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Diskutiere im Thema ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen haben im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    hi katerkarlos und alle anderen Forumsteilnehmer (ich hatte jetzt das mit dem vorstellen nur überflogen beim anmelden - falls ich mich vorher hätte irgendwo vorstellen müssen BEVOR ich auf diesen thread hier poste, sorry vielmals vorab)

    also ich muss grad etwas einleiten, bevor ich auf die Fragen eingehe.... bei mir ist noch alles sehr frisch und ich bin noch nicht "offiziell" diagnostiziert - aber mittlerweile bin ich mir 105% sicher das ich leider ein "Musterbeispiel" von ADS bin. Deswegen könnte das hier ein wenig "ausschweifend" werden. Wer es schafft mir bis zum Ende zu folgen -> herzlichen Glückwunsch
    Bei allen anderen möchte ich mich schonmal für mein "Geschwaffel" entschuldigen, ich kann halt manchmal nicht anders....


    1. Frage: Wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte?


    durch einen riesengroßen Zufall.... eigentlich... bin jetzt 36 und habe vor 1-2 Monaten angefangen zu einer Verhaltenstherapeutin zu gehen, weil ich mit meinem Berufsalltag nicht mehr klar komme.
    Der Leidensdruck in einem Job festzuhängen (Büro -> Einkauf) der mich zu tooooode langweilt war mittlerweile immens groß.

    In einem Bereich, wo ich eigtl. mit meinem "anfänglichen" Berufsweg und Alter mittlerweile Abteilungsleiter "sein müsste" - bin ich mittlerweile (auf jetzt nachvollziehbaren Umwegen) bei einer Zeitarbeitsfirma gelandet.... Und krieg viel weniger bezahlt, für die (annähernd gleiche Arbeit) wie meine Kollegen.

    Was mich momentan in recht ernste finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat.... Und die Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit da alleine rauszukommen.

    Nach EWIG langem hin und her (so ca. 1 Jahr) konnte ich mich aufraffen eine Psychotherapeutin aufzusuchen.
    Meine eigene Vermutung -> Depression. Ihre Diagnose -> Dysthymie (chronische Depression).

    Was sich in meinen Ohren noch viel SCHLIMMER angehört hat... Naja, sie hat mir unterstützend zur Verhaltenstherapie erstmal Cipralex verschrieben... Und ich habe es dankend angenommen.
    Und ich fühlte mich zuerst anders - konnte aber nicht genau sagen wie anders...
    Mittlerweile hatte es die Wirkung gezeigt, das ich mich "besser" fühlte, dachte ich... In Wahrheit war es so, das ich meinen Mist immer noch nicht geregelt bekam - aber ich stand dem ganzen nun viel gleichgültiger gegenüber.... auch nicht gerade zufriedenstellend.

    Es gab aber eine Nebenwirkung, die ich ganz und gar nicht gut fand.... nämlich die unerklärliche und extreeeeme Müdigkeit.. (Bin unter der Woche abends regelmäßig auf der Couch komplett weg gewesen und erst um 03:00 wieder wach geworden - und sowas ist mir vorher noch nie in der Regelmäßigkeit passiert)

    Hab ihr das erzählt und beim ersten mal, war sie sehr überrascht und meinte das es eigtl. keine typische Nebenwirkung von Cipralex ist - da sehr gut verträglich....

    Hab mich nicht beirren lassen und habe dann nach Nebenwirkungen gegooglet - und fand mich plötzlich auf einer Seite, bei der es um ADS ging - ich dachte mir sooo, huuuch was'n das???

    Als ich so ein Dutzend Symptome überflogen habe, wurde ich den enorm starken Verdacht nicht los - das mir das alles bekannt vor kam.... viel zuuu bekannt....
    Dann hab ich gelesen, das es ADHS ist - aber eben ohne die hyperaktivität...

    Hab dann beim nächsten Termin mal ganz vorsichtig angefragt, ob evtl. die Möglichkeit besteht, das ich das habe und das Cipralex aufgrund dessen nicht so wirkt, wie eigtl. erhofft.
    Als sie nachfragte, wie ich darauf komme - hab ich ihr erzählt das ich da auf eine Seite gestoßen bin und das voll viele Symptome erschreckend exakt zutreffen...

    Als sie mich bat, diese aufzuzählen.... konnte ich mich natürlich nicht daran erinnern, was da alles stand - nur das es so sehr passt. (Ich brauchte auch ganze 5-10 min. bis mir überhaupt erst wieder eingefallen ist, wie ich auf ADS gekommen bin - und da erst, als ich nicht mehr krampfhaft versucht habe mich zu erinnern - sondern das Thema wechselte und dann der querschiessende gedankliche Kugelblitz plötzlich wieder da war...)

    Seit einer Woche sauge ich jetzt zu dem Thema ALLES auf, und habe mir sogar die ellenlangen Videos von Dr. Russel Barkley angesehen - ein sehr aufschlussreiches von Prof. Dr. Ohlheimer - zig Forenbeiträge hier - und auch sonst alles an Online-Informationen in deutsch und englisch.... und einige Online Tests bei denen ich jedesmal mit wehenden Fahnen "bestanden" habe...

    Was soll ich sagen - ich habe die ganze Zeit das Gefühl ich wäre aus Versehen über eine Akte gestolpert und was ich darin finde ist ein - aber sowas von - passendes psychologisches Profil meiner Wenigkeit....


    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?

    Da es sich bei mir ja noch um eine Selbstdiagnose handelt, aus therapeutischer noch nicht besonders viel - vor allem weil ich den nächsten Termin erst wieder kommenden Montag habe und die arme Frau erstmal mit meinen Erkentnissen überfallen, aber hoffentlich nicht überfordern werde.....

    Hinsichtlich des Verständnises hat sich aber in eigtl. extrem kurzer Zeit sehr viel getan.... bei mir ist kein Licht aufgegangen - sondern eher eine Flutlichtanlage...
    Gottseidank hat meine Mom meine ganzen Zeugnisse seit der 1. Klasse aufgehoben.... und was soll ich euch sagen...

    Ich bin lange Zeit mit dem Mythos groß geworden, das ich ein extrem ruhiges Kind war (was ja zum Teil stimmt, sehr introvertiert und verträumt halt)....
    Was mich aber erschreckt hat, war die Erkenntnis das ich wohl vor allem während meiner Grundschulzeit sehr jähzornig und impulsiv war... anscheinend oft genug, das diese recht ausführlichen Bemerkungen es regelmäßig in mein Halbjahres und Jahreszeugnis geschafft haben...

    Wenn man vor allem meine schulische Karriere bis zur 9. Klasse verfolgt - wäre ich unter heutigen Standards wahrscheinlich sehr schnell als Verhaltensauffälig eingestuft worden.
    (Da steht noch sooooo viel mehr drin - alles typische ADS Merkmale, das es mir fast schon weh tut - es jetzt nach so vielen Jahren so klar und schwarz auf weiß vor mir zu lesen)

    Was erschwerend hinzu kommt, ist meine Erkenntnis - das es mit höchster Wahrscheinlichkeit auch bei meiner Mutter und Schwester vorhanden ist...
    (Und viele ihrer Verhaltensweisen mir jetzt in einem ganz anderen Licht erscheinen - was aber auch gut ist, da ich jetzt auch mehr Verständnis für die Macken habe - die mich vorher bei ihr zur Weißglut gebracht haben.)
    Kann gar nicht aufzählen, wie oft hier 2 Vulkane im Streit aufeinander getroffen sind - nur um kurze Zeit später wieder weiterzumachen - als ob nie was passiert wäre....

    Auf jeden Fall habe ich das erste mal in meinem Leben das Gefühl, das die ganzen kleinen Erkenntnisse und Merkwürdigkeiten die einem dann doch auch mal selber auffallen, eine Erklärung haben...
    Dieses RIESENGROSSE Fragezeichen im Kopf - dieses ewige Damoklesschwert in der Form eines dauernd mahnenden "Warum?" - diese fehlenden "plausiblen" Erklärungen auf eindeutige Defizite...

    Viele der Symptome waren mir zwar bewußt als "unerwünschte" Macken - aber ich hätte sie nie alle so stringent miteinander in Verbindung gebracht...
    Wie viele kleine, verschiedene, halbfertige Puzzlebildchen im Kopf - die aufgrund der fehlenden Teile keine aufschlußreiche Erkenntnis brachten.
    Und jetzt habe ich das erste mal das Gefühl - als hätte ich die fehlende Kiste mit den restlichen Verbindungsteilchen gefunden...

    Und welch Überraschung - die einzelnen Bildchen gehören eigtl. zusammen und ergeben ein riesiges Gesamtgemälde...

    Jetzt kann ich den nächsten Termin kaum erwarten und zähle die Std., min. und sek.... Und bin eigtl. eher sehr gespannt im Moment, was kommen mag - wie meine Therapeutin das einschätzt und welche Maßnahmen/Möglichkeiten man da ergreifen kann...


    Leider kann ich im Moment zu den restlichen drei Fragen "noch" nicht so viel beitragen - werde den Post diesbezüglich aber auf jeden Fall updaten, sobald ich da eigene Erfahrungen zu beitragen kann.

    gruß
    Mr. Chaos

  2. #32
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    Hallo Mr. Chaos,

    wo bist du denn gelandet? Kannst vielleicht doch eine kleine Vorstellung noch posten?

    Wenn du mal vorgestellt bist (und freigeschaltet), kannst du auch in nicht öffentliche Bereiche und alle Beiträge lesen und PMs. austauschen.
    Wenn man im Thread eines anderen als Neuer startet, erreicht man vielleicht nicht so viele.

    Aber das sind nur so meine Gedanken.

    Alles Gute hier im Forum
    Gretchen

  3. #33
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    Mr. Chaos schreibt:
    "Jetzt kann ich den nächsten Termin kaum erwarten und zähle die Std., min. und sek.... Und bin eigtl. eher sehr gespannt im Moment, was kommen mag - wie meine Therapeutin das einschätzt und welche Maßnahmen/Möglichkeiten man da ergreifen kann...

    Du musst aber auch einkalkulieren, dass sie eventuell nicht die richtige Person ist, denn viele Therapeuten kennen sich mit ADS ja gar nicht aus. Bei dem, was du schreibst, würd ich dir raten, lass eine richtige Diagnose machen.

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    katerkarlos schreibt:
    hallo leute

    erste frage wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte ?
    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?
    dritte frage ist das leben jetzt leichter geworden oder findet der tägliche wahnsinn nur auf einer anderen ebene statt
    vierte frage was bewirken eigentlich all diese medikamente für adshler hört das gedankenkarusell auf sich zu drehen wird man glücklicher oder wie kann ich mir das vorstellen?
    fünfte frage wenn ihr einen therapeuten habt der sich mit adhs auskennt fühlt ihr euch gut aufgehoben oder wird man nur anfangs mit verständnis rechnen können und
    später kommt wieder der druck (du mußt du mußt) alle anderen können bzw müssen ja auch


    nochmals gruß karl
    1. Diagnose in der Klinik
    2. nichts
    3. nein, Wahnsinn überall
    4. nichts. Nur Meditation und Fokussierung hilft mir. (Achtsamkeit)
    5. Mir haben buddhistische Techniken mehr gebracht als Therapien. Ich achte nun auf meinen Zustand und betrachte ihn von oben. ("Aaah, es ist wieder auf Weltreise" "Dabei soll es doch aufräumen/diese langweilige Liste beackern" (so wie Golum ). Das mache ich eigentlich mit Freude. Ich bin dabei ganz liebevoll und achtsam. Ich achte darauf, was wichtig ist. Ich achte immer darauf, was wichtig ist. Jetzt, kommt dies, jetzt kommt das. usw. Ich entziehe mich der Vergangenheit und der Zukunft. Ich übe Präsenz. Ich muss das häufig tun, alle paar Sekunden, um nicht davonzufliegen, aber es gelingt mir gut, damit die Konzentration zu halten.

    Nutze ich diese Techniken mal nicht, kehrt sich alles wieder ins Chaos.

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