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Diskutiere im Thema ADS / ADHS: Krankheit, Störung, Syndrom, ... ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Oha - Alex-der Forums-schreck

    Nein, kann mir vorstellen, dass das irgendiwe unangenehm ist.

    Na, wenn das Traffic-Aufkommen mal zu hoch wird und deine gebuchte Kapazität übersteigt hast Du ja ein leichtes Mittel, um das zu regulieren



    ----
    jaja, ich weiß - der Traffic bleibt vermutlich gleich. Du hast nur von den täglich geschriebenen Beiträgen gesprochen ...


    OT Ende

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 106

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    @ IOn Tichy....habs doch verstanden!.....ich weiß schon, wer den Schaden hat....wird endlos bestrafft.



    Aber mal was ganz anderes, vielleicht wißt ihr mehr. Ich suche bei mir in Erfurt eine Selbsthilfegruppe.
    Es gibt eine, aber ein wenig ....naja halt nicht mein Fall. Ich weiß nicht,ob ich mich da wohl fühlen würde.
    Die nächste SHG ist in einem anderen Ort. Ist bei mir nicht machbar.

    Gibt es noch andere Möglichkeiten?

    Danke vorab

    Schönen Abend Euch

    GLG

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    dazu wäre ein eigener thread ratsam.
    diesen haben wir ja mit der aktuellen diskussion schon gesprengt. eigentlich ging es ja nur darum, ob eine zweite diagnostik sinn macht.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Alex schreibt:
    Hallo.



    Was mich in dem Zusammenhang nur immer wieder wundert ist, dass auch diese Menschen einen Arzt aufsuchen und ggf. auch Medikamente einnehmen.

    Soweit ich weiß, sind sowohl der Arzt, wie auch die Medikamente für die Behandlung von Krankheiten zuständig und nicht für die Behandlung von "sich-irgendwie-anders-fühlen".

    Fakt ist, dass die ADS bzw. ADHS international als Störung (nicht als Syndrom) klassifiziert und anerkannt ist.

    Daher erübrigt sich m. E. die Diskussion, um was es sich dabei handelt.

    Wer sich nicht krank fühlt oder eine AD(H)S für irgendeinen besonderen "Lifestyle" oder was auch immer hält, der braucht jedenfalls in meinen Augen weder einen Arzt, noch irgendwelche Therapien.






    LG,
    Alex
    Hmm. Dem kann ich, ausgehend von meinem eigenen Standpunkt, nicht zustimmen. Ich fühle mich durch ADS nicht 'krank'. Ich habe einen Leidensdruck, aber der lässt mich nicht krank fühlen. Krank ist für mich was anderes. Und das sollte hier akzeptiert werden. Hätte ich Diabetes Typ 1 und würde ohne Insulin akut lebensgefährlich überzuckern, dann würde ich mich eventuell krank fühlen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nur für mich und alle anderen, die sich nicht krank fühlen. Ich kann jeden verstehen, der sich durch ADS krank fühlt, aber ich selbst bezeichne mich nicht als krank.

    Das heißt allerdings auch nicht, dass ADS für mich ein Lifestyle wäre (wie man zu dieser Schlussfolgerung kommt, erschließt sich mir einfach nicht). Man muss nicht gezwungenermaßen krank sein, um dazu legitimiert zu sein, einen Arzt aufzusuchen oder eine Behandlung zu erhalten, z.B. ist man auch nicht krank, wenn man einen Zahnarzt zur Prophylaxe aufsucht oder sich eine Impfung geben lässt. Natürlich ist die ADS-Behandlung keine Behandlung im letzteren Sinne, aber die Beispiele erschienen mir sinnvoll, um zu zeigen, dass man nicht nur zum Arzt geht, wenn man krank ist. Nicht nur Krankheiten sind im Allgemeinen behandlungsbedürftig, manchmal ergibt sich aus einem Leidensdruck ein Krankheitswert, der dann eine Behandlung rechtfertigt. Damit will ich aber nicht sagen, dass das bei ADS so ist. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass nicht nur 'handfeste' Krankheiten einer Behandlung bedürfen. Damit wiederrum will ich aber auch dem ADS nichts absprechen. Ich hoffe. Dass es einigermaßen verständlich ist. Mir geht es nicht um offizielle Definition, sondern darum, was ich fühle. Mir ists egal, ob ADS offiziell einne Krankheit ist, oder nicht. Ich fühle mich nicht krank, habe nur einen Leidensdruck, und möchte gerne, dass das akzeptiert wird.

    Ja, wir müssen uns oft allen möglichen Quatsch anhören und uns ggf. auch hin und wieder rechtfertigen und den Standpunkt verteidigen, dass ADS kein erfundenes Phänomen ist, aber auch das ist für mich kein Grund mich als krank zu definieren. Und nochmals: ich möchte es niemandem absprechen. Allerdings kann man, ausgehend von dem, was ich weiß (vielleicht irre ich mich auch?) nicht gleich von 'Störung' auf 'Kankheit' schließen. Zumindest werden nicht alle Störungen als Krankheit definiert. Es ist etwas paradox, da ja auch unser Gehirn zum Körper gehört und diese Differenzierung zwischen 'Psyche' und 'Körper' irgendwie unnötig ist und dadurch nur Stigma produziert- 'psychische' Störungen werden tendenziell stärker stigmatisiert, als 'köperliche' Störungen. Naja, ich fühle mich jedenfalls nicht krank, nur gekränkt dadurch, dass, wenn ich mich nicht krank fühle, nur ein Lifestyle-Problem haben kann und keinen ernstzunehmenden Leidensdruck. Tja, manchmal ists eben alles doch nicht so leicht, aber anscheienend habe ich einen großen faux-pas begangen, indem ich die Möglichkeit angesprochen habe, dass sich nicht alle ADSler gezwungenermaßen krank fühlen müssen. Schade.
    Geändert von Geetarist ( 5.11.2013 um 12:07 Uhr)

  5. #15


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Naja,

    ein anderes Phänomen in diesem Forum ist, dass sich immer alle möglichen Leute angesprochen fühlen, die eigentlich gar nicht gemeint sind.

    Was auch insbesondere dann sehr häufig der Fall ist, wenn ich mal meine Meinung äußere.

    Und auch einer der Gründe, weshalb ich mich mit meiner Meinung meist zurückhalte.

    Ich rede hier nicht von denjenigen, die einen Leidensdruck verspüren, der - wenn er lange genug anhält und stark genug ist - auch einen Krankheitswert darstellt, der eine Therapie rechtfertigt.

    Wir haben hier in diesem Forum ein großes Spektrum an verschiedensten Menschen als Mitglieder, die eine AD(H)S-Diagnose haben.

    Das eine Extrem sind Menschen, die gerade gleichzeitig zwei Doktorarbeiten schreiben, sozial eingebunden und finanziell abgesichert sind, in einer festen Beziehung leben und auch sonst nicht viele Sorgen haben, sich aber in letzter Zeit etwas erschöpft fühlen (oder es juckt zwischen den Zehen) und die sich eben nicht mehr so recht konzentrieren können.

    Das andere Extrem sind Menschen, die wenige oder gar keine Sozialkontakte besitzen, von Sozialleistungen leben, bereits mehrere ernst gemeinte Suizidversuche unternommen haben, seit 10, 20 oder noch mehr Jahren von einer psychiatrische Klinik in die nächste und von einem niedergelassenen Arzt zum nächsten verschoben werden, wobei man ihnen ständig neue Diagnosen stellt und im Regelfall die alten "zur Sicherheit" lieber mal in der Akte lässt.

    Dazwischen ist alles denkbar.

    Menschen beider Extreme setzen nun große Hoffnung in eine medikamentöse Therapie und es möge jeder selbst entscheiden, bei welcher der Gruppen dies tatsächlich sinnvoll ist und bei welcher nicht.

    Den Vergleich mit einer Prophylaxe beim Zahnarzt und einer Impfung empfinde ich persönlich nicht als passend oder mit der Problematik vergleichbar, da es sich in beiden Fällen um vorbeugende Maßnahmen handelt, die einem unter Umständen eine Erkrankung und der Krankenkasse Kosten ersparen können.

    Bei einer AD(H)S ist das Kind aber schon als Kind in den Brunnen gefallen und steckt dort als Erwachsener immer noch drin.

    Ich sehe also in einer Behandlung keine prophylaktische Intervention, sondern eine symptomatische (und zum Teil auf z. B. psychotherapeutische Ebene auch kausale) Therapie.

    Zur Problematik der Transsexualität werde ich mich hier nicht äußern, da mir dazu die nötige Kompetenz fehlt.

    Das daher, weil ich selbst nicht davon betroffen bin und es sich dabei m. E. um etwas handelt, das man nur wirklich verstehen und nachvollziehen kann, wenn man selbst davon betroffen ist.


    LG,
    Alex

  6. #16
    howie

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Alex hat viel wahres gesagt.

    Dazu muss ich noch anmerken:

    einerseits:
    ich fühle mich mit der Diagnose wohl. Nachdem Motto: aha, stimmt, das und das mache ich auch, das ist mir ähnlich. Ja, genau! Solche Probleme habe ich! (das positive wird ja hier im Forum eh eigentlich rein gar nicht gesagt. Man kann sagen: hey, das Kind stört! man kann aber auch sagen: hey, das Kind bereichert durch seine direkte Art den Unterricht. (anderes Thema)) Wow, ich werde verstanden! Und: hey, es gibt Menschen, die ticken genauso wie ich oder ähnlich.

    aber andererseits
    wer braucht eigentlich Diagnosen? Niemand!
    Ich hab selbst ja schon die Erfahrung gemacht, dass man zu verschiedenen Fachleuten gehen kann und verschiedene Diagnosen bekommt (aber ich hab eben zweimal ADHS).
    Mitglieder aus meinem Team beim Radio haben damals Robert Mestel interviewt. Der ist für die Qualitätssicherung der Helioskliniken verantwortlich. Der hat wissenschaftlich bewiesen, dass es keine Validität gibt. Bewiesen ist also das unterschiedliche Fachleute unterschiedliche Diagnosen stellen - selbst wenn sie sich auf einen Oberbegriff eine Diagnose einigen, dann sagt der eine, dieser oder jene Faktor ist stark ausgeprägt, aber die anderen Diagnosesteller sehen das anders.
    Ich denke, wir alle erleben es noch mit, das ADS und ADHS weiter unterteilt werden - heute mit ADHS diagnostiziert, ist morgen nur ein Teil der "Wahrheit".
    und
    Wir haben hier in diesem Forum ein großes Spektrum an verschiedensten Menschen als Mitglieder, die eine AD(H)S-Diagnose haben.
    ich kenne jetzt wirklich viele mit der ADHS-Diagnose - und jeder ist anders. Ich sehe auch die Menschen beim ADHS-Facharzt...
    Es ist wie bei einem Mischpult - bei dem einen ist der Regler Hyperaktivität weiter oben, ein anderer Regler dafür nicht so weit oben und beim nächsten Menschen sind andere Regler aktiv.

    kurz:
    im Prinzip sind Diagnosen nur Begriffe.
    Ich sage nicht, dass es ADHS nicht gibt.

    Ich sag nur: jeder ist ein Mensch mit Charakter, mir Vor- und Nachteilen.
    Natürlich gibt es gemeinsamkeiten mit anderen ADHSlern.
    Aber summasummarum hat jeder seine eigenen Probleme.

    Hol Dir die zweite Diagnose, wenn Du denkst, es bringt Dir was.
    Trotzdem bleibst Du Du und ich ich.
    Verstehste?

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Alex schreibt:
    Den Vergleich mit einer Prophylaxe beim Zahnarzt und einer Impfung empfinde ich persönlich nicht als passend oder mit der Problematik vergleichbar, da es sich in beiden Fällen um vorbeugende Maßnahmen handelt, die einem unter Umständen eine Erkrankung und der Krankenkasse Kosten ersparen können.
    Das wäre aber etwas, wo wir hinkommen sollten - zu einer Behandlung von AD(H)S, die auch etwas vorbeugend wirkt.

    Wir hatten hier schon Berichte, wo jemand vom Diagnostiker wieder heimgeschickt wurde mit der Begründung:
    Kein AD(H)S, weil nicht genug Leidensdruck.
    Könnte aber noch kommen. Dann in ein paar Jahren einfach wiederkommen.

    Wenn ich so das AD(H)S mit dem "Krankheitsbegriff" verbinde, dass da wirklich erst "das Kind in den Brunnen gefallen" sein muss, bevor ich Handlungsbedarf sehe - und vorher eben zuguck, bis es fällt - das kanns doch auch nicht sein.

    Für die Zukunft würd ich mir eine Generation AD(H)S ler wünschen, die früh genug in Ihrem Leben bescheid wissen, dass da bei ihnen was wichtiges anders ist als bei den meisten andern Menschen, und sie das beachten müssen - auch Respekt dafür einfordern können, sich aber auch immer wieder damit auseinandersetzen müssen - aber durchaus ohne diese Leidensspirale in Gang zu setzen.
    Bei einer Familie voller AD(H)S-Betroffener sollte es schließlich nicht völlig überraschend kommen - da kann man frühzeitig reagieren, wenn sich Anzeichen zeigen.

    Ich habs in der letzten Diskussion um den "Krankheitsbegriff" versucht ausführlich zu erklären. Scheint nicht einfach zu sein zu verstehen, was ich meine.
    Beispiele hinken ja immer - aber nehm ich mal folgendes:
    Bei Kindern mit Down-Syndrom wartet man auch nicht darauf, dass blöde Sachen passieren, bevor man Hilfe in Anspruch nimmt.
    Down-Betroffene werden heute frühzeitig passend gefördert.
    Und es gibt da Menschen, die es heute viel weiter bringen als man vor ein paar jahren noch gedacht hat.
    Man macht das deshalb, weil das Down-Syndrom von sich aus "medizinisch relevant" ist - ganz unabhängig vom "Leidensdruck". Deshalb kann man erreichen, dass für die Betroffenen weniger Leidensdruck entsteht.

    "Beeinträchtigung" (funktional) ist nicht das selbe wie "Leiden". Wenn man nicht weiß, wie mit den Beeinträchtigungen umgegangen werden muss, wenn sie nicht als "Beeinträchtigung" respektiert werden, dann entsteht daraus Leidensdruck. Und auch dieses "Gefühl" der Krankheit.

    Ja, ich hab eine Menge "Leidensdruck" durch mein AD(H)S bekommen.
    Mein Sohn hat es auch - und der Leidensweg entfaltet sich bereits sichtbar.
    Ich möchte aber gern, dass ihm da so viel wie möglich erspart bleibt.
    Und trotzdem, bitte schön, möchte ich, dass dieses AD(H)S als Phänomen ernstgenommen wird.

    AD(H)S - als Beeinträchtigung, die ganz gewaltige Folgen haben kann und Leidensdruck erzeugen kann - ist "relevant" auch bevor das Leiden daran einsetzt. Und eine Behandlung - und Information und Wissen darum - sind auch möglich, um das zu verhindern.

    Eine Krankenkasse kann da übrigens wirklich eine Menge Geld sparen. Wenn dadurch die eine oder andere Depressive Episode verhidert wird - samt dem dadurch anfallenden Klinikaufenthalt - lohnt sich vorher eine ganze Menge ambulanter Hilfe. Das ist dann durchaus "präventiv".

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich sehe es ja im Prinzip genauso wie du Ion, aber eine frühzeitige Förderung kann nur ermöglicht werden, wenn man ein Syndrom oder wie man es auch nennen mag, frühzeitig erkennen KANN. Beim Down-Syndrom ist das ein eindeutiger Test, mal abgesehen von den erkennbaren äusserlichen Merkmalen. Beim ADHS MUSS es eine Weile (im Kindesalter mind. 6 Monate) Anzeichen geben, um eine andersartige "Episode" auszuschliessen. Ich wünschte mir auch einen eindeutigen Test.

    Ich war ja lange genug in einer Behindertenwerkstatt, und trotz Frühförderung, tollen engagierten Eltern etc., auch Menschen mit Down-Syndrom leiden..... gerade psychisch. Sie merken auch, das nicht alles klappt, das ihnen die Welt in Bezug auf Berufswahl etc. nicht so offen steht wie anderen. Das sie vieles nicht verstehen, wenn sich andere unterhalten.... etc. etc. etc.

    Manchmal, auch wenn das Umfeld noch so verständlich und offen ist, auch wenn alle Förderungen ausgeschöpft und wahrgenommen wurden, leidet man eben trotzdem an seinen Defiziten. Weil man trotz Integration und Inklusion eben anders ist. Weil man aufgrund der Defizite eben doch bei vielen Sachen aussen vor steht......

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    ...weiß ja nicht wie das in anderen Bundesländern ist, bei uns hier in Baden Württemberg , da fängt sich an was zu tun...was vorbeugend ...aber nicht freiwillig, sondern weil die Krankenkassen mit Erschrecken die Fakten auf dem Tisch haben, wie die psychischen Erkrankungen zu genommen haben ...und wenn vorbeugend nichts getan wird , immense Kosten auf die Kassen zukommen...

    ...vorbeugend etwas anzubieten ist immer schwierig, weil darüber keine Statistiken erstellt werden können ...

    ...hier in BaWü wurde Flächendeckend viel Werbung gemacht für das Programm lebe Balance ...da wurde ein wissenschaftliches Team angefragt, da ein Programm zu erarbeiten ...vielleicht ein erster Schritt, das es wieder Nischen gibt für Menschen die "anders" funktionieren , ernst genommen, wahr genommen werden ...

    ist vielleicht ein Anfang, was die Akzeptanz angeht, wo es um Störungen im psychischen Bereich geht ...

    ...was halt für eine genaue Diagnose oder Zweitdiagnostik spricht, da wir hier halt sehr dem bürokratischem unterworfen sind... ohne Diagnose, keine Behandlung, zumindest keine spezifische Behandlung ...
    ... was mir sehr geholfen hatte in der Zeit der Diagnostik, was den nun ist was nicht, da sagte ein Arzt , wissen Sie, es geht nicht um die 4 Buchstaben ADHS , sondern das Sie die Hilfe bekommen, die es Ihnen ermöglicht ihren Alltag wieder zu meistern...das fand ich sehr hilfreich, so habe ich mich nicht mehr darauf fixiert auf die Diagnose ADHS, sondern überall da hingegangen, was nach Hilfe aussah... was eine nicht gerade angenehme Odysee war ... es hat sich gelohnt, inzwischen habe ich Hilfen gefunden, die es ermöglicht haben wieder den Alltag zu erleichtern...

    ...leider kenne ich niemanden, da wo es einfach gewesen wäre, ...und leider gibt es noch zu wenig Ärzte, die den Menschen im Blick haben und nicht die Diagnose, eine Diagnose sagt wenig aus, wie es dem Betroffenen letztendlich geht ... wo sich die Mühe gemacht wird, das Konglomerat aufzudröseln, das sich in all den Jahren gebildet hat ... von der Sicht . wäre Vorbeugung nicht nur günstiger für das Gesundheitswesen, sondern auch für die Betroffenen, da würden manche Leidenswege erspart bleiben ...

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    IonTichy schreibt:
    Das wäre aber etwas, wo wir hinkommen sollten - zu einer Behandlung von AD(H)S, die auch etwas vorbeugend wirkt.
    Mit dem "Leidensdruck" und der Vorbeugung ist das so ein Ding. Wer zum Arzt rennt hat meist irgendein Problem. Wie man das nennt ist egal, da muss geholfen werden - und zwar Nachhaltig und das ist dann schon Vorbeugung. Vorbeugung wäre aber Hilfe bevor Probleme auftauchen - also wenn man noch nicht zum Arzt rennt?

    Geht nicht.

    Ich denke ich bin ein Beispiel. Eigentlich geht es
    mir heute dank viel Glück recht gut. Aber ...

    Ich hatte als Kind so dermaßen ausgeprägte Symptome dass ich schon Mitte der 60er Aufgefallen und zum Arzt bin. Schule war gruselig aber mit zunehmender Klassenstufe immer besser.

    An der Uni hatte ich keinen subjektiven Leidensdruck, objektiv hab ich furchtbar viel verbaselt. Berufe (Plural ist Absicht) ebenso. Ich hab mich immer super gefühlt aber alle 2,4 Jahre neuer Job ist auch nicht wirklich gut. Und selbständig gemacht hab ich mich wenn ich ehrlich bin weil ich in keinen Betrieb mit Chefs konnte.

    Zur Dotoressa bin ich dann mit Depressionen. Zum Glück war die richtig gut geschult.

    Nun die unbeantwortbare Preisfrage: Hätte mich jemand vor 15 oder 10 Jahren schnappen und mit MPH behandeln sollen? Vielleicht hätte ich auch garkein MPH gebraucht und eine gute Verhaltenstherapie hätte den Depressionen vorgebeugt, wer weiß? Ich würde jedenfalls heute weniger kosten und mehr Steuern zahlen. Andererseits hab ich mich damals - typisch ADHS - super gefühlt obwohl ich objektiv ein ziemlicher Versager war.

    Nein - Einsicht und Leidensdruck gehört dazu, das macht Vorsorge schwer, aber auch Ärzte die gezielt helfen und nicht immer nach Schema F vorgehen.

    Klar, zu einer sauberen ADHS Diagnose gehört ein Leidensdruck und nur dann darf das volle Spektrum - sprich Medis - genutzt werden. Aber es gibt genug die spüren schon Probleme anrollen gehen zeitig Hilfe holen und da reichen kleine Hilfen rechtzeitig.
    Das heißt nicht Wunschdiagnosen sondern effiziente, nachhaltige, angepasste Hilfe, das Etikett auf der Hilfe ist eigentlich nur zur Abrechnung mit der Kasse da.

    Ach, ist eigentlich alles bekannt ...

    Und jetzt die zweite unbeantwortbare Frage: Wo zur Hölle findet man so gut ausgebildete und weitsichtige Ärzte?






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