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Diskutiere im Thema ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen haben im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    ich hatte auch Onlinetests gemacht, speziell für ADS und es stand der Verdacht, ich sollte einen Arzt suchen

    ein Kollege meinte mal ich hätte ein Aufmerksamkeitsdefizit und ich "was hab ich?" ich hatte Angst im Internet zu surfen und als ich dann aber mal laß hatte ich wahnsinnige Angst davor es zu haben weil plötzlich Sachen drin standen, die ich ja schon bemerkt habe, wie meine Zerstreutheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit (manchmal sehr schlimm) oder hektische Art. Und vor allem manchmal die Gereiztheit bei Sachen wenn mir alles zu viel wird. Plötzlich setzen sich Puzzleteile zusammen, ich hab ich Jahre gefragt warum ich beim Autofahren (nach 20 min oder einer halben stunde) schon müde werde. Andere werden doch auch nicht müde? Wenn dann nach einer langen Fahrt!

    Als ich dann zu einem Thera ging meinte er auch das es sehr schwierig wäre Erwachsene Menschen zu diagnostizieren, er hat mich getestet und ich habe mit Sicherheit auch ADS (anders kann ich mich auch nicht erklären ) , ich hab gesehen wie er sich das aufgeschrieben hat.. Ich weiß jetzt aber nicht ob es schon ne richtige Diagnose ist oder ob er noch etwas braucht um alles zu untersuchen damit es schwarz auf weiß stehen muss. Aber ist mir auch Wurst, ich muss es ja nicht schwarz auf weiß haben, ich selbst ändere mich dadurch eh nicht, außer das man lernt damit besser um zu gehen. Er meinte wenn ich es schon in der Kindheit (ich bin ja kein Kind mehr) gehabt hätte wäre es kein Wunder gewesen etc.

    und er fragte auch warum mich der andere Therapeut früher nicht getestet hatte.

    mit Medis kenn ich mich nicht aus, ich nehme keine und will auch keine nehmen.


    da ich weiß was ich habe, reagiere ich auf Fehler nicht mehr ganz so gereizt, weil ich weiß warum das alles so ist. Oder ich Schwierigkeiten habe Dinge anzufangen oder an kleine Details zu denken was man noch machen könnte, zb auf Arbeit. Das ich manchmal denke ich wäre doof. Aber das hat nix mit doof zu tun sondern, ich denke daran einfach nicht weil ich an was anderes denke. Dafür habe ich gute Ideen wenn keine Kehrschaufel da ist auf der anderen Arbeitsstelle habe ich mir die Langeweile mit malen oder so ausgetrieben wenn dann eine selbst anfing zu malen, malte ich mit, da kann man mich gut mitreißen. Am Anfang getraut man es sich ja nicht so wenn man neu ist. Aber dann sprudel ich. Letztens habe ich beim Löten eine Figur gemacht

    ich lenke wieder vom Thema ab
    Geändert von sourcream (19.11.2013 um 19:31 Uhr)

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 81

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    Hallo!


    erste frage wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte ?

    Die Grundschullehrerin sprach mich darauf an, ob meine Tochter ADS haben könnte. Trotz immens großer Zweifel habe ich das dann im Internet recherchiert - und habe erstmals den Unterschied zwischen ADS und ADHS erfahren. Während ich so stöberte, kam ich auch auf Links "ADS bei Erwachsenen" - und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen *g* Ich habe dann allerdings noch ein Jahr gebraucht, bis ich zuerst meine Tochter, dann mich habe diagnostizieren lassen - beide Male Volltreffer.. und wo wir grad dabei waren, haben wir ihren Vater noch schnell mit "aufgeklärt", auch er ne lupenreine Diagnose

    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?

    Ich wußte vorher schon viel, hab 2 Bücher gelesen, daher war die Diagnosestellung an sich keine große Überraschung. Ich war glücklich und stolz wie Oskar, daß ich aber nun einen Computertest mit mir rumtragen konnte, an dem ich anderen erklären konnte, was mit mir los ist. Von anfänglicher Euphorie und dem Bedürfnis viel darüber zu reden, zu hinterfragen, meiner Umwelt auf den Geist zu gehen *g* bin ich inzwischen relativ gechillt. Jou, ich hab ADS, und? Also von Hyperfocus zu Langweile
    Gespannt war ich auf die Wirkung der Medikamente *g*, denn es war recht schnell klar, daß ich trotz allem reflektieren und lesen an Grenzen stieß, die ich so nicht akzeptieren wollte. Aber dazu mehr in Frage 4.

    dritte frage ist das leben jetzt leichter geworden oder findet der tägliche wahnsinn nur auf einer anderen ebene statt

    Jemand hat es schon geschrieben: Leichter, aber nicht leicht. Mein täglicher Wahnsinn lässt sich nun etwas einfacher strukturieren. Aufgaben gehe ich nach und nach an, gebe mir mehr Zeit... früher habe ich oft gesagt: Die 5 wichtigen Dinge muß ich nun noch erledigen, jetzt, sofort, unbedingt!! Mit dem Effekt, daß ich am Ende gar nichts gemacht habe, weil mir das alles unlösbar erschien. Heute sage ich mir: 5 Tage, jeden Tag eine Sache. Ich weiß, daß ich es sonst nicht schaffe und daß ich mich deswegen nicht schlecht fühlen muß.
    Streckenweise fühlt es sich an, wie eine 2. Pubertät


    vierte frage was bewirken eigentlich all diese medikamente für adshler hört das gedankenkarusell auf sich zu drehen wird man glücklicher oder wie kann ich mir das vorstellen?

    ich war megagespannt,da ich eigentlich ein Megaskeptiker bin, was so was angeht. Aber ich wollte es vor meiner Tochter nehmen um zu wissen, ob ich ihr damit helfe, oder sie wirklich "ruhig stelle", es "mir nur einfach mache".
    Ich war sprachlos, so gewaltig war der Unterschied. Die Aufgaben, die vor mir liegen, privat wie beruflich, wirkten nicht mehr wie unbesteigbare Berge. Die Aufgaben waren plötzlich einfach erledigt, ohne daß ich vorher eine Stunde brauchte mich zu entschließen, dann alle 10 Minuten eine Pause einlegen mußte und nach 1/2 Stunde effektiver Tätigkeit einfach nichts mehr anderes erledigen konnte.
    Meine Umwelt erlebt mich anders. Ich glaube, die sind in vielerlei Hinsicht froh, daß ich mich nun etwas besser bremsen kann, etwas fokussierter bin, doch erst mal nachdenke, bevor ich meinen Schnabel aufreisse.
    Meine "Wirkung" ist mir bewußter. Ich kann akzeptieren und verstehen, daß ich eben aus der Norm falle, dies aber nichts mit meinem Selbstwert zu tun hat. Es gibt Menschen, die mich so mögen, es gibt welche, die mich nicht mögen. Ich muß nur damit leben, daß ich 4 Anläufe brauche, bis ich das eine vom anderen unterscheiden kann *g*
    Für mich ist Medikinet wie ein Brennglas.. die Sonne scheint sonst auch, aber mit dem Brennglas, können die Strahlen gebündelt werden und tatsächlich an einem Punkt etwas bewirken.


    fünfte frage wenn ihr einen therapeuten habt der sich mit adhs auskennt fühlt ihr euch gut aufgehoben oder wird man nur anfangs mit verständnis rechnen können und
    später kommt wieder der druck (du mußt du mußt) alle anderen können bzw müssen ja auch

    Meine Therapeutin ist klasse. Sie geht mit mir professionell um und freut sich über meine Mitteilsamkeit einen Keks, man merkt, daß sie selbst dann in ihrem Element ist, wenn wir über Fortschritte sprechen. Anforderungen hab ich von ihr noch nie gehört. Sie lebt mit allen Eigenheiten: zu spät kommen, Kassenkarte vergessen, Termin vergessen, zu früh, zu spät, falscher Tag *ggg*


    Summa summarum: Der Schritt lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen auch. Und nie, niemals aufgeben....

    VG
    DragonLady

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 45

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    erste frage:
    mein Psychologe, der mich damals wegen sozialer Phobie und Depressionen behandelt hat kam darauf

    zweite frage
    Einiges hat sich geändert. Ich halte mich nicht mehr für ein A-loch wenn ich mal wieder überreagiert habe. Wenn ich wieder einen Hassanfall bekomme wegen einem Scheiß registriere ich es. Ich kann den Ausbruch nicht verhindern, aber danach darüber lachen. Wenn ich mal wieder mit Pulli verkehrtherum auf Arbeit ankomme, oder mit den Hausschuhe im Auto sitze rege ich mich nicht mehr auf, sondern denke einfach Scheiß ADHS, lache kurz und gut ist. Für meine Frau ist es auch ein weniger einfacher geworden, weil sie weis was los ist...

    die anderen fragen kann ich dir noch nicht beantworten, da alles noch sehr frisch ist.

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    katerkarlos schreibt:
    hallo leute

    erste frage wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte ?
    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?
    dritte frage ist das leben jetzt leichter geworden oder findet der tägliche wahnsinn nur auf einer anderen ebene statt
    vierte frage was bewirken eigentlich all diese medikamente für adshler hört das gedankenkarusell auf sich zu drehen wird man glücklicher oder wie kann ich mir das vorstellen?
    fünfte frage wenn ihr einen therapeuten habt der sich mit adhs auskennt fühlt ihr euch gut aufgehoben oder wird man nur anfangs mit verständnis rechnen können und
    später kommt wieder der druck (du mußt du mußt) alle anderen können bzw müssen ja auch
    1) Bin eines Tages auf youtube zufälligerweise auf die Sendung "Leben" --> "Zappelphilipp wird erwachsen" (Teil 1-5) gestossen. Ich weiss nicht mehr, ob ich explizit was anderes gesucht hatte oder einfach ziellor herumgezappt war. Aber jedenfalls habe ich dann ahnungslos angefangen zu schauen... Ich sass bald mit offenem Mund da, krümmte mich vor Weinen und lachte gleichzeitig aus Erleichterung, es schüttelte mich richtig durch. Zu dem Zeitpunkt wohnte ich schon nicht mehr zuhause. Wollte den Link zum Video meiner Mutter schicken, zögerte dann aber doch eine ganze Weile, weil ich erwartete, sie würde es als unrechtmässige Entschuldigung und unangemessene Aufmerksamkeitsforderung abtun. Als ich es schliesslich tat, war ihre Reaktion ganz anders; nämlich:

    2) Ich war überhaupt erst durch die Diagnose in Kontakt mit Psychotherapie gekommen; habe mich daran gewöhnt, in solchen Kreisen als "jemand mit psychischen Problemen" (abgesehen von ADHS) bezeichnet zu werden; kann über meine eigenen Missgeschicke oder Vergesslichkeit besser lachen, zumindest im Nachhinein; ich habe das Studium im letzten Moment doch nicht geschmissen, obwohl ich diesbezüglich bis heute nicht wirklich "die Kurve gekriegt" habe; und ich nehme Medikamente

    3) Mein Leben ist (noch) nicht leichter. Durch die Psychotherapie muss(te) ich mich mit mir selbst und mit meiner Vergangenheit beschäftigen, was unter Umständen sehr schmerzhaft sein kann. Die Einstellung der ADHS-Medikamente dauerte etwa 1 Jahr, erst gerade vor 1 Woche habe ich die vorläufig optimale Dosierung für das ADHS-Medi erreicht, bei anderen Medikamenten dauert es noch an. Auch wenn ich über Missgeschicke besser lachen kannn, hat das (noch) nichts an meinem Selbstwertgefühl und meinen Selbstzweifeln geändert. Auch die Komorbiditäten verschwinden nicht einfach. Der Diagnosedjungel ist manchmal dicht und scheinbar undurchdringlich. Wie du mit deiner Diagnose umgehst, wem du davon erzählst und wem nicht, wie deine Mitmenschen darauf reagieren und wie du diese Reaktionen aufnimmst sind alles Fragen, die sich logischerweise erst mit der Diagnose stellen - und sie beschäftigen mich mehr, als ich anfangs gedacht hätte. Ich bin sensibler geworden für alltägliche Diskurse über ADHS, die stereotypen Meinungen, etc. - vor allem in Kinderlagern, wenn ich im Leitungsteam sitze, dann fällt es mir jeweils schwer, dazu den Mund zu halten -, dadurch rege ich mich aber auch öfters auf. Sich als ADHSler durchzusetzen, solange ADHS so wenig anerkannt bzw.s tereotypisiert wird, kann sehr frustrierend sein.

    4) Da ich nicht "all diese Medikamente für ADHSler", sondern v.a. Concerta ausprobiert habe, kann ich nur von meiner persönlichen Erfahrung mit diesem einen Medikament sprechen. Die Einstellung dauerte bei mir unter anderem so lange, weil ich eine sehr viel höhere Dosierung als die meisten benötige. Mein Psychiater hatte aber auch schon solche Fälle und hat den Prozess der schrittweise Erhöhung sehr sorgfältig begleitet. Habe jetzt eine vorläufige optimale Dosis erreicht und immer noch keine Nebenwirkungen ausser dem verminderten Appetitgefühl, das ich schon bei 18mg hatte.

    Mit dem Medikament kann ich mich besser konzentrieren im Sinne von "einen Gedanken länger festhalten". Ich kann bewusster einem Gedankenstrang folgen (oder ihn auch zurückverfolgen, was aber noch anstrengender ist) und mich sozusagen auf diese Schiene zurückbringen, wenn sich andere Gedanken aufdrängen. D.h. ich schweife zwar durchaus ab, aber wenigstens bemerke ich das überhaupt und kann dem etwas entgegenwirken. Habe mehr Kontrolle über meine Impulse. Das Lesen von Texten (Uni) erfolgt eher von oben nach unten, links nach rechts; ich nehme Titel und Untertitel oder auch Autorennamen und daher den Kontext, in dem ich mich befinde, bewusster wahr. Mein Zeitgefühl ist verändert: Die Zeit scheint kaum vorbei zu gehen, weil ich in der gleichen Zeitspanne ohne Medis auch viel weniger zu Ende bringen würde. Laut Aussagen anderer bin ich "klarer" im Kopf (d.h. meine Aussagen machen den Eindruck), kritikaufnahmefähiger, und körperlich ruhiger.

    Wahrscheinlich gäbe es noch mehr zu sagen. Aber Vieles wird sich, denke ich, erst mit der Zeit herausstellen. Insgesamt hilft mir das Medikament schon sehr, aber mein Leben ist damit nicht weniger anstrengend. Vor allem das Festhalten an einem Gedankenstrang und die Kontrolle über meine Impulse verlangt mir viel ab. Nach 8h (so lange hält bei mir die Wirkung an) bin ich kaputt, weil ich vergleichsweise viel geleistet habe - das ich vorher nicht geleistet habe, weil ich es nicht leisten konnte. Es ist, wie wenn du Krücken hast, weil dein Bein gebrochen ist: Mit Krücken zu gehen ist anstrengender als gar nicht zu gehen, aber dennoch kann man nicht leugnen, dass einem die Krücken helfen.Langfristig gesehen kommst du trotz dieser Anstrengung wohl doch weiter.

    Ob ich glücklicher bin? Nein. Und ich bin immer froh zu sehen, dass ich noch so bin, wie ich mich kenne, sobald die Wirkung nachlässt.

    5) Habe ich. Druck nicht, aber Missverständnisse folgender Art:

    T: "Was hat Ihre innere Spannung ausgelöst?"
    Ich: "xy"
    T. "Ja, aber das wäre auch für einen Nicht-adhsler ärgerlich............"
    Ich:
    T:
    Ich: ............... später zu Hause: Ich möchte keinen Ich-bin-die-Einzige-mit-diesem-Problem - Anspruch stellen, sondern im Gegenteil: Ich möchte auf den Unterschied der Intensität dieses Problems hinaus.


    Jetzt ist dieser Text viel zu lang geworden, aber es war mir sehr wichtig, mir dafür Zeit zu nehmen.

    LG
    jetztaber

  5. #25
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    @ Jetztaber: dein text war nicht zu lange, aber sehr interessant!

    lg

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    In der Ausbildung und bei meinem Versuch den Führerschein zu machen, kam die Idee das ich eine psychosomatische Störung habe. Fälschlicherweise wurde ich dann 3 Jahre auf Epilepsie und auch auf Borderline behandelt.

    Ich bin seit der Diagnose erleichtert, weil ich weiss das ich nicht immer verpeilt sein muss und auch weiss das es anders geht und ich weiss was ich habe.
    Ich nehme die Medis nun 3 Monate, denke bin noch in der eingewöhnug...aber es gibt Tage da geht es mir richtig gut.

    Ich bin wacher konzentrierter und grübel nicht mehr dauernd nach, es erleichtert einiges.

    Ich denke es ist wichtig rauszufinden was einem wichtig ist und was man in der Therapie egal mit oder ohne Medis erreichen will.


    Hoffe ich konnte Dir helfen =)

    Gruß

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    erste frage wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte ?
    Gar nicht. Nach Jahren des Wehklagens, der Fehldiagnostik und Fehlbehandlung hatte mein Hausarzt im Jahr 2012 den glorreichen Einfall. Ich hab den Gedanken erst belächelt, dann aber doch erkannt, dass es die einzige Erklärung ist.

    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?
    Ich hab endlich eine Erklärung für mein Elend. Ich verstehe mich besser. Mein soziales Umfeld versteht mich besser. Ich habe Ansätze für sinnvolle Verhaltenskorrekturen, weiß aber auch in welchen Bereichen meine Bezugspersonen sich kontraproduktiv verhalten. Ich lasse mich durch Ärzte und Psychologen nicht mehr so leicht verunsichern (von wegen "dies und das hilft Ihnen bestimmt", und letztendlich habe ich in das beste Forum gefunden das es gibt.

    dritte frage ist das leben jetzt leichter geworden oder findet der tägliche wahnsinn nur auf einer anderen ebene statt
    Das Leben ist das Gleiche geblieben. Der tägliche Wahnsinn wird mir sogar noch viel häufiger bewusst (mein eigener, aber auch der Wahnsinn des scheinbar "Normalen"). Besonders seit ich dank meiner Medikation mit klarerem Blick durch die Welt gehe. Zu meiner Frau sag ich seitdem immer scherzhaft: "Dank ........ sehe ich das erste mal in meinem Leben klar. Und was ich da sehe gefällt mir nicht."

    Nein, seit ich von der Diagnose weiß und seit ich jetzt erfolgreich behandelt werde, bewege ich mich im Alltag bewusster und souveräner. Ich krieg die Dinge besser geregelt und erkenne Komplikationen früher. Ich bin reflektierter und besonnener.

    vierte frage was bewirken eigentlich all diese medikamente für adshler hört das gedankenkarusell auf sich zu drehen wird man glücklicher oder wie kann ich mir das vorstellen?
    Das ist von Person zu Person und von Präparat zu Präparat ganz unterschiedlich. Ich bin selbst noch in der Phase in der ich die Wirkung meines jetzigen Medikamentes im Alltag erproben und bewerten muss. Mein Kopf ist definitiv aufgeräumter und meine Innere Unruhe besser. Glücklich macht ein Medikament sicherlich nicht. Wenn doch würd ich die Dosis reduzieren. Aber die Tatsache, dass man mit Medikament seine Sachen, Gedanken und Gefühle besser auf die Reihe kriegt, macht definitv glücklich.

    Verhaltensänderung und Selbstpflege muss man aber auch mit Medikament selber machen um am Ende nen therapeutischen Erfolg zu haben.

    fünfte frage wenn ihr einen therapeuten habt der sich mit adhs auskennt fühlt ihr euch gut aufgehoben oder wird man nur anfangs mit verständnis rechnen können und
    später kommt wieder der druck (du mußt du mußt) alle anderen können bzw müssen ja auch
    Therapeuten gibt es viele. Fachleute für Adhs wenige. Wenn Du Dich unter Druck gesetzt fühlst, dann geh woanders hin. Aber manchmal gehört ein bißchen Druck auch zum therapeutischen Konzept.

  8. #28
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    Ich bewundere euch alle, 5 Fragen beantworten zu können, wo eine Frage allein schon schwierig und aufwendig zu beantworten wäre für mich - so fag ich also erst gar nicht an, weil ich weiß, dass es mich zwischendurch schrecklich nerven würde noch immer nicht fertig zu sein, weil noch weitere Fargen offen sind. Ist mir einfach zu viel lieber Fragesteller, was du alles wissen willst.

  9. #29
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    katerkarlos schreibt:
    erste frage wie seid ihr dahintergekommen das es adhs sein könnte ?
    Ich hatte mir Ende 2008 das Buch "Zwanghaft zerstreut" von Hallowell in der Stadtbücherei ausgeliehen. Als ich zu Hause entdeckt habe, daß es um "ADD" geht, wollte ich das Buch erst nicht lesen. Habe dann aber doch angefangen ...
    Als ich dann den Kinderneurologen und -psychiater/Psychotherapeuten meiner Mittleren gefragt habe, ob es sein kann, daß ich das habe, hat er mich sehr erstaunt angeschaut und meinte: "Natürlich haben Sie das! Wußten Sie das nicht?"

    katerkarlos schreibt:
    zweite frage was hat sich geändert seid der diagnose?
    Beginn eines harten Weges. Mittlerweile würde ich sagen: hin zu mehr Freiheit.
    Freundschaften!

    Ich bin mutiger! Traue mir mehr zu.

    katerkarlos schreibt:
    dritte frage ist das leben jetzt leichter geworden oder findet der tägliche wahnsinn nur auf einer anderen ebene statt
    Nach wie vor ist jeder Tag für mich eine Qual. Doch hat das wahrscheinlich weniger mit dem ADHS zu tun, sondern mehr mit der großen Menge an Komorbiditäten, die sich im Laufe der Zeit (ohne adäquate Behandlung) angesammelt haben.

    katerkarlos schreibt:
    vierte frage was bewirken eigentlich all diese medikamente für adshler hört das gedankenkarusell auf sich zu drehen wird man glücklicher oder wie kann ich mir das vorstellen?
    Am meisten hilft mir, daß ich nachdem ich etwa 5 Monate MPH genommen hatte, das Voltaren resinat, das ich wegen sehr starker Verspannungen täglich nehmen mußte, absetzen konnte.

    Das innere Dauergebrabbel empfinde ich nicht mehr als so aufdringlich.

    katerkarlos schreibt:
    fünfte frage wenn ihr einen therapeuten habt der sich mit adhs auskennt fühlt ihr euch gut aufgehoben oder wird man nur anfangs mit verständnis rechnen können und
    später kommt wieder der druck (du mußt du mußt) alle anderen können bzw müssen ja auch
    Meine Therapeutin kennt sich zwar nicht mit ADHS aus, dennoch übt sie auch nach mehreren Jahren Therapie keinerlei Druck aus.

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 239

    AW: ein paar fragen an die die ihre diagnose erst im erwachsenenalter bekommen h

    hallo patty

    und an alle anderen danke für die antworten

    ihr habt euch da schon viel mühe gegeben das finde ich toll

    ich antworte nicht jedem einzeln aber nur weil das schreiben für mich manchmal einfach zu anstrengend ist

    danke an alle

    gruß katerkarlos

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