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Diskutiere im Thema AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    Also in letzter Zeit mache ich mir hin und wieder Gedanken, ob es nicht vielleicht besser wäre, den Schlüssel meines Autos des Öfteren einfach mal am Schlüsselbrett hängen zu lassen.

    Es beängstigt mich, dass sich mein Chaotismus nun auch auf mein Fahrverhalten auswirkt. Ich versuche aufmerksam zu sein, schaue lieber einmal zu viel als zu wenig, erwische mich aber immer wieder dabei, dass ich Details einfach übersehe.

    Manchmal, beim Abbiegen warte ich regelrecht schon auf ein dumpfes "TOK" und einen Menschen auf meiner Motorhaube.

    Vor allem jetzt im Winter wenn es so bald dunkel wird und viele Radfahrer ohne Licht unterwegs sind.

    Irgendwie macht mir das Angst...ich meine, ich bin erst 31 und liebe meine Unabhängigkeit.

    Geht es Euch auch so? Wenn ja, was tut ihr dagegen?

    Freue mich auf Eure Antworten.

    PS: Falls es ein ähnliches Thema gibt und ich es übersehen habe, Schande über mein Haupt

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 142

    AW: AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    Hi spexxta,

    zunächst mal das wichtigste bist du wegen dem Thema momentan gereizt? Bin neugierig ich weiß...

    Ich habe zum beispiel den Führerschein seit gerade mal ein einhalb jahren, ich musste den fertig machen wegen meiner Arbeit. Seither fahre ich wie verrückt abends wenn ich etwas ruhe brauch setzt ich mich ins Auto und fahre... teilweise gestört weite strecken aber es entspannt mich einfach sehr.
    Als ich vor kurzem meine ADS Testung hatte, meinte der zu mir es sei ein häufiges problem bei ADS nach Automatismen zu suchen, um eintönige aufgaben zu erledigen. Die gelangen dadurch in den hintergrund und man kann gar nicht mehr auf änderungen reagieren. Ich hab darüber viel nachgedacht und festgestellt dass dies genau mein Autofahrverhalten beschrieben hat, ich fahr beinahe automatisch, seit ich das aber bemerkt hab gehts viel besser.
    Ich konnte das irgendwie umdrehen, bei mir steigt jetzt der Adrenalin Spiegel und ich bin wie gefesselt wenn sich gefahren situationen nähern, ich steh voll unter strom wenn ich an radfahren oder kindern vorbei fahre um jederzeit sofort zu reagieren können. Irgendwie löst sich so der Automatismuss und es ist ungleich spannender...

    Vlt, kannst das mal versuchen

    Lg
    Bubble_fish

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    Hi Bubblefish,

    grad eben hab ich mir noch überlegt, meinen Status umzustellen...mein Freund schläft nämlich ;D

    Manchmal (oder oft liegt das aber auch meiner momentanen Stimmung. Zwischenzeitlich überdreht, dann wieder zu Tode betrübt, empfindlich, himmelhochjauchzend. All das kann ich knappen 5 Minuten passieren, den Rekord hab ich noch nicht überboten

    Ich überleg noch, in was ich meinen Status gleich ändere. Müdi vielleicht? Man(n) darf gespannt sein

    Ich fahre auch gern und viel. Es entspannt mich ähnlich wie Dich (auch wenn ich zwischendrin immer mal wieder mit anderen Autofahrern schimpfen muss . Autobahn, Landstraße...alles top. Aber sobald ich in die Stadt komme, die vielleicht sogar noch fremd, es dunkel ist UND durch Zufall regnet, dann bin ich überfordert. Ich glaube überfordert ist das richtige Wort. Das ist mir dann alles zu viel.

    Manchmal stehe ich an einer Kreuzung...ich schaue einmal, zweimal und plötzlich kommt ein Auto was ich aber vorher definitiv nicht gesehen habe.

    Wie hast Du es denn geschaff, Dein Denken so ohne Weiteres "umzudrehen"?

    Das ja mal interessant, erzähl mehr davon

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 142

    AW: AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    Hi spexxta,

    Das ist aber süß, wenn der anblick des schlafenden Freundes, zufrieden stimmt Haha absolut genial, da merkt man wieder dass es ein ADHS Forum ist, es gibt hundert stimmungen aber ich knns meine nicht ändern, aber die Foren software mag den Internet Explorer leider nicht.

    Da werd ich mal meine Expertise beim Alex anbringen

    Haha, da fällt mir gerade ein wie ich das erste mal in einer Größeren Stadt war (Salzburg...) ich bekam fast einen panikanfall, so viel und alles zur gleichen zeit, schreklich. Innzwischen habe ich gelernt, das je größer die Stadt umso exakter wird autogefahren, wenn du in München an der Kreuzung stehst dann kannst auch als zehnter langsam aufs gas gehen wenns grün wird, bei mir am land kommst als zehnter nie über die Kreuzung. Mir ist das auch kürzlich in Rom aufgefallen (sensationell zum Autofahren) wenn du da die spur wechseln musst dann hast nicht halb so viel zeit wie das bei uns der fall ist, aber dass wissen die anderen autofahrer auch und machen dir platz, aber höchstens so viel dass du reinkommst. Da kann man sich schon auch etwas verlassen.

    Für mich ist das, fast eine art spiel, Fußgänger, kinder, spielsache, blinde, behiderte, radfahrer, LKW, Busse und so weiter. Die zu erkennen, ist beinahe spaß. Und wer bekommt keinen Adrenalin schub wenn man sich vorstellt "wenn du jetzt nicht auf passt dann hast wen umgebracht".

    Wenn ich an unübersichtlichen kreuzungen bin, dann nehm ich mir so viel zeit wie ich mein, egal wie viele sutos hinter mir warten, und ich schau schon fast aus gewohnheit drei viermal nach, dass ich dann aber trotzdem was überseh, kommt schon vor. Aber spätestens danach bin ich wieder voll unter strom.

    Lg
    Bubble_fish

  5. #5
    asdf23

    Gast

    AW: AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    spexxta schreibt:
    Es beängstigt mich, dass sich mein Chaotismus nun auch auf mein Fahrverhalten auswirkt. Ich versuche aufmerksam zu sein, schaue lieber einmal zu viel als zu wenig, erwische mich aber immer wieder dabei, dass ich Details einfach übersehe.
    Hallo spexxta,

    du schreibst, dass es sich nun auch darauf auswirkt. Hast du deinen Fürherschein noch nicht lange oder fiel dir das Fahren früher leichter?

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir das Fahren am Anfang mehr Schwierigkeiten bereitet hat als heute. Und diese Probleme bestanden(/bestehen) in allen drei Bereichen des ADHS: Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität.
    Wie zeigt sich das?

    1. Unaufmerskamkeit: War vor allem am Anfang ein Problem. Ich hab Zebrastreifen, Stoppschilder, Fahrbahnlinien, in Einzelfällen sogar Ampel übersehen ohne es zu merken (!) (erst durch den Hinweis von anderen Leuten hab ich das jeweils gemerkt). Mittlerweile passiert mir das viel seltener; das hat sich durch die Fahrpraxis tatsählich stark verbessert. Insbesondere in bekannten Umgebungen gibt es da fast keine Probleme mehr. Auf unbekannten Strecken muss ich mich dagegen zwingen vorsichtiger zu fahren, da mir da solche Fehler noch eher passieren . Insbesondere Geschwindigkeitsbegrenzungen übersehe ich dort häufiger (- in diesem Fall unabsichltich). Scheiß Strafzettel .

    2. Impulsivität: Ich habe zwar ein gutes Reaktionsvermögen, aber leider "überreagiere" ich auch manchmal. Das heißt beipsielsweise an einer Kreuzung, und das kann mir auch heute noch manchmal passieren, fahre ich impulsiv und ohne Nachzudenken los - unter Missachtung jeglicher Vorfahrtsregeln. So was kann auch böse enden. Im Nachhinein kann ich mir dann auch gar nicht mehr erklären, wieso ich eigentlich so unüberlegt gehandelt hab. Es passiert einfach.
    Impulsives Verhalten kann sich z.B. ausserdem in zu schnellem Fahren oder riskanten Überhohlmänovern zeigen, vor allem unter Zeitdruck oder wenn man genervt ist. Da kann es dann hilfreich sein, wenn jemand neben einem sitzt der einen ausbremst.

    3. Hyperaktivität: Das ist leider wohl mittlerweile ein größeres Problem als früher. Je mehr Sicherheit ich beim Fahren bekommen habe, desto eher neigte ich dazu mich gleichzeitig mit anderen Sachen zu beschäftigen: SMS schreiben, CDs suchen, Musik-Equalizer einstellen, laut mitsingen, telefonieren, essen, usw. Und das stellt natürlich auch ein nicht zu unterschätzendes Verkehrsrisiko dar, da man dabei nicht konstant auf die Straße schaut und besonders abgelenkt ist.
    Hier gilt wenn einem langweilig wird, lieber entspannt mit dem Beifahrer plaudern oder, wenn keiner mitfährt, die Musik genießen (statt zu trommeln und mitzugrölen). Manchmal hör ich mir auch ein gutes Hörbuch an. Ist alles besser als Sachen zu machen, bei denen man nur alle drei Sekunden mal auf die Straße schaut..

    Zusammengefasst: Die Unaufmersamkeit konnte ich durch Fahrpraxis ganz gut in den Griff bekommen, zumal man sich ja nicht mehr auf so vieles gleichzeitig konzentrieren muss. Ich denke das man auch grundsätzlich sagen kann, dass Fahrpraxis und Fahrsicherheit das A und O zum sicheren Autofahren sind (egal ob man ADHS hat oder nicht). Daher lass das Fahren nicht einschlafen, sonst kann es passieren dass du immer unsicherer wirst.
    Die Impulsivität ist leider schwieriger in den Griff zu bekommen - wobei es ja Studien gibt die zeigen, dass Medikamente bei ADHS das Unfallrisiko senken. Weiß nicht, ob du Medis nimmst und ob sie dir bei der Impulsivität helfen. Das weißt du selbst am besten.
    Geändert von asdf23 (12.11.2013 um 00:32 Uhr) Grund: Ergänzung

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: AD(H)S und Autofahren - geht es Euch auch so?

    Aus meiner 10-jährigen Fahrpraxis (mit und ohne erkanntem ADHS) kann ich folgendes berichten:

    ohne ADHS-Diagnose:
    - losfahren immer auf dem letzten Drücker
    - regelmäßige Wutanfälle über Leute die ihr Auto um die Kurve "schieben", Opas mit Hut, Drängler, Staus, blendende Scheinwerfer etc.
    - oft nur auf "Autopilot" gefahren, sodass ich nachher nicht mal wusste wie ich von A nach B gekommen bin
    - dafür aber auch sehr gutes vorausschauendes Fahren, gute und schnelle Reflexe, wenn andere Autofahrer mal wieder Mist gemacht haben
    - fremde Strecken + Städte grauenvoll...
    - impulsives Abfahren von der Autobahn, weil einem die Strecke bekannt vorkommt - man dabei aber nicht beachtet, dass man in die falsche Richtung fährt - wieder abfahren...... usw. (auf die Art bin ich schon mal 2 Stunden durch Hannover gegurkt, obwohl ich nur auf der Autobahn hätte bleiben müssen = 15- 20 Minuten)
    - hab auch schon mal fast nen Radfahrer umgeschubst, weil der wirklich wie aus dem Nichts aufgetaucht ist
    und ich passe da wirklich auf und schaue lieber dreimal (insbesondere auch, wenn mir der Holm die Sicht versperrt)
    - regelmäßig mit dem letzten Tropfen Benzin zur Tankstelle kommen... (weswegen ich mal anderthalb Stunden im Winter auf der Schnellstraße auf den ADAC warten musste, weil ich vor lauter Träumerei die angepeilte Tankstelle verpasst habe)

    nach der Diagnose + Medikation:
    - deutlich höhere Frustrationstoleranz, Staus etc. bringen mich nicht mehr aus der Ruhe.. ich kann´s ja eh nicht ändern...
    - insgesamt ruhigeres Fahren, nicht zu schnell usw.
    - "meistens" pünktliches Losfahren (inkl. Pufferzeit, falls doch mal was auf der Strecke ist)
    - ich halte mich an die Anweisungen des Navis
    - ich fahre deutlich lieber mit vollem Tank
    - dafür bekomme ich wesentlich weniger von der Umgebung / Landschaft mit, weil ich viel fokussierter auf die Straße bin
    - besseres Gefühl dafür, wann ich (bei langen Strecken) eine Pause brauche

    Gleich geblieben ist, dass ich immer zu Motorradfahrern Abstand halte (weil ich die nicht irgendwann mal auf der Motorhaube haben will), Unwohlsein, wenn Kinder / Jugendliche auf einer Brücke stehen (weil ich immer im Hinterkopf habe, dass mal was geflogen kommen könnte) sowie eine schlechte Orientierung (obwohl ich jetzt nicht mehr so hektisch werde, wenn ich mich verfahren habe und ich da einfach nachsichtiger mit mir selbst geworden bin).

    Meine Blendempfindlichkeit ist etwas weniger, wenn ich Medis nehme. Trotzdem ist Dunkelheit + Nässe + die neuen tollen LED-Lampen wahnsinnig anstrengend für mich...
    Es gibt wohl spezielle "Prismen"-Brillen, die den Blendeffekt vermindern können. Sie müssen aber extra angepasst werden und kosten noch ein Vielfaches mehr als eine Gleitsichtbrille.
    Trotz allem, fahre ich seit 10 Jahren unfallfrei. Darauf bin ich schon ein bißchen stolz...

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