! Ich weiß schon, es tut oft sehr weh, blockiert usw. Kenn ich alles, aber was ich meine ist, wenn man nicht damit aufhört, weiter in diesen Gedankenschleifen zu denken, dann kann man sich selbst nie akzeptieren lernen.

    Ich denke die Welt braucht Menschen, die anders sind! Hab mal wo gelesen, dass es eine große Gefahr darstellt, wenn es nur noch wenige Sorten von Saatgut gibt, also die Vielfältigkeit ausstirbt (hier in Bezug auf Weizen). Aber genauso ist es denke ich auch mit den Menschen.

    Sich selbst und andere hinterfragen, das ist eine Art von Wissensdurst - und der kommt aus einer Unsicherheit heraus, die keineswegs nur negativ zu sehen ist.... Die Erkenntnis, selbst nicht fertig zu sein, noch vieles ändern zu wollen, das ist denke ich was sehr positives.

    LG
    Erika

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    für mich war das schlimmste am anders sein, dass Gefühl nicht verstanden zu werden. In den Kindergarten bin ich nicht gerne gegangen. Ich hatte zwar eine Freundin, aber ich konnte mich einfach nicht in die Gruppe richtig integrieren, wahrscheinlich weil ich auch unregelmäßig hin bin.
    Ich war ein absolutes Sensibelchen, bei Konflikten flossen gleich Tränen. Ich konnte mich überhaupt nicht durchsetzen. Ich hätte jemanden gebaucht, der mir in Konfliktsituationen hilft, mich mit den anderen auseinander zu setzen.

    In meiner Schulzeit später habe ich so ne Art Mutterrolle übernommen. Ich habe mir aber immer gewünscht, einfach bei den "Coolen" dabei zu sein, wußte aber nicht, wie ich mich in deren Clique benehmen muss.
    Ich war schon immer auch absolut verträumt. Aus Lesen, Musik hören und Träumen bestand fast meine Pubertät. Ab und an bin ich mit meiner besten Freundin und ein paar anderen Mädels, die auch "irgendwie anders" waren ausgegangen. Das fand ich auch immer richtig schön.

    Heute denke ich, dass es Gründe gibt, dass ich so bin wie ich bin. In meiner jetzigen Klasse finde ich die Leute einfach doof, die mit "anderen" Menschen nicht umgehen können. Es gibt auch Leute in meiner Klassen, die ich sehr mag. Aber es fällt mir immer noch schwer mich dazugehörig zu fühlen. Deshalb suche ich fälschlicher Weise oft Abstand. Und das Gefühl, nicht verstanden zu werden, deprimiert mich auch noch viel zu oft.

    Liebe Grüße

    Lyra

  5. #25
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    1411erika schreibt:
    Also anders sein, ok. Aber Idiot?

    Das ist eine Wertung, die ich nicht gut finde. Schon gar nicht, wenn wir unter uns sind....

    Ich fühle mich auch manchmal wie einer, also ich kann das durchaus nachvollziehen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir lernen müssen, diese Vokabel zu vermeiden. Zumindest in Bezug auf uns selbst. (siehe auch hier: http://adhs-chaoten.net/geschichten-...html#post12846 nur für vorgestellte Mitglieder)

    Nur weil viele unsere Empfindsamkeit und Selbstzweifel als Schwäche empfinden, sollten wir uns das nicht einreden lassen.
    Hallo Erika!

    Im Prinzip hast Du wohl Recht. Trotzdem solltest Du jede Form von Selbstkritik zulassen, egal, wie diese ausfällt. Sollte ich irgendjemand hier im Forum als Idiot bezichtigen, so bitte ich sogar darum, dass Du mich zurechtweist. Anders aber ist es, wenn ich von mir selber spreche. Dann solltest Du meine Meinung akzeptieren.

    In meiner Jugendzeit war ich der, der sozial nicht kompatibel war, nicht die Anderen. Denn die hatten ja ihr soziales Netzwerk. Ich jedoch war alleine. Ich hatte einen Schulfreund, der über 10 km weit entfernt war. Ohne Bus- und Bahnverbinbdung. Mein Vater war mit ihm als Person durchaus zufrieden, auch mit seinem Elternhaus. Ihn störte ausschließlich die Entfernung.
    Er hatte mir ja sogar befohlen: "Such Dir Deine Freunde hier im Dorf." Aber dafür schließlich, war ich zu doof. Mit den gleichaltrigen im Dorf konnte ich definitiv nichts anfangen und die nicht mit mir.

    Und heute? Da sieht es ähnlich aus Soziale Kontakte hier in der Stadt? Fehlanzeige, wenn man von den SHG-Terminen (Depressionen) mal absieht. Im übrigen Landkreis? Genauso. Und NRW-weit? Da ist noch eine andere SHG, die sich einmal monatlich trifft und es gibt einzelne wenige Leute aus einem anderen Forum.
    Ist da jemand, den ich als Freund/Freundin bezeichnen kann? Definitiv nein.

    Nu sprich mir bitte nicht ab, wirklich zuuu dämlich zu sein, um soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Sprich mir bitte noch weniger ab, zu dämlich zu sein, Frewundschaften zu pflegen oder gar eine Liebesbeziehung bzw. Ehe zu führen. Du siehst also: Wenn ich mich selbst als Idiot bezichtige, dann hat das seine Richtigkeit.

    Gruß
    icke!

  6. #26
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    Hallo Icke!

    Scheinbar haben wir einen verschiedenen Blickwinkel.

    Ich kenne das Gefühl, sich so zu fühlen. Habe es lange Zeit ebenso gehabt. Gerade als Kind oder Jugendliche. Ich hab nie in das übliche Schema gepasst, wollte es aber irgendwie auch nie. Irgendwann hab ich mich damit abgefunden, wann das genau war, kann ich heute nicht mehr genau sagen, aber ich war eben schrullig und so wie ich mich akzeptiert habe, so haben es scheinbar auch meine Freunde.
    Heute glaube ich, dass ich mir ebenso "schrullige" Freunde gesucht habe und wir deshalb auch miteinander auskommen.

    Wenn du dich damit wohler fühlst, dass du dich so siehst, dann ist das sicher in Ordnung. Ich mag es nicht, wenn sich jemand selbst herabsetzt, aber das ist mein Problem mit meinem Gerechtigkeitssinn, also ich wollte dir da nicht zu nahe treten, entschuldige, wenn das so rüber kam.

    Mir ging es eigentlich darum, das Vergangene zu akzeptieren, wir können es eh nicht mehr ändern.
    Aber was die Zukunft anbelangt, da kann es anders werden. Allein, dass wir uns hier bewegen und feststellen, dass wir mit unseren Empfindungen nicht alleine sind, ist für mich schon eine positive Veränderung. Über seine Gefühle reden können ist für mich nicht selbstverständlich. Ich lerne es erst hier so allmählich. Für mich ist es jedoch eine Übung für das reale Leben, denn ich muss meine Gedanken erst mal bewusst formulieren und dann aussprechen (schreiben).

    Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen, das ist jedoch für jede Art von Beziehung wichtig, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Und wir diskutieren hier drüber, also üben wir fürs reale Leben....

    Aber ich weiß schon, Ungeduld lässt grüßen.... Manches geht eben nicht schnell genug und oftmals sehen wir wieder erst rückblickend, welchen Weg wir zurückgelegt haben....

    LG
    Erika

  7. #27
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    Hallo Erika!
    1411erika schreibt:
    Hallo Icke!

    Scheinbar haben wir einen verschiedenen Blickwinkel.
    So wird es sein.

    Erst einmal möchte ich Dir sagen, dass Du nichts getan hast, für das Du Dich hättest entschuldigen müssen. Du hast nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, und das war völlig korrekt, so wie Du das getan hast. Dich entschuldigen musst Du nur dann, wenn Du Schuld auf Dich geladen hast. Das hast Du bei mir jedoch nicht.

    Ich hatte Dir trotzdem widersprochen, weil ich eben eine andere Sichtweise habe, als Du. Und diese Sichtweise lasse ich mir nur dann nehmen, wenn man mir beweist, dass diese meine Sichtweise die falsche ist. Aber dies wird Dir so leicht nicht gelingen.


    1411erika schreibt:
    Wenn du dich damit wohler fühlst, dass du dich so siehst, dann ist das sicher in Ordnung. Ich mag es nicht, wenn sich jemand selbst herabsetzt, aber das ist mein Problem mit meinem Gerechtigkeitssinn, also ich wollte dir da nicht zu nahe treten, entschuldige, wenn das so rüber kam.
    Ich mag es eigentlich auch nicht, auch nicht bei mir. Nur: Dieser Zustand besteht seit 43 Jahren und ich sehe nicht einen Fortschritt. Und so wie ich unsere damalige Dorfjugend eben als A... und Idioten angesehen habe, so bin ich nun eben auf diesem Gebiet selbstkitisch geworden. Denn: Da es so ziemlich die gesammte Menschheit ist, die mit mir nicht klar kommt, es aber sooo viele A... und Idioten gar nicht geben kann, wie es geben müsste, wenn ich meine Damalige Sichtweise noch heute hätte, so kann eben nur ich der Idiot sein. Dass ich ein A... bin, das schließe ich aus. Schließlich liegt mir sehr viel am Wohlergehen meiner Mitmenschen.
    icke WES schreibt:
    Statt zum Döner essen, ging ich inzwischen regelmäßig in eine andere Gaststätte, auch zum Essen, denn auf Alkohol verzichte ich zeitlebens. Auch hier wieder kein Kontakt zu anderen Lokalbesuchern, selbst dann nicht, wenn man sich fast täglich sah. Da das Lokal irgendwann schloss, ging ich zurück zum Türken. Dort lernte ich mit Hilfe der Bedienung 1993 eine damals 15, fast 16 jährige (ich war 27) Türkin kennen, die angeblich auf der Suche nach einem künftigen Ehemann war. Obwohl die ganze Sache zum Himmel stank, ließ ich mich darauf ein, da ich in meiner privaten Situation zunehmend unglücklicher wurde und auch schon ein Partnerinstitut mit der Behebung meines Problems beauftragt hatte, was mich auch weit über 1000 DM gekostet hatte, ohne Ergebnis, versteht sich. Noch im gleichen Jahr wurde diese Türkin 16 und wir konnten mit ausdrücklicher schriftlicher und notariell beglaubigter Zustimmung ihrer Eltern heiraten. Aufgrund ihrer angeblich fehlenden sexuellen Reife verzichtete ich ausdrücklich darauf, entsprechende Forderungen geltend zu machen, ehe sie nicht selbst dazu bereit wäre. Ich selbst hatte bis dato ebenfalls keinerlei sexueller Erfahrung. Mit meiner Frau zusammen zog auch ihr Cousin in meine Wohnung, da er es für unzumutbar erachtete, weiterhin in der Wohnung seiner Mutter zu wohnen, die ein für türkische Verhältnisse unortodoxes Sexualleben führte. Meine Frau musste wegen fehlender Aufenthaltserlaubnis aus Deutschland ausreisen und kam 1/2 Jahr später wieder zurück in meine Wohnung, aber doch nicht zu mir. Ich war inzwischen nicht mehr in der Lage, die Raten für meine Wohnung regelmäßig zu bezahlen, bald musste ich die Zahlungen ganz einstellen, unter Anderem auch, weil ich die Arbeit aufgrund von teilweiser Betriebsschließung verloren hatte. Ich hatte zwar wieder eine neue Arbeit gefunden, jedoch zu erheblich geringerem Einkommen. Außerdem musste ich den Cousin meiner Frau noch mit durchfüttern. Selbst aß ich fast nur noch Nudeln mit Tomatensoße, um einigermaßen mit dem Geld hin zu kommen.

    Ich kam mit starken Magenschmerzen 1994 ins Krankenhaus und man glaubte zunächst an einer Magenschleimhautentzündung. Außerdem stellte man Mangelernährung bei mir fest. Als sich die Magenschleimhautentzündung als falsch herausstellte, bei mir aber keine andere körperliche Ursache festgestellt werden konnte, ich jedoch weiterhin das halbe Krankenhaus vor Schmerzen zusammenschrie, wurde ich dem diensthabenden Psychiater vorgestellt und fand mich wenig später im Krieseninterventionszentrum, einer kleinen Station innerhalb der Psychiatrie wieder, wo ich eine Woche verbrachte. Von dort nahm ich Kontakt zu meinem Vater auf, auch die Dame aus Ost-Berlin trat mit ihm in Kontakt.

    Meine Wohnung musste ich verkaufen und ich zog zurück in die Wohnung meines Vaters, ohne meine Frau, die zusammen mit ihrem Cousin eine Mietwohnung in Berlin bezog.
    icke WES schreibt:
    Ich bezog wieder eine eigene Wohnung und wechselte wiedermal gezwungener Maßen die Arbeitsstelle. Meine Frau hatte inzwischen ein Kind geboren (nicht von mir) und mir eine Haarsträubende Geschichte dazu erzählt:
    Ihre Schwester sei von einem europäischen Touristen durch Vergewaltigung in der Türkei schwanger geworden und auf Besuch in Berlin. Da sie in Deutschland keine Krankenversicherung hatte, hatte meine Frau ihr ihre Krankenversicherungskarte gegeben und als SIE ins Krankenhaus zur Entbindung geschickt.
    Das Kind meiner Schwägerin sei auf dem Papier also das meiner Frau und mir. Anfangs glaubte ich diese Geschichte auch. Ich fuhr in meinem nächsten Urlaub wieder nach Berlin und sah mir das Kind an. Das, was man mir erzählt hatte, versuchte man mir auch vorzuspielen. Jedoch konnte die "Mutter" des Kindes dieses nie alleine stillen. Immer musste die "Tante", also meine Frau, mit in den Nebenraum, hinter's Gebüsch etc. Auch hat meine Frau die Windeln gewechselt. Mit diesen Eindrücken und wieder einmal ohne meine Frau fuhr ich wieder nach Hause.

    Meine Frau kam dann aber doch: Die Sache mit dem Kind hatte sich inzwischen geklärt, die oben genannte Geschichte stellte sich als Märchen heraus, nur blieb meine Frau bei der Version mit der Vergewaltigung, nur war eben nicht die Schwester in der Türkei, sondern meine Frau in Berlin vergewalltigt worden. Ich hatte inzwischen auch die Vaterschaft erfolgreich anfechten können.
    Also war meine Frau zu mir gekommen, zusammen mit ihrem Sohn und der damals 12jährigen Schwester ihres "Cousin", und zwar aus einem einfachen Grund: Die Aufenthaltserlaubnis musste verlängert werden, und die hing damals an der Existenz der Ehe. Die Anwesenheit der Göre diente nur der Verhinderung sexueller Kontakte meinerseits zu meiner Frau. Nach einer Woche musste ich das Mädchen wieder nach Berlin bringen, meine Frau und der Kleine begleiteten sie. Sie blieben auch gleich da, der Besuch bei mir hat ja genau das gebracht, was er sollte. Meine Frau kam auch ein zweites Mal, diesmal war ihre eigene Schwester, die wieder aus der Türkei zu Besuch war, und der "Cousin" mit. Sexuelle Kontakte verboten sich natürlich von selber. Auch dieses Mal hatte sie wieder einen Grund, zurückzufahren.
    icke WES schreibt:
    Während der Scheidungsphase versuchte ich mich Beziehungstechnisch –- wieder mal vergeblich -- neu zu orientieren. Ich litt also immer noch darunter, dass ich eigentlich nicht in fähig bin, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Diese fehlenden Fähigkeiten versuchte ich wieder mal mit Geld, viel Geld zu kompensieren. Am Arbeitsplatz, hatte ich ein Mädchen kennen gelernt. Diese hatte eine 1 Jahr ältere Schwester. Da dieses Mädchen
    1.) 16 Jahre jünger als ich und somit noch minderjährig war und
    2.) sich in meinen Arbeitskollegen verliebt hatte,
    versuchte ich, über sie ihre Schwester kennen zu lernen. Dies gelang mir auch, doch zeigte diese nur Interesse daran, von mir bei McDonald's ausgehalten zu werden, jedoch nicht an mich als Person. Jedoch war ausnahmsweise jemand mal ehrlich zu mir und hat mir nicht irgendwelche Hoffnungen gemacht. Hoffnungen auf eine Liebesbeziehung machte ich mir nur selber. Und diese Hoffnungen kosteten mir einiges an DM. Als die Schwester, also die, hinter der ich her war, sich wieder in ihren Ex-Freund verliebte und von ihm bald darauf ein Kind erwartete, wandte ich mich wieder an die – mittlerweile Ex-Freundin meines nun Ex-Arbeitskollegen. Sie kannte doch einige weibliche Singles, die teilweise etwas älter waren als sie selbst und versprach ihr, ihr eine Führerscheinausbildung bis zu einem gewissen Punkt zu finanzieren, sofern sie mir erfolgreich eine Beziehung vermittelt....
    icke WES schreibt:
    Den Kontakt zu derjenigen, der ich den Führerschein versprochen hatte, hatte ich weiter aufrecht erhalten, obschon sie inzwischen in einer neuen Beziehung stand. Auch mein Angebot blieb erst einmal aufrecht. Diese hielt mich jedoch auf Distanz, da mein damaliger Zustand mittlerweile auch sie belastete. Ich unterschrieb Kurzmitteilungen (SMS) an sie zu dieser Zeit mit den Worten "Der auf Gottes Erden unerwünschte", denn so fühlte ich mich auch.
    Meinst Du nicht, dass das Beweis genug ist, was für ein Idiot ich bin?



    1411erika schreibt:
    Mir ging es eigentlich darum, das Vergangene zu akzeptieren, wir können es eh nicht mehr ändern.
    1411erika schreibt:
    Aber ich weiß schon, Ungeduld lässt grüßen.... Manches geht eben nicht schnell genug und oftmals sehen wir wieder erst rückblickend, welchen Weg wir zurückgelegt haben....
    Das Vergangene kann und will ich auch nicht ändern. Ich will aber aus meinen eigenen Fehlern lernen. Aber auch das gelingt mir nicht. Und was die Ungeduld angeht: Ich bin 43 Jahre alt. Ich lebe seit 43 Jahren, ohne jemals einer physischen Gruppe zugehörig gewesen zu sein, die mich so akzeptiert(e) wie ich nunmal bin und in der ich mich längerfristig wohl fühlte. Und wenn das dann die nächsten 43 Jahre so weitergeht, dann sitze ich irgendwann im Altersheim in meinem Zimmer und warte nur noch, dass mir der Zivi mein tägliches Essen bringt und ich irgendwann schließlich im schwarzen Auto abgeholt werde, ohne wirklich jemals gelebt zu haben.

    Der Schlusssatz ist wirklich hart. Aber der musste jetzt raus.

    Gruß
    icke!

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    hey icke!
    Es macht mich sehr traurig deine zeilen zu lesen.

    gibt es nicht die möglichkeit eines coaches oder einer therapie für dich?

    es muss doch irgendwie möglich sein aus dieser isolation einen ausweg zu finden.

    gruß,
    cassis

  9. #29
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    Hallo Cassis!

    Theoretisch sollte es diese Möglichkeit geben. Aber:
    1. Ich weiß beim bessten Willen nicht, wie ich eine Therapie, ein Coaching bekomme.
    2. Gerade, was das zwischenmenschliche angeht: Das, was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmer mehr. Will sagen: Die ganze Sache ist bei mir mitlerweile so festgefahren, dass ich da nicht glaube, dass sich da noch etwas zurechtbiegen lässt.

    Gruß
    icke!

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Anders sein - Wie habt ihr das gespürt?

    hm.. das wüsst ich selbst gerne.
    also wie man einen kompetenten Experten findet,
    der sich dann auch wirklich mit einem befasst und
    nicht nur ein paar Medis und frische Luft verschreibt.

    Ich versuche zur Zeit echt hartnäckig zu sein und bombadiere verschiedene Ärzte alle paar Tage mit Emails oder Anrufen damit ich endlich einen termin bekomme.

    das mag zwar sehr penetrant sein, aber dafür habe ich meine probleme lang genug mit mir rumgetragen und mich mit unzureichenden Diagnosen und Baldrianpräparaten abgeben müssen.

    Vielleicht gibt es hier im Forum jemanden, der in deiner nähe wohnt und dir eine anlaufstelle bzw ein paar experten in deiner umgebung nennen kann?

    gruß,
    cassis

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