Seite 3 von 5 Erste 12345 Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 47

Diskutiere im Thema ADS / ADHS: Krankheit, Störung, Syndrom, ... ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Hmm,

    ich glaube, dass ich diesen Thread in Kürze teilen muss, denn es entwickelt sich hier ein (interessantes) Thema in einem andern Thema.

    @ IonTichy:

    Was den Krankheitsbegriff angeht, so gibt es eine Definition der WHO, was eigentlich gesund bedeutet.

    Demzufolge ist Gesundheit

    ein Zustand von vollständigem physischen, geistigen und sozialen Wohlbefinden, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet.


    Ob es wohl irgendwo auf der Welt - vor allem in unsere Gesellschaft - jemanden gibt, der nach dieser Definition wirklich völlig gesund ist?

    Insbesondere das reduziert oder fehlende soziale Wohlbefinden - was ja dann letztlich auf Dauer auch für entsprechende gesundheitliche Folgen sorgt - hängt nun mal nicht nur von einem Menschen ab, sondern sehr stark auch von der Gesellschaft, die ihn umgibt.

    Und kurioserweise definiert genau diese Gesellschaft auch noch, was sie als krank empfindet.

    Was in einem Teil der Welt als völlig normal angesehen wird, ist in einem anderen Teil der Welt dann "krank" und auch anders herum.

    Und schon landen wir zwangsläufig bei der Frage, ob ein Mangel an sozialem Wohlbefinden und der damit verbundene Verlust der Gesundheit nun eher durch das Individuum selbst verursacht wird, oder von der Gemeinschaft anderer Menschen, die dieses Individuum umgeben.

    Wer eine AD(H)S hat und irgendwo in der Einsamkeit von Tibet Schafe hütet, der wird wohl kaum jemals Probleme damit bekommen oder weitere Erkrankungen entwickeln.

    Ebenso wird er sich durch die AD(H)S nicht krank fühlen oder (um nochmal zu differenzieren) einen Leidensdruck entwickeln.

    Auch kein anderer Mensch wird ihn als krank empfinden.

    Anders sieht das allerdings in unserer hochtechnisierten Ellenbogen-Leistungsgesellschaft aus, denn dort ist für Menschen, die anders "funktionieren" und vielleicht nicht wirklich so, wie es die Umgebung erwartet, die Entwicklung weiterer handfester Störungen / Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, Abhängigkeit/Sucht, Persönlichkeitsstörungen, Traumastörungen, ... ) quasi schon fast vorprogrammiert.

    Es geht (um mal auf den Krankheitsbegriff in Verbindung mit einer AD(H)S zurück zu kommen) aber eben bei der Behandlung genau dieser AD(H)S nicht um deren Vermeidung, sondern um deren Therapie zugunsten der Vermeidung weiterer Folgen.

    Eine tatsächlich prophylaktische Therapie wäre es dann, wenn man direkt nach der Geburt bei allen Kindern oder z. B. bei Kindern, deren Eltern entsprechend vor-betroffen sind, mit einer Therapie beginnen würde, um damit zu verhindern, dass sich überhaupt die AD(H)S selbst ausbildet.

    Das wäre aber in meinen Augen keinesfalls gerechtfertigt oder irgendwie praktisch durchführbar.

    Eine sichere Früherkennung direkt nach der Geburt ist eben nicht möglich und wird es wohl auch nie sein, da man bei der Geburt eben nicht weiß, in welcher gesellschaftlichen und persönlichen Umgebung dieses Kind aufwachsen wird und welche positiven oder negativen Faktoren im Laufe der Zeit die Erkrankung oder nicht-Erkrankung und ggf. die Ausprägung der Erkrankung beeinflussen werden.





    LG,
    Alex

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Alex schreibt:

    Wer eine AD(H)S hat und irgendwo in der Einsamkeit von Tibet Schafe hütet, der wird wohl kaum jemals Probleme damit bekommen oder weitere Erkrankungen entwickeln.

    Ebenso wird er sich durch die AD(H)S nicht krank fühlen oder (um nochmal zu differenzieren) einen Leidensdruck entwickeln.

    Auch kein anderer Mensch wird ihn als krank empfinden.
    Selbst das wage ich ja noch zu bezweifeln..... den auch der (romantisch) auf den Höhen des Tibets sitzende Schafshüter ist auf Konzentration, geregelte Impulskontrolle, keine Prokastination, Ausdauer bei Tätigkeiten,etc.etc. angewiesen. Denn wenn er die Blümchen zählt, statt die Schafe zu hüten frisst sie der Wolf (oder was da auch immer rum kreucht und fleucht), er muss sich an Scherzeiten, Schlachtezeiten, Verkaufszeiten halten, evt. muss er noch Felder bestellen, Frau und Kinder koordinieren, sich mit Mitgliedern seiner Sippe verstehen und was dann noch so alles ausserhalb des romantischen Gedankens zum Überleben ist.

    Der hat sogar noch einen entscheidenden Nachteil..... der fällt nicht in ein Sozialsystem, wo er wenigstens eine Grundversorgung an Lebensraum, Nahrung und medizinischen Hilfen bekommt.

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Hoppla - da ist eine Menge geschrieben worden zwischendurch - vier Beiträge --ich beziehe mich noch auf den vorigen von Creatrice und schick trotzdem mal ab - mal schauen, was inzw zwischenrein kam... muss ich erst lesen...

    Ja, ist alles richtig, Creatrice.
    Ich weiß.
    Es wird auch kein früh-informierter AD(H)Sler anfangen, sich von sich aus damit auseinanderzusetzen, so lange er nicht mal damit auf die Schnauze gefallen ist.

    Ich bemerke nur so einige Schwierigkeiten, wenn dieser Aspekt "Krankheit" und Leidensdruck in der Weise benutzt wird.
    Ich finde, darauf sollte nicht so fokussiert werden.
    Und : die "medizinische Relevanz" hängt nicht daran!.
    Das klingt manchmal in der Argumentationskette so, wie sie da von Alex genannt wird.
    Das ist aber zu kurz gedacht, finde ich.

    Ich verstehe die Argumentation schon, so weit sie sich gegen dieses "lifestyle"- Gehabe wendet, das es ja tatsächlich gibt (und mir auch immer sauer aufstößt). Das dann auch immer mit den so tollen Begabungen und Vorteilen von ADHS argumentiert - und da gibts nichts, was auf der Symptomliste von ADHS auftaucht, bei dem Leute das Gegenteil als Vorteil von ADHS bei sich entdecken wollen.

    Die Argumentation spitzt eben darauf zu, dass die Leute alle nicht zur Diagnostik gegangen sind, weil sie tolle Begabungen bei sich bemerkt haben (hallo Herr doktor, ich bin wahnsinnig begabt, was können wir denn da machen?).
    Sondern weil es Probleme gibt.
    Einschränkungen.
    Beeinträchtigungen.
    Und das ist das Kennzeichnende von ADHS.

    Dafür gibt es Hilfsmöglichkeiten, damit dadurch nicht mehr Probleme und mehr Leid entsteht.
    Ich mag den Schweregrad des AD(H)S aber nicht am Leidensdruck festmachen müssen.
    Ich möchte, dass gute Hilfestellug möglich ist, auch ohne dass jemand schon einen Klinikaufenthalt gebraucht hat.

    Dann nämlich können Leute auch ein stabiles Selbstbewusstsein aufbauen und dabei trotzdem die notwendige Hilfe in Anspruch nehmen.
    Weil sie wissen, dass sie ohne diese Hilfe ein Problem haben werden. Und das hat dann in der Argumentation überhaupt nichts mehr mit "Lifestyle" zu tun.
    Da sind wir viel näher an der Zahnärztlichen Prohylaxe. Und daran, dass die Sinnvoll ist, auch bevor ein Zahn "richtig" wehtut.
    Bzw.: Dass da ein "kranker Zahn" gefunden werden kann, der lange bevor er wehtut repariert werden kann - und auch viel billiger.

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ion, aber was willst du denn prophylaktisch behandeln? Woher weiss man denn vorher in welchen Bereichen Probleme entstehen? Mal abgesehen davon, das man es eben leider (noch) nicht früherkennen kann......

    Die Erkennung einer Krankheit, wenn sie nicht genug erforscht und früherkannt werden kann, bezieht sich nun mal nur auf den Leidensdruck. Dank Röntgen, geschulten Augen des Zahnarztes und Erkenntnissen, wie die Vorstufen eines kariösen Zahnes aussehen, kann man den gelegentlich vorher herausfiltern, aber selbst hier kommen die meisten Menschen erst zum Arzt, wenn der Leidensdruck da ist. Und auch hier, wird (zum Glück) nicht das ganze Gebiss behandelt, sondern nur das betreffende "Problem".

    Eine Prophylaxe im psychiatrischen Bereich wäre schier unmöglich. Man müsste auf alle Eventualitäten eingehen, und selbst dann ist noch die Frage, wie man den neurologischen Aspekt prophylaktisch behandeln will. Mit MPH?

    Den Grundgedanken finde ich auch gut, aber leider sieht die Realität eben anders aus.





    Au Backe ist das wieder spannend hier!
    Geändert von creatrice ( 5.11.2013 um 12:19 Uhr)

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    @ Alex:
    Ich weiß nicht wie oft ich das in dem andern Thread versucht habe zu erklären, aber ich ziehe den Krankheitsbegriff an Sich ja überhaupt nicht in Zweifel.
    Aber ich will nicht so viel daran festmachen.
    Das heißt, es ist mir nicht einfach nur egal, ob es daran festgemacht wird - ich sehe da ein Problem, wenn es zu sehr gemacht wird.
    Wir brauchen den nicht, um eine medizinische Relevanz für eine Behandlung von ADHS zu begründen.
    Und da er begrifflich vorbelastet ist, ist er einfach schwierig.
    • Weil da in den Diskusssionen ja immer der Begriff des "krank fühlens" kommt.
    • Weil "psychisch Krank" eben stigmatisierend ist und stigmatisierend verwendet wird
    • Weil schwierig ist, etwas als Krank zu bezeichnen, was unter bestimmten Umständen überhaupt keine Rolle spielt wie Du in Deinem Beispiel versuchst zu zeigen (wobei ich da Creatrice zustimme - in einem Vergleich von 100 Schafhütern dürften die 5 ADHS-Betroffenen am Ende die sein, die nach einer Vergleichsperiode die meisten Tiere verloren haben.. Es gibt ja einen Grund, warum man die hüten lässt.)


    Zur "Vorbeugung" und Früherkennung allgemein, also v.a. Wildfang:
    Ja, ist schwer.
    Und ohne Leidensdruck kann es nicht gehen.
    Und erkennen selbst ist ein Problem.
    In einer Familie mit vielen AD(H)S-Betroffenen können aber Eltern scho etwas umsichtiger sehen, ob der neue Sprössling da auch schon von Anfang an Anzeichen zeigt.
    Und man kann die entstehenden Probleme dann in einer Form begleiten, dass eben keine so gravierenden Folgen daraus erwachsen. Dass das zur Zeit sich kaum machen lässt ist mir klar.
    Aber es ist wünschenswert.
    Und um dahin zu kommen, muss der "Leidensdruck" als definierendes Kriterium etwas zurechtgestutzt werden. Sonst wird genau dadurch solche frühzeitige Hilfe nämlich verhindert.
    Und genau darauf zielt ja auch Deine Argumentation ganz oft ab: Ob wir uns mit unserer Argumentation nicht selbst ein Bein absägen, weil wir dadurch in Begründungsnot geraten, warum wir für ADHS Hilfe haben wollen.

    Also:
    Wenn wir sagen, AD(H)S bringt ja so tolle Begabungen - wieso sollte jemand da Gelder für Hilfe zur Verfügung stellen?
    Und ebenso:
    Wenn ich ein AD(H)S am Leidensdruck festmache: wie soll ich da eine frühzeitige Hilfe begründen, da "gibt" es ja noch gar kein (richtiges) AD(H)S (und kann keiner Stelle gegenüber belegt werden) ("kommen sie in ein paar Jahren wieder, wenn das Leben an die Wand gefahren ist - dann haben sie ADHS")

  6. #26


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Hmm,

    es gibt ja bei Begriff "krank" zwei Sichtweisen:

    Zum einen die der betroffenen Person und zum anderen die der Gesellschaft und der Menschen, die der betroffenen Person eine Hilfe zukommen lassen wollen.

    Ich denke, dass in dieser Differenzierung das eigentliche Problem liegt.

    In keiner anderen medizinischen Disziplin werden Menschen derart in einzelne "Schubladen" gepackt, wie im Bereich der Psychologie respektive Psychiatrie, obwohl sie tatsächlich in Einzelteilen gleich in mehrere Schubladen passen würden.

    Wobei man der Psychologie zugute halten muss, dass sie sich immer weiter von diesem als solchen bekannten "Schubladendenken" abwendet.

    Psychiatrische Diagnosen überschneiden sich stark in der Symptomatik und oft bekommt man auch welche, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen.

    Trotzdem ist diese Schubladeneinteilung und auch die Einteilung in krank und gesund eine Notwendigkeit, da man für jede Abrechnung, Überweisung und auch jeden Therapiebeginn eben eine solche Diagnose benötigt.

    Dass sich das nicht in jedem Fall mit der subjektiven Empfindung der betroffenen Person deckt, ist dabei völlig klar.

    creatrice schreibt:
    Selbst das wage ich ja noch zu bezweifeln..... den auch der (romantisch) auf den Höhen des Tibets sitzende Schafshüter ist auf Konzentration, geregelte Impulskontrolle, keine Prokastination, Ausdauer bei Tätigkeiten,etc.etc. angewiesen. Denn wenn er die Blümchen zählt, statt die Schafe zu hüten frisst sie der Wolf (oder was da auch immer rum kreucht und fleucht), er muss sich an Scherzeiten, Schlachtezeiten, Verkaufszeiten halten, evt. muss er noch Felder bestellen, Frau und Kinder koordinieren, sich mit Mitgliedern seiner Sippe verstehen und was dann noch so alles ausserhalb des romantischen Gedankens zum Überleben ist.

    Der hat sogar noch einen entscheidenden Nachteil..... der fällt nicht in ein Sozialsystem, wo er wenigstens eine Grundversorgung an Lebensraum, Nahrung und medizinischen Hilfen bekommt.
    Das sollte auch nur ein Beispiel sein.

    Denke dir doch einfach mal die Blümchen, die Sippe, die Scher- / Schlachte- / Verkaufszeiten und die zu versorgende Familie weg und gehe von einem nicht sehr stark betroffenen Schafhirten aus.

    Vielleicht kannst du dich dann damit anfreunden.

    Was ich damit sagen wollte ist lediglich, dass der Begriff und das Empfinden von Krankheit oder Gesundheit sehr stark auch von der Umgebung und von vielen anderen Faktoren abhängt und nicht nur in der Persönlichkeit und dem Körper eines einzelnen Menschen begründet liegt.



    LG,
    Alex

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ion, ich steh auf dem Schlauch......
    Kannst du mir mal Beispiele nennen, was du meinst, was man ohne Leidensdruck erkennen kann?
    Hab grad`nen Knoten in den Synapsen....

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    creatrice schreibt:
    Ion, aber was willst du denn prophylaktisch behandeln? Woher weiss man denn vorher in welchen Bereichen Probleme entstehen? Mal abgesehen davon, das man es eben leider (noch) nicht früherkennen kann......
    Na ganz einfache Antwort:
    Ich hab keine Ahnung


    "prophylaxe" wie im Zahnärztlichen Fall ist das bestimmt eher nicht.
    Aber:
    Informieren - von Anfang an das Umfeld.
    Deutlich besser verstehen, wo sich Probleme ankündigen.
    Mit dem Kind "im Kontakt" bleiben darüber. (Ich sag grad nicht "im Gespräch" - bei einem Kind nämlich schwierig - aber eben bessere Wege finden, die speziellen Schwierigkeiten aufzufangen).
    Und da sich das auch auf alles bezieht, wo das Kind immer mehr "in die Welt hinaus" tritt - Kindergarten, Schule: sollten dort alle gut (genug) informiert sein.

    Ansonsten: ja, sollen bitte schön sich mal Fachleute damit befassen, was da möglich wäre.
    Eben auch erforschen, unter welchen Umständen Leben mit AD(H)S am ehesten gelingt.
    Damit das geht (und die dafür bezahlt weren - siehe oben ) muss das AD(H)S aber etwas vom "Leiden" als Kriterium wegkommen. Es ist auch ohne "Leiden" medizinisch relevant. Und wenn nicht rechtzeitig etwas unternommen wird, führt es zu Leiden - oder mehr Leiden (und mehr Kosten).

  9. #29
    Ehem. Mitglied

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Alex: "Was ich damit sagen wollte ist lediglich, dass der Begriff und das Empfinden von Krankheit oder Gesundheit sehr stark auch von der Umgebung und von vielen anderen Faktoren abhängt und nicht nur in der Persönlichkeit und dem Körper eines einzelnen Menschen begründet liegt."

    Yep!

    Man kann dafür den Begriff der "Krankheit" oder in verschärfter Form den der "Behinderung" verwenden ...

    Im Prinzip war mein Thread "Ich bin nicht behindert!" - genau die Thematik der hier jetzt "behandelten" Fragestellung.
    Geändert von Ehem. Mitglied ( 5.11.2013 um 12:41 Uhr) Grund: Ah, diese Zitate!!!! Sorry! Kann mir jemand sagen wie das geht?

  10. #30


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    IonTichy schreibt:
    Und um dahin zu kommen, muss der "Leidensdruck" als definierendes Kriterium etwas zurechtgestutzt werden.
    Der Leidensdruck kann nicht in jedem Fall ein definierendes Kriterium sein, das ist klar.

    Wenn jemand - um ein Extrembeispiel zu nennen - an einer Manie leidet (so die Ausdrucksweise), dann wird dir dieser Mensch über alles mögliche berichten, aber nicht davon, dass er auch nur ansatzweise irgendwie leidet.

    Trotzdem leidet der Mensch dann zeitverzögert in der sich anschließenden Depression und dann insbesondere an den Folgen der Handlungsweisen, die er während der Manie an den Tag gelegt hat.

    Jede Krankheit ist eben immer nur ein Teil eines Menschen und man kann nicht den gesamten Menschen und seine Persönlichkeit über einen bestimmten ICD-Schlüssel definieren oder dadurch, dass man ihn in eine Schublade packt.

    Trotzdem ist es eben nötig, um die Komplexität eines Menschen auf eine vermittelbare und therapierbare Form zu reduzieren.




    LG,
    Alex

Seite 3 von 5 Erste 12345 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Ist ADHS eine psychische Störung?
    Von Zotti im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 27.06.2012, 23:56
  2. ADHS & Bipolare Störung...
    Von Amneris im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 10.03.2012, 13:42
  3. ADHS, Krankheit oder Syndrom
    Von malu im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 29.08.2009, 15:37

Stichworte

Thema: ADS / ADHS: Krankheit, Störung, Syndrom, ... ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum